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Mary Balogh: At Last Comes Love

3. Teil der Huxtable-Serie

Inhalt:
Fünf Jahre nachdem er seine Braut vor dem Altar hat sitzen lassen und mit seiner »Schwägerin« Laura durchgebrannt ist, veranlasst die pure Verzweiflung Duncan Pennethorne, Earl of Sheringford, nach Hause zurückzukehren: Sein Großvater droht, ihn zu enterben, sollte er nicht innerhalb der nächsten 15 Tage verheiratet sein. Duncan braucht also dringend eine Braut und fragt die nächstbeste Frau, die ihm zufällig vor die Füße stolpert: Margaret Huxtable.
Aufgrund einer infamen Lüge gegenüber ihres Ex-Verlobten sieht Margaret sich gezwungen, den Antrag zumindest in Erwägung zu ziehen – unter der Bedingung, dass Duncan ihr in den nächsten Tagen öffentlich den Hof macht. Und tatsächlich stellt sie beim näheren Kennenlernen fest, dass er kein so gewissenloser, schlechter Mensch ist, wie die Leute sagen. Doch kann eine Ehe unter diesen Umständen funktionieren?

Kommentar:
»At Last Comes Love« ist ein Buch, dem ich mit sehr gemischten Gefühlen gegenüberstand, da ich die Heldin Margaret in den ersten beiden Bänden der Serie überhaupt nicht ausstehen konnte – nicht gerade eine gute Grundvoraussetzung! Doch die Autorin hat die Kurve gekriegt: Die in den Vorgängerbänden bis zur Selbstaufgabe aufopferungsvolle Margaret probt in ihrem eigenen Buch die Revolution und erkennt, dass sie sich endlich auch mal um ihr eigenes Leben kümmern muss statt um das ihrer Familie. Obwohl sie in Ansätzen natürlich immer noch um das Wohl anderer Leute besorgt ist, hat sie nur noch wenig gemein mit der früher gezeichneten Figur – und das ist gut so, denn andernfalls hätte ich das Buch vermutlich nicht ertragen. Margaret ist eine selbstbewusste, ein wenig störrische Frau, die weiß, was sie will und sich nicht beirren lässt. Doch trotz ihrer »Rebellion« ist sie so gut, dass sie fast schon langweilig ist: Sie ist zu jeder Zeit vernünftig, handelt überlegt und souverän, egal mit wem sie es zu tun bekommt, und für meine Begriffe mangelt es ihr darüber hinaus an Emotionalität und Spontaneität.
Duncan ist geprägt von den letzten schwierigen Jahren seines Lebens und agiert zunächst entsprechend reserviert und vorsichtig, taut aber im Laufe der Zeit auf. Wenngleich in anderer Ausprägung, ist Duncan eigentlich ein ähnlich aufopferungsvoller Typ, nicht umsonst hat er zum Wohle seiner Fast-Schwägerin sein Leben und seine Reputation aufgegeben und heiratet jetzt nur zum Wohle seines vierjährigen Sohnes Toby.

Zwei Drittel der Handlung spielen in London und konzentrieren sich auf das Werben Duncans um Margaret. Nach der Hochzeit dann wird das Geschehen auf den Landsitz des Grafen verlagert, wo das frisch gebackene Ehepaar versucht, die Vernunftehe in eine Liebesehe zu wandeln und Duncans Sohn (der übrigens ebenso unglaubwürdig und z.T. viel zu erwachsen dargestellt ist wie alle Kinder in Liebesromanen) für die neue »Mutter« zu begeistern. Das letzte Drittel des Buches fällt im Vergleich zur Handlung in London deutlich ab, zumal hier einfach nicht genug Raum bleibt, eine glaubwürdige Entwicklung der Partnerschaft darzustellen. Man bekommt also einzelne Szenen serviert, die zeigen sollen, wie die Zuneigung der Protagonisten füreinander wächst – doch man kann das zwar zur Kenntnis nehmen, aber nicht nachempfinden; hier fehlen dem Buch schlicht Tiefe und Gefühl. Das fällt vor allem deshalb ins Gewicht, weil ohnehin klar ist, wie die Sache endet und was es mit dem Geheimnis um Toby auf sich hat – diesen Konflikt einzubauen, war überhaupt nicht nötig. Zumal die Geschichte um Tobys Abstammung ganz schön hanebüchen ist, ebenso wie auch Duncans Motive für sein Durchbrennen mit Laura nicht ganz nachvollziehbar sind.

Bleibt zu bemerken: Ich hab eigentlich nichts gegen Bücher, die nicht mit der Hochzeit enden, sondern das nähere Kennen- und Liebenlernen eines Ehepaares beleuchten. Dass Balogh jetzt aber schon im dritten Buch hintereinander das Thema »aus einer Vernunftehe entsteht die große Liebe« abhandelt, find ich doch ein bisschen viel. Ich hoffe, bei Stephen lässt sie sich was anderes einfallen!

Wertung:
11/15 – Ein gutes, unterhaltsames Buch, dem aber der letzte Kick fehlt, weil die Figuren und Handlung eine Spur zu langweilig sind.

Richelle Mead: Vampire Academy – Blutsschwestern

Originaltitel: Vampire Academy
1. Teil der Vampire-Academy-Serie

Inhalt:
St. Vladimir’s ist eine Schule für junge Vampire. Auch Rose Hathaway – halb Mensch, halb Vampirin – wird hier zur Wächterin ausgebildet. Sie hofft, eines Tages ihrer besten Freundin Lissa zur Seite zu stehen, der letzten Überlebenden der Vampirfamilie Dragomir. Da kommt es zu einer Reihe merkwürdiger Vorfälle: Irgendjemand scheint es auf Lissas Leben abgesehen zu haben. Der Einzige, dem sich Rose anvertrauen kann, ist der attraktive Wächter Dimitri …

Kommentar:
Richelle Mead schickt den Leser in eine etwas andere Vampirwelt, in der es – vereinfach gesagt – gute und böse Vampire (Moroi und Strigoi) gibt. Die ätherischen Moroi sind im Gegensatz zu den Strigoi sterblich, weshalb sie von dhampirischen Wächtern beschützt werden müssen. Genau das tut auch Rose, auch wenn die Dhampirin noch in der Ausbildung ist: Sie beschützt ihre Freundin Lissa vor unbekannten Feinden – und vor sich selbst.

Der Aufbau des Buchs ist relativ anstrengend. Man wird von der ersten Seite an ins kalte Wasser geworfen und wie selbstverständlich mit Begriffen, Begebenheiten und Ereignissen konfrontiert, die man weder durchschaut noch versteht. Erst im Laufe der Handlung wird der Leser aufgeklärt – und zwar häppchenweise und recht weitschweifig. Wahrscheinlich liegt es daran, dass zumindest die erste Hälfte ziemlich schleppend verläuft und alles andere als fesselnd ist; von Aufklärungsarbeit abgesehen passiert nämlich nicht viel (von diversen nur bedingt interessanten Teenie-Rangordnungkämpfen und -Problemen abgesehen). Nachdem schließlich die wichtigsten Hintergründe erklärt sind, nimmt die Spannung dann zu und das Buch in der zweiten Hälfte wird mitreißender.

Rose ist eigentlich eine ansprechende Heldin; sie ist loyal, aufopferungsvoll, zielstrebig und klug – und Lissa nicht nur eine Wächterin, sondern auch eine echte Freundin. Doch obwohl sie in einigen wenigen Szenen aufbrausend reagiert, wirkt sie alles in allem zu beherrscht, zu rational, zu perfekt. Ich bin nicht sicher, ob das so gewollt ist und dem Charakter der Figur entspricht, oder ob die Emotionen von der Autorin nur einfach nicht nachhaltig transportiert wurden. Ich fürchte, es ist letzteres der Fall, denn für Lissa gilt das gleiche: Obwohl sie eigentlich eine labile und trotz ihrer Fähigkeiten schwache Figur ist, wirkt sie marionettenhaft und überhaupt nicht plastisch – selbst dann nicht, wenn man ihre Emotionen durch das Band zu Rose erfühlen sollte. Übrigens grundsätzlich ein interessanter Kniff: Das Buch wird eigentlich aus der Ich-Perspektive von Rose erzählt, da diese aber mental mit Lissa verbunden ist, erfährt der Leser trotz Roses körperlicher Abwesenheit von Lissas Handlungen – zumindest von denen, die für den Fortgang der Story wichtig sind. Große Gefühle sind aber auch in diesen Momenten emotionaler Aufgewühltheit nicht auszmachen.

Übrigens gehört das Buch für meine Begriffe in die Kategorie »All Age Fantasy« oder »Young Adult« – was aus der deutschen Aufmachung und dem Klappentext nicht wirklich hervorgeht. Daneben ist es eher ein reiner Fantasy-Roman ein paranormaler Liebesroman, auch wenn eine Lovestory im Ansatz vorhanden ist und in den Folgebänden vermutlich vertieft werden wird.

Wertung:
8/15 – Ein Buch mit einigen guten Ansätzen, das aber seine Längen hat. Sollte mir Band 2 günstig in die Hände fallen, werde ich sicher zuschlagen; falls nicht, wäre das aber auch kein Beinbruch.

Anne Weiss und Stefan Bonner: Generation Doof

Inhalt:
Niklas glaubt, der Dreisatz wäre eine olympische Disziplin. Latoya kennt drei skandinavische Länder: Schweden, Holland und Nordpol. Und Tamara-Michelle hält den Bundestag für einen Feiertag. Einzelfälle? Mitnichten. Eine ganze Generation scheint zu verblöden. Der Staatsanwalt von nebenan erzieht seine Kinder mit der Spielkonsole. Germanistikstudenten sind der deutschen Sprache nicht mehr mächtig. Eine Karriere als Popstar erscheint dem Bäckerlehrling verlockender als eine solide Ausbildung. Wie dumm ist diese Generation wirklich? Anne Weiss und Stefan Bonner müssen es wissen. Denn sie gehören dazu.

Kommentar:
Eigentlich mag ich ja solche Bücher, doch nachdem »Generation Doof« innerhalb kurzer Zeit viele negative Kritiken erhalten hat, hab ich zunächst die Finger davon gelassen. Inzwischen hab ichs auf dem Flohmarkt für nen Euro ergattert und kann nur sagen: Selbst der eine Euro war zu viel, denn die schlechten Rezensionen sind völlig berechtigt.

Der Unsinn fängt schon damit an, dass die »Generation Doof« eine Altersspanne von 30 Jahren umfasst und die heute Fünzehn– bis Fünfundvierzigjährigen meint. Man erkläre mir bitte, was die Angehörigen des oberen und unteren Endes der Skala miteinaner gemeinsam haben? Ach ja, die Autoren erkären es ja, sie sind alle gleich doof, wie konnte ich es vergessen! Dass die Autoren möglichst viele Leute »abholen« und somit die größtmögliche Zielgruppe erschließen wollten, hat ganz sicher nichts damit zu tun!

Weit schlimmer als diese sinnfreie Generationseinteilung ist aber die Aufbereitung der Inhalte, die einem andauernden Lamento über die heutige Gesellschaft und den Werteverfall gleicht. Das Buch ist nämlich leider mitnichten witzig, sondern stellt ohne jeden Sarkasmus permanent die Blödheit und Unfähigkeit der kompletten »Generation Doof« dar, die stolz drauf ist, idiotisch zu sein, nichts zu wissen, nichts wissen zu wollen und keine Manieren zu haben, die nicht alt werden und sich nicht anpassen will, die zu viel Alkohol trinkt und zu viel Sex hat. Böse Menschen gibts!

Man fragt sich, wie wir überleben sollen, wo wir doch nicht mal mehr in der Lage sind, eine Fertigpizza unfallfrei im Ofen fertigzubacken. Da gerät bei uns 15–45-Jährigen nämlich das Backpapier in Brand, und weil wir Alkis so doof (alternativ: dauerbesoffen) sind, versuchen wir, das offene Feuer mit Whisky zu löschen, weil wir gerade ein Glas mit nem Drink in der Hand haben. Schließlich haben wir irgendwo aufgeschnappt, dass man Feuer mit Flüssigkeit bekämpft. Wir sind dumm, wie gesagt, aber stolz drauf. Haha. Okay, vielleicht könnte ich über solche Episoden sogar lachen, wenn sie denn witzig, ironisch, mit einem Augenzwinkern und/oder einfach nur unterhaltsam erzählt wären; sind sie aber eben nicht, nicht mal im Ansatz. Die Begegebenheiten und Belege für die Dummheit der »Generation Doof« sinid einfach nur pfurztrocken dargestellt und nerven, weshalb ich das Buch abgebrochen habe.

Wertung:
1/15 – Doof sind hier in erster Linie die Autoren, die es geschafft haben, das Thema komplett humorfrei aufzubereiten. Zum Ausgleich haben sie direkt ein weiteres Buch zum Thema nachgeschoben, ein Praxis-Handbuch, das den Rezensionen nach nicht besser ist – was natürlich keine große Überraschung darstellt!

Zoe Archer: Nur das Herz kennt die Antwort/Das geheime Leben der Lady X

Originaltitel: Lady X’s Cowboy

Inhalt:
Die Witwe Lady Olivia Xavier ist nicht nur schön und reich, sondern genießt auch einen makellosen Ruf in der Gesellschaft. Bis ihr eines Tages der Amerikaner Will Coffin begegnet, der in England nach seinen Wurzeln sucht. Hals über Kopf verliebt sie sich in Will, der weder einen Titel hat noch an die Monarchie glaubt. Dafür erobert der kühne Cowboy sie mit ungestümen Küssen und stürmischen Umarmungen! Doch ihre Liaison droht Olivias Ruf zu zerstören. Sie steht vor der Wahl: Entweder sie fügt sich dem ungeschriebenen Gesetz ihres Standes und verzichtet auf Will – oder sie entscheidet sich für ihren Geliebten und folgt ihm über den Ozean bis in die Neue Welt …

Kommentar:
Mal ein etwas anderer Plot: Ein Cowboy in London, der sich auf eine Liaison mit einer Adligen einlässt – doch leider hat die Autorin nicht das aus dem Thema herausgeholt, was möglich gewesen wäre. Das liegt im Wesentlichen daran, dass trotz der ausführlichst geschilderten Vorgänge und Intrigen um Olivias Brauerei (fast) alles wahnsinnig glatt läuft zwischen dem ungleichen Paar, selbst der »Konflikt« an Ende. Das ist nicht nur ziemlich langweilig, sondern auch mehr als unwahrscheinlich. Das fängt schon damit an, dass keine Adlige im 19. Jahrhundert, die überdies auf gute Geschäftsbeziehungen und Akzeptanz angewiesen ist, sich dermaßen ungerührt über alle gesellschaftlichen Normen hinwegsetzen und einen wildfremden Cowboy in ihrem Haus einquartieren würde – von einem relativ »öffentlich« geführten Verhältnis ganz zu schweigen!

Hinzu kommt, dass die Hauptfiguren zwar grundsätzlich sympathisch sind, aber keinerlei Ecken und Kanten haben, die sie wirklich interessant machen würden. Olivia ist klug und gebildet, eine hervorragende und entsprechend erfolgreiche Geschäftsfrau, vorurteilsfrei, schlagfertig, couragiert, wunderschön, sexy und sinnlich. Noch extremer ist Will, der – abgesehen von seinen Reitkünsten – überhaupt nicht wie ein ungehobelter Cowboy aus dem Wilden Westen wirkt, was in der Tatsache gipfelt, dass er nicht nur lesen und schreiben kann, sondern auch noch Oscar Wildes Lesereise durch Amerika besucht hat, Klavier spielen kann und auch noch Musikstücke komponiert. Daneben ist er natürlich mutig, gutaussehend (nachdem er sich den Bart abrasiert hat), loyal, klug, vorurteilsfrei und liberal, aufopferungsvoll, beschützend, ein wundervoller Lover usw. usf. Gehts denn nicht ein bisschen weniger perfekt, bitte?

Fazit:
8/15 – Ganz unterhaltsames Buch, das aber inklusive aller auftretenden Personen total vorhersehbar ist; die einzige Überraschung ist die Aufklärung von Wills Hintergrund.

Susan Lyons: Haut wie Samt

Originaltitel: Champagne Rules
Awesome Foursome Series, Book 1

Inhalt:
Es war nur eine einzige Nacht am Strand von Kreta, doch seitdem ist für Suzanne nichts mehr, wie es einmal war. Noch Jahre später träumt sie von Jaxons sinnlicher Leidenschaft und seinen zärtlichen Berührungen. Doch damals trennten sie sich, ohne den Namen des anderen zu kennen. Jahre später kommt sie auf eine verrückte Idee: Mit Hilfe des Internets macht sie sich auf die Suche nach ihm. Und sie findet ihn. Der Funke springt sofort wieder über, und sie machen genau da weiter, wo sie aufgehört haben – mit wilder, ungezügelter Leidenschaft. Ist es diesmal für immer?

Kommentar:
Viel ist dem Klappentext eigentlich nicht hinzuzufügen, außer vielleicht die Ergänzung, dass die beiden gar nicht planen, »für immer« zusammenzusein. Sie wollen sich einfach nur treffen, um erneut fantastischen Sex zu haben. Ich glaube, ich verrate nicht zuviel, wenn ich die alte Weiseheit »aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt« bemühe und verrate, dass die Sache aus dem Ruder läuft – trotz der eigens aufgestellten »Champagnerregeln«, die besagten, dass es keine Verpflichtungen und keine persönlichen Informationen, sondern nur pricklenden Sex gibt. Apropos Sex: Für einen Erotikroman aus dem Hause Aphrodisia ist »Haut wie Samt« zwar überraschend harmlos, Sexszenen gibt es aber zuhauf, mehrfach in Form von Cyber- und Telefonsex, meist aber »in natura« (gern auch in der Öffentlichkeit) bei den kurzen Treffen zwischen Jax und Suzanne. Ich persönlich fand die Szenen in Ordnung, aber nicht sonderlich anregend, weil sie mir für einen Erotikroman zu gewöhnlich waren und überdies keine sexuelle Spannung zwischen den Hauptfiguren bei mir ankommen wollte.

Vielleicht konnte ich mich aber auch deshalb nicht begeistern, weil ich mich mit Suzanne so gar nicht anfreunden konnte. Suzanne hält sich für bieder und wäre gern eine Sexbombe. Um das zu bewerkstelligen, muss sie dringend ihre langweilige Persönlichkeit verleugnen und in eine andere Identität schlüpfen, so sucht sie sich also bei der Kontaktaufnahme mit ihrem Kreta-Lover im Internet den Nickname »Leichtsinn69« aus und wird zu ihrer eigenen (fiktiven) Zwillingsschwester, die lauter sagenhaft sexy Dinge tut, die die biedere Suze nie tun würde. Selbstverleugnung wirft natürlich das eine oder andere Problem auf, so auch hier: Suze befindet sich ständig in einem inneren Konflikt, weil sie sich überlegen muss, was die sexy Zwillingsschwester tun und sagen würde, und sich ständig einreden muss, dass sie ihre Zwillingsschwester ist (»Ich bin Leichtsinn69!«), während sie gleichzeitig unablässig fürchtet, enttarnt zu werden. Jax seinerseits muss sich ebenfalls immer wieder aufs Neue bezähmen und verstellen, um dieser leichtsinnigen Zwillingsschwester zu gefallen. Denn wenngleich sein anderes Ich dankenswerterweise nicht so extrem im Vordergrund steht, ist nämlich eigentlich auch er ganz anders als er sich geben muss, weil er ja sexy Suze nicht enttäuschen will – natürlich!

Darüber hinaus wollte die Autorin offenbar auch gerne noch irgendetwas Bedeutsames in ihrem Buch thematisieren – was würde sich da besser eignen als Diskriminierung/Rassenkonflikte auf diversen Ebenen und aus diversen Sichtweisen? In diesem Zuge muss Jax seine verleugnete Identität finden und auch noch ganz neue Lebensziele definieren. Und dann ist da noch das Thema Frauenfreundschaft, das ein prima Aufhänger für weitere Bücher über die vier Frauen ist und zeigt, wie wichtig Freundinnen sind, mit denen man über alles reden kann, die alles füreinander tun und überhaupt. Über Spionage, Handeln gegen den Willen der Freundin und Hinwegsetzen über getroffene Abmachungen wird dabei großzügig hinweg gesehen, sofern sich herausstellt, dass alles nur gut gemeint war. Ich würde meinen Freundinnen was erzählen, wenn sie mich wie ein unmündiges Kind behandeln und meine Entscheidungen einfach ignorieren würden, aber andererseits sind meine Freundinnen und ich auch seit ca. 25 Jahren aus dem Alter raus, unserer Runde einen Namen verpassen zu müssen; zu erwachsenen Frauen, die sich »die tollen Vier« nennen, passt so ein bevormundende Verhalten wie oben beschrieben irgendwie!

Wertung:
6/15 – Eigentlich ein interessanter Plot, der aber leider nicht überzeugend umgesetzt wurde, sondern nur unterer Durchschnitt ist. Mein Bedarf, weitere Bücher über diese Frauenbande zu lesen, hält sich doch arg in Grenzen!

Mark Leyner & Billy Goldberg: Warum haben Männer Brustwarzen?

Originatitel: Why do Man Have Nipples?

Inhalt:
Können Kontaktlinsen hinter dem Auge verschwinden? Hilft Zahnpasta gegen Pickel? Ist es gefährlich, einen Menschen zu essen? Macht Labello süchtig? Verbessert erhöhter Karottenkonsum die Sehfähigkeit? Und warum wirkt Gähnen ansteckend? Notarzt Billy Goldberg und Satiriker Mark Leyner bieten in diesem skurrilen medizinischen Kompendium Antworten auf diese und viele andere drängenden Fragen rund um den menschlichen Organismus.

Kommentar:
»Drängende Fragen, die Sie Ihrem Arzt erst nach dem dritten Martini stellen würden«, so lautet der Untertitel des Buchs und ich frage mich, ob einem normalen Menschen Fragen wie die in diesem Buch behandelten überhaupt einfallen würden. Na gut, obwohl die Antworten oft langweilig, zu sehr an der Oberfläche bleiben und nicht befriedigend erklärt sind, lernt man schon ein bisschen was. Das meiste weiß man aber schon oder es ist klar, dass die zugrunde liegenden Annahmen nur Ammenmärchen oder Pointenlieferanten sein können. In vielen Fällen scheinen die drängenden Fragen aber einfach verdrehten Hirnen zu entspringen: Wer etwa fragt, ob das Lecken an Kröten high macht, hat wahrscheinlich ohnehin schon zuviele Drogen konsumiert, und dass Menschen, die wissen wollen, ob es klug ist, Verbrennungen mit Butter zu heilen, überhaupt so lange überlebt haben, ist an sich schon erstaunlich. Leider sind die Antworten auf derlei unsinnige Ideen bei Weitem nicht witzig genug, um (wenn schon nicht zur Bildung, so doch wenigstens) zur amüsanten Unterhaltung beizutragen. Eher nervtötend als witzig sind auch die Zwischensequenzen rund um die Entstehung des Buchs, die ich irgendwann überhaupt nicht mehr gelesen habe.

Wertung:
5/15 – Irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes; eignet sich eher nur zum Durchblättern und Querlesen auf dem Klo (wo wir uns ja nicht allzu lange aufhalten sollen, wie wir lernen, denn das fördert Hämorrhoiden!).

Lara Adrian: Gefährtin der Schatten

Originaltitel: Veil of Midnight
5. Teil der Midnight-Breed-Serie

Inhalt:
Renata ist eine Kämpferin, die ihresgleichen sucht. Ihre Waffen sind mentale Kräfte, mit denen sie sogar gegen Vampire bestehen kann. Als ein Mädchen, das unter Renatas Schutz steht, in Gefahr gerät, muss sie sich mit dem Vampir Nikolai verbünden. Der düstere Krieger stellt Renatas schwer erkämpfte Unabhängigkeit auf eine harte Probe und weckt eine Leidenschaft in ihr, die sie noch nie zuvor erlebt hat…

Kommentar:
Der 5. Band der Midnight-Breed-Serie schließt nahtlos an die Ereignisse des Vorgängerbuchs an, spielt aber in Montreal, wo Nikolai im Alleingang unterwegs ist. Die Rahmenhandlung, die sich über die gesamte Serie erstreckt, wird weiter vorangetrieben: Es gibt zahlreiche Erzählperspektiven der verschiedenen Strippenzieher, sodass man jede Mege Hintergrundinformationen, politische Verwicklungen und Intrigen serviert bekommt, die für den Verlauf der Gesamtgeschichte von Bedeutung sind oder noch sein werden. Obwohl die Liebesgeschichte zwischen Niko und Renata inklusive diverser heißer Sexszenen ihren Raum einnimmt, gerät in diesem Buch der Romance-Anteil doch sehr in den Hintgerund. Stattdessen tendiert »Gefährtin der Schatten« m.E. stark Richtung »Urban Fantasy« – ein Genre ist, das ich grundsätzlich zwar schon mag, aber nicht von Lara Adrian erwarte und lesen will.

Die Hauptfiguren konnten mich leider auch nicht restlos überzeugen, wenngleich ich einräumen muss, dass ich gar nicht genau sagen könnte, warum eigentlich nicht. Sie sind nicht unsympathisch, aber irgendwie blass und nicht plastisch – weshalb sie in meinem Kopf auch gar nicht mehr richtig präsent sind, obwohl ich das Buch erst gestern beendet habe. Mir fällt überhaupt nichts ein, was ich zu den beiden sagen könnte; das spricht wohl irgendwie auch schon für sich. Auffallend war allerdings, dass Niko in diesem Buch überhaupt nicht mehr dem Bild als gefühlskalte Kampfmaschine, das in den Vorgängerbänden gezeichnet wurde, entspricht. Dass sich Renata und Niko aus unerfindlichen Gründen quasi von Anfang an irgendwie vertrauen, sich ineinander verlieben und ihre Beziehung so schnell vertiefen, schien nicht schlüssig und passte darüber hinaus auch nicht besonders zu den eher einzelgängerisch angelegten Figuren.

Die anderen Mitglieder des Ordens spielen kaum eine Rolle; die Integration früherer Hauptfiguren wird von anderen Autoren weit besser gelöst. Der dem Orden nahestehende Andreas Reichen in Deutschland bekommt immerhin ein paar (dramatische) Szenen, die das Interesse am Folgeband Ashes of Midnight wecken.

Wertung:
10/15 – Eigentlich ein gutes Buch, das aber nicht an die ersten Bände der Serie heranreicht. Hier fehlt einfach irgendetwas wirklich Bemerkenswertes bzw. Besonderes, sodass ich »Gefährtin der Schatten« wahrscheinlich schnell wieder vergessen haben werde.

Jan Weiler: Maria, ihm schmeckt’s nicht

Der Hörverlag, 2 CDs im Pizzakarton
Hörspiel mit Jan Weiler, Konrad Beikircher u.a.

Hörproben, ein Bonustrack und weitere Infos finden sich hier: http://www.hoerverlag.de/jan_weiler.php?id=6

Inhalt:
»Leider können Saras Verwandte aus Süditalien nicht zur Hochzeit nach Deutschland kommen. Schade, denke ich und öffne am nächsten Tag das Geschenk der Familie. Unter sehr viel Holzwolle kommt ein monströser Schwan aus Porzellan zum Vorschein mit einem Loch im Rücken, in das man Bonbons füllt. Menschen, die einem so etwas schenken, muss man einfach kennen lernen.« – Die herrlich komische Geschichte eines jungen Deutschen, der in eine italienische Familie einheiratet und sich konfrontiert sieht mit einer unglaublichen Verwandtschaft aus dem unbekannten italienischen Bundesland Molise, das laut seiner Bewohner »am A… der Welt« liegt.

Bewertung:
Die Geschichte, erzählt aus der Ich-Perspektive, startet ohne jedes Vorgeplänkel direkt richtig durch: mit der Vorstellung bei den zukünftigen Schwiegereltern »Uuuuuuuursuuulaaaa« und Antonio, einem in Deutschland lebenden Italiener. Bereits dieses erste Zusammentreffen mit Antonio lässt erahnen, dass man im Verlauf der Geschichte noch viel Spaß mit ihm haben wird. Es werden sehr zur Freude des Hörers sämtliche Klischees bedient, die man so vom Italiener mitsamt seiner Großfamilie im Allgemeinen und Besonderen hat und es darf immer wieder laut gelacht werden angesichts der Eigenheiten, Einfälle und Ausfälle vor allem des kauzigen Schwiegervaters. Ab Mitte des Buches nimmt der Ernst der Geschichte zu; man wird aber bei aller Melancholie immer noch glänzend unterhalten und darf sich auf die Fortsetzung »Antonio im Wunderland« freuen!

Die Sprecher zeigen unterschiedliche Leistungen. Die Besetzung der Nebenrollen ist weitgehend in Ordnung, wobei allerdings Sandra Limoncini als Sara, die halbitalienische Verlobte des Ich-Erzählers, für meine Begriffe ein Totalausfall ist. Man kann nur froh sein, dass sie einen relativ kleinen Part zu sprechen hat – sie wäre durchaus dazu in der Lage, einem den Spaß zu verderben. So fällt ihr Auftritt nicht wirklich ins Gewicht.
Jan Weiler als Antonios Schwiegersohn ist komischerweise in den Erzählparts klasse, in der direkten Rede aber durchwachsen – was dazu führt, dass »der liebe Jung« vor allem zu Beginn des Hörspiels bisweilen ein wenig idiotisch und vor allem vollkommen hilflos wirkt – obwohl er m.E. eigentlich nicht so angelegt ist. Zumindest hatte ich weder beim Lesen des Buchs noch beim Hören der Lesung diesen Eindruck von ihm; dort schien er eher mit (nettem) Sarkasmus das Geschehen zu kommentieren.
Ungeschlagen ist Konrad Beikircher als Antonio, der den italienischen Akzent absolut grandios vorträgt und dem man – zumindest als deutscher, klischeebelasteter Hörer – den temperamentvollen Italiener ohne Abstiche abkauft. Darüber hinaus nimmt er sich genau im richtigen Maß zurück, als Antonio später seine Lebensgeschichte erzählt, die gar nicht mehr so flapsig-lustig ist.

Geräusche und Effekte sind in Ordnung, wenngleich ich mir bisweilen ein bisschen mehr Ruhe im Hintergrund gewünscht hätte. Toll ist die italienische Musik, die dem Hörspiel ein ansprechendes Flair verleiht und stellenweise verdächtig nach Adriano Celentano klingt, aber Beikircher mit Band ist (der übrigens auch schon ein Album mit Celentano-Songs veröffentlicht hat).

Besonders zu erwähnen ist noch die hübsche Verpackung: Das Hörspiel kommt stilecht im Pizzakarton daher.

Bewertung:
13/15 – Trotz einiger kleiner Abstriche alles in allem ein höchst unterhaltsames Hörspiel, das ich jedem empfehlen kann. Um es mit Antonios Worten zu sagen: Issi genial!


Hinweis:

Ebenso empfehlenswert ist übrigens die Lesung des Stoffs – wenn nicht sogar noch empfehlenswerter. Jan Weiler liest (und lebt) »Maria, ihm schmeckt’s nicht« selbst und verlieht Antonio Marcipane einen fast ebenso schönen Akzent wie Beikircher. Der größte Vorteil ist, dass zwar auch die Lesung im Vergleich zum Buch gekürzt wurde, dass sie aber trotzdem immer noch weitaus mehr Raum für einige höchst amüsante Antonio-Episoden bietet, die im Hörspiel leider fehlten.

Julie Garwood: Geliebter Barbar

Originaltitel: The Secret
1. Teil des Secret-Zweiteilers

Inhalt:
Die stolze Judith ist im Begriff, nach Schottland zu reisen. Zur Begleitung erhält sie Iain Maitland, einen eigenwilligen Clanführer. Erst scheint er nichts als ein schottischer Barbar zu sein, doch schon bald erliegt Judith seiner Anziehungskraft. Und auch Iain entwickelt tiefe Gefühle für die stolze Engländerin …

Kommentar:
Nay! Ich kann mich der riesigen Begeisterung für dieses Buch nicht wirklich anschließen! Fraglos hat es starke und amüsante Szenen, etwa gleich die erste, in der sich Francis Catherine und Judith als Kinder kennenlernen, aber es hat mindestens ebenso viele Längen. Das empfindet man vielleicht nicht so, wenn man sich für Garwoods Humor begeistern kann, denn dann werden die Szenen, die ich als »langweilig« empfunden habe, (vielleicht) von witzigen Wortgefechten getragen. Überflüssig zu sagen, dass mir der Humor aber eben nicht besonders liegt, denn bei aller Begeisterung für emanzipierte Frauen, die etwas bewegen wollen und ihre Grenzen ausloten, ist mir Judith zu übertrieben reformerisch bzw. rebellisch, und ich finde ihre Auftritte häufig mitnichten stark, mutig, bewundernswert und amüsant, sondern stur, aufsässig, unverschämt, manipulativ und alles in allem eher befremdlich. Außerdem ist mir Judith viel zu perfekt – zu schön, zu begabt, zu intelligent, zu beliebt, zu schlagfertig, zu altruistisch und zu nett; sie kann alles, weiß alles, regelt alles zur Zufriedenheit aller Beteiligten … Selten so ne stereotype Heldin erlebt.

Ihr Held Iain ist auch nicht viel besser, der kraftstrotzende, schweigsame Clanführer mutiert in Judiths Anwesenheit zu einem willenlosen Weichei, das schon bei ihrem Anblick weiche Knie kriegt und einfach nicht die Finger von ihr lassen kann, sodass sich Kabbeleien mit stürmischen Küssen abwechseln, zu denen die immense Anziehungskraft des anderen und die vernunftsausschaltende Libido die Beteiligten quasi »zwingt«, obwohl ihnen ja eigentlich nichts ferner liegt als körperliche Kontakte. Wen wundert’s da noch, dass Iain Judith immer nachgibt bzw. zulässt, dass sie entgegen seiner Anweisungen und Wünsche mit schönster Regelmäßigkeit ihren Willen durchsetzt. Wieso sich das nicht weiter auf sein Ansehen als Clanführer auswirkt, bleibt offen – wahrscheinlich macht es deshalb nicht viel, weil ja ohnehin alle die perfekte, liebe, schöne Judith so sehr lieben.

Ian befindet sich also in bester Gesellschaft, denn nicht nur er, sondern alle unverheirateten Männer das Clans verlieben sich Hals über Kopf in diese wundervolle Frau. Die – wohlgemerkt – mutmaßliche Engländerin ist. Unter Schotten. Sturen Schotten – die die Anwesenheit einer Engländerin in ihrem Dorf von Beginn an strikt ablehnen, dies aber in Anbetracht von Judiths Schönheit und Charme schlagartig vergessen. Also, es tut mir Leid, aber wie wahrscheinlich ist das denn, dass eine ganze Horde von Schotten einer Engländerin verfällt und sich ihr mehr oder weniger rückhaltlos verschreibt? Das Buch spielt im 11. Jahrhundert. Es ist also ziemlich unrealstisch, dass mehr als maximal einer der Highlander seinen »Rassismus« ad acta legt und sich den Kopf von dieser Frau verdrehen lässt. Ebenso wie es mehr als unwahrscheinlich ist, dass durch Judiths Wirken auf einmal auch noch uralte Stammesfehden beigelegt werden können! Okay, wir reden über einen Liebesroman und von diesem Genre darf man vielleicht nicht gerade Realismus erwarten, aber das alles ist wirklich ein bisschen viel!

Wertung:
7/15 – womit ich die Person sein dürfte, die diesen vielgepriesenen Roman am negativsten bewertet! ;) Er ist zugegebenermaßen auch nicht ganz so schlecht, wie sich mein Kommentar liest, denn die Helden sind immerhin nicht wirklich unsympathisch und die Handlung ist bei allen Unwahrscheinlichkeiten alles in allem doch einigermaßen unterhaltsam, doch das Buch hält bei weitem nicht, was ich nach all den Lobeshymnen erwartet hätte. Das Interessanteste sind die Einblicke in die Probleme des Kinderkriegens im Mittelalter.

[Rezension] Teresa Medeiros: Gefangene der Leidenschaft

Originaltitel: Some Like it Wicked
1. Teil der Kindcaid-/Highlander-Serie

Inhalt:
Um sich nicht dem Willen ihres Onkels beugen zu müssen, heckt die junge Catriona Kincaid eine List aus: Sie verspricht dem zynischen Lebemann Sir Simon Wescott die Hälfte ihrer Mitgift, wenn er sie heiratet und nach Schottland begleitet, wo Catriona ihren verschollenen Bruder vermutet. Wescott willigt ein, allerdings unter einer Voraussetzung: Er darf die temperamentvolle Schottin nach allen Regeln der Kunst verführen …

Kommentar:
Wegen genau solcher Liebesromane bin ich überhaupt zu diesem Genre gekommen, nachdem ich einmal zufällig mal ein Buch dieser Spezies mit den grauenvollen Titeln und den noch schrecklicheren Covern in die Finger bekommen habe. Man kriegt hier einfach eine schöne Liebesgeschichte ohne besonderen Tiefgang präsentiert, in deren Mittelpunkt zwei wunderbare Helden stehen. Catriona, die mich stellenweise ein wenig an Anne of Green Gables erinnert hat, ist eine willensstarke, stolze, furchtlose und hingebungsvolle Persönlichkeit und bildet den perfekten Gegenpart zum schurkischen Simon, der eigentlich an gar nichts glaubt, schon gar nicht an sich selbst und seine Gefühle. Spritzige Dialoge, amüsante Gedanken und trockene Kommentare der beiden Protagonisten und so manch eine skurrile Situation garantieren tolle Unterhaltung für Historical-Romance-Fans. Hinzu kommen aber überdies noch ein über alle Maßen romantisches Liebesgeständnis sowie einige ziemlich ergreifende Szenen, die zumindest mir Gänsehaut verursacht haben und die ich bildlich vor mir sehen konnte – und die dafür sorgen werden, dass mir das Buch im Gedächtnis bleiben wird. Diverse historische Ungenauigkeiten wie etwa das Auftauchen einer Horde von Highlandern auf einem Londoner Ball, die dort auch noch Dudelsack spielen dürfen und beklatscht werden, sind in Anbetracht aller Vorzüge des Buchs zu verschmerzen.

Wertung:
14/15 – Ein typischer Medeiros: Ohne großen Anspruch und Tiefgang, aber richtig tolle Unterhaltung für Fans von Historical Romances!

Serieninfo:
01 Some Like it Wicked | Gefangene der Leidenschaft – 14/15
02 Some Like it Wild | Ungezähmtes Verlangen – 8/15