Ich hab da was aus der Serie »Dialoge, die die Welt nicht braucht«, gefunden in Anna Campbells »Teuflische Umarmung« (S. 272):
»Vertraust du mir?«
Sie bedachte ihn mit einem unsicheren Blick. »Ich vertraue niemandem.«
»Ich weiß.«
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Ich hab da was aus der Serie »Dialoge, die die Welt nicht braucht«, gefunden in Anna Campbells »Teuflische Umarmung« (S. 272):
Ich hab ja durchaus Verständnis dafür, dass sich manch einer mit Fremdwörtern und fremdsprachigen Phrasen schwer tut. Ich frage mich nur: Wieso verwendet man die, wenn man doch so planlos ist? Heute bei Amazon gefunden: Besonders klasse find ich ja diese zielsichere Akzentsetzung. Ich weiß zwar nicht, wie der User darauf kommt, dass der Akzent ausgerechnet da hingehört, aber es sieht ohne Frage ziemlich professionell aus und muss ihm wohl ein gutes bzw. richtiges Gefühl vermittelt haben! Vielleicht sollte man’s lieber mit Andreas Doraus Worten sagen: So ist das nun mal! Nachdem der für 2007 (oder gar 2006?) angekündigte dritte Teil der Gargoyle-Serie von Vickie Taylor auf unbestimmt verschoben wurde, gibts nun wieder einen Erscheinungstermin: Lt. Amazon kommt »Legacy of Stone« im März 2010. Auch wenn ich noch nicht so recht glauben kann, dass das Buch doch noch kommen wird (man kennt solche Ankündigungen ja auch von Lisa Valdez!), geben Amazon-Ankündigung und die Autorin auf ihrer Seite immerhin Anlass zu verhaltener Freude. Die Serie ist zwar nicht absolut herausragend, aber zweifellos interessant und würde sich selbst heute mit dem Gargoyle-Thema wenigstens ein bisschen von der von Vampiren und Werwölfen bevölkerten Masse der paranormalen Liebesromane abheben. Denjenigen, die »Les Gargouillen« damals nicht gelesen haben, wäre allerdings zu wünschen, dass die Bände 1 und 2 ebenfalls neu aufgelegt werden; derzeit sind sie nämlich out of print. Das Internet ist und bleibt ein riesiger Fundus unfassbarer Verbrechen an der deutschen Sprache (und sehr wahrscheinlich nicht nur an der deutschen!). In den letzten Tagen bin ich gleich auf zwei neue kreative Titel für diese komischen Menschen gestoßen, die sich bemüßigt fühlen, anderen Leuten ihre Meinung zu einem Buch, Hörbuch, Film etc. aufzudrängen: auf die Begriffe Rezensionist und Rezensor. Unfassbarerweise scheinen sich diese unsäglichen Wortkreationen mal wieder wie eine Seuche im Internet zu verbreiten, und die Rezensionisten bzw. Rezensoren, die diese Bezeichnungen – auch noch für sich selbst! – in Anspruch nehmen, scheinen das tatsächlich ernst zu meinen. Im Gegensatz zum Rezensionator, der entweder die Wortverunstalter aufs Korn nehmen oder einfach zuviele Schwarzenegger-Filme gesehen hat. … kommen manchmal spannende Dinge heraus! So begegnet uns in Katie MacAlisters »You Slay Me«, zu deutsch: »Dragon Love. Feuer und Flamme für diesen Mann« ein gewisser Herr, der »The Venediger« genannt wird. Und während ich noch darüber nachdenke, was das wohl für eine geheimnisvolle Gestalt sein soll, liefert MacAlister freundlicherweise auch schon die Erklärung: Venediger bedeutet »man from Venice«. Aaaah ja! Nun bin ich im Bilde. Ich dachte zwar immer, diese Leute hießen »Venezianer«, aber in Duden-Deutschland ist ja inzwischen so einiges möglich. Warum also nicht auch ein »Venediger«? Der FC Bayern München sorgt in dieser Saison für ungläubiges Staunen. Entgegen aller Befürchtungen der Bayernhasser verbreiten sie nämlich auf den Plätzen der Nation keineswegs Angst und Schrecken durch ihre unangefochten souveränen Leistungen – obwohl wir doch alle befürchtet hatten, dass die Buddhafiguren über diesem hochmodernen Trainings- und Meditationszentrum so viel positive Energie verstrahlen würden, dass die anderen Vereine diesmal wirklich das von Uli Hoeneß angesprochene Fernglas bräuchten, um diese Wunderfußballer überhaupt noch wahrzunehmen. (Okay, »uns« Werder-Fans würde das vielleicht nicht schaden …) Aber wenn schon die fußballerischen Leistungen bei den Bayern … nun … zumindest bislang noch nicht ganz so souverän sind, so führen Klinsmanns lebensumspannende Lehren auf und neben dem Platz doch immerhin zu sprachlichen Bereicherungen, aus denen auch wir interessierten Fans Nutzen ziehen können. Wir lernen nicht nur universal einsetzbare Ausreden von Mark van Bommel, der jüngst treffsicher feststellte, dass er sich in einer »Karamboliersituation« befand und gar nicht anders konnte. Nein, auch die Reporter bereichern unseren Alltag mit eindrucksvollen Wörtern aus der kleinen Neologismen-Schatzkiste. So stellt ein DSF-Reporter unlängst fest:
Debakulös! Ich bin mir noch nicht sicher, ob das einem mehr oder weniger nebulösen Hirn im Debakel während einer Karamboliersituation entsprungen ist, aber es ist toll, oder?! Ich werde das Wort unbedingt in meinen Wortschatz integrieren! Ich hab gerade ein wenig bei Amazon in den Leserrezensionen gestöbert und musste mich dabei zum wiederholten Male über die hausgemachten falschen Erwartungen mancher Leser aufregen, an denen sie jedoch – natürlich! – nicht sich selbst, sondern dem Buch die Schuld geben. So geschehen z.B. bei Carrie Vaughns »Stunde der Wölfe« (Midnight Hour 1), wo sich gleich mehrere Rezensenten dazu berufen fühlen anzumerken, dass es sich hierbei nicht um eine Romanze handelt. Eine Userin zieht dafür auch noch ausdrücklich Punkte ab. Ähm … hallo? Will das Buch etwa eine »Fantasy-Love-Story« sein? Oder behauptet irgendjemand (außer diesen offenbar verwirrten und fehlgeleiteten Rezensenten), dass das Buch eine »Fantasy-Love-Story« sei? Beides wäre mir neu. Selbst der Verlag hat sich in Kittys Fall bezähmt und den Klappentext nicht so formuliert, als würde hier eine paranormale Romanze vorliegen; offenbar scheinen aber nicht wenige Leser trotzdem der Meinung zu sein. Warum, um alles in der Welt? Es scheint momentan wirklich der Irrglaube vorzuherrschen, dass jedes Buch, in dem Werwölfe und Vampire vorkommen, eine Liebesgeschichte sein muss; anders kann ich mir die wiederkehrenden Beschwerden über den Mangel an Liebe, Gefühl, Romantik und Erotik wirklich nicht erklären. Ich kann solche Kommentare echt nicht ab, die ärgern mich maßlos! Man kann doch ein Buch nicht nach eigenem (und nicht nachvollziehbarem) Gutdünken in eine Genre-Schublade packen und sich dann darüber beschweren, dass es da gar nicht reinpasst! Da kann ich mir ja gleich Goethes Werther greifen und nachher rumnölen, dass keine Hobbits vorkommen und die Action-Szenen zu wünschen übrig lassen! Es war einmal vor langer, langer Zeit, da schrieb eine Amerikanerin namens Elizabeth Hoyt eine wundervolle Liebesromanserie. Diese wurde landauf, landab unter dem Titel »The Prince Trilogy« bekannt, denn in jeden der drei Bände war ein Märchen um einen Prinzen integriert, das die Kapitel einleitete und so schön war, dass – so sagt man – viele hingerissene Leserinnen das Märchen unabhängig von der Liebesgeschichte vorab verschlangen. Die Prinzen, von denen die Geschichten handelten, trugen die klangvollen Titel »The Raven Prince«, »The Leopard Prince« und »The Serpent Prince« und waren die ehrenwerten Namensgeber für die einzelnen Bände der Trilogie. Die drei Prinzen lebten viele Jahre glücklich und zufrieden, doch vor nicht ganz so langer Zeit begab es sich, dass ein deutscher Verlag namens Cora die Lizenzrechte an dieser außergewöhnlichen Serie erwarb. Die Regenten dieses Königshauses in Norddeutschland sagten den fremdländischen Königssöhnen den Kampf an, da sie die drei als Bedrohung für ihren Reichtum und ihre gut gefüllten Schatzkammern ansahen. Doch nicht nur hielten sie ihre Untertanen für nicht dazu in der Lage, solch klangvolle und untypische Titel wie »Der Rabenprinz«, »Der Leopardenprinz« und »Der Schlangenprinz« trotz eindeutiger Covergestaltung dem Liebesromangenre zuzuordnen, sie wollten darüber hinaus auch keinesfalls Opfer dieser schändlichen Originalität und Märchenhaftigkeit in Sachen Titelgebung werden. Also beschloss man kurzerhand, die revolutionären Schurken verschwinden zu lassen und als königliche Namensgeber der Bücher zu tilgen. Der Rabenprinz fiel schließlich einer geheimnisvollen Dame mit dem klangvollen Beinamen »Die Schöne mit der Maske« zum Opfer, während der Leopardenprinz den gut gemeinten Hinweis »Mylady spielt gefährlich« nicht ernst genug nahm und seinen Titel so an das ausgebuffte Weib verlor. Der Schlangenprinz befindet sich derzeit noch auf der Flucht, es steht jedoch zu befürchten, dass auch er in Kürze von den Häschern der Regenten ergriffen und zu seinen älteren Brüdern in den Kerker des hamburgischen Königshauses geworfen wird. Falls sie nicht ohnehin bereits alle gestorben sind … In der Rubrik »Zitate des Wahnsinns« darf natürlich das folgende wirklich sagenhafte Beispiel für die unsinnig-metaphorische Sprache von Sharon Page in »Blutrot« nicht fehlen. Jeder weitere Kommentar dazu dürfte wohl hinfällig sein; man muss sich die beschriebene Szene einfach nur vorstellen und staunen.
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