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[Rezension] Nora Roberts: Zwischen Sehnsucht und Verlangen

Originaltitel: The Return of Rafe MacKade
1. Teil der MacKades-Serie

Inhalt:
Die aparte Regan Bishop lernt Rafe MacKade über ihr Antiquitätengeschäft kennen: Sie soll ihm helfen, das alte Anwesen, das er in Antietam gekauft hat, mit antiken Möbeln stilgerecht einzurichten. Für Regan ist das ein verführerischer Auftrag, doch nicht halb so faszinierend wie Rafe selbst! Attraktiv, voller Energie, hitzig und sehr männlich weckt er ihre Sehnsucht. Aber sie gibt sich keinen Illusionen hin: Rafe MacKade ist kein Mann, der mit seinen Gefühlen spielen lässt. Wenn er eine Frau liebt, dann ist es für immer. Kompromisslos, leidenschaftlich, ganz oder gar nicht – soll sie sich wirklich auf das Abenteuer einlassen?

Kommentar:
Diesmal nur eine Kurzrezension zum ersten Teil der MacKade-Serie – denn für mehr bietet das Buch ehrlich gesagt keinen Stoff. Es ist ein klassischer (Silhouette-)Heftroman, der für diese Ausgabe mit Großdruck auf 320 Seiten aufgeblasen wurde. Die Personen sind ganz sympathisch, aber relativ oberflächlich gestrickt, ebenso schlicht und schematisch ist die Handlung: Rafe MacKade kommt, sieht und nimmt, was er begehrt. Das Objekt seiner Begierde ziert sich gerade genug, um weiterhin reizvoll für ihn zu sein, wird aber im Grunde sofort von Rafes Charme und Zielstrebigkeit hinweg gefegt. Alles sehr vorhersehbar, aber Überraschungen darf man bei dieser Art von Buch einfach auch nicht erwarten.

Wobei – eine kleine Überraschung gibt es doch, es geistern nämlich verirrte Seelen aus der Vergangenheit durch das Haus, das Regan renovieren soll. Dieser übersinnliche Aspekt des Buches mutet ein wenig seltsam an, denn wirklich darauf eingegangen wird nicht. Stattdessen werden die Geistererscheinungen von den Beteiligten ganz selbstverständlich und mit einer solchen Seelenruhe und Beiläufigkeit zur Kenntnis genommen, dass man sich fragt, warum dieser Handlungsstrang überhaupt existiert.

Darüber hinaus spielt Roberts ihre ganze Routine aus und stellt gekonnt die Weichen für die folgenden Bände der Serie, in denen die drei anderen MacKade-Brüder ihr Glück finden werden.

Fazit:
10/15 – Total oberflächlich, aber sehr unterhaltsam und genau richtig für mal eben zwischendurch!

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Serieninfo:
01 The Return of Rafe MacKade | Zwischen Sehnsucht und Verlangen – 10/15
02 The Pride of Jared MacKade | Dem Feuer zu nah
03 The Heart of Devin MacKade | Sterne einer Sommernacht
04 The Fall of Shane MacKade | Hochzeit im Herbst

[Rezension] Sarah MacLean: Nine Rules to Breake When Romancing a Rake

Love By Numbers, Buch 1

Inhalt:
Lady Calpurnia Hartwell ist mit ihren 28 Jahren eine alte Jungfer – obwohl sie sich immer an die gesellschaftlichen Regeln gehalten hat. Damit soll jetzt Schluss sein! Sie möchte aus dem vorbestimmten Leben ausbrechen und Sachen tun, die Frauen in dieser Zeit nicht tun dürfen. Zu diesem Zweck erstellt sie eine Liste mit neun Dingen, die sie nach und nach abarbeiten möchte, und nimmt gleich Punkt 1 in Angriff – einen leidenschaftlichen Kuss. Als Partner für dieses kühne Vorhaben kommt nur ein einziger Mann in Frage: der Marquis of Ralston, in den sie schon seit zehn Jahren heimlich verliebt ist. Dieser erklärt sich auch tatsächlich bereit, Callie ihren Wunsch zu erfüllen, verlangt aber als Gegenleistung, dass sie seine Schwester auf deren Debüt in der Gesellschaft vorbereitet. Und so kommt es, dass die beiden sich häufiger sehen und sich nach und nach eine immer leidenschaftlichere Beziehung entwickelt, die Callie das Herz zu brechen droht …

Calpurina’s Nine Rules:
1. Kiss someone – passionately
2. Smoke cheroot and drink scotch
3. Ride astride
4. Fence
5. Attend a duel
6. Fire a pistol
7. Gamble (at a gentleman’s club)
8. Dance every dance at a ball
9. Be considered beautiful. Just once.

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[Rezension] Megan Hart/Lauren Dane: Kate und Leah

Originaltitel: Taking Care of Business
Kate und Leah, Teil 1

Inhalt:
Nach der Trennung von ihrem Freund hat Leah erst einmal genug von Männern. Alles, was sie im Moment will, ist Zeit mit ihrer Freundin Kate verbringen. Denn Kates Liebesleben gleicht einem Orkan. Doch als Leah auf den attraktiven Brandon trifft, beginnt auch für sie eine Zeit voller erotischer Abenteuer …

Kommentar:
Obwohl die bereits geposteten Kommentare für sich schon Bände sprechen, möchte ich auf einen Abschlussbericht zu »Kate und Leah« nicht verzichten. Natürlich ist dies entgegen der Behauptung im Threadtitel keine richtige Rezension, sondern vielmehr ein Protokoll des Grauens – nach meinen bisherigen Erlebnisberichten sicher nicht verwunderlich für die regelmäßigen Blogleser.

Schon der Klappentext vermittelt in Kombination mit dem Cover ein vollkommen falsches Bild von diesem Buch: Man hat es hier mitnichten mit einem homoerotischen Roman zu tun. Kate und Leah sind einfach nur Freundinnen und Kolleginnen – es gibt keine einzige lesbische Liebesszene, weder zwischen den beiden noch mit anderen Frauen. Es ist auch blanker Unsinn, dass Zeit mit ihrer Freundin zu verbringen alles ist, was Leah nach ihrer Trennung will; tatsächlich ist sie auf der Suche nach sexueller Zerstreuung mit einem Partner, der ihre gemäßigte SM-Leidenschaft teilt. Und Kates Liebesleben gleicht auch keinem Orkan, sie hat einfach ein loses, bis dato rein sexuelles Verhältnis mit einem Kollegen.

Die Handlung des Buches abseits der Sexszenen hat keine große Relevanz und dient nur als Rahmen; hierin unterscheidet es sich von anderen Megan-Hart-Büchern, die ja sonst eher für anspruchsvollere Erotica stehen. Der Fokus bei »Kate und Leah« liegt klar auf den Liebesszenen, was für einen erotischen Roman natürlich völlig in Ordnung ist – zumindest, wenn sie auch erotisch sind. Das sind sie aber nicht, wobei ich natürlich nicht weiß, inwiefern sie im englischen Original gelungen sind; ich kann nur beurteilen kann, was ich lese – und das war eine katastrophal schlechte deutsche Übersetzung von Sandra Green. Ich hab ja bereits Beispiele gepostet und werde gleich noch einige paar Abtippen und nach und nach in einem mehrteiligen »The Schlechtst of«-Special posten. Das wird aber auch nicht die Frage beantworten können, wie so eine Übersetzung zustande kommen kann. Die einzige einleuchtende Erklärung ist, dass Sandra Green – der Name deutet es an – nicht nur keine deutsche Muttersprachlerin ist, sondern die deutsche Sprache darüber hinaus auch nicht besonders gut beherrscht; ihr scheint wirklich jedes Sprachgefühl fürs Deutsche abzugehen. Bedauerlich, dass das seitens des Verlages nicht bemerkt oder – was noch schlimmer wäre – ignoriert wird.

Fazit:
0/15 – Protestwertung! Ein Buch, bei dem das Lesen der deutschen Ausgabe schon nach kurzer Zeit zur Suche nach Stilblüten verkommt. Einfach nur ärgerlich.

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Serieninfo:
01 Taking Care of Business | Kate und Leah
02 No Reservations | Kate und Leah – Ohne Limit

[Rezension] Mary Stanton: Anwältin der Engel

Originaltitel: Angel’s Advocate
Die überirdischen Fälle der Bree Winston, Buch 2

Inhalt:
Ein neuer Fall für Bree Winston, die Anwältin der Engel: Eine Pfadfinderin wird im Einkaufscenter überfallen. Ist es nur ein Streich einer übermütigen Jugendlichen oder steckt mehr dahinter? Bree soll die Täterin, ein junges Mädchen, vor Gericht vertreten. Scheinbar ein unspektakulärer Fall – bis ein Geist mit Bree Kontakt aufnimmt und von ungeklärten Geschehnissen aus der Familiengeschichte berichtet. Und bald geschieht ein Mord. Jetzt braucht Bree himmlischen Beistand, denn jemand versucht, das dunkle Geheimnis der Familie zu wahren – um jeden Preis. Doch Bree gerät auch noch in andere Schwierigkeiten: Ihre Jugendliebe taucht ungefragt auf und bringt ihr Gefühlsleben gehörig durcheinander …

Kommentar:
Nachdem Teil 1 der überirdischen Fälle von Bree Winston ein paar typische Serienauftakt-Probleme zeigte, war ich guter Hoffnung, dass die Serie mit Band 2 richtig durchstarten würde. Um es vorweg zu nehmen: Dem ist leider nicht so. Das Engelssetting tritt noch mal deutlich in den Hintergrund, die in Band 1 gelegten Grundlagen werden kein Stück weiterentwickelt und Brees geheimnisvolle Bestimmung, die irgendwie mit ihrer Mutter zusammenhängt, bleibt ebenfalls weiterhin völlig im Dunklen. Stattdessen muss sich Bree mit ein paar rachsüchtigen Geistern herumschlagen, die ihr aus unerfindlichen Gründen Böses wollen, und bekommt zum Schutz zwei Engel in Gestalt zweier riesenhafter schwarzer Hunde an die Seite gestellt.

Vorwiegend kümmert sich Bree aber um ihren Fall, die Vertretung der 17-jährigen, ziemlich durchgeknallten Lindsey Chandler, die eine achtjährige Pfadfinderin ausgeraubt hat und ihre Tat kein bisschen bereut. Schnell erweist sich, dass die Sache nicht so einfach ist, wie zunächst gedacht, denn der tote Vater des Mädchens nimmt ebenfalls Kontakt zu Bree auf, bittet sie um Hilfe in eigener Sache und weist auf ein düsteres Familiengeheimnis hin. Als ein suspekter Freund von Lindsey auftaucht, Medikamentendiebstähle in der Firma von Lindseys Vater ans Licht kommen und nicht viel später auch noch die Mutter der ausgeraubten Pfadfinderin ermordet wird, ergeben sich jede Menge Ermittlungsansätze – denn eins ist Bree klar: Die Dinge hängen irgendwie zusammen. Wie, das weiß sie nicht genau – und ich konnte ihr bei der Aufklärung ehrlich gesagt an einigen Stellen auch nicht wirklich folgen. Die Motive einiger Beteiligten bleiben am Ende im Dunklen bzw. leuchten einfach nicht wirklich ein oder wirken an den Haaren herbeigezogen; überdies mangelt es dem Fall trotz unterschiedlichster Aspekte an Spannung.

Wer auf eine Lovestory hofft, wird wie schon im ersten Band eine Enttäschung erleben; man hat es hier mit einem klassischen Contemporary-Fantasy-Buch zu tun; von Romantik keine Spur! Mit dem attraktiven Detektiv Sam Hunter, den man schon aus Band 1 kennt, tut sich nicht viel, und die Jugendliebe, die im Klappentext so prominent erwähnt wird, taucht nur zweimal kurz auf – und die Begegnungen rufen zwar Erinnerungen wach, vermitteln aber nicht den Eindruck, als würde Brees Gefühlsleben nachhaltig durcheinander gebracht. Es ist mir immer wieder ein Rätsel, wieso solche Nebensächlichkeiten von den Verlagen fälschlich in den Vordergrund gerückt werden – das führt ja doch nur zu Enttäuschungen seitens der Leser, wenn sie keine Liebesgeschichte kriegen, obwohl ihnen eine suggeriert wurde.

Dass das Buch trotz aller Schwächen und Kritik in mein Regal wandern wird und ich die Serie weiter verfolgen werde, liegt hauptsächtlich an Protagonistin Bree. Sie legt zwar immer noch eine gewisse Ignoranz bzgl. der überirdischen Hintergründe an den Tag, ist aber trotz dieser und anderer kleiner Schwächen sehr sympathisch und authentisch. Schade, dass sie diesmal nur wenige Szenen mit den Engeln von »Beaufort & Company« hat, die eher im Hintergrund agieren und relativ wenige Auftritte haben.

Fazit:
10/15 – Ein ganz unterhaltsamer Urban-Fantasy-Roman, bei dem der etwas verworrene Krimifall im Vordergrund steht.

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Serieninfo:
01 Defending Angels | Im Namen der Engel – 10/15
02 Angel’s Advocate | Anwältin der Ängel – 10/15
03 Avenging Angels | Rächerin der Engel (Februar 2011)
04 Angel’s Verdict (Februar 2011)

[Rezension] Patricia Cabot: Lehrstunden einer Lady

Originaltitel: Educating Caroline

Inhalt:
London, 1870. Lady Caroline Linford ist entsetzt, als sie ihren Verlobten in flagranti erwischt. Doch anstatt die Verlobung zu lösen – was eine Schande für die Familie wäre – möchte Caroline das Herz des untreuen Marquis für sich erobern. Sie will ihm ganz und gar den Kopf verdrehen, ist aber auf dem Gebiet der Liebe noch völlig unerfahren. Was läge da näher, als Unterricht in der Liebeskunst zu nehmen? Caroline sucht sich Londons berüchtigtsten Lebemann aus, dem man nachsagt, einer der besten Liebhaber zu sein – und schon bald beginnen die Grenzen des Lehrer-Schüler-Verhältnisses zu verschwimmen …

Kommentar:
»Lehrstunden einer Lady« war einer meiner allerersten historischen Liebesromane – und derjenige, der mich restlos für dieses Genre eingenommen hat. Der Plot ist nur einer unter vielen Love-Lesson-Plots und nicht wirklich sensationell – die Umsetzung allerdings schon. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so viel Spaß mit einem Liebesroman gehabt zu haben und beim Lesen so viel gelacht zu haben. Patricia Cabot (übrigens ein Pseudonym von Meg Cabot, unter dem sie acht historischen Liebesromane veröffentlicht hat) übertreibt und überspitzt die Dinge maßlos, schafft dabei aber so liebenswerte, lebendige Figuren und legt einen so wunderbaren Humor und so viel Situationskomik an den Tag, dass das überhaupt nichts ausmacht.

Vor allem Caroline ist einfach total hinreißend. Trotz ihrer fortgeschrittenen 21 Jahre ist sie ein Musterbeispiel an Naivität, zumindest, was Liebesdinge angeht. Sie hat nicht die geringste Ahnung von sexuellen Angelegenheiten und offenbart ihre grenzenlose Unbedarftheit schon in der ersten Szene, als sie die schockierenden Frivolitäten zwischen ihrem Verlobten Hurst und ihrer ehemaligen Schulkameradin Lady Jacquelyn mit fassungslosem Staunen beobachtet:

Sie wünschte beinahe, sie wäre ohnmächtig geworden, denn dann wäre ihr der Anblick erspart geblieben, wie Lady Jac ihren Finger in Hursts Mund schob.
Also wirklich, wunderte sich Caroline, warum tut sie das? Fanden Männer Gefallen daran, wenn eine Frau ihnen einen Finger in den Mund steckte?
Offensichtlich war es so, da der Marquis sofort anfing, geräuschvoll daran zu saugen.
Warum hatte das ihr gegenüber nie jemand erwähnt? Wenn der Marquis sich gewünscht hätte, dass Caroline ihren Finger in seinen Mund schob, hätte sie es bestimmt getan, wenn es ihn glücklich machte. Wirklich, es war völlig unnötig, sich wegen einer solchen Bagatelle an Lady Jac zu wenden, mit der er kaum bekannt war, geschweige denn verlobt. (S. 13)

Obwohl ihre sexuelle Naivität bis ins Unglaubwürdige gesteigert ist, ist die Figur einfach wundervoll. Caroline ist warmherzig, mitfühlend, vorurteilsfrei, loyal und zuverlässig. Darüber hinaus hat sie durchaus einen Sinn fürs Praktische und versucht, dem Leben stets mit Optimismus zu begegnen. Ihre Schulbildung findet sie beispielsweise insofern nützlich, als dass sie jetzt in fünf verschiedenen Sprachen sagen kann »Hören Sie bitte auf, ihr Pferd zu schlagen«, und nach der Entdeckung ihres Verlobten mit Lady Jacquelyn gilt ihre Sorge zunächst dem am wenigsten aufwendigen Weg, die Hochzeitsgäste wieder auszuladen. Sie befindet außerdem, dass es hätte schlimmer kommen könnte: »Sie wusste zwar nicht inwiefern, aber sie nahm es einfach an.« (S. 19)

Braden Granville, früher »Dead Eye« genannt, ist das genaue Gegenteil von Caroline. Der Emporkömmling, der – aus ärmlichsten Verhältnissen stammend – ein Vermögen mit Schusswaffen gemacht hat und als Meisterschütze gilt, hat schon alles gesehen und erlebt. Nach wie vor umgibt er sich mit einer ziemlich illustren Gesellschaft, darunter sein mehr oder weniger hilfreicher Sekretär Ronnie »Wiesel« Ambrose, ein alter Freund aus Seven Dials, und sein Vater Sylvester, der seit dem Tod seiner Frau geistig verwirrt ist. Man sagt Braden geschäftlich wie privat eine erschreckende Skrupellosigkeit nach, außerdem gilt er als Casanova, der mit mehr Frauen geschlafen haben soll als jeder andere Mann in London. Ihn kann kaum etwas überraschen – abgesehen von Caroline, die ihn nicht nur mit ihrem Wunsch nach Lehrstunden und einer kleinen Erpressung überrascht, sondern ihn vor allem mit ihrer unsagbaren Naivität immer wieder in große Fassungslosigkeit stürzt. Er versucht, seine Nachhilfe dementsprechend zu gestalten und über harmlose Dinge wie romantische Atmosphäre zu sprechen, doch die wissbegierige Caroline – bewaffnet mit Brille, Notizbuch und Stift – will sich damit nicht zufrieden geben.

»Könnten wir die Diskussion über die richtige Atmosphäre, so faszinierend ich sie auch finde, vielleicht auf einen späteren Zeitpunkt verschieben und direkt zum Küssen kommen? (…) Es ist eine bestimmte Art von Kuss, über die ich reden möchte, eine, die ich zufällig beobachten konnte. Ich meine die Art Kuss, bei der sich die beteiligten Personen die Zungen in den Mund stecken.«
Er starrte bei ihren Worten unwillkürlich auf ihren Mund. Es war ein sehr hübscher Mund, rosig und sehr verführerisch. Nur mühsam riss er seinen Blick davon los. »Das haben Sie beobachtet.«
Sie nickte heftig. »Oh ja. So etwas gibt es. Ich habe es selbst gesehen!«
Er fragte sich, ob er jemals, selbst in seiner Kindhetit, so lachhaft unschuldig gewesen war, und kam zu dem Schluss, dass es wenig wahrscheinlich schien.
Braden räusperte sich. »Ja. Nun, die Art Kuss, die Sie beschrieben haben, ist ziemlich …«
»Unappetitlich«, beendete sie mit einem wissenden Blick den Satz für ihn.

Da Worte nicht helfen, Carolines Vorurteilen zu begegnen, kann Braden überhaupt nicht anders, als praktische Überzeugungsarbeit zu leisten – und das fällt ihm natürlich nicht schwer, denn so verrückt Caroline ist, so liebenswert findet er sie von dem Moment an, als sie mit ihrem sonderbaren Vorschlag in seinem Büro aufkreuzt. Ihm ist schnell klar, dass sie zusammengehören, und er tut alles dafür, sie für sich zu gewinnen, ohne dabei seine Ehre zu vergessen.

In krassem Gegensatz zu den beiden Protagonisten stehen deren jeweiligte Verlobte, Jacquelyn und Hurst. Die beiden sind wenig subtil und zeichnen sich vor allem durch ihren Mangel an Loyalität, ihre Durchtriebenheit und Berechnung aus: Beide heiraten nur aus finanziellen Gründen und tun alles dafür, um ihr Ziel zu erreichen. Der Marquis punktet mit seinem engelsgleichen, allerdings völlig unmännlichen Aussehen, ist aber ein ziemlicher Hohlkopf. Ein Satz, vom allwissenden Erzähler ganz beiläufig hingeworfen, belegt das eindrucksvoll und mit dem typischen Humor des Buches: »Hurst, der nicht daran gewöhnt war, Inspirationen welcher Art auch immer zu haben, war (…) beeindruckt von sich selbst und seinem neu entdeckten Scharfsinn« (S. 287). Was ihm an Bösartigkeit fehlt, macht Lady Jacquelyn locker wieder wett: Hinter ihrer schönen Fassade steckt ein Mensch, der mit allen Mitteln für die Erreichung seines Ziels kämpft.

Doch nicht nur die beiden, sondern selbst die kleinsten Nebenfiguren sind hervorragend gelungen: Neben Granvilles fragwürdiger Umgebung sind hier vor allem Carolines entsetzlich prüde Mutter zu nennen, der Bruder, der ungewollt in kriminelle Machenschaften hineingeraten ist und einen (relativ überflüssigen) Nebenplot erhält, sowie Carolines eigentlich fortschrittliche Freundin Emily, die sich so engagiert für die Frauenbewegung einsetzt, dass Caroline sie immer wieder aus dem Gefängnis auslösen muss, die aber in Liebesdingen ebenso unbedarft ist wie die Protagonistin selbst.

Fazit:
15/15 – Dieser Liebesromane ist ein echtes Juwel – vorausgesetzt, man nimmt ihn nicht allzu ernst und liegt auf Cabots Humor-Wellenlänge. Das Buch besticht nämlich weniger mit seiner (mäßig originellen) Handlung, sondern viel mehr mit den wunderbaren, charmanten und amüsanten Protagonisten, und sprüht nur so vor Witz und Situationskomik.

[Rezension] Julie James: Just the Sexiest Man Alive

Inhalt:
Die erfolgreiche Junganwältin Taylor Donovan ist wenig begeistert, als ihr Chef sie dazu verdonnert, Superstar Jason Andrews auf seinen neuen Film vorzubereiten – einen Gerichtsthriller, in dem er einen Anwalt geben wird. Nicht nur hat sie keine Lust, ihre Zeit mit einem aufgeblasenen Schauspieler zu verplempern, sondern sie hat darüber hinaus mit ihrem eigentlichen Fall, einer 30-Millionen-Dollar Klage wegen angeblicher sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, genug zu tun. Doch sie hat keine Wahl, auch wenn ihre schlimmsten Befürchtungen eintreffen: Der notorische Frauenschwarm ist tatsächlich fürchterlich arrogant und von sich eingenommen – und wird zu seiner Überraschung erst mal von Taylor auf den Pott gesetzt. Das fordert ihn erst recht heraus, und im Laufe der erzwungenen Zusammenarbeit raufen sich die beiden zusammen und lernen ganz andere Seiten des anderen kennen. Dann allerdings macht Jason einen verhängnisvollen taktischen Fehler, und treibt Taylor ungewollt in die Arme seines neiderfüllten Konkurrenten Scott …

Kommentar:
Oh je, schon wieder ein von Evi empfohlendes Buch, das ich nur mittelprächtig finde – so mein Zwischenfazit nach dem ersten Drittel: Ganz nettes amüsantes Geplänkels zwischen den Protagonisten, aber absolut nicht durchschlagend und vor allem sehr, sehr vorhersehbar. An der Vorhersehbarkeit ändert sich auch im weiteren Verlauf der Geschichte nichts und auf Überraschungen in irgendeiner Form wartet man vergebens, das Buch steigert sich aber trotzdem von »ganz nett« zu einem richtig unterhaltsamen Liebesroman – was vor allem an dem sympathischen Heldenpaar liegt.

Taylor ist eine toughe junge Anwältin, deren Karriere oberste Priorität hat. Sie ist hochprofessionell, effizient, sehr selbstbewusst und ebenso intelligent wie schlagfertig, witzig und sarkastisch. Von Jasons anfänglichen Starallüren ist sie gänzlich unbeeindruckt, was nicht zuletzt daran liegt, dass sie von Männern die Nase gestrichen voll hat, nachdem sie ihren Ex-Verlobten in Flagranti mit seiner Assistentin erwischt hat. Dass ihr Vertrauen so enttäuscht wurde, macht es schwierig für sie, sich auf jemand Neuen einzulassen, erst recht, wenn er wie Jason den Ruf eines notorischen Herzensbrechers hat. So hadert sie auch später, als ihr so langsam klar wird, dass sich hinter Jasons Schale ein ziemlich guter Typ verbirgt, mit ihren Gefühlen. Taylor ist eine ziemlich schlüssig angelegte Figur, mit einer Ausnahme: als es nämlich um den intriganten Scott geht. Sie lässt alle zuvor an den Tag gelegete Vorsicht sausen und geht ihm nahezu blind in die Falle. Das passt einfach nicht, zumal man noch nicht mal als Entschuldigung anführen kann, dass sie blind vor Liebe ist.

Jason tritt zunächst genau so auf, wie man es von einem Hollywoodstar erwartet: Er ist zwar ganz humorvoll, aber dabei oberflächlich, überheblich, arrogant und vollkommen egozentrisch. Dass Taylor immun gegen seinen Charme ist und ihm nicht zu Füßen liegt, erfülllt ihn mit ungläubiger Fassungslosigkeit und fordert ihn so richtig heraus – nicht zuletzt deshalb, weil es einfach nicht sein darf, dass ihm eine Frau nicht zu Füßen liegt. Er setzt also alles daran, sie für sich zu einzunehmen und sie zu beeindrucken, und während seiner Versuche, sie für sich zu gewinnen, ändern sich so langsam seine Motive. Außerdem legt er nach und nach alle Starallüren ab und wandelt er sich in einen fürsorglichen, in Liebesdingen teilweise sogar ein wenig hilflosen und absolut anbetungswürdigen Mann. Und diese Wandlung ist sogar glaubwürdig.

Die Nebengeschichte um Jasons Schauspielerkollegen und Konkurrenten Scott, der Taylor nur deshalb erobern will, um dem verhassten Superstar eins auszuwischen, ist ein wenig verschenkt. Es wäre spannender gewesen, wenn seine Intentionen nicht von vornherein klar gewesen wären und wenn Taylor wenigstens ein bisschen Interesse an ihm gehabt hätte. So aber nimmt sich Julie James jede Möglichkeit, die Geschichte mit einem Hauch von Dreiecksdrama aufzupeppen. Überdies endet der Erzählstrang um Scott äußerst unspektakulär, was so gar nicht zu Scotts Racheplänen passt.

Fazit:
11/15 – Eine märchenhafte Geschichte, die zwar ein wenig schwer in die Gänge kommt und sehr vorhersehbar ist, aber mit wunderbaren Figuren punktet.

[Rezension] James McGee: Das Höllenschiff

OT: Rapscallion
Matthew-Hawkwood-Serie, Teil 3

Inhalt:
London, auf dem Höhepunkt der napoleonischen Kriege. Die französischen Gefangenen erwartet ein Schicksal, das noch schlimmer ist als der Galgen: abgewrackte Kriegsschiffe, die in der Themse vor Anker liegen. Dort müssen sie unter höllischen Bedingungen Strafarbeit verrichten, die nur die wenigsten überleben. Als sich herausstellt, dass dort eine Verbrecherbande ihr Unwesen treibt, schickt die Navy den mit allen Wassern gewaschenen Sonderermittler Hawkwood, um ihr das Handwerk zu legen.

Kommentar:
»Das Höllenschiff« ist mal wieder eins jener Bücher, von denen ich aufgrund der verlagsinternen Einordnung (historischer Kriminalroman), des Klappentextes und des Titels etwas vollkommen anderes erwartet habe: Obgleich das Buch zugegebenermaßen irgendwie schon ein Krimi ist, erinnert es doch viel mehr an einen Abenteuerroman – der übrigens nur zu einem Drittel auf dem im Deutschen titelgebenden Höllenschiff spielt. Mit anderen Worten: Hätte ich geahnt, mit was für einer Art von Buch ich es zu tun habe, hätte ich es nie im Leben gekauft, denn mir wäre völlig klar gewesen, dass es nichts für mich ist.

Der Bowstreet Runner Matthew Hawkwood soll das Verschwinden zweier Navybeamter aufklären, das im Zusammenhang mit einer Schmugglerbande stehen soll. Um Hawkwood in diese Verbrecherbande einzuschleusen, wird er undercover – als gefangener amerikanischer Söldner in französischen Diensten – auf das Gefangenenschiff Rapacious geschickt. Der Plan geht auf: Über einen Kontaktmann auf dem Schiff, der mit den Schmugglern zusammenarbeitet, wird Hawkwood zusammen mit dem französischen Offizier Lasseur an Land geschleust. Nach einer abenteuerlichen Flucht vor der Nacy erreichen die beiden schließlich ihr Ziel: das Hauptquartier von Ezekiel Morgan, der den Handel an der gesamten englischen Küste kontrolliert und die Überfahrt nach Frankreich ermöglichen soll. Doch ehe es soweit ist, fliegt Hawkwoods Tarnung auf, sodass eine erneute Flucht notwendig wird.

Der treffendere Titel des Buches wäre »Auf der Flucht« gewesen, denn genau darum geht es knapp 600 Seiten lang. Zunächst versuchen Hawkwood und Lasseur von der Rapacious zu entkommen, dann flüchten sie vor den Häschern der Navy und schließlich vor den Schmugglern. Auf ihrer Flucht erleben sie jede Menge Abenteuer unterschiedlichster Art, die mehr oder minder spannend sind, wenn man solche Geschichten denn mag. Ich muss wohl nicht extra erwähnen, dass ich derlei Abenteuer-/Fluchtstoffe überhaupt nicht mag und mich geärgert, tödlich gelangweilt und schließlich zunehmend quergelesen habe.

Das Problem ist aber nicht nur, dass ich solche Stoffe nicht mag, sondern dass das prinzipiell interessante Thema für meinen Geschmack nicht spannend und intensiv genug aufbereitet wurde. Das hängt auch damit zusammen, dass die Hauptpersonen grundsätzlich in Ordnung sind, aber dennoch irgendwie blass und emotionslos anmuten. Beispielsweise wird die Situation auf dem Gefangenenschiff zwar ausführlich als schrecklich beschrieben, die Figuren haben aber eine merkwürdige Distanz dazu. So erfährt man zum Beispiel, dass es atemberaubend stinkt und dreckig ist, man hat aber zu keiner Zeit den Eindruck, als würde Hawkwood allzu sehr darunter leiden: Er kämpft nicht mit seiner Fassung und gegen die Übelkeit, er hadert nicht mit seinem Schicksal und verflucht seinen Auftrag nicht – das ist selbst unter der Grundvoraussetzung, dass er kein echter Gefangener ist, nicht wirklich glaubwürdig und sorgt schon gar nicht für eine mitreißende Atmosphäre.

Das knapp fünfseitige Nachwort, das die historischen Fakten zum Schmuggel in dieser Zeit knapp darlegt und im Roman genannte Orte und Figuren ins rechte Licht rückt, war für mich mindestens ebenso informativ und spannend wie der Roman selbst.

Fazit:
5/15 – Ein Trip durch das England des frühen 19. Jahrhunderts, der Fans von Abenteuerromanen gefallen mag, als historischer Kriminalroman jedoch enttäuscht, weil Hawkwood nicht im klassischen Sinne ermittelt. Ich werde dennoch einem weiteren Band der Serie eine Chance geben, denn das Setting finde ich grundsätzlich interessant.

Serieninfo:
01 Ratcatcher | Der Rattenfänger
02 Resurrectionist | Die Totensammler
03 Rapscallion | Das Höllenschiff

[Rezension] Laura Lee Guhrke: His Every Kiss

Inhalt:
Der begnadete Komponist Dylan Moore leidet seit einem Reitunfall unter einem starken Tinnitus und kann seitdem nicht mehr komponieren. Verzweifelt über den Verlust seiner musikalischen Fähigkeiten will er seinem Leben ein Ende setzen, doch eine schöne Unbekannte, die erstmals seit seinem Unfall wieder Musik in seinem Kopf entsehen lässt, hält ihn davon ab – nur um dann auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden.
Fünf Jahre später begegnet er seiner verlorenen Muse zufällig wieder und engagiert sie als Gouvernante für seine Tochter. Obwohl auch Grace weiß, dass der wahre Grund für ihre Anstellung ein anderer ist, zwingt ihre finanzielle Situation sie dazu, das Angebot anzunehmen. Sie ist fest entschlossen, sich nicht auf Dylan Moore einzulassen, der allerdings seinerseits alles dafür tut, dass die Muse ihn küsst …

Kommentar:
Das Buch hängt lose zusammen mit »Guilty Pleasures«, wo Dylan Moore bereits einen Auftritt hatte; hier begegnet man dem Duke of Tremore wieder, dem Protagonisten aus dem Vorgängerband.

Die Geschichte, die hier erzählt wird, ist alles andere als innovativ: Held stellt Heldin als Gouvernante ein, die beiden verlieben sich, trennen sich (unnötigerweise) und kommen am Ende doch wieder zusammen. Aufgrund der Vorhersehbarkeit der Handlung droht das Buch an zwei, drei Stellen, ein wenig ins Langweilige abzugleiten, doch Guhrke schafft es trotzdem, eine überzeugende Geschichte zu erzählen, die teils humorvoll, teils dramatisch, teils rührend ist und überzeugende Protagonisten hat.

Grace hat in ihrer Jugend einen Skandal verursacht, weil sie mit einem zehn Jahre älteren Maler durchgebrannt ist und zwei Jahre mit ihm in wilder Ehe gelebt hat. Ihre Familie hat sie mehr oder weniger verstoßen, weshalb es für sie nach dem Tod ihres Mannes und einem wenig erfüllten Leben kein Zurück gibt. Sie arbeitet Orangenverkäuferin und lebt trotz des Zubrots, das sie als Geigerin auf Bällen verdient, am Existenzminium. Insofern ist plausibel, dass sie Dylans Angebot, als Gouvernante für seine Tochter zu arbeiten, annimmt, obwohl sie nach den Erfahrungen in ihrer Ehe mehr als genug von exzentrischen Künstlern hat – und obwohl sie sich gegen ihren Willen von Beginn an zu dem Komponisten hingezogen fühlt. Ihr Umgang mit Dylan und seiner Tochter Isabel zeigt Grace als aufrichtige, warmherzige, aber willensstarke Frau mit Prinzipien – die allerdings angesichts Dylans Charme immer wieder ins Wanken geraten, bis sie schließlich ihrem Verlangen nachgibt und seine Geliebte wird.

Wesentlich komplexer als Grace ist Dylan selbst angelegt. Der lebensmüde Komponist, der aufgrund seines enervierenden Tinnitus‘ seine Fähigkeiten verloren hat, tut alles, um sich abzulenken, seinen Geist zu betäuben und die Stille zu vertreiben, die seine Ohrgeräusche erst richtig laut werden lässt. Er trinkt, hurt, spielt, raucht Haschisch und nimmt Laudanum, prügelt sich und setzt in regelmäßigen Abständen sein Leben aufs Spiel. Angesichts seiner Laster ist er fast ein wenig zu ausgeglichen und nicht düster genug angelegt, dennoch ist seine sukzessive Veränderung – ausgelöst durch das unverhoffte Auftauchen seiner Tochter und das Wiedersehen mit Grace – glaubhaft; zumal er sich von Beginn an als sensibler Mann erweist, der ein Gespür für die Stimmungen anderer Menschen hat.

Ebenfalls überzeugend dargestellt sind die langsame Entwicklung des Verhältnisses zwischen Dylan und seiner Tochter sowie Dylans Wandung vom exzentrischen, egozentrischen Musiker ohne Verpflichtungen hin zu einem Menschen, der lernt, Verantwortung zu tragen und Rücksicht auf andere zu nehmen. Dass seine Tochter mit den Worten »I have come to fetch my father home« mitten in einen seiner Bordellbesuche platzt, ist vielleicht ein wenig dick aufgetragen, als Auslöser für eine finale Verhaltensänderung taugt ihr Auftritt aber allemal.

Fazit:
12/15 – Trotz der wenig innovativen Geschichte ein sehr unterhaltsames Buch, das vor allem aufgrund seiner überzeugenden Helden punktet.

[Rezension] Elizabeth Hoyt: Wicked Intentions

1. Teil der Maiden-Lane-Serie

Inhalt:
London, 1737. Lazarus Huntington, Lord Caire, ist in einem der verrufensten Viertel Londons auf der Suche nach dem Mörder einer Hure, mit der er jahrelang regelmäßig zusammen war. Da er als Adliger in St. Giles allein nicht weit kommt, wendet er sich an die verwitwete Temperance Dews, die dort zusammen mit ihrem Bruder ein Heim für Findelkinder betreibt und das Viertel wie ihre Westentasche kennt. Obwohl Temperance von Caires schlechtem Ruf weiß, erklärt sie sich dazu bereit, ihn zu den einschlägigen Etablissements zu bringen, denn im Gegenzug verspricht er ihr, ihre Suche nach einem reichen Sponsor für das Heim zu unterstützen. Doch kaum beginnen die beiden ihre Nachforschungen, gibt es weitere Leichen sowie Attentate auf ihr eigenes Leben – und zu allem Übel fühlen sich Caire und Temperance trotz aller Standesunterschiede auch noch unwiderstehlich zueinander hingezogen …

Kommentar:
»Wicked Intentions« ist der Auftakt zur neuen Maiden-Lane-Serie von Elizabeth Hoyt, die die Leserschaft mit ihrem Debüt »The Raven Prince« und den beiden folgenden Teilen der Prinzen-Trilogie restlos begeistert hat. Leider konnte sie die hohen Erwartungen mit ihrer Serie »The Legend of the Four Soldiers« nicht erfüllen – bis auf einen Band (»To Beguile a Beast«) waren die Bücher eher enttäuschend. Insofern habe ich der neuen Serie nicht so wirklich entgegengefiebert; ich weiß gar nicht, ob ich mir das Buch überhaupt gekauft hätte, hatte aber das Glück, es bei Tauschticket zu ergattern – und ich bin wirklich froh darüber! Zwar kann Hoyt mit dem Buch nicht ganz an die Prinzen-Trilogie anknüpfen, sie ist aber auf einem guten Weg.

Die Liebesgeschichte ist nicht überragend, aber solide; die Wandlung der Zweckgemeinschaft von Temperance und Lazarus hin zu einer echten Beziehung wird überzeugend und teils sehr gefühlvoll dargestellt. Weniger überzeugend ist der Kriminalfall, der zwar die Basis fürs Kennenlernen der so unterschiedlichen Protagonisten und einen zwingenden Grund für deren wiederholtes Zusammensein bildet, in dieser Form der Ausarbeitung für sich genommen jedoch ziemlich verzichtbar ist und für ein paar Längen sorgt. Hinzu kommt, dass die beiden Hobbydetektive bei ihrer Mördersuche teilweise äußerst dilettantisch und ziemlich lebensmüde vorgehen – kein Wunder, dass die Ereignisse in einem hochdramatischen Showdown gipfeln!

Als ziemlich überflüssig und störend empfand ich die Nebenhandlung um Temperances Schwester Silence, deren Sinn sich mir nicht erschlossen hat und die die Haupthandlung immer wieder unversehens unterbrochen hat. Ich gehe aber davon aus, dass die Ereignisse in einem der kommenden Bücher eine Rolle spielen werden. Daneben gibt es noch einige kleinere Handlungselemente, die offensichtlich ebenfalls dazu dienen, Figuren für weitere Teile der Serie einzuführen, namentlich Lazarus‘ Freund Godric St. John, Lady Hero Batten (die die Hauptrolle im nächsten Band haben wird) und natürlich das geheimnisvolles Phantom, das in St. Giles umgeht.

Die Hauptfiguren sind beide sympathisch und ihre jeweiligen Handlungsmotivationen weitgehend schlüssig. Lazarus‘ Aversion gegen Berührungen hätte allerdings besser begründet sein können, und ziemlich an den Haaren herbeigezogen wirkte das fast schon obligatorische Missverständnis. Alles in allem kann man sich aber gut in die beiden hineinfühlen, und Lazarus‘ mit seinen außergewöhnlichen sexuellen Vorlieben ist mal eine etwas anderer Held. Apropos: Die Sexszenen sind für einen historischen Liebesroman ziemlich heiß bzw. explizit und umfassen auch (leichten) SM-Sex. Außerdem gibts endlich mal wieder Sex in einer Kutsche – hab ich schon ewig nicht mehr gelesen!

Fazit:
11/15 – Trotz einiger Abstriche ein unterhaltsames Buch mit sympathischen Helden, das Lust auf mehr macht.

Serieninfo:
01 Wicked Intentions – 11/15
02 Notorious Pleasures (Januar 2011)

[Rezension] Kai Meyer: Arkadien brennt

2. Teil der Arkadien-Serie

 /></a><strong>Inhalt: </strong><br />
Menschen, die sich in Tiere verwandeln. Blutfehden zwischen Mafiaclans. Die verbotene Liebe zu Alessandro … Rosa braucht dringend Abstand zu den Ereignissen auf Sizilien. Auf den Spuren ihres alten Lebens reist sie zurück nach New York. Aber auch dort kommt sie nicht zur Ruhe. Die mächtigen Stellvertreter der amerikanischen Clans erwarten sie bereits. Dann stößt Rosa auf beunruhigende Details über ihre Vergangenheit. Und über ihren toten Vater. Aber warum spielt dabei immer wieder Alessandro eine Rolle? In Rosa keimt ein schrecklicher Verdacht …</p>
<p><strong>Kommentar:</strong><br />
Nach dem fulminanten <a href=Serienauftakt habe ich Band 2 der Arkadien-Serie mit großer Spannung entgegengefiebert – und hatte insgeheim doch ein wenig die Befürchtung, dass Kai Meyer das Niveau niemals würde halten können. Wie man sich täuschen kann – und wie schön es doch manchmal ist, wenn man sich täuscht!

*Achtung, Rezension enthält Spoiler bzgl. Band 1*

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