Irina has
read 1 book toward her goal of 60 books.
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Originaltitel: The Chemistry of Dead
David Hunter, #1

Verlagstext:
Sterben kann ewig dauern …
… aber der menschliche Körper beginnt kaum fünf Minuten nach dem Tod zu verwesen – und wird dann zu einem gigantischen Festschmaus für andere Organismen. Zuerst für Bakterien, dann für Insekten. Fliegen. Die Larven verlassen die Leiche in Reih und Glied, in einer Schlangenlinie, die sich immer nach Süden bewegt. Ein Anblick, der jeden dazu veranlassen würde, das Phänomen zu seinem Ursprung zurückzuverfolgen. Und so entdecken die Yates-Brüder, was von Sally Palmer übrig geblieben war …
Die Tote war Schriftstellerin, eine Außenseiterin in Devonshire. Verdächtiger Nummer eins ist der schweigsame Fremde im Dorf, ein Dr. David Hunter. Doch es stellt sich heraus, dass er früher Englands berühmtester Rechtsmediziner war, und die Polizei bittet ihn um Unterstützung. Gerade als seine Analysen zeigen, dass die Ermordete vor ihrem Tod tagelang gefoltert wurde, verschwindet eine weitere junge Frau. Eine fieberhafte Suche beginnt. Gleichzeitig bricht im Dorf eine Hexenjagd los. Der Pfarrer, ein knochiger Fanatiker, hetzt die Leute auf, und David ist Zielscheibe seiner Hasspredigten …
Kommentar:
Mir war mal wieder nach einem spannenden Krimi, also hab ich Simon Becketts hochgelobten Bestseller aus dem Regal gezogen. Spannung hab ich gekiegt, so gut wie die allgemeinen Bewertungen fand ich das Buch allerdings nicht. Das lag zum einen am Schreibstil, der seltsam distanziert wirkte und immer wieder mit unheilvollen Ahnungen aufwartete (»Es würde das letzte fröhliche Zusammentreffen sein, bevor das Unheil über uns hereinbrach.«), zum anderen aber auch an den Ereignissen. Es passieren nämlich genau solche Dinge, die ich überhaupt nicht leiden kann: Der Kommissar ist persönlich involviert, es gibt einen Wettlauf gegen die Zeit, die entführten Opfer haben eine Erzählperspektive und schildern ihre Qual, und zu allem Übel wird der Leser absichtlich getäuscht, indem der Autor die Dinge in falschem Licht erscheinen lässt. Das ist eigentlich genau das, was ich NICHT will. Toll ist allerdings die Atmosphäre; man kann die Hitze, den Gestank, die Bedrückung wirklich nachempfinden. Alles in allem fühlte ich mich trotz aller persönlicher Präferenzen ganz gut unterhalten und werde wohl in gar nicht allzu ferner Zukunft ein weiteres Buch über David Hunter lesen. Vielleicht ist er dann wenigstens nicht selbst in den Fall verwickelt.

9 Punkte
Serieninfo: David Hunter
01 The Chemistry of Death | Die Chemie des Todes
02 Written in Bone | Kalte Asche
03 Whispers of the Dead | Leichenblässe
04 The Calling of the Grave | Verwesung
OT: No Mark Upon Her
Duncan Kincaid & Gemma James, #14

Klappentext:
Oktober in dem beschaulichen Städtchen Henley-on-Thames in der Nähe von London. Das Boot der Polizistin und Ruderin Rebecca Meredith wird ans Ufer der Themse gespült. Kurz darauf findet der Hundeführer Kieran Connolly Rebeccas Leiche unterhalb eines Wehrs. Der Rechtsmediziner Rashid Kaleem kommt zu dem Schluss, dass Rebecca in Folge eines Unfalls ertrunken ist. Doch dann wird Connolly Opfer eines Brandanschlags, den er nur knapp überlebt. Hatte er Beweise dafür, dass Rebeccas Tod kein Unfall war, und sollte nun zum Schweigen gebracht werden?
Kommentar:
Ich kann nur wiederholen, was ich eigentlich bei jedem Crombie-Krimi sage: Die Autorin liefert beste Krimiunterhaltung, von der ich mir mehr wünschen würde. Zu Anfang des Buches war ich noch ein wenig skeptisch, weil der Fokus sehr auf den Problemen der Patchwork-Familie lag; das hat sich aber im Laufe der Handlung relativiert und meine Befürchtung, dass der Fall ins Hintertreffen geraten könnte, erwies sich als nichtig. Ebenfalls ein wenig skeptisch war ich, weil ich in diversen Rezensionen gelesen hatte, dass der Roman einem Ruderlehrgang gleichen würde und die ganzen Hintergrundinfos zum Rudern viel zu ausführlich und höchst ermüdend seien – diese Kritik kann ich allerdings absolut nicht teilen. Es wird genau so viel erklärt, wie man wissen muss, um die Geschehnisse und Motive der Personen nachzuvollziehen und eine glaubwürdige Atmosphäre zu schaffen.
Der eigentliche Fall ist diesmal nicht ganz so komplex wie sonst, aber es laufen erneut mehrere Handlungsstränge zu einem zusammen und es ist nicht alles, wie es zu sein scheint. Die potenziellen Verdächtigen sind zugegebenermaßen relativ rar gesät, sodass man ahnen kann, wer in den Fall verwickelt ist – wenn auch das Motiv erst am Ende offenbar wird. Dennoch macht der Krimi einfach Spaß und hat mich schnell gefesselt. Wenn es häufiger Krimis auf diesem Niveau geben würde, würde ich sicher wieder öfter zu diesem Genre greifen; aber derlei Stoffe sind ja ganz offensichtlich leider nicht mehr gefragt.

13 Punkte
Serieninfo:
01 A Share In Death | Das Hotel im Moor
02 All Shall Be Well | Alles wird gut
03 Leave The Grave Green | Und ruhe in Frieden
04 Mourn Not Your Dead | Kein Grund zur Trauer
05 Dreaming Of The Bones | Das verlorene Gedicht
06 Kissed A Sad Goodbye | Böses Erwachen
07 A Finer End | Von fremder Hand
08 And Justice There Is None | Der Rache kaltes Schwert
09 Now May You Weep | Nur wenn du mir vertraust
10 In A Dark House | Denn nie bist du allein
11 Water Like A Stone | So will ich schweigen
12 Where Memories Lie | Wen die Erinnerung trügt
13 Necessary As Blood | Wenn die Wahrheit stirbt
14 No Mark Upon Her | Die stillen Wasser des Todes
15 The Sound of Broken Glass (2/13) | Wer Blut vergießt (7/13)
Originaltitel: Moon Over Soho
Peter Grant, #2

Klappentext:
Constable Peter Grant ist ein ganz normaler Londoner Bobby. Die Abteilung, in der er arbeitet, ist allerdings alles andere als normal: ihr Spezialgebiet ist – die Magie. Peters Vorgesetzter, Detective Inspector Thomas Nightingale, ist der letzte Magier Englands und Peter seit kurzem bei ihm in der Ausbildung.
Was im Moment vor allem das Auswendiglernen von Lateinvokabeln bedeutet, die uralten Zaubersprüche wollen schließlich korrekt aufgesagt werden. Doch als Peter eines Nachts zu der Leiche eines Jazzmusikers gerufen wird, verliert das Lateinstudium auf einmal seine Dringlichkeit. Peter findet heraus, dass in den Jazzclubs in Soho, im Herzen Londons, plötzlich verdächtig viele Musiker eines unerwarteten Todes sterben. Hier geht etwas nicht mit rechten Dingen zu …
Kommentar:
Mit Band 1 der Serie um Zauberlehrling PC Peter Grant war ich ja nicht ganz zufrieden. Mir haben zwar Figuren und der Humor sehr gut gefallen, die Handlung fand ich aber nicht ganz überzeugend, weil sie mir einfach zu wirr fantastisch war.
Das Nachfolgebuch hat mir diesbezüglich deutlich besser gefallen: Die Story war diesmal trotz aller Fantastik in sich logisch und spannend – vorausgesetzt, man hat sich erst mal durch die ersten 100 Seiten gekämpft, die so zäh waren, dass ich das Buch fast abgebrochen hätte. Auch zwischendurch wurden mir die extrem vertieften Hintergrundinfos immer wieder mal ein bisschen zu viel; damit konnte ich aber angesichts der sonst interessanten Handlung gut leben.
Der Humor ist nicht mehr ganz so präsent wie im Vorgängerband, Peters regelmäßig eingestreute trockene Kommentare sind aber nach wie vor höchst amüsant. Der Zauberlehrling, der in Sachen Zauberei inzwischen nur mäßig vorangekommen ist, ist ein wirklich wunderbarer Protagonist, der mit Scharfsinn (meist), Loyalität, ausgeprägtem Realitätssinn und Zynismus punktet. Die Figuren, die ihm bei der Aufklärung des Falles um die Jazz-Vampire zur Seite stehen, sind allesamt kaum weniger sympathisch-skurril, von seinem angeschlagenen Ausbilder Nightingale über den stets besorgten Dr. Walid bis hin zur resoluten lesbischen Polizistin Stephanopouolos; nicht zu vergessen Peters Kollegin Leslie, die trotz ihrer lebensgefährlichen Verletzung im letzten Buch wieder mit von der Partie ist.

11 Punkte
Serieninfo:
01 The Rivers of London aka Midnight Riot | Die Flüsse von London
– 10/15
02 Moon Over Soho | Schwarzer Mond über Soho
03 Whispers Under Ground
Originaltitel: Rest You Merry
Peter Shandy, #01
[gelesen im September 2011]

Kurzbeschreibung (Amazon):
Zwei ihrer überaus beliebten Kriminalromane hat Charlotte MacLeod in der Weihnachtszeit angesiedelt. Gleich der erste und erfolgreichste, »Schlaf in himmlischer Ruh’«, führt Peter Shandy, den Helden der Balaclava-Serie, unerwartet in seine Rolle als unfreiwilliger Detektiv, als er unter dem Weihnachtsbaum die Leiche seiner Nachbarin findet.
Kommentar:
Seit Jahren stehen die Shandy-Bücher von Charlotte MacLeod ungelesen in meinem Regal, und Sammelband 1 hatte mich vor zwei oder drei Jahren sogar schon mal in den Urlaub begleitet, wo ich dann aber lieber einen Liebesroman nach dem anderen verschlungen habe. Als Winterkatze vor einiger Zeit in ihrem Figurenkabinett Peter Shandy vorgestellt hat und weil ich Lust auf einen Cozy-Krimis hatte, hab ich das Buch erneut hervorgekramt und mit in den Urlaub genommen (2011). Teil 1 der Serie, »Schlaf in himmlischer Ruh«, hab ich diesmal immerhin gelesen.
Als Peter Shandy nach einigen Tagen Abwesenheit zurück in sein Haus auf dem Gelände des Balaclava Agricultural College kommt, findet er zu seinem Entsetzen die Leiche seiner Nachbarin in seinem Wohnzimmer. Ihr Tod wird als Unfall klassifiziert, doch Shandy und der Witwer bezweifeln eine natürliche Todesursache. Als nicht viel später der Finanzchef ebenfalls ermordet wird, steht für Shandy endgültig fest, dass am College etwas nicht stimmt …
Ich will es kurz machen: Vielleicht habe ich zu viel erwartet oder war im Sommerurlaub nicht in der richtigen Stimmung, aber meine Begeisterung für Teil 1 der Shandy-Serie hält sich doch arg in Grenzen. Die Figuren sind alle unheimlich skurril und liebenswert und sorgen dafür, dass das Buch sehr amüsante Momente hat, die Handlung an sich ist aber ziemlich langweilig. Es passiert wenig bis nichts, und Shandys »Ermittlungen« sind selbst für einen Cozy-Krimi planlos und einigermaßen dröge – wozu dann passt, dass mich die Auflösung auch nicht überzeugt hat.
Hinzu kommt eine ziemlich miese Übersetzung, die einiges an Stilblüten, unsinnigen Redewendungen, seltsamen Satzkonstruktionen und weitgehend unverständlichen Sätzen bietet, z.B.: »Wenn Sie meinen, man könnte über uns lästern, nehme ich an, das hat man bereits, so dass wir uns ebenso gut als Schafe wie als Lämmer hängen lassen können.« (S. 116) Überflüssig zu erwähnen, dass sowas das Lesevergnügen auch nicht gerade steigert – auch wenn man sich den Sinn nach einigen Überlegungen natürlich durchaus zusammenreimen kann.
Fazit:
7/15 – Ein Cozy-Krimi, der von seinen schrulligen Figuren lebt, davon abgesehen aber wenig zu bieten hat.

Serieninfo:
01 Rest You Merry | Schlaf in himmlischer Ruh
02 The Luck Runs Out | … freu dich des Lebens
03 Wrack and Rune | Über Stock und Runenstein
04 Something the Cat Dragged in | Der Kater lässt das Mausen nicht
05 The Curse of the Giant Hogweed | –
06 The Corpse in Oozak’s Pond | Stille Teiche gründen tief
07 Vane Pursuit | Wenn der Wetterhahn kräht
08 An Owl Too Many | Eine Eule kommt selten allein
09 Something in the Water | Miss Rondels Lupinen
10 Exit the Milkman | Aus für den Milchmann
Originaltitel: The Dawn Patrol
Boone Daniels, #01

Kurzbeschreibung (Amazon):
Boone Daniels lebt, um zu surfen. Nebenbei übernimmt er als Privatdetektiv ein paar Jobs, doch nie so viel, um nicht rechtzeitig bei Tagesanbruch am Strand zu sein, wo er mit seinen Kumpels die großen Wellen erwartet. Doch gerade, als Riesenbrecher auf Pacific Beach, Kalifornien zurollen, wie sie nur alle paar Jahre vorkommen, wird er in einen Fall verwickelt, der auch ein dunkles Kapitel seiner Vergangenheit betrifft.
Kommentar:
»Pacific Private« war eine Empfehlung meines Tischtennistrainers, nachdem ich ihn für Ilona Andrews begeistert hatte. Die Bücher haben natürlich herzlich wenig miteinander zu tun, aber ich weiß jetzt, dass D. (fast) so gute Buch- wie Tischtennistipps auf Lager hat! ;)
Im Zentrum des Buchs steht der passionerte Surfer Boone Daniels, ein ehemaliger Cop, der sich jetzt mit Aufträgen als Privatdetektiv über Wasser hält. Diesmal wird er von der Anwältin Petra beauftragt, nach einer verschwundenen Zeugin in einem Fall von Versicherungsbetrug zu suchen. Nicht viel später taucht eine Tote auf, die mit der gesuchten Stripperin in Zusammenhang steht, und es wird schnell klar, dass es hier um mehr geht als nur um Versicherungsbetrug. Ein paar ziemlich unangenehme Gangster der Stadt sind in die Sache involviert und setzen alles daran, die Zeugin – und notfalls auch alle, die mit dem Fall zu tun haben – zum Schweigen zu bringen.
Der Fall an sich entwickelt sich zügig, ist von Beginn an spannend und geht ab einem gewissen Punkt in eine völlig andere Richtung, als man zunächst angenommen hat – wobei am Ende aber alles logisch ineinandergreift. Das Buch erzählt aber nicht nur von diesem Fall, sondern legt ebenso großen Wert auf die Figuren – allen voran natürlich Privatdetektiv Boone und seine Vergangenheit, aber auch den Rest seiner Surferclique, die zum Teil ziemlich skurril ist. Einige Figuren im Buch entpuppen sich im Lauf der Zeit als nicht ganz das, was sie zu sein scheinen, und überraschen mit ungewöhnlichen Handlungen und Entscheidungen – die letztendlich aber doch nachvollziehbar sind, weil sie sich aus deren Geschichte ergeben.
Zunächst ziemlich gewöhnungsbedürtig fand ich die Erzählweise. Einblicke ins Innenleben der Figuren erhält man kaum; dafür gibt es einen auktorialen Erzähler, der (weitestgehend) abseits des Geschehens steht und nicht nur den Protagonisten Boone begleitet, sondern auch die fünf Leute aus Boones Surferclique »Pacific Dawn«, diverse Verdächtige und Gangster; daneben erzählt er aus der Vergangenheit von Personen und historischen Ereignissen, von Wellen und Winden. Jeder Aspekt der Handlung, ob er nun mit dem Fall zu tun hat oder nicht, kriegt es ein eigenes Kapitel, was am Ende die stolze Zahl von 155 bei 395 Buchseiten ergibt. Dieser ständige Wechsel verleiht der Erzählung ein ziemliches Tempo, wobei man aber zum Glück nur selten das Gefühl hat, dass man zur künstlichen Erzeugung von Spannung aus der eigentlichen Handlung gerissen wird. Dennoch muss man diese Form der Erzählweise mögen, um sich mit dem Buch anzufreunden.
Fazit:
10/15 – Ein solider, temporeicher Krimi, der nicht nur vom eigentlichen Fall, sondern auch von der Vielzahl der mitunter skurrilen Figuren lebt.

Serieninfo:
01 The Dawn Patrol | Pacific Private
02 The Gentleman’s Hour | Pacific Paradise
Bodenstein und Kirchhoff, #1

Klappentext:
Eine Ladung Schrot aus dem eigenen Jagdgewehr beschert dem Frankfurter Oberstaatsanwalt ein schnelles, wenn auch sehr hässliches Ende. Die schöne junge Frau, die tot am Fuß eines Aussichtsturms im Taunus liegt, ist viel zu unversehrt, um an den Folgen eines Sturzes gestorben zu sein. Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodenstein und seine neue Kollegin Pia Kirchhoff sind sich einig: Der erste Todesfall war ein Selbstmord, der zweite jedoch ein Mord. Bald häufen sich sowohl die Motive als auch die Verdächtigen.
Kommentar:
Bei »Eine unbeliebte Frau« handelt es sich um Band 1 einer Krimiserie von Nele Neuhaus, die im Taunus spielt. Band 4, »Schneewittchen muss sterben«, hab ich bereits im letzten Jahr gelesen und trotz einiger Abstriche für unterhaltsam befunden, sodass ich Lust auf weitere Bücher der Autorin hatte.
Um es kurz zu machen: Auch »Eine unbeliebte Frau« hat mich ganz gut unterhalten, allerdings hat das Buch ähnliche Schwächen wie der Vorgänger. Zwar gibt es hier nicht – wie beim »Schneewittchen« – unzählige Erzählperspektiven, die permanent wechseln, dafür hat man es aber auch hier wieder mit zahllosen Personen bzw. Verdächtigen zu tun und nicht nur mit einem Verbrechen, sondern gleich mit einer ganzen Menge, die irgendwie zusammenhängen. Die Fäden laufen zugegebenermaßen am Ende sinnvoll zusammen, aber es war meinem Empfinden nach einfach wieder ein bisschen zu viel des Guten und stellenweise ganz schön verwirrend.
Sympathisch sind die beiden Ermittler, deren Zusammenarbeit in diesem Buch erfreulicherweise ganz ohne Querelen und Kompetenzgerangel startet. Die Einblicke in ihr Privatleben halten sich im Rahmen und nehmen nicht zu viel Raum ein, sodass der Fall nicht hinter ihre persönlichen Sorgen und Probleme zurücktritt.
Als ziemlich nervig hab ich die Satzkonstruktionen bzw. die Zeichensetzung im Zusammenhang mit direkter Rede empfunden. Man kann das Buch an beliebiger Stelle aufschlagen und findet sowas: »›Es ist aber keiner großartig zu Schaden gekommen außer mir‹, sie lachte.« (S. 329). Es mag meinem Beruf geschuldet sein, aber das kann ich gar nicht ertragen. Da gehört kein Komma rein, sondern ein Punkt!
Fazit:
9/15 – Ein ganz gutes Debüt, in dem allerdings ebenso wie in Band 4 mit einer überbordenden Anzahl an Personen und einer Vielzahl von Handlungssträngen operiert wird – scheint charakteristisch für die Autorin zu sein.

Serieninfo:
01 Eine unbeliebte Frau
02 Mordsfreunde
03 Tiefe Wunden
04 Schneewittchen muss sterben
05 Wer Wind sät
06 Böser Wolf (Oktober 2012)
Originaltitel: Crocodile on the Sandbank
Amelia Peabody, #1
Klappentext (Amazon):
Schlimm genug, daß Amelia Peabody allein nach Ägypten reist, aber ihre neue Freundschaft zu der mittellosen und verrufenen Evelyn Barton-Forbes sprengt nun wirklich alle Konventionen der viktorianischen Etikette. Als die lebenslustige Evelyn, die eigentlich nur von ihrer mißglückten Verlobung fliehen wollte, bald nicht nur von unzähligen Verehrern, sondern auch von einer erstaunlich lebendigen Mumie verfolgt wird, ist ihre unerschrockene Beschützerin und Hobbydetektivin Amelia gefordert …
Kommentar:
Natira und Winterkatze haben mir die Peabody-Serie von Elizabeth Peters ans Herz gelegt, und Tipps von den beiden nehm ich natürlich immer ernst! :D Als mir im Second-Hand-Shop Band 1 der Serie in die Hände gefallen ist, hab ich folglich direkt zugeschlagen.
Viel zu sagen hab ich zu »Im Schatten des Todes«, das bereits 1975 im Original erschienen ist, nicht. Es ist ein wirklich nettes, unterhaltsames Büchlein, das allerdings nach meinem Empfinden nicht als Krimi bezeichnet werden kann. Im letzten Drittel kommt ein klein wenig Krimi-, gepaart mit Gruselflair auf, das macht das Buch aber nicht wirklich zu einem »historischen Kriminalroman«, wie auf dem Cover behaupet wird, sondern maximal zu einem Cozy-Krimi. Das Buch lebt einzig und allein von seiner Hauptperson Amelia Peabody, die mit messerscharfem Verstand und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen zynisch ihre Umwelt kommentiert. Ihre Gedanken und Analysen lesen sich wirklich extrem witzig; die Autorin beweist einen exzellenten Sinn für trockenen Humor.
Fazit:
11/15 – Kein echter Krimi, aber ein amüsantes Buch über eine kluge und witzige Frau auf Abenteuerreise im 19. Jahrhundert.

Serieninfo:
01 Crocodile on the Sandbank | Im Schatten des Todes
02 The Curse of the Pharaohs | Der Fluch des Pharaonengrabes
03 The Mummy Case | Der Mumienschrein
04 Lion in the Valley | Im Tal der Sphinx (Entführung aus Leidenschaft)
05 The Deeds of the Disturber | Der Sarkophag
06 The Last Camel Died at Noon | Verloren in der Wüstenstadt
07 The Snake, The Crocodile and the Dog | Die Schlange, das Krokodil und der Tod
08 The Hippopotamus Pool | Der Ring der Pharaonin
09 Seeing a Large Cat | Ein Rätsel für Ramses
10 The Ape Who Guards The Balance | Die Hüter von Luxor
11 The Falcon at the Portal | Der Fluch des Falken
12 Thunder in the Sky | Der Donner des Ra
13 Lord of the Silent | Der Herr der Schweigenden
14 The Golden One | Die goldene Göttin
15 Children of the Storm | Der Herr des Sturms
16 Guardian of the Horizon | Wächter des Himmels
17 The Serpent on the Crown | Die Schlangenkrone
18 Tomb of the Golden Bird | Das Königsgrab
19 A River in the Sky | Tod auf dem Tempelberg
Originaltitel: The Body on the Beach
Fethering, #1

Klappentext (Amazon):
Nichts stört für gewöhnlich die Ruhe des englischen Küstenstädtchens Fethering. Doch nun findet die bärbeißige Pensionärin Carole eine Leiche am Strand, und als die sich endlich bequemt, die Ermittlungen aufzunehmen, der Tote wieder verschwunden. Einzig und allein ihre extravagante neue Nachbarin Jude schenkt Carole Glauben.
Kommentar:
Wenn ich mich recht erinnere, hat mich Winterkatze auf Simon Bretts Fetherin-Serie gebracht, als ich auf der Suche nach Cozy-Krimis war – und der Tipp hat sich als gut erwiesen. Leider wurden nur drei der Bücher übersetzt, und die auch noch in falscher Reihenfolge und unter Auslassung diverser Originale: 2007 wurden Bände 04 und 05 veröffentlicht, 2009 wurde dann Band 1 nachgeschoben. Wie soll man unter diesen Umständen als Leser Zugang zu einer Serie finden – zumal zu einer solchen, die stark auf die Persönlichkeiten der Hobbyermittlerinnen und das Leben in der Kleinstadt fokussiert sind? Die Verlage brauchen sich wirklich nicht zu wundern, dass die deutschen Leser genervt sind …
Als Carole beim Morgenspaziergang mit ihrem Hund am Strand über eine Leiche stolpert, die beim Auftauchen der Polizei dann allerdings verschwunden ist, glaubt ihr niemand – außer ihrer neuen Nachbarin Jude. Die beiden Frauen beschließen, gemeinsam Ermittlungen anzustellen, die nach dem Fund einer weiteren angespülten Leiche endgütig ihre Berechtigung zu haben scheinen …
»Ein Toter kommt selten allein« ist ein Cozy-Krimi, wie er im Buche steht: Der Fall ist solide und nicht allzu komplex, aber andererseits auch nicht zu einfach zu durchschauen. Es fällt angenehm auf, dass die Verbrechen, das Vorgehen der Amateurdetektivinnen und auch die Auflösung relativ glaubwürdig sind. Die Geschichte lebt allerdings ebenso sehr von seinem englischen Kleinstadtflair und seinen Ermittlerfiguren wie von der Aufklärung der Verbrechen.
Die Amateurdetektivinnen könnten gegensätzlicher nicht sein: Sie sind sympathisch, aber jede ist auf ihre Weise ein wenig schrullig und eigenbrödlerisch. Carole ist sehr konservativ und eingefahren, liebt ihre Regeln und festen Abläufe und ist für Spaß eher nicht zu haben. Die geheimnisvolle Jude, die nie ihren Nachnamen nennt und auch sonst wenig Privates preisgibt, wirkt hingegen hippiemäßig-esoterisch und scheint eine ziemlich illustre Vergangenheit zu haben. Mit ihrer offenen Art gelingt es ihr beinahe mühelos, die spießige Jude aus ihrem langweiligen Trott zu reißen, sodass man es am Ende des Buches mit einer ganz anderen Carole zu tun hat als zu Anfang der Geschichte. Ich bin wirklich gespannt darauf, wie sich die Figuren angesichts ihrer ungewöhnlichen die Freundschaft noch entwickeln und freue mich auf weitere Fälle der beiden.
Fazit:
10/15 – Ein solider Cozy-Krimi, der ein paar Stunden gute und teils amüsante Unterhaltung bietet.

Serieninfo:
01 The Body on the Beach | Ein Toter kommt selten allein
02 Death on the Downs
03 The Torso in the Town
04 Murder in the Museum | Mord im Museum
05 The Hanging in the Hotel | Der Tote im Hotel
06 The Witness at the Wedding
07 The Stabbing in the Stables
08 Death Under the Dryer
09 Blood at the Bookies
10 The Poisoning in the Pub
11 The Shooting in the Shop
12 Bones under the Beach Hut
13 Guns in the Gallery
OT: Mansions of the Dead
Sweeney St. George, #2

Kurzbeschreibung (Amazon):
Die Kunsthistorikerin Sweeney St. George wird von der Polizei zu Rate gezogen: Einer ihrer Studenten wurde ermordet und seine Leiche mit Trauerschmuck behängt. Ein Ritualmord? Sweeney besucht die wohlhabende Familie des Toten und versucht, mehr über die Herkunft des Schmuckes in Erfahrung zu bringen. Doch die Familienmitglieder hüllen sich in Schweigen. Heimlich setzt Sweeney ihre Recherchen fort und findet heraus, dass die Familie vor nicht allzu langer Zeit einen weiteren tragischen Todesfall zu beklagen hatte …
Kommentar:
Wenn man schon auf Seite 60 furchtbar gelangweilt ist, sollte man ein Buch eigentlich weglegen. Da die Hoffnung aber zuletzt stirbt, habe ich bis Seite 100 durchgehalten – und die restlichen 300 Seiten anschließend quergelesen. Das war auch mehr als ausreichend, ich hatte am Ende jedenfalls nicht das Gefühl, als wäre mir irgendwas entgangen.
Die Protagonistin Sweeney St. George – deren schrecklicher Vorname mich eigentlich schon von vornherein hätte abschrecken sollen! – ist Kunsthistorikerin und Grabforscherin und wird von der Polizei als Expertin zu einem Fall hinzugezogen, bei dem Totenschmuck eine Rolle spielt. Wie sich herausstellt, ist der Tote ein Student von ihr, der auch noch aus einer der bedeutendsten Familien der Stadt kommt. Natürlich haben solche Familien grundsätzlich Dreck am Stecken, und zwar jedes einzelne Mitglied, sodass sich viele, viele Ermittlungsansätze und Aspekte ergeben, die man fröhlich beleuchten kann.
Zu allem Übel wird die Geschichte auch noch aus zahlreichen Perspektiven erzählt – was aber nunmal nur dann sinnvoll und unterhaltsam ist, wenn der Autor sein Handwerk richtig gut beherrscht (s. z.B. Deborah Crombie). Überflüssig zu erwähnen, dass das hier nicht der Fall ist: Die verschiedenen Blickwinkel bringen die Handlung wenig bis gar nicht voran und sind daher überflüssig und langweilig. Die Figuren können das Buch auch nicht retten – weder die zwar nicht unsympathische, aber auch nicht gerade charismatische Protagonistin noch irgendwelche Nebenfiguren in Gestalt von Polizisten, Studenten oder Verdächtigen.
Fazit:
4/15 – Langweiliges Geplänkel ohne Spannung und Charme, das nur eine richtig tolle Protagonistin hätte retten können. Sweeney St. George hat dazu aber nicht das Zeug.

Serieninfo:
01 O’Artful Dead | Ein listiger Tod
02 Mansions of the Dead | Der Totenschmuck
03 Judgment of the Grave | Das Totengericht
04 Still as Death | Leise kommt der Tod
Originaltitel: Death at Wentwater Court
Miss Daisy Dalrymple, #1
Klappentext:
England in den wilden Zwanziger Jahren. Eigentlich soll die junge Adlige Daisy Dalrymple einen Artikel über Wentwater Court schreiben, das zauberhaft gelegene Gut des gleichnamigen Grafen und seiner schönen jungen Frau. Aber der Schein der Idylle trügt: Im zugefrorenen See wird eine Leiche gefunden. Zusammen mit Alec Fletcher von Scotland Yard löst Miss Daisy ihren ersten Fall …
Kommentar:
Bei »Miss Daisy und der Tote auf dem Eis« handelt es sich um Teil 1 der Daisy-Dalrymple-Serie, die bis heute läuft; Band 20 ist gerade veröffentlicht worden. Wie auch dem Klappentext zu entnehmen ist, spielen die Bücher in den Goldenen Zwanzigern in England und versprühen ein ganz eigenes Flair, denn der Zeitgeist inklusive all der modernen Errungenschaften und Trends werden richtig gut eingefangen. Miss Daisy als junge Adlige, die mehr oder weniger gezwungen ist, ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, ist dabei Sinnbild des Aufbruchs und der sich verändernden Gesellschaft – und sie ist eine wunderbare Figur: Ihr Charme, ihre Offenheit und Fortschrittlichkeit, ihre Loyalität, ihr Scharfsinn einerseits und ihre bisweilen unfassbare Naivität andererseits sind einfach liebenswert.
Der Fall an sich ist ebenfalls überzeugend, und die Lösung des Mordes nicht so einfach zu durchschauen. Natürlich kann man dem Buch nicht gerade nervenzerreißende Spannung unterstellen, aber die darf man bei einem Cozy-Krimi schlicht nicht erwarten. Genretypisch ist auch, dass der Inspektor von Scotland Yard eine junge Journalistin von Anfang an in seine Ermittlungen einbezieht, obwohl das natürlich in der Realität ebenso unwahrscheinlich ist wie die Tatsache, dass der Fall allein durch den Scharfsinn besagter Amateurin lösbar ist. Aber wer sowas nicht leiden kann, sollte schlicht die Finger von solchen Büchern lassen.
Fazit:
12/15 – Ein unterhaltsamer Cozy-Krimi mit viel Flair und einer sehr sympathischen Protagonistin. Eine Serie, die ich ganz sicher weiterlesen werde.

Serieninfo:
01 Death at Wentwater Court | Miss Daisy und der Tote auf dem Eis
02 The Winter Garden Mystery | Miss Daisy und der Tod im Wintergarten
03 Requiem for a Mezzo | Miss Daisy und die tote Sopranistin
04 Murder on the Flying Scotsman | Miss Daisy und der Mord im Flying Scotsman
05 Damsel In Distress | Miss Daisy und die Entführung der Millionärin
06 Dead in the Water | Miss Daisy und der Tote auf dem Wasser
07 Styx and Stones | Miss Daisy und der tote Professor
08 Rattle His Bones | -
09 To Davy Jones Below | Miss Daisy und der Tote auf dem Luxusliner
10 The Case of the Murdered Muckraker
11 Mistletoe and Murder
12 Die Laughing
13 A Mourning Wedding
14 Fall of a Philanderer
15 Gunpowder Plot
16 The Bloody Tower
17 Black Ship
18 Sheer Folly
19 Anthem for Doomed Youth
20 Gone West
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