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[Rezension] Nina Jansen: Bestrafe mich

Inhalt:
Eileen hat einen so atemberaubenden Körper, dass sie als Model arbeitet und für künstlerische Aufnahmen sogar nackt posiert. So verführerisch sie auf Männer auch wirkt, so unerfahren ist sie, wenn es um absolute erotische Erfüllung geht. Bei einem Shooting erkennt sie, dass Gehorchen sie fasziniert. Ein Wochenende als Sklavin auf einem Landsitz außerhalb von London gibt die Antwort auf all ihre Fragen.

Kommentar:
Endlich mal ein Erotikroman, der a) ein echter Erotikroman ist und nicht nur so gelabelt wird, und den man b) einfach nur Erotikroman sein lässt, statt ihm eine Handlung aufzuzwingen (die in diesem Genre meist ohnehin unsinnig ist). Letzteres bedeutet natürlich auch, dass sich eine SM-Sex-Szene an die nächste reiht und dass abseits der Sexszenen so gut wie nichts passiert bzw. dass jede Handlung, die frei von Sex ist, auf den späteren Sex ausgerichtet ist. Mich persönlich stört das nicht, wenn ich wissentlich zu einem Erotikroman greife, aber wer darüber hinaus eine schöne oder gar romantische Geschichte lesen will, ist mit diesem Buch schlecht bedient.

Wie der Titel schon sagt, geht es hier um SM-Praktiken, die den einen oder anderen vielleicht befremden mögen, die aber meiner Meinung nach auch für in diesem Bereich unerfahrene Leute akzeptabel und durchaus ansprechend beschrieben sind. Ohne persönliche Erfahrungen in diesem Bereich vorweisen zu können, möchte ich behaupten, dass die Schilderungen und Praktiken eher noch gemäßigt sind und deshalb auch »normale« Erotikleser abholen können.

Die Erstauflage von »Bestrafe mich!« ist übrigens bei Plaisir d’Amour erschienen – und es ist das erste Buch aus diesem Verlag, das ich wirklich ansprechend finde; mit allen anderen habe ich eher durchschnittliche bis schlechte Erfahrungen gemacht.

Fazit:
13/15 – Wer auf Handlung und Romantik verzichten kann und SM-Praktiken nicht ablehnt, der kriegt hier sehr gute Erotik-Unterhaltung geboten. Alle anderen sollten tunlichst die Finger von dem Buch lassen.

Lisa Valdez: Passion

Deutscher Titel: Rendezvous mit einem Verführer

Rendezvous mit einem Verführer

Inhalt:
Heiße Liebesspiele mit einem Fremden? Nicht im Traum hat die hübsche junge Witwe Passion daran gedacht, noch einmal mit einem Mann zusammen zu sein. Da läuft sie bei einer Ausstellung im Londoner Kristallpalast einem verführerischen, äußerst gut gebauten Gentleman in die Arme, der lang unterdrückte Sehnsüchte in ihr weckt. Nach einer lieblosen Ehe findet sie zum ersten Mal im Leben sinnliche Erfüllung. Erregt fiebert sie jedem neuen Rendezvous entgegen. Und bald muss sie sich eingestehen, dass Mark Randolph Hawkmore, Earl of Langley, nicht mehr nur ihre Sinne, sondern auch ihr Herz betört. Doch eine Intrige gegen Mark steht ihrem Glück im Weg …

Kommentar:
Wow, was für ein Buch! Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine so gute, faszinierende Kombination aus Erotik- und Liebesroman erlebt zu haben! In der ersten Hälfte dreht sich die Handlung im Wesentlichen um den detailliert beschriebenen Sex zwischen den Protagonisten, wobei es nicht gerade zimperlich, sauber und zärtlich zugeht. Im Gegenteil, es fließen alle möglichen Körperflüssigkeiten, über die anatomischen Begebenheiten resp. Hindernisse erfährt man z.T. mehr, als man wissen möchte und die Sprache ist nicht verschleiert-romantisch, sondern eher derb. Die Szenen sind dessen ungeachtet ziemlich erotisch, denn das alles passt einfach zur Situation, zum Sex zwischen Fremden, ebenso wie die Art von Sex zu den Personen passt und viel über diese aussagt. Folgerichtig ändert sich auch die Beziehung zwischen Passion und Mark in dem Maße, wie sich die Personen im Laufe der Handlung entwickeln und Gefühle füreinander entwickeln. Die Darstellung dieses Prozesses ist absolut herausragend gelungen und beinhaltet ungewöhnlich emotionale Momente und Szenen. Wen interessiert da schon, ob es glaubwürdig ist, dass sich eine verwitwete Priesterstochter semi-öffentlich hinter einem Wandschirm im Kristallpalast mit einem Adligen vergnügt?

Die Hauptpersonen sind beide erfreulich vielschichtig angelegt und in der Lage zu einer Entwicklung, was einen großen Teil des Reizes ausmacht. Mark ist einerseits ein typisch arroganter gutaussehender Adliger, den die Meinung anderer Leute aufgrund seiner finanziellen Unabhängigkeit und seines Titels nicht im Geringsten interessiert. Er ist aber innerlich zerrissen, fühlt sich aufgrund seiner Kindheit ungeliebt und hat einen wunden Punkt: seinen Bruder Matthew, für den er alles tun würde – und tut. Bei Passion findet er erstmals das, wonach er sich immer gesehnt hat: die bedingungslose Liebe einer Frau, die ihn um seiner selbst willen will. Denn Passion weiß sehr wohl, was Liebe ist; sie ist in einer liebevollen Familie mit zwei Schwestern aufgewachsen, die sie aber nach ihrer Heirat verlassen hat – für eine lieblose Ehe ohne Gefühle und Leidenschaft. Gefühle und vor allem Leidenschaft findet sie jetzt bei Mark. Passion wäre aber nicht Tochter eines Pfarrers, wenn sie sich gar keine Gedanken über die Schicklichkeit dieser Affäre machen würde, und es ist nur konsequent, dass sie die Beziehung beendet, als sie erfährt, dass Mark heiraten wird – und wen! Der Zwiespalt zwischen Vernunft und Liebe, in dem sich die Protagonisten befinden, ist ebenso überzeugend dargestellt wie das Leiden der Beiden unter dieser Situation – absolut mit- und herzzerreißend!

Wertung:
14/15 – Eine unbedingte Empfehlung an alle, die tiefgreifende und sexlastige Liebesromane mögen. Allen anderen muss man dringend von diesem Buch abraten.

Es ist wirklich ein Jammer, dass Lisa Valdez offenbar nicht mehr aus ihrer Schreibblockade zu holen ist. Der Nachfolger »Patience« hätte sich um Passions Schwester und Marks Bruder Matthew gedreht, leider wird das Buch aber seit Jahren (seit 2007, glaub ich) verschoben und verschoben und verschoben – zuletzt auf April 2010. Auf Lisa Valdez‘ Seite gibts immerhin schon ein Exzerpt, aber ob das was zu bedeuten hat … Ich fürchte nicht.

Anmerkung für die deutschen Leser:
Die beim Cora-Verlag erschienene Übersetzung ist gekürzt und unterscheidet sich im Ton deutlich vom Original. Es bleibt zugegeben ein gutes Buch, ist aber bis zur Unkenntlichkeit verändert worden – ich denke, ich hätte die Übersetzung weit weniger gemocht. Denn es macht nun mal einen Unterschied, ob der Romanheld sagt (erfundenes Beispiel): »Ich will dich um den Verstand vögeln, Babe!« oder ob er haucht: »Ich möchte dich lieben, Herzblatt!«. Es verändert den Akteur, sein Denken und seinen Charakter. Und diese sprachliche Romantisierung, bei der dann auch noch Dinge hinzugedichtet werden, ist teilweise auch ganz schön daneben, wenn auch (vielleicht) zielgruppengereicht. Ein Beispiel, das ziemlich gut verdeutlichen dürfte, was ich meine:

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Susan Lyons: Haut wie Samt

Originaltitel: Champagne Rules
Awesome Foursome Series, Book 1

Inhalt:
Es war nur eine einzige Nacht am Strand von Kreta, doch seitdem ist für Suzanne nichts mehr, wie es einmal war. Noch Jahre später träumt sie von Jaxons sinnlicher Leidenschaft und seinen zärtlichen Berührungen. Doch damals trennten sie sich, ohne den Namen des anderen zu kennen. Jahre später kommt sie auf eine verrückte Idee: Mit Hilfe des Internets macht sie sich auf die Suche nach ihm. Und sie findet ihn. Der Funke springt sofort wieder über, und sie machen genau da weiter, wo sie aufgehört haben – mit wilder, ungezügelter Leidenschaft. Ist es diesmal für immer?

Kommentar:
Viel ist dem Klappentext eigentlich nicht hinzuzufügen, außer vielleicht die Ergänzung, dass die beiden gar nicht planen, »für immer« zusammenzusein. Sie wollen sich einfach nur treffen, um erneut fantastischen Sex zu haben. Ich glaube, ich verrate nicht zuviel, wenn ich die alte Weiseheit »aber erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt« bemühe und verrate, dass die Sache aus dem Ruder läuft – trotz der eigens aufgestellten »Champagnerregeln«, die besagten, dass es keine Verpflichtungen und keine persönlichen Informationen, sondern nur pricklenden Sex gibt. Apropos Sex: Für einen Erotikroman aus dem Hause Aphrodisia ist »Haut wie Samt« zwar überraschend harmlos, Sexszenen gibt es aber zuhauf, mehrfach in Form von Cyber- und Telefonsex, meist aber »in natura« (gern auch in der Öffentlichkeit) bei den kurzen Treffen zwischen Jax und Suzanne. Ich persönlich fand die Szenen in Ordnung, aber nicht sonderlich anregend, weil sie mir für einen Erotikroman zu gewöhnlich waren und überdies keine sexuelle Spannung zwischen den Hauptfiguren bei mir ankommen wollte.

Vielleicht konnte ich mich aber auch deshalb nicht begeistern, weil ich mich mit Suzanne so gar nicht anfreunden konnte. Suzanne hält sich für bieder und wäre gern eine Sexbombe. Um das zu bewerkstelligen, muss sie dringend ihre langweilige Persönlichkeit verleugnen und in eine andere Identität schlüpfen, so sucht sie sich also bei der Kontaktaufnahme mit ihrem Kreta-Lover im Internet den Nickname »Leichtsinn69« aus und wird zu ihrer eigenen (fiktiven) Zwillingsschwester, die lauter sagenhaft sexy Dinge tut, die die biedere Suze nie tun würde. Selbstverleugnung wirft natürlich das eine oder andere Problem auf, so auch hier: Suze befindet sich ständig in einem inneren Konflikt, weil sie sich überlegen muss, was die sexy Zwillingsschwester tun und sagen würde, und sich ständig einreden muss, dass sie ihre Zwillingsschwester ist (»Ich bin Leichtsinn69!«), während sie gleichzeitig unablässig fürchtet, enttarnt zu werden. Jax seinerseits muss sich ebenfalls immer wieder aufs Neue bezähmen und verstellen, um dieser leichtsinnigen Zwillingsschwester zu gefallen. Denn wenngleich sein anderes Ich dankenswerterweise nicht so extrem im Vordergrund steht, ist nämlich eigentlich auch er ganz anders als er sich geben muss, weil er ja sexy Suze nicht enttäuschen will – natürlich!

Darüber hinaus wollte die Autorin offenbar auch gerne noch irgendetwas Bedeutsames in ihrem Buch thematisieren – was würde sich da besser eignen als Diskriminierung/Rassenkonflikte auf diversen Ebenen und aus diversen Sichtweisen? In diesem Zuge muss Jax seine verleugnete Identität finden und auch noch ganz neue Lebensziele definieren. Und dann ist da noch das Thema Frauenfreundschaft, das ein prima Aufhänger für weitere Bücher über die vier Frauen ist und zeigt, wie wichtig Freundinnen sind, mit denen man über alles reden kann, die alles füreinander tun und überhaupt. Über Spionage, Handeln gegen den Willen der Freundin und Hinwegsetzen über getroffene Abmachungen wird dabei großzügig hinweg gesehen, sofern sich herausstellt, dass alles nur gut gemeint war. Ich würde meinen Freundinnen was erzählen, wenn sie mich wie ein unmündiges Kind behandeln und meine Entscheidungen einfach ignorieren würden, aber andererseits sind meine Freundinnen und ich auch seit ca. 25 Jahren aus dem Alter raus, unserer Runde einen Namen verpassen zu müssen; zu erwachsenen Frauen, die sich »die tollen Vier« nennen, passt so ein bevormundende Verhalten wie oben beschrieben irgendwie!

Wertung:
6/15 – Eigentlich ein interessanter Plot, der aber leider nicht überzeugend umgesetzt wurde, sondern nur unterer Durchschnitt ist. Mein Bedarf, weitere Bücher über diese Frauenbande zu lesen, hält sich doch arg in Grenzen!

Susanna Calaverno: Verborgene Blüten

Inhalt:
Annettes Kinder sind alt genug, das Haus zu verlassen, und ihr Mann interessiert sich mehr für Kunst als für die Rubensformen seiner Frau. So konzentriert sich Annettes Leidenschaft auf ihren Garten – bis sie den deutlich jüngeren Robert kennenlernt, einen experimentierfreudigen Liebhaber, der selbst die kühnsten Fantasien in die Tat umsetzt …

Kommentar:
Endlich mal ein erotischer Roman, in dem es wirklich vorrangig um Sex geht. Endlich mal gibt man dankenswerterweise nicht vor, eine weltbewegende Geschichte erzählen zu wollen, in der zufälligerweise auch Sex vorkommt. Endlich mal steht man dazu, dass man einfach nur Sex in allen möglichen Spielarten und Ausprägungen beschreiben will – eine echte Story ist also nicht vorhanden, sondern die Szenen sind einfach nur lose durch eine oberflächliche Handlung verbunden. Mich persönlich stört das überhaupt nicht, im Gegenteil, das ist mir bei einem Erotikroman lieber, als wenn ein an den Haaren herbeigezogener, häufig auch betont psychologisch-dramatischer Plot präsentiert wird; das sehr befremdliche und in dieser Form überflüssige Ende des Buchs hat mich trotzdem geärgert.

Ob man die beschrieben Art von Sex mag und erotisch findet oder nicht, ist bei diesem Buch eine Frage der individuellen Grenzen. »Verborgene Blüten« startet relativ normal, steigert sich dann aber in Extreme, die weit über die mir aus solchen Büchern bekannten Szenarien (F/F, M/M, Dreier, Vierer, Orgien, »Laien«-SM) hinausgehen. Mich persönlich haben die Spielarten teilweise auch eher ab- als angetörnt, vor allem in Sachen Hardcore-SM und Rollen- bzw. Doktorspiele, von denen ich in dieser Ausführlichkeit nicht hätte wissen müssen. ;) Aber wie gesagt, das ist eine Frage des Geschmacks.

Wertung:
7/15 – Sex in allen Ausprägungen, von zart bis hart. Ganz sicher nicht jedermanns Sache, vor allem gegen Ende des Buches.

Lora Leigh: Forbidden Pleasure

8. Teil der Bound Hearts Series

Inhalt:
People have heard of fleeting rumors about The Club. Located just outside Washington, D.C., only its members know where men go when they want to indulge the desire to share their women with a carefully selected male partner. John »Mac« McCoy resigned his membership from The Club when he married Keiley Hardin. Tempting and innocent, sweet and sexy, she would never accept Mac’s desire to share her with another man. However, Mac’s fantasies of sharing his wife haunt his dreams. And his passions. Unable to wait any longer to draw his best friend Jethro Riggs into his marriage, Mac invites Jethro to their home with the intention of drawing Keiley into the pleasures that only be achieved when two men love the same woman. But there’s more going on in Mac’s neck of the woods than a little additional pleasure. A past case, a stalker that likes to playing games and his wife is now in the middle of it all. Passion and pleasure, danger and desire combine as forbidden pleasure becomes an addiction none of them can escape.

Kommentar:
Wow. Das ist mal ein echter Erotikroman mit einer Vielzahl von prickelnden Szenen, in denen es richtig zur Sache geht. Man sollte allerdings keine Probleme mit Dreiecksbeziehungen und all ihren möglichen Spielarten haben, denn eine »ménage à trois« zwischen zwei Männern und einer Frau ist das Thema des Buches.

Es gibt zudem sogar eine sinnvolle Handlung, die die Entstehung der Dreierbeziehung zwischen dem Ehepaar und dem alten »Menage-Freund« sowie den inneren Konflikt der bislang monogamen Protagonistin beschreibt, die irgendwo zwischen Wut und Entsetzen, Faszination und Abscheu vor dieser Beziehung und sich selbst schwankt. Leigh beschreibt diesen Gefühlsaufruhr von Keiley ziemlich gut und nachvollziehbar. Nicht mehr nachvollziehbar waren hingegen die ausgedehnten und sich ständig wiederholenden Gedanken und Erklärungsversuche für den Wunsch der Protagonisten nach dieser doch recht speziellen Beziehungsform – diese »Rechtfertigungen« wird aber vermutlich ohnehin nur derjenige verstehen, der dieses Faible teilt.

Die eingebaute Stalker-Nebenhandlung stört zwar nicht weiter, es hätte sie m.E. aber auch nicht unbedingt gebraucht – zumal sie ohnehin eher nur als Seitenfüller zu dienen scheint und nicht wirklich gut ausgearbeitet ist, sodass auch die Auflösung recht kurz ausfällt.

Wertung:
13/15 – Ein fast perfekter Erotikroman, dem an einigen Stellen eine kleine Straffung gut getan hätte.

Elizabeth Amber: Der Kuss des Satyrs

Originaltitel: Nicholas
1. Band der Lords-of-Satyr-Serie

Inhalt:
Die Toskana im 19. Jahrhundert. Für Jane sollte ein Traum in Erfüllung gehen, als der attraktive Nicholas sie heiratet. Doch Jane ist eine unkonventionelle Frau, die nicht bereit ist, sich ihrem Gemahl brav unterzuordnen. Sie ahnt nicht, dass Nicolas ein Geheimnis hat: Einmal im Monat, bei Vollmond verwandelt er sich in einen Satyr, jenen mythischen Naturgeist, der nur für die Leidenschaft lebt …

Kommentar:
Mal wieder ein Roman, der zumindest in Deutschland unter falschen Vorzeichen verkauft wird. Es handelt sich nämlich unbestreitbar um einen Erotikroman – nur steht das nirgends und ist eigentlich auch dem Backcovertextes nicht eindeutig zu entnehmen. Offenbar versucht man einmal mehr, auf der derzeit so erfolgreichen Paranormal-Romance-Welle mitzureiten und nimmt zu diesem Zweck auch billigend in Kauf, die (falschen) Erwartungen der Leser zu enttäuschen: »Der Kuss des Satyrs« ist nämlich weder ein gefühlvoller Liebesroman noch eine paranormale Romanze; von Romantik findet sich hier keine Spur.

Unglücklicherweise werden aber noch nicht mal die Erotikfreunde nachhaltig bedient. Nicht, dass es an Sexszenen mangeln würde, sie sind nur leider nicht erotisch! Immerhin sind sie extrem abwechslungsreich: Es gibt nicht nur Sex zwischen Eheleuten, sondern auch gleich zwischen Halbgeschwistern und angeheirateten Verwandten, Sex mit Mätressen und Orgien mit und zwischen Sagengestalten. Die Spielarten sind eigentlich recht gewöhnlich (von haarsträubenden satyr-anatomisch bedingter Doppelpenetrationen mal abgesehen), und nicht besonders detailliert beschrieben; die Fantasie regen sie aber leider trotzdem nicht an – zumindest meine nicht. Das kann aber auch damit zusammenhängen, dass ich die Handlung so uninteressant und auftretenden Figuren so blass und unbedeutend fand, dass mir ziemlich egal war, was die da treiben.

Wertung:
2/15 – Als Erotikroman vollkommen verzichtbar und für Liebesromanleser erst recht nicht empfehlenswert!

Daria Charon: Maske der Leidenschaft

Inhalt:
Ein Pakt verpflichtet das Städtchen Allershausen, den Herren der Wolfensburg alle 25 Jahre eine junge Frau zu übergeben. Doch dieses Mal verlangen die Wolfsmänner drei Frauen. Die Ratsherren schicken ihnen drei Dirnen. Als der Betrug auffliegt, fordern die Wolfsmänner wutentbrannt ihr Recht. Um ihre jüngere Schwester Samara zu schützen, geht Viola Brugger mit ihnen. Auf der Wolfensburg angekommen, wird sie in einen Strudel aus Hass, Leidenschaft und Begierde gerissen, in dessen Mittelpunkt der geheimnisvolle Mann mit der Maske steht, Kyrian Lupanescu, der Weiße Wolf…

Kommentar:
»Maske der Leidenschaft« erweist sich als echte Mogelpackung. Für meine Begriffe kann man das Buch überhaupt nicht als erotischen Roman bezeichnen, eher als Historical mit relativ niedrigem Sexanteil. Die Geschichte inklusive der Handlungsweise der Personen ist total unglaubwürdig und die Protagonisten sind blass, tendenziell sogar eher unsympathisch als fesselnd. Zu allem Übel – oder vielleicht auch konsequenterweise – sind die wenigen Sexszenen dann noch nicht mal erotisch.

Wertung:
2/15 – Einer der schlechtesten »erotischen« Romane, die ich je gelesen habe. Und nicht nur das, sondern darüber hinaus noch nicht mal ein guter Historical!

Sharon Page: Blutrot – Die Farbe der Lust

Originaltitel: Blood Red
1. Teil der Blood Series

Inhalt:
Träume voller Wolllust erfüllen die Nächte der Vampirjägerin Althea Yates. Träume, in denen sie von zwei Männern gleichzeitig geliebt wird. Träume, die plötzlich wahr zu werden scheinen, als Althea den faszinierenden Zwillingen Bastien und Yannick de Wynter begegnet. Doch ihre exquisiten Liebhaber sind keine Menschen, sie sind Vampire eben jene dämonischen Bestien, die Althea geschworen hat zu vernichten …

Kommentar:
Einmal mehr muss ich feststellen: Ich erwarte von einem erotischen Roman keine Handlung, sondern nur irgendeinen Rahmen, der die Sexszenen ein wenig zusammenhält. Wenn einem erotischen Roman allerdings eine Handlung zugrunde liegt, dann soll sie doch bitte nicht so unsinnig sein wie beim vorliegenden Buch. Man gewinnt den Eindruck, die Autorin versucht, dem Buch eine Tiefe und Dramatik zu geben, die einfach nicht funktionieren kann – zum einen, weil zwischen den zahllosen Sexszenen kaum Raum dafür bleibt, eine Geschichte vernünftig zu entwickeln, zum anderen, weil die seltsamen Handlungsweisen und Gedankengänge der Hauptpersonen es verhindern. Und das Ende setzt der abstrusen und ständig widersprüchlichen Handlung die Krone auf …

Alle Hauptpersonen waren mir einigermaßen suspekt, keiner von ihnen handelt glaubwürdig oder gar nachvollziehbar. Die jungfräuliche Althea kennt weder Unsicherheiten, Scham noch irgendwelche Grenzen und agiert wie eine erfahrene Prostituierte (man kennt das ja zwar aus zahllosen Büchern, es ist für mich aber jedes Mal aufs Neue ein Störfaktor und Ärgernis!). Die Vampire sind auch nicht glaubwürdiger; abgesehen davon, dass sie in ihrer seltsamen Besessenheit ständig Dinge tun, die sie eigentlich nicht tun wollen, sind sie einfach nicht gut dargestellt: Vampire, die beim Sex ständig kichern und in Kämpfen Lichtblitze um sich schleudern, passen einfach nicht nicht in mein düster-erotisches Vampirbild!

Mit dem Stil hatte ich auch so meine Probleme. Pages Vergleiche sind für meine Begriffe ausgesprochen unpassend und insofern störend; da wird z.B. gleich mehrfach das Bild des heranrauschenden Frühlingsbachs, der Dämme bricht, bemüht, und besonders im Gedächtnis geblieben ist mir der Satz: »Sein Blut schoss so schnell in seinen Penis wie Pferde von der Startlinie in Newmarket.« Daneben geht so einiges vermutlich auch auf die Kappe der Übersetzerin, denn ich weigere mich zu glauben, dass die Autorin wirklich geschrieben hat, dass sich Yanniks Erektion an Altheas Bein kuschelt (!). Und ein sagenhaftes Beispiel für unsinnig-metaphorische Sprache will ich euch keinesfalls vorenthalten: »Sein Verstand geriet in Flammen. Sein Rückgrat verwandelte sich in warme Flüssigkeit und schoss hinab, durch seine Hoden und explodierte in seinem Schwanz.« Aha.

Wenn man alle Unsinnigkeiten der Handlung, Antipathien gegen die Protagonisten und sprachlich-stilistischen Mängel ausblenden kann, bleiben immerhin trotzdem noch ganz ansprechende Sexszenen in allen möglichen Spielarten: Dreier, SM, Anal, Orgien – es wird eigentlich kaum was ausgelassen.

Wertung:
4/15 – Nach dem sensationellen historischen Erotikroman »Sin« (dt. »Der Reiz des Verbotenen«) ist »Blood Red« eine echte Enttäuschung. Wer einem erotischen Roman alles verzeiht, solange der Sex nicht zu kurz kommt, wird das Buch trotzdem mögen – die Sexszenen sind nämlich zweifellos »hot«.