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[Unsinn lesen mit Irina] Im Schatten des Windes, Vol. 7

[Früherer Unsinn: Vol. 1 | Vol. 2 | Vol. 3 | Vol. 4 | Vol. 5 | Vol. 6]

Nach dem erhellenden Gespräch mit ihrem verruchten Ehemann rast Serafina aufgebracht zurück zum Haus. Sie erschreckt den armen Butler halb zu Tode und lässt sich zu ihrer Tante bringen, die sich gemeinsam mit dem alten Delaware schon wieder Sherry hinter die Binde kippt. Serafina verliert ein bisschen die Geduld mit den beiden, die sie unverständlicherweise in keinster Weise ernst nehmen und fordert beharrlich zu wissen, ob sie wirklich eine reiche Erbin sei. Elspeth reagiert mit der ihr eigenen Unverblümtheit:

»Natürlich stimmt das. Bist du denn total verblödet, Kind?«

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, würde ich sagen. Serafinas Bedürfnis, ihrer Tante den Hals umzudrehen, finde ich dennoch durchaus verständlich. Die lustige Tante kann die ganze Aufregung hingegen nicht wirklich verstehen, denn Aiden hat schließlich seine Qualitäten.

Sie zwinkerte Lord Delaware zu. »Wenn Ihr Sohn seine Sache versteht, müsste eine Nacht genügen, um alle Probleme zu beseitigen.«
Lord Delaware kicherte. »Oh, Aiden versteht seine Sache, nur keine Bange! Die Frauen umschwärmen ihn wie Bienen den Honig, und er lässt bestimmt niemanden darben.«

Wie schön zu wissen, dass er niemanden darben lässt, da freut sich doch die Ehefrau – und wir sind wieder beim Thema Wüstling. Geschickt eingefädelt.

Als Serafina allerdings offenbart, dass Aiden sie gar nicht heiraten wollte und erst vor wenigen Tagen von der Hochzeitsvereinbarung erfahren hat, kippt die sherryselige Stimmung.

Mit zornig funkelnden Augen fuhr Elpeth Lord Delaware an: »Soll das heißen, dass Sie den Jungen nie über sein Schicksal informiert haben? Was haben Sie in den letzten elf Jahren eigentlich gemacht? Abgewartet, ob er wie durch ein Wunder von allein darauf kommt?«

Ich möchte keine Phrasen kloppen, aber ich kann mir nicht verkneifen, auf das Glashaus und die Steine und so hinzuweisen. Die gute Serafina weiß hingegen nichts über Glashäuser, weshalb sie ihrer Tante auch keine passende Antwort gibt. Stattdessen fühlt sie sich bemüßigt, den armen alten Lord Delaware von jedweder Schuld freizusprechen, denn es kommt ihres Wissens nach vor, dass einem sowas nun mal einfach entfallen kann. Damit hat sie einen Freund fürs Leben gefunden.Unglücklicherweise nutzt der alte Säufer die Gelegenheit, um sein Selbstmitleid zu pflegen und über seine fiesen Kinder zu lamentieren, die – im Gegensatz zu Serafina, der Wundervollen – überhaupt kein Herz haben. Das ist natürlich Wasser auf Serafinas Mühlen – und eine weitere Möglichkeit, ihren frisch Angetrauten zu gängeln.

»Ihr Sohn ist wirklich kein warmherziger Mensch, aber ich werde mit ihm reden«, sagte Serafina. »Er sollte Sie mit Respekt behandeln.«

Überflüssig zu erwähnen, dass Delaware ganz ihrer Meinung ist und die Gelegenheit nutzt, mit Tränen in den Augen über seinen gefühllosen Sohn zu jammern. Serafina weint vor lauter Mitgefühl fast mit und schwört, dass sie alles tun wird, um Aiden zu einem besseren Menschen zu machen. Aber wie das nun mal so ist, wenn man Leuten wie Delaware den kleinen Finger reicht, verlangt er mehr.

»Und Charlotte?« fragte Lord Delaware eifrig. »Was willst du in Bezug auf Charlotte unternehmen?«

Tante Schnapsdrossel, die sich die ganze Zeit verdächtig unauffällig verhalten hat, verweigert jede Hilfe in Sachen Rollstuhl-Charlotte. Sie hält es für die beste Methode, dem Weib die »eiskalte Schulter« zu zeigen. Damit hat sich die Autorin gekonnt ein tolles Stichwort geliefert, um noch mal besonders auf Serafinas maßlose Blödheit aufmerksam zu machen.

Serafina verdrehte die Augen. Soweit sie es selbst beurteilen konnte, war mit Charlottes Schultern alles in Ordnung. Das Problem waren zweifellos ihre Beine.

OHNE WORTE! *knurr*

 

 

Derweil maßregelt die prüde Krüppel-Charlotte (ihre eigenen Worte!) Aiden, weil dieser unhöflicherweise – ebenso wie seine hochnotpeinliche Frau – die Hochzeitsgesellschaft verlassen hat. Sie spuckt Gift und Galle gegen Serafina, die ja ach so durchtrieben und hinterhältig ist. Aiden verteidigt seine Feenkönigin natürlich heroisch und muss sich daraufhin auch noch von seiner Schwester sagen lassen, er sei ein Wüstling – schon immer gewesen. Und zu allem Übel will er jetzt gar mit seiner eigenen Frau das Schlafzimmer teilen – und zwar nicht nur aus Pflichtgefühl, sondern aus purer Lust heraus! Tsk! Da kann man schon mal Migräne kriegen, bei so viel Frivolität, und wenn man noch so viel Nächstenliebe besitzt.

Kaum hat Aiden den Raum verlassen, werden die Ereignisse von Serafinas Ankunft bis jetzt noch mal aus Charlottes Sicht zusammengefasst. *gähn* Ihr ist völlig klar, dass ihr Bruder sich »im Netz der Wollust« verfangen hat und seiner Braut doch nicht so abgeneigt ist, nachdem sie sich als Schönheit entpuppt hat – schließlich ist sie mit Lüsternheit bestens vertraut, hat sie doch vor einiger Zeit Stubenmädchen Martha mit Lakai Peter in flagranti erwischt. Nur aus christlicher Nächstenliebe hat sie die beiden nicht entlassen, sondern mit Lesungen aus dem Alten Testament belehrt – und vielleicht auch ein kleines bisschen wegen Peters … bestem Stück.

»Der ansehnliche Anblick seines erigierten Glieds hatte sich Charlottes Gedächtnis unauslöschlich eingeprägt.«

Haha! So sind sie, die religiösen Moralapostel. Machen einen auf prüde, erfreuen sich im stillen Kämmerlein aber doch am Anblick männlicher Glieder, zumindest wenn sie ansehnlich sind.

Einen weiteren Blick auf Charlottes von Nächstenliebe geprägten, liebenswerten Charakter dürfen wir in der abschließenden Beurteilung der Unsittlichkeit ihrer Angestellten werfen.

Martha hatte zwei Monate später ihre gerechte Strafe erhalten, als Gott sie an einer Grippe sterben ließ und der Lakai hatte sich einige Wochen später selbst der ewigen Verdammnis überantwortet, indem er sich im Stall erhängte.

Sympathisches Mädchen – mit der wird die unbedarfte Serafina noch ne ganze Menge Spaß haben! Zumal der Wächterin über Anstand und Moral nichts von dem entgehen dürfte, was in Aidans Schlafzimmer passiert.

Charlotte konnte in ihrem Schlafzimmer gleich nebenan fast jedes Wort verstehen – besonders, wenn sie ein Ohr an die Wand presste. Auf diese Weise hatte sie im Laufe der Jahre vieles erfahren, und sie hatte immer wieder inbrünstig gebetet, dass Aiden seine Lüsternheit überwinden möge.

Ist es zu fassen?! Die religiöse Fanatikerin ist eine Lauscherin an der Wand … *Sprichwort verkneif* Da wird sie dann ja wohl definitiv live dabei sein, wenn Aiden sein »Satansweib« flachlegt, nachdem er erst mal das Brett aus dem Bett geschafft hat. Ich freu mich schon darauf, wenn die sündigen Ereignisse – irgendwann mal – aus ihren Augen erzählt werden, nachdem wir sie sicher schon aus Serafinas und Aidens Sicht erleben durften! Aber noch sind wir nicht so weit – und Charlotte wird alles daran setzen, den Vollzug der Ehe zu verhindern und die Feenkönigin vom Sockel zu stoßen. Wirklich sehr dumm für sie gelaufen sie, dass Mord per 10-Gebote verboten sind!

 

 

Aidan wartet derweil auf Serafina und hadert mit sich, weil er seiner Feenkönigin keine Wahl gelassen hat, als ihn zu heiraten. Er ist nach längerer Gewissensforschung zur Erkenntnis gelangt, dass er tatsächlich ein Schurke ist. Und dass er sie leidenschaftlich begehrt, so leidenschaftlich wie keine je zuvor.

Und es war nicht nur eine körperliche Anziehungskraft. Serafina rührte eine Saite tief in seinem Innern an, von der er nicht einmal gewusst hatte, dass sie existierte.

Hach, isses romantisch. Vom Schurken zum Musikinstrument – das Bild der klingenden oder schwingenden Saiten schätze ich seit jeher ganz besonders! *muahaha*

Während er mit klingenden Saiten sehnsüchtig die Ankunft einer Liebsten erwartet und derweil über eine geeignete Verführungsstrategie nachdenkt, hat sich Serafina mal wieder mit nem Diener festgequatscht. Als sie schließlich endlich zu Tisch kommt, ist dringend ein Gespräch über die mangelnde Freizeit der bemitleidenswerten Dienerschaft fällig und anschließend werden zum mindestens siebenhundertdreiundfünfzigsten Mal die vergangenen Ereignisse und Verfehlungen durchgekaut. Ich erspar euch das – habs selbst nur überflogen. Ich will aber erwähnt haben, dass eine Diskussion darüber entbrennt, ob Serafina nun hübsch ist oder nicht. Und weil Männer nun mal immer übertreiben müssen und Aiden seine Frau als »überirdische Schönheit« bezeichnet, steht sie seinen Beteuerungen mit einigem Misstrauen gegenüber – sie hält sie für ein schurkisches Verführungsmanöver. Wer wollte ihr das verübeln!

11 Kommentare zu [Unsinn lesen mit Irina] Im Schatten des Windes, Vol. 7

  • Endlich wieder eine Fortsetzung dieser wunderbar ironisch erheiternden Rubrik! Danke dir Irina für dein so großes Opfer, obwohl ich mich bestens unterhalte ;)

    Tja was unser Liebespärchen angeht: Irgendwie drängt sich mir der Gedanke „Kopf –> Tischplatte“ auf… So langsam mache ich mir ernsthaft Gedanken über die geistige Zurechnungsfähigkeit der Autorin. So unterhaltsam das für uns auch ist, so ist es auch irgendwie erschreckend.

    Naja warten wir ab, mit welchen Highlights die Geschichte noch aufwartet :)

  • *Irina eine Runde Colorado rüberschieb*

    Du bist wirklich tapfer! Unglaublich, dass die Autorin es doch wirklich schafft diese belanglose Handlung aus absolut jeder Perspektive noch einmal zu wiederholen! Ich meine … also … so schlecht zu schreiben … nun … das hat sie bestimmt lange trainiert! *kicher*

    Und so ganz rund ist der Umgang mit dem Thema „Schönheit“ … äh … und „Lust“ und „Holzarbeiten“ und … (eigentlich allem anderen auch) nicht. ;)

    Hat nun endlich mal jemand ein Argument für mich, warum dieses Machwerk veröffentlicht wurde?!

  • hachja, es zaubert mir immer wieder ein lächeln ins gesicht, wenn ich ein neues posting von dir in dieser kategorie lesen :D

    wieviel seite sind das denn immer ungefähr im buch?

  • Serafina verdrehte die Augen. Soweit sie es selbst beurteilen konnte, war mit Charlottes Schultern alles in Ordnung. Das Problem waren zweifellos ihre Beine. –> Ich würde mal sagen, mit Serafinas Verstand zumindest ist was ganz und gar nicht in Ordnung…

  • @Holly: Sie ist einfach nur viiiiiiel zu gütig, um so eine Bemerkung nicht wörtlich zu nehmen … *unschuldig plinker*

  • Erschreckend ist ein sehr gutes Stichwort, Nadine! *g*

    Danke für die Colorados, Winterkatze. Die hab ich dringend gebraucht als Nervennahrung!

    Maria: Zwischen 14 und 20 Seiten haben die Kapitel üblicherweise, aktuell hab ich aber zwei Kapitel abgekaspert, weil nicht so wirklich was passiert ist. Also … noch weniger als sonst, sollte ich wohl sagen! ;)

  • @Irina: Tststs, du wirst doch nicht anfangen und uns all die pikanten Details unterschlagen? ;) Zwei Kapitel auf einmal abkasperl, ob ich das durchgehen lassen kann? ;) *noch ein paar Bestechungscolorado rüberschieb, bevor Irina mich hauen kann*

  • Niemals nicht würde ich pikante Details unterschlagen! Nur wurde ja die Hochzeitsnacht auf unbestimmte Zeit verschoben, es gab also gar keine pikanten Details – insofern konnte man die Sache etwas straffen. Man muss ja auch mal voran kommen, wir sind noch nicht mal bei der Hälfte! *eek*

  • Nicht mal bei der Hälfte? Ist das dein Ernst?! *umfall*

  • Hach ne, ist das schön. Wenn das mal als Theaterstück aufgeführt wird – oder noch besser, als Musical! – könnte die Handlung in einen Trailer Park verlegt werden. Dort würde man auch eher als auf einem Landgut, oder wo immer Aidans Familie wohnt, die dünnen Wände vermuten, die Charlotte braucht, um ihren Bruder beim Sex zu belauschen. Überhaupt ist diese Charlotte ja eine ganz Schlimme. Wenn’s eine Fortsetzung mit ihr als Protagonistin gibt, könnte das richtig gehobene Literatur werden, mit lauter depressiven Menschen, die nach dem Sex entweder Grippe, Selbstmordgedanken oder ermüdende Moralpredigten bekommen.

  • Irgendwie klingt dieser Abschnitt noch viel langweiliger als die davor -.- Wie kann man in einem Buch alles immer und immer wieder wiederholen? Sind wir eigentlich noch bei Tag 1 oder schon bei Tag 2 angelangt? *denk*
    Diese Charlotte ist ja eine ganz Sympathische…

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