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[Rezension] Sherry Thomas: Tempting the Bride

Fitzhughes, #3

Verlagstext:
Helena Fitzhugh understands perfectly well that she would be ruined should her secret love affair be discovered. So when a rendezvous goes wrong and she is about to be caught in the act, it is with the greatest reluctance that she accepts help from David Hillsborough, Viscount Hastings, and elopes with him to save her reputation.

Helena has despised David since they were children—the notorious rake has tormented her all her life. David, on the other hand, has always loved Helena, but his pride will never let him admit the secrets of his heart.

A carriage accident the day after their elopement, however, robs Helena of her memory—the slate is wiped clean. At last David dares to reveal his love, and she finds him both fascinating and desirable. But what will happen when her memory returns and she realizes she has fallen for a man she has sworn never to trust?

 

Kommentar:
Manche Bücher gefallen mir einfach nicht, weil mir der Plot nicht liegt oder ein Charakterzug ein Protagonisten; dass andere mehr damit anfangen können, kann ich aber nachvollziehen. Hin und wieder ist es mir aber wirklich ein Rätsel, was andere Leser an einem Buch finden. So geschehen hier – was umso enttäuschender ist, da ich mich sehr auf die Geschichte von Hastings und Helena gefreut hatte.

Helena Fitzhugh ist eine für die damalige Zeit ziemlich fortschrittliche Frau. Sie arbeitet als Verlegerin und unterhält ein heimliches Verhältnis mit einem verheirateten Mann; die Bemühungen ihrer Familie, sie von Mr. Martin fernzuhalten, helfen wenig. Dann wird den beiden Liebenden eine Falle gestellt, und um einen Skandal zu vermeiden, muss Helena Lord Hastings heiraten, den ihr seit Jugendzeiten verhassten Freund ihres Bruders. Bevor es allerdings zur Hochzeit kommt, wird Helena in einen Unfall verwickelt und verliert das Gedächtnis …

Das ist ja mal ein Kniff, oder? Frau liebt einen verheirateten Mann und hasst ihren langjährigen Verehrer, dann aber zwingen die Umstände sie, vom verheirateten Mann zu lassen und den Verehrer zu heiraten. Aber juchee, zum Glück für alle Beteiligten verliert die Frau ihr Gedächtnis, und alle können von vorn beginnen. Da Helena nichts mehr von ihrer Verachtung für Hastings weiß, der sie jahrelang beleidigt und verspottet hat, um seine Gefühle zu überspielen, kann sie sich ganz auf die Gegenwart konzentrieren. Das ist gut für Hastings, denn der kann endlich er selbst sein und entpuppt sich als verständnisvollster, liebevollster und umsichtigster Mann der Welt. Die Chancen auf ein Happy End stehen bestens, aber so läuft’s natürlich nicht – wär ja auch langweilig.

Stattdessen findet auf knapp 300 Seiten ein nervensägiges Hin und Her statt, in dessen Verlauf Helena Hastings mal liebt und mal hasst. Als Hastings ihr erzählt, dass sie vor dem Unfall in Mr. Martin verliebt war, reagiert sie noch mit Unverständnis und kann gar nicht fassen, was sie an diesem Langweiler gefunden haben soll. Nicht viel später kehrt jedoch die Erinnerung an Hastings zurück, und das ist nicht so gut für die Beziehung der beiden, doch auch diese Krise wird abgewendet. Das Paar scheint schon auf dem besten Weg ins endgültige Glück zu sein, als es endgültig abstrus wird. Helena erinnert sich plötzlich wieder an ihren »sweet, poor Mr. Martin«, und das lächerliche Drama nimmt seinen Lauf: Helena überhäuft Hastings mit ungerechten Vorwürfen, woraufhin der in alte Muster verfällt und mit verletzenden Worten zurückschlägt. Ich glaube, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass die beiden am Ende auch diese Krise überwinden, obwohl sich für Helena zwischenzeitlich eine ungeahnte Chance auftut, um ihr die Freiheit der Wahl zu geben.

Es ist typisch für Sherry Thomas, dass ihre Protagonisten bisweilen ganz schön eigen sind, und mit Helena reiht sich eine weitere Figur in diesen Reigen ein. Leider schießt die Autorin hier mal wieder übers Ziel hinaus und macht aus der eigentlich fortschrittlichen Lady eine zum Teil wenig sympathische Frau, die das Wohl ihres Geliebten Mr. Martin über alles stellt. Hastings bleibt eigentlich ziemlich blass; sein früheres mieses Verhalten Helena gegenüber wird ziemlich fadenscheinig mit seiner Herkunft und Vergangenheit begründet, und er wird vorwiegend durch sein Verhalten seiner Tochter gegenüber definiert. Er hat nämlich ein uneheliches Kind mit massiven Verhaltensstörungen (deren Ursache nur unzureichend geklärt werden), das er höchst liebevoll und mit einer Engelsgeduld behandelt – womit er Helena immer wieder aufs Neue beeindrucken kann.

Man hat also ein Buch voller Krisen, wo doch eine völlig gereicht hätte – dann hätte die Autorin vielleicht auch Zeit gehabt, die Gefühle der beiden Protagonisten transparent zu machen. Das gelingt Thomas diesmal nämlich überhaupt nicht; sie erzählt zum Teil sehr episodenhaft hier und dort eine Begebenheit und behauptet Dinge, die man einfach nicht nachempfinden kann. Es gibt natürlich ein paar schöne Stellen, aber alles in allem hab ich mich lange nicht mehr so geärgert beim Lesen eines sehnsüchtig erwarteten Buches. Einmal mehr fühle ich mich in meiner Überzeugung bestätigt, dass Back-to-Back-Veröffentlichungen (fast) immer zu Lasten der Qualität gehen.

 


5 Punkte

 

Serieninfo:
01 Beguiling the Beauty – 9/15
02 Ravishing the Heiress – 12/15
03 Tempting the Bride – 5/15

4 Kommentare zu [Rezension] Sherry Thomas: Tempting the Bride

  • Das klingt wirklich schrecklich, bestätigt aber meine Befürchtungen. Als ich den Klappentext gelesen habe hatte ich schon Angst, dass die Geschichte genauso abläuft und das Helena unsympathisch ist, wundert mich auch nicht, ich mochte sie schon in Band 1 gar nicht… Wobei ich die Idee, dass sie ihn schon seit der Kindheit nicht leiden kann und er heimlich in sie verliebt ist gut finde, erinnert mich an „Unlocked“ von Courtney Milan, die das ganze aber für mich netter verpackt hat, ohne Erinnerungsverlust und viel blabla. ^^

    Auch wenn wir sonst was Sherry Thomas angeht eher gegensätzlicher Meinung waren, glaube ich fast, dass wir bei dieser Reihe ählicher Meinung sein werden. XD

  • Ich wage nicht, eine Einschätzung abzugeben, wie dir das Buch gefallen würde – unsere Meinung bzgl. der Thomas-Bücher lag ja wirklich bis auf eine Ausnahme immer ganz weit auseinander! :D

    Den Plot an sich finde ich auch nett, wobei es m.E. jetzt auch nicht so ungewöhnlich ist, dass ein Paar zusammenfindet, bei dem mindestens einer den anderen in der Kindheit schon nicht leiden konnte oder einer zumindest dachte, dass der andere ihn nicht leiden könne. Aber die Umsetzung fand ich hier einfach echt schlecht, und Helena war für mich ne ganz fürchterliche Zicke, die dann aber auch noch so beschützerische Anfälle hatte für ihren geliebten »poor sweet Mr. Martin«. *örks*

    Planst du denn, die Bücher bald zu lesen?

  • Wobei „Not Quite A Husband“ und „Beguiling the Beauty“ haben wir ähnlich gesehen, auch wenn die Bewertung anders war. Aber die Kritikpunkte waren schon gleich, also zwei Ausnahmen… wobei bei zwei Romanen lagen wir ganz weit auseinander, was ist die Ausnahme und was die Regel? ^^

    Ungewöhnlich nicht, aber ich hätte den Plot gerne in mehr Historicals, wenn er gut umgesetzt ist. Ich mag diese Art von Geschichten. :D

    Wenn du sie schon zickig findest, geht es mir 100% nicht anders, ich bin extrem kritisch was Heldinnen angeht, kaum eine kann ich wirklich gut leiden XD Was ist an diesem Mr. Martin so toll, das kam schon in Band 1 nicht rüber… er wirkte für mich eher wie ein Weichei… *hust* Oh mann, wie ich so gar keine Lust auf den Roman habe… ._.

    Eigentlich hatte ich Band 2 schon auf meinem Nachttisch liegen… Hab mich dann aber doch dagegen entschieden, mich kann eh gerade nichts begeistern, da will ich lieber angefangene Bücher zu Ende lesen, anstatt dann Band 2 am Ende nicht zu mögen. ^^

  • Na, ich bin echt gespannt, ob bzw. wann du mal zu den beiden Büchern greifst und wie du sie dann findest. So wirklich Hoffnung hab ich nicht für dich und Helena und Mr. Martin, der definitiv ein Weichei ist! ;)

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