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[Rezension] K. C. Lynn: Resisting Temptation

Serie: Men of Honor #3; verbunden mit der Acts-of-Honor-Serie

Klappentext:

They met in the most unlikely place, where death and destruction were just as pronounced as the desert heat that surrounded them. Her voice lured him in, but it was her kind heart and understanding soul that anchored his broken one. She stood for everything he detested; yet, his feelings for her were undeniable.

She was the light to his dark.

Together, they forged an unbreakable bond. But one fateful night destroyed it all and thrust them into a week of hell, leaving them both scarred inside and out.

Now two years later, Faith returns to Cade’s life unexpectedly, and neither of them can deny the fire that still burns between them, along with the pain, loss, and regret.

Fate will test their love and in order to save it, they must face their greatest fears and the past that continues to haunt them.

Kommentar:

Auf diese Autorin bin ich eigentlich wegen eines anderen Buches aufmerksam geworden, nämlich wegen »An Act of Courage«, das gerade frisch erschienen ist, weshalb man – zumindest in gewissen »Kreisen« – auf Goodreads kaum dran vorbeikommt. »An Act of Courage« ist bereits Band 4 der Acts-of-Honor-Serie, es wird aber versichert, man könne die Bücher auch als Einzelbände lesen. Allerdings, so die eingefleischten Fans der Autorin weiter, solle man vorher »Resisting Temptation« gelesen haben, um in den vollen Genuss des Leseerlebnisses zu kommen, denn dort wird Christopher, der Held aus »An Act of Courage«, eingeführt. Den Ratschlag hab ich beherzigt, und ohne Christophers eigentliche Geschichte schon gelesen zu haben, bin ich mir ziemlich sicher, dass das sinnvoll war, denn Christopher spielt hier eine signifikante Nebenrolle und man erhält ein eindringliches Bild von den Erlebnissen während seiner Kindheit und Jugend.

Zu »Resisting Temptation« habe ich insgesamt eine ziemlich zwiespältige Meinung. Ich fand das Buch über große Strecken hochemotional und daher sehr packend, man darf aber um Himmels willen seinen Kopf nicht einschalten und die Ereignisse und Handlungsweisen der Personen auf Plausibiltät, Glaubwürdigkeit und Logik hinterfragen. Man sollte besser auch keine Vorbehalte gegen Gottesfürchtigkeit und stark gläubige Menschen haben. So wie ich. Mir ist zwar im Grunde egal, ob und was die Leute glauben, aber ich will bitte nichts weiter darüber wissen. Ich kann außerdem schlicht nicht nachvollziehen, dass Menschen ihren Lebenswillen und Kraft aus ihrem Glauben schöpfen, alles verzeihen und gute wie schlechte Ereignisse mit Gott in Zusammenhang bringen, auch wenn mir bewusst ist, dass es genug Leute gibt, die so empfinden. Es finden sich hier Aussagen wie: »It seems this could be the work of God bringing you two together again« oder »Sometimes God knows what’s right for us before we do«. Das ist nicht meine Welt, und insofern hatte ich so meine Probleme mit dem Roman, v.a. mit der Protagonistin Faith.

Faith ist nämlich eine Pfarrerstochter, die zu Anfang des Buches als Missionarin im Irak unterwegs ist. Es ist nicht ganz so schlimm, wie es klingt; sie versucht nicht das ganze Buch über, irgendwelche Leute zu missionieren, sondern ist ziemlich tolerant, was den Glauben bzw. Nicht-Glauben anderer angeht, aber es ist immer wieder Thema und ihre Einstellung zu Gott bzw. der Stellenwert, den Gott und ihr Glaube für sie haben, kommt häufig durch. Insofern finde ich es kritikwürdig, dass der Klappentext das mit keinem Wort erwähnt. Zumal Faith eine wahre Vorzeige-Christin ist: Sie ist – trotz allem, was ihr passiert ist – eine über die Maßen nette, liebenswürdige, hilfsbereite, verständnisvolle, vernünftige, geduldige, selbstlose, leidensfähige Person. Das klingt jetzt negativer, als ich es meine. Sie ist wirklich eine nette Heldin, ich hab eigentlich nichts an ihr auszusetzen, außer dass ich halt diese Glaubenssache nicht nachvollziehen kann und insofern nicht plausibel finde. Nach eigener Aussage hat ihr vor allem ihr Glaube geholfen, die Ereignisse im Irak zu verarbeiten, und auf Cades Frage, wie sie noch an Gott glauben kann, nach allem, was ihr passiert sei, wo denn ihr Gott damals gewesen sei, antwortet sie: »He sent me you.« Nun ja. Ich erspare mir an dieser Stelle jegliche zynische Bemerkungen, die mir auf der Zunge liegen. Wie gesagt: nicht meine Welt. Ich bin da eher bei Cade, der daraufhin erwidert: »Jesus, you really fucking believe that, don’t you?«

Cades Aversion gegen Gott, Glauben und alles, was damit zu tun hat, reicht aber noch viel tiefer. Seine Schwester wurde nämlich von einer Art Sektenführer mit göttlichem Auftrag missbraucht und umgebracht, und Cade hadert bis heute damit, dass er sie nicht retten konnte. Deswegen ist er irgendwann zu den Navy SEALs gegangen und im Irak gelandet, wo er auf Faith getroffen ist. Ihr Leben zu retten, gelingt ihm und seinen beiden Freunden (Protagonisten der beiden vorherigen Bände, Fighting Temptation – derzeit kostenlos als E-Book bei Amazon erhältlich – und Sweet Temptation), allerdings geraten sie dabei zuächst selbst in Gefangenschaft und durchleben eine Woche voller Höllenqualen. Entsprechend düster ist Cades Charakter, er ist voller Verzweiflung, Hass und Selbstverachtung, ein klassischer »tortured hero«, den nur die Liebe einer Frau wieder ins Leben zurückholen kann. Und in diesem Fall trägt auch die Liebe von Faiths Pflegekind, Christophers Schwester Ruthie (eher der Kategorie »altkluge Nervensäge« zuzuordnen, aber trotzdem manchmal irgendwie ganz süß), einen Teil zu Cades Heilung bei. Sie ignoriert jegliche Mauern, die Cade um sich herum aufgebaut haben mag, und himmelt ihn so unverhohlen an, dass er ihr nicht widerstehen kann. Mit die nettesten, rührendsten Momente des Buches spielen sich zwischen Cade und Ruthie ab.

Das eigentliche Thema das Buches, die Annäherung zwischen Faith und Cade, geht – bis auf wenige Momente des Zweifels (»Sie ist zu gut für mich!«) – verhältnismäßig glatt über die Bühne. Trotzdem ist es schön zu verfolgen, wie die beiden sich gegenseitig heilen, wie viel sie sich geben und wie sehr sie sich lieben, trotz aller Verletzungen. Dass es nicht mal sexuell (größere) Probleme gibt, zählt zu den Dingen, die ich nicht so recht schlucken konnte, aber das ist wohl wieder eine Frage des Glaubens. Obwohl ich das Thema nicht mochte, war es folgerichtig, dass ausgerechnet die Glaubensfrage zum Rückzug Cades führte; was mir sehr viel weniger gefiel, war eine heillos übertriebene Szene am Ende des Buches, die man nur so lesen kann, dass Cade am Grab seiner Schwester ein göttliches Zeichen erhält. Zum Glück ist er daraufhin zwar nicht missioniert, aber in Glaubensfragen doch schlagartig deutlich toleranter als zuvor.

Die äußeren Umstände, die die Geschichte am Laufen halten, sind die Ereignisse rund um Christopher und seine Schwester Ruth Jane, die von Faith (und Cade) von ihrem schrecklichen Vater weggeholt und als Pflegekinder aufgenommen werden. Man kann also schon mal das Familienleben mit allem Freud und Leid üben. Überdies kommt es zu diversen bedrohlichen Situationen mit dem Vater der beiden, die darin gipfeln, dass Cades mal wieder seine Lebensretterqualitäten auspacken und zur Tat schreiten muss. Auch Christophers Liebe zu Alissa, einem Mädchen aus gutem Hause, findet hier ihren Anfang – und wird eben in »An Act of Courage« fortgesetzt. Es macht also wirklich Sinn, dieses Buch zuerst zu lesen, bevor man sich »Resisting Temptation« vornimmt. Das Thema Religion, das hier latent über allem schwebt, scheint wohl eher die Ausnahme zu sein, insofern besteht die Chance, dass Christophers Buch mich mehr überzeugt – und das nicht nur auf emotionaler Ebene.

 


9/15

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