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Lagato/Ame-Hören, je 4 CDs à ca. 300 Min.
Gekürzte Lesung von Johannes Steck

Inhalt:
Die junge Beth Randall, Reporterin bei einer kleinen Zeitung in Caldwell, New York, wird an den Tatort eines ungewöhnlichen Mordes gerufen: Ein Mann ist bei der Explosion einer Autobombe gestorben, und die Polizei kann keinen Hinweis auf die Identität des Toten finden. Dann trifft Beth auf den geheimnisvollen Wrath, der in Zusammenhang mit dem Mord zu stehen scheint. Während sie sich auf eine leidenschaftliche Affäre mit ihm einlässt, wächst in ihr der Verdacht, dass Wrath der gesuchte Mörder ist. Und darüber hinaus behauptet er, ein Vampir zu sein – und das Oberhaupt der Bruderschaft der BLACK DAGGER, die seit Jahrhunderten einen gnadenlosen Krieg um das Schicksal der Welt führen muss …
Beschreibung:
»Nachtjagd« und »Blutopfer« sind der Auftrakt zu einer inzwischen äußerst populären (Buch-)Serie über die Black-Dagger-Bruderschaft, deren vampirische Mitglieder unerkannt unter den Menschen leben. Angesiedelt in den USA der Gegenwart, entführt die Autorin in eine etwas andere Vampirwelt, für deren Verständnis die Erklärung einiger wichtiger Begriffe auf dem Digipack hilfreich ist und in deren Rahmen zumindest einige der etablierten Vorstellungen von den Blutsaugern über den Haufen geworfen werden.
Der Kampf zwischen den »Black Daggern« und ihren Gegenspielern, den »Lessern« mit ihrem undurchschaubaren Vertreter »Mister X«, bildet den actiongeladenen, teils relativ gewalttätigen Rahmen für die Romanze zwischen der Reporterin Beth und dem Vampir Wrath. Mit gefühlsduseligem, kitschigem Frauenkram hat man es hier dennoch nicht zu tun: Neben zahlreichen ziemlich expliziten und von Blümchenromantik weit entfernten Sexszenen gibt es jede Menge Mord, Totschlag und Gewalt – alles in entsprechend derber Sprache an den Mann bzw. die Frau gebracht. Die Black-Dagger-Brüder sind darüber hinaus keine »guten Helden« im herkömmlichen Sinn, sondern haben alle irgendwie einen an der Klatsche, sind aber trotzdem – oder gerade deshalb – extrem coole Typen!
Problematisch ist, dass man am Ende von »Nachtjagd«, dem ersten Teil, völlig im Regen stehen gelassen wird, ebenso wie man mit »Blutopfer« überhaupt nichts wird anfangen können ohne Teil 1 zu kennen, weil das englische Original »Dark Lover« ohne Rücksicht auf Verluste und sehr zum Ärger der deutschen Leserschaft vom Lizenznehmer (Heyne), mal eben einfach in der Mitte durchgeschnitten und in zwei Teilen – »Nachtjagd« und »Blutopfer« – im Abstand von mehreren Monaten veröffentlicht wurde. Besonders ärgerlich daran ist, dass sich nirgends ein Hinweis auf die Zusammengehörigkeit der Bücher findet. Der publizierende Hörbuchverlag Lagato wird vermutlich keine große Wahl gehabt haben als die von Heyne vorgenommene Aufsplittung zu übernehmen, gibt aber leider ebenfalls keinen Hinweis darauf, dass man es mit einem Zweiteiler zu tun hat – was für den Hörer extrem ärgerlich sein dürfte, sobald er es feststellt.
Der Sprecher Johannes Steck liest die Hörbücher mit verteilten Rollen. Das gelingt alles in allem ganz gut, hin und wieder hat er jedoch Probleme, zwischen den Rollen (und damit verschiedenen Stimmlagen) hin- und herzuswitchen, vor allem bei Dialogen. Die eine oder andere Stimme der Nebenfiguren (Rhage, Zsadist) ist darüber hinaus nicht sehr passend gewählt, ebenso wie Steck seine Interpretation hin und wieder ganz schön übertreibt – und zwar bzgl. Stimmlage, Emotionalität und insbesondere Tempo. Der Versuch, Spannung durch maschinengewehrsalvenartige Lesegeschwindigkeit zu transportieren, ist in meinen Augen weniger gut gelungen. Davon abgesehen wirkt Streck vor allem zu Beginn der Lesung arg gehetzt; er fängt sich im Laufe der Zeit, tendiert aber immer wieder mal dazu, zu schnell zu werden. Überhaupt wäre die eine oder andere Sprechpause dem Verständnis des Lesers dienlich, vor allem zwischen zwei Sinnabschnitten. Insgesamt geht die Sprecherleistung trotz aller Kritik in Ordnung, sie ist aber noch steigerungsfähig.
Wertung:
10/15 – Inhaltlich sicher kein Stoff für jedermann, sondern vermutlich eher ein Hörbuch, das man entweder liebt oder völlig daneben findet. Wer Urban Fantasy mit relativ hohem Erotikanteil mag, kriegt hier eine solide Lesung geboten und sollte mal ein Ohr riskieren. Allerdings sollte man die Hörbücher wirklich nur zusammen kaufen, denn als eigenständige Geschichte funktioniert weder »Nachtjagd« noch »Blutopfer«.
Originaltitel: Beyond the Pale
The Darkwing Chronicles, Book 1

Inhalt:
Es ist nicht leicht, ein Vampir zu sein. Schon gar nicht, wenn man gezwungen wird, neuerdings auch noch für das FBI arbeiten zu müssen. Daphnes erster Einsatz: die Beschattung eines skrupellosen Waffenhändlers. Ihr erstes Problem: Auch der attraktive Darius ermittelt – und küsst wie ein junger Gott. Dagegen wäre eigentlich nichts einzuwenden, und Daphne schwebt im siebten Himmel, bis sie von Darius‘ dunklem Geheimnis erfährt …
Kommentar:
Trotz schlechter Kritiken bin ich mit einer durchaus positiven Einstellung an das Buch gegangen, weil mein Geschmack ja oft etwas »anders« ist und mir die Grundidee wirklich vielversprechend erschien. Aber … hätte ich mal auf die kritischen Stimmen gehört! Die Umsetzung war wirklich zum Haareraufen und völlig unausgegoren.
Doch von vorn: Das FBI hat beschlossen, drei Vampire als Geheimagenten anzuheuern und mit ihnen ein Team mit dem subtilen Namen »Dark Wing« zusammenzustellen. Unter ihnen ist die Hauptperson Daphne, die offensichtlich ein Faible für Literaten hat, denn sie war früher die Geliebte von Lord Byron, den sie aber blöderweise im Liebesrausch gebissen und ausgesaugt hat, sodass sie sich ein paar Jährchen später dann James Joyce zuwenden musste – das aber nur am Rande. Daphne wird jedenfalls vom FBI zur Mitarbeit motiviert, indem man sie überwältigt und vor die Wahl stellt, ab sofort als Spionin zu arbeiten oder zu sterben. Und weil Daphne nicht sterben will, willigt sie ohne viel Federlesens ein, ein neues Leben als FBI-Geheimagentin zu beginnen. Wieso sich die Vampirin, die immerhin über irgendeine hochklassige Kampfkunstausbildung und Bärenkräfte verfügt, sich ohne zur Wehr zu setzen überrumpeln und erpressen lässt, obwohl es ihr ein Leichtes sein müsste, die drei FBI-Fuzzies auszuschalten, bleibt fraglich, ist aber nur der Anfang der hanebüchenen Geheimagentengeschichte.
Statt die neu angeworbenen Vampire vielleicht erst mal in die Kunst des Spionierens einzuweihen, versorgt man sie mit Dossiers und unausgegorenen, knappen Anweisungen und wirft sie sofort ins kalte Wasser. Daphne z.B. wird direkt mal auf einen international operierenden Waffenhändler angesetzt, um diesem das Handwerk zu legen. Sie hat während dieser wichtigen Mission natürlich trotzdem genug Zeit und ist doof genug, um sich auf einen gegnerischen Agenten einzulassen, der den gleichen Waffenhändler jagt und den sie fröhlich mit Informationen versorgt. Dass Darius zudem als sehr erfolgreicher Vampirjäger gilt, stört unsere gute Daphy überhaupt nicht; schließlich kann man Beruf und Sex trennen. Sie beginnt also eine Affäre mit ihm und erinnert sich dankenswerterweise trotz ihrer jahrhundertelangen sexuellen Abstinenz sogar noch an die bahnbrechenden Sextechniken, die sie am Hof der Kaiserin Joséphine gelernt hat. Was für ein Glück für Darius!
Zurück zur Agentenhandlung: Trotz ihrer Unfähigkeit und Unerfahrenheit und trotz der Tatsache, dass die drei vampirischen Neu-Agenten entgegen aller Geheimhaltungsrichtlinien und Sprechverbote mit Hinz und Kunz über ihre Aufträge quatschen, gehen die Missionen mehr oder weniger erfolgreich über die Bühne, sodass die Anfänger anschließend die Menschheit retten sollen, indem sie eine Atombombe unschädlich machen. Warum auch nicht, wer sollte sich für diese Mission besser eignen als ein geflügelter Haufen redseliger Anfänger?! Anders gesagt: Das Buch nimmt mit fortschreitender Dauer rasant an Schwachsinnigkeit zu – und zwar was Handlung, Gedankenwelt der Heldin und Dialogführung angeht. Zudem werden noch Hintergrundinformationen eingestreut, die uns unsere Welt erklären. So erfahren wird, dass Saddam Hussein den Irak mittels schwarzer Magie regiert hat, und dass seit den Ereignissen des 11. September das Land mit all seinen Werten auf dem Spiel steht und jetzt von Vampiren (die sich übrigens in Js Augen am Ende als eine Mischung aus Mensch und Engel (!) entpuppen und eindeutig zu den Guten gezählt werden können) gerettet werden muss. Tolle Aussichten!
Zu dieser hanebüchenen Handlung, gepaart mit der wirren Gedankenwelt der Heldin und unsinnige Dialogen, kommen Figuren, die extrem unsympathisch sind – und zwar samt und sonders! Allen voran Daphne, die ganz fürchterlich mit ihrer verkorksten Vergangenheit hadert, unglaubwürdig, blauäugig, nervig und trotz ihrer Superhero-Fähigkeiten eine denkwürdig unfähige Agentin ist. Das beste an ihr sind – von den Sextechniken abgesehen, die ihn verrückt machen – ihre Anflüge von Realitätssinn; so stellt sie u.a. fest, dass ihr die ganze Sache über den Kopf wächst (S. 231), dass sie hirnlos ist, weil sie lieber von Darius schwärmt statt ihren Auftrag zu erfüllen (S. 265) und dass sie vielleicht besser nicht Spionin geworden wäre (S. 303). Tja, wer wollte da widersprechen?! Endgültig den Verstand verliert sie im Zusammenhang mit den Ereignissen um den völlig besessenen Darius gegen Ende des Buchs, was wohl die Spannung auf den nächsten Band der Serie wecken soll. Klappt aber nicht, ganz im Gegenteil!
Fazit:
2/15 – Vampire als Geheimagenten im Dienste des FBI – das hätte wirklich nett werden können, doch leider wurde die gute Grundidee völlig vergeigt. Die USA mögen Daphy, die Vampirspionin brauchen, wie man ihr verkündet, ich brauch sie definitiv nicht!
Originaltitel: No Marriage of Convenience

Inhalt:
Auf der Suche nach einer respektablen Ehefrau und reichen Erbin, die ihn vor dem drohenden Ruin retten soll, trifft der Earl of Ashlin die verführerische Schauspielerin Riley Fontaine. Sie ist alles andere als eine gute Partie, doch ein Kuss überzeugt ihn davon, dass eine Vernunftehe das Letzte ist, was er will…
Kommentar:
Nicht gerade einer der starken Boyle-Titel! Die Handlung ist stellenweise ganz schön zäh und ermüdend – nicht zuletzt, weil den Dialogen die Spritzigkeit und der Witz fehlen, die man sonst von der Autorin kennt. Dabei hätte die Geschichte um die drei uncharmanten und aufmüpfigen Nichten, denen Riley den gesellschaftlichen Schliff verpassen soll, viel Potenzial dafür geboten, das einfach komplett verschenkt wurde. Hinzu kommt, dass die Figuren nur bedingt überzeugen. Sie sind zwar nicht unsympathisch, es fehlt ihnen allen aber das gewisse Etwas – was natürlich gerade hinsichtlich der Helden ein echtes Manko ist. Riley ist einfach zu blass, und Mason ist – wenn er nicht gerade mal kurz von der Leidenschaft gepackt wird – einfach durch und durch der Langweiler, der er sich zu sein bemüht, um anders als die anderen männlichen Familienmitglieder zu sein. Auch die Nebenfiguren zünden trotz einiger vielversprechender Ansätze einfach nicht, was eventuell daran liegt, dass es einfach zu viele Personen sind, die auch noch (fast) alle ihre eigene kleine Nebengeschichte kriegen. Apropos: Das Ende ist mir selbst für einen Liebesroman zu dick aufgetragen – fünf Happy-Ends sind einfach des Guten zuviel – erst recht, wenn man bedenkt, in welch knappem Zeitrahmen sich die Handlung abspielt.
Wertung:
6/15 – Leidlich unterhaltsamer Roman, dem aber der Esprit fehlt und den man nur als Fan der Autorin gelesen haben muss.
Radioropa/TechniSat, 9 Audio-CDs, 1 Bonus-CD im MP3-Format, Laufzeit 11:11 Stunden
Ungekürzte Lesung, gesprochen von Jessica-Virginia Mouffok

Inhalt:
New York, 1902: Während Francesca Cahill auf einem rauschenden Ball im Haus ihrer Eltern tanzt, ahnt sie noch nicht, dass diese Nacht ihr Leben verändern soll. Denn zur gleichen Zeit wird im Nachbarhaus ein kleiner Junge entführt, und Francesca wird in die schwierigen Ermittlungen verwickelt. Seite an Seite mit Rick Bragg, dem gut aussehenden Polizeipräsidenten, wagt sie sich in die finstersten Viertel der Stadt – und nicht nur die Angst lässt ihr Herz schneller schlagen …
Kommentar:
Der Fall um die Entführung des Nachbarsjungen ist der erste Teil der Serie um die 20-jährige Millionärstochter Francesca Cahill, ihres Zeichens Blaustrumpf und Reformistin, deren kriminalistischer Ehrgeiz geweckt ist, als ihr ein Schreiben des Entführers in die Hände fällt. Alle Versuche des neu ernannten Polizeipräsidenten Rick Bragg, sie von der Verbrecherjagd abzubringen, bleiben – trotz oder gerade wegen ihrer Bewunderung für ihn – ergebnislos: Francesca hat Lunte gerochen und jagt abseits der feinen Gesellschaft und jeder Vernunft in den Armenvierteln der Stadt hinter dem Entführer her. Ihre Entdeckungen bringen ihre Welt allerdings mehr und mehr ins Wanken – zumal sie feststellen muss, dass der schöne Schein häufig trügt und dass ihre eigene Familie in das Verbrechen verwickelt zu sein scheint.
»Labyrinth der Lügen« ist nicht einfach ein historischer Kriminalroman, sondern gleichzeitig eine gelungene und äußerst unterhaltsame gesellschaftliche Milieustudie, die v.a. durch die unterschiedlichen Mitglieder der Familien Cahill und Bragg, aber auch durch andere illustre Figuren wie zum Beispiel den Taschendieb Joel Kennedy und seine Mutter, lebendig wird. Viel mehr noch als Krimi oder Gesellschaftsbild ist Francescas erster Fall allerdings der Auftakt einer äußerst schwierigen Liebesbeziehung – wenngleich im ersten Fall die Krimihandlung noch im Vordergrund steht.
Die ungekürzte Lesung der Romanvorlage startet zunächst etwas holprig mit einigen Mängeln vor allem bzgl. der Betonung, doch Jessica-Virginia Mouffok findet sich mehr und mehr in den Stoff und die Figuren ein und steigert sich auf ein wirklich gutes, ansprechendes Niveau.
Wertung:
10/15 – Ein durch und durch solider Krimi, der aber wohl eher nur solchen Hörern zu empfehlen ist, die nicht allergisch auf eine eingesponnene Liebesgeschichte reagieren. Allen Fans von Liebesgeschichten hingegen sei »Labyrinth der Lügen« wärmstens empfohlen – und viel mehr noch die (bislang sieben) Nachfolgebücher, denen man von Band zu Band mehr anmerkt, dass die Autorin Brenda Joyce ursprünglich aus der Liebesroman-Ecke kommt. Wer nicht so genau weiß, ob diese Art von Stoff sein Ding ist, sollte es vielleicht einfach mal vesuchen – das Preis-Leistungsverhältnis des Hörbuchs ist unschlagbar: Für 9 CDs plus Bonus-Mp3-CD mit einer Laufzeit von über 11 Stunden zahlt man neu nur 15,95 Euro.
Random House Audio, 4 CDs, ca. 280 Min.
Gekürzte Lesung von Heikko Deutschmann

Inhalt:
Als Labradorwelpe Marley bei den Grogans einzieht, bringt er ihr Leben gehörig durcheinander. Er verweigert die Hundeschule, zerstört Wäsche, Pantoffeln und Trennwände und frisst edlen Schmuck. Doch so unbekümmert wie er alle Verbote missachtet, so grenzenlos ist zugleich seine Treue. Eine anrührende Geschichte über eine junge Familie und ihren herrlich chaotischen Hund, der sie lehrt, was im Leben wirklich zählt.
Bewertung:
Wenn man mit einem höchst verfressenen und auf der Suche nach mehr Futter unvergleichlich originellen, nie satt zu kriegenden Cockerspaniel an seiner Seite aufgewachsen ist, über den man zahllose lustige Geschichten auf Lager hat, kann man an einem Hörbuch über einen Labrador natürlich nicht einfach vorübergehen. Schon gar nicht, wenn man die Lobeshymnen der professionellen Kritiker und der weit über 1000 (eintausend!) Buchleser bei amazon.com in Betracht zieht.
Offenbar war allerdings meine Erwartungshaltung nicht korrekt, weckte doch der Untertitel »Unser Leben mit dem frechsten Hund der Welt« ganz falsche Vorstellungen in mir. Ich dachte tatsächlich, ich hätte ein Hörbuch über die amüsanten Schandtaten eines Hundes gekauft, doch weit gefehlt! Die Betonung liegt dann wohl doch eher auf »Unser Leben« – in dem eben auch »Marley« herumgeistert. Erst mehr, dann immer weniger, weil der Hund, erst mal eingeführt, schnell zur Nebenfigur degradiert wird. Und während wir Details über Boca Raton, den Aufbau einer Kolumne, die Zeitschrift »Organic Gardening«, First-Class-Geburten und Wochenbettdepressionen erfahren, die drei Kinder schließlich wachsen und gedeihen, die Familie zum dritten Mal umzieht und der preisgekrönte Autor sich beruflich mal wieder verändert, altert Marley fast unbemerkt und schleppt sich dann ab dem Ende von CD 3 mit seinen kaputten Hüften dem Tode entgegen. Was den Autor zu allem Übel auch noch zu philosophischen Fragen bezüglich Tod, Sterben und des Lebens überhaupt veranlasst sowie zur Würdigung des heroischen Einschreitens der Passagiere des Flugs 93 am 11. September 2001, zu einem Anfall von Nationalstolz und zum Zählen der Streifen und Sterne auf der amerikanischen Flagge. Nachdem man also entgegen aller Erwartungen kaum an den Erlebnissen des frechsten Hundes der Welt teilhaben darf, darf man ihn am Ende immerhin eine CD lang beim Sterben begleiten. Danke, genau das hatte ich mir unter einem Hörbuch über einen frechen Hund nicht vorgestellt! Was andere an dieser Geschichte »zum Schreien komisch« (The New York Times) fanden oder worüber sie in der U-Bahn Tränen gelacht haben (Amazon-Rezension), bleibt mir gänzlich verschlossen.
Die Lesung ist technisch völlig in Ordnung, aber total langweilig vorgetragen – da hilft auch die tolle Stimme des Sprechers nicht. Vielleicht hätte Heikko Deutschmann durch einen humorvolleren, engagierteren Vortrag noch was reißen können, sicher bin ich mir da aber nicht.
Bewertung:
4/15 – Eine Enttäuschung auf ganzer Linie! Der »frechste Hund der Welt« ist nur eine Nebenfigur in einer leidlich interessanten Familiengeschichte, die besser den Titel »Meine Karriere, meine Familie und ich« tragen würde, und die zwar um Humor bemüht, aber – von wenigen Szenen abgesehen – nicht wirklich lustig ist.
Originatitel: Hard Evidence
2. Teil der I-Team-Serie
Inhalt:
An einer Tankstelle ruft ein verängstigtes Mädchen um Hilfe – und wird Sekunden später erschossen. Die junge, erfolgreiche Journalistin Tessa Novak wird zufällig Zeugin des Mordes und meint den mutmaßlichen Mörder gesehen zu haben. Völlig schockiert veröffentlicht sie einen Artikel über den Vorfall. Ein Fehler, der sie das Leben kosten könnte. Denn von nun an wird sie von dem Mörder des Mädchens verfolgt. Doch auch Julian Darcangelo, ein überaus attraktiver, aber undurchsichtiger Polizist, heftet sich an Tessas Fersen und scheint mehr als einmal ihr rettender Schutzengel zu sein …
Kommentar:
Ich weiß nicht, obs am Buch lag oder ob möglicherweise das Genre nichts für mich ist, aber mein Ausflug in die »Romantic Suspense«-Ecke hat mir nicht gerade tolle Unterhaltung beschert. Die Krimihandlung war doch sehr dünn und nur mäßig spannend, die Ermittlungsarbeit stand sehr im Hintergrund und die »Ermittler« haben weniger agiert als reagiert. Daneben gibts einfach wenig Neues, sondern stattdessen immer wieder Szenen, die man so oder ähnlich schon hundertmal gelesen hat, so verschließt Julian Tessa beispielsweise mit einem Kuss die Lippen, um sie zum Schweigen zu bringen, doch aus der zweckmäßigen Aktion entbrennt die Leidenschaft, beide sind auf der Stelle hin und weg und verzehren sich in der Folge nach dem anderen. Und natürlich gipfelt die Geschichte in der Entführung der Protagonistin, die dann gerettet werden muss. Is klar!
Wären die Hauptpersonen faszinierend gewesen, hätte man sicher darüber hinwegsehen können – waren sie aber nicht. Der männliche Protagonist, Julian Darcangelo, ist prinzipiell ein ganz sympathischer Held mit dramatischer Vergangenheit, er ist mir allerdings schon aufgrund seines Namens suspekt – wenngleich ich nicht recht weiß, ob dieser sich von »Dark Angel« (wie Julian ehrfürchtig von den bösen Gangmitgliedern genannt wird) oder »Archangel« ableitet oder gar eine Mischung aus beidem ist, quasi ein »Dark Archangel«. Spielt letztendlich keine Rolle, albern ist es so oder so. Albern ist auch Julians Status als verdeckter Ermittler. Zumindest ich dachte immer, verdeckte Ermittler würden ihrem Namen alle Ehre machen und verdeckt ermitteln. Julian nun ist zwar auch unter falscher Identität in die Verbrecherkreise eingeschleust worden, daneben hat er aber lächerlicherweise trotzdem ständig mit der Polizei bzw. dem FBI zu tun, geht dort ein und aus, führt Verhöre und Verhaftungen durch und fungiert später auch als Tessas Aufpasser.
Tessa ihrerseits hat einen Aufpasser dringend nötig. Neben ihrer unaussprechlichen Schönheit und ihren grandiosen Fähigkeiten als angebliche Weltklassereporterin zeichnet sie sich nämlich im Wesentlichen dadurch aus, dass sie nie das tut, was man ihr rät und sagt (im Gegenteil!), um so permanent die Ermittlungen zu gefährden und in regelmäßigen Abständen sich und andere in Gefahr zu bringen. An Julians Stelle hätte ich ihr den dürren Hals umgedreht (oder die Feinde die Sache übernehmen lassen, so hätten die sich auch mal nützlich machen können).
Wertung:
5/15 – Äußerst durchschnittlicher und wenig spannender Ladythriller mit sehr durchwachsenen Helden.
Originaltitel: A Sure Thing?

Inhalt:
Jilly Taylor und Matt Davidson arbeiten für dieselbe New Yorker Werbeagentur. Beide sind tüchtig, brillant, kreativ – und sehr ehrgeizig! Privatleben findet so gut wie gar nicht statt. Das ändert sich, als sie in einem Luxushotel auf Long Island zufällig aufeinander treffen. Ein Buchungsfehler, wie sie glauben, hat sie zusammen in eine Suite gebracht. Keineswegs geplant war, dass sie in einem Bett landen und miteinander schlafen…
Kommentar:
Nun ja … ein typisches Tiffany-Heftchen halt, das m.E. mit einem Buch nicht mehr so richtig viel gemeinsam hat. Berechtigterweise kann man jetzt fragen, wieso ich das denn lese, wenn ich doch keinen Bock auf Groschenromane habe? Tja, guter Einwand. In diesem Fall, weil es eine Geschichte von Jacquie D’Alessandro ist, die ich ja sehr schätze. Wie viel allerdings nach der Übersetzung noch vom Original übrig geblieben ist, kann ich schwer beurteilen: Wenn man aus 225 Seiten der englischen Vorlage am Ende 150 Seiten deutschen Text erhält, muss wohl einiges rausgeschmissen worden sein. Das könnte jedenfalls erklären, warum die Geschichte so unausgereift wirkt. Hopplahopp entbrennen zwei Menschen, die sich bis dato überhaupt nicht leiden konnten, in glühender Leidenschaft füreinander, nur weil sie versehentlich im gleichen Zimmer eingebucht wurden. Natürlich können sie an nichts anderes als Sex mehr denken, also beginnen sie eine Affäre, die nach dem Wochenende vorbei sein soll. Aber dann, Überraschung: Die ehemaligen Erzfeinde verlieben sich gegen ihren Willen ineinander. Nicht, dass man als Leser nachvollziehen könnte, wie diese tiefe Gefühle entstanden sind, aber wir nehmen’s mal so hin! Ist auch schon egal, da es diesem Werk ohnehin an allem mangelt, was die Autorin in Normalform ausmacht: Gefühl, Humor und Spritzigkeit. Stattdessen bekommen wir eine riesige Portion Unglaubwürdigkeit und Einfältigkeit geboten. Gut möglich, dass die Übersetzung bzw. die Kürzungen einen gravierenden Teil dazu beigetragen haben, aber ich könnte nicht sagen, dass die Geschichte mich so gereizt hat, dass ich sie mir noch mal im Original antun wollte. Wobei … vielleicht würde man im Original auf die »sinnliche Erotik« stoßen, die auf dem deutschen Cover versprochen wird, von der ich aber rein gar nichts entdecken konnte und die sehr wahrscheinlich den Kürzungen zum Opfer gefallen ist?!
Wertung:
Hier kriegt man das, was man (vermutlich) erwarten kann, wenn man einen »Groschenroman« kauft. Früher war ich natürlich begeisterte Denise-Leserin, heute mag ich diese Heftchen allerdings nicht mehr besonders, fürchte ich, und hab mich einfach vom Autorennamen blenden lassen. Deshalb verkneif ich mir eine Wertung.
Deutscher Titel: Für immer und ewig, Viscount (Cora)
The Bevelstokes, Book 1

Inhalt:
Im zarten Alter von 10 Jahren verliebt sich Miss Miranda Cheever in den 9 Jahre älteren Viscount Turner, Bruder ihrer besten Freundin Olivia. Sie liebt ihn immer noch, als sie zehn Jahre später, nach dem Tod seiner Frau, erneut auf ihn trifft. Obwohl er wegen des Ehebruchs seiner Frau verbittert ist und sich nie wieder binden will, entwickelt sich die Freundschaft zwischen Miranda und Turner in eine Richtung, mit der keiner der beiden gerechnet hätte …
Kommentar:
»The Secret Diaries …« wurde zwar 2007 veröffentlicht, zählt aber eigentlich zu den Frühwerken von Julia Quinn (geschrieben 1994, Details), und das merkt man dem Roman – trotz einer ausführlichen Überarbeitung der Ursprungsversion durch die Autorin – auch an. Auch wenn sich das Buch gut lesen lässt, ist der Quinn-typische locker-leichte Stil hier nur im Ansatz vorhanden und wirkt bisweilen etwas erzwungen und aufgesetzt.
Wäre die Handlung fesselnd, wäre das Fehlen witzig-spritziger Dialoge und humorvoller Szenen kein gesteigertes Problem, doch leider trifft das nur bedingt zu. Um genau zu sein: Nur die erste Hälfte des Buches ist richtig unterhaltsam, nach dem »Intermezzo« im Jagdhaus wird es dann ganz schön ermüdend und stellenweise wirklich langweilig. Das liegt zum einen daran, dass Quinn sich nicht die Zeit nimmt, die Handlung bzw. Beziehung zwischen Turner und Miranda vernünftig zu entwickeln, sondern die Tagebucheinträge dazu nutzt, rückblickend Kurzzusammenfassungen der Ereignisse zu geben und riesige Zeitsprünge zu machen. Zum anderen kann ich es auf den Tod nicht ausstehen, wenn die Handlung darauf fußt, dass sich ein Paar zwar liebt, sich das aber partout nicht eingestehen will, obwohl es doch so verdammt offensichtlich ist – und genau das ist in der gesamten zweiten Buchhälfte das Thema. Das hochdramatische Ende macht die Sache auch nicht besser.
Die Hauptpersonen an sich sind trotzdem liebenswert. Miranda ist eine typische Quinn-Heldin, ehrlich, intelligent, schlagfertig, loyal und hingebungsvoll. Man kann darüber diskutieren, ob sie Turner in die »Ehefalle« lockt – zumindest in manchen Szenen kann man bei näherer Betrachtung fast den Eindruck haben! So oder so: Da sie ihn aufrichtig liebt und das beste ist, was ihm passieren kann, kann man ihr das nachsehen! Turner selbst ist – vom oben bereits angesprochenen Eiertanz um die Verbalisierung seiner Gefühle (»Ich darf nie wieder lieben!«) – ebenfalls ein toller Held, ein wenig traumatisiert, aber wahnsinnig nett; vielleicht ein klein bisschen zu soft, wenn er nicht gerade wieder Unsinn redet, um seine wahren Gefühle zu verbergen.
Die Nebenfiguren spielen hier wirklich nur eine Nebenrolle, einzig Mirandas Freundin Olivia (um die sich das nächste Quinn-Buch dreht: What Happens in London) hat ein paar größere Auftritte.
Wertung:
8/15 – Nach einem starken Auftakt fällt das Buch in der zweiten Hälfte deutlich ab. Für Nicht-Quinn-Fans würde ich das Buch in seiner Gesamtheit eher nicht empfehlen; für Quinn-Fans nur, wenn sie sich damit abfinden können, dass die Autorin hier weit von ihrer Bestform entfernt ist.
Inhalt:
Annettes Kinder sind alt genug, das Haus zu verlassen, und ihr Mann interessiert sich mehr für Kunst als für die Rubensformen seiner Frau. So konzentriert sich Annettes Leidenschaft auf ihren Garten – bis sie den deutlich jüngeren Robert kennenlernt, einen experimentierfreudigen Liebhaber, der selbst die kühnsten Fantasien in die Tat umsetzt …
Kommentar:
Endlich mal ein erotischer Roman, in dem es wirklich vorrangig um Sex geht. Endlich mal gibt man dankenswerterweise nicht vor, eine weltbewegende Geschichte erzählen zu wollen, in der zufälligerweise auch Sex vorkommt. Endlich mal steht man dazu, dass man einfach nur Sex in allen möglichen Spielarten und Ausprägungen beschreiben will – eine echte Story ist also nicht vorhanden, sondern die Szenen sind einfach nur lose durch eine oberflächliche Handlung verbunden. Mich persönlich stört das überhaupt nicht, im Gegenteil, das ist mir bei einem Erotikroman lieber, als wenn ein an den Haaren herbeigezogener, häufig auch betont psychologisch-dramatischer Plot präsentiert wird; das sehr befremdliche und in dieser Form überflüssige Ende des Buchs hat mich trotzdem geärgert.
Ob man die beschrieben Art von Sex mag und erotisch findet oder nicht, ist bei diesem Buch eine Frage der individuellen Grenzen. »Verborgene Blüten« startet relativ normal, steigert sich dann aber in Extreme, die weit über die mir aus solchen Büchern bekannten Szenarien (F/F, M/M, Dreier, Vierer, Orgien, »Laien«-SM) hinausgehen. Mich persönlich haben die Spielarten teilweise auch eher ab- als angetörnt, vor allem in Sachen Hardcore-SM und Rollen- bzw. Doktorspiele, von denen ich in dieser Ausführlichkeit nicht hätte wissen müssen. ;) Aber wie gesagt, das ist eine Frage des Geschmacks.
Wertung:
7/15 – Sex in allen Ausprägungen, von zart bis hart. Ganz sicher nicht jedermanns Sache, vor allem gegen Ende des Buches.
Deutsche Ausgabe: Seelenjäger/Todesfluch
5. Teil der Black-Dagger-Serie

Inhalt:
Als der Vampirkrieger Vishous in einem Kampf gegen die Lesser schwer verletzt wird, liefert man ihn in ein von Menschen geführtes Krankenhaus ein. Dort rettet ihm die Dr. Jane Whitcomb mit einer Notoperation das Leben. Kaum schlägt Vishous die Augen wieder auf, weiß er mit unumstößlicher Sicherheit, dass sie die Eine ist, die Frau seines Lebens. Er besteht darauf, sie mitzunehmen, als die Black-Dagger-Brüder ihn aus dem Krankenhaus holen, doch eine Verbindung mit ihr scheint unmöglich: Nicht nur ist sie ein Mensch, auch ist Vishous die Verpflichtung eingegangen, Primal zu werden und in dieser Funktion seine Auserwählte zu heiraten und eine neue Generation von Vampiren zu zeugen. Er muss Janes Gedächtnis löschen und sie zurück in ihr menschliches Leben entlassen …
Kommentar:
Nach einigen schlechten bzw. befremdlichen Büchern war mir mal wieder nach Bewährtem, also hab ich mir den fünften Band der Black-Dagger-Serie vorgenommen. Gekriegt hab ich, was ich erwartet habe: ein gutes, sehr unterhaltsames Buch, das sich extrem gut weglesen lässt. Schade allerdings, dass der gefühlsarme SM-Vishous in seinem Buch ganz schön zum Softie verkommt. Okay, er kriegt noch diese eine SM-Szene in seinem Penthouse, aber hey, wie unglaubwürdig ist die, v.a. was das Verhalten der SM-unbefleckten Frau angeht, die zur Domina par excellence mutiert? Ohne Frage ist V in diesem Buch ein toller Held, aber seine Wandlung ist einfach nicht sehr glaubwürdig; er ist nicht mehr der V, den man aus den anderen Büchern kennt.
Sehr nach meinem Geschmack war es, dass das Buch weniger Urban-Fantasy-Flair hat als der Vorgänger und dass die Lesser-Handlung diesmal weit in den Hintergrund tritt. Dafür sind die Handlungsstränge um die anderen Black-Dagger-Brüder hervorragend integriert; insbesondere auf Phurys Geschichte (Band 6, Lover Enshrined) kann man sich freuen. Schade allerdings ist, dass die Lovestory zwischen V und Jane trotzdem nur bedingt überzeugt, denn es geht irgendwie alles zu glatt und ist zu vorhersehbar – vom überflüssig dramatischen Ende abgesehen, dessen »Lösung« (Stichwort: Geist) mich wirklich verärgert hat. Und zwar nicht nur, was die »Auferstehung« an sich angeht, sondern auch hinsichtlich der Interaktion mit anderen, die sich m.E. irgendwie albern und inkonsequent gestaltet.
Wertung:
12/15 – Trotz einiger Abstriche richtig gute kurzweilige Unterhaltung!
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