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[Rezension] Rachel Gibson: Küssen will gelernt sein

Originaltitel: Truly Madly Yours

Klappentext:
»Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg«, denkt sich Delaney Shaw und beschließt, die Zähne zusammenzubeißen und ihrem verstorbenen Stiefvater Henry seinen letzten Willen zu erfüllen. Um an ihr Erbe zu kommen, muss sie für ein Jahr in ihre verhasste Heimatstadt zurückkehren. Doch damit nicht genug, denn auch der stadtbekannte Gigolo Nick, Henrys unehelicher Sohn, erbt nur unter einer Bedingung: Er muss in dieser Zeit die Finger von Delaney lassen. Und schon bald merken beide, wie unglaublich lang ein Jahr sein kann …

Kommentar:
Ich weiß auch nicht, warum das mit mir und den Contemporarys fast nie funktioniert. Da schnapp ich mir schon extra einen, der überall als witzig, spritzig, gefühlvoll, sexy – kurz: als perfekter Liebesroman gerühmt wird, und was passiert? Ich langweile mich. Und zwar so sehr, dass mir nach spätestens zehn Seiten immer wieder was ganz furchtbar Wichtiges eingefallen ist, was ich ja noch schnell im Internet nachschauen könnte muss.

Die Ausgangssituation ist total hanebüchen: Der verstorbene Kontrollfreak Henry will aus dem Grab heraus seine Stieftochter und seinen unehelichen Sohn verkuppeln. Er bestimmt, dass Delaney ein Jahr in ihrer Heimatstadt, einem Kaff in Idaho verbringen muss, wenn sie drei Millionen Dollar erben will, während Nick derweil die Finger von ihr zu lassen hat, um nicht die geerbten Immobilien/Grundstücke zu verlieren. Das Verbot sieht Henry quasi als Garantie dafür, dass der rebellische Nick Delaney ganz bestimmt verführt – und obwohl alle Beteiligten das ganz genau wissen, lassen sie sich frohgemut manipulieren und handeln genau so, wie der Tyrann es geplant hat.

Der Rest ist Standardkost ohne nennenswerten Witz und Anspruch, ohne besondere Spannung oder Emotionen: Die beiden Protagonisten behaupten, dass sie einander auf den Tod nicht ausstehen können, sind aber nicht dazu in der Lage, bei ihren Begegnungen die Finger voneinander zu lassen, weil sie sich ja ach so magisch voneinander angezogen fühlen – trotz der Testamentsklausel. Überflüssig zu erwähnen, dass sie sich natürlich in Wahrheit sehr wohl leiden können und nie einen anderen Partner wollten, sich das aber nicht eingestehen. Und so wechseln sich erotische Szenen (die zum Teil sogar tatsächlich relativ prickelnd sind) mit sarkastischen Dialogen ab, die offenbar von den meisten Leser als amüsant und unterhaltsam befunden werden, die mich persönlich aber eher genervt haben.

Obwohl der Roman über einen Zeitraum von mehreren Monaten spielt, verbaut sich die Autorin durch zahlreiche Zeitsprünge die Möglichkeit, eine echte Entwicklung der Personen und ihrer Beziehung zueinander aufzuzeigen. Wahrscheinlich deshalb hatte ich keinen rechten Draht zu Delaney und Nick, die zwar lange nicht so bescheuert wie ihre bösartigen, hetzenden Mütter sind, aber auch keine echten Sympathieträger, um deren Glück ich bangen würde. Nett hingegen war allerdings die eine oder andere Kundin von Delaneys Friseursalon, und auch das Kleinstadtleben ist stellenweise ganz gut eingefangen. Wieso Rachel Gibson es angesichts all der anderen kleinen Handlungsstränge auch noch für nötig hielt, eine Art Suspense-Blog einzubauen, den sie am Ende doch total verschenkt, wird wohl ihr Geheimnis blieben.

Fazit:
7/15 – Romance-Standardkost: weitgehend uninspiriert, vorhersehbar und daher – wenn auch nicht wirklich schlecht – ziemlich langweilig.

4 Kommentare zu [Rezension] Rachel Gibson: Küssen will gelernt sein

  • Das deutsche Cover ist auch wieder so ein Standard-Cover für Frauenromane. Immer Blau, Rosa oder Gelb. Tz! ;)

  • Irgendwie haben diese Bücher – wenn sie nicht gerade wirklich gut geschrieben sind – alle die gleichen Probleme … Wenn die Grundidee lauten würde „frustrierte Frau, die seit Jahren mit einem Mann zusammen ist, der sie nicht heiraten will, heiratet in Las Vegas einen fremden Mann“, dann würde dein Leseerlebnis nach „Was sich liebt, das trennt sich“ klingen. Das Buch liegt seit Monaten auf dem PC, weil ich es eigentlich noch besprechen will, und ich verdränge es ständig. :D

  • Bei mir ist es viele Jahre her, daß ich das Buch gelesen habe aber ich erinnere mich, daß ich es zwar ganz amüsant fand, aber daß der Held ein ziemliches Arschloch war. Und sollte er nicht angeblich aus einer baskischen Familie stammen, obschon er einen italienischen Nachnamen hatte? (Man erinnert sich ja an die komischsten Dinge)

  • Juliane: Allerdings! Wobei ich das englische Cover jetzt auch nicht ansprechender finde …

    Winterkatze: Ich weiß auch nicht, wieso ich nur so selten rühmliche Ausnahmen in diesem Genre finde! Wahrscheinlich ist es so, wie du sagst, und die Bücher haben alle die gleichen Probleme – und deshalb gefallen mir die meisten nicht besonders. Ich sollte vielleicht die FInger davon lassen … aber ich kann doch nicht nur Historicals lesen! *lach*

    Susi: Genau, Nick Allegrezza – typisch baskischer Name! ;) Ich fand den übrigens gar nicht sooo schlimm, da hab ich schon deutlich schlimmere Arschloch-Helden erlebt.

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