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[Rezension] Sherry Thomas: Beguiling the Beauty

Fitzhugh Trilogy, #01

Klappentext:
When the Duke of Lexington meets the mysterious Baroness von Seidlitz-Hardenberg on a transatlantic liner, he is fascinated. She’s exactly what he’s been searching for—a beautiful woman who interests and entices him. He falls hard and fast—and soon proposes marriage.

And then she disappears without a trace…

For in reality, the »baroness« is Venetia Easterbrook—a proper young widow who had her own vengeful reasons for instigating an affair with the duke. But the plan has backfired. Venetia has fallen in love with the man she despised—and there’s no telling what might happen when she is finally unmasked…

 

Kommentar:
Mit der Fitzhugh-Trilogie legt Sherry Thomas ihre erste Serie vor. Sie spielt in der spätviktorianischen Ära und handelt von drei Geschwistern, denen man nicht gerade Glück in der Liebe nachsagen kann. Der Auftaktband um die verwitwete älteste Schwester Venetia zeigt einmal mehr, dass Sherry Thomas etwas andere Liebesromane schreibt, die sicher nicht jedermanns Sache sind.

Christian de Montfort, Duke of Lexington, ist seit seinem 19. Lebensjahr besessen von der verheirateten Venetia Townsend. Erst als er auf einem Schiff auf der Rückfahrt von New York nach England die geheimnisvolle und stets verschleierte Baroness von Seidlitz-Hardenberg trifft, lässt ihn diese seine große Liebe vergessen. Was er jedoch nicht weiß: Bei der Baronin handelt es sich um niemand anderen als Venetia, die sich an ihm rächen will, weil er sie während einer Vorlesung öffentlich denunziert hat – wenngleich ohne ihren Namen zu nennen. Sie plant, dem arroganten Duke das Herz zu brechen, hat jedoch nicht damit gerechnet, stattdessen ihr eigenes Herz an ihn zu verlieren …

Die Geschichte startet nach einem Prolog, der die letzten zehn Jahre der beiden Protagonisten vor dem eigentlichen Beginn der Handlung grob umreißt, ausgesprochen fesselnd. Obwohl man ahnt, wohin Venetias Racheaktion führen wird, ist es doch spannend zu sehen, wie die beiden sich kopfüber in eine Affäre stürzen, sich dabei aber näher kennen- und schließlich lieben lernen. Vor allem Venetia muss ihre Vorurteile über Christian revidieren, doch als er der vermeintlichen »Baroness« gesteht, dass er jahrelang von Venetia besessen war, ergreift sie die Flucht.

Von dem Moment an wird das Buch deutlich schlechter. Es ist einfach ärgerlich, dass Venetia, die Christian ja ach so sehr liebt, einfach wegläuft, weil sie glaubt, er würde ihr nie verzeihen und sie hätten wegen ihres falschen Spiels keine Chance. Wenn ohnehin alles verloren ist, kann man doch auch die Karten auf den Tisch legen – schlimmer kanns ja dann auch nicht mehr werden. Auch in der Folge lässt sie mehrfach hervorragende Gelegenheiten aus, Christian ihre Identität zu enthüllen bzw. ihm reinen Wein bezüglich ihrer durchaus nachvollziehbaren Motive einzuschenken. Stattdessen spielt sie die unnahbare Schöne und verletzt ihre große Liebe absichtlich, leidet dabei aber selbst ganz schrecklich. Dass die beiden schließlich doch noch eine Chance bekommen, zueinander zu finden, ist eher einer glücklichen Fügung zu verdanken, die den Kontakt unabdingbar macht. Leider wirkt der Schluss des Buches vollkommen überstürzt – der Autorin scheint hier einfach der Platz bzw. die Zeit auszugehen, um die Geschichte adäquat zu Ende zu erzählen. Ich halte es durchaus für mögllich, dass das (auch) der gerade sehr beliebten Back-to-Back-Veröffentlichungsstrategie geschuldet ist, von der ich noch nie viel gehalten habe: Wenn Autoren in der Zeit, in der sie normalerweise ein Buch schreiben, drei Romane auf den Markt werfen (müssen), kann das nur auf die Qualität gehen!

Venetia ist übrigens – auch wenn es angesichts der Kritik an der Geschichte anders klingen mag – von ein paar seltsamen Entscheidungen und Anwandlungen eigentlich eine sehr sympathische und moderne Heldin. Sie hat harte Zeiten hinter sich, ist durch und durch loyal und hat einen ausgeprägten Realitätssinn. Christian bleibt trotz all seiner positiven Eigenschaften neben ihr relativ blass und durchschnittlich; seine Besessenheit ist allerdings ein wenig unheimlich.

Im Rahmen der Handlung werden außerdem schon die nächsten beiden Bücher der Serie vorbereitet, weshalb die Nebenfiguren zum Teil relativ präsent sind und eigene Erzählperspektiven haben. Vor allem auf die Geschichte von Venetias Bruder und der reichen Erbin Millie, die eine Zweckehe eingegangen sind, bin ich schon extrem gespannt, denn es wird hier schon deutlich, dass Millie ihren Mann aufrichtig liebt. Doch auch die Story um Helena Fitzhugh, die eine Affäre mit einem verheirateten Mann hat, verspricht Spannung.

Fazit:
9/15 – Lässt nach einem guten Start ziemlich nach, weckt aber trotzdem die Lust auf den Folgeband – wenn Book Depository das Buch nicht mal wieder verschlampt hätte, hätte ich mir Buch 2 unmittelbar geschnappt.

 

 

Serieninfo:
01 Beguiling the Beauty (Mai 2012)
02 Ravishing the Heiress (Juli 2012)
03 Tempting the Bride (Oktober 2012)

8 Kommentare zu [Rezension] Sherry Thomas: Beguiling the Beauty

  • Christian fand ich auch ziemlich blass und Venetia zwar sympathisch, aber mich hat total genervt, dass sie ja so unglaublich unbeschreiblich schön ist. Ich fand das einfach nur übertrieben, sie lässt ja Göttinnen hässlich aussehen, im Vergleich so wie sie beschrieben war. ^^

    Das Ende hat mir auch nicht gefallen, mir war’s zu kurz und zu unspektakulär. Schade… (Aber ich glaub irgendwo gelesen zu haben, dass das beim 2.Band der Reihe auch so ist…)

    Die nächsten beiden Bände bzw. Paarungen interessieren mich auch mehr und haben die Geschichte für mich besser gemacht als sie ist. Aber seit ich „Ravishing The Heiress“ hier liegen habe trau ich mich nicht mehr ran, weil ich glaube, dass mir die Geschichte nicht gefallen wird. :-/

  • Stimmt, Venetias göttliche Schönheit war ein bisschen viel … Wobei, solche Frauen soll’s ja geben! ;)

    ich find das ja echt witzig, dass du im Grunde das gleiche wie ich an diesem Buch bemägelst, aber so viel mehr Punkte vergeben hast: 9/10 – nicht?

    Bin wirklich gespannt auf den zweiten Band, werd ihn mir bald vornehmen, nachdem TBD es ja endlich geschafft hat, ihn zu liefern. Dass das Ende allerdings schon wieder so überstürzt sein soll, gefällt mir gar nicht …

  • Wirklich? Solche Frauen gibt es? Die wirklich JEDER Mann und JEDE Frau übernatürlich schön findet? Nee, also das glaube ich nicht bzw. ich bin so einer Person noch nie begegnet XD

    Jupps, 9/10. Weil mich die Geschichte gefesselt hat (da gibt es min. schon 6 Punkte für, außer der Rest ist unter alle Sau), ich die Kritikpunkte auch nicht so dramatisch fand und ich tatsächlich die Nebencharaktere so super fand, dass ich die Geschichte positiver bewertet habe. Sonst wären es wahrscheinlich 7 Punkte geworden, vielleicht mit gutem Willen auch 8, wobei ohne die Nebencharaktere wahrscheinlich wirklich nur 7/10.

    Also in vielen Rezensionen stand, dass man echt bis ein paar Seiten vor dem Schluss noch das Gefühl haben soll, dass es gar kein Happy End gibt und das hat mich wirklich skeptisch gemacht. Ich liebe schön, lange, dramatische Enden mit Epilog (den es leider auch nicht gibt, wenn ich mich recht entsinne. Vielleicht am Ende des dritten Bandes…)

  • Ich sagte ja auch, es SOLL solche Frauen geben! :D

    Ich wollte deine Bewertungspunktzahl übrigens gar nicht in Frage stellen; ich weiß ja, dass die Punktzahlen am Ende oft erst die Gewichtung der Kritikpunkte deutlich macht und alles ins rechte Licht rückt. Ich hab auch schon oft Rezensionen geschrieben, wo ich die meiste Zeit rumnörgle, und am Ende doch 10 Punkte geb! ;)

    Übrigens les ich »Ravishing the Heiress« gerade und hab schon auf S. 100 das Gefühl, dass ein Happy-End möglich ist.

  • Was sie nicht weniger unrealistisch macht XD Ich fand die Szene mit dem Pfarrer/Priester oder was auch immer bei der Heirat echt etwas übertrieben und musste da wirklich laut lachen. ^^

    Meistens sprech ich zumindest auch nur das offensichtlich schlechte an und lass dann die positiven Punkte wie: war spannend, las sich flüssig, Charaktere sind sympathisch, etc. weg… Deswegen sind meine Rezensionen irgendwie gefühlt immer sehr negativ… :D

    Und? Und? Wie fandest du die Geschichte? Ich meine 4 Sterne kann ja vieles heißen. Ich muss wissen, ob ich mich an die Geschichte heranwagen kann ohne Angst zu haben , dass mich die Geschichte depressiv macht ^^

    • Ach ja, das mit dem Pfarrer … hatte ich schon wieder verdrängt. Das fand ich total bekloppt!

      Mit den Rezensionen gehts mir – wie gesagt – genauso. Deshalb finde ich einen Punktevergabe auch so wichtig.

      Was »Ravishing the Heiress« angeht: Ich kann überhaupt nicht bestätigen, dass man bis kurz vor Schluss das Gefühl hat, es gäbe kein Happy End. Und ich finde das Buch auch nicht depressiv; ich denke, du kannst es lesen! ;)

  • Diese Pfarrer-Szene ist mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben, weil ich danach Venetias Aussehen einfach zu unrealistisch fand. Ich konnte nur noch den Kopf schütteln, das war zu extrem. oO

    Das stimmt, obwohl ich so das Gefühl habe, dass das dazu verleitet nur auf die Punkte zu schauen und die Rezension nicht zu lesen. Deswegen geben manche auch keine Bewertung ab, glaube ich jedenfalls, dass das der Grund ist. ^^
    Wobei ich das Gefühl habe, dass meine Punktevergaben zumindest für eine mögliche Kaufentscheidung total unwichtig sind, die geben ja nur wieder wie sehr mich ein Buch unterhalten hat, 100% subjektiv also, das dürfte keinem wirklich weiterhelfen. XD

    Okay, dann bin ich beruhigt. :D Ich glaub ich warte nur noch bis September, damit ich dann bis Oktober nicht so lange warten muss, wenn dann der dritte Band erscheint. ^^

    • Dass manche nur nach den Punkten schauen, stimmt sicher – ist ja bei mir nicht anders. Ich schau oft erst auf die Punkte und les die Rezension nur, wenn die Punktevergabe mein Interesse weckt. Verloren ist deshalb aber trotzdem nichts, denn ohne die Punktevergabe hätte ich die Rezension gar nicht gelesen! *g* (Wobei es aber auch Rezensenten gibt, bei denen les ich jede Rezension komplett – vorausgesetzt, das Buch interessiert mich wenigstens ansatzweise.)

      Nur für dich hab ich übrigens die Rezension zu Band 2 vorgezogen und online gestellt! :D

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