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2017 Reading Challenge

Irina has read 1 book toward her goal of 40 books.
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[Rezension] Lisa Kleypas: Devil in Winter

Deutscher Titel: Es begann in einer Winternacht
Wallflower-Quartett, Teil 3

Inhalt:
Sebastian, Lord St. Vincent, hat den Ruf eines Frauenhelden – und doch ist er der Einzige, der die scheue Erbin Evangeline vor ihren geldgierigen Verwandten retten kann. Mutig macht sie dem in einer finanziellen Krise steckenden Viscount einen Heiratsantrag. Allerdings unter einer Bedingung: keine erotischen Annäherungen nach der Hochzeitsnacht! Denn niemals will Evangeline zu den Damen gehören, denen der charmante Lord das Herz gebrochen hat. Aber schon auf der winterlichen Reise zur Trauung in Gretna Green sprühen die Funken der Leidenschaft. Als sie einander in der eiskalten Kutsche wärmen, erwacht heißes Begehren …

Kommentar:
Die Leseprobe zu diesem Buch in »It Happened One Autumn« (dt.: Herbstfeuer/Der Earl und die Erbin) war ein extrem wirksamer Teaser – weshalb der Griff zu Band 3 der Wallflower-Serie eine Frage der Zeit war. Das Buch knüpft praktisch unmittelbar an die Ereignisse der Vorgängerbandes an, insofern macht es Sinn, die Bücher nach Möglichkeit in der richtigen Reihenfolge zu lesen; natürlich funktioniert das Buch aber auch für sich genommen, es macht nur nicht ganz so viel Spaß.

Das Buch startet ohne jedes Vorgeplänkel mit Evangeline Heiratsantrag an Viscount St. Vincent, der zwar einigermaßen überrumpelt ist, aber aufgrund seiner finanziellen Lage kaum eine Wahl hat als das Angebot der reichen Erbin anzunehmen. Da Evangelines habgierige Verwandte ihr auf den Fersen sind und die Zeit drängt, besteigen Evie und Sebastian kaum eine Stunde später eine Kutsche nach Gretna Green, um dort ihre Zweckehe zu schließen. Doch schon unterwegs kommen sich die beiden näher, und der Viscount entwickelt eine Fürsorge, die ein Evie ein ungekanntes Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit hervorruft.

Frisch verheiratet zurück in London, quartieren sich Evie und Sebastian im Spielclub von Evies Vater Ivo Jenner ein (an den sich Kleypas-Leser evtl. aus dem Buch »Roulette des Herzens«/»Dreaming of You« erinnern). Während Evie sich aufopferungsvoll um ihren sterbenden Vater kümmert, übernimmt Sebastian direkt das Kommando über den Club, um diesen wieder auf Vordermann zu bringen. Darüber hinaus steht er aber auch Evie in ihrer Trauer bei und unterstützt bzw. beschützt sie, wo er nur kann. Die Umstände schweißen die beiden mehr und mehr zusammen, bis sie sich schließlich trotz aller Ängste zueinander bekennen. Man hat es also mit einem typischen »Vernunfts- wird Liebesehe«-Plot zu tun, der solide umgesetzt ist, sich an einigen Stellen aber doch ein wenig zieht. Für meinen Geschmack gab es zudem zu viele lebensbedrohliche Situationen – zumal ich die Rachegelüste des ehemaligen Angestellten Bullard nicht überzeugend fand. Sehr interessant hingegen war der Blick auf die medizinischen Ansichten und Behandlungsmethoden der damaligen Zeit.

Einmal mehr überzeugend sind die Figuren. Die reiche Evangeline, die von ihren geldgierigen Verwandten misshandelt wird und dazu gezwungen werden soll, ihren Cousin zu heiraten, handelt aus purer Verzweiflung als sie Sebastian die Hochzeit vorschlägt, obwohl sie ihn auf den Tod nicht ausstehen kann. Zunächst hält man sie für eine schwache Person, doch schon bald erweist sie sich als überraschend willensstark, stur, entschlossen und absolut dazu in der Lage, Sebastians Eskapaden mit der nötigen Ruhe zu begegnen. Sie denkt nicht daran, sich weiterhin herumschubsen zu lassen und bietet Sebastian Paroli, wo sie nur kann; gleichzeitig ist sie aber eine sehr liebevolle, fürsorgliche Figur. Sebastian hingegen, der bereits in »Herbstfeuer« eine tragende Rolle gespielt und versucht hat, die Verlobte seines besten Freundes zu entführen, ist eigentlich der ultimative Bösewicht. Er ist egozentrisch, rücksichtslos, durch und durch unmoralisch und sehr stolz darauf. Sein ausschweifendes Leben aufzugeben, kommt für ihn nicht in Frage – aber Evie verlangt das ja auch gar nicht von ihm, weshalb die finanziell einträgliche Ehe nur Vorteile für ihn bringt. Womit St. Vincent allerdings nicht rechnet: Dass Evie ungekannte Gefühle in ihm weckt und ihn verändert. Bereits auf der Reise nach Gretna Green beginnt seine Wandlung, die sich in kleinen fürsorglichen Gesten spiegelt und später zu Eifersuchtsanfällen führt. Sein ausgeprägter Beschützerinstinkt und das starke Besitzdenken lassen ihn bisweilen ziemlich herrisch wirken, trüben aber seinen Charakter nicht, zumal Evies Wohl für ihn immer im Vordergrund steht und seine Angst glaubwürdig wirkt.

Die Auftritte der anderen Mauerblümchen sind in diesem Buch leider relativ gering gehalten, der grandiose Lord Westcliff spielt aber eine größere Rolle und ist gewohnt hinreißend. Überdies wird in diesem Buch Cam Rohan eingeführt, der Halbblut-Roma und künftige Protagonist dem Buch »Mine Till Midnight«. Er ist das Faktotum in Jenners Spielclub und Auslöser für die eine oder andere Eifersuchtsszene; außerdem küsst er Mauerblümchen Nummer 4, Daisy Bowman. Mich würde brennen interessieren, ob es Kleypas‘ ursprünglicher Plan war, Daisy und Cam im letzten Band der Serie zusammenzubringen, bevor sie sich entschlossen hat, mit dem Roma die neue Hathaway-Serie zu starten. So oder so: Es ist wirklich grandios, wie elegant Kleypas ihre Bücher miteinander verknüpft!

Fazit:
12/15 – Erneut ein richtig guter Roman aus der Feder von Lisa Kleypas, von dem ich mir allerdings aufgrund des überragenden Anfangs noch mehr versprochen hatte; zwischenzeitlich wirkte die Geschichte etwas überladen und zäh.

___

Serieninfo:
01 Secrets of a Summer Night | Geheimnisse einer Sommernacht
02 It Happened One Autumn | Herbstfeuer (Cora)/Der Earl und die Erbin (Mira) (Rezension)
03 The Devil in Winter | Es begann in einer Winternacht (Rezension)
04 Scandal in Spring | Frühlingsküsse
05 A Wallflower Christmas

Außerdem gibt es Verbindungen zur Hathaway-Serie und dem Einzeltitel »Again the Magic« (dt. »Und ewig brennt das Feuer«).

7 Kommentare zu [Rezension] Lisa Kleypas: Devil in Winter

  • Hmhm, das macht mir schon Lust auf den Titel. Ich mag ja gut geschriebene Geschichten rund um „Vernunftehen“. Allerdings fand ich auch schon in „Roulette des Herzens“, dass die Autorin einen Hang dazu hat, übermäßig viele Gewaltszenen einzubauen – dabei hatte das Buch gar nicht sooo viele. ;)

  • Ach, verdammt, jetzt überlege ich, ob ich nicht doch die Vorgänger-Bände lese, bevor ich mich an Devil in Winter wage… Und du bist schuld!

  • Winterkatze: Es ist auch ein guter Titel, trotz kleinerer Abstriche! Davon abgesehen solltest du dich wirklich eingehender mit Mary Balogh befassen, wenn du Geschichten um Vernunftehen magst. ;)

    Lisa: Das Sommer-Buch (Band 1) würde ich dir nicht unbedingt empfehlen; das Herbst-Buch (2) hingegen schon – nicht umsonst ist es mein Juni-Buch-des-Monats. Die Schuld nehm ich also gerne auf mich! :)

  • Ok, dann bist du schuld, wenn ich mir It Happened one Autumn zulege xD

  • Ob du’s glaubst oder nicht, Irina, ich stand vorgestern im Laden vor genau diesem Buch und überlegte, ob ich es mir kaufe! Dann habe ich mich allerdings doch für das Buch mit dem interessanten Klappentext entschieden. Ist ja nicht so, daß ich Kleypas gar nicht mag, nur habe ich eins oder zwei ihrer Bücher gelesen,in denen ich die Heldin furchtbar dämlich fand (z. B. die, die sich von einem Schauspieler entehren lassen wollte, um einer unerwünschten Ehe zu entgehen). Nach deiner Rezi habe ich jedenfalls Lust, es noch mal mit dieser Autorin zu versuchen ;-)

  • „Davon abgesehen solltest du dich wirklich eingehender mit Mary Balogh befassen, wenn du Geschichten um Vernunftehen magst. ;)“

    Ich hatte dir ja schon gesagt, dass ich das eine Buch von ihr sehr mochte. :) Aber die schrecklichen deutschen Cover – und die Tatsache, dass mein SuB in diesem Monat so explosionsartig angewachsen ist – schrecken mich noch ab. ;)

  • […] Gabriel um den Sohn von Evie und Sebastian handelt, den Hauptfiguren aus »Devil in Winter«, Band 3 der Wallflower-Serie (gerade als Cora-Version auf Deutsch wiederveröffentlicht, auch als Kindle-Ausgabe). Die beiden […]

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