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John Grogan: Marley & ich

Random House Audio, 4 CDs, ca. 280 Min.
Gekürzte Lesung von Heikko Deutschmann

Inhalt:
Als Labradorwelpe Marley bei den Grogans einzieht, bringt er ihr Leben gehörig durcheinander. Er verweigert die Hundeschule, zerstört Wäsche, Pantoffeln und Trennwände und frisst edlen Schmuck. Doch so unbekümmert wie er alle Verbote missachtet, so grenzenlos ist zugleich seine Treue. Eine anrührende Geschichte über eine junge Familie und ihren herrlich chaotischen Hund, der sie lehrt, was im Leben wirklich zählt.

Bewertung:
Wenn man mit einem höchst verfressenen und auf der Suche nach mehr Futter unvergleichlich originellen, nie satt zu kriegenden Cockerspaniel an seiner Seite aufgewachsen ist, über den man zahllose lustige Geschichten auf Lager hat, kann man an einem Hörbuch über einen Labrador natürlich nicht einfach vorübergehen. Schon gar nicht, wenn man die Lobeshymnen der professionellen Kritiker und der weit über 1000 (eintausend!) Buchleser bei amazon.com in Betracht zieht.

Offenbar war allerdings meine Erwartungshaltung nicht korrekt, weckte doch der Untertitel »Unser Leben mit dem frechsten Hund der Welt« ganz falsche Vorstellungen in mir. Ich dachte tatsächlich, ich hätte ein Hörbuch über die amüsanten Schandtaten eines Hundes gekauft, doch weit gefehlt! Die Betonung liegt dann wohl doch eher auf »Unser Leben« – in dem eben auch »Marley« herumgeistert. Erst mehr, dann immer weniger, weil der Hund, erst mal eingeführt, schnell zur Nebenfigur degradiert wird. Und während wir Details über Boca Raton, den Aufbau einer Kolumne, die Zeitschrift »Organic Gardening«, First-Class-Geburten und Wochenbettdepressionen erfahren, die drei Kinder schließlich wachsen und gedeihen, die Familie zum dritten Mal umzieht und der preisgekrönte Autor sich beruflich mal wieder verändert, altert Marley fast unbemerkt und schleppt sich dann ab dem Ende von CD 3 mit seinen kaputten Hüften dem Tode entgegen. Was den Autor zu allem Übel auch noch zu philosophischen Fragen bezüglich Tod, Sterben und des Lebens überhaupt veranlasst sowie zur Würdigung des heroischen Einschreitens der Passagiere des Flugs 93 am 11. September 2001, zu einem Anfall von Nationalstolz und zum Zählen der Streifen und Sterne auf der amerikanischen Flagge. Nachdem man also entgegen aller Erwartungen kaum an den Erlebnissen des frechsten Hundes der Welt teilhaben darf, darf man ihn am Ende immerhin eine CD lang beim Sterben begleiten. Danke, genau das hatte ich mir unter einem Hörbuch über einen frechen Hund nicht vorgestellt! Was andere an dieser Geschichte »zum Schreien komisch« (The New York Times) fanden oder worüber sie in der U-Bahn Tränen gelacht haben (Amazon-Rezension), bleibt mir gänzlich verschlossen.

Die Lesung ist technisch völlig in Ordnung, aber total langweilig vorgetragen – da hilft auch die tolle Stimme des Sprechers nicht. Vielleicht hätte Heikko Deutschmann durch einen humorvolleren, engagierteren Vortrag noch was reißen können, sicher bin ich mir da aber nicht.

Bewertung:
4/15 – Eine Enttäuschung auf ganzer Linie! Der »frechste Hund der Welt« ist nur eine Nebenfigur in einer leidlich interessanten Familiengeschichte, die besser den Titel »Meine Karriere, meine Familie und ich« tragen würde, und die zwar um Humor bemüht, aber – von wenigen Szenen abgesehen – nicht wirklich lustig ist.

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