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Originaltitel: Tempting Danger
1. Teil der Wolf-Shadow-Serie
Inhalt:
Lily Yu ist Spezialistin für übernatürliche Verbrechen bei der Polizei von San Diego. Dabei kommen ihr besonders ihre übersinnlichen Fähigkeiten zugute, mit deren Hilfe sie feststellen kann, ob bei einem Verbrechen Magie im Spiel war. Als Lily zu einem grausamen Mordfall gerufen wird, trifft sie im nahe gelegenen Nachtclub, der vorrangig von Werwölfen aufgesucht wird, auf den prominenten Rule Turner, Prinz des Werwolf-Clans der Nokolai. Sie fühlt sich magisch von ihm angezogen, aber es stellt sich heraus, dass Rule eine Affäre mit der Frau des Opfers hatte – damit ist er einer der Hauptverdächtigen. Dennoch nimmt Lily sein Angebot an, ihr zu helfen und sie mit den Gepflogenheiten seiner Art bekannt zu machen. Es ist schnell klar, dass der Werwolf selbst in Gefahr ist, und so machen sich Lily und Rule gemeinsam auf die Jagd nach dem intriganten Mörder …
Kommentar:
»Verlockende Gefahr« ist der erste Teil einer Urban-Fantasy-Serie mit Romance-Elementen. Die magische Bindung zwischen Lily und Rule spielt eine größere Rolle, vorrangiges Thema ist allerdings die Aufklärung der Morde – die, wie sich herausstellt, wiederum nur ein kleines Steinchen in einem großen Ganzen sind. Denn eigentlich geht es um Macht und Machtverschiebung, um – z.T. aus den Fugen geratene – Magie und die Veränderung der Welten. Wilks schickt den Leser in ein Szenario, das nur auf den ersten Blick bekannt zu sein scheint; in Wahrheit tummeln sich hier neben den »normalen« diverse paranormal begabte Menschen sowie Andersblütige wie Werwölfe (die kurz davor stehen, Bürgerrecht zu erhalten), Gnome oder Feen.
Bei der Erklärung ihres Kosmos‘ mutet die Autorin den Lesern phasenweise einiges zu: Vieles wird zunächst nur angerissen und angedeutet, aber nicht zu Ende erklärt; so hinterließ die eine oder andere Szene ein befremdliches Gefühl, weil die Inhalte von Dialogen ohne entsprechende Hintergrundinformationen nicht verständlich waren. Das mag der Spannungssteigerung dienen, ist aber auch ganz schön unbefriedigend, wenn man vermehrt mit einem »Was reden die denn da?«- oder »Was soll das denn alles?«-Gefühl zurückgelassen wird, während die Handlung an anderer Stelle weitergeht. Hinzu kommen feine Unterschiede zwischen Begrifflichkeiten, denen zumindest ich trotz der Erklärungsversuche nur bedingt folgen konnte – der Unterschied zwischen Zauberei, Hexerei und Magie hat sich mir zum Beispiel nicht überzeugend erschlossen, und auch die komplexen Zusammenhänge zwischen einigen Figuren und Handlungsmotive waren mir nicht gut genug ausgearbeitet. Möglicherweise helfen allerdings die weiteren Bände der Serie fürs Verständnis.
Die Welterklärungsabschnitte des Buchs – ob in dieser Ausführlichkeit nötig oder nicht, lass ich dahingestellt –, haben darüber hinaus auch immer wieder Tempo aus der Geschichte genommen. Von einigen kleinen Längen war die Handlung alles in allem aber doch interessant und spannend genug, um zu fesseln. Äußerst befremdlich mutet allerdings die finale Schlacht an bzw. das, was sie hätte sein sollen – denn sie endet, bevor sie überhaupt richtig angefangen hat. Rückblickend erfährt man schließlich von einigen Vorkommnissen während des Kampfes, reduziert auf die allerwesentlichsten Informationen. Dass diese Szene nicht ausformuliert wurde, erschließt sich mir nicht; damit nimmt man dem eigentlichen Finale des Buchs die Spannung und den Stellenwert.
Die Figuren sind durch und durch gut gelungen. Das gilt besonders für Lily, die erfreulicherweise keine dieser derzeit so beliebten Kickass-Heldinnen ist, sondern eine etwas eigene, intelligente, zielstrebige, erfolgreiche Polizistin chinesischer Abstammung mit magischen Kräften, die sich im knallharten Polizistenalltag unter Männern behauptet und ihren Überzeugungen folgt, auch wenn der Weg alles andere als bequem oder leicht zu beschreiten ist. Ihr Umgang mit der Bindung zu Rule ist souverän – nach anfänglicher verständlicher Entgeisterung akzeptiert sie das, was sich ohnehin nicht ändern lässt und schaut nach vorne. Das gilt auch für ihren Umgang mit der eigenen Vergangenheit – sinnlose Szenen und irrationale Gefühlsausbrüche erlebt man bei Lily nicht; sie ist aber dennoch nicht unterkühlt dargestellt, sondern eben einfach sachlich.
Meine Befürchtung, Rule sei ein arroganter selbstverliebter Promischnösel, wurde zum Glück nicht bestätigt. Für einen Werwolf ist er erfreulich wenig machohaft, dominant und besitzergreifend – vielleicht sogar ein bisschen zu wenig, um den Vorstellungen vom »Tier im Manne« zu entsprechen. Mich stört das überhaupt nicht, allerdings fand ich ihn dennoch ein wenig zu blass; er ist eigentlich kein Held, der einem so richtig im Kopf bleibt, dazu ist er zu nett und normal (sofern ein Werwolf normal sein kann).
Gute Nebenfiguren bereichern die Wolf-Shadow-Welt zusätzlich. Sowohl auf Polizisten-/FBI- als auch auf Werwolfseite begegnen einem interessante Gestalten wie der geheimnisvolle Brooks und der einzelgängerische zaubernde Werwolf Cullen, daneben sorgen aber auch Lilys denkwürdige Oma, ein knurriger Gnom und ein besitzergreifender Kater für Unterhaltung.
Fazit:
10/15 – Der uneingeschränkten allgemeinen Begeisterung kann ich mich nicht ganz anschließen, denn obwohl mich das Buch gut unterhalten hat, hatte es m.E. einige Schwachstellen im Aufbau. Aus vielen Szenen und Ideen hätte man deutlich mehr herausholen können, ebenso aus der Figur Rule, die zwar sympathisch, aber eine Spur zu langweilig geraten ist.
1. Teil einer Trilogie
Inhalt:
Manchmal ist es ein echtes Kreuz, in einer Familie zu leben, die jede Menge Geheimnisse hat. Der Überzeugung ist zumindest die 16jährige Gwendolyn. Bis sie sich eines Tages aus heiterem Himmel im London um die letzte Jahrhundertwende wiederfindet. Und ihr klar wird, dass ausgerechnet sie das allergrößte Geheimnis ihrer Familie ist. Was ihr dagegen nicht klar ist: Das man sich zwischen den Zeiten möglichst nicht verlieben sollte. Denn das macht die Sache erst recht kompliziert!
Kommentar:
Eigentlich hat mich das Buch überhaupt nicht interessiert. »Kinderbücher« hab ich seit einigen Jahren ziemlich satt, und Zeitreisegeschichten konnte ich ohnehin noch nie leiden. Nach diversen positiven Rezensionen ernstzunehmender Leute wollte ich »Rubinrot« dann aber doch lesen – und ich bin wirklich richtig froh, dass ich über meinen Schatten gesprungen bin.
Die Geschichte ist schnell erzählt: Die 16-jähirge Gwendolyn ist eigentlich ein ganz normales Mädchen – abgesehen davon, dass sie Geister sehen kann und eine höchst seltsame Familie hat. Ihr Leben ändert sich aber rapide, als sie auf einmal unversehens in die Vergangenheit geschleudert wird und sich zur großen Überraschung ihrer Familie herausstellt, dass nicht – wie angenommen – ihre Cousine Charlotte, sondern sie selbst mit dem Zeitreise-Gen ausgestattet ist. Dumm nur, dass man Charlotte jahrelang auf die Zeitsprünge vorbereitet hat, und Gwen nun vollkommen unvorbereitet ist. Dabei spielt sie als Nr. 12, als »Rubinrot«, eine wichtige Rolle in den Plänen eines Geheimbundes, wenn auch keiner genau zu wissen scheint, welches Geheimnis zu lösen ist. Es ist aber klar, dass der Blutkreis geschlossen werden muss, und zu diesem Zweck muss Gwen gemeinsam mit dem drei Jahre älteren Gideon in die Vergangenheit reisen – wo sie einige sehr merkwürdige und abenteuerliche Begegnungen hat!
Besonders tiefgründig oder anspruchsvoll ist Geschichte nicht, und eigentlich passiert auch gar besonders viel. Das macht aber überhaupt nichts, es wird dennoch zu keiner Zeit langweilig – das Buch unterhält mit wundervollen, lebhaften, detaillierten Beschreibungen der Szenen in Vergangenheit, mit spritzigen Dialogen und mit seinem Humor – die Betrachtungen eines Teenies sind (rückblickend!) einfach amüsant! Überhaupt sind es bei diesem Buch oft die eigentlich bedeutungslosen Kleinigkeiten und Nebensätze, mal eben ganz beiläufig eingestreut, die so großen Spaß machen.
Hervorragend gelungen ist die Art der Einbindung der Zeitreisen in die Gegenwart; Gwen wird nämlich nicht in die Vergangenheit geschleudert und irrt die ganze Zeit dort herum, sondern sie kehrt nach kurzen Aufenthalten zurück in die Gegenwart. Und hier ist das Zeitgeschehen Trumpf – inklusive aktueller Filme und technischer Errungenschaften wie Fotohandy (mit dem Gwen auch in der Vergangenheit zu beeindrucken weiß) und Internet (wo sich aufschlussreiche Infos über Zeitreisen und Personen aus der Vergangenheit finden lassen).
»Rubinrot« punktet außerdem mit seinen liebevoll gezeichneten Figuren: Die warmherzige, entwaffnend offene und teils fast sarkastisch wirkende Gwen mit ihren typischen Teenienöten ist eine durch und durch bezaubernde Protagonistin, und dass sie für den gutaussehenden, ein wenig herablassende Gideon schwärmt, ist durchaus nachvollziehbar. Aber auch der Großteil der Nebenfiguren ist extrem lebendig – fast jede hat irgendein Attribut, das sie besonders und einzigartig macht.
Die im Klappentext angedeutete Romanze zwischen Gwen und Gideon spielt eigentlich nur eine sehr untergeordnete Rolle und ist weit weniger dramatisch, als sie klingt. Wer eine Lovestory sucht, wird sie in diesem Buch nicht finden: Die beiden revideren nur ihre anfänglichen (Vor-)Urteile übereinander und lernen sich zu schätzen. Ihre Annäherung geht aber in diesem Teil nicht über eine harmlose Schwärmerei hinaus.
Das Manko des Buchs: Es endet vollkommen offen, mitten in der Handlung. Ich hab ja normalerweise kein Problem damit, wenn sich die Rahmenhandlung einer Geschichte über mehrere Teile erstreckt, aber eine wenigstens teilweise abgeschlossene Story innerhalb eines Bandes sollte schon sein.
Wertung:
14/15 – Einen Punkt Abzug für das vollkommen offene Ende kann ich nicht vermeiden, aber darüber hinaus ist »Rubinrot« das eines der schönsten, unterhaltsamsten und lebendigsten Bücher, die ich in diesem Jahr gelesen habe. Komischweise spukt mir im Zusammenhang mit dem Buch immer das Adjektiv »reizend« im Kopf herum, obwohl dieses Wort eigentlich gar nicht zu meinem aktiven Sprachschatz gehört – aber es ist einfach reizend! Und der Stil der Autorin ist so wunderbar zu lesen, dass ich mir unbedingt mal eines ihrer Bücher für die »Großen« vornehmen muss! (So lässt sich dann auch die Zeit bis »Saphirblau« besser überbrücken.)
Originaltitel: Rose
3. Band der Flower-Trilogie
Inhalt:
England, 1677. Rose Ashcroft ist betörend schön – und mit 21 Jahren leider auf dem besten Weg, eine alte Jungfer zu werden! Entschlossen macht sie sich daran, einen Ehemann aus adliger Familie zu finden. Vorsichtshalber verbirgt sie dabei, dass ihre große Leidenschaft der Wissenschaft und der Welt der Bücher gehört. Nur ein Mann weiß, wie brillant Rose ist: der gut aussehende Christopher Martyn, aufstrebender Architekt am Hof des Königs. Er liebt Rose insgeheim und will sie unbedingt für sich erobern. Aber kann er sie von der Leidenschaft überzeugen, die in seinem Herzen für sie brennt – obwohl er keinen Titel besitzt?
Kommentar:
Da ich gerade in einer Phase bin, in der ich mich nicht mit schlechten Büchern herumschlagen will, hab ich »Verführung im Mondschein« nach etwas über 100 Seiten abgebrochen. Selten hab ich so viele blöde Figuren auf einem Haufen erlebt. Da wären: Eine schreckliche Mutter, die sich auf äußerst plumpe Weise als Kupplerin versucht, weil nur sie allein weiß, was gut für ihre Tochter ist. Der Auserwählte, ein bürgerlicher Held, der in Windsor Castle architektonische Wunderdinge verbringt und dessen vordringliches Ziel im Leben es ist, einen Adelstitel verliehen zu bekommen – unter anderem, um Rose zu erobern. Und dann noch eine 21-jährige alte Jungfer als Heldin, die verbittert und missgünstig, unerträglich hochmütig und trotz ihrer sagenhaften Bildung unfassbar naiv ist und ungefragt in den unpassendsten Momente mit jedem Unsinn rausplatzt, der ihr so in den hübschen Schädel schießt. Ob sie damit ihre Verehrer, Geschwister oder den König beleidigt, spielt keine Rolle; das ist offenbar ihre Vorstellung von Emanzipation. Eventuell fehlt mir auch mal wieder einfach der Humor, um die Handlungsweisen der Figuren liebenswert zu finden, aber das ist dann halt so.
Wertung:
Abgebrochen und die komplette Serie – drei Bücher! – aussortiert. Obwohl das keines der ganz finsteren Machwerke ist, ist mir meine Zeit dafür einfach zu schade.
Originaltitel: The Awakening
3. Teil der Immortal-Reihe
 
Inhalt:
Er sieht sie im Traum: ihre schimmernde Haut, das seidene Haar und die ozeanblauen Augen, in denen sich ihre Leidenschaft spiegelt. Sie hat all das, was Kalen verzweifelt versucht, in seinen Bildern einzufangen – und in seinem Bett zu bekommen. In Wirklichkeit jedoch schleicht sich die Hexe Christine in seine Gedanken, um ihn, den Unsterblichkeitskrieger, davon zu überzeugen, mit ihr gegen das Böse zu kämpfen, das die Welt verdunkelt …
Kommentar:
Der dritte Teil der Immortal-Reihe spielt fast parallel zu Band 2, und so wirklich voran bringt er die fantastische Rahmenhandlung, die sich über mindestens 7 Bände erstrecken wird, nicht. Die ist aber ohnehin nur Alibi für (mehr oder weniger) herzzereißende Liebesgeschichten und eine Menge Sex. Wie schon in den Vorgängerbänden hat man es mit jeder Menge Magie und paranormalen Gestalten wie Hexen, Göttern, Halbgöttern, Dämonen, Elfen, Sidhen, Meerjungfrauen, Heinzelmännchen, Selkies usw. zu tun, doch irgendwas neues oder eigenes findet sich eigentlich nicht – es sind, mit dem Hauptaugenmerk auf dem keltischen Kulturkreis, einfach nur unterschiedlichste Mythologien wild zusammengemixt. Das wäre nicht weiter schlimm, wenn die Handlung spannend und die fantastischen Elemente originell verarbeitet wären. Sind sie aber leider nicht, auch deshalb versumpft die Geschichte und bleibt im Mittelmaß stecken. Gleiches gilt für die romantische Handlung bzw. den Versuch eine solche aufzuziehen: Wie schon in den Vorgängerbänden spielen Sexszenen eine wesentliche Rolle, mit denen schnell gegenseitigen Liebesbeteuerungen einhergehen. Wie es zu diesen Gefühlsaufwallungen kommt, kann man leider von Außen überhaupt nicht nachvollziehen; auf jeden Fall sind sich die Protagonisten ihrer ewig währenden Liebe sicher und jeder würde für den anderen alles tun, notfalls auch sein Leben geben. Was bleibt dem Leser, als das so hinzunehmen.
Wie auch die Handlung sind die beiden Hauptfiguren mittelmäßig bis langweilig. Die Hexe Christine ist wieder eine der ganz perfekten Helden ohne Ecken und Kanten: nett, sexy, hingebungs- und aufopferungsvoll – und natürlich viel mächtiger, als ihr selbst klar ist. Kalen ist weniger perfekt, aber trotzdem langweilig. Er ist, wie die Vielzahl der männlichen Liebesromanhelden sind: schön, stark und mächtig; daneben verfügt er über einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, eine gewisse Arroganz (die aber natürlich nicht ausgeprägt genug ist, um die moderne weibliche Leserin abzustoßen) und eine schmerzliche Vergangenheit.
Beide Protagonisten sind absolut austauschbar, besser gelungen sind da schon die Nebenfiguren: v.a. der Halbgott Mac, der in Gestalt eines schnoddrigen 16-Jährigen ein wenig Humor ins Buch bringt, sowie dessen Schwester Leanna, ihres Zeichens eine Musen-Sidhe – die allerdings als Bösewicht in der Geschichte als Sympathieträger ausfällt. Dennoch, beide sind interessanter als die Hauptpersonen – und diese Tatsache allein sagt ja schon einiges über das Buch aus.
Wertung:
7/15 – Total durchschnittlich. Die Reihe muss man wirklich nicht lesen, und ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, warum ich’s trotzdem immer noch tue, denn ich kann noch nicht mal sagen, dass mich besonders interessieren würde, wie die Rahmenhandlung weitergeht.
Originaltitel: Royal Captive

Inhalt:
Die bildschöne unschuldige Elizabeth Stafford wird von ihrem verarmten Vater skrupellos als Lockvogel für einen reichen Höfling eingesetzt. Sie muss sich bei Hofe den Verführungskünsten adliger Herren erwehren. Dabei gilt ihre heimlich Liebe dem Iren Kieran O’Neill. Als der König selbst sein Interesse an Elizabeth bekundet, sie zu seiner Mätresse machen will, scheint ihr Schicksal besiegelt…
Kommentar:
Was für eine hanebüchene Geschichte! Diese 80er-Liebesromane sind wirklich bis auf wenige Ausnahmen (wobei mir gerade keine einfällt) unerträglich. Diesmal haben wir es mit einem fiesen irischen Rebellen zu tun, der eine junge englische Adlige nach einem Kutschenunfall rettet, die sich bietende Gelegenheit aber auch gleich nutzt, um sie dann zunächst mal auf seinem Anwesen festzuhalten und erst gegen eine Lösegeldforderung wieder freizulassen. Kieran entpuppt sich als verkommener, patriotischer, rachsüchtiger, widerwärtiger Säufer, der Elizabeth zwar schon deshalb hasst, weil sie Engländerin ist, sie aber ungeachtet dessen dennoch unwiderstehlich findet. Deshalb macht er sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit an sie heran und zwingt ihr seine Küsse und »Zärtlichkeiten« auf, denen sich die schöne Naive in einer Situation gar nur mit einem treffsicheren Faustschlag entziehen kann – der deshalb Wirkung zeigt, weil Kieran zum Glück mal wieder sturztrunken ist.
Als der Ire Elizabeth schließlich freilässt, kommt sie vom Regen in die Traufe, sie landet nämlich bei Hofe, wo Zügellosigkeit und Ausschweifung herrschen. Während alle Männer ihr nachsteigen und die Frauen entsprechend eifersüchtig auf sie sind, wird ihr aus unerfindlichen Gründen schlagartig klar, wie toll und großartig Kieran eigentlich war. Doch um sich den Avancen des Königs zu entziehen, willigt Elizabeth schließlich ein, Simon Bagenal zu heiraten, obwohl – oder gerade weil – er sie an ihren geliebten Iren erinnert. Kein Wunder, denn wie sich herausstellt, ist Simon der Cousin des irischen Rebellen – wie Elizabeth schließlich von Kieran erfährt, der sich in Gestalt eines italienischen Adligen unter die höfische Gesellschaft gemischt hat und sie nun eindringlich vor seinem Verwandten warnt. Weil Kieran dennoch keine Anstalten macht, Elizabeth selbst zur Frau zu nehmen, heiratet sie Simon also ungeachtet Kierans Warnung, um den ihr nachsteigenden König loszuwerden.
Von der Traufe gerät sie allerdings daraufhin quasi in die Sinflut: Wie sich in der Hochzeitsnacht herausstellt, hat Simon sie nämlich nur geehelicht, um einen Adelstitel vom König zu erschleichen. Den erhält er dafür, dass der König höchstselbst Elizabeth in der Hochzeitsnacht entjungfern darf. Zu Elizabeths Erleichterung geht die Ränke im wahrsten Sinne des Wortes aber in die Hose: Der König macht sich zwar über sie her, zur Entjungferung kommt es aber nicht, denn er hat offenbar ein kleines Problem mit der Selbstbeherrschung und einem frühzeitigen Samenerguss. Wütend überlässt er das Feld daraufhin Elizabeths belustigtem Ehemann, der sie ihrem Zweck zuführt und die Ehe vollzieht – zu deren Glück es nur noch fehlt, dass ihr Göttergatte ihr ein künftiges Vergnügen mit ihm und dem König in Aussicht stellt.
Als Kieran erfährt, dass Simon Elizabeth verkauft hat, ist er außer sich vor Wut. Praktischerweise taucht Simon in diesem Moment auf, sodass Kieran seinen Zorn gut kanalisieren und den unliebsamen Cousin bei der Gelegenheit ermorden kann. Da aber auch Kieran in dem Duell verletzt wird, schafft die begabte Elizabeth ihn in ihre alte Gemächer, wo sie ihn heilkundlich versorgt. Blöd nur, dass sich nicht viel später herausstellt, dass ihr Mann Simon doch nicht tot ist, sondern nur schwer verletzt – und zu allem Unglück wacht er nach drei Tagen tatsächlich von den Toten auf. Aus Gründen, die wohl nur die Autorin selbst versteht, einigen sich die beiden darauf, dass Simon über die Vorfälle schweigt und Elizabeth zurück aufs Land muss – was ihr gar nicht so unrecht ist.
Doch während Elizabeth ihre neu gewonnene Freheit genießt, ringt Kieran auf irgendeinem verlassenen Gut mit dem Wundfieber und liegt im Sterben. Alarmiert von seinem Freund, eilt Elizabeth an seine Seite und wacht bei ihm. Gottlob erwacht er schließlich, denn nicht nur Elizabeth braucht ihn, sondern vor allem auch Irland, wie er erkärt. Sobald der Rebell wieder einigermaßen bei Kräften ist, führt er Elizabeth schnell in die Freuden der körperlichen Liebe ein und verschleppt sie dann gegen ihren Willen nach Irland. Dort lässt Kieran sie auf seinem Anwesen allein, wo sie sich permanent um sein Wohlbefinden ängstigt, während er raubend und brandschatzend durchs Land zieht und die von Schotten und Engländern okkupierten Häuser abfackelt. Nach dramatischen Verwicklungen, die ich ehrlich gesagt nur noch überflogen habe, weils mir wirklich zu blöd wurde, ist Kieran irgendwann geläutert und erkennt die Sinnlosigkeit seiner Rebellion. Er tut stattdessen endlich was Sinnvolles, er bringt nämlich Simon um (diesmal wirklich!) und macht Elizabeth zur Witwe. Damit steht einer Verbindung der Beiden über alle Grenzen und Rassen hinweg also nichts mehr im Wege, juchee.
Wertung:
1/15 – Wie die Zusammenfassung wohl deutlich macht: Total schwachsinnig! Man fragt sich, wie so eine Story unter dem Label »Ullstein Romantik« laufen kann; von Romantik war wirklich keine Spur zu entdecken! Einen Gnadenpunkt gibts für den irischen Rebellen, der immerhin nicht so n weichgespülter Bösewicht ist wie andere. Außerdem schätzt er guten Whisky, das spricht für ihn!
The Huxtables, Book 4

Inhalt:
Die verrufene Lady Cassandra Paget, die unter dem Verdacht steht, ihren Mann mit einer Axt erschlagen zu haben, wurde von ihrem Stiefsohn ohne einen Pfennig Geld vor die Türe gesetzt. Zusammen mit ihrer ehemaligen Gouvernante Alice, der Köchin und Haushälterin Mary, deren kleiner Tochter Belinda und Hund Roger lebt Cassandra nun in einem äußerst bescheidenen Haus in London am Rande der Armut, weshalb sie beschließt, sich einen Gönner zu suchen. Ihre Wahl fällt ausgerechnet auf Stephen Huxtable, einen reichen jungen Adligen, der tatsächlich dazu bereit ist, sich auf die schöne Witwe einzulassen – aber nur zu seinen Bedingungen.
Kommentar:
Das letzte Buch um die Huxtable-Geschwister bietet eine ziemlich interessante Ausgangslage: Mutmaßliche Mörderin sucht sich untadeligen Adligen als Sponsor. Leider ist die Umsetzung nicht ganz so gelungen; die Geschichte driftet schnell in eine Richtung, die mir persönlich einfach zu wenig überzeugend und vor allem zu moralisch ist. Der Engel aus dem Titel des Buchs ist nämlich der herzensgute engelsgleiche Stephen Huxtable, dem bereits nach der ersten gemeinsamen Nacht klar wird, dass Cassandra völlig verzweifelt ist und sich nur aus einer absoluten Notlage heraus als Mätresse angeboten hat. Er gewährt ihr eine horrende Summe für ihre Dienste, doch nach einem weiteren Zusammensein stellt er fest, dass er das alles nicht kann; nach längeren Diskussionen einigt man sich darauf, dass Cassandra das Geld weiterhin bekommt, aber dafür nicht ihren Körper, sondern ihre Gesellschaft bzw. Freundschaft verkauft. Diese Situation gibt den Protagonisten ausreichend Zeit, sich langsam kennenzulernen bzw. näher zu kommen und bietet phasenweise gute Unterhaltung; wirklich zu packen vermag die Handlung aber nicht.
Das liegt vor allem an den beiden Hauptpersonen. Stephen Huxtable ist einfach zu perfekt: Alle lieben ihn, denn er ist nicht nur reich und wahnsinnig gutaussehend, nein, daneben ist er auch noch jederzeit hinreißend nett, verständnisvoll, hilfsbereit, kinderlieb, aufopferungsvoll, gerecht, ritterlich, sensibel, liebevoll, aufgeschlossen, pflichtbewusst und anständig – ein Gutmensch, wie er im Buche steht. Gleiches gilt übrigens für die geschickt und ohne bemüht zu wirken in die Geschichte eingeflochtenen anderen Huxtable-Geschwister nebst Ehemännern, die die Frau mit dem katastrophalen mörderischen Ruf mit offenen Armen in der Familie aufnehmen und ohne mit der Wimper zu zucken ihr eigenes Ansehen für die Fremde aus Spiel setzen.
Cassandra ist genau das Gegenteil zu den warmherzigen Huxtables und bleibt lange Zeit ziemlich undurchsichtig. Wie Stephen feststellt, trägt sie meist eine Maske, unter die selbst der Leser nur selten blicken darf. Sie ist über weite Strecken unnahbar und unterkühlt, sehr zielstrebig und teils auch berechnend, weshalb sie nicht gerade hohe Sympathiegefühle auslöst – auch wenn die Gründe für ihr Verhalten und Handeln im Kontext ihrer Vergangenheit einigermaßen nachvollziehbar sind. Völlig unverständlich und fadenscheinig sind hingegen ihre Argumente gegen eine Heirat mit Stephen; hier fehlt es an jeglicher Logik.
Überhaupt wird die Geschichte gegen Ende hin immer unglaubwürdiger, da sich alles, wirklich alles, in Wohlgefallen auflöst und jeder (außer Constantine, der aber ja im Juni 2010 noch ein eigenes Buch kriegt) sein Happy-End bekommt. Die Aufklärung der Umstände, die zum Tod von Cassandras Mann geführt haben, passt zwar zur moralisch angehauchten Geschichte, ist aber unbefriedigend und wenig einleuchtend. Darüber hinaus wirkt die Handlung auf den letzten 50 Seiten ziemlich gehetzt, man könnte fast den Eindruck gewinnen, der Autorin seien die Seiten ausgegangen. Nach der infolge der kompromittierenden Situation motivierten Verlobung geht alles Schlag auf Schlag, es wird aber eher kurz berichtet als erzählt, um noch alles unterzubringen, was beendet werden muss. Besonders ärgerlich ist dabei – wie bereits angedeutet – Cassandras vehemente Weigerung, Stephen zu heiraten – nur um am Ende von einer Sekunde auf die andere doch umzukippen.
Wertung:
10/15 – Gerade noch gut, wobei ich ehrlicherweise zugeben muss, dass da ein klitzekleiner Balogh-Bonus enthalten ist. Für mich in jedem Fall das schwächste Buch über die Huxtable-Geschwister, aber immer noch besser als viele, viele andere Liebesromane anderer Autoren.
Originaltitel: Amelia

Inhalt:
Amelia soll nach dem Willen ihres gewalttätigen Vaters Alan Culhane heiraten, den Sohn eines mächtigen texanischen Ranchers. Doch bei einem Besuch auf der Ranch der Culhanes trifft sie auf Alans Bruder King – einen alten Freund ihres Bruders Quinn, für den sie schon seit Kindertagen schwärmt. Er ist es, der ihre Leidenschaft entfesselt, doch King scheint sie zu verachten …
Kommentar (mit unzähligen Spoilern):
Dachte ich wirklich: »Altbacken, aber nicht so schlimm«? Ich nehm hiermit alles zurück und behaupte das Gegenteil! Ich weiß auch nicht so wirklich, was in mich gefahren ist zu glauben, ein Buch, in dem die männliche Hauptperson aufgrund seiner Abstammung und seine Auftretens »King« genannt wird, könne »nicht so schlimm wie befürchtet« sein! Es ist schlimmer, und zwar viel schlimmer.
King ist ein Vollpfosten erster Güte, und es ist mir vollkommen schleierhaft, was Amelia eigentlich an ihm findet. Er ist selbstherrlich, herablassend, widerlich, unsensibel, missgünstig, eifersüchtig, durchtrieben, berechnend, verbittert und blickt auf keinem seiner silbergrauen Augen, was eigentlich um ihn herum vor sich geht: Während nämlich alle Leute nach und nach begreifen, dass Amelia fürchterliche Angst von ihrem Vater hat und dass in der Vergangenheit irgendetwas Schreckliches vorgefallen sein muss, verachtet King sie immer noch dafür, dass sie ihrem Vater gegenüber so unterwürfig ist. Darüber hinaus kann er sie auch deshalb nicht leiden, weil sie ihm so gut gefällt, dass er ihr kaum widerstehen kann; offenbar hilft es ihm, sich von ihr abzubringen, wenn er sie wie den letzten Dreck behandelt. Muss ein Männerding sein, diese Logik, begegnet einem ja öfters.
In Sachen Tyrannei das Wasser reichen kann King eigentlich nur Amelias Vater, der hat aber immerhin einen guten Grund für seine Widerlichkeit, er hat nämlich – wie sich im Laufe der Handlung herausstellt – einen Gehirntumor, der seine Persönlichkeit verändert. Früher war er ein wundervoller Vater und liebender Ehemann. Er kann also quasi nichts dafür, dass er Amelia mit dem Gürtel halbtot schlägt, und deshalb kann Amelia ihn auch nicht im Stich lassen.
Unsere Heldin Amelia ist die meiste Zeit damit beschäftigt, sich zu fürchten, ihren Vater nicht zu reizen und King aus dem Weg zu gehen, damit sie ihn nicht anhimmeln muss. Wie wir erfahren, war sie früher eine lebenslustige Person, die Reiten und Scheißen kann, hochgebildet ist und vier Sprachen spricht. Um den Zorn ihres Vaters nicht auf sich zu ziehen, verheimlicht sie das alles und tut so, als sei sie fügsam und eigentlich auch gar nicht da. Quinn allerdings bemerkt und verachtet sie blöderweise trotzdem, nicht zuletzt, weil Amelia vielleicht ein bisschen unscheinbar, aber dennoch sehr hübsch ist und einen Mund wie ein »Amorbogen« (S. 93) hat.
Die Personen agieren eine ganze Weile in einer ziemlich spannungsarmen Handlung vor sich hin, dann jedoch kommt es zur entscheidenden Wendung. Kaum sind King und Amelia nämlich allein auf der Ranch, macht sich der verrufene Texaner auch schon in »leidenschaftlicher Inbrunst« (S. 160) über die unschuldige Jungfrau her. Und weil Amelia King ja schon immer toll fand und bei seinen Küssen im siebten Himmel schwebt, ignoriert sie die drohende Erkenntnis, dass sie das besser lassen sollte, denn er ist »so stark und seine Küsse machten sie süchtig. Sie konnte nur leben, solange er sie in den Armen hielt, sie küsste.« (S. 160) Wie sie wohl vorher gelebt hat? Egal, der Rest der Szene ist jedenfalls geprägt von kopfloser Wolllust, krampfhaften Schluchzern, atemberaubenden Schauern, schamloser Lust, die zu neuerlichen Schluchzern und Tränen führt, usw. usf. Nach Kings finaler »todeskrampfähnlicher« (S. 164) Erleichterung folgen natürlich Demütigung und Scham seitens Amelia und Zorn über den Sündenfall seitens King, weshalb er ihr erst mal verkündet, dass er sie nicht heiraten wird. Auch wenn sie das gar nicht gefordert hat, sondern einfach nur darum bittet, freundlicherweise gehen zu dürfen. Nach Hause zu Papa, welch Ironie!
Bei King setzt augenblicklich der Verdrängungsvorgang ein. Er ignoriert die Tatsache, dass er derjenige war, von dem die Verführung ausging, und redet sich ein, dass Amelia die treibende Kraft gewesen sei. Er hat sich überhaupt nur aus reiner Nächstenliebe darauf eingelassen, um seinen Bruder Alan von der Heirat mit dieser Hure abzubringen. Als wäre das noch nicht schwachsinnig genug, nimmt die Tragödie ihren Lauf. King reicht das, was er bis zu diesem Moment angerichtet hat, noch nicht, nein, er muss auch noch zu Amelias Vater rennen und petzen, dass dessen Tochter sich an ihn rangemacht hat. Logische Folge: Amelia wird mal wieder mit dem Gürtel halbtot geprügelt.
Praktischerweise verstirbt der unzurechnungsfähige Kranke im Anschluss an seine Prügelattacke, sodass er für seine Taten nicht zur Rechenschaft gezogen werden kann. Amelia wird das egal sein, sie ist vermutlich einfach froh, ihn endlich los zu sein. Zudem hat sie ganz andere Sorgen, sie hat nämlich offenbar auch ein paar Schläge auf den Kopf abbekommen und in der Folge ihr Gedächtnis verloren. Das wiederum kommt King natürlich ganz gut zupass, denn somit erinnert sie sich ja nicht mehr an die Quasi-Vergewaltigung und seine Petzerei, die überhaupt erst zu diesem brutalen Übergriff geführt hat. Kings Verdrängungsmechanismen greifen aber so oder so sehr gut, denn er geht davon aus, dass Amelia ihre Erinnerungen nur deshalb unterdrückt, weil sie sich nicht eingestehen will, dass sie ihn verführt hat und sich auf diese Weise aus der Verantwortung stehlen will.
Amelia blüht trotz des Gedächtnisverlustes nach dem Tod ihres Vaters auf und wird wieder so lebenslustig, wie sie es früher war. Keine Spur mehr von Unterwürfigkeit, weshalb King schlagartig vollkommen begeistert von ihr ist. Und irgendwann sieht er auch ein, dass nicht Amelia ihn verführt hat, sondern umgekehrt. Wie es dazu kommt, dass ihn diese Erkenntnis ereilt, erschließt sich zwar niemandem außer ihm selbst, ist aber auch egal, da die ganze Handlung ohnehin hanebüchen ist. Jedenfalls fühlt King sich bemüßigt, Amelia über die Vorgänge aufzuklären, die ihr Gedächtnis so erfolgreich verdrängt, und schließt mit der beschönigenden Erkenntnis: »Ich habe Schicksal gespielt. … Sie sollten mich am besten heiraten.« (S. 242). Er führt auch durchaus durchschlagende Argumente für seine Eignung als Ehemann an: Als Viehzüchter verfügt er über umfassendes Wissen bzgl. Fortpflanzung und Geburten, andere Frauen reißen sich um ihn, und er verfügt über Land und Geld.
Amelia ist noch ein bisschen schockiert von dem, was sie gerade erfahren hat, und deshalb nicht so wirklich von einer Hochzeit überzeugt, eher im Gegenteil. Kings Überredungsmanöver wird dann aber auch ganz plötzlich von Amelias unvermittelt auftauchenden Bruder unterbrochen. Da King offenbar festgestellt hat, dass Reden hilft und das Gewissen erleichtert, tischt er dem Neuankömmling die ganze Geschichte bei der Gelegenheit auch gleich auf. Sein alter Freund Quinn reagiert souverän und völlig angemessen, er kommentiert die Kings Handeln nämlich mit den Worten »Das ist widerlich!« (S. 246), und will den manipulativen Übeltäter erschießen. Natürlich verhindert die herzensgute Amelia das, zumal sie King ja heimlich ohnehin liebt, sodass am Ende – nach weiteren albernen Verwicklungen und Missverständnissen – alle geläutert sind und glücklich werden können. Amen.
Fazit:
0/15 – Mir wird wieder klar, warum ich anderen Büchern noch 1–2 Gnadenpunkte zugestanden habe – damit ich Luft nach unten für Machwerke wie dieses habe!
Fenster zum Herzen (Cora Historical)
The Bevelstokes, Book 2

Inhalt:
Olivia Bevelstoke, die einzige Tochter des Earls of Rudland, ist schön und hat eine stattliche Mitgift vorzuweisen, dennoch ist sie mit 21 noch unverheiratet. »Worauf wartet sie?«, fragen die Leute hinter ihrem Rücken. »Auf einen Prinzen?« Natürlich wartet Olivia nicht auf einen Prinzen, doch dann taucht ein russischer Zarensohn in London auf und macht ihr den Hof. Gleichzeitig wird sie aber auch auf ihren neuen Nachbarn aufmerksam, den Kriegsveteranen Harry Valentine. Gerüchte besagen, dass er seine Verlobte umgebracht haben soll, und obwohl Olivia das nicht glaubt, spioniert sie ihm hinterher. Das gefällt Harry wiederum überhaupt nicht, denn er arbeitet für das Kriegsministerium und erhält den Auftrag, den Prinzen aus Russland im Auge zu behalten – und mit ihm alle Leute, die ihn umgeben …
Kommentar:
Der Vorgängerband »The Secret Diaries of Miss Mirande Cheever« hat mich ja nicht wirklich vom Hocker gerissen, und der Beginn des neuesten Quinn-Titels verhieß nicht gerade besseres. Das Buch startet schleppend mit einem 20-seitigen Epilog über Harrys Kindheit und Jugend, dessen Notwendigkeit sich mir nicht wirklich erschließt – zumindest nicht in dieser Ausführlichkeit –, und plätschert dann trotz einiger guter Ideen und Ansätze ziemlich ereignislos weiter vor sich hin.
Nach dem ersten Drittel nimmt das Buch dann aber an Fahrt auf: als Harry und Olivia nämlich endlich in engeren Kontakt zueinander treten. Und obwohl dem einen oder anderen Leser möglicherweise die Action fehlen mag, weil sich die Story trotz des »vorgeschobenen« Spionageplots fast ausschießlich auf die Entwicklung der Beziehung zwischen den Hauptpersonen konzentriert, mausert sich das Buch ab diesem Moment zu einem richtig guten Liebesroman, der den etwas langweiligen Anfang wieder wettmacht. Die Annäherung zwischen Olivia und Harry ist einfach richtig gut, überzeugend, gefühlvoll und – für einen Liebesroman – relativ realistisch dargestellt. Außerdem lebt das Buch natürlich von den Quinn-typischen spritzigen Diaologen und den charmanten, intelligenten, schlagfertigen Hauptpersonen. Interessant sind diesmal auch die Nebenpersonen: Nicht nur Harrys Gegenspieler, der russische Prinz, sondern vor allem auch Olivias Zwillingsbruder Winston, Harrys Bruder Edward und Harrys Cousin Sebastian – man darf gespannt sein, wer von ihnen ein eigenes Buch kriegt. (Bin da gerade nicht auf dem Laufenden.)
Wertung:
12/15 – Nach einem ziemlich schwachen ersten Drittel steigert sich das Buch im weiteren Verlauf kontinuierlich zu einem guten, richtig unterhaltsamen Roman, der einfach Spaß macht.
Serieninfo:
01 The Secret Diaries of Miss Miranda Cheever (Rezension) | Für immer und ewig, Viscount (Cora)
02 What Happens in London (Rezension)
03 Ten Things I Love About You (Rezension)
Inhalt:
Philippa trifft auf den geheimnisvollen Fox und verliebt sich in ihn. Auf der Suche nach seiner Vergangenheit stößt sie auf die uralte Geschichte der Lady Nightingale. Um Fox aus den Händen der Feenkönigin zu retten, muss Philippa bis zur Tagundnachtgleiche warten. Als die Herbstnacht gekommen ist, macht sie sich auf den Weg in die Wälder am Mount Nightingale.
Kommentar:
Mein Kommentar fällt so kurz aus wie das Marzi-Mini-Märchen mit dem wenig märchenhaftem Ausgang: Die Idee ist nett, aber aufgrund des begrenzten Platzes fehlt es sowohl der Handlung als auch den Personen an Tiefe; es ist einfach kein Raum für Entwicklungen und Motive vorhanden. Selbst die Sprache ist weniger poetisch als sonst bei Marzi.
Wertung:
06/15 – Eine ganz nette kleine Erzählung für Zwischendurch, sozusagen Marzi »light« – kann man, muss man aber nicht.
Unqualifizierte Bemerkung am Rande: Mit am spannendsten finde ich die Frage, was der Magnet am Backcover soll – der interessanterweise nicht am iMac »klebt«, aber dafür an der Dunstabzugshaube. Ich frag mich, ob man das Buch vielleicht beim Kochen lesen soll? Schließlich muss man ja jede freie Minute nutzen! ;)
Inhalt:
Wenn die Kinder verrückt spielen, holt man sich die Supernanny ins Haus. Neurotischen Hunden und Katzen hilft der Tierpsychologe vor Ort wieder auf die Pfoten. Aber wer kommt zu Hilfe bei einem schwererziehbaren Mann? Pias Chefredakteur hat einen genialen Einfall: Leserinnen, die Ärger mit ihren Männern haben, rufen einfach den Love-Sheriff. Leider hat er auch den weniger genialen Einfall, Pia und ihre beste Feindin Beate für diesen Leserinnenservice abzustellen. Und als dann auch noch Pias Freund Max beschließt, selbst einen Love-Sheriff ins Haus zu holen, um seine Beziehung mit Pia zu retten, sind die Turbulenzen vorprogrammiert …
Kommentar:
Nur mal kurz reingelesen, weitergeblättert, nochmal reingelesen, weitergeblättert, wieder reingelesen – und befunden, dass das kein Buch für mich ist. Das ist nämlich genau dieser überzogen plump-witzige Stil, den ich schon vor 20 Jahren bei Hera Lind nicht leiden konnte. Im Ansatz sogar ganz lustig, aber wenn ein (mehr oder weniger) witziger Spruch und eine skurrile Situation die nächste jagt ohne Raum zur Entfaltung zu bekommen, dann wirds mir schnell zu viel. Das ist mir einfach zu holzhammermäßig-lustig nach dem Motto: Bläut man den Leuten nur genug Witze auf einmal ein, werden sie schon irgendwann lachen.
Wertung:
Keine, weil nur angelesen. Ab zu Buchticket damit!
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