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[Rezension] Jill Mansell: Sommerkussverkauf

Originaltitel: Falling For You

Klappentext:
Nachts und ohne Kontaktlinsen begegnet Maddy Harvey dem Mann ihrer Träume. Doch bei Tageslicht erkennt sie erschrocken, wer er wirklich ist: Kerr McKinnon. Das darf ihre Mutter nie erfahren! Denn die Harveys und die McKinnons sind offiziell verfeindet. Doch Maddy und Kerr können die Finger nicht voneinander lassen. So ein Geheimnis bleibt nicht lang verborgen. Und dann taucht auch noch Maddys Erzfeindin aus Kindertagen auf …

Kommentar:
Jill Mansells Bücher sind mir schon mehrfach aufgrund der hübschen Cover aufgefallen, und als meine Freundin mir die Autorin auch noch empfohlen hat, war klar, dass ich sie ausprobieren muss. Ergebnis: Unsere Geschmäcker unterscheiden sich bisweilen wirklich immens! Ob »Sommerkussverkauf« nun eines der schlechteren Bücher der Autorin ist, muss ich noch klären! ;)

Der obige Klappentext erzählt mal wieder nur die halbe Wahrheit: Zwar geht es auch irgendwie um Maddy und Kerr, die sich finden, augenblicklich lieben, kurzfristig eine heimliche Beziehung führen und sich dann wieder trennen, aber in gleichem Maße dreht sich das Buch ums Liebesleben der buckligen Verwandt- und Bekanntschaft von Maddy, namentlich:

• Kate: ein (Ex-)It-Girl, ehemals beste Freundin von Maddy und inzwischen ihre Erzfeindin, die die letzten Jahre in New York verbracht hat und infolge eines Unfalls mit Narben im Gesicht nach Hause zurückkehrt, aber nichts von ihrer Arroganz eingebüßt hat.

• Nuala: Maddys Freundin und eine naive Quatschkuh, die in einer Bar arbeitet, mit dem Barbesitzer Dexter zusammenlebt und von diesem wie der letzte Dreck behandelt wird.

• Estelle: Kates Mutter und Arbeitgeberin von Maddys Stiefmutter, die eine überaus unglückliche Ehe führt und jegliches Selbstverwertgefühl verloren hat.

• Jack: Maddys Bruder, Individualsargbauer, alleinerziehender Vater eines Mädchens und ein echter Herzensbrecher, der mit sehr illustren psychologischen »Heilungsmethoden« für unglückliche Frauen arbeitet. (Stichwort: Sex!)

• Marcella: Maddys und Jacks Stiefmutter, die aber von ihren Stiefkindern geliebt wird wie eine echte Mutter und sich gluckiger und herrischer aufführt als jede Mutter das tun würde. Als sie mit über vierzig endlich ein eigenes Kind erwartet, muss sie geschont werden – weshalb Maddy ihr nicht von Kerr erzählen kann und ihn lieber verlässt.

Als wäre das nicht ohnehin schon bei Weitem zu viel, spielen darüber hinaus natürlich die (potenziellen) (Ex-)Partner der o.g. Figuren eine Rolle und erhalten z.T. auch noch ihre eigene Erzählperspektive: Barmann Dexter, Estelles Ehemann und Kates Vater Oliver, Dokumentarfilmer Will, Kates Freundin Juliet sowie Kerrs Bruder Den. Zudem dreht sich die Geschichte noch um einen Unfall aus der Vergangenheit, der aufgearbeitet werden muss, um ein uneheliches Kind und um eine verfettete Bulldogge.

Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass wahnsinnig viel, aber nichts richtig erzählt wird. Emotionen und echte Entwicklungen bleiben vollkommen auf der Strecke, stattdessen gibt es hier eine Episode und dort eine und die Paare werden einmal lustig durcheinandergewürfelt. Nach einigen mehr oder weniger dramatischen Verwicklungen hat am Ende jeder Topf einen neuen Deckel gefunden oder einen alten Deckel wiederentdeckt und alle sind glücklich. Und das, obwohl sich Marcella so absolut unmöglich und anmaßend verhält, dass mir die Worte fehlen.

Das Positivste an diesem Buch ist neben dem hübschen Cover, dass ich meinen Wortschatz um so wunderbare Wörter wie »unbußfertig« (»Dexter lächelte unbußfertig«, S. 151) und »unbezopft« (»Maddy … streichelte Sophies unbezopftes Haar«, S. 249) bereichern konnte.

Fazit:
5/15 – Weniger wäre hier mehr gewesen: Wenn so viele Liebesgeschichten aus so vielen Perspektiven auf einmal erzählt werden, bleibt die Romantik zwangsläufig auf der Strecke!

 

 
 
[gelesen im September 2011]

[Rezension] Elizabeth Hoyt: Scandalous Desires

Maiden Lane, #3

Klappentext:
River pirate »Charming« Mickey O’Connor has lifted himself from the depths of the slums to be the king of St. Giles. Anything he wants he gets – with one exeption. Silence Hollingbrook has been haunting his dreams ever since she spent a single night in his bed.

Once Silence was willing to sacrifice anything to save the man she loved. Now a widow, she’s finally found peace when Charming Mickey comes storming back into her life with an offer she can’t refuse. But this time she won’t be the only one paying the price for his sins.

When his past comes back to torment him, Mickey must keep Silence safe from a merciless enemy, while wrestling with the delicious hold this widow has on his heart. And in the face of mounting danger, both will have to surrender to something even more terrifying … true love.

Kommentar:
Nachdem ich von Band 1 und Band 2 der Maiden-Lane-Serie ziemlich angetan war, hatte ich mich schon sehr auf den Nachfolger gefreut – zumal ein Flusspirat als Held im Allgemeinen und Mickey im Speziellen ja mal ein wenig Abwechslung versprach.

Mickey kennen Leser der Serie bereits aus Band 1 der Serie, wo er einem denkwürdigen Auftritt hatte, als Silence ihn um Hilfe gebeten hat und er sie mit ihrer Ehe bezahlen ließ. Nicht viel später hat er ihr – mehr oder weniger anonym – seine kleine Tochter anvertraut, die er ihr zu Beginn von Band 3 allerdings wieder abnimmt, weil er fürchtet, seine Feinde könnten dem Kind etwas antun. Die inzwischen verwitwete Silence, die in der Mutterrolle völlig aufgegangen ist, zieht daraufhin in Mickeys Palast ein, um sich um die kleine Mary Darling zu kümmern. Natürlich fühlen sich der böse Flusspirat und die aufopferungsvolle Altruistin trotz aller Gegensätzlichkeiten und der Ereignisse in der Vergangenheit unbändig zueinander hingezogen, der Weg zu einer echten Beziehung ist aber extrem steinig …

Eigentlich hätte mir schon beim Ansehen des Buchtrailer Böses schwanen sollen, da war ich aber offenbar noch der Meinung, das wäre mal eine nette Abwechslung. Dummerweise ist das Buch genauso wie der Trailer: albern. Mickey ist ein echter Karnevalspirat, der sich wie ein König hofieren lässt und mich die ganze Zeit verdächtig an Jack Sparrow erinnert hat. Er ist ganz fürchterlich dekadent, schrecklich böse und vollkommen skrupellos – das kommt aber alles nur von seiner schweren Kindheit, wie Silence in Erfahrung bringt. Klar, dass er mit der Geschichte von seinem fiesen Vater das Herz der Witwe im Handumdrehen erweicht und sie ihm heillos verfällt, nachdem sie diese menschliche Seite an ihm entdeckt hat.

Als sie dann auch noch herausfindet, dass er eigentlich gar nicht Mickey heißt, sondern Michael – wie der Erzengel –, ist es endgültig um sie geschehen, denn nomen ist nunmal omen, also muss der Flusspirat auch was Erzengeliges an sich haben. Mickeys Versuche, seine süße Samariterin vom Gegenteil zu überzeugen, prallen wirkungslos an ihr ab, weshalb sie ihn ab Mitte des Buches auch konsequent Michael nennt. Das reicht allerdings zunächst nicht, um ihn von seinem satanischen Lebenswandel abzubringen: Mickey weigert sich strikt, Silences Forderung nach der Aufgabe seines Piratendaseins nachzukommen und mit Frau und Kind ein ruhiges Leben auf dem Land zu führen. Nicht mal die Aussicht auf den besten Sex der Welt kann ihn locken.

Apropos Sex. Hoyt hat ja ein Faible für relativ knackige Sexszenen entwickelt. Da sie sich diesmal recht lange bezähmen muss, bis es endlich soweit ist, hat sie offenbar das Gefühl, alles bis dahin Verpasste in möglichst kurzer Zeit nachholen zu müssen. So kommt der Leser in den Genuss von etwa 50 Seiten Sex am Stück, nur unterbrochen von kurzem Geplänkel zwischendurch. Für einen historischen Liebesroman sind die Szenen übrigens wirklich ziemlich heiß.

Ansonsten gibts zahlreiche raubeinige, aber sympathische Piraten in Nebenrollen, einen sehr netten Hund, viel nervigen East-End-Dialekt und eine Art Spannungsplot, der – wie in solchen Büchern üblich – eher nicht so besonders spannend ist. Außerdem wird auf wenig elegante Weise das nächste Buch vorbereitet, indem eine Mini-Nebenhandlung um Silences‘ Bruder Winter und Lady Isabel Beckinhall installiert wird.

Fazit:
7/15 – Vielleicht mit einem Hauch Autorenbonus gerade noch so in Ordnung, aber an vielen Stellen ziemlich lächerlich und vor allem in der ersten Hälfte ganz schön langweilig. Ich werte das Buch mal als Ausrutscher und bin beim nächsten Band trotzdem wieder dabei.

 

 

Serieninfo:
01 Wicked Intentions (Rezension)
02 Notorious Pleasures (Rezension)
03 Scandalous Desires
04 Thief of Shadows (Juni 2012)
05 Lord of Darkness (Dezember 2012)
06 Duke of Midnight (2013)

 
Trivia:
Bei YouTube gibts ein Making of zum Cover des Buchs.

[Rezension] Carly Phillips: Mach mich nicht an!

Originaltitel: Hot Stuff
Hot Zone, #1

Klappentext:
Brandon Vaughn ist ein Bild von einem Mann: groß und gut gebaut, breite Schultern, blaue Augen und rabenschwarzes Haar Schon bei der ersten Begegnung mit ihm weiß die selbstbewusste PR-Beraterin Annabelle: Dieser Mann könnte ihr zum Verhängnis werden. Und ausgerechnet er wird wenig später Annabelles neuer Klient. Die Zusammenarbeit mit Brandon gestaltet sich, wie erwartet, schwierig – und nicht nur, weil beide es gewöhnt sind, ihren Dickkopf durchzusetzen.

Kommentar:
Sagenhafte neun Bücher von Carly Phillips habe im Laufe der Zeit auf dem Flohmarkt eingepackt – gelesen hab ich bis dato kein einziges davon. Damit ist die Autorin prädestiniert als Kandidatin für den angekündigten Autoren-Check, zumal ich gerade Lust auf eine Sport-Liebesgeschichte hatte.

»Mach mich nicht an!« ist der erste Band der vierteiligen Hot-Zone-Serie um eine PR-Agentur für Sportler. Dort arbeitet – zusammen mit ihren beiden Schwestern und unter der Geschäftsführung ihres Onkels – Annabelle, ihres Zeichens glühende Anhängerin von muskelbepackten, verschwitzen Sportlern. Nach diversen schlechten Erfahrungen mit derlei Exemplaren hat sie ihrer Leidenschaft eigentlich abgeschworen, dann wird allerdings Brandon Vaughn, ein ehemaliger Profi-Footballer, ihr neuer Klient. Sie fühlt sich vom ersten Moment an sexuell unwiderstehlich zu ihm hingezogen, und da sie nunmal ein Ausbund an Professionalität ist, löst sie das Problem, indem sie schleunigst mit ihm ins Bett steigt – andernfalls steht nämlich zu befürchten, dass die Lust der Zusammenarbeit im Weg steht.

Zu dieser sensationellen Logik passt, dass man außerdem beschließt, das Verhältnis auf rein sexueller Ebene zu belassen und niemals auf die Beziehungseben zu verlagern. Überraschenderweise klappt das natürlich nach gegenseitigen Einblicken in den wahren Charakter des Gegenübers nicht – und so entwickelt sich eine Handlung, die mehr als vorhersehbar ist und daher nicht gerade mit irgendeiner Form von Spannung aufwarten kann. Gleiches gilt für den eingebauten Krimiplot um die Sabotageakte an Brandons geplantem Gästehaus – der Täter ist so offensichtlich, dass es nicht wirklich für Annabelles und Brandons Auffassungsgabe spricht, dass sie so lange brauchen, um ihn zu überführen.

Zugegebenermaßen sind die aber auch mit anderen Dingen beschäftigt, mit Sex bei jeder sich bietenden Gelegenheit nämlich – an erotischen Szenen mangelt es dem Buch wahrlich nicht. Sie sind alles in allem okay geschrieben, allerdings findet sich einmal mehr ein Bild, das ich wirklich nie nie nie wieder lesen will: »Sie melkte ihn mit ihrem Fleisch«. Liebe Autoren, Übersetzer und Lektoren: Das ist soooo abtörnend! Fällt euch wirklich nichts Besseres ein?!

Fazit:
8/15 – Für dieses Buch mitsamt seiner Helden gibt es nur ein Wort, das dafür aber hundertprozentig zutrifft: Durchschnitt.

 

 

Serieninfo:
01 Hot Stuff | Mach mich nicht an!
02 Hot Number | Her mit den Jungs!
03 Hot Item | Komm schon!
04 Hot Property | Geht’s noch?

 
Autoren-Check: bestanden oder durchgefallen?
Für den Autoren-Check hat mir das jetzt herzlich wenig gebracht. Das Buch war nicht sooo schlecht, dass ich jede Hoffnung verloren hätte und die anderen bereits vorhandenen Romane sofort aussortieren wollte. Ich werde wohl einen zweiten Versuch wagen.

[Rezension] Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London

Originaltitel: Rivers of London aka Midnight Riot
Peter Grant, #1

Klappentext:
Peter Grant ist Police Constable in London mit einer ausgeprägten Begabung fürs Magische. Was seinen Vorgesetzten nicht entgeht. Auftritt Thomas Nightingale, Polizeiinspektor und außerdem der letzte Zauberer Englands. Er wird Peter in den Grundlagen der Magie ausbilden. Ein Mord in Covent Garden führt den frischgebackenen Zauberlehrling Peter auf die Spur eines Schauspielers, der vor 200 Jahren an dieser Stelle den Tod fand.

»Mein Name ist Peter Grant. Ich bin seit Neuestem Police Constable und Zauberlehrling, der erste seit fünfzig Jahren. Mein Leben ist dadurch um einiges komplizierter geworden. Jetzt muss ich mich mit einem Nest von Vampiren in Purley herumschlagen, einen Waffenstillstand zwischen Themsegott und Themsegöttin herbeiführen, Leichen in Covent Garden ausgraben. Ziemlich anstrengend, kann ich Ihnen sagen – und der Papierkram!«

Kommentar:
Ich bin auf das Buch beim Durchforsten der dtv-Verlagsvorschau wegen seines hübschen Covers aufmerksam geworden, und als Susi nicht viel später das englische Original so positiv besprochen hat, hab ichs auf meine Wunschliste gesetzt. Diverse Rezensionen und Lobeshymnen auf die deutschen Ausgabe haben schließlich dazu geführt, dass ich das Buch bei Tauschticket ertauscht habe – was sich auch gelohnt hat.

Vor allem zu Beginn der Geschichte liefert Ben Aaronovitch ein wahres Feuerwerk an Humor und Skurrilität, das mich mehrfach zum lauten Lachen gebracht hat. Im Laufe des Buches geht dem Autor dann ein wenig die Luft aus und die trockenen Kommentare des Protagonisten nehmen ab, der Unterhaltungswert in Sachen Witz ist dennoch zu jeder Zeit deutlich höher als bei vielen vielen anderen angeblichen amüsanten Romanen.

Die Handlung an sich fand ich eher durchwachsen. Nicht nur akzeptiert Peter mit wenig glaubwürdiger Selbstverständlichkeit die Existenz von Magie und seiner eigenen magischen Kräfte, sondern auch die Ausbildung des Neu-Zauberlehrlings verläuft eher unspektakulär. Der Kriminalplot ist – trotz aller guter Ideen – für meinen Geschmack nur bedingt spannend und in sich nicht hundertprozentig logisch; irgendwie fehlte der rote Faden – an manchen Stellen verliert sich die Erzählung zu sehr in unwichtigen Details und macht die Story ein wenig langatmig. Überdies wurden die fantastischen Möglichkeiten eine Spur zu sehr gedehnt, um mich wirklich zufriedenzustellen.

Ein Glück, dass neben dem vielgepriesenen Humor eine Reihe wunderbarer und sehr lebendiger Nebenfiguren den zynischen afrikanischstämmigen Zauber-Polizisten Peter Grant unterstützen und das Buch retten – von Zaubermeister Nightingale und diversen anderen Polizisten über Hund Toby bis hin zu den Flussgöttern, Vampiren und Geistern. Auch atmosphärisch ist der Roman richtig toll: Man kann sich London mit all seinen menschlichen und übernatürlichen Bewohnern, den dunklen Gassen und geschichtsträchtigen Gebäuden und Orten lebhaft vorstellen – keine Stadt scheint besser geeigent als Handlungort!

Fazit:
10/15 – Ein Buch, das weniger mit seiner Handlung als mit seinem grandiosen Humor und seinen skurrilen Szenen punktet. Ich bin gespannt auf Band 2.

 

 

Anmerkung:
In Ermangelung der englischen Ausgabe kann ich natürlich keinen direkten Vergleich machen, die Übersetzung scheint mir aber ausnehmend gut zu sein und den Humor ziemlich gut eingefangen zu haben. Schade, dass sich für Band 2 lt. Amazon-Anagaben ein anderer Übersetzer verantwortlich zeichnet – hoffentlich macht Christine Blum ihre Sache ebenso gut wie Karlheinz Dürr.

 

Serieninfo:
01 The Rivers of London aka Midnight Riot | Die Flüsse von London
02 Moon Over Soho | Schwarzer Mond über Soho (Juli 2012)
03 Whispers Under Ground (Februar 2012)

[Rezension] Jill Shalvis: Simply Irresistible

Lucky Harbor, #1

Klappentext:
In one fell swoop, Maddie loses her boyfriend (her decision) and her job (so not her decision). But rather than drowning her sorrows in bags of potato chips, Maddie leaves L.A. to claim the inheritance left by her free-spirited mother-a ramshackle inn nestled in the little coastal town of Lucky Harbor, Washington.

Starting over won’t be easy. Yet Maddie sees the potential for a new home and a new career-if only she can convince her two half-sisters to join her in the adventure. But convincing Tara and Chloe will be difficult because the inn needs a big makeover too.

The contractor Maddie hires is a tall, dark-haired hottie whose eyes-and mouth-are making it hard for her to remember that she’s sworn off men. Even harder will be Maddie’s struggles to overcome the past, though she’s about to discover that there’s no better place to call home than Lucky Harbor.

Kommentar:
Auf Jill Shalvis bin ich eigentlich wegen der Animal-Serie aufmerksam geworden. Im Zuge meiner (vergeblichen) Suche nach Teil 1 bei Buchticket bin ich auf den Einführungsband der Lucky-Harbor-Serie gestoßen und hab stattdessen den ergattert.

Maddie und ihre beiden Halbschwestern Tara und Chloe haben von ihrer Mutter einen Gasthof in der Kleinstadt Lucky Harbor geerbt. Für Maddie, die gerade ihren Job verloren und in Kalifornien auch sonst keine Verpflichtungen mehr hat, ist das die perfekte Chance, ein neues Leben zu beginnen. Sie möchte das heruntergekommene Inn renovieren und zum Laufen bringen – notfalls auch ohne ihre Schwestern, die für einen sofortigen Verkauf sind und möglichst schnell wieder das Weite suchen wollen. Doch nicht nur das Vermächtnis ihrer Mutter ist ein guter Grund für Maddie, in der Stadt zu bleiben, sondern auch der attraktive Bauunternehmer Jax Cullen, der sie – obwohl sie den Männern abgeschworen hat – vom ersten Moment an unglaublich fasziniert. Und Jax geht es nicht anders, allerdings hat er ein paar Geheimnisse, deren Enthüllung Maddie davonjagen könnte …

Die Geschichte startet vielversprechend mit Maggies Fahrt nach Lucky Harbor und ihrem ersten Zusammentreffen mit Jax, den sie erst mal umfährt. In der Folge kommen sich die beiden schnell näher, für meinen Geschmack läuft die Sache zunächst allerdings eine Spur zu glatt; das sorgt natürlich nicht gerade für Spannung. Hinzu kommt, dass die Familienangelegenheiten viel Raum einnehmen (was offenbar bei zeitgenössischen Liebesromanen fast schon obligatorisch ist), sodass sich der Mittelteil ein wenig zieht. Im letzten Drittel legt das Buch aber nochmal richtig zu und liefert eine wunderbare Lovestory, die man gar nicht mehr weglegen will.

Das liegt im Wesentlichen an Jax, der soo soooo soo anbetungswürdig ist! Er durchschaut ziemlich schnell, was in Maggies Vergangenheit vorgefallen ist, und reagiert mit bewundernswerter Sensibilität, Souveränitiät und unendlicher Geduld. Gleichzeitig fordert er Maggie aber auch immer wieder heraus und bringt sie dazu, ihre Grenzen zu überschreiten. Er macht in heiklen Situationen so viele Dinge richtig und sagt mit kleinen Gesten und kurzen Blicken so viel, dass einem das Herz aufgeht. Zugegebenermaßen ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass ein solch perfekter Mann tatsächlich existiert, aber wir lesen Liebesromane ja nicht auschließlich wegen des Realitätsanspruchs. Außerdem ist Jax‘ Weste in früheren Jahren nicht ganz so weiß gewesen – auch er hadert mit seinem Verhalten und einigen Vorfällen in seiner Vergangenheit.

Maddie ist im Vergleich zu Jax ein wenig blasser geraten, aber trotzdem eine sympathische Heldin. Von ihrer Mutter wurde sie als »die Maus« bezeichnet, was wohl auch ganz gut auf die alte Maddie zutraf, doch eine graue Maus will die Maggie in ihrem neuen Leben nicht mehr sein und daran arbeitet sie – auch mit Jax‘ Hilfe. Gleichzeitig gewinnt sie mit ihren Halbschwestern Tara (»die Stahlmagnolie«) und Chloe (»der Wildfang«) nicht nur eine echte Familie, sondern auch Freundinnnen, die ihr Leben bereichern. In welcher Verbindung die Halbschwestern, die alle drei unterschiedliche Väter haben, vor dem Zusammentreffen in Lucky Harbor genau standen, bleibt leider ein wenig verworren; eventuell wird das in weiteren Bänden noch aufgeklärt.

Als etwas seltsam empfand ich die Angewohnheit der Autorin, manchmal Szenen mittendrin abzubrechen und die Geschehnisse anschließend rückblickend aus den Augen einer der beteiligten Personen erzählen und bewerten zu lassen. Es kommt nicht allzu häufig vor, hat mich aber doch jedesmal irritiert.

Fazit:
11/15 – Alles in allem ein herzerwärmender Liebesroman mit sympathischen Figuren – insbesondere einem wundervollen Helden. Die beiden nächsten Teile der Serie, die sich um Tara und Chloe drehen werden, sind quasi schon auf dem SuB.

 

 

Serieninfo:
01 Simply Irresistible
02 The Sweetest Thing
03 Head Over Heels
04 Lucky in Love (Juni 2012)
05 At Last (Juli 2012)
06 Forever and a Day (August 2012)

[Rezension] Allie Larkin: Können diese Augen lügen?

Alternativtitel: Sitz! Platz! Liebe! (Weltbild)
Originaltitel: Stay

Klappentext:
Als Savannahs Traummann Peter eine andere heiratet, beschließt sie, sich einen neuen Gefährten zu suchen. Im Internet findet sie ihn: einen entzückenden Schäferhundwelpen. Doch statt des puscheligen Jungtiers landet ein 50-Kilo-Koloss bei ihr: Joe, der nur slowakisch versteht und der die Nachbarn tyrannisiert. Hilfe sucht Savannah bei einem Tierarzt, der sich als Alphamännchen mit Zauberlächeln entpuppt. Doch dann bietet auch Peter seine Hilfe an. Ob das so eine gute Idee ist?

Kommentar:
Ich gestehe, dass dieses Buch in erster Linie ein Coverkauf war. Ich fand den Golden-Retriever-Welpen mit seinem Stofftier einfach zu niedlich und den dazugehörigen Klappentext passabel genug, um zuzuschlagen. Wer sich fragt, wieso auf dem amerikanischen Cover ein Schäferhund und auf dem deutschen ein Retriever abgebildet ist – das lässt sich wohl nur damit erklären, dass sich die Verlage hierzulande erwiesenermaßen oftmals keinen Deut darum scheren, ob das Cover zum Inhalt passt oder nicht: Joe ist ein Schäferhund, kein Retriever.

Auch mit dem Klappentext hat man es nicht allzu genau genommen. Die Unterschlagung der Tatsache, dass Traummann Peter Savannahs beste Freundin heiratet, ist vielleicht noch verzeihlich. Darüber hinaus wirkt der Tierarzt Alex aber überhaupt kein bisschen wie ein Alphamännchen, und Peter bietet Savannah mitnichten seine Hilfe an – ganz im Gegenteil.

Alles beginnt damit, dass die verzweifelte Savannah kurz nach der Hochzeit ihres Schwarms mit ihrer besten Freundin sternhagelvoll einen Schäferhundwelpen im Internet bestellt, weil sie nicht mehr allein sein will. Wenige Tage später trifft ein Hund ein, der wenig mit dem erwarteten süßen Welpen zu tun hat und Savannah vollkommen überfordert – was kein Wunder ist, weil sie nämlich von Hunden nicht die geringste Ahnung hat. In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an den örtlichen Tierarzt, der sich als sehr charmanter und netter Mann entpuppt und schnell reges Interesse an ihr zeigt. Es dauert nicht lange, bis sie sich annähern, doch dann kommen Peter und Janie aus den Flitterwochen zurück, und es stellt sich heraus, dass der Himmel der Frischvermählten nicht gerade voller Geigen hängt. Um Janie aufzuheitern, soll Savannah auf die Schnelle eine Begrüßungsparty ausrichten, und dabei begeht sie einen folgenschweren Fehler, der die Beziehung zu Alex auf eine harte Probe stellt …

Obwohl der Plot den Eindruck erweckt, ist das Buch viel weniger Liebesroman als es klingt. Eigentlich erzählt es die Geschichte einer jungen Frau, die in ein neues Leben startet. Dazu muss sie erst einmal mit ihrer Vergangenheit aufräumen: Sie definiert verschiedene Beziehungen neu, setzt neue Grenzen und macht einen gewaltigen Schritt bei der Verarbeitung des Todes ihrer Mutter. Auch Schäferhund Joe spielt eine Rolle bei ihrer Selbstfindung; sie möchte ihn schon bald nicht mehr missen und durchlebt einige Krisen sowie sehr nette Momente mit ihm. Alles in allem nehmen die Szenen mit Joe jedoch deutlich weniger Raum ein, als zu erwarten war.

Die Beziehung zwischen Savannah und Alex verläuft total unspektakulär. Sie sehen sich, verstehen sich, verlieben sich in rasender Schnelle und völliger Selbstverständlichkeit, von Romantik und Emotionen ist kaum etwas zu merken. Folgerichtig entbehrt auch die große Krise, die infolge einer mehr als schwachsinnigen und überflüssigen Lüge Savannahs auftritt, jeder Dramatik und vermag es einfach nicht, einen zu berühren. Hinzu kommt, dass die Motivation für Alex‘ rigorose Reaktion nur bedingt zu seinem vorherigen Verhalten passt. Ähnlich wenig glaubwürdig ist Peters Verhalten, der auf einmal aus unerfindlichen Gründen kalte Füße wegen seiner Ehe kriegt und vollkommen hysterisch agiert – als würde sich der Alltag unmittelbar nach der Vermählung so sehr verändern!

Fazit:
8/15 – Insgesamt ist das Buch nicht schlecht, es mangelt ihm aber an Emotion, Spannung und Humor. Der Verlauf der Geschichte ist total vorhersehbar, die Figuren sind eher blass und der Hund dient weitgehend als Werkzeug, um irgendwelche Dinge in Savannahs Leben in Gang zu setzen. Muss man nicht gelesen haben.

 

[Keine Rezension] John Green: Eine wie Alaska

Originaltitel: Looking for Alaska

Inhalt:
Miles ist 16. Viel ist nicht gerade los bei ihm. Keine Liebe, keine Kumpels – ein stinknormales Leben. Bis er Alaska trifft. Miles verknallt sich in das schöne Mädchen und gerät in eine Achterbahn der Gefühle: Alaska – Göttin und Rätsel, euphorisch und voller verrückter Ideen, aber auch unberechenbar und verletzlich. Was verbirgt sich hinter ihrer coolen Fassade? Und was hat der lang ersehnte Kuss zu bedeuten?

Kommentar:
Ich weiß nicht mehr, wie ich eigentlich auf das Buch gekommen bin – ich schätze, dass Miss Bookiverse dafür verantwortlich ist, wiedermal. Vielleicht ist es mir aber auch einfach immer wieder begegnet und die guten Rezensionen haben mich neugierig gemacht. So oder so, es war eine sehr gute Entscheidung, zuzugreifen.

Allerdings ist es kein Buch, zu dem ich viel zu sagen habe, weil ich einfach den Eindruck hätte, es kaputtzureden und ihm kein bisschen gerecht zu werden. Daher nur ganz kurz: »Eine wie Alaska« ist wundervoll und schrecklich, tiefgründig und albern, nachdenklich und locker-flockig-unterhaltsam, teenie und erwachsen, lustig und traurig zugleich. Eine Perle unter den Jugendbüchern.

Fazit:
14/15 – Lesenswert! Ich will mehr von John Green.

[Rezension] Charlaine Harris: Ball der Vampire

OT: Definitely Dead
Sookie Stackhouse/Southern Vampires, #6

Klappentext:
Sookie Stackhouse, die gedankenlesende Kellnerin aus Bon Temps, Louisiana, hat nicht gerade viele Verwandte. Dass unter den wenigen ausgerechnet eine Erbtante (bzw. Cousine) ist, hätte sie nie vermutet. Aber es ist eine Tatsache: Ihre kürzlich verstorbene Cousine Hadley hat sie zur Alleinerbin eingesetzt. Allerdings war Hadley nicht irgendwer, sondern die Gefährtin der Vampirkönigin von New Orleans. Und das macht das Erbe einigermaßen gefährlich. Jemand will ganz offensichtlich verhindern, dass Sookie zu viel über Hadleys Vergangenheit und Besitztümer herausfindet. Außerdem hat Eric, Sookies alte Flamme, ihre Begleitung zu einem großen Vampirtreffen in New Orleans erbeten – und hier begegnet sie einigen sehr merkwürdigen Gestalten, von denen ein paar ihr gleich ans Leben wollen …

Kommentar:
Die Serie pendelt sich offenbar auf einem guten Niveau ein, restlos überzeugt sie mich aber nach wie vor nicht, auch wenn sie mir wirklich Spaß macht. Ich mag Sookie wirklich richtig gern – sogar von Band zu Band mehr –, und ich liebe den Humor der Serie. Es bleibt aber dabei, dass die Handlung immer ein wenig vor sich hinplätschert; zumindest auf mich springt der Funke nicht ganz über.

Diesmal spielt ein Großteil der Handlung in New Orleans, wo Sookie die Wohnung ihrer verstorbenen Cousine Hadley auflösen und ihr Erbe antreten soll. Wie Steff hab ich mich zwischenzeitlich gefragt, ob ich vielleicht ein Buch ausgelassen habe, weil die Ereignisse rund um Hadleys Tod so selbstverständlich dargestellt werden, als müsste man sie wissen. Zwar wird einem alles Wissenswerte vermittelt, diese Form der Darstellung ist aber schon irritierend.

Ansonsten bleibt (fast) alles beim Alten: Es gibt ne Menge Tote, und auch Sookie selbst gerät natürlich wieder mehrfach in Lebensgefahr und muss von ihren zahlreichen Verehrern gerettet werden. Apropos Verehrer, an denen herrscht nach wie vor keinen Mangel, man erfährt jetzt aber einen Grund dafür – er liegt in Sookies Abstammung und bringt ein neues Element in die Handlung. Und obwohl Sookie nicht auf sich selbst aufpassen kann, ist sie mal wieder das Zünglein an der Waage in einer Fehde, mit der sie eigentlich gar nichts zu tun hat. Da das große Vampirtreffen im nächsten Buch stattfinden dürfte, an dem Sookie auf Wunsch der Vampirkönigin teilnehmen soll, könnte spannend werden!

Fazit:
10/15 – Gute Unterhaltung ohne besondere Höhen und Tiefen.

 

 

Serieninfo:
01 Dead Until Dark | Vorübergehend tot (Rezension)
02 Living Dead in Dallas | Untot in Dallas (Rezension)
03 Club Dead | Club Dead (Rezension)
04 Dead to the World | Der Vampir, der mich liebte (Rezension)
05 Dead as Doornail | Vampire bevorzugt (Rezension)
06 Definitely Dead | Ball der Vampire
07 All Together Dead | Vampire schlafen fest
08 From Dead to Worse | Ein Vampir für alle Fälle
09 Dead and Gone | Vampirgeflüster
10 Dead in the Family | Vor Vampiren wird gewarnt (April 2011)
11 Dead Reckoning

[Keine Rezension] Simone Elkeles: Rules of Attraction

Deutscher Titel: Du oder der Rest der Welt
Perfect Chemistry/Fuentes-Brüder, #2

Klappentext:
When Carlos Fuentes returns to America after living in Mexico for the past year, he doesn’t want any part of the life his older brother, Alex, has laid out for him in Colorado. When he meets Kiara Westford, a good girl totally unlike any of the girls he’s usually drawn to, Carlos assumes Kiara thinks she’s too good for him. But will he put his pride aside when he realizes that being with Kiara might finally allow him to be his true self?

Kommentar:
Ganz kurz und knapp, weil ich wegen der English-Challenge was zum Buch schreiben muss: Obwohl mich Band 1 der Serie wider Erwarten wirklich überzeugt hat, hatte ich einige Bedenken bezüglich der Qualität eines Nachfolgebandes – doch die waren vollkommen unbegründet. Mit Carlos und Kiara hat hat die Autorin erneut zwei wunderbare Protagonisten geschaffen, deren Liebesgeschichte ebenso schön und romantisch ist wie die von Alex und Brittany, wenn auch weniger dramatisch. Die Gang-Verwicklungen und die Sache um Kiaras Vater wirkten ein wenig konstruiert, waren aber noch im Rahmen, sodass das nicht weiter gestört hat. Der Anteil spanischer Albernheiten (»Ich reiß dir die huevos ab!«) ist meinem Gefühl nach bei diesem Buch deutlich geringer ausgefallen als bei Band 1, was sehr begrüßenswert ist. Ich freu mich schon auf den Abschlussband der Trilogie und noch mehr auf die neue Serie um die Football-Spieler!

Fazit:
13/15 – Eine schöne Liebesgeschichte zwischen zwei sehr unterschiedlichen Jugendlichen, die auch Erwachsenen Spaß macht.

 

 

 
Serieninfo:
01 Perfect Chemistry (2008) | Du oder das ganze Leben (2011)
02 Rules of Attraction (2010) | Du oder der Rest der Welt (2011)
03 Chain Reaction (2011) | Du oder die große Liebe (April 2012)

[Rezension] Ru Emerson: Xena. Die Kriegerprinzessin

Originaltitel: Xena, Warrior Princess – The Empty Throne
Xena, #1

Klappentext:
Einst war sie eine gefürchtete und nahezu unbesiegbare Kriegerin, die mit ihren marodierenden Armeen ganze Landstriche terrorisierte … Dann jedoch, nach einer dramatischen Begegnung mit dem Göttersohn Herkules, zieht Xena einen Schlussstrich unter ihre Vergangenheit – sie beschließt, von nun an auf der Seite des Guten zu kämpfen und ihr Land von Unterdrückung und Tyrannei zu befreien. Doch wird sie gegen den Schatten der Vergangenheit ankommen? Und vor allem gegen den schrecklichen Kriegsherrn Draco?

Kommentar:
Das Buch basiert auf der gleichnamigen TV-Serie, die trotz ihres trashigen Charakters ziemlich erfolgreich war. Da sich sicher der eine oder andere darüber wundern wird, dass ich ein »Xena«-Buch lese, sei zu meiner Verteidigung vorweg erklärt: Das liegt nur daran, dass ich noch ein X-Buch für die ABC-Challenge brauchte. »Xena« war die preisgünstigste Wahl. Außerdem dachte ich, man könnte sicher einen lustigen Verriss dazu schreiben – was aber mitnichten der Fall ist, denn dafür Buch gibt das Buch einfach nicht genug her.

Xena ist von König Menelaos damit beauftragt worden, nach Ithaka zu reisen. Seit Odysseus, der Herrscher des Landes, verschwunden ist, geht es dort drunter und drüber. Im ersten Teil der Geschichte machen Xena und ihre Begleiterin Gabrielle beispielsweise in einem Dorf Rast, aus dem sämtliche Männer verschwunden sind. Wie sich herausstellt, ist die Zauberin Circe dafür verantwortlich: Nachdem Odysseus sie zurückgewiesen hat, kommt sie nämlich zur Erkenntnis, dass alle Männer Schweine sind; folgerichtig verwandelt sie sie auch in solche. Dank Gabrielle, die Circe ganz schwindelig redet, gibt die Zauberin den Männern am Ende ihre menschliche Gestalt zurück – ohne dass Xena metzeln oder sonstwie eingreifen muss. Auf Rat von Gabrielle geht Circe anschließend nach Athen, wo es eine Menge knackiger Kerle gibt, die ihr gefallen könnten und mit etwas Glück keine Schweine sind. Und falls doch, wird Circe sie nur ganz kurz in Borstentiere verwandeln, als abschreckende Maßnahme, sozusagen. Xena und Gabrielle begeben sich dann im zweiten Teil der Geschichte an Odysseus‘ Hof, der von Xenas Ex-Liebhaber Draco belagert wird: Er will Königin Penelope zwingen, ihn zu heiraten, und auf diese Weise zum Herrscher des Landes werden. Er hat die Rechnung aber natürlich ohne Xena gemacht, die ohne größere Mühe quasi im Alleingang Dracos komplette Armee durch eine raffinierte Mischung aus Tricks und Schlachtgetümmel vom Hofe vertreibt, während Gabrielle die Hofbewohner mit Geschichten bei Laune hält und ihnen so in finstersten Zeiten ein Licht am Ende des Tunnels zeigt.

Ich weiß immer noch nicht, ob ich die Grundidee amüsant oder bescheuert finden soll: Da werden zwei toughe Mädels mitten in irgendwelche Sagen gesetzt, die bei Bedarf mächtig gedehnt werden, und dürfen sich mal so richtig austoben. Optisch wie charakterlich könnten die beiden Grazien unterschiedlicher kaum sein: Die dunkelhaarige Xena kämpft im Sinne der Gerechtigkeit ziemlich mitleidslos jeden Bösen nieder, der sich ihr in den Weg stellt, während die Waffe von Blondchen Gabrielle eher die Sprache ist: Sie quatscht den Leuten einfach ne Kante ans Bein und redet ihnen die unglaublichsten Sachen ein. Die beiden ergänzen sich also ziemlich gut, denn wenn die eine mit ihrer Methode nicht weiterkommt, kanns die andere noch mal auf eine andere Weise probieren. Wie dieses Spitzenteam sich getroffen hat und warum genau die beiden miteinander durch die Gegend ziehen, bleibt ebenso im Dunklen wie der Grund dafür, warum Xena von der bösen auf die gute Seite gewechselt ist – offenbar gehen die Autoren davon aus, dass jeder Buchleser auch die Serie kennt (was wahrscheinlich in 99,9% der Fälle auch zutrifft).

Da der Inhalt doch eher dürftig ist und gar nicht so viel passiert, was die 220 Seiten füllen könnte, wird zum Ausgleich auf detailreiche Szenenschilderungen zurückgegriffen: ausführliche Personen- und Landschaftsbeschreibungen sowie jede Menge Kampfgemetzel tragen nicht gerade dazu bei, Spannung überhaupt erst aufzubauen. Stilistisch ist das Buch auch nicht gerade eine Offenbarung, aber das darf man bei einem Buch zum Film einfach auch nicht erwarten.

Fazit:
Nur für Fans der Serie. Wenn überhaupt.