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[Rezension] Kim Henry: Game of Love – Schlittschuh, Puck und heiße Küsse

Klappentext

Jefferson Kendrick ist eine Legende. Auf dem Eis und bei den Frauen macht dem Eishockeyprofi niemand etwas vor, doch der Erfolg ist teuer erkauft.

Erin Kennedy hätte eine Legende werden sollen. Aber nachdem ein Trainingsunfall ihre Karriere als Eiskunstläuferin abrupt beendet, muss sie neue Wege finden.

In einem Winter voller Missverständnisse, Leidenschaft und heißer Küsse treffen die ehemalige Eisprinzessin und der NHL-Star wieder aufeinander. Zehn Jahre nach ihrer letzten Begegnung knistert es sofort wieder zwischen ihnen, doch Jeff hat sich verändert. Er lebt nach der Regel: Keine Frau für mehr als eine Nacht. Erin hingegen hat nicht vor, sich mit halben Sachen zufrieden zu geben. Kann sie das Herz des sturen Einzelgängers zum Schmelzen bringen?

 

 

Kommentar

Ich mochte bislang alle Bücher des Autorenduos Kim Henry, ganz besonders die beiden Rockstar-Bücher Remember Ryan und Joshuas Joy. (Wieso sind eigentlich nie weitere Bände erschienen?!) Meine Freude war entsprechend groß, als ich einen Eishockeyliebesroman der beiden bei Amazon entdeckt habe, der ja genau mein Ding sein sollte – aber leider kommt es oft anders, als man denkt.

Wahrscheinlich hätte ich ahnen können, dass ein Eishockeyroman von deutschen Autoren meinen Ansprüchen nicht würde genügen können, und genau so war es auch. Das lag aber nicht nur am Eishockeyaspekt; ich mochte einfach weder die Geschichte noch die beiden Protagonisten, mit denen ich kein bisschen warm wurde und deren Schicksal mir gleichgültiger kaum hätte sein können. Vom Knistern zwischen dem NHL-Star und der Eislaufprinzessin habe ich nichts bemerkt, und die Story – die an sich schon nicht mein Ding war – war überfrachtet mit unglaubwürdigen Szenen und unsympathischen Verhaltensweisen, die bei mir zu ständigem entnervten Stöhnen geführt haben. Beispielsweise haben die beiden Sex, der aber – wie sie sich einzureden versuchen – nicht als Sex zu klassifizieren ist, weil Jeff nicht ganz, sondern nur ein kleines Stück in Erin eindringt. Oh booooy!

Eingebettet ist der Plot, der mich ohnehin schon nicht angesprochen hat, wie gesagt ins Szenario der nordamerikanischen National Hockey League (NHL), und diesbezüglich gibt es so viele Ungenauigkeiten und falsche Fakten, dass ich irgendwann wirklich verärgert war. Manches mag vielleicht nicht Unkenntnis, sondern dramaturgischen Zwecken geschuldet zu sein (z. B. eine Woche spielfrei über Weihnachten), aber all die Kleinigkeiten sind in der Summe nervig. Es wäre eigentlich auch nicht allzu schwierig, sich mal die Spielpläne, Ligaeinteilung (inkl. der Namen der Divisions and Conferences) und das Playoff-Format auf nhl.com anzuschauen und dadurch viele Fehler zu vermeiden. Ja, okay, ich gebe zu, dass Leser, die nicht eishockeyaffin sind, das meiste überhaupt nicht bemerken werden (wobei denen zumindest die Widersprüche innerhalb des Buches auffallen könnten), aber ich kenne mich nun mal aus und ich finde diese Ungenauigkeiten ärgerlich, vor allem in der Summe. Dass es ziemlich viele Rechtschreibfehler gibt, kommt erschwerend hinzu. Vielleicht sollte ich für den nächsten Eishockeyroman meine Dienste anbieten.

 

Spoiler

Besonders grandios ist die Schlussszene des Buches, als das Team den Stanley Cup gewinnt. Der Pokal wird an »durchsichtigen Seilen« von der Decke gelassen (in Wahrheit wird er von zwei (!) Leuten hereingetragen) und der Trainer stemmt ihn als Erster in die Höhe, dann kriegt Protagonist Jeff ihn. (Tatsächlich wird der Stanley Cup IMMER an den Mannschaftskapitän überreicht, das wäre hier Jeff.) Und was tut Jeff? Küsst er den Cup vielleicht und reckt ihn seinerseits in Siegerpose in die Höhe, um das Objekt der Begierde aller Eishockeyspieler anschließend an seine sehnsüchtig wartenden Mannschaftskameraden weiterzureichen? Aber nein! Er gibt den Pokal stattdessen an Erin weiter und stemmt seine geliebte Eisprinzessin in die Höhe, die wiederum den Stanley Cup in Händen hält …

Rührend, nicht?! Da kann man der Dramatik wegen schon mal ignorieren, dass der Stanley Cup ca. 90 cm hoch und ca. 20 kg schwer ist. Ich möchte wirklich gern sehen, wie Erin das Ding in die Luft hebt und dort hält, während Jeff sie in Eiskunstlaufpose zur Ehrenrunde übers Eis trägt, während seine Mitspieler in aller Seelenruhe darauf warten, den Pokal, dessen Jagd ihr Lebensziel ist, irgendwann auch mal berühren zu dürfen. (Könnt ihr mein Augenrollen sehen?!)

By Alex Goykhman (Own work) [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

By Michael Righi (originally posted to Flickr as Pavel Datsyuk) [CC BY-SA 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons

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5 Kommentare zu [Rezension] Kim Henry: Game of Love – Schlittschuh, Puck und heiße Küsse

  • Winterkatze

    „Vielleicht sollte ich für den nächsten Eishockeyroman meine Dienste anbieten.“

    Davon könntet ihr alle nur profitieren. :)

  • Chrissi

    „Vielleicht sollte ich für den nächsten Eishockeyroman meine Dienste anbieten.“ :D absolut geilster Satz! Daumenhoch!
    hört sich ja echt nicht so toll an das Buch, gut dass ich für deutsche Autoren sowieso nicht so empfänglich bin ;)

    Und ich weiß auch nicht was schlimmer ist, wenn das Buch in – keine Ahnung – Duisburg oder so spielt, was für mich total unsexy ist oder wenn der deutsche Autor es in die USA verlegt, was aber auch nie wirklich passt, weil das Lebensgefühl nie wirklich getroffen wird.

    • Wirklich, ich mochte die drei anderen (von mir gelesenen) Bücher des Autorenduos und hätte mindestens die beiden Rockstar-Bücher allen Rockstar-Buch-Fans empfohlen. Das hier war echt ein Ausreißer nach unten – da muss ich noch mal eine Lanze für die Autorinnen brechen. Und das mit den Diensten: Ich hab ernsthaft überlegt, sie mal anzuschreiben, aber na ja, nach der Rezension …

      Das Lebensgefühl eines anderen Landes einzufangen, ist ja die eine Sache, aber falsche Fakten noch mal eine andere. Wie gesagt, mir ist klar, dass diese Fehler den meisten Leserinnen nicht auffallen werden, aber man möchte als Autor doch keine groben Fehler machen, oder? Und ich meine, es ist nicht so schwer herauszufinden, wie viele Mannschaften in den Playoffs mitspielen (okay, der Modus ist bzgl. der Wildcards ein wenig kompliziert, aber die fixen Plätze sind easy rauszufinden) oder wie die Divisionen in der NHL heißen. Wenn man ein Setting erschafft, in dem man sich nicht besonders gut auskennt, dann muss man doch mal jemand drüberlesen lassen, der es tut. *seufz*

      Am schrägsten finde ich wirklich die Szene, die ich im Spoiler erwähne. Die ist so unfassbar unrealistisch, dass selbst das Argument des dramaturgischen Effekts nicht mehr zieht. Ich meine, schaut euch das Foto von dem Teil an!!!

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