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Love by Numbers, Book 3
Klappentext:
She lives for passion.
Bold, impulsive, and a magnet for trouble, Juliana Fiori is no simpering English miss. She refuses to play by society’s rules: she speaks her mind, cares nothing for the approval of the ton, and can throw a punch with remarkable accuracy. Her scandalous nature makes her a favorite subject of London’s most practiced gossips … and precisely the kind of woman The Duke of Leighton wants far far away from him.
He swears by reputation.
Scandal is the last thing Simon Pearson has room for in his well-ordered world. The Duke of Disdain is too focused on keeping his title untainted and his secrets unknown. But when he discovers Juliana hiding in his carriage late one evening—risking everything he holds dear—he swears to teach the reckless beauty a lesson in propriety. She has other plans, however; she wants two weeks to prove that even an unflappable duke is not above passion.
Kommentar:
Heiß ersehnt hab ich ihn, den Abschlussband der Trilogie um die St.-John-Geschwister, und dann lag er doch ein paar Wochen unberührt hier herum. Vor allem deshalb, weil ich angesichts meiner beruflichen Situation wenig Zeit und Lust zum (Freizeit-)Lesen hatte, ein bisschen aber auch, weil ich meine eigenen extrem hohen Erwartungen infolge des wunderbaren zweiten Teils gefürchtet habe. Um es vorweg zu schicken: Die Sorge war unberechtigt. Zumindest weitestgehend.
Miss Juliana Fiori ist ein wandelnder Skandal. Ihre Mutter, eine englische Marquise, hat ihren Mann und ihre zwei kleinen Söhne verlassen und sich nach Italien abgesetzt. Dort hat sie einen Kaufmann geheiratet und ihre Tochter Juliana zur Welt gebracht – nur um einige Jahre später erneut auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden. Nach dem Tod ihres Vaters sucht Juliana ihre Halbbrüder Gabriel und Nick in England auf, die sie mit offenen Armen empfangen. Der ton nimmt das Mädchen weniger freundlich auf – Julianas Herkunft und ihre offenherzige Art sorgen dafür, dass man auf sie herabschaut, und dass Juliana von einem Unglück ins nächste stolpert, trägt auch nicht gerade dazu bei, ihren Ruf zu verbessern. Insofern ist auch eine nähere Bekanntschaft mit dem überaus attraktiven Duke of Leighton ausgeschlossen, denn diesem geht die Reputation über alles – er würde sich niemals mit Leuten von solch niedriger Abstammung abgeben. Doch die Standesdünkel ändern nichts daran, dass sich die beiden vom ersten Moment an magisch zueinander hingezogen fühlen …
Das erste Zusammentreffen zwischen Juliana und Simon findet schon in Band 1 der Trilogie statt, und wie sich herausstellt, haben sich die beiden zwischen damals und dem Beginn der Handlung einige weitere Male gesehen. Weil Juliana wusste, dass Simon sich niemals mit ihr abgeben würde, hat sie ihn im Unklaren darüber gelassen, wer sie ist – etwas, was er ihr zutiefst übel nimmt, nachdem die Katze aus dem Sack ist. Simon hat eine ziemlich schlechte Meinung von ihr, es ist aber kaum zu übersehen, dass er sie trotzdem höchst attraktiv findet. Seine Versuche, sich von ihr fernzuhalten, um bloß nicht in irgendwelche Skandale verwickelt zu werden, sind zum Scheitern verurteilt, denn Juliana sorgt immer wieder für Treffen zwischen ihnen. Diese Treffen haben eigentlich immer einen skandalösen Touch – so muss er das Mädchen aus einer Serpentine retten und wird schließlich sogar bei einem heimlichen Kuss mit ihr erwischt. Nachdem Juliana seinen darauf folgenden unausweichlichen Heiratsantrag ablehnt, entschließt er sich, endlich seine Pflicht zu erfüllen und eine Vernunftehe mit der anständigen englischen Adligen einzugehen, die schon seit geraumer Zeit in den Startlöchern steht. Doch alle Vernunft kann die von Juliana geweckte Leidenschaft nicht mehr eindämmen, und ein schicksalhaftes zufälliges Zusammentreffen zwischen den beiden abseits von London ändert schließlich alles. Bis es soweit ist, leidet das Buch aber vor allem im Mittelteil unter dem gleichen Phänomen, das ich auch schon bei »Nine Rules to Break …« bemängelt habe: Es ist ein ganz schönes Hin und Her, ohne dass die Handlung vorangeht und ohne dass eine echte Entwicklung stattfindet.
Wie schon in in ihren beiden vorherigen Bücher hat Sarah MacLean auch hier wunderbar lebendige Figuren geschaffen. Das gilt besonders für Juliana, die intelligent, lebenslustig, leidenschaftlich, offenherzig und schlagfertig ist. Sie hat aber auch eine verletzliche Seite, denn sie leidet sehr wohl unter dem bösartigen Tratsch der Gesellschaft, den sie so beharrlich zu ignorieren versucht – zumal sie gleichzeitig fürchtet, dass die Leute recht haben und sie wirklich so sein könnte wie ihre skrupellose Mutter, die zweimal ihre Familie verlassen hat. Warum sie sich zu Simon hingezogen fühlt, der genau zu den Leuten gehört, die auf die herabblicken, ist nicht ganz klar; es scheint, als hätte sie schnell erkannt, dass Simon mehr ist als der »Duke of Disdain« und dass in ihm verborgen eine Leidenschaft brodelt. Die ist allerdings gut verborgen – Simon wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen, etwas anderes zuzulassen als maßvolles, vernünftiges Denken und Handeln. Trotz seiner Standesdünkel und Arroganz ist er zu keiner Zeit wirklich unsympathisch, zumal von Beginn an klar ist, dass er sich trotz aller Bemühungen nicht gegen seine Gefühle wehren kann. Die Entwicklung, die er im Lauf des Buches durchmacht, ist prinzipiell weitgehend glaubwürdig; allerdings kommt die Läuterung am Ende doch etwas schlagartig und extrem. Dafür kriegen wir ein wundervolles Liebesgeständnis von ihm zu hören!
Erfreulich ist auch das Wiedersehen mit den Protagonisten aus den Vorgängerbüchern. Im Fall von Gabriel und Callie (aus Band 1) ist das kein großes Wunder, da Juliana bei ihnen lebt; das Wiedersehen mit Nick und Isabelle ist da schon geschickter eingefädelt. Der serienübergreifende Handlungsstrang um Simons Schwester und Julianas Flucht aus London führen die beiden nämlich im letzten Drittel des Buchs unabhängig voneinander nach Yorkshire auf den Landsitz der Protagoniste aus Band 2, wo dann auch die große Katharsis stattfindet. Und ich musste mal wieder feststellen, dass Nick einer der tollsten Liebesromanhelden aller Zeiten ist.
Fazit:
12/15 – Ein guter Liebesroman mit tollen Figuren, der – von ein paar Längen im Mittelteil abgesehen – richtig Spaß gemacht hat. Das nächste MacLean-Buch ist schon vorbestellt.

Serieninfo:
01 Nine Rules to Break When Romancing a Rake – 10/15
02 Ten Ways to Be Adored When Landing a Lord – 14/15
03 Eleven Scandals to Start to Win a Duke’s Heart – 12/15
Klappentext:
Carolin spielt virtuos Mandoline, spricht sechs Fremdsprachen und kann im Kopf die Wurzel aus siebenhundertvierundachtzig ausrechnen. Aber als sie sich mit ihrem Exfreund um ein riesiges Erbe streiten muss, ist sie komplett überfordert. Verständlicherweise. Denn sie ist noch keine dreißig und gerade Witwe geworden. Und das wirft wohl jedes noch so große Wunderkind aus der Bahn. Zum Glück ist Carolin in ihren schwärzesten Stunden nicht allein, und eine illustre Gesellschaft steht ihr bei, unter anderem die schlechteste Therapeutin der Welt, ein Apotheker – und ein ausgestopfter Foxterrier mit Namen „Nummer zweihundertdreiundvierzig“ …
Kommentar:
Endlich hab ichs geschafft, mal einen »erwachsenen« Gier-Roman zu lesen – der irgendwie ganz anders war als angenommen. Ich hatte nämlich nicht wirklich erwartet, ein Buch mit so ernstem Hintergrund zu erwischen.
Die 26-Jährige Carolin ist am Boden zerstört, weil ihr Mann Karl vor sechs Wochen überraschend an einem Herzinfarkt gestorben ist. Ebenso überraschend hat er ihr ein Vermögen hinterlassen – und um dieses muss sie sich jetzt mit seiner habgierigen Verwandtschaft streiten. Dazu fühlt sie sich nicht wirklich in der Lage, doch mit Hilfe ihrer Familie und eines neuen Freundes stellt sie sich schließlich der aktuellen Situation und ihrer Zukunft.
Die Geschichte hat zunächst zwei Handlungsstränge: In einem wird die Zeit nach Karls Tod beschrieben, in einem zweiten ihr Kennenlernen sowie das Leben mit ihrem Mann. Carolin und Karl haben sich auf den ersten Blick ineinander verliebt, und sie waren offenbar sehr glücklich miteinander; allerdings wirft es ein ziemlich seltsames Licht auf die Beziehung, dass die beiden in einfachsten Verhältnissen gelebt haben, obwohl Karl ein riesiges Vermögen besessen hat. Warum Karl seiner Frau nichts davon gesagt hat und sich stattdessen – zumindest phasenweise – von den Eltern seiner Frau hat finanziell unterstützen lassen, wird nicht mal ansatzweise geklärt. Möglicherweise sind solche Überraschungen nach einem unerwarteten Todesfall gar nicht so unrealistisch; für den Leser ist es dennoch ziemlich unbefriedigend. Carolin selbst scheint das Thema weitgehend zu verdrängen, ihre Schwester allerdings ist ziemlich sauer deswegen und nennt Karl nur den »Geizkragen«. Auch Carls Eltern sind irritiert, die hinterlassene Erbschaft versöhnt sie allerdings mit ihrem verstorbenen Schwiegersohn.
Diese Erbschaft ist Bestandteil der Handlung in der Gegenwart, denn auch wenn Carolin verständlicherweise absolut keinen Nerv hat, sich mit Erbschaftsangelegenheiten auseinanderzusetzen, sitzt ihr doch Karls Familie im Nacken und will zumindest einen Pflichtteil von der Alleinerbin einklagen. Dass Karls Sohn Leo Carolins Ex-Freund ist, vereinfacht die Sache nicht gerade; allerdings verhält sich Leo alles in allem vernünftiger als erwartet. Deutlich anstrengender – und habgieriger! – ist Karls Bruder Thommi, dem Carolin und Leo am Ende gemeinschaftlich eins auswischen. Dafür, dass die ganze Erbschaftsgeschichte im Klappentext so hochgehängt wird und Carolin gedanklich so sehr beschäftigt, verläuft sie alles in allem eigentlich ziemlich unspektakulär und friedlich; wirklich böse Erbschaftsstreitigkeiten sehen definitiv anders aus. Und auch wenn ich finde, dass man das Thema nicht wirklich bis zum Exzess ausreizen muss, hätte man doch ein bisschen mehr rausholen können.
Ansonsten geht es vor allem darum, Wunderkind Carolin nach dem Tod ihres Mannes wieder auf die Beine zu bringen und sie dazu zu bewegen, sich ihrer Zukunft zu stellen. Die Familie, vor allem ihre Schwester und ihr Schwager, kümmern sich sehr liebe- und aufopferungsvoll um die junge, leicht depressive Witwe. Sie schicken sie darüber hinaus zu einer Therapeutin, die zwar vollkommen unfähig scheint, aber Carolin trotzdem irgendwie hilft. Außerdem findet Carolin erstmals in ihrem Leben einen wahren Freund, mit dem sie Freud und Leid teilen kann. Am Ende hat man den Eindruck, dass Carolin so langsam in der Lage ist, einen Schlussstrich unter die Vergangenheit zu ziehen und vorwärts zu blicken; dass sie aber noch einen langen Weg vor sich hat, ist auch klar. Das macht auch Sinn, irgendwie befriedigt es einen aber trotzdem nur bedingt.
Und das gilt fürs ganze Buch. Dem Roman fehlt es an Spannung – nach einem starken Anfang plätschert es eher vor sich hin, ohne dass viel passieren würde. Carolins Trauer und die verschiedenen Phasen der Trauer sind ganz gut dargestellt, aber eben doch zu oberflächlich, um dem Buch die nötige Faszination zu verleihen. Überhaupt blieb mir Carolin fremd und ihr Verhalten war für mich über weite Strecken – auch schon vor Karls Tod – nicht nachvollziehbar. Ebenso fand ich ihre Beziehung letztendlich ein wenig undurchsichtig und ich habe mich gefragt, ob Carolin für Karl nicht eher eine Art Heldenverehrung als Liebe empfindet. Würde Kerstin Gier nicht so wunderbar locker-flockig schreiben und hätte sie nicht einen so guten Humor, hätte ich das Buch wohl deutlich schlechter bewertet.
Fazit:
9/15 – Ein Buch, das trotz des ernsten Themas im Wesentlichen vom Humor lebt.
Deutscher Titel: Der Duke, der mich verführte
Scandal, #01

Inhalt:
London, 1829. Lady Justine würde alles tun, um ihren Vater aus dem Gefängnis zu holen. Sie bietet sogar dem berüchtigten Duke of Bradford einige gemeinsame Nächte an, wenn er im Gegenzug für die Freilassung ihres Vaters sorgt. Zu ihrer Überraschung lehnt Bradford das Angebot ab und macht ihr stattdessen einen Heiratsantrag. Doch kann die Ehe mit dem notorischen Frauenhelden, den sie schon lange heimlich liebt, gut gehen?
Kommentar:
»Prelude to a Scandal« ist der Auftaktband zu einer Trilogie, die nur lose durch ein Benimmbuch mit dem Titel »How to Avoid Scandal« verbunden ist. Ich bin auf den Roman aufmerksam geworden, weil er von einschlägigen englischsprachigen Romance-Seiten fast durchgehend gute bis sehr gute Wertungen bekommen hat (Book Lovers Inc.: 4/5, Historical Romance Addicts: 5/5, Romantic Times: 4.5/5, AAR: B-) – allerdings ist mir schleierhaft, wie das passieren konnte. Ich hab mich nach geschlagenen zwei Wochen Herumgelese am Wochenende dazu gezwungen, das Buch zu beenden – und war wirklich extrem froh, als ich es endlich hinter mich gebracht hatte!
Dabei ist die Ausgangslage gar nicht schlecht. In einem humorvollen Prolog entpuppt sich Lady Justine Palmer als eine sehr freizügig erzogene junge Frau, die weite Teile ihres bisherigen Lebens mit ihren Eltern in Afrika verbracht hat; ihr Vater, ein Marquis, ist nämlich Naturforscher. Allerdings hat er sich mit seinen publizierten Beobachtungen zum abnormalen Sexualverhalten von Säugetieren keine Freunde im prüden England gemacht und sitzt deshalb nun im Gefängnis. Der Duke of Bradford hat die Forschungen jahrelang unterstützt, und da Justine ohnehin schon seit Ewigkeiten in den Duke verliebt ist, gibt es für sie offenbar nichts näherliegendes, als ihn um Hilfe bei der Freilassung ihres Vaters zu bitten und ihm im Gegenzug ihren Körper anzubieten. Dass sie Bradfort nicht zunächst mal einfach fragt, ohne direkt so ein Angebot zu unterbreiten, macht für mich nicht wirklich Sinn – ich hätte allerdings schweigend darüber hinweggesehen, wenn sich die Ungereimtheiten nicht rasant gehäuft hätten.
Die nächste Merkwürdigkeit liefert Bradford selbst ab: Er lehnt den unverbindlichen Sex mit Justine, die ihn offenbar insgeheim schon immer fasziniert hat, ab und unterbreitet ihr stattdessen einen Hochzeitsantrag. Der Grund könnte selbstsüchtiger nicht sein: Er erhofft sich nämlich, mithilfe seiner Ehefrau seine Sexsucht kurieren zu können und bei der Gelegenheit vielleicht auch gleich noch ein paar andere Geister aus der Vergangenheit zu vertreiben. Selbstmurmelnd soll sie das aber nicht wissen, weshalb er sie vor der Trauung vorsichtshalber nicht treffen will. Dumm nur, dass sie trotzdem in sein Haus platzt und ihn zu sprechen fordert, als er sich gerade in der Badewanne entspannt. Sie unterhalten sich eine Weile durch die geschlossene Tür, doch Justine ist von einer solch lächerlichen Vorrichtung natürlich nicht lange aufzuhalten. Sie platzt also nach der Ankündigung »Ich komm jetzt rein« in den Raum und trifft dort auf den nackten Duke. Der hat sich nämlich schlauerweise schnell aus dem Zuber erhoben, damit Justine auch ja einen Blick auf seinen gewaltigen Oschi erhaschen kann, der beim Gespräch mit dieser begehrenswerten Frau zum Leben erwacht ist. Mann ist ja sexsüchtig. Justine allerdings interessiert sich zwar durchaus für dieses Wunderwerk der Schöpfung, noch viel mehr treibt sie aber die Frage um, woher um alles in der Welt die Narbe kommt, die die eine Gesichtshälfte des Dukes verunstaltet und die früher nicht da war. Weil es viel zu langweilig wäre, wenn dieses dunkle Geheimnis aus Bradforts Vergangenheit jetzt schon enthüllt würde, ergeht der sich nur in ein paar düsteren Andeutungen. Die Krönung der komplett lächerlichen Szene ist dann, dass Justine in die Badewanne stürzt, um nur ja keine der sich bietenden Schwachsinnigkeiten auszulassen. Das soll wohl erstens witzig sein und zweitens ein neuer Auslöser für die kaum mehr zu bändigende Lust des Sexsüchtigen. Denn das Kleid klebt der forschen Frau natürlich nass am Körper, weshalb ihre sexy Formen sich wunderbar deutlich abzeichnen und den Duke endgültig um den Verstand bringen. Eigentlich hatte das Buch bei mir bereits in diesem Moment verloren.
Da ich aber ja nicht so schnell aufgebe, hab ich das Tun der beiden Protagonisten mit wachsender Fassungslosigkeit weiterverfolgt. So durfte ich nicht viel später beim Sex in der Hochzeitsnacht dabei sein. Besser gesagt: Fast-Sex, denn Bradford bricht ihn mittendrin ab, weil er auf einmal fürchtet, seine Frau zu verletzen. Sehr heldenhaft, vor allem für einen angeblich Sexsüchtigen nach acht Monaten selbstauferlegtem Sexentzug – und so glaubwürdig! Immerhin gibt es später dennoch einige gute erotische Szenen, ich würde aber nicht sagen, dass sie mich für die unsinnige und dröge Handlung entschädigt hätten. Das Buch krankt einfach extrem an einem Überangebot von Konflikten und Dramen. Denn neben der Sexsucht des Helden werden noch unzählige andere Themen abgekaspert: Homosexualität, Ehebruch, Alkoholprobleme, Vergewaltigung, Gewalt im Allgemeinen und in der Partnerschaft im Speziellen, der Mangel an Zivilcourage und Nächstenliebe sowie diverse Familienprobleme. Alles wird aber irgendwie nur angerissen und ist deshalb einfach nicht überzeugend, sondern wirkt total konstruiert.
Ebenso wenig überzeugend sind die Helden. Ich habe zu beiden Protagonisten keinerlei Zugang gefunden, sie blieben mir fremd und waren mir kein bisschen sympathisch. Justine ist einfach viel zu selbstständig, unerzogen und freizügig für eine Adlige in dieser Zeit. Ihre Starke-Frau-Masche und ihr respektloses Verhalten Bradford gegenüber sind nicht mal vor ihrem familiären Hintergrund und zu »Erziehungszwecken« glaubwürdig. Der Duke ist als klassischer »tortured hero« angelegt, aber leider nimmt man ihm seine Rolle nicht ab – ebenso wenig wie seine Sexsucht, übrigens. Der Gute redet nämlich zwar ständig darüber, sexsüchtig zu sein, aber wirklich nachvollziehbar ist das anhand seines Handelns und Denkens nicht. Und weshalb er glaubt, dass seine Sexsucht für das traumatische Ereignis um die Mätresse seines Bruders verantwortlich ist, ist auch nicht klar. Völlig abstrus auch seine Reaktion auf ein Liebesgeständnis seiner Frau, die sich daraufhin anmaulen lassen muss, dass sie doch nicht einfach »Ich liebe dich« sagen kann! Schließlich hat Bradfords Mutter das täglich seinem Vater gesagt, aber es war gar nicht wahr, sondern die hatte Affären! Böse Menschen gibts, also wirklich. Sieht unsere liebe Justine mit dem goldenen Herzen übrigens auch so: Nachdem sie erfahren hat, dass die Rabenmutter dafür verantwortlich ist, dass Bradford ihr niemals seine Liebe gestehen wird, handelt sie. Sie wirft das Porträt der Mutter unter wüsten Beschimpfungen auf den Müll. Alle verrückt!
Fazit:
4/15 – Ein Buch mit nur wenigen netten Momenten, durch das ich mich wirklich gequält habe – alle paar Minuten hab ich ausgerechnet, wie viele Seiten es noch sind! Ich werde mich vielleicht trotzdem mal an einem der Folgebände versuchen, falls er mir günstig in die Finger fallen sollte, denn bei Amazon.com ist Band 1 deutlich schlechter bewertet als Bände 2 und 3.

Serieninfo:
01 Prelude to a Scandel (2010)
02 Once upon a Scandal (2011)
03 The Perfect Scandal (2011)
Trivia:
Cora hat die Rechte an der Serie eingekauft und wird sie – voraussichtlich 2012 – in Deutschland veröffentlichen.
OT: Storm Front
Dresden Files 01
 
Inhalt:
Immer häufiger wird die Polizei von Chicago mit bizarren Morden konfrontiert. Wenn man mit modernsten Ermittlungsmethoden nicht weiter kommt, gibt es nur einen, der helfen kann: Harry Dresden, Profiler der besonderen Art. Er verfügt über einen ausgezeichneten Spürsinn – und ungewöhnliche Fähigkeiten. Doch wer in der Lage ist, die Dunkelheit hinter unserer normalen Realität zu sehen, lebt gefährlich! Harrys neuer Fall: Ein Liebespaar wird tot aufgefunden. Nackt. Im Bett. Buchstäblich zerrissen, als hätte ein Blitz zugeschlagen. Doch kann so etwas möglich sein? Harry beginnt zu ermitteln – und hat es bald nicht nur mit der Polizei und einem skrupellosen Drogenboss zu tun, sondern auch mit blutdurstigen Dämonen …
Kommentar:
»Sturmnacht« ist der erste Fall des Magiers Harry Dresden, der in Chicago als Privatermittler und Berater für die örtliche Polizeibehörde arbeitet. Diesmal wird er von der Polizistin Karrin Murphy zu einem Mord hinzugerufen, der nur die Tat eines mächtigen Magiers sein kann und irgendwie mit dem Drogenboss Marcone in Zusammenhang zu stehen scheint. Doch die Sache erweist sich als komplizierter als erwartet, und bald muss Harry Dresden selbst um sein Leben fürchten.
Das Buch bietet eine durchschnittlich spannende, gute Krimihandlung, wobei der Fall allerdings nur geklärt werden kann, weil Harry am Ende das Glück zu Hilfe kommt und ihm eine Menge entscheidende Hinweise ganz zufällig vor die Füße fallen. Die Auflösung ist immerhin plausibel und nicht allzu sehr an den Haaren herbeigezogen – immer vorausgesetzt natürlich, dass man in die magische Welt eintauchen kann. Diese ist nicht allzu komplex und im Prinzip identisch mit der heutigen Moderne, es gibt aber eine magische Parallelwelt und eben Magier sowie andere hinläglich bekannte nicht-menschliche Wesen wie Vampire, Werwölfe, Elfen und Dämonen. Die beschriebenen magischen Gegenstände, Rituale und Zauber sind fantasievoll, aber gut erklärt, nachvollziehbar und nicht zu kompliziert.
Darüber hinaus besticht »Sturmnacht« mit viel Humor und überzeugenden, vielfältigen Figuren: neben Harry selbst vor allem die Polizistin Murphy, die Zeitungsreporterin Susan und der stoische Kneipenwirt Mac, die einem sicher auch in den Folgebänden wieder begegnen werden. Gestalten wie der magisch extrem bewanderte sprechende Toteschädelgeist Bob und Harrys riesenhafter, herrischer Katze Mister, mit dem Harry Tisch, Bett und Cola teilt, bereichern das Buch zusätzlich mit netten Aspekten und machen Lust auf mehr Fälle mit Harry und seinem Anhang.
Fazit:
13/15 – Faszinierender, sehr unterhaltsamer Auftakt einer Fantasy-Krimiserie, die jede Menge Potenzial hat.

Serieninfo:
01 Storm Front (2000) | Sturmnacht (2006)
02 Fool Moon (2000) | Wolfsjagd (2007)
03 Grave Peril (2001) | Grabesruhe (2007)
04 Summer Knight (2002) | Feenzorn (2009)
05 Death Masks (2003) | Silberlinge (2009)
06 Blood Rites (2004) | Bluthunger (2009)
07 Dead Beat (2005) | Erlkönig (2011)
08 Proven Guilty (2006)
09 White Night (2007)
10 Small Favor (2008)
11 Turn Coat (2009)
12 Changes (2010)
13 Ghost Story (2011)
Trivia:
Es gibt eine TV-Serie zu den Büchern, die aber nicht in deutscher Synchronisation vorliegt und es nie über eine Staffel hinausgebracht hat – was mich ehrlich gesagt nicht sooo sehr wundert. Natira hat mir die DVDs nämlich dankenswerterweise mal geliehen und ich wurde nicht wirklich warm mit der Verfilmung.
Originatitel: Demonglass
Hex Hall, Band 2

Inhalt/Klappentext:
Nachdem Sophie erfahren hat, dass sie ein Dämon ist, reist sie nach London zu ihrem Vater. Dort hofft sie den gutaussehenden Archer vergessen zu können, der ganz Hex Hall verraten hat. Doch bei einem Angriff der Dämonenjäger taucht Archer unerwartet wieder auf, und Sophie muss feststellen, dass sie trotz allem noch Gefühle für ihn hegt.
Kommentar:
»Wilder Zauber«, Band 1 der Hex-Hall-Serie, war für mich letzten Sommer ein echter Überraschungshit, weshalb ich Band 2 heiß ersehnt habe. Doch wie das oft so ist mit den Erwartungen, konnte mich der Nachfolger nicht wirklich begeistern. Daher diesmal nur ganz kurz ein paar Worte.
Um Sophie von ihrem Wunsch nach der Auslöschung ihrer magischen Kräfte abzubringen, nimmt ihr Vater sie und Jenna mit nach Thorne Abbey in England. Sie soll ihre Sommerferien im Sitz des Rates verbringen und ihre Kräfte zu kontrollieren lernen. Außerdem erfährt das Mädchen einiges über seine Herkunft und die Geschichte der Prodigien und macht Bekanntschaft mit zwei anderen Dämonenteenagern, von denen keiner weiß, woher sie stammen. Bei einem verbotenen Ausflug nach London in einen Nachtclub entkommt Sophie nur um ein Haar den Dämonenjägern – und begegnet Archer wieder. Das Unheil nimmt seinen Lauf, als sie sich heimlich mit ihm trifft und die Herkunft der Dämonenteenager erkundet …
Die Geschichte, die an die Ereignisse von Band 1 anknüpft, ist zwar solide, verläuft aber in der ersten Hälfte doch sehr schleppend, bevor sie endlich Fahrt aufnimmt und in einem fiesen Cliffhanger endet. Wenig begeistert hat mich außerdem, dass eine Art Dreiecksgeschichte zwischen Sophie, Archer und dem Gärtner Cal eingebaut wurde – ich hoffe, dass das nicht weiter aufgebauscht wird. Was mich aber vor allem enttäuscht hat: Band 1 hat sich von den anderen Jugend-Fantasybüchern, die sich derzeit auf dem Markt tummeln, für mich im Wesentlichen dadurch abgehoben, dass er wunderbare leichte Unterhaltung und eine unheimlich witzige Heldin bietet. Dem Nachfolger fehlt beides: Sophies Sarkasmus blitzt nur noch selten auf, und das Buch geht in eine deutlich düsterere Richtung.
Trotz aller Abstriche hat »Hex Hall« alles in allem dennoch Spaß gemacht, was vor allem an den Figuren liegt. Die sind nämlich wirklich allesamt gut und stimmig. Das gilt natürlich besonders für Protagonistin Sophie, die auch dann eine tolle Heldin ist, wenn sie weniger Sarkasmus an den Tag legt.
Fazit:
9/15 – Das Buch ist nicht schlecht, doch leider fehlt ihm alles, was mir an Band 1 so gut gefallen und ihn für mich so herausragend gemacht hat – und deshalb ist es letztendlich eine Enttäuschung für mich.

Serieninfo:
01 Hex Hall | Wilder Zauber
02 Demonglass (März 2011) | Dunkle Magie
Originaltitel: Under Her Skin
Lone Star Sisters, Teil 1

Inhalt:
Lexi Titan kann die Schlagzeilen schon förmlich vor sich sehen: Reiche Tochter heiratet noch reicheren Geschäftsmann, um ihr Unternehmen zu retten. Aber sie weiß, dass sie keine andere Wahl hat. Cruz Rodrigues braucht sie, um in der High Society von Texas akzeptiert zu werden und sie braucht ihn, um ihre Wellnessfarm nicht zu verlieren. Also willigt Lexi ein, für sechs Monate seine Frau zu werden. Dass sie damit den Zorn ihres einflussreichen Vaters auf sich zieht, ist noch das kleinste Problem. Denn je näher der Tag rückt, an dem ihre Ehe enden soll, desto weniger ist Lexi bereit, Cruz wieder gehen zu lassen.
Kommentar:
»Wer zuerst kommt, küsst zuerst« ist der erste Teil der »Lone Star Sisters«-Serie, und mein erstes Buch von Susan Mallery. Meine Erwartung war, einen netten zeitgenössischen Liebesroman zu kriegen; die wurde allerdings eher enttäuscht.
Lexi Titan ist eine Tochter aus reichem Elternhaus. Um die Gunst ihres Vaters zu erringen, hat sie das Familienunternehmen verlassen und mithilfe eines Kredits über zwei Millionen Dollar einen Wellnesstempel aufgebaut. Als dieser Kredit überraschend zurückgezogen wird, steht sie vor einem echten Problem: Sie muss die Summe innerhalb von 21 Tagen zurückzahlen. Da macht ihr ihr ehemaliger Lover Cruz ein unmoralisches Angebot: Er gibt ihr das Geld, wenn sie für sechs Monate seine Verlobte spielt und ihn in die gute Gesellschaft von Texas einführt. Lexi entscheidet sich, diesen Deal einzugehen und zieht bei Cruz ein, doch natürlich bleibt es nicht bei einem Geschäft ohne Emotionen.
Klingt nach einem netten, unterhaltsamen Romanze, doch leider ist das Buch viel mehr Familienroman als eine schöne Liebesgeschichte. Die Beziehung zwischen Lexi und Cruz, das sich nach und nach entwickelt und vertieft, läuft ziemlich im Hintergrund ab und ist deshalb nicht wirklich nachzuvollziehen, geschweige denn, dass sie einen emotional berühren würde. Hier wird einfach viel zu wenig gezeigt und viel zu viel als Tatsache präsentiert.
Stattdessen steht das Thema Familie im Vordergrund, vor allem Lexis Verwandtschaft: die drei (Halb-)Schwestern und ihr schwieriges Verhältnis zu ihrem Vater. Der steinreiche, despotische Geschäftsmann hat nämlich hat eine Art Wettbewerb um seinen Besitz und seine Anerkennung ausgerufen, die für ein leicht angespanntes Verhältnis vor allem Lexi und ihre jüngere Schwester Skye gesorgt hat. Überdies wird die ganze Familie von einem geheimnisvollen Feind bedroht, der sie offenbar vernichten will – diese Rahmenhandlung ist nicht abgeschlossen und wird sich wohl über weitere Bände ziehen. Darüber hinaus spielt aber auch Cruz‘ familiäre Vergangenheit eine Rolle sowie seine uneheliche Tochter Kendra, die eine weitere Baustelle eröffnet, die von der Beziehung zwischen Lexi und Cruz ablenkt. Lexi hat also alle Hände voll damit zu tun, ihren Vater zu beeindrucken, sich mit ihren Schwestern und ihrer Freundin zu treffen, ihre Gegner einzuschüchtern, Kendra auf ihre Seite zu bringen und diverse andere Angelegenheiten zu regeln. Zwischendurch findet sie erstaunlicherweise nicht nur Zeit, fantastischen Sex mit Cruz zu haben, sondern sich irgendwann und aus welchen Gründen auch immer ganz nebenbei in ihren Scheinverlobten zu verlieben.
Lexi ist prinzipiell eine ganz sympathische Figur – abgesehen davon, dass sie sich so von ihrem Vater manipulieren lässt und manchmal etwas naiv auftritt. Cruz hätte das Zeug zu einem echten Vorzeigehelden: Er hat eine düstere Vergangenheit, die eine schlimme Kindheit ebenso wie illegale Aktivitäten einschließt, hat sich von ganz unten hochgearbeitet und ist inzwischen ein reicher Geschäftsmann und gutaussehender Frauenschwarm. Er braucht Lexi nur, um seinen Status in der guten Gesellschaft aufzupolieren – zumindest redet er sich das ein, obwohl natürlich von Anfang an klar es, dass es um mehr geht. Leider bleibt er trotz seines interessanten Backgrounds über weite Strecken blass und seine Verweigerung jeglicher Gefühle für irgendjemanden wirken aufgesetzt. So bleiben zwei Helden, die zwar in Ordnung sind, den Leser aber nicht begeistern können.
Fazit:
8/15 – Das Buch wirkt routiniert heruntergeschrieben, konnte mich aber weder richtig fesseln noch begeistern, zumal mir die Liebesgeschichte zu sehr im Hintergrund steht.

Serieninfo:
01 Under Her Skin | Wer zuerst kommt, küsst zuerst
02 Lip Service | Reden ist Silber, küssen ist Gold
03 Straight From the Hip | Frisch geküsst, ist halb gewonnen
04 Hot On Her Heels | Wer zuletzt küsst, küsst am längsten
Originaltitel: Dead to the World
Sookie Stackhouse/Southern Vampires, Band 4
Klappentext:
Sookie Stackhouse ist Kellnerin und Gedankenleserin. Eines Nachts trifft sie auf einen umherirrenden Vampir, der offenbar sein Gedächtnis verloren hat. Was eine Menge übernatürlicher Probleme mit sich bringt …
Kommentar:
Sookie ist umgezogen – von Feder & Schwert zu dtv. Nachdem ich lautstark über das Schriftbild der Bände 1–3 gejammert habe, kommt mir das natürlich sehr gelegen. Doch nicht nur ist die Schrift der dtv-Ausgaben weitaus angenehmer zu lesen, sondern auch sprachlich bedeutet das eine echte Verbesserung. Ich könnte zwar nicht sagen, dass ich die Übersetzung von Dorothee Danzmann bei »Feder & Schwert« wirklich schlecht fand, aber die dtv-Übersetzung von Britta Mümmler liest sich dennoch wesentlich flüssiger.
Ansonsten hat sich nicht viel geändert: Sookie gerät mal wieder in ein Abenteuer, in das jede Menge Supras – übernatürliche Wesen – verwickelt sind. Alles beginnt damit, dass sie Wikinger-Vampir Eric in der Neujahrsnacht im Wald aufgabelt und entdeckt, dass er sein Gedächtnis verloren hat. Wie sich herausstellt, ist dafür ein Hexenzirkel verantwortlich, der es auf Eric und seine Geschäfte abgesehen und den Vampir wegen mangelnder Kooperationsbereitschaft verflucht hat. Sookie wird dazu verdonnert, Eric bei sich im Haus einzuquartieren und auf ihn aufzupassen, während die anderen Vampire gemeinsam mit den Werwölfen Jagd auf die machtbesessenen Hexen machen. Doch Eric und der Krieg zwischen den Supras sind nicht Sookies einzige Sorge: Zu allem Übel verschwindet auch noch ihr Bruder Jason spurlos, und es steht zu befürchten, dass die Hexen auch damit zu tun haben!
Für alle, die wie ich Fans von Eric sind, ist das Buch natürlich eine Offenbarung. Man stelle sich bitte vor, wie der sonst so draufgängerische, unbesiegbare Eric halbnackt durch den Wald irrt und völlig verloren ist! Und auch noch einen Welpenblick aufsetzt. Wer würde sich nicht ein Bein ausreißen, um sich um ihn zu kümmern?! Eric ist diesmal wirklich ein ganz anderer: Mit dem Verlust seines Gedächtnisses ist nämlich auch ein Teil seiner Persönlichkeit verschwunden (wobei natürlich auch die Möglichkeit besteht, dass Erics neue Seiten üblicherweise sorgsam verborgen sind). Der sonst so arrogante Vampir ist zurückhaltend, unsicher, schutzbedürftig und extrem anhänglich, aber sexy wie immer. Da er bei Sookie im Haus wohnt, kommen sich die beiden natürlich näher, und Sookie weiß nicht so recht, ob sie sich wünschen soll, dass er vom Fluch befreit wird oder so bleibt, wie er jetzt ist. Fest steht: Einfach wird die Sache zwischen ihnen so oder so nicht – und man darf gespannt sein, was die weiteren Bände bringen!
Protagonisten und Nebenfiguren gewinnen mehr und mehr Profil, und Sookie wird mir von Buch zu Buch sympathischer. Ich liebe sie dafür, dass sie – trotz dieses überwältigenden Vampirs in ihrem Schlafzimmer – nach einem schrecklichen Tag ein altes cremefarbenes Flanellnachthemd mit blauem Blümchenmuster und ausgeleierten Bündchen anzieht, ins Bett kriecht und einfach schläft.
Fazit:
13/15 – Ein richtig unterhaltsames Buch!

Serieninfo:
01 Dead Until Dark | Vorübergehend tot (Rezension)
02 Living Dead in Dallas | Untot in Dallas (Rezension)
03 Club Dead | Club Dead (Rezension)
04 Dead to the World | Der Vampir, der mich liebte
05 Dead as Doornail | Vampire bevorzugt
06 Definitely Dead | Ball der Vampire
07 All Together Dead | Vampire schlafen fest
08 From Dead to Worse | Ein Vampir für alle Fälle
09 Dead and Gone | Vampirgeflüster
10 Dead in the Family | Vor Vampiren wird gewarnt (April 2011)
11 Dead Reckoning (Mai 2011)
Trivia:
Hier ist übrigens der herumirrende Eric im »Waiting-Sucks«-Trailer zu Staffel 4 der TV-Serie »True Blood« zu bewundern. *Luft zufächel*
Originaltitel: Club Dead
Sookie Stackhouse/Southern Vampires, Band 3
Klappentext:
Sookie Stackhouse hat nur mit einem Vampir freiwillig Umgang, und das ist ihr Geliebter Bill. Aber er ist in letzter Zeit so distanziert – und außerdem in einem anderen Staat. Sein finsterer, unattraktiver Chef Eric hat eine Idee, wo er sein könnte. Ehe sich Sookie versieht, ist sie in Jackson, Mississippi, um sich in der Unter-Unterwelt des Club Dead umzusehen. Das ist ein gefährlicher kleiner Laden, in dem sich die elitäre Vampirgesellschaft trifft, um auszuspannen und sich einen Schluck Null Rhesus Negativ zu gönnen. Aber als Sookie Bill endlich findet – und ihn bei einem schlimmen Verrat erwischt –, ist sie nicht sicher, ob sie ihn retten … oder ein paar Pflöcke anspitzen soll.
Kommentar:
Seit den Ereignissen in Dallas und dem Mord an Lafayette sind einige Monate vergangen, und um die Beziehung zwischen Sookie und Bill steht es nicht zum Besten: Ihr Vampir vergräbt sich nicht nur in jeder freien Minute hinter seinem Computer, um an einen ominösen Projekt zu arbeiten, sondern fährt auch noch ohne Sookie nach Mississippi, um dort einen streng geheimen Auftrag auszuführen. Nicht lange nach Bills Abreise sucht dessen unmittelbarer Vorgesetzter Eric Sookie auf und bringt schlechte Nachrichten: Bill ist verschwunden, vermutlich entführt oder sogar tot – richtig tot, diesmal. Haben die Werwölfe oder gar der Vampirkönig von Mississippi mit der Sache zu tun? Eric schickt die Telepathin gemeinsam mit dem Werwolf Alcide hinter Bill her, damit sie herausfindet, was geschehen ist und ob Bill zu retten ist.
Sookie muss diesmal ordentlich einstecken – und zwar in mehrerer Hinsicht. Sie wird von Werwölfen und Wandlern attackiert, von Vampiren in die Mangel genommen und von menschlichen Fanatikern angegriffen – und wären da nicht ihre vampirischen Bekannten, wäre die Serie mit diesem Buch zuende. Ebenso niederschmetternd wie die physischen Übergriffe ist aber auch die Entwicklung ihrer Beziehung zu Bill. Der nämlich hat während seines Auftrags seine Ex-Vampirfreundin Lorena wiedergetroffen und will Sookie ihretwegen verlassen, wie Eric zu berichten weiß. Wie gut, dass es da noch zwei andere Herren gibt, die Sookie ihre starke Schulter zum Trost bieten: der Werwolf Alcide und Wikingervampir Eric höchstselbst. Zwischen Alcide und Sookie funkt es direkt beim ersten Zusammentreffen gewaltig, und auch Eric kommt Sookie näher als ihr lieb ist.
Im Gegensatz zu den Vorgängerbüchern gibt es diesmal einen richtigen Spannungsbogen, der ziemlich fesselnd ist. Nach dem eigentlichen Abschluss von Sookies Mission und nach ihrer Abreise aus Mississippi überschlagen sich die Ereignisse dann allerdings noch mal, und es passieren jede Menge dramatische Dinge. Das wirkt in der Masse ein bisschen angehängt, als wäre das Ende künstlich hinausgezögert worden, ist aber zu verkraften angesichts der Tatsache, dass all die Geschehnisse in direktem Zusammenhang mit den Ereignissen in Missisippi stehen.
Fazit:
13/15 – Band 3 der Serie ist deutlich spannender als die Vorgängerbände – ich schätze, jetzt hats mich richtig gepackt! Und ich hoffe auf noch mehr Eric im nächsten Buch!

Serieninfo:
01 Dead Until Dark | Vorübergehend tot (Rezension)
02 Living Dead in Dallas | Untot in Dallas (Rezension)
03 Club Dead | Club Dead
04 Dead to the World | Der Vampir, der mich liebte
05 Dead as Doornail | Vampire bevorzugt
06 Definitely Dead | Ball der Vampire
07 All Together Dead | Vampire schlafen fest
08 From Dead to Worse | Ein Vampir für alle Fälle
09 Dead and Gone | Vampirgeflüster
10 Dead in the Family | Vor Vampiren wird gewarnt (April 2011)
11 Dead Reckoning (Mai 2011)
Duke of Carlton Family, Book 1
Inhalt:
London 1823. Sophie, Duchess of Carlton, hat nach sieben Jahren Trauer um ihren Ehemann dessen Cousin und Erben, Tristan geheiratet. Sie liebt Tristan von ganzem Herzen, doch eines Tages kehrt der totgeglaubte Garrett völlig überraschend nach Hause zurück und fordert seinen Besitz, seinen Titel und seine Frau zurück. Sophie muss die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen – wohl wissend, dass sie denjenigen, den sie verlässt, möglicherweise zerstören wird …
Kommentar:
»A Hint of Wicked« ist der Debütroman der amerikanischen Autorin Jennifer Haymore, über den ich durch reinen Zufall gestolpert bin. Er war quasi ein Beifang: Ich hab bei Ebay ein anderes Buch des Verkäufers ersteigert und dieses Buch für einen Euro quasi im Vorbeischippern mitgenommen, nachdem ich gesehen habe, dass es eine Dreiecksgeschichte erzählt. Wahrscheinlich wäre der Roman in den unendlichen Tiefen meines SuBs gelandet, hätte ihn mir StefanieEmmy nicht im Rahmen von Karis SuB-Losverfahren zugeteilt.
Sophie, die Duchess of Carlton, ist untröstlich, als ihr die Nachricht überbracht wird, dass ihr Mann Garrett in der Schlacht bei Waterloo gefallen ist. Da seine Leiche nie gefunden wurde, klammert sie sich lange an die Hoffnung, dass er vielleicht doch überlebt hat, schließlich sieht sie jedoch ein, dass ihr Leben auch ohne ihren geliebten Mann weitergehen muss. Sie heiratet Tristan, Garretts Cousin und Erben, und obwohl sie Garrett nie ganz vergisst und nie aufhört, ihn zu lieben, lässt sie sich mit Haut und Haaren auf Tristan ein. Sie ist glücklich mit ihrer neuen Liebe, doch eines Tages kehrt ihr totgeglaubter Ex-Mann auf einmal nach Hause zurück. Wie sich herausstellt, hatte er aufgrund einer schweren Kopfverletzung das Gedächtnis verloren, doch inzwischen ist es wenigstens teilweise wiederhergestellt – nicht zuletzt aufgrund der Mithilfe seines Kriegsgefährten Frisk, der ihn in Belgien gefunden hat. Wieder in England, fordert Garrett nun seine Besitztümer und seinen Titel von Tristan zurück, vor allem aber seine Frau Sophie. Die rechtliche Situation ist schnell geklärt: Sophies zweite Ehe ist ungesetzlich und wird anulliert, doch so einfach ist die ganze Sache natürlich nicht, denn Sophie weigert sich, blind dem Gesetz zu folgen. Sie will auf ihr Herz hören, doch das sagt ihr, dass sie beide Männer will …
Was nach einer wundervollen, verzweifelten Dreiecksgeschichte klingt, ist leider nicht hundertprozentig überzeugend umgesetzt. Der zurückgekehrte Duke lässt nämlich Tristan (verständlicherweise) ziemlich schnell nach seiner Rückkehr aus dem Haus werfen, sodass der Sophie nicht zu nahe kommen kann. Damit Sophie Tristan nicht andernorts treffen kann, sperrt er sie kurzerhand im Haus ein, doch da aus dem Mädchen, das er damals zurückgelassen hat, inzwischen eine gestandene Frau geworden ist, lässt sie sich das nicht bieten und bahnt sich ihren Weg an den Wachen vorbei. Sie trifft Tristan im weiteren Verlauf der Handlung bis zum Showdown trotzdem nur zwei Mal, allerdings nicht auf ihr eigenes, sondern auf Tristans Betreiben. Während Tristan also weitgehend abseits des Geschehens vor sich hinleidet, verbringt Sophie den Großteil der Zeit mit Garrett, betont stets, dass sie ihn immer noch liebt, ihm vertraut und ihm helfen will.
Das Problem an der Geschichte ist, dass beide Männer eigentlich viel zu wenig tun, um Sophies Herz endgültig zu erobern und den Konkurrenten auszustechen. Vor allem Garrett verlässt sich im Wesentlichen auf die Macht der Vergangenheit und darauf, dass ja das Recht auf seiner Seite ist und Sophie seine legitime Ehefrau ist. Tristan hingegen wird früh mehr oder weniger aus dem Geschehen genommen und tut kaum etwas, um sich wieder ins Spiel zu bringen. Sophie ihrerseits hadert und will vor allem niemanden verletzen und jeden Skandal vermeiden – was natürlich vollkommen utopisch ist. Statt die komplizierte Liebesgeschichte, die Beziehungen und Konflikte der Personen untereinander voranzutreiben, konzentriert sich die Autorin ab etwa der Hälfte des Buches darauf, einen Nebenplot um Garretts offenbar fortschreitenden Wahnsinn und seinen Kriegsgefährten Fisk zu spinnen, der nicht ganz koscher zu sein scheint. Es fehlen große Emotionen, verzweifelte Taten und heroische Eroberungsversuche – kein Wunder, dass Sophie sich nicht entscheiden kann/will und schlechten Gewissens von einer Menage träumt!
Am Ende trifft Sophie natürlich doch ihre Wahl, die für mich wenig überraschend war. Ich hasse ja Leute, die behaupten, sie hätten von Anfang an gewusst, wie die Geschichte ausgeht (bei Krimis: wer der Mörder ist), aber in diesem Fall muss ich’s mal selbst sagen: Es war für mich sofort total offensichtlich, bei welchem der Männer Sophie bleibt – allein schon wegen des Aufbaus der Geschichte. Interessanterweise haben viele Leserinnen den Ausgang bemängelt, weil sie nicht verstehen konnten, wie Sophie ihn wählen konnte – das sei absolut nicht nachvollziehbar. Diese Kritik kann ich nicht teilen, für mich ist die Entscheidung absolut logisch und die einzig glaubwürdige, wenn man die Handlungsweise und Gedanken der Figuren im Buch betrachtet. Insofern gibts von mir einen kleinen Abzug für die Durchschaubarkeit, aber immerhin keinen dafür, dass das Ende nicht zur erzählten Geschichte passt.
Fazit:
9/15 – Ein solides Debüt, das aber die dramatischen Möglichkeiten einer Dreiecksgeschichte nicht genutzt hat und für die Art der Geschichte viel zu wenig emotional war. Obwohl ein wesentlicher Handlungsstrang offen bleibt und im nächsten Band fortgesetzt wird, verspüre ich keinen echten Drang, die Serie weiterzuverfolgen.

Serieninfo:
01 A Hint of Wicked
02 A Touch of Scandal
03 A Season of Seduction
Originaltitel: Demon Count
Demon Count, Band 1

Klappentext:
Charlotte Morrow, eine junge, bezaubernde Engländerin, begibt sich nach dem Tod ihrer Mutter auf die Reise nach Venedig. Sie will unbedingt Graf Luc del Zaglia, ihren Vormund, kennenlernen, obwohl sie mehrfach vor seinem dämonischen Wesen gewarnt wird. In der Lagunenstadt erfährt sie dann auch schon bald von Mädchen, die dort auf mysteriöse Weise durchs Leben gekommen sind. Trotz des Verdachts, den sie gegen ihn hegt, fühlt sich Charlotte auf seltsame Weise zu Graf Zaglia hingezogen und erliegt eines Nachts seinem Charme. Aber die Angst, er könnte ein Mörder sein, lässt sie nicht los. Sie beschließt, den Dingen auf den Grund zu gehen, und gerät dabei in tödliche Gefahr.
Kommentar:
Dieses Buch ist einfach genau so, wie es aussieht: angestaubt! Daher nur ein ganz kurzer Kommentar.
Eingeordnet ist der Roman von 1980 als Romantic-Suspense-Titel, doch Spannung!? Fehlanzeige! Liebe und Leidenschaft?! Fehlanzeige! Dämonischer Graf? Fehlanzeige! Aber immerhin gibts umwerfende Sexszenen. Na ja. Mehr oder weniger umwerfend.
Ich war seine Sklavin der Leidenschaft, einer zügellosen Leidenschaft, die er in mir geweckt hatte. Seine Haut war hellbraun, wie flüssiges Gold, und ich berührte sie in liebender Bewunderung, tief beglückt, weil er mich erwählt hatte.
Seine Hände wanderten tiefer hinab. Mit sanftem Druck schob er meine Beine auseinander und streichelte mich zärtlich und unentwegt weiter. Der erste Höhepunkt der Liebesfreuden überkam mich völlig überraschend, ein zweiter folgte ihm – ein dritter, bis ich mich ihm schluchzend vor Verlangen entgegenbäumte. (S. 196)
Außerdem hat das Buch Schauerroman-Elemente (ich hab zwar noch nie nen Schauerroman gelesen, aber so stell ich mir einen vor) – der im Klappentext erwähnte Mädchenmörder steht nämlich unter dem Verdacht, ein Vampir, vielleicht sogar ein Werwolf zu sein. Klar, dass man davon ausgeht, der »Dämonengraf« sei derjenige welcher! Er pflegt seinen finsteren Ruf nämlich sehr gewissenhaft: Er verlässt tagsüber nie sein Haus, nimmt in der Öffentlichkeit keine Nahrung zu sich und gewinnt außerdem grundsätzlich im Glücksspiel – und das gelingt ja wohl nur jemandem, der mit dem Teufel im Bunde ist! Die englische Schönheit mit ihren rosa Bäckchen, den Rosenknospenlippen, den blauesten Augen von Welt und dem güldenen Haar, die zudem noch mit herausragender Intelligenz gesegnet ist, fühlt sich natürlich trotzdem zu dem frevelhaften Mann hingezogen – oder wahrscheinlich gerade deshalb, denn machen wir uns doch nichts vor: die bösen Jungs sind doch immer die interessantesten!
Ansonsten gibts ne Menge schauerliches Personal in Luciferos renovierungsbedürftigem Haus (es fehlen nur noch klappernde Fensterläden), diverse zwielichtige Verehrer für die englische Rose sowie Morde und Mordversuche, Diebstähle, Fast-Vergewaltigungen, Spionage und was man sonst noch so auf 220 Seiten unterbringen kann. Begeisterung kommt heutzutage angesichts der eigentlich völlig harmlosen Handlung und der antiquierten Schreibweise dennoch nicht mehr auf.
Fazit:
5/15 – Der Roman war damals sicher sensationell und schön schaurig, heute kann man sowas aber einfach nicht mehr lesen bzw. ernst nehmen.

Serieninfo:
01 The Demon Count (1980) | Gefährliches Verlangen (1981)
02 The Demon Count’s Daughter (1980) | –
Trivia:
Der Dämonengraf hat übrigens eine ganz … ähm … hinreißende Tochter, die er vermutlich nur mittels einiger dämonischer Drohungen an den Mann bringen dürfte!

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