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2013 Reading Challenge

2013 Reading Challenge
Irina has read 1 book toward her goal of 60 books.
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[Rezension] E.L. James: Shades of Grey 01 – Geheimes Verlangen

Originaltitel: Shades of Grey
Shades of Grey, #1

Klappentext:
Sie ist 21, Literaturstudentin und in der Liebe nicht allzu erfahren. Doch dann lernt Ana Steele den reichen und ebenso unverschämt selbstbewussten wie attraktiven Unternehmer Christian Grey bei einem Interview für ihre Uni-Zeitung kennen. Und möchte ihn eigentlich schnellstmöglich wieder vergessen, denn die Begegnung mit ihm hat sie zutiefst verwirrt. So sehr sie sich aber darum bemüht: Sie kommt von ihm nicht los. Christian führt Ana ein in eine dunkle, gefährliche Welt der Liebe – in eine Welt, vor der sie zurückschreckt und die sie doch mit unwiderstehlicher Kraft anzieht …

Kommentar:
Wie der eine oder andere in der Vergangenheit mitgekriegt hat, hab ich von einiger Zeit den ersten Band von »Shades of Grey« auf Englisch angefangen und irgendwann einfach nicht weitergelesen, weil ich mich mit dem Buch ziemlich gelangweilt habe. Da mir die Bände 1 und 2 jetzt auf Deutsch unvorhofft auf dem Flohmarkt vor die Füße gefallen sind, hab ich sie eingepackt, um es noch mal damit zu versuchen.

Ganz ehrlich, es ist mir ein Rätsel, was die Faszination und den Erfolg dieses Buches (und der Folgebände) ausmacht. Kurz gesagt geht es um die Beziehung zwischen einer arglosen Jungfrau, die noch nie einen Freund hatte, und einem verkorksten Milliardär mit S/M-Neigungen. Die beiden versuchen in einem ewigen Hin und Her, ihre Beziehung auszuloten, wobei ein Vertrag im Spiel ist, dessen Details in aller Ausführlichkeit gefühlte siebeundvierzig Mal wiedergekäut werden. Die Geschichte gipfelt in einer vollkommen unverhergesehenen Kehrtwendung, die vermutlich der einzige Grund dafür ist, dass irgendjemand den Folgeband liest, obwohl er sich mit dem Serienauftakt schon fürchterlich gelangweilt hat.

Zur an sich schon drögen und künstlich in die länge gezogenen Story kommt, dass beide Protagonisten des Buches fürchterliche Nervensägen sind. Anastasia ist eine typische TSTL-Heldin, was schon in Kapitel 1 deutlich wird, als sie beim ersten Zusammentreffen mit Grey gleich mal auf die Schnauze fällt. (Nicht im übertragenen Sinn gemeint!) Sie wird beherrscht von ihrem moralisch-biederen Unterbewusstsein und ihrer halbwegs verwegenen »inneren Göttin«, die sich in Krisensituationen sozusagen zu Wort melden. Also eigentlich ständig. Und zwar mindstens eine von beiden Instanzen, gern auch im Widerstreit miteinander. Ansonsten ist Ana die meiste Zeit damit beschäftigt, nichts zu essen, stattdessen auf ihrer Lippe herumzukauen – ein Wunder, dass die überhaupt noch existiert – und zu erröten. Und natürlich Christian anzuhimmeln, weil der nämlich soooo gut aussieht. Aber sowas von gut! Da kann man auch mal darüber hinwegsehen, dass er ein Stalker und Kontrollfreak ist und dass die Art von Beziehung, die er mit Ana zu führen gedenkt, so gar nicht in ihrem Sinne ist.

Wie es wohl kommt, dass nicht nur Ana, sondern auch eine Vielzahl von Rezensentinnen Christan Grey als ach so interessante Persönlichkeit bezeichnen? Mit den Begriffen »Stalker« und »Kontrollfreak« ist eigentlich schon alles Wesentliche über ihn gesagt. (Abgesehen davon, dass er ja soooo gut aussieht.) Obsessiv könnte man noch hinzufügen. Er verfolgt, kontrolliert und bevormundet Anastasia von der ersten Minute an, so ortet ihr beispielsweise ihr Handy, spürt sie in irgendwelchen Bars auf und holt natürlich alles an Information über sie ein, was möglich ist. Er schüttet sie mit teuren Geschenken (u.a. Handy, Laptop, Auto) zu, obwohl sie das nicht will, weil er glaubt, sie müsse diese Dinge haben. Und er verfolgt sie sogar nach Hause zu ihren Eltern, wo sie für ein paar Tage hinfährt, um ein wenig Abstand zu gewinnen und in Ruhe nachzudenken. Selbstverständlich meint er es nur gut, zumal ja Vertrauen gut ist, aber Kontrolle besser. Kontrollfreak eben. Überflüssig zu erwähnen, dass er zudem fürchterlich eifersüchtig ist (worin ihm Ana allerdings in nichts nachsteht; sie legt ein paar überaus peinliche Szenen hin!). Für sein verkorkstes Wesen und sein abstruses Verhalten gibt es selbstverständlich eine plausible Erklärung: Er hatte eine schreckliche Kindheit. Was genau damals eigentlich vorgefallen ist, bleibt im Dunklen, aber es ist klar, dass er ein ganz furchtbar armer schicksalsgebeutelter Kerl ist, der gar nicht anders kann, als Kontrollfreak, Stalker und natürlich Dom zu sein.

Dummerweise ist Ana die denkbar schlechteste Sub, an die Grey hätte geraten können. Ihre devote Seite ist alles andere als ausgeprägt, und sie ist überdies nicht nur S/M-unerfahren, sondern komplett unerfahren, sprich: Sie ist Jungfrau, die zuvor noch nicht ein Mal eine Beziehung hatte. (Wie könnte es anders sein.) Nur deshalb lässt sich der verkorkste Milliardär darauf ein, erst mal Blümchensex mit ihr zu praktizieren, bevor es ins Eingemachte und ans bloße »Ficken« geht, wie er so charmant sagt. Die betriebenen S/M-Spielarten sind insgesamt eher von der harmloseren Sorte; es kommen diverse Fesseln, eine Gerte und ein Flogger zum Einsatz. Ansonsten vögelt er sie unermüdlich und nicht klein zu kriegen in allen möglichen Stellungen hart und heftig durch, was die Jungfrau selbstmurmelnd von einem Höhepunkt zum nächsten jagt und so viele Wellen über ihr zusammenschlagen und sie mitreißen lässt, dass es ein Wunder ist, dass sie nicht ertrinkt. Sehr zu ihrem Leidwesen darf sie ihn allerdings nicht berühren, und überhaupt findet sie diese ganze S/M-Geschichte eigentlich doof und erträgt das alles nur, um ihm Freude zu bereiten; eigene Orgasmen hin oder her. Man hat ein wenig den Eindruck, als würde sie seine Neigung für eine Art Krankheit halten, die sie über kurz oder lang mit ihrer Liebe heilen kann. Liebe schafft ja bekanntlich alles. Dumm nur, dass Christian gar nicht so wirklich geheilt werden will.

Vielleicht im nächsten Band …

 


7 Punkte

 

Serieninfo:
01 Fifty Shades of Grey | Shades of Grey – Geheimes Verlangen
02 Fifty Shades Darker | Shades of Grey – Gefährliche Liebe
03 Fifty Shades Freed | Shades of Grey – Befreite Lust

[Keine Rezension] Olivia Cunning: Tempt Me

One Night With Sole Regret, #02

Inhalt:

For almost a year, Madison has been Adam’s hook-up every time his band, Sole Regret, tours through Dallas. But in spite of the way he sets her body ablaze with passion, the occasional night of rock-her-world sex isn’t enough anymore. She needs a commitment and knows that won’t fit into Adam’s rock-star lifestyle. Madison will take one more hot-and-heavy night with the sexy musician before she cuts all ties with him for good. Even if she must break her own heart to do it.

Life isn’t all bright lights and fan adulation for the lead guitarist for Sole Regret. Madison has seen Adam at his worst and still managed to bring out the best in him. Her cleverly concealed naughty side also brings out the beast in him. He’s never met a more tempting woman in his life.

Madison has no problem tempting Adam into her bed, but can she tempt his heart into taking a chance on love?

 

Kommentar:

Zur Überbrückung der Zeit bis zum nächsten Band der Sinners-Serie, der im November kommen wird, ist das zweite Buch der »One Night With Sole Regret«-Serie ganz gut geeignet. Man kriegt eine kurze (ca. 39.000 Wörter), aber heiße Story mit ansprechenden, außergewöhnlicheren Sexszenen und jede Menge Rockstar-Flair.

Weniger gut hat mir gefallen, dass es diesmal diverse Handlungsstränge gibt, die am Ende nicht aufgelöst werden. Das betrifft sowohl das Privatleben der beiden Protagonisten als auch Sexperimente, die in Gesprächen zwischen den beiden geplant, aber – zumindest in diesem Buch – nicht durchgeführt werden. Zwar werden Madison und Adam irgendwann eine weitere (Kurz-)Geschichte kriegen, wie die Autorin am Ende des Buches bekannt gibt, das tröstet einen im Moment aber nicht besonders.

Insofern ist diese Novelle in Sachen Erotikfaktor gelungen, die Handlung krankt aber ganz schön und lässt einen irgendwie unbefriedigt zurück.

 


9/15

 

Serieninfo:
01 Try Me (Rezension)
02 Tempt Me
03 Take Me (Erscheinungsdatum noch nicht bekannt)
04 Tie Me (Erscheinungsdatum noch nicht bekannt)
05 Trust Me (Erscheinungsdatum noch nicht bekannt)

[Rezension] Olivia Cunning: Try Me

One Night with Sole Regret, #01

Inhalt (Amazon):
Melanie has no desire to meet the members of the rock band, Sole Regret, but her groupie of a best friend gets them both backstage and then rushes off with the band’s lead singer. Left alone at an after party with a bunch of scary tattooed and pierced metal-heads, sheltered Melanie is relieved when the only normal-looking guy in the room insists on keeping her company.

By the time Melanie discovers that Gabe is the band’s drummer and not as normal as she assumed, she has already made a complete fool of herself. She can’t help but be interested in him, not as a rock star, but as the sexiest man she’s ever encountered. Strangely attracted to his hidden tattoos and body piercing, she wonders what it would be like to spend a night with a bad boy.

Gabe is more than willing to show sweet Melanie there’s more to him than meets the eye. All she has to do is try him. Will they only share a single night of passion? Or will their hearts entangle as quickly as their bodies?

Kommentar:
Das Warten auf eine neue Rockstar-Geschichte von Olivia Cunning hat ein Ende. Zwar muss man sich noch bis November gedulden, bis der nächste Sinners-Band erscheint, bis dahin kann man sich aber mit »Try Me« trösten, Band 1 der Serie um die Rockband »Sole Regret«. Es handelt sich dabei um eine Kurzgeschichte von ca. 88 Seiten (Amazonangabe), die die Autorin in Eigenregie als E-Book verkauft.

Dass man auf Basis der doch ausgesprochen dünnen Handlung einen dermaßen langen Klappentext fabrizieren kann, ist wirklich ganz beachtlich – und er erzählt eigentlich wirklich alles, was man wissen muss. Man könnte es auch durchaus kürzer fassen: Frau trifft Rockstar, es funkt augenblicklich zwischen ihnen, sie haben fantastischen Sex und anschließend wollen beide mehr. Ob das klappt oder nicht, wird sich vermutlich im Lauf der nächsten Bände zeigen.

Zum Teil ist die Geschichte inhaltlich ganz schön albern. Melanie findet Rockstars nämlich eigentlich doof, erst recht, wenn sie tätowiert sind. Als der Drummer Gabe – den sie zunächst gar nicht als Bandmitglied identifiziert – allerdings seine Tattoos enthüllt, ist sie dann doch überaus fasziniert und angeturnt und wird in Windeseile so gründlich von ihrer Aversion kuriert, dass sie am Ende ihr eigenes Tattoo haben will. Dass Melanie, die im Gegensatz zu ihrer Groupie-Freundin eher zurückhaltend und gesetzt ist, mit einem Wildfremden direkt selbstkonstruierte Sexspielzeuge testet, ist ebenfalls ein wenig fragwürdig. Und die Figuren haben auch keine besondere Tiefe – was bei einer Geschichte von dieser Kürze aber nicht anders zu erwarten und ohnehin niemals der Anspruch einer erotischen Novella ist.

Aber das alles ist völlig: Es ist egal, ob die Figuren gut ausgearbeitet sind und die Story glaubwürdig ist oder nicht. Hier kommts auf die Erotik an – und in dieser Hinsicht erfüllt Olivia Cunning alle (hohen) Erwartungen. Die Annäherung zwischen Gabe und Mel ist wirklich prickelnd und spannend, die Bettszenen sind richtig heiß und sexy und eine Spur außergewöhnlich (s. selbstkonstruiertes Sexspielzeug). Wer braucht da schon eine tiefschürfende Geschichte? Man muss Prioritäten setzen!

Fazit:
Sehr gute erotische Kurzgeschichte aus dem Rockstar-Milieu, die einem wenigstens ein Stündchen Wartezeit bis zum nächsten Sinners-Buch vertreibt.

[Keine Rezension] Lora Leigh: Callans Schicksal

Originaltitel: Tempting the Beast
Breeds, #01

Kurzbeschreibung (Amazon):
Als Journalistin ist Merinus Tyler ständig auf der Jagd nach einer guten Story. Eines Tages stößt sie auf Hinweise, dass das Militär genetische Experimente an Menschen vorgenommen hat. Und es gelingt ihr tatsächlich, einen der Supersoldaten aufzuspüren, der vor seinen Schöpfern geflohen und untergetaucht ist. Callan Lyons trägt Löwenblut in sich und besitzt übermenschliche Kräfte. Von ihrer ersten Begegnung an weckt der attraktive Callan eine wilde Leidenschaft in Merinus. Doch das Militär und die Gen-Forscher sind Callan dicht auf den Fersen.

Kommentar:
Ich hab mir das englische Original vor zwei oder drei Jahren mal als E-Book-Version gekauft, bin aber nie über die erste Hälfte hinausgekommen. Jetzt hatte ich das Glück, bei Melanie die deutsche Ausgabe zu gewinnen, sodass ich einen neuen Versuch wagen konnte. Aber was soll ich sagen – mir ist nach dem ersten Drittel klargeworden, warum ich die englische Version nie beendet habe.

Dem Klappentext ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Außer vielleicht, dass Callan und Merinus augenblicklich einem Paarungsrausch verfallen, dem sie nichts entgegenzusetzen haben, weil die Schmerzen unerträglich sind, wenn sie ihre Begierde nicht stillen. Also tun sie, was jeder vernünftige Mensch/Tiermensch tun würde: Sie kümmern sich um ihr Wohlbefinden und vögeln, bis der Arzt kommt – im wahrsten Sinne des Wortes, denn Blutproben, Scheidenabstriche usw. sollen Aufklärung darüber bringen, wie es zu dieser seltsamen und geradezu ungesunden Anziehung und dem Rausch inkl. all seiner Nebenwirkungen kommt. Zwischenzeitlich versuchen die beiden immer mal wieder, sich voneinander fernzuhalten, was aber einfach nicht möglich ist, weshalb man sich schnell eines Besseren besinnt und doch wieder übereinander herfällt. Ich kann mir nicht helfen, aber ich fand das alles irgendwie eher ein wenig albern, zumal die Geschichte in dieser Form der Ausarbeitung nichts von Interesse bietet und die Sexszenen auch nichts Besonderes sind. (Wenn man mal davon absieht, dass Callan – wie es sich für einen Löwen gehört – einen »Stachel« an seinem Penis vorzuweisen hat, der Merinus ganz exquisite Genüsse bereitet, die mich aber beim Lesen eher nicht so anmachen konnten. Ich mein … hallo?! Ein Widerhaken?!).

Ich fand das Buch nicht richtig schlecht, aber wirklich überzeugen konnte es mich auch nicht. Ich verspüre ehrlich gesagt keinerlei Bedürfnis, einen weiteren Band der Serie zu lesen, obwohl ich ein paar spätere Bücher auf Englisch hier stehen habe. Insofern stell ich mir – wie schon bei der Ankündigung der Übersetzung – erneut die Frage, ob Lyx sich einen Gefallen damit tut, die Frühwerke der Breeds-Serie zu veröffentlichen. Andererseits hat »Callans Schicksal« bei Amazon immerhin vier Sterne bei 19 Bewertungen, es wird also schon die richtige Entscheidung gewesen sein …

Fazit:
7/15 – Okay, muss man aber nicht wirklich gelesen haben.

 

 

Serieninfo (choronologische Auflistung):
01 Tempting the Beast | Callans Versuchung
02 The Man Within | Tabers Versuchung (November 2012)
03 Elizabeth’s Wolf
04 Kiss of Heat
05 Soul Deep
06 The Breed Next Door (in: Hot Spell Anthology)
07 Megan’s Mark
08 Harmony’s Way
09 Tanner’s Scheme
10 Wolfe’s Hope
11 Jacob’s Faith
12 Aiden’s Charity
13 In a Wolf’s Embrace (in: Beyond the Dark Anthology)
14 Dawn’s Awakening
15 A Jaguar’s Kiss (in: Shifter Anthology)
16 Mercury’s War
17 Christmas Heat (in: The Magical Christmas Cat Anthology)
18 Coyote’s Mate
19 Christmas Kissy (in: Hot for the Holidays Anthology)
20 Bengal’s Heart
21 Lion’s Heat
22 Styx’s Storm
23 Primal Kiss (in: The Primal Anthology)
24 Navarro’s Promise
25 An Inconvenient Mate (in: Tied with a Bow Anthology)
26 Lawe’s Justice

[Nachgefragt] Fifty Shades of Grey

Heute ein [Nachgefragt] in eigener Sache! ;) Ich bin jetzt so oft von verschiedenen Leuten in den Kommentaren und per E-Mail nach meiner (bisherigen) Meinung zu »Fifty Shades of Grey« gefragt worden, dass ich doch ein Statement für alle abgeben werde. Wer liest schon in den Kommentaren mit!

Wo ich bin …
Ich hab etwa ein Viertel des Buchs gelesen und bin gerade da, wo Christian Grey mit Anastasia nach Seattle fliegt und ihr offenbart, dass sein Faible BDSM ist. Sie hatten jetzt trotzdem gerade erst mal Vanilla-Sex, weil er mit einigem Entsetzen erfährt, dass sie noch Jungfrau ist. Also, richtige Jungfrau, nicht nur BDSM-Jungfrau.

… wie es mir gefällt …
Ich weiß noch nicht. Eigentlich fand ich den Beginn ganz gut. Ana ist ein bisschen arg naiv und tölpelig, Christian aber ziemlich interessant; die Spannung zwischen den beiden fand ich anfänglich gut ausgearbeitet. Allerdings bin ich gerade zunehmend gelangweilt, weil nicht so richtig was vorangeht. Zumindest nichts wirklich Fesselndes (no pun intended!). Das sollte sich jetzt aber bald ändern.

Sprachlich ist das Buch eher ziemlich einfach gehalten, aber wie anspruchslos das Englisch genau ist, kann ich nicht wirklich beurteilen – dafür sind meine Englischkenntnisse nicht fundiert genug. Fest steht aber, dass ich irgendjemanden foltern werde, wenn Ana noch ein einziges Mal »Holy Shit« sagt, denn ich habs bereits gefühlte 150-mal gelesen. Mindestens.

… und ob ich weiterlese.
Auf jeden Fall. Denn jetzt startet die Handlung erst so richtig durch – bislang gab es ja wie gesagt nur ganz normalen Sex. Die BDSM-Story dürfte in absehbarer Zeit so richtig losgehen, und ich bin wirklich gespannt, ob das Buch sich tatsächlich Richtung »echter« Erotikroman entwickelt oder doch eher als ganz normaler Liebesroman mit ein paar Soft-Erotik-Elementen entpuppt.

[Rezension] Jet Mykles: Heaven

Heaven Sent, #1

Beschreibung (All Romance):
The Weiss Strande Hotel is in trouble. Business just isn’t what it used to be when Tyler’s father ran the family-owned hotel. On top of business being down, dad’s sick with cancer and bills have skyrocketed.

Desperate to save his family interest, Tyler and his best friend sink their hopes and what’s left of their money into a new venture: a nightclub at the hotel. It’s imperative that the White Room is a success, or else the hotel will go under. Lady Luck seems to be with them, however, because they manage to sign the mega-popular rock group Heaven Sent to play the grand opening.

Already a huge fan of the group, Tyler couldn’t be more excited to welcome them to his hotel. He’s not at all prepared for the bomb of lust that hits him when he’s finally face-to-face with the painfully gorgeous lead singer, Johnnie Heaven. No, it couldn’t be lust. Yes, Johnnie’s probably the most beautiful person he’s ever seen, but Tyler is straight. It must be a misguided form of hero worship that he’s feeling.

Tyler finds out that he and Johnnie share an obsession: video games. When Johnnie invites Tyler to his room to play, Tyler jumps at the chance. Who wouldn’t snap up the opportunity to spend time with their idol? He and Johnnie have a great time with the games, but Tyler soon discovers that Johnnie’s got more in mind. The rock star’s aims to introduce Tyler to a whole new level of game play.

Kommentar:
Ich bin auf dieses Buch gestoßen, weil mir nach einer Rockstar-Romance war. In Ermangelung eines weiteren Olivia-Cunning-Buchs in nächster Zeit, hab ich mich also durch diverse Goodreads-Listen gestöbert und bin unter anderem auf die Autorin Jet Mykles mit ihrer »Heaven Sent«-Serie gestoßen. Ich wollte zwar eigentlich keine Gay-Geschichte, aber da das Buch durchgehend gut bewertet ist, hab ich trotzdem – und ungeachtet des scheußlichen Covers – zugeschlagen.

Dem Klappentext gibt es nicht viel hinzuzufügen. Als die Rockband Heaven Sent ins Weiss-Hotel kommt, um einen Gig zur Eröffnung des angeschlossenen Nachtclubs zu geben, funkt es augenblicklich zwischen Hotelbesitzer Tyler und Leadsänger Johnny. Die beiden vergnügen sich zunächst mit nächtlichen Videospielen und dann miteinander – Johnny verführt den Hotelmanager nach allen Regeln der Kunst. Wie es weitergehen soll, steht allerdings in den Sternen, denn Tyler hat so seine Probleme mit seiner neuen sexuellen Identität …

Die Geschichte hat ein bisschen was von einer besseren Fanfic, lässt sich aber wirklich gut lesen: Sie ist solide geschrieben und unterhaltsam, wenn man diese Art von Storys mag. Es ist wohl kaum einer Erwähnung wert, dass es hier vorwiegend um Sex geht, wobei die Sexszenen relativ explizit, aber nicht ordinär sind. Der Plot hat schon aufgrund seiner Kürze (ca. 31000 Wörter) keinen besonderen Tiefgang, stellt Tylers Konflikt aber trotzdem vollkommen ausreichend dar: Der Hotelmanager war bis vor Kurzem noch verlobt und hatte – im Gegensatz zu seiner Umgebung – keine Ahnung von seinen schwulen Tendenzen; dementsprechend schockiert reagiert er auf Johnnys Avancen. Insofern ist es auch glaubhaft, dass der Sänger das Objekt seiner Begierde ganz schön drängen muss, um zu kriegen, was er will – oder besser: was sie eigentlich beide wollen. Und das betrifft nicht nur den ersten Sex, sondern auch die folgende Beziehung zueinander, die von Tyler schwer zu akzeptieren ist. Er muss lernen, seine homosexuelle Seite anzunehmen, wenn die beiden glücklich werden wollen – und es ist richtig unterhaltsam, ihn auf seinem Weg zu begleiten.

Fazit:
11/15 – Eine sehr kurzweilige Gay-Geschichte, die meinen Erwartungen im Prinzip entsprochen hat (abgesehen davon, dass sie nicht viel vom Rockstar-Leben erzählt). Wenn mir mal wieder nach dieser Art von Erotik ist, werde ich bestimmt auf Mykles zurückgreifen.

 

 

Serieninfos:
01 Heaven
02 Purgatory
03 Hell
04 Faith
05 Genesis
06 Revelation

Außerdem gibt es die Serie »Heaven Sent Extras« mit weiteren Charakteren aus der »Heaven Sent«-Serie sowie die Spin-off-Serie »Indigo Knights« zu Band 5, »Genesis«.

[Rezension] Olivia Cunning: Rock Hard

Sinners on Tour, #2

Inhalt:
Every night lead singer, Sed Lionheart whips thousands of women into a frenzy with his voice alone. But the stage is the only place Sed feels any passion since he lost Jessica…

It shattered her heart, but law student Jessica broke off her engagement to Sed, determined to be successful on her own terms. But no other man can ever hold a candle to Sed…

Then a chance meeting and tortuously close quarters lead to uncontrollable flares of passion and rediscovery of their unique penchant for public encounters. Now, in addition to the risk of mutual heartbreak every time they get together, they’re in danger of truly scandalous public exposure…

Kommentar:
Nachdem ich von Band 1 der Sinners-Serie so begeistert war, waren meine Erwartungen an das Folgebuch trotz des DA-Verrisses hoch. Vielleicht zu hoch: Die Kritikpunkte von DA würde ich nämlich zwar nur zum Teil unterschreiben und das dort so herausgestellte »Ungh« kommt im ganzen Buch vielleicht fünfmal vor, aber trotzdem hat mir »Rock Hard« deutlich weniger gefallen als »Backstage Pass«.

Sed, der Sänger der Rockband »Sinners«, hat die Trennung von seiner Freundin Jessica vor zwei Jahren immer noch nicht verwunden. Als er sie zufällig als Stripperin in einem Club in Las Vegas sieht, zerrt er sie von der Bühne und zettelt eine Schlägerei an, in die sämtliche Bandmitglieder verstrickt sind und die später noch verheerende Folgen haben wird. Jessica verliert daraufhin ihren Job, doch das Geld, das Sed ihr zugesteckt hat, will sie trotzdem nicht behalten. Als sie ihn allerdings aufsucht, um es zurückzugeben, läuft alles ein wenig anders als geplant, und die beiden beginnen eine heiße Affäre …

Es ist kaum erwähnenswert, dass es natürlich nicht bei einer rein sexuellen Beziehung bleibt, auch wenn die Protagonisten permanent damit beschäftigt sind, sich das zu versichern und sich gegenseitig zu verletzen. Wenn die beiden nicht gerade Sex haben – vorzugsweise in der Öffentlichkeit –, zicken sie sich die meiste Zeit heftig an, weil Jessica sich von Sed bevormundet fühlt. Und auch wenn Jessica vielfach überreagiert, sind Seds Beschützerinstinkt und seine Besserwisserei tatsächlich oft sehr nervig – kurzum: beide Protagonisten sind ganz schön anstrengend.

Hinzu kommt, dass die Sexszenen zwar gut, aber sehr viel gewöhnlicher und weniger ansprechend sind als in »Backstage Pass«. Und sie sind weit seltener – was vermutlich daran liegt, dass die Autorin gefühlte hundert weitere Baustellen eröffnet. Neben der On-Off-Beziehung von Sed und Jessica geht es nämlich u.a. um eine schwere Kopfverletzung und deren Folgen, Depressionen, Medikamentenabhängigkeit, Diskriminierung an der Universität und sexuelle Nötigung. Im Fokus steht auch Jace, der »neue« Bassist der Band, der immer noch nicht richtig von den anderen akzeptiert wird. Ich finde es im Prinzip ja gut, dass die anderen Bandmitglieder stark in die Geschichte eingebunden werden, aber hier nehmen all die Nebenhandlungen insgesamt zu viel Raum ein, das raubt der Haupthandlung die Spannung.

Fazit:
10/15 – Ein guter Erotikroman, dem es aber definitiv nicht geschadet hätte, wenn die Autorin sich mehr auf die Geschichte der eigentlichen Protagonisten konzentriert und ein paar zusätzliche und außergewöhnlichere Sexszenen eingebaut hätte.

 

 

Serieninfo:
01 Backstage Pass – 14/15
02 Rock Hard
03 Hot Ticket [Jace]
04 Snared [Eric]
05 Doucle time [Trey] (voraussichtlich Frühjahr 2012)

Trivia:
So, wie es momentan aussieht, wird wohl kurioserweise Band 5 der Serie vorgezogen und im Frühjahr 2012 erscheinen, noch vor den Bänden 3 und 4.

[Rezension] Olivia Cunning: Backstage Pass

Sinners on Tour, #1

Kurzbeschreibung (Amazon):
It’s been months since Brian Sinclair, lead guitarist for the famous rock band, Sinners, composed anything. Unable to write the music that once flowed so naturally, Brian is lost without his musical mojo. But when sexy psychology professor Myrna Evans comes on tour to study groupie mentality, Brian may have found the spark he needs to reignite his musical genius. When lust turns to love, will Brian be able to convince Myrna that what they have is more than just a fling, and that now that he’s found his heart’s muse, he doesn’t want to live without her?

Kommentar:
Ich hatte ja in letzter Zeit die Lust an erotischen Romanen ein wenig verloren, aber diverse Rezensionen zu »Backstage Pass« haben mich dann doch neugierig gemacht. Zum Glück – gehört das Buch doch zu den besten Erotica, die ich in letzter Zeit, vielleicht sogar jemals gelesen habe.

Als die Psychologie-Professorin Myrna Evans während einer Vortragsreise in einem Hotel zufällig die Rockband »Sinners« trifft, sprühen zwischen ihr und dem Gitarristen Brian Sinclair augenblicklich die Funken. Die beiden stürzen sich Hals über Kopf in eine heiße Affäre, die keine Wünsche offen lässt, trennen sich aber nach einem Wochenende wieder und wollen sich eigentlich nicht wiedersehen, weil Myrna eine feste Beziehung welcher Art auch immer ablehnt. Als Brian sie nach einigen Wochen dennoch kontaktiert, kann sie nicht widerstehen und stimmt einem weiteren Treffen zu, das nicht weniger aufregend ist als das erste. Nicht viel später ergibt sich für Myrna dann die Möglichkeit, die Rockband im Rahmen einer Studie über Groupies für einige Monate auf ihrer Tour zu begleiten, und während dieser Zeit vertieft sich die Beziehung zwischen ihr und Brian zunehmend …

»Backstage Pass« ist wirklich ein erstaunliches Buch. Es gibt diverse Dinge, die ich merkwürdig bis albern, total vorhersehbar oder ziemlich überflüssig fand, aber komischerweise war für mich das Gesamtbild so stimmig, dass mich das alles nicht weiter gestört hat. Man hat es hier nicht – wie bei vielen anderen Vertretern des Genres – mit aneinandergereihten Sexszenen zu tun, die durch eine nachlässig konstruierte Rahmenhandlung notdürftig zusammengehalten werden, sondern es gibt tatsächlich eine sinnvolle Geschichte, die zwar wenig Überraschungen bietet, aber trotzdem nett zu lesen und sehr unterhaltsam ist.

Die Hauptpersonen sind sympathisch und haben für einen Erotikroman außergewöhnlich viel Charakter. Myrna ist eine Frau, die aufgrund traumatischer Erfahrungen in der Vergangenheit erst wieder lernen muss, einem Mann so weit zu vertrauen, dass sie sich auf eine feste Beziehung einlässt. Erst nach und nach wird aufgedeckt, was sie erlebt hat und warum ihr Selbstwertgefühl so nachhaltig gestört ist. Romantiker Brian ist sensibel genug, um ziemlich schnell festzustellen, dass Myrna bei aller sexueller Freizügigkeit eine Bürde mit sich herumträgt, und behandelt sie entsprechend rücksichtsvoll. Es wird von Anfang an deutlich, dass die beiden mehr verbindet als nur sexuelle Anziehungskraft, vor allem Myrna braucht aber ihre Zeit, um sich das einzugestehen.

Unterdessen bleibt genug Zeit für zahlreiche sexuelle Experimente der Hauptfiguren und wirklich heiße Sexszenen jeder Couleur: Neben ganz herkömmlichen Spielarten finden sich Anal-, leichte SM- und Voyeur-Szenen, darüber hinaus ein Dreier, der aufgrund der Konstallation wirklich spannend mitzuerleben ist und letztendlich sogar richtig zu Herzen geht. Wer nur ein bisschen Blümchensex lesen will, ist mit diesem Buch nicht gut bedient, alle anderen kriegen aber wirklich gut geschriebene erotische Topunterhaltung.

Da Myrna mit der Band auf Tour ist, und sie alle auf engstem Raum in zwei Tourbussen leben, lernt man auch die anderen Mitglieder der »Sinners« näher kennen. Sie könnten unterschiedlicher nicht sein, und das, was man von ihnen mitbekommt, macht einem große Lust auf die weiteren Bände der Serie. Und deshalb hab ich »Rock Hard« auch noch während des Lesens von »Backstage Pass« bestellt – trotz des »Ungh«-Verrisses von DA.

Fazit:
14/15 – Wow!

 

 

Serieninfo:
01 Backstage Pass
02 Rock Hard
03 Hot Ticket [Jace]
04 Snared [Eric]
05 Doucle time [Trey]

Trivia:
Es wurde eine Homepage für die fiktive Band »Sinners« eingerichtet.

Unter Sinners Excerpts findet man zahlreiche Auszüge aus den Büchern sowie gelöschte Szenen und kostenlose Kurzgeschichten; darüber hinaus gibt es jede Menge Fun Stuff, darunter Playlists zu »Backstage Pass« und »Rock Hard«.

Lesenswert-empfehlenswert haben im Mai dieses Jahres ein interessantes Interview mit der Autorin geführt.

[Rezension] Megan Hart: Tiefer. Im Sog der Lust

Originaltitel: Deeper

Inhalt:
Die junge Studentin Bess erlebt ihre erotische Erweckung, als sie sich während eines Ferienjobs am Meer in den sexy Bad Boy Nick verliebt. Doch ihre Affäre ist ebenso heiß wie kurz. So schnell wie der Sommer ist alles wieder vorbei. Erst zwanzig Jahre später, Bess ist gerade frisch geschieden, fragt sie sich plötzlich: Was ist aus dem Mann geworden, mit dem sie den besten Sex ihres Lebens hatte? Sie kehrt zurück ins Strandhaus. Dort, wo sie ihm einst begegnete. Und Nick ist ebenfalls wieder da …

Kommentar:
Obwohl ich in der Vergangenheit nicht hundertprozentig warm mit Megan Harts Büchern geworden bin, interessieren mich ihre Neuerscheinungen trotzdem genug, um sie unmittelbar nach Veröffentlichung zu lesen. Denn dass die Autorin gute Bücher schreibt, ist unbestreitbar, auch wenn der Funke auf mich nicht ganz überspringt – was auch diesmal der Fall ist.

Bess Walsh steht vor den Trümmern ihrer Ehe und gönnt sich eine Auszeit in ihrem Strandhaus in Bethany Beach. Hier hat sie sich vor zwanzig Jahren Hals über Kopf in Nick Hamilton verliebt und einen wundervollen, erotischen Sommer verbracht. Zurück an diesem Ort stürzt sie sich in Fantasien von großartigem Sex mit ihrer Sommerliebe von damals – und ist fassungslos, als sie am nächsten Morgen aufwacht und Nick wirklich da ist. Er ist seit damals kein bisschen gealtert, er atmet nicht, isst nicht, schläft nicht. Was ist er? Ist er wirklich da oder ist er nur eine Fantasiegestalt, ein Wunschtraum? Und was ist eigentlich vor zwanzig Jahren passiert?

Nach und nach wird aufgedeckt, was vor sich geht, auch wenn Bess lange Zeit einfach versucht, die Augen zu verschließen. Sie genießt den umwerfenden Sex mit Nick und baut sich im Strandhaus ihre eigene kleine Welt mit ihm auf, abgenabelt von der Außenwelt: Sie verlässt das Haus nur, um einzukaufen und kehrt so schnell wie möglich zu ihrem Liebhaber zurück. Doch sie kann nicht dauerhaft ignorieren, was Nick ist – oder nicht ist –, und die obsessive Beziehung wird für beide zur Belastungsprobe, denn sie gleicht mehr und mehr einem Gefängnis, aus dem es kein Entrinnen gibt. Das Ende kommt nicht wirklich überraschend und ist auf die einzig einigermaßen akzeptable Weise gelöst.

Die gegenwärtige Handlung wechselt sich ab mit einer Rückschau auf Bess’ und Nicks Romanze in jedem Sommer vor zwanzig Jahren – die mich leider nicht im Mindesten gepackt oder gar berührt hat. Sie zeugt von sexueller Anziehungskraft und Entdeckergeist zwischen Jugendlichen; die großen Gefühle, von denen gesprochen wird, sind aber kaum nachzuempfinden, ganz im Gegenteil. Insofern finde ich den verschachtelten Aufbau und das ausführliche Eingehen auf die Vergangenheit relativ überflüssig, doch immerhin wird das Ende der Sommerliebe und der Grund für Nicks Auftauchen zwanzig Jahre später erklärt, wenn die beiden Protagonisten in der Gegenwart schon Gespräche darüber lange Zeit tunlichst vermeiden.

Wenig überraschend konnte ich auch bei diesem Buch nicht hundertprozentig mit den Protagonisten warm werden. Sie sind ganz sympatisch, aber nicht mitreißend: Bess ist sehr passiv, teils regelrecht unbeholfen und sehr gut im Verdrängen. Nick hingegegen bleibt sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit blass; er wirkt wie ein hübscher, aber oberflächlicher und ein relativ egozentrischer Junge. Ebenso wenig wie die Figuren konnten mich die zahlreichen Sexszenen berühren, die solide, aber nur bedingt fesselnd bzw. erotisch sind.

Mein Hauptkritikpunkt ist aber, dass Megan Hart ein »paranormales Element« bemüht hat, um diese Geschichte zu erzählen. Mir erschließt sich nicht wirklich, warum das nötig gewesen sein soll, statt einfach von einer verlorenen alten Liebe zu erzählen, die nach zwanzig Jahren im Rahmen eines zufälligen Wiedersehens neu erblüht – und sei es auch nur vorübergehend. Mir fällt der Umgang mit einem solchen Element in einer sonst ganz normalen, realistischen Geschichte wirklich extrem schwer, aber das ist zugegebenermaßen reine Geschmackssache.

Zur deutschen Ausgabe noch: Ich finde das Cover ja durchaus ansprechend, aber es ist kein Vergleich zum Original, das den Inhalt des Buches perfekt widerspiegelt – schade, dass man es nicht beibehalten hat. Wenig gelungen hingegen ist der Titel oder besser: der Untertitel, der dem Roman einen billigen Touch gibt. Zur Sprache ist zu sagen, dass sie alles in allem okay ist, auch wenn immer mal wieder Merkwürdigkeiten zu finden sind (»Missy war gebaut wie ein Scheißhaus«, S. 18, »Wer mich nicht mag, wie ich bin, kann sich gleich … gehackt legen«, S. 22, oder »Wenn ich keinen Freund hätte, würde ich mich an ihn ranschmeißen wie Butter an einen Maiskolben«, S. 30). Es wird zum Glück aber kein einziges Mal der »Schwengel« geschwungen, wobei ich den Begriff »Kolben« auch nicht wesentlich besser finde.

Fazit:
10/15 – Ein durchaus gutes Buch, das mich aber nicht wirklich berühren konnte und dessen paranormales Element nicht mein Ding war.

[Rezension] Megan Hart/Lauren Dane: Kate und Leah

Originaltitel: Taking Care of Business
Kate und Leah, Teil 1

Inhalt:
Nach der Trennung von ihrem Freund hat Leah erst einmal genug von Männern. Alles, was sie im Moment will, ist Zeit mit ihrer Freundin Kate verbringen. Denn Kates Liebesleben gleicht einem Orkan. Doch als Leah auf den attraktiven Brandon trifft, beginnt auch für sie eine Zeit voller erotischer Abenteuer …

Kommentar:
Obwohl die bereits geposteten Kommentare für sich schon Bände sprechen, möchte ich auf einen Abschlussbericht zu »Kate und Leah« nicht verzichten. Natürlich ist dies entgegen der Behauptung im Threadtitel keine richtige Rezension, sondern vielmehr ein Protokoll des Grauens – nach meinen bisherigen Erlebnisberichten sicher nicht verwunderlich für die regelmäßigen Blogleser.

Schon der Klappentext vermittelt in Kombination mit dem Cover ein vollkommen falsches Bild von diesem Buch: Man hat es hier mitnichten mit einem homoerotischen Roman zu tun. Kate und Leah sind einfach nur Freundinnen und Kolleginnen – es gibt keine einzige lesbische Liebesszene, weder zwischen den beiden noch mit anderen Frauen. Es ist auch blanker Unsinn, dass Zeit mit ihrer Freundin zu verbringen alles ist, was Leah nach ihrer Trennung will; tatsächlich ist sie auf der Suche nach sexueller Zerstreuung mit einem Partner, der ihre gemäßigte SM-Leidenschaft teilt. Und Kates Liebesleben gleicht auch keinem Orkan, sie hat einfach ein loses, bis dato rein sexuelles Verhältnis mit einem Kollegen.

Die Handlung des Buches abseits der Sexszenen hat keine große Relevanz und dient nur als Rahmen; hierin unterscheidet es sich von anderen Megan-Hart-Büchern, die ja sonst eher für anspruchsvollere Erotica stehen. Der Fokus bei »Kate und Leah« liegt klar auf den Liebesszenen, was für einen erotischen Roman natürlich völlig in Ordnung ist – zumindest, wenn sie auch erotisch sind. Das sind sie aber nicht, wobei ich natürlich nicht weiß, inwiefern sie im englischen Original gelungen sind; ich kann nur beurteilen kann, was ich lese – und das war eine katastrophal schlechte deutsche Übersetzung von Sandra Green. Ich hab ja bereits Beispiele gepostet und werde gleich noch einige paar Abtippen und nach und nach in einem mehrteiligen »The Schlechtst of«-Special posten. Das wird aber auch nicht die Frage beantworten können, wie so eine Übersetzung zustande kommen kann. Die einzige einleuchtende Erklärung ist, dass Sandra Green – der Name deutet es an – nicht nur keine deutsche Muttersprachlerin ist, sondern die deutsche Sprache darüber hinaus auch nicht besonders gut beherrscht; ihr scheint wirklich jedes Sprachgefühl fürs Deutsche abzugehen. Bedauerlich, dass das seitens des Verlages nicht bemerkt oder – was noch schlimmer wäre – ignoriert wird.

Fazit:
0/15 – Protestwertung! Ein Buch, bei dem das Lesen der deutschen Ausgabe schon nach kurzer Zeit zur Suche nach Stilblüten verkommt. Einfach nur ärgerlich.

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Serieninfo:
01 Taking Care of Business | Kate und Leah
02 No Reservations | Kate und Leah – Ohne Limit