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2017 Reading Challenge

Irina has read 1 book toward her goal of 40 books.
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Was ist das mit den Frauen?

Wie ich mitgekriegt habe, erfreuen sich neuerdings offenbar Motorradgang-Liebesromane einiger Beliebtheit. Ihr wisst schon, solche Typen wie die Hells Angels und die Bandidos, die Prostitution, Drogen- und Waffengeschäfte kontrollieren und sich gegenseitig bekriegen. Wenn man sich die Jungs anschaut, die im Zuge der Berichterstattung so abgebildet sind, sind das schon rein optisch nicht gerade Kerle, wie herkömmliche Frauen sie sich wünschen, aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

Jedenfalls bin ich über die Amazon-Empfehlungen über die „Hell’s Horsemen“-Serie von Madeline Sheehan gestolpert, die in Deutschland vom Sieben Verlag veröffentlicht wird, und hab mir Band 1 zugelegt.

Was soll ich sagen. Nach kurzfristiger anfänglicher Begeisterung musste ich feststellen, dass sich die Geschichte zunehmend zu einer ziemlich kranken Missbrauchs- und Gewaltorgie entwickelt, in der ausnahmslos komplett durchgeknallte Menschen interagieren. Eine gewisse Spannung kann ich dem Buch dennoch definitiv nicht absprechen, ich war durchaus gefesselt und habe mit verstörender Faszination Seite um Seite weitergeblättert. Um mal das Standardbeispiel für solche Dinge zu bemühen: Es war ein bisschen so, wie einen Unfall mitzuerleben und nicht wegschauen zu können. Am Ende bleibt aber doch ein sehr schales Gefühl zurück, zumal irgendwann der Verstand wieder normal zu arbeiten beginnt und man sich zwangsläufig die Frage stellen muss:

Was zum Teufel ist das mit den Frauen?

Sie kämpfen für Emanzipation, Gleichberechtigung und Freiheit und verurteilen Kulturen, in denen Frauen bis heute unterdrückt und zum Objekt degradiert werden. Sie wollen einen verlässlichen Mann an ihrer Seite, der sie liebt, wertschätzt und achtet und der sie weder betrügt noch schlägt noch vergewaltigt. Das alles wird in diesem Buch komplett auf den Kopf gestellt. Sämtliche Frauen werden (zumindest phasenweise) psychisch und physisch benutzt und misshandelt, teils mit ihrer Einwilligung. Gerechtfertigt wird das offenbar durch eine Form von unsterblicher angeblicher Liebe, die – nüchtern und mit Verstand betrachtet – von nichts als pathologischer Obsession, Frauen- bzw. Selbstverachtung und dem Drang nach Selbstzerstörung zeugt. Trotz alledem findet ein Großteil der Leserinnen diese Geschichte richtig gut (Goodreads-Rating: 4,09; Amazon.com-Rating: 4,4).

Warum ist das so? Warum werden mit solcher Begeisterung sogenannten „Liebesromane“ gelesen, die alles in den Dreck treten, was eine moderne normale Frau vom Leben und der Liebe erwartet? Ich kann nur hoffen, dass es nichts mit heimlichen Wunschträumen zu tun hat, denn dann hätte die ganze Emanzipations- und Feminismusbewegung in ihren jahrelangen Kämpfen verdammt wenig erreicht und man müsste konstatieren, dass die Urinstinkte schwer bis gar nicht auszulöschen sind.

 

 

Nebenbemerkung: Ja, ich weiß schon, Bücher sind Fiktion und haben nicht zwingend was mit dem echten Leben zu tun. Die ganzen Frauen, die SM-Erotikromane lesen, wollen die Sexpraktiken auch nicht unbedingt zu Hause nachspielen. Aber der Unterschied ist, dass die Frauen in den SM-Romanen üblicherweise Lust und Liebe erleben; das ist im vorliegenden Buch eher weniger nicht der Fall. Möglicherweise ist das bei anderen MC-Liebesromanen anders.

 

 

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Das dazugehörige Buch:

Madeline Sheehan: Undeniable – Eva und Deuce (Hell’s Horsemen, #1)

Eine Liebe gegen jede Chance.

Eva Fox ist die Tochter des Silver Demons Motorcycle Club Präsidenten und wächst wie eine Prinzessin in der rauen Umgebung des Clubs auf. Als sie den sexy Hell’s Horsemen Biker Deuce West trifft, ist sie noch ein kleines Mädchen. Doch vom ersten Augenblick an weiß sie: Er ist der Sinn ihres Daseins. Deuce ist ebenfalls im Club seines Vaters aufgewachsen. Während Eva langsam zur Frau heranwächst, entwickeln sich ihre zufälligen Begegnungen immer intensiver. Das Schicksal führt sie stets erneut zusammen und so beginnt eine Reise auf gewundenen Schicksalspfaden, gepflastert mit Schmerz, Betrug und Blutvergießen. Eva sieht in Deuce von Anfang an, was er in sich selbst nicht sieht – einen Mann, der es wert ist, geliebt zu werden, doch wird sie stark genug sein, ihm das zu beweisen?

Dies ist die Geschichte von Eva und Deuce.
Es ist nicht einfach.
Aber nichts, was sich wirklich lohnt, ist das.

Und die Liebe ist alles wert.

Mit »Shades of Grey« (allein) zu Haus

Dieser Artikel schlummert in seiner Ur-Fassung bereits seit 2013 in meinem Dashboard, damals noch unter dem Titel: Therapy in Zeiten von »Shades of Grey«. Ich habe mich an ihn erinnert, als ich bei Amazon – ganz versehentlich, is eh klar – auf die nagelneue und brandheiße „Official 50 Shades of Grey Pleasure Collection“ gestoßen bin, die aus allerlei Dingen besteht, die man halt so braucht, wenn man das Buch nachspielen will: Handschellen, Nippelklemmen, Liebeskugeln, Vibratoren, allen möglichen Peitschen und Masken und so weiter und so fort. Haushaltsübliche Gebrauchsgegenstände eben.

 

Damals, zur Zeit des ursprüngliche Artikels, war die Pleasure-Collection weit und breit noch nicht in Sicht, da ging es um eine andere Entdeckung, nämlich das »Shades of Grey«-Partyspiel. Vielleicht kennt ihr noch das Gesellschaftsspiel »Therapy«, das in den spätem 1980er-Jahren seinen Siegeszug feierte und auf keiner Party fehlen durfte? Ich habs gehasst, weil es mir deutlich zu persönlich war – so viel will ich nicht irgendwelchen Leuten preisgeben, und ich will auch gar nicht so wirklich wissen, wie andere mich einschätzen. Belastet nur! :D

Die Spielbeschreibung des »Fifty Shades of Grey«-Partyspiels, das als »romantisch, prickelnd und total witzig« charakterisiert wird, klingt jedenfalls schon mal total super: Es wird eine Frage gestellt und dann abgestimmt, wer am besten zur Frage passt. Zur Belohnung gibts ein Innere-Göttin-Plättchen für alle, die in ihrer Einschätzung mit der der Fragestellerin übereinstimmen (oder so). Könnte zum Beispiel so aussehen: Wem würdest eine Peitsche gut stehen? Wer täuscht am regelmäßigsten einen Orgasmus vor? Wer hat seinen Freund am häufigsten betrogen? Wem traust du am ehesten zu, den Partner einer Freundinnen zu verführen? Die Reaktion auf die Einschätzung stell ich mir in der Tat »sehr witzig« vor. Braucht man unbedingt!

Nebenbei bemerkt: Als Zielgruppe war damals, als ich den ursprünglichen Artikel geschrieben habe, »unisex« angegeben. Inzwischen wird das Spiel als tolle Unterhaltung für einen lustigen Mädelsabend angepriesen. Wundert einen nicht wirklich, welcher echte Mann will schon ein »Innere Göttin-Plättchen« gewinnen?!

 

Ich weiß nicht, ob ich wissen will, was im Zuge des Films noch so alles auf den Markt geworfen wurde an … ähm … Fanartikeln, von denen ich nichts mitgekriegt habe. Gibts vielleicht schon eine »Christian Grey-Anzugedition«? Oder vielleicht eine »Shades of Grey«-Edition des Jane-Austen-Gesamtwerks (weil Jane Austen ja Anas Lieblingsautorin ist, wenn ich mich recht erinnere)? Sind irgendwelche tollen Sachen bekannt? Jedenfalls ist echt faszinierend, wie viel Geld man mit (überarbeiteter) Fanficition machen kann; E.L. James hat mit Sicherheit ausgesorgt. (Es sei denn, Stephenie Meyer hat einen Weg gefunden, sich finanziell am Erfolg beteiligen zu lassen.)

 

Übrigens, den Film hab ich noch nicht angesehen, aber ich WERDE! Irgendwann, wenn er mal im Fernsehen kommt. Mich interessiert schon, was die aus dem Buch gemacht haben; die Hauptdarstellerin mit ihrem naiv-hilflosen Blick aus großen Augen finde ich schon mal sehr passend gewählt. Außerdem bietet der Film die Chance, die unendlichen Wiederholungen einfach zu streichen (namentlich das ewige Vertragswiedergekäue) und so ein bisschen Spannung in die Sache zu bringen. Meinen Mann schick ich derweil in die Kneipe oder mit dem Auto in die Werkstatt oder so, nicht dass er hinterher noch die Pleasure Collection bestellt! ;)

 

Falls noch mal jemand meine Rezension zu Band 1 der Buchserie lesen möchte, kann das HIER tun. Und falls sich jemand fragt, ob ich mir später noch die weiteren Bände vorgenommen habe: Nein. Mich hat einfach nicht die Bohne interessiert, wie die Geschichte weitergeht und was mit diesen beiden Nervensägen passiert.

[Alle verrückt] Die Buchbranche dreht durch. Und zwar völlig.

Wie u.a. der BuchMarkt berichtet, hat Carlsen auf die Aufregung zweier Buchhändlerinnen reagiert und eine Textänderung in zukünftigen Ausgaben eines Conni-Bandes zugesichert. Grund: In besagtem Buch bekommt Conni von ihrer englischen Freundin einen Amazon-Gutschein geschenkt, den sie online – ONLINE!!! – einlösen kann. Das findet Conni spitze – geht nach Ansicht der Sortimentsbuchhändlerinnen aber natürlich gar nicht. Schließlich ist Amazon das-Untenehmen-dessen-Name-in-Verlags-und-Buchhandelkreisen-nicht-mehr-genannt-werden-darf. Und offenbar ist man überdies der Meinung, dass Realitätsverleugnung hilft und Dinge, die man totschweigt, auch nicht da sind. Klappt nur nicht …

Dass der Carlsen Verlag quasi in vorauseilendem Gehorsam kleinlaut einer Textänderung zustimmt, weil ZWEI Buchhändlerinnen rumnölen, finde ich übrigens auch ein wenig … strange. Aber die ganze Branche ist inzwischen so hysterisch und suspekt, dass einen das auch nicht mehr wundern sollte.

[E-Books] Hoffentlich setzt sich der Trend nicht fort

Während hierzulande von E-Book-Lesern immer wieder bemängelt wird, dass die E-Books zu teuer sind, weil sie nur geringfügig weniger kosten als die gedruckten Ausgaben, kann man bei englischen Massenmarkt-E-Books inzwischen schon beobachten, dass sie sogar teurer sind als die gedruckten Versionen. Zumindest die Kindle-Ausgaben bei Amazon. Man kann nur hoffen, dass sich dieser Trend nicht fortsetzt … Das wäre m.E. auch das falsche Zeichen an Leute, die bereit sind, für E-Books Geld auszugeben, statt sie irgendwo illegal runterzuladen.

 

Die »Vorsicht Buch!«-Kampagne

Ist euch schon die »Vorsicht Buch!«-Kampagne untergekommen, die den Menschen das Buch und seine wundervollen Effekte in Erinnerung rufen und gleichzeitig den Buchhändler vor Ort unterstützen soll?

Leider findet die Kampagne bislang in erster Linie in Buchhandlungen statt, also dort, wo buchaffine Leute ohnehin hingehen. Die sind aber wohl eigentlich eher nicht Zielgruppe der Kampagne, denn die wissen ja schon, dass Bücher toll sind – was sollten sie sonst in der Buchhandlung?

Aber vielleicht ist es aber auch besser, dass alle anderen nichts von dieser Aktion mitkriegen, denn sie ist in meinen Augen ziemlich daneben nur sehr bedingt gelungen. Schon der Titel »Vorsicht Buch!« (dem ein Komma gut zu Gesicht stünde) nebst dem Untertitel »Es verändert dein Leben« spricht mich nicht an und ist für mich nicht originell, sondern eher negativ besetzt. Ebenso wenig begeisternd finde ich die meisten der Plakate zur Kampagne, deren verzweifelter Versuch um Witzigkeit wirkungslos verpufft. Aber Humor ist bekanntermaßen Geschmackssache.

Am merkwürdigsten finde ich aber eigentlich die Einleitung auf der Kampagnenseite, wo zu lesen steht:

Kennst du auch dieses intensive Erlebnis, das nur beim Lesen eines Buches entsteht? Kaum hast du die ersten Sätze gelesen, entstehen Bilder im Kopf und plötzlich tauchst du ein – in neue Rollen, überraschende Orte und fremde Welten voller Emotionen!

Kurz gesagt: Ein Buch verändert dein Leben. 
Und genau deshalb warnt die Kampagne mit „Vorsicht Buch“ vor dem was ein Buch mit dir anstellen kann und ruft das Buch wieder in Erinnerung.

Ich will gar nicht darüber reden, dass ich Text und Zeichensetzung nicht gerade begnadet finde, sondern lieber darüber, dass mit diesen Aussagen meiner Meinung nach ein ganz schön freakiges Bild von Lesern gezeichnet wird. Denn es klingt verdächtig danach, als würden Bücher uns den Realitätssinn verlieren lassen. Was dann ja auch wieder zu einigen der debilen Plakatmotive passt – und zu der gar nicht so selten unter Nicht-Lesern verbreiteten Meinung, Leser hätten kein vernünftiges Sozialleben und würden sich deshalb notgedrungen mit einem Buch auf dem Sofa verkriechen und in fremde Welten abtauchen. Ich kann berichten, dass bislang noch kein Buch mein Leben verändert hat, und ich kann auch gut drauf verzichten. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass ein guter Film mit tollem Soundtrack ebenso auf den Rezipienten wirken kann wie ein Buch. Aber vielleicht kann ich aus genau diesem Grund nichts mit der Kampagne anfangen?!

Der Buchhandel steht der Kampagne offenbar ziemlich gespalten gegenüber. Und was sagt ihr? Ist euch »Vorsicht Buch« schon im Buchhandel – oder sonst wo – begegnet? Findet ihr die Umsetzung gut oder schlecht? Sagt euch der Humor zu?

 

 

 

Quelle für Zitate und Logo: vorsichtbuch.de / Copyright: Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.

[Marginalie] Scheitern ist relativ

Beim Buchreport gabs vor einiger Zeit einen Artikel zum Selfpublishing, in dem unter anderem diskutiert wird, dass das Selfpublishing eine Blase ist, die bald platzen könnte. Neben einigen nachvollziehbaren Argmenten (Plagiatsproblem und Bücherschwemme) wird folgendes angeführt:

Nicht zuletzt werden Autoren oft gehypet und können sich im klassischen Buchmarkt nicht behaupten […]. So sei zum Beispiel die Selfpublishing-Vorzeigeautorin Amanda Hocking […] teuer von St. Martin’s Press (in deutscher Lizenz von Random House-Tochter cbj) eingekauft worden (die Rede ist von 2 Mio Dollar […]). Ihre gedruckten Bücher „dümpeln nun im vierstelligen Bereich vor sich hin, da sie sich zum normalem Buchpreis nicht im Markt behaupten können.«

Also, mal abgesehen davon, dass ich es gar nicht so verwunderlich finde, dass Hockings Werke sich in Buchform nicht so gut verkaufen, nachdem jeder, der sich auch nur ansatzweise für diese Art von Büchern interessiert, sie schon als E-Book gelesen hat – was ist denn so schlimm daran, dass Hocking im klassischen Buchmarkt scheitert? Für Hocking ja wohl nichts – wäre ich Amanda Hocking, würden mich die Milllonen, die ich mit dem selbstverlegten E-Book scheffle, problemlos darüber hinwegtrösten, dass ich »nur« ein Internet-Hype bin.

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass man immer noch bzw. immer wieder verzweifelt versucht, E-Books bzw. den E-Book-Markt schlecht bzw. kleinzureden, weil das alles so gar nicht in die geliebten verknöcherten Strukturen passt. Innovation scheint mir in der Buchbranche besonders schwierig zu sein.

Kauft ihr noch bei Amazon?

Hat jemand von euch die Amazon-Doku in der ARD gesehen, die inzwischen in aller Munde ist? Falls nicht, könnt ihr den Bericht über Amazons Umgang mit Leiharbeitern in Bad Hersfeld in der ARD-Mediathek anschauen – ist durchaus interessant.

Eine Stellungnahme von Amazon ließ nicht lange auf sich warten, sie ist z.B. HIER beim Buchmarkt nachzulesen; außerdem kündigte das Unternehmen eine Prüfung der Anschuldigungen an. Ebenso folgte inzwischen ein Dementi der rechtsradikalen Vorwürfe durch die Sicherheitsfirma. Die Politik schiebt derweil die Schuld daran, dass sowas in Deutschland überhaupt möglich ist, weiter, zum Beispiel an die Arbeitsagenturen. Diese sind schockiert, während die offenbar involvierte Zeitabeitsfirma schweigen.

 

Daneben gibt es zahlreiche weitere Reaktionen:

• Auf der Facebook-Seite von Amazon Deutschland wird quasi jedes Posting von den Usern mit kritischen, polemischen bis unverschämten Bemerkungen kommentiert.

Der Schroer Verlag kündigt die Zusammenarbeit mit Amazon auf und erhebt weitere Vorwürfe (die soo neu allerdings auch nicht sind)

Man sorgt sich um das gesamte Ansehen Deutschlands

DAS SYNDIKAT empört sich

ver.di klagt über die mangelnde Verhandlungsbereitschaft von Amazon

Die FAZ freut sich, dass sich dadurch den inhabergeführten Buchhandlungen noch eine Überlebenschance bietet.

Ein Amazon-Ex-Mitarbeiter berichtet, dass es ganz anders ist.

 

Habt ihr die Doku gesehen? Zieht ihr Konsequenzen aus dem Bericht und schließt euch dem Kaufboykott vieler Kunden an?

Die Sinners haben ausgerockt.

Na ja, nicht so ganz, aber während die Autorin heftig den nächsten Band der Sinners-Serie bewirbt, der am 5. Februar erscheinen wird, muss ich feststellen, dass ich das Buch noch nicht mal vorbestellt und zumindest im Moment auch keinerlei Lust darauf habe. Vom Vorgänger hab ich nach wie vor nur ein paar Kapitel gelesen, und es zieht mich so gar nichts zu »Double Time« zurück.

Cunning bzw. ihr Verlag haben es geschafft, eine äußerst unglückliche Veröffentlichungspolitik zu beitreiben: Auf den großartigen Auftakt »Backstage Pass« (Rezension) folgte mit »Rock Hard« eine erste Ernüchterung (Rezension). Danach verärgerte man die Leser erst mal mit einem Hickhack um Inhalte und die Erscheinungsreihenfolge, und die Autorin verfasste zickige Blogeinträge, die geprägt waren von Motivationsmangel und relativ deutlich machten, dass sie selbst alles andere als glücklich mit ihren eigenen Büchern ist, die im Sinne des Verlags verändert werden mussten. Gefühlte fünf Jahre nach dem sensationellen ersten Band erschien schließlich der vorgezogene Band 5, weil der ja angeblich im Rohzustand so viel besser war als die Bände 3 und 4, aber trotzdem aufgrund langer Bearbeitungsphasen ganz schön lang auf sich warten ließ.

Und da mein Interesse nicht bedient wurde, als es akut vorhanden war, ist es inzwischen irgendwie verlorengegangen. Gehts euch ähnlich oder fiebert ihr »Hot Ticket« schon entgegen? Für mich ist die Luft echt raus …

 

Olivia Cunning: Hot Ticket (Sinners, #3)

Defiant to the point of distraction, Jace is different from Aggie’s usual submissives. She soon realizes he’s switched their roles with his tender love-making and for once in her life she’s ready to allow a man to take control. When Jace is shot saving Aggie’s life, Sinners‘ ex-bassist agrees to accompany the band to replace Jace in live shows while Jace’s wounds heal. Aggie’s feelings for Jace intensify, but while he’s happy to please her physically, he pushes her away emotionally. Eventually, Jace trusts Aggie enough to share his memories of a scarring past. She longs to heal her conflicted lover’s inner turmoil; but her usual methods of healing cannot free Jace’s heart to love again.

[Marginalie] Alles beim Alten

Ich würd mal so sagen: Mira hat sich in Sachen Covergestaltung nicht so viel Lyx abgeschaut – die Cover der Historical Romances tragen zwar keine klassischen gezeichneten Nackenbeißermotive mehr, sind aber immer noch ziemlich scheußlich. Oder gefällt euch der neue Look? (Das Buch ist jedenfalls trotzdem gut, zumindest im Original. Meine Rezension gibts hier: KLICK!)

 

E-Lesen: iPad oder Kindle?

Angeregt durch den Buchreport-Artikel »Powerleser orientieren sich um« und Sandras Kommentar möchte ich mal meine Erfahrungen mit beiden Geräten teilen.

Ein iPad besitze ich schon seit längerer Zeit, und ich hab auch von Anfang an gern damit gelesen – immer öfter. Das Schriftbild ist bei frei wählbarer Schriftart/-größe klar und super zu lesen, und ich konnte nicht feststellen, dass mich das Lesen mit dem Tablet anstrengen würde, wie so oft behauptet wird. Sehr geschätzt habe ich die Markierungs- und Notizfunktion, die mir die Zettelwirtschaft ersparen und helfen, beim Rezensionen schreiben die entsprechenden Stellen schnell wiederzufinden. Zudem ist es einfach superpraktisch, das Gerät vor sich stehen zu haben, ohne es halten zu müssen – und noch viel genialer, im Winter eingemummelt im Bett zu liegen und nur mal kurz einen Finger unter der Bettdecke hervorschieben zu müssen, um umzublättern. Dank Hintergrundbeleuchtung kann man auch im Dunklen lesen, zum Beispiel, wenn der Göttergatte schlafen will.

Ich war immer glücklich mit dem iPad, und so bestand für mich lange Zeit kein Anlass, mich für einen E-Book-Reader zu interessieren. Vor dem letzten Sommerurlaub allerdings hat es mich arg umgetrieben, denn eins kann man mit dem iPad definitiv nicht: in der Sonne lesen. Die Spiegelung macht es unmöglich, etwas auf dem Display zu erkennen – und da gibt es überhaupt nichts zu beschönigen. Zudem überhitzt das Gerät in der Sonne schnell und schaltet sich dann ab. Ich hab also nach längerem Hadern tatsächlich zusätzlich zum iPad einen Kindle Touch gekauft.

Die Enttäuschung war zunächst ziemlich groß – auch wenn ich im Grunde wusste, was ich da kriege, weil ich das Gerät bei Freunden gesehen und ausprobiert hatte. Die Darstellung mag gut lesbar sein, aber sie ist alles andere als schick und hat im Gegensatz zum iPad mit seiner Doppelseiten-Darstellung im Querformat keinerlei Buch-Look mehr. Außerdem reagiert der Kindle dermaßen träge, dass die Nerven eines iPad-Users und notorisch ungeduldigen Menschen extrem nervenstrapazierend ist; bis da mal ein Menü aufklappt, kann man sich nen Espresso kochen. Das ganze Handling inklusive der für mich wichtigen Markierungs- und Notizfunktion ist ebenfalls deutlich schlechter als das des iPads, vom Design des Geräts und der Bibliothek will ich gar nicht erst reden. Trotzdem hab ich das hässliche graue Teil während des Urlaubs zu lieben gelernt, weil es genau den Zweck erfüllt, den es erfüllen soll: Man kann in der Sonne lesen. Man kann das Gerät problemlos mit sich herumtragen. Und man kann es stundenlang frei halten.

Das Gewicht ist nämlich ein weiteres Defizit des iPads. 630 Gramm mögen nicht nach viel klingen, wenn man das Gerät aber (neben diversen anderen Dingen) mit sich herumtragen oder aber in der Hand halten muss, wird es doch schnell schwer. Da hat der Kindle mit 219 Gramm deutliche Vorteile. Der ist so problemlos zu halten, dass ich ihn inzwischen sogar mit in die Badewanne nehme – das Lesen mit dem Kindle ist deutlich komfortabler, als ein gedrucktes Buch in der Hand zu haben.

Ich bin wirklich froh, dass ich mich nicht für eines der beiden Geräte entscheiden muss und wüsste nicht, was ich jemandem raten sollte, der mich fragt, ob er einen reinen E-Book-Reader oder ein Tablet kaufen soll. Vom Mehrwert des Tablets abgesehen, sollte man vermutlich die Nutzungsart in den Fokus stellen. Wer viel unterwegs ist, ist mit einem reinen Reader allein schon aufgrund des Gewichts und der Größe m.E. besser bedient – ich schmeiß meinen Kindle eigentlich immer in die Tasche, wenn ich das Haus verlasse. Man weiß ja nie. Wer allerdings im Wesentlichen zu Hause liest und die Möglichkeit hat, das Gerät während der Verwendung abzulege, dem würde ich wohl eher das iPad (oder ein anderes Tablet, wobei ich kein anderes kenne) ans Herz legen, weil die Darstellung viel hübscher ist und das Gerät nicht so träge ist. Wenn ich zu Hause bin und das Gerät ablegen kann, nutze ich zum Lesen nach wie vor ausschließlich das iPad.

Wie siehts bei euch aus, habt ihr einen E-Book-Reader und/oder ein Tablet? Wie sind eure Erfahrungen?