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Originaltitel: Hot Silk
Rodessons Töchter, Band 3

Inhalt:
Ihre Unschuld hat die junge Grace Hamilton bereits verloren, als sie dem verwegenen Piraten Devlin Sharpe begegnet. Doch bald ist auch ihr Herz in höchster Gefahr. Devlin ist ein exzellenter Liebhaber, der sie entführt in eine ungeahnte Welt tabuloser Liebesspiele und erotischer Ekstasen. Ohne es zu wollen, verliebt Grace sich immer mehr, verzehrt sich bald Tag und Nacht nach ihm. Doch ein Leben an seiner Seite? Endgültig wäre ihr dann der Zugang zur Gesellschaft verwehrt. Aber wie lange noch kann das Feuer ihrer Lust nur im Verborgenen brennen?
Kommentar:
»Feuer der Lust« ist der dritte Teil der Erotik-Serie um die Töchter des skandalumwitterten Aktmalers Rodesson, die in der Regencyzeit (1811–1820) angesiedelt ist. Nachdem mir der erste Teil ausnehmend gut, der zweite jedoch nur bedingt gefallen hat, war ich sehr gespannt darauf, ob Sharon Page wieder an ihre alte Form würde anknüpfen können.
Der Prolog des Buches spielt 1818, zwei Jahre vor der eigentlichen Handlung. Zu diesem Zeitpunkt ist Grace Hamilton noch entschlossen, ihre verarmte Familie durch die Heirat mit einem reichen Adligen zu retten. Als ihr auf einem Fest der gutaussehende Lord Wesley, ein notorischer Schwerenöter, nachsteigt und ihr die Ehe verspricht, glaubt sie, ihr Glück sei perfekt und gibt sich ihm hin. Fast schon überflüssig zu erwähnen, dass er natürlich nie vorhatte, sie zu heiraten, und sie nach dem wenig erbaulichen Sex verspottet und wegschickt. Zutiefst gedemütigt irrt Grace daraufhin halbnackt und aufgelöst durchs Haus und läuft in die Arme von Devlin Sharpe, dem verstoßener Halbbruder des lasterhaften Lords, der sich wahlweise als Pirat oder Straßenräuber verdingt. Da nun eh schon alles zu spät ist und ihre schönen Familienrettungspläne mit ihrer Entjungferung ins Wasser gefallen sind, lässt sie sich auch noch von Devlin verführen und darf immerhin feststellen, dass Sex ja doch ziemlich klasse sein kann.
Und auch Devlin ist sehr beeindruckt von den Liebeskünsten, die Naturtalent Grace an den Tag legt – sogar so beeindruckt, dass er sie zwei Jahre später immer noch nicht vergessen hat. Deshalb entführt er sie kurzerhand, als sie mit der Kutsche in der Nähe seines Hauptquartiers vorbeikommt und bringt sie in das Haus, in der die Straßenräuberbande zusammenlebt und Sexorgien frönt, wenn sie nicht gerade Leute ausrauben. Graces Anwesenheit wird aber von einigen Leuten mit wenig Begeisterung aufgenommen, sodass schon nach Kurzem zwei potenzielle Feinde Böses aushecken. Das ist erst mal nicht weiter schlimm, weil sich Devlin nach einigen aufregenden Stunden Sex von seiner Liebsten dazu überreden lässt, sie dorthin zu bringen, wo sie eigentlich hinwollte: zu ihrer adligen Großmutter. Doch nicht nur verläuft die Aussprache mit der Großmutter anders als geplant, sondern es treten neue und alte Verehrer auf den Plan, die nicht gerade begeistert über Graces Zurückweisung sind und deshalb nach Rache trachten. Ein abenteuerliches Attentat jagt das nächste, doch zum Glück ist der Devlin stets zur Stelle, um seine Liebste zu retten.
Diese hanebüchene Handlung ist angereichert mit einem Helden, der vom Schicksal gebeutelt, heroisch und total unglaubwürdig ist. Das herausragende Kennzeichen des verwegenen Straßenräubers neben seinem Heldenmut ist sein Dauerständer, aus dem unglaubliche Mengen von Lusttopfen sprudeln wie aus einer niemals versiegenden Quelle. Brrr. Darüber hinaus haben wir eine Heldin, die permanent sehenden Auges in ihr Unglück rennt. Wie oft die dumme Göre im Lauf des Buches irgendwelche Dinge tut, von denen sie selbst vorher sagt, dass sie sie nicht tun sollte oder tun will, ist nicht zu fassen. Sie will zum Beispiel ständig keinen Sex mit Devlin, lässt sich aber natürlich trotzdem dazu verführen. Sie möchte sich außerdem mehrfach nicht mit Lord Wesley treffen, trifft sich aber trotzdem mit ihm. Gern auch allein. In einem abgeschiedenen Sommerhaus oder einer Bibliothek. Und wundert sich dann trotzdem, dass sich der Schwerenöter ermuntert fühlt und mehr oder weniger sie herfällt. Was sie natürlich auch nicht will – doch da sie ebenso wenig kapitulieren will, muss Devlin sie regelmäßig vor den verschmähten Verehrern retten.
Daneben gibt es noch ausschweifende, sinnlose Dialoge, unlogische Handlungsweisen, jede Menge Nebenkriegsschauplätze und viel gepflegte Langeweile. Wer mich kennt, der weiß, dass ich einem erotischen Roman Handlungsmängel durchaus verzeihe, wenn denn wenigstens die Sexzenen ansprechend sind. Sind sie nur hier leider nicht. Die Sexszenen sind nicht nur relativ brav und ebenso langweilig wie die Handlung, sondern sie sind sich auch noch sehr ähnlich. Ausreißer gibt es in Form einer Alibi-Fesselsexszene zwischen den Protagonisten, die aber eigentlich viel zu harmlos ist, um als solche bezeichnet zu werden, sowie zwei Szenen, in denen Grace lesbischen Spielen und einer Orgie zusieht.
Sprachlich ist das Buch auch nicht gerade dazu angetan, die Begeisterung zu steigern. Aussagen wie »Ihre Brüste fielen nach vorn und schlugen gegen sein Gesicht« sind eher abtörnend als alles andere, und um die Lächerlichkeit perfekt zu machen, darf Devlin im Laufe des Buches mehrfach den Schwengel schwingen: »Setz dich auf meinen Schwengel, Liebste, dann beuge dich vor und begrabe mich für eine Weile unter diesen Titten« (S. 28). Ich weiß, ich wiederhole mich, aber »Schwengel« ist eines dieser Wörter, die einfach nur albern sind und jede potenzielle Erotik im Keim ersticken.
Ich glaube nicht, dass ich ein weiteres Buch dieser Autorin lesen werde. Nach einem sehr guten, einem durchschnittlichen und zwei schlechten Büchern (ich erinnere mich mit Grausen an Blutrot) ist mein Glaube in Sharon Page einfach erschöpft.
Fazit:
4/15 – Langweilige Handlung, doofe Figuren, unerotische Sexszenen – von ihrer Bestform ist die Autorin weit entfernt.
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Serieninfo:
01 Sin | Der Reiz des Verbotenen – 13/15
02 Black Silk | Samtschwarz – 8/15 (Rezension)
03 Hot Silk | Feuer der Lust – 4/15 (Rezension)
Originaltitel: As You Wish

Inhalt:
Als Viola von ihrem Freund verlassen wird, bricht für sie eine Welt zusammen. Gerade noch war sie verliebt und beliebt, nun ist sie nur noch die Ex vom coolsten Typ der Schule. Viola wünscht sich nichts mehr, als wieder glücklich zu werden und beschwört so versehentlich einen Dschinn herbei. Er ist jung, er sieht gut aus und er ist furchtbar schlecht gelaunt, denn er hält Menschen für ungemein nervtötend. Aber bevor er in seine Heimat zurückkehren kann, muss er Viola drei Wünsche erfüllen. Und das ist nicht so einfach, wie es sich anhört …
Kommentar:
Als mir vor einigen Monaten der Pan-Katalog ins Haus flatterte, hat mich »Drei Wünsche hast du frei« regelrecht angesprungen. Ich hatte zugegebenermaßen angesichts meiner vorherigen Erfahrungen mit derlei Büchern ein paar Bedenken, dass mir das Buch zu »teenie« sein könnte, aber das war zum Glück nicht der Fall. Das Debüt von Jackson Pierce ist ein absolutes Wohlfühlbuch, entspannend und nett zu lesen.
Die märchenhafte Idee hinter der wenig komplexen Geschichte ist eigentlich altbekannt: Einem Mädchen werden drei Wünsche gewährt, die auf direktem Weg zum großen Glück führen sollen. Die Ausführung dieses Plots ist jedoch mal was anderes, denn sehr zum Leidwesen des Dschinns gestaltet sich dieses eigentlich unproblematische Unterfangen mit Viola nicht ganz so einfach: Viola will sich partout nichts wünschen – und das, obwohl sie aufgrund ihrer enttäuschenten Liebe zu Lawrence eigentlich genug Möglichkeiten hätte, die Wünsche sinnvoll zu ihrem Glück einzusetzen. Dschinn, der nicht in seine Heimat zurückkehren kann, solange er seine Aufgabe nicht ausgeführt hat, ist zunächst genervt von Violas Weigerung, sich etwas zu wünschen. Doch je länger er das Mädchen kennt, desto faszinierter ist er von ihm – bis er schließlich an einen Punkt kommt, an dem er gar nicht mehr so recht zurück will. Die Gesetze verlangen aber, dass er nach Caliban zurückkehrt; notfalls muss Viola dazu gezwungen werden, drei Wünsche auszusprechen.
Der wenig komplexen Story fehlt leider das gewisse Etwas, das ein Buch aus der Masse herausragen lässt. Nichtsdestotrotz ist »Drei Wünsche hast du frei« sehr unterhaltsam und überzeugt mit guten Figuren und deren Umgang miteinander, wenngleich Viola bei aller Sympathie zum Teil ein wenig anstrengend ist. Seit ihr Freund Lawrence sie verlassen und sich als schwul geoutet hat, fühlt sie sich nämlich zerbrochen und nirgends zugehörig – und sie tut auch nichts dafür, das zu ändern, sondern ist in Selbstmitleid erstarrt. Es ist nicht so, dass sie ständig jammern würde, aber sie hadert an einigen Stellen schon sehr mit sich und ihrem Leben. Dass Lawrence trotz der Trennung ihr bester – und offenbar einziger – Freund ist und der latent vorhandene Konflikt zwischen ihnen lange Zeit unausgesprochen schwelt, macht ihre Lage nicht besser. Doch dann taucht Dschinn auf, der ihr auf unterschiedliche Weise dabei hilft, über die gescheiterter Beziehung hinwegzukommen und sich zu emanzipieren. Wen wundert’s – der exotische Dschinn ist einfach umwerfend! Anfangs knurrig, ungeduldig und entnervt von seinem erzwungenen Aufenthalt auf der Erde und dem zickigen Menschenmädchen, wandelt er sich mehr und mehr zu einem fürsorglichen, verständnisvollen Beschützer und echten Freund, der immer zur Stelle ist, wenn er gebraucht wird, und einiges für Viola in Kauf nimmt.
Das Buch wird abwechselnd aus der Perspektive von Viola und Dschinn erzählt, jeweils in Ich-Form und im Präsens. Was bei Stiefvaters »Nach dem Sommer« prima geklappt hat, fand ich hier zumindest phasenweise nicht ganz so glücklich, weil sich beide Sichtweisen doch recht ähnlich sind. Dass alle Beteiligten ständig mit dem Wort »Yeah« um sich werfen, ist auch nicht ganz glücklich und hätte vielleicht anders gelöst werden können, ist aber zu verkraften.
Fazit:
11/15 – Obwohl dem Buch das gewisse Etwas fehlt, ist es ein märchenhafter Jugendroman, der Fans von zarten Liebesgeschichten gute Unterhaltung bietet.
2. Schafskrimi

Inhalt:
Es ist soweit: Für die Schafe von Glennkill beginnt ein neues, wollsträubendes Abenteuer. Gemeinsam mit ihrer Schäferin Rebecca haben sie die irische Heimat verlassen und ihre ersehnte Europareise angetreten! In Frankreich beziehen sie Winterquartier im Schatten eines entlegenen Schlosses, und eigentlich könnte es dort recht gemütlich sein – wären da nicht die Ziegen auf der Nachbarweide, die mysteriöse Warnung eines fremden Schafes und das allgemeine Unbehagen vor dem Schnee. Ein Mensch im Wolfspelz! – wispern Ziegen und Menschen. Ein Werwolf! Ein Loup Garou! Oder doch nur ein Hirngespinst? Als dann ein Toter am Waldrand liegt, ist schnell nicht mehr klar, wer gefährlicher ist: der Garou oder seine Jäger. Fest steht, dass die Schafe schnell Licht ins Dunkel bringen müssen, um sich selbst und ihre Schäferin zu schützen. Und schon bald folgen sie mit bewährter Schafslogik einer ersten Spur, die sie durch die Gänge des Schlosses und das Schneegestöber der Wälder führt …
Kommentar:
»Garou« spielt nicht wie Band 1 in Irland, sondern in Frankreich, wo Neu-Schäferin Rebecca mit ihren Schafen ein Winterquartier in der Nähe eines Schlosses bezieht. Dort ist es allerdings nicht so nett wie angenommen, denn ein Mörder geht um. Er tötet Rehe, hat aber auch Schafe und sogar Menschen auf dem Gewissen; die verrückten Ziegen von der Nachbarweide halten ihn für einen Garou. Was auch immer er ist – Unheimliches geht vor sich, und die Schafe müssen etwas unternehmen, um sich und ihre Schäferin vor Unheil zu bewahren.
Es ist wohl kaum erwähnenswert, dass die Aufklärung der Morde vollkommen fantastisch ist; an sowas darf man sich nicht stören, wenn man zu einem Krimi greift, in dem Schafe ermitteln. Davon abgesehen wirkt aber auch der Kriminalfall an sich ziemlich konstruiert und die Erzählung ist phasenweise recht sprunghaft und etwas verwirrend. Die Vielzahl auftretender Personen macht es nicht leichter, der Handung zu folgen, zumal die Menschen alle nicht besonders bemerkenswert beschrieben sind.
Umso besser ist die Charakterisierung der Schafe gelungen, auf die es ja schließlich ankommt. Jedes von ihnen hat je nach Stellenwert in der Geschichte ein paar wenige besondere Eigenschaften, die es unverwechselbar machen. Besondes witzig sind Sir Richfield und Mopple the Whale. Mopple the Whale, das dicke Gedächtnisschaf, das sich immer an alles Wichtige erinnert, macht sich beispielsweise die meiste Zeit darüber Gedanken, wo er etwas Fressbares auftreiben kann; er frisst einfach alles, und zwar jede Menge davon. Mopple ist entsprechend bestechlich, sodass ihn beispielsweise in Aussicht gestelltes Süßkraut auf der anderen Seite eines reißenden Baches zu ungeahnten Taten schreiten lässt. Grandiose Auftritte hat auch der schwerhörige Sir Richfield, ehemals Leitwidder der Herde, der ein bisschen unter Altersdemenz leidet. Er teilt seine Welt lakonisch in Schafe und Nicht-Schafe ein (»Ich bin mir sicher, das ist ein Schaf«) und quatscht unbeirrt auf alles ein, was nicht wegläuft und als Zuhörer fungieren kann – ob Schafe, Ziegen oder Bäume spielt dabei keine Rolle. Aber egal, welches Schaf gerade im Fokus steht – die Welt aus Schafssicht macht einfach jede Menge Spaß!
»Wohin gehen wir denn?«, fragte Cordelia zögerlich.
»Weg«, antwortete Othello.
»Was ist, wenn es schneit?«, fragte Ramses.
»Es wird nicht schneien«, sagte Othello.
»Was ist, wenn wir Cloud nicht finden?«, fragte Lane.
»Wir finden Cloud«, sagte Othello entschlossen.
Die Schafe guckten beeindruckt. Othello hatte an alles gedacht.
(S. 58)
»Garou« ist nicht besonders spannend, aber ein richtiges Gute-Laune-Buch; es ist albern, extrem niedlich und stellenweise zum Schießen komisch. Die Schafslogik und -philosophie sind einfach klasse, was nicht zuletzt mit Leonie Swanns teils trockenem, teils aber auch sehr lebendigem Stil zusammenhängt. Puristen mögen die phasenweise Verwendung zahlreicher Adjektive und sprechender Verben ablehnen, aber zu diesem Buch passt das perfekt.
Sehr unterhaltsam ist außerdem die Lesung von Andrea Sawatzki, die nach Herzenslust meeeet, blökt und meckert und jedem Schaf eine wundervolle Individualität verleiht. Leider sind die Kürzungen nicht ohne, sodass ich die Audioausgabe eher nur ergänzend zum Buch empfehlen würde.
Fazit:
11/15 – Das komische Schafsabenteuer aus Sicht der wolligen Ermittler sorgt für einige heitere Stunden und ist ein würdiger Nachfolger von »Glennkill«.
Hathaway Family, Book 4
Inhalt:
Catherine Marks arbeitet seit zwei Jahren als Gesellschafterin für die zwei jüngsten Hathaway-Mädchen. Sie fühlt sich ausgesprochen wohl in der Familie, nur mit dem älteren Bruder ihrer Schützlinge, Leo Hathaway, liefert sie sich in schönster Regelmäßigkeit heftige Wortgefechte. Als eines Tages eine dieser Kabbeleien in einem wilden Kuss endet, ist das der Auslöser für verwirrende Gefühle, denn die beiden können ab diesem Moment kaum noch die Finger voneinander lassen. Um ihr Geheimnis und die Familie zu schützen, sieht Catherine aufgrund ihrer dunklen Vergangenheit keinen anderen Ausweg, als die Hathaways zu verlassen, und nicht mal Leos Heiratsantrag kann sie aufhalten …
Kommentar:
Schon beim Lesen von »Mine Till Midnight«, Band 1 der Hathaway-Serie, habe ich mich auf Leos Buch gefreut, denn Leo ist ein Held nach meinem Geschmack. Gebrochen durch den Tod seiner Verlobten und gejagt von ihrem Geist, betäubt er seinen Verstand mit Drogen aller Art und versucht zu vergessen. Er befindet sich am Rande des Wahnsinns, ist verzweifelt und hoffnungslos – kurzum: Er ist ein »tortured hero« par excellence, auf dessen Geschichte ich wirklich gespannt war. Lisa Kleypas hat sich jedoch Zeit damit gelassen, seine Story zu schreiben, und während seine Schwestern unter die Haube gebracht wurden, ist Leo ziemlich vernünftig und verantwortungsbewusst geworden. Vom lebensmüden Mann aus Band 1 ist nicht viel übrig geblieben, weshalb man mit Leo zwar einen charmanten, aber keinen besonders bemerkenswerten Protagonisten vorgesetzt bekommt. Ihm fehlen Ecken und Kanten, und trotz aller Sympathie gehört er zu den Helden, die man wohl ziemlich schnell wieder vergessen hat.
Gleiches gilt im Grunde für Catherine Marks, deren Vorgehen nicht immer ganz nachvollziehbar ist. Sie hat einen schwierigen Hintergrund, der erst im Laufe der Handlung aufgedeckt wird, und quält sich mit Schuldgefühlen und Selbstzweifeln, die zwar irgendwie verständlich, aber deshalb nicht weniger anstrengend sind. Dafür zeichnet sie sich aber durch ihren scharfen Verstand, ihren Witz und ihre Schlagfertigkeit sie aus – was in den Wortgefechten mit Leo auch vonnöten ist.
Die Handlung an sich ist eher ein wenig enttäuschend. Nach einem starken Start baut die Geschichte mehr und mehr ab, und ab einem gewissen Punkt ist man es wirklich leid darüber zu lesen, wie die zwei erfolglos versuchen, sich voneinander fernzuhalten und später, wie Leo Catherine von einer Heirat zu überzeugen versucht. Außerdem konnten mich die zahlreichen implizierten Krimielemente überhaupt nicht überzeugen, weil sie mir zu übertrieben waren. Fairerweise muss ich aber auch sagen, dass ich keine Plots mag, in denen die Protagonisten sich offensichtlich lieben, das aber nicht erkennen bzw. sich eine halbe Ewigkeit nicht eingestehen wollen oder aber ihre Liebe verleugnen, weil die Beziehung dem anderen gesellschaftlich schaden könnte. Hier haben wir schrecklicherweise eine Kombination aus beidem, wobei Kleypas das allerschlimmste Szenario nicht auslässt: In dem Moment, wo die Liebenden sich nach langem Hin und Her endlich über ihre Gefühle klar werden, passiert etwas Hochdramatisches, sodass sie fürchten müssen, es sich niemals sagen zu können. Ich hasse das.
Wie bei Kleypas üblich, werden auch hier wieder Ereignisse aus früheren Büchern aufgegriffen und weitergesponnen, und die anderen Familienmitglieder sind ebenfalls häufig präsent. Aufgrund seiner Beziehung zu Catherine spielt Leos illustrer Schwager Harry aus »Tempt me at Twilight« eine etwas größere Rolle und stellt unter Beweis, warum ich ihn so toll fand.
Fazit:
8/15 – Leider nur ein durchschnittliches Buch von Lisa Kleypas, das phasenweise ganz schön vor sich hinpläschert, um dann in einem überdramatischen Showdown zu enden.
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Serieninfo:
01 Mine Till Midnight | Pfand der Leidenschaft – 10/15
02 Seduce me at Sunrise | Glut der Verheißung – 15/15
03 Tempt me at Twilight – 12/15
04 Married by Morning – 8/15
05 Love in the Afternoon
Originaltitel: Defending Angels
Die überirdischen Fälle der Bree Winston, Buch 1

Inhalt:
Die junge Anwältin Bree Winston kommt nach Savannah, um die Anwaltskanzlei ihres verstorbenen Onkels zu übernehmen. Schnell wird ihr klar, dass in der Stadt der Gespenster alles ein wenig anders ist als im Rest der Welt – als nämlich der just verstorbene Ben Skinner bei ihr anruft. Bree glaubt zunächst an einen Scherz oder technischen Defekt, doch Skinners ruhelose Seele sucht außerdem seine ehemalige Geschäftspartnerin heim. Diese beauftragt Bree damit, den Tod des Mannes zu untersuchen, der offenbar trotz gegenteiligen Befunds keines natürlichen Todes gestorben ist …
Kommentar:
»Im Namen der Engel« ist der Einführungsband einer neuen Urban-Fantasy-Serie – und das merkt man dem Buch auch deutlich an. Bree Winston muss sich nämlich erst mal in Savannah installieren und hat zunächst keine Ahnung von ihrer Bestimmung, die sich im Laufe des Buches herauskristallisiert (und die der Amazon-/Klappentext ungerührt verrät – weshalb ich die Inhaltsangabe oben stark modifiziert habe). Die Anwältin glaubt, sie würde einfach nur die Kanzlei ihres Onkels übernehmen; da diese allerdings abgebrannt ist und gerade renoviert wird, mietet Bree ein Übergangsbüro in einem Haus direkt neben dem Friedhof an. Mindestens ebenso skurril wie dieser Standort sind die Leute, mit denen die junge Anwältin in der Folgezeit zu tun hat: ihre Hausvermieterin Lavinia, ihr alter Jura-Professor Cianquino, Privatdetektiv Gabriel Striker und ihre beiden Angestellten Ron und Petru. Außerdem kommt sie auf den Hund, hat furchtbare Visionen und muss einen Kriminalfall lösen, der indirekt von einem Toten in Auftrag gegeben wird.
Das Buch zeigt jede Menge gute Ansätze. Die Rahmenhandlug ist interessant, der Kriminalfall solide, das Südstaatenflair gut eingefangen. Hauptfigur Bree ist engagiert und sympathisch, und auch die teils etwas schrulligen Nebenfiguren sind charmant. Das Problem des Buches ist, dass Bree so lange im Dunklen tappt und keiner ihr sagt, wer bzw. was sie ist; erst ganz zum Schluss wird die Anwältin endlich aufgeklärt. Bis dahin wundert sie sich zwar über vieles, ignoriert die Seltsamkeiten aber so gut es geht und stempelt sie als Marotten ihrer leicht verrückten Bekannten ab; sie fragt nicht weiter, sondern vertröstet sich selbst mit Ausreden. Der fantasybegeisterte Leser weiß (nicht zuletzt aufgrund der Informationen im Klappentext) natürlich die ganze Zeit mehr als sie, weshalb Brees Ignoranz bisweilen etwas anstrengend ist und die Handlung schleppend wirkt. Nachdem am Ende allerdings die Grundvoraussetzungen für den Fortgang der Serie geschaffen sind, darf man auf weitere Bände gespannt sein.
Fazit:
10/15 – Ein ganz unterhaltsames Buch mit einer sympathischen Protagonistin, das allerdings die typischen Schwierigkeiten eines Serieneinstigesbandes aufweist.
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Serieninfo:
01 Defending Angels | Im Namen der Engel – 10/15
02 Angel’s Advocate | Anwältin der Ängel
03 Avenging Angels | Rächerin der Engel (Februar 2011)
04 Angel’s Verdict (Februar 2011)
Originaltitel: Bruno. Chief of Police
1. Teil der Bruno-Courrèges-Serie
Inhalt:
Bruno Courrèges – Polizist, Gourmet, Sporttrainer und begehrtester Junggeselle von Saint-Denis – wird an den Tatort eines Mordes gerufen. Ein algerischer Einwanderer, dessen Kinder in der Ortschaft wohnen, ist tot aufgefunden worden. Das Opfer ist ein Kriegsveteran, Träger des Croix de Guerre, und weil das Verbrechen offenbar rassistische Hintergründe hat, werden auch nationale Polizeibehörden eingeschaltet, die Bruno von den Ermittlungen ausschließen wollen. Doch der nutzt seine Ortskenntnisse und Beziehungen, ermittelt auf eigene Faust und deckt die weit in der Vergangenheit wurzelnden Ursachen des Verbrechens auf.
Kommentar:
Angelesen und nach knapp 100 Seiten schon wieder abgebrochen – den ersten Fall von Bruno Courrèges. Wie schon Peter Mayles »Ein diebisches Vergnügen« (Rezension) war mir dieses Buch viel zu wenig Krimi und viel zu viel Frankreichlobgesang. Möglicherweise bin ich zu unflexibel und wenig kompromissbereit, aber wenn ich einen Krimi lesen will, dann will ich einen guten, spannenden Kriminalfall, keinen Reiseführer und auch kein kulinarisches Namedropping. Und da ich außerdem kein ausgemachter Frankreichfan bin, hab ich erst recht keine Lust auf französischen Lokalpatriotismus und französische Vergangenheitsbewältigung – nennt mich ignorant, aber ich kann mir wahrlich Spannenderes vorstellen als die französische Résistance, den Algerienkrieg und französische EU-Kritik, verkauft von einem Schotten. Überdies kommt mir der Blick des Autors aufs Périgord relativ klischeebehaftet und verklärt vor, aber da ich nie dort war, kann ich es nicht wirklich beurteilen.
Bruno selbst, der in diversen Rezensionen mit Brunetti verglichen wird und angeblich wahnsinnig charismatisch sein soll, ist in meinen Augen ein furchtbar perfekter Gutmensch, der weniger dem von der EU gegängelten französischen Staat dient als seiner Stadt und deren Bürgern. Er ist also ein echter Mann des Volkes, der für alle und jeden Verständnis hat, mit jedem gut Freund ist, ständig alle möglichen Augen zudrückt und den Bewohnern von Saint-Denis zumindest kleinere Vergehen durchgehen lässt – besser ist das, sonst würden ihm möglicherweise über kurz oder lang die Tennis- bzw. Rugbypartner ausgehen. Ich bin alles wirklich andere als obrigkeitshörig, aber die Figur wirkt auf mich wahnsinnig langweilig und unglaubwürdig, und Beschreibungen wie »Er war noch jung, und seine geschmeidigen, energischen Bewegungen zeugten von guter Kondition« oder »die vollen Lippen unter dem sorgfältig gestutzten kleinen Schnauzbart lachten sichtlich gern« (beides S. 7) machen die Sache nicht gerade besser.
Erzählerisch und sprachlich überzeugt mich das Buch auch nicht wirklich; die Krone setzt dem Ganzen der übermäßige Einsatz französischer Begriffe auf, die auch noch kursiv gedruckt werden. Das ist so überflüssig wie nervig und stört einfach nur. Man muss geläufige Bezeichnungen wie »Marseillaise«, »Paté« oder »Rilettes« nicht kursiv setzen, ebenso wenig wie man tausend Mal »chef de police«, »police municipale« und »police nationale« kursivieren muss (mal abgesehen davon, dass ich ohnehin finde, dass man sowas ruhig übersetzen kann). Noch viel weniger muss man krampfhaft französische Vokabeln einstreuen (»Pamela erschien wieder mit einem Krug gekühltem citron-pressé«, S. 64), schon gar nicht, wenn sie man sie auch noch umständlich erklären muss (»Sein Beruf war mit gardien, Hausmeister, angegeben.«, S. 89). Soll das französisches Flair bringen? Klappt nicht – zumindest nicht, was mich angeht.
Fazit:
Überhaupt nicht mein Ding; man muss m.E. schon Frankreichliebhaber sein, um dieses Buch begeisternd zu finden.
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Serieninfo:
01 Bruno, Chief of Police | Bruno. Chef de police
02 The Dark Vineyard | Grand Cru
03 Black Diamond
Leo und Emmi, Teil 2

Inhalt:
Erstens: Sie kennen Emmi Rothner und Leo Leike? Dann haben Sie also »Gut gegen Nordwind« gelesen, jene ungewöhnliche Liebesgeschichte, in der sich zwei Menschen, die einander nie gesehen haben, per E-Mail rettungslos verlieben. Zweitens: Für Sie ist die Geschichte von Emmi und Leo und ihrer unerfüllten Liebe abgeschlossen. Mag sein. Aber nicht für Emmi und Leo! Drittens: Sie sind der Ansicht, dass die Liebenden zumindest eine einzige wirkliche Begegnung verdient hätten und der Roman eine zweite Chance auf ein anderes Ende? Bitte, hier haben Sie’s! Viertens: Sie haben keine Ahnung, wovon hier die Rede ist? Kein Problem. In diesem Buch erfahren Sie alles: von Leos Rückkehr aus Boston, von Emmis Eheproblemen und von der siebenten Welle, die immer für Überraschungen gut ist.
Kommentar:
Obwohl ich finde, dass das Ende von »Gut gegen Nordwind« ein guter Abschluss der Geschichte gewesen wäre, konnte ich natürlich nicht widerstehen, auch das Nachfolgebuch oder besser gesagt: -hörbuch anzuschaffen. Ich rate allen, die »Gut gegen Nordwind« noch nicht gelesen haben, aber lesen wollen, diese Rezension zu meiden, denn sie offenbart Dinge, aus denen Band 1 zum Teil seine Spannung bezieht.
Leo kehrt ein Dreivierteljahr nach seiner überstürzten Flucht zurück nach Hause, wo ihn eine Mail von Emmi empfängt. Obwohl er inzwischen mit einer Frau aus Boston liiert ist, nimmt er den Kontakt zu Emmi wieder auf. Diesmal mailen sich die beiden nicht nur, sondern sie treffen sich sogar – und schlittern erneut in eine obsessive Beziehung, die nicht weniger kompliziert ist als vor dem Treffen. Es ist alles beim alten: Die beiden können nicht mit- und nicht ohneeinander, sie lieben sich und hassen sich (ein bisschen), sie versuchen immer und immer wieder, voneinander loszukommen und schaffen es nicht, sie drehen sich im Kreis, bis einem ganz schwindelig wird, und kommen doch lange Zeit kein Stück voran, weil keiner von ihnen den Mut hat, einen entscheidenden Schritt zu tun.
Leo ist in diesem Buch anders; Emmi auch. Obwohl Emmi immer noch über alle Maßen zynisch, belehrend, ungeduldig, vereinnahmend und anstrengend ist, erscheint sie in diesem Buch nicht nur etwas ausgeglichener, vernünftiger und weniger berechnend, sondern auch verletzlicher. Leo ist nach seiner Rückkehr weniger manipulierbar und lässt sich nicht mehr so viel von Emmi bieten, er ist aber auch deutlich anstrengender mit seinen uneffektiven Analysen, Ausflüchten und Rückzügen. Dass er Emmi – angeblich versehentlich – das Geheimnis ihres Mannes verrät, ist ziemlich daneben und passt nicht wirklich zur Figur; aber immerhin führt diese Offenbarung zu einer neuen Situation, die eine Veränderung der verfahrenen Lage in Gang setzt.
Es drängt sich natürlich die Frage auf, ob es diesen zweiten Teil gebraucht hätte – und ich kann sie nicht abschließend beantworten. Eigentlich fand ich das Ende von »Gut gegen Nordwind« gut und schlüssig, andererseits sagt Emmi in »Alle sieben Wellen« ganz richtig, dass die Sache damals nicht wirklich abgeschlossen war. Ich denke, man kann eine solch intensiv geführte Online-Beziehung wirklich nicht befriedigend und final abschließen kann, ohne sich wenigstens einmal getroffen und ausprobiert zu haben, ob sich die virtuelle Liebe in die Realität übertragen lässt. Letztendlich hätte ich es in Ordnung gefunden, es bei Teil 1 zu belassen, finde es aber ebenso vertretbar, die Geschichte fortzuführen und zu einem »richtigen« Ende zu bringen.
Muss ich wirklich noch mal was über Sawatzki und Berkel sagen? Sie sind erneut grandios. Die Glattauer-Hörbücher sind neben Becks Potter-Lesungen mit das beste, was ich je gehört habe.
Fazit:
11/15 – Obwohl die Geschichte und ihre Figuren zum Teil etwas anstrengend und sperrig sind, ist zumindest die Hörbuchversion unbedingt anhörenswert.
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Serieninfo:
01 Gut gegen Nordwind (Rezension)
02 Alle sieben Wellen (Rezension)
OT: Lucy in the Sky

Inhalt:
Noch bis eben war sich Lucy sicher, glücklich zu sein. Zusammen mit James, einem smarten Anwalt, wohnt sie in einer chicen, kleinen Wohnung in London und hat einen glamourösen Job in einer PR-Agentur. Also keinen Grund, warum die Hochzeit ihrer besten Freundin Molly in Australien und ein zweiwöchiger Urlaub ihr Leben in Frage stellen sollte. Doch kurz bevor das Flugzeug startet, bekommt Lucy die SMS von James‘ Handy. Bevor sie ihr Telefon ausschalten muss, wirft sie schnell noch einen Blick auf die Nachricht. »Hi Lucy! Habe gerade mit James in deinem Bett geschlafen. Dachte, du solltest das wissen. 4mal diesen Monat. Hübsche Bettwäsche! XXX « … und noch 13 Stunden bis zum Zwischenstopp in Singapur…
Kommentar (mit Spoilern):
Oh Mann … ich fürchte, nicht nur Romantic Suspense/Romantic Thrill, sondern auch zeitgenössische Liebesromane sind nichts für mich. Auf die Gefahr hin, dass mich Evi und Elena ab sofort nicht mehr leiden können, muss ich leider sagen, dass mich das von den beiden gepriesene Paige-Toon-Buch nicht wirklich überzeugen konnte.
****SPOILER! SPOILER! SPOLIER!****
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Originaltitel: Scandal in Spring
Wallflowers, Book 4

Inhalt:
Drei Saisons und Daisy Bowman hat noch keinen Ehemann gefunden. Da spricht ihr Vater ein Machtwort: Sie soll seinen Geschäftspartner Matthew Swift heiraten! Daisy ist entsetzt, schien er ihr doch stets langweilig und farblos. Aber sie hat nicht mit Matthews überraschendem Charme gerechnet, als sie ihn seit Langem erstmals wiedersieht. Und mit diesem unerwartet sinnlichen Prickeln, das sie neuerdings in seiner Nähe verspürt. Schon bald muss sie sich eingestehen, dass er sich immer mehr als ihr Traummann entpuppt. Doch kaum lassen seine heißen Küsse ihre Leidenschaft erblühen, behauptet Matthew plötzlich, Daisy niemals heiraten zu können …
Kommentar:
Im letzten Teil der Wallflower-Serie soll das letzte verbliebene Mauerblümchen unter die Haube gebracht werden: Daisy Bowman. Die Romantikerin hat allerdings gar kein echtes Interesse an einer Heirat; ihr reicht es völlig, sich in ein Buch zu vertiefen oder in der Natur zu sein. Ihrem Vater passt das überhaupt nicht – weswegen er sie vor die Wahl stellt: Entweder findet sie bis Ende der Saison einen passenden Ehemann, oder sie muss seinen Geschäftspartner Matthew Swift heiraten. Daisy und ihre hochschwangere Schwester Lillian sind schockiert, denn beide können den unansehnlichen, berechnenden Langweiler nicht ausstehen – eine Hochzeit mit ihm muss unbedingt verhindert werden. Deshalb werden einige potenzielle Heiratskandidaten auf den Landsitz von Lillians Mann Lord Westcliff geladen, doch dann taucht auch Matthew Swift auf – und Daisys Abneigung verflüchtigt sich in Windeseile.
Nicht zuletzt liegt das daran, dass Lisa Kleypas in dieser Geschichte mal ein männliches Entlein auspackt, das zum Schwan geworden ist. Der ehemals dürre Matthew hat nämlich eine ganz beachtlich attraktive Figur entwickelt, seit Mr. Bowman ihn dazu genötigt hat, eine Köchin anzustellen, die ihm vernünftiges Essen kocht. Seine Kleider sitzen jetzt viel besser, und außerdem hat er eine niedliche Locke, die bestens dafür geeigent ist, in der Protagonistin den Wunsch zu wecken, sie ihm aus dem Gesicht zu streichen. Doch nicht nur sein Äußeres überzeugt, sondern auch sein Charakter. Jeder mag und schätzt ihn, denn er ist ehrenhaft, patent, nett, charmant – und wie sich herausstellt sogar romantisch. So sehr Daisy sich auch bemüht, ihre Abneigung gegen ihn zu bewahren: Es gelingt ihr nicht. Mit jedem Zusammensein – ob bei der gemeinsamen Rettung einer Gans oder beim Boulespiel – wächst ihre Achtung vor ihm, und es dauert nicht lange, bis sie Hals über Kopf in ihn verliebt. Doch obwohl Matthew ihre Gefühle erwidert, beteuert er, sie nicht heiraten zu können, weil er ein schreckliches Geheimnis aus der Vergangenheit mit sich herumschleppt. Dieses Geheimnis erweist sich am Ende natürlich als weit weniger schrecklich als dargestellt; Matthews Ängste sind aber einigermaßen plausibel erklärt.
Da Matthew trotz seiner ominösen Vergangenheit leider kein bisschen düster wirkt, sondern ebenso nett und sympathisch ist wie Daisy, entwickelt sich keine echte Spannung. Die Geschichte plätschert ohne wirkliche Höhen und Tiefen vor sich hin, und selbst die eigentlich dramatischen Ereignisse am Ende reißen einen ob ihres durchsichtigen Ausgangs nicht vom Hocker. Es ist eine Geschichte von revidierten Vorurteilen und einer wachsenden Liebe, die zwar ganz unterhaltsam, aber nichts Besonderes ist.
Selbstverständlich haben auch die anderen Mauerblümchen nebst Ehemännern und Kindern wieder ihre Auftritte, wobei insbesondere der wundervolle Westcliff und Daisys Schwester (aus Band 2 der Serie) eine größere Rolle inne haben. Daisy erweist sich mal wieder als äußerst zänkisch und herrisch, als sie erfährt, dass sich ihre kleine Schwester in Matthew verliebt hat und versucht ihr möglichstes, um die Beziehung zu verhindern. Ihr ehrlicher, offener Umgang mit ihrer Aversion und ihre Bereitschaft, sich dennoch mit dem Mann ihrer Schwester zu arrangieren, bewahren sie am Ende davor, allzu unsympathisch zu wirken.
Fazit:
9/15 – Eine nette Geschichte mit sympathischen Figuren, der es allerdings ein wenig an Spannung und Dramatik mangelt.
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Serieninfo:
01 Secrets of a Summer Night | Geheimnisse einer Sommernacht
02 It Happened One Autumn | Herbstfeuer (Cora)/Der Earl und die Erbin (Mira) (Rezension)
03 The Devil in Winter | Es begann in einer Winternacht (Rezension)
04 Scandal in Spring | Frühlingsküsse (Rezension)
05 A Wallflower Christmas
Außerdem gibt es Verbindungen zur Hathaway-Serie und dem Einzeltitel »Again the Magic« (dt. »Und ewig brennt das Feuer«/»Liebe ist süßer als Rache« ).
OT: Mark of the Demon

Inhalt:
Als die Kommissarin Kara Gillian an einer Leiche die Symbole geheimer magischer Rituale entdeckt, ist ihr sofort klar, dass sie es nicht mit einem gewöhnlichen Mord zu tun hat. Die Tat wurde von einem Serienmörder begangen, der die Stadt Beaulac, Louisiana, schon einmal heimgesucht hat. Kara, die in ihrer Freizeit selbst Dämonen beschwört, sind die Symbole nur allzu vertraut. Und mit ihren magischen Fähigkeiten ist sie die Einzige, die den Mörder aufhalten kann. Doch da beschwört sie versehentlich einen Dämon von unvergleichlicher Macht und überirdischer Schönheit, der sie bis in ihre Träume verfolgt …
Kommentar:
»Vom Dämon gezeichnet« ist der Debütroman der amerikanischen Autorin Diana Rowland, die unter anderem als Polizistin, Kriminaltechnikerin und Assistentin in einer Leichenhalle gearbeitet hat. Sie hat daher Ahnung von dem, was sie schreibt – ihr Buch ist nämlich ein Urban-Fantasy-Krimi, in dem ein Serienkiller gejagt wird, der seine Opfer foltert und seltsame Symbole auf ihnen hinterlässt.
Die ermittelnde Kommissarin Kara Gillian ist trotz ihrer beruflichen Unerfahrenheit prädestiniert für diesen Fall, denn sie ist selbst eine Dämonenbeschwörerin und erkennt sofort die arkanischen Spuren auf den Opfern. Ihr ist deshalb relativ schnell klar, dass die Morde mit einer Dämonenbeschwörung in Verbindung stehen, auch wenn es eine Weile dauert, bis ihr die wahren Zusammenhänge klar werden und nicht mehr viel Zeit bleibt, um die Welt vor dem Untergang zu retten. Was die Sache nicht eben einfacher macht: Die Dämonenbeschwörer operieren im Geheimen, ihre Existenz ist nicht öffentlich bekannt; Kara kann deshalb nicht publik machen, was tatsächlich hinter den Morden steckt. Dennoch steht ihr ein Kollege zur Seite: Ryan Kristoff vom FBI, der selbst arkanische Fähigkeiten besitzt, aber nicht so leicht zu durchschauen ist und von dem nicht so ganz klar ist, ob er wirklich Freund, oder doch Feind ist.
Die dämonische Welt und das Denken und Handeln der Dämonen sind gut und verständlich dargestellt, doch natürlich bleibt es trotzdem schwierig, die üblichen menschlichen moralischen Maßstäbe nicht auch auf die Dämonen anzuwenden. Besonders trifft das auf den von Kara versehentlich beschworenen, überaus mächtigen Rhyzkahl zu, der irgendetwas mit den Morden zu tun zu haben scheint und ganz eigene Ziele verfolgt. Ebenfalls gut gelungen ist der Krimifall an sich: Obwohl er phasenweise mit einigem ziemlich planlosen Gerätsel seitens der Ermittler einhergeht, einige kleine Ungereimtheiten aufweist und mal wieder in einem unnötig dramatischen, klischeehaften Showdown mündet, ist er trotz seines fantastischen Aspekts solide, in sich schlüssig und unterhaltsam.
An einigen Stellen merkt man dem Buch aber doch das Debüt an. Manchmal sind Gedankengänge, Erkenntnisse und Schlussfolgerungen ziemlich rätselhaft; dafür verpasst man es an anderen Stellen, offensichtliche Schlüsse zu ziehen bzw. zu formulieren. Auffällig sind auch im Laufe des Buchs mehrfach erwähnte Sachverhalte und die Wiederholung von unmittelbar zuvor Gesagtem: In einem Fall hält Kara z.B. an, weil sie jemanden erkennt und mit ihm sprechen will. Sie parkt ihr Auto, steigt aus, begrüßt ihn den Bekannten und eröffnet dem Leser dann: »Ich lächelte ihn entspannt an. Ich kannte diesen Mann, deswegen hatte ich beschlossen, anzuhalten und mit ihm zu reden« (S. 255). Nicht zu übersehen ist darüber hinaus, dass Diana Rowland offenbar extrem figurfixiert ist; jede Person wird – mindestens beim ersten Auftritt – diesbezüglich beschrieben, wobei meist der Bauchumfang im Zentrum des Interesses steht: A hat einen Bauch, B hat keinen Bauch, Cs Bauch hängt über den Hosenbund, D hat einen beneidenswerten Sixpack, E hat ein Speckröllchen, F hat den Kampf gegen die Speckröllchen aufgegeben, G ist fett, H kämpft gegen den Bauch usw. An solchen Stellen wünsche ich mir Lektoren, die neutralisierend eingreifen.
Ein wenig zu mäkeln hab ich diesmal außerdem an der deutschen Ausgabe. Zum einen bezüglich der Verwendung des F-Worts, das mit »ficken« an den meisten Stellen viel zu ordinär und unpassend übersetzt ist; »to fuck« ist nicht (zwingend) mit »ficken« zu übersetzen! Außerdem erschließt sich mir nicht der Sinn darin, die direkten Gedanken der Ich-Erzählerin Kara durchgehend kursiv zu drucken. Das ist nicht nötig und hemmt den Lesefluss eher, als das Verständnis zu fördern.
Fazit:
10/15 – Trotz einiger Schwächen ein unterhaltsamer fantastischer Kriminalroman, der ein ganz vielversprechender Auftakt für eine neue Serie ist.
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Serieninfo:
01 Mark of the Demon | Vom Dämon gezeichnet
02 Blood of the Demon | Vom Dämon versucht (Februar 2011)
03 Secrets of the Demon (Januar 2011)
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