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[Praxistest] The Book Seat

»Freihändiges Lesen ist die Zukunft« – so wirbt die deutschsprachige Homepage zum australischen »Book Seat«. Nicht zuletzt aufgrund der zu Teil ziemlich albernen Fotos (etwa von einem bebrillten lesenden Pony oder einer Frau, die mutmaßlich zu jedem Oberteil einen farblich exakt passenden »Book Seat« hat und sich beim Lesen an ihrer Tasse festhalten muss) war ich ein wenig skeptisch, aber sehr, sehr interessiert. Und da ich bei der Zukunft unbedingt dabei sein will, hab ich mich zum Ausprobieren entschlossen – auch wenn ich mich infolge meiner Tests mit Schmuserolle und Leselotte ja eigentlich schon damit angefunden hatte, dass freihändiges Lesen gar nicht möglich ist.


Was bitte ist ein »Book Seat« schon wieder?

Der »Book Seat« ist letztendlich eine Mischung aus Leselotte und Buchständer. Er wiegt nicht mal 200 Gramm, denn sein Innenleben besteht aus federleichten kleinen Styropor-Kügelchen; der Bezug ist aus Kunstleder-Velours. Dort, wo das Buch aufliegt, gibt es eine kartonierte (?) Verstärkung und unten eine kleine durchsichtige Plexiglasscheibe an einem festzurrbaren Gummiband, die man ans geöffnete Buch drücken und so offen halten kann (s. Fotos). Dank der Tragelasche kann man den »Book Seat« bequem überall mit hinnehmen, und es gibt außerdem eine kleine Tasche (für Stifte, Lesezeichen, Handy, Lesebrille etc.).

Da meine schwarz-weiß-gefleckte Schmuserolle inzwischen schon ganz schön mitgenommen aussieht, war ich zunächst sehr angetan, als ich an der Rückseite des »Book Seat« einen Reißverschluss entdeckt habe. Ich dachte, man könne die Kugeln ganz easy entnehmen und den Bezug in die Waschmaschine schmeißen; ein Blick auf die Pflegeanleitung offenbarte allerdings, dass man den Bezug nur mit einer Kleiderbürste säubern und Flecken lediglich mit einem feuchten Tuch und milden Reinigungsmittel entfernen darf. Der Reißverschluss ist dazu da, um bei Bedarf Styropor nachzufüllen. Die Reißverschlusslasche fehlt übrigens, damit sich kleine Kinder am Styropor vergreifen können. Am besten lässt man meiner Meinung nach (sofern möglich) auch als Erwachsener die Finger vom Reißverschluss, denn sind die Styroporkügelchen erst mal ihrem Gefängnis entkommen – so wir mir gerade beim Testen – sind sie extrem schwer wieder einzufangen und zu bändigen sind, weil sie statisch aufgeladen sind und jetzt wild auf meinem Schreibtisch herumflitzen oder sich alternativ überall festklammern!


Funktioniert das freihändige Lesen wirklich?

Weitestgehend. Grundsätzlich gilt: Je breiter und schwerer ein Buch ist, desto besser funktioniert das Prinzip. Ich habe es mit diversen Büchern getestet: Hard- und Flexcover sind gar kein Problem, wider Erwarten ist der »Book Seat« sogar stabil genug, um richtig große, schwere Kochbücher zu halten, was ich ihm ehrlich gesagt aufgrund seines geringen Eigengewichts nicht zugetraut hätte. Einzelne Blätter sind natürlich auch kein Problem, und auch als Halter fürs iPad ist diese Lesehilfe bestens geeignet. Mit deutschen Taschenbüchern wirds schon ein bisschen schwieriger, wenn man ihnen nicht den Rücken brechen will: Nähert man sich der Buchmitte, gibts keine Probleme (s. Foto links), zu Beginn und Ende eines Buches wird die Angelegenheit etwas kippelig.

An seine Grenzen stößt der »Book Seat« bei englischen Massmarket-Paperbacks – die ja auch den beiden anderen Lesehilfen die allergrößten Sorgenkinder waren. Sind die Exemplare richtig durchgenudelt und haben einen gebrochenen Rücken, gibts kaum Probleme, abgesehen von den bereits angesprochenen ganz zu Beginn und Ende eines Buches. Ohne den Büchern den Rücken zu brechen, kann man sie aber definitiv nicht freihändig lesen, weil man sie dazu leicht schief in die Vorrichtung spannen muss und sie dann herausrutschen. Das liegt natürlich eher an Qualität und Format der Bücher als am »Book Seat«, denn man kann ein englisches Taschenbuch einfach nicht ganz aufklappen, ohne Leseknicke zu verursachen; es muss aber natürlich erwähnt werden, dass freihändiges Lesen solcher Bücher nur unter buchquälerischen Bedingungen möglich ist.


Von links nach rechts: englisches Taschenbuch mit gebrochenem Rücken/Buchmitte, englisches Taschenbuch mit gebrochenem Rücken/Buchende, englisches Taschenbuch mit intaktem Rücken


Kann man denn vernünftig umblättern?

Man kann, und zwar, indem man die Plexiglasscheibe wegzieht/umklappt. Mit ein wenig Übung klappt das sogar ziemlich problemlos, auch wenn man natürlich schon aufpassen muss, wenn man dem Buch keine Schäden zufügen will. Der Trick bei der Sache ist, die Plexiglasscheibe nicht ganz so fest zu ziehen, sondern so locker wie möglich. Dann lässt sie sich relativ gut umklappen, und man kann die Seite ohne Schäden umblättern. Alternativ kann man natürlich den Gummi jedesmal lösen oder aber mit Kraft nach vorn ziehen und die Scheibe anschließend zurückschnalzen lassen – das ist mir persönlich aber zu umständlich.

Das einzige kleine Manko ist, dass man beim Umblättern natürlich seine Hände braucht – und zwar beide. Insofern find ich das Foto vom »Book Seat« als Lesehilfe in der Badewanne ein wenig irreführend. Wer möchte sich schon nach dem Lesen von zwei Seiten die Hände abtrocknen, nur um mal kurz umzublättern?


Und würdest du den »Book Seat« empfehlen?

Definitiv ja, aber natürlich mit den genannten Einschränkungen. Auch der »Book Seat« ist nicht perfekt, aber er ist wirklich von vorne bis hinten durchdacht und holt meiner Meinung nach das maximal Machbare aus der Idee heraus. Wider Erwarten ermöglicht er das freihändige Lesen der meisten Buchformate, und ich hatte ihn in den letzten Tagen mehrfach beim Essen als Buchhalter im Einsatz. (Da ich üblicherweise nicht mit den Händen esse, ist das Umblättern bei dieser Tätigkeit auch kein Problem – im Gegensatz zum Baden! ;)) Ich werde ihn außerdem ganz sicher in Zukunft nutzen, wenn ich irgendwas abtippen oder handschriftliche Korrekturen von Manuskripten digitalisieren muss oder sonst Bedarf nach freihändigen Lesen habe. Man kann ihn übrigens natürlich auch als Kissen/Unterlage nutzen, ohne das Buch einzuspannen. Das Gummiband ist lang genug, um die Plexiglasscheibe so weit zu lösen, dass sie einfach vorne runterhängt; alternativ kann man den Sack auch einfach umdrehen.


Was kostet der »Book Seat« und wo kriegt man ihn her?

Preislich liegt der »Book Seat« im gleichen Bereich wie Leselotte und Schmuserolle. Man kriegt ihn z.B. bei Amazon für 32,95 Euro in den Farben rot, lila, anthrazit, blau, braun, pink, oliv und beige.

22 Kommentare zu [Praxistest] The Book Seat

  • Okay, ist dann wohl leider nichts für mich. Ich finde die Idee zwar auch total toll, aber das mit den gebrochenen Buchrücken geht für mich natürlich gar nicht.

    (Das mit dem Baden wäre für mich allerdings kein Problem, man kann die Hände ja einfach draußen lassen XD)

  • Das man Taschenbücher so schlecht einspannen kann ist mir ja auch negativ aufgefallen, aber von der Aufnahme der DINA4-Büchern war ich total begeistert, das habe ich ja mit Kochbüchern und Bilderbüchern mit Musiknoten getestet.

  • @Stephie
    Du magst doch eh keine Taschenbücher und ich sehe bei dir eigentlich kaum Rezensionen zu Massmarket-Paperbacks – da sollte es doch fast nie Probleme geben?

    Ich finds jedenfalls interessanter als die Leselotte und die Schmuserolle, weil beim Essen lesen fände ich durchaus attraktiv. Und auch sonst kann man damit anscheinend gut Bücher aufstellen, kann ich vielleicht beim Lernen auch mal brauchen… hmm…

    Kommt der Book Seat eigentlich mit gebundenen Skripten klar?

  • mmmh, jetzt komme ich wirklich ins grübeln…

    Kaufen, oder nicht kaufen? Taschenbücher lese ich selten, englische Bücher auch nicht.
    Und beim essen lese ich ganz gerne. Nur, dass meine beide Hände zum umblättern braucht stört mich auch ein wenig…

    Ich glaube, die Kaufentscheidung muss noch ein wenig warten!

    Aber toll, dass du den Book Seat für uns getestet hast!

    LG
    Marie

  • Interessant….aber ich bleibe wohl beim „normalen“ Lesen oder benutze meinen Lesefriedl (meine selbstgebastelte Version einer Leselotte. Völlig preiswert und erfüllt den gewünschten Zweck :P). Die Idee an sich finde ich zwar nicht schlecht, aber mir sind solche Dinge meist zu teuer. In meinem Buchladen haben sie momentan einen Extratisch, auf dem sie solche Sachen anpreisen. ^^ Scheint gerade auch irgendwie ein Trend zu sein.

  • Wenn diese Lesehilfen nicht immer so teuer wären, würde ich mir sogar überlegen mir etwas derartiges anzuschaffen, aber 30€ sind mir definitiv zu viel ^^ Ich lege mir meist ein von unseren Plüschi unter’s Buch, besonders unser Moschusochse eignet sich durch seine Form perfekt xD

    Ich muss allerdings sagen, dass ich Mass Market Paperbacks sehr gut zum lesen finde, da sie sehr leicht sind. Es gibt zwar relativ schnell Knicke am Rücken, aber der Muskelkater in den Armen bleibt aus, im Gegensatz zu schwereren Büchern ^^

  • Zum Arbeiten am Schreibtisch würde ich den Book Seat auch nutzen, aber zum Privatvergnügen reizt mich das Teil nicht. Ich lese halt zügig und da mag ich nicht jede Minute das Scheibchen wegklappen und umblättern. Und Buchrückenbrechen geht ja wohl gar nicht. ;-)
    Von der Idee finde ich das Ganze aber trotzdem nicht verkehrt. Vor allem der Bezug ist mal was anderes und die Seitentasche liebe ich ja auch an meiner Schmuserolle. Mit der kann ich dicke Bücher übrigens auch fast freihändig lesen bzw. eine Hand leicht auf die Seiten zu legen stört mich auch nicht weiter. Von daher werde ich beim Testen des Book Seats ausnahmsweise mal aussetzen. Trotzdem aber lieben Dank für den schönen Bericht! :-)

    Beste Grüße,
    Nina

    PS: Ich hoffe, die fiesen Kügelchen sind mittlerweile alle wieder im Sack. ;-)

  • Mir sind diese ganzen Leselotten-Seats-Rollen ja irgendwie alle viel zu umständlich als dass ich sowas in Betracht ziehen würde *g* Freihändig lesen finde ich persönlich auch gar nicht wirklich erstrebenswert.
    Die sind aber auch alle ganz schön derbe teuer, wenn man mal bedenkt, dass man sich sowas provisorisch eigentlich auch mit einem zusammengeknautschen Kissen oder so basteln kann.
    Aber danke für den Bericht, ich habe sehr gelacht an der Stelle mit der Badewanne (denn genau das habe ich mich auch gefragt, als ich das Bild (vor dem Lesen des Berichts) gesehen habe.

  • Stephie, ich schließ mich da mal Elena an – als Hard-/Flexcover-Leserin dürftest du mit dem Book Seat eigentlich keinerlei Probleme haben.

    Zum Baden: Die Hände draußen lassen kann man natürlich, aber wenn man das ohnehin muss, dann braucht man auch keinen Buchhalter, sondern kann das Buch in die Hand nehmen! :D

    Elena: Was genau meinst du mit gebundenen Skripte?!

    Zum Umblättern an sich: Natürlich blättert es sich nicht so easy wie ohne Einspannung, aber mit ein bisschen Übung geht das echt problemlos. Zum Lesen beim Essen oder wenn die Hände sonst anderweitig besetzt sind, ist das wirklich eine feine Angelegenheit. In den Sessel würd ich mich aber auch nicht damit setzen, da präferiere ich nach wie vor mein dickes zauseliges Stoffschaf von Nici als Unterlage! *erröt*

    Lucina: Moschusochse?! *lach*

    Nina: Man kann den Book Seat ja auch verwenden, ohne das Buch einzuspannen. Dann ist er qualitativ vergleichbar mit der Schmuserolle, vielleicht sogar etwas besser, weil man das Buch besser aufrecht hinstellen kann. Allerdings ist er natürlich nicht so kuschelig und vielseitig. Irgenwelche Seitentaschen hab ich persönlich übrigens noch nie benutzt.

    Maren und Anna-Lisa: Stimmt, was den Preis und das Selbstmachen angeht, wobei der Book Seat von allen getesteten Lesehilfen m.E. am schwierigsten nachzubauen sein dürfte. Und ich bin so dermaßen unbegabt beim Handarbeiten, dass ich lieber 30 Euro zahle als mich mit Nadel und Faden zu plagen. Da kann ich echt zum Tier werden! ;)

  • Ich bin auch handarbeitlich unbegabt (und unwillig), aber wenn ich im Bett lese, knautsche ich zB oft einfach nur ein Eckchen vom Federbett zurecht, schiebe einen Teddy drunter et voilá… :D

  • Pia

    Ich glaube das weder the Book Seat, die Schmuserolle oder die Leselotte was für mich sind. Ich halte mein Buch lieber selbst in der Hand :)

  • Wenn man keinen Bedarf hat, die Hände frei zu haben beim Lesen, braucht man sowas wohl auch eher nicht. Beim Essen ist es aber wirklich total prima oder wenn man was abtippen muss.

  • Wie süß, ein Sitzsack für Bücher. ^^ Aber ganz ehrlich, meine Leselotte reicht mir vollkommen aus. Dennoch spricht mich so bibliophiler Schnickschnack irgendwie immer an, für den Preis allerdings wohl weniger. Ich glaube, diesen Book Seat würde ich eh nur beim Kochen nach Kochbuch benutzen und dafür lohnt sich eine solche Investition wohl gleich doppelt nicht.

  • Kari: Die Leselotte hat mich persönlich ja von allen getesteten Lesehilfen am wenigsten überzeugt. Aber wenn du mit ihr vollauf zufrieden bist, besteht natürlich überhaupt kein Bedarf, für irgendwas anderes Geld anzupacken!

    Aber liest denn echt keiner von euch beim Essen am Tisch oder tippt Sachen aus Büchern ab, sodass das Teil seinen Nutzen erweisen könnte?

  • Ich muss gestehen, dass ich meine Leselotte recht selten benutze, aber wenn dann meistens im Bett, da hat sie mich bisher noch nicht enttäuscht. Auf meinem Schreibtisch ist meistens zu wenig Platz, da liegt das Buch, aus dem ich etwas abtippe immer direkt vor mir. Für alles andere müsste ich erst Platz schaffen und das finde ich doch zu stressig, zumal mich dann normalerweise noch ein Blättermeer umgibt – sozusagen das kreative Chaos. ^^

  • Was seid ihr denn alle so grobmotorisch? :D Ich lese auch beim essen: Buch links, Essen rechts! Da ist mir so ne Schmuselotte eher hinterlich.

  • Das mit dem Platzmangel auf dem Schreibtisch leuchtet mir ein, Kari. Ich machs mir da einfach, ich schieb alles, was im Weg ist, einfach auf die Schreibtischseite meines Mannes. *g*

    Im Bett fand ich die Leselotte deshalb nicht wirklich nützlich, weil man sich eben nicht unter der Decke verkriechen kann, sondern mit einer Hand das Buch offen halten muss. Dafür muss man wirklich kein Geld ausgeben, sondern kann ein Kissen o.ä. benutzen.

    Maren, gib den Grobmotorikern mal n paar Tipps: Schneidest du dein Essen vor, sodass du später nur noch die Gabel brauchst und eine Hand frei hast, um das Buch zu bändigen. ;)

  • Ähm achso. Ähm. Verständnisfehler meinerseits. Also wenn ich RICHTIGES Essen esse, dann esse ich. Sorry, aber bei uns wird beim Essen nicht gelesen (sondern maximal Fernseh gekuckt ;)), ich finde das ganz, ganz furchtbar! Aber ich esse schon mal einen Apfel oder ein Schokolädchen beim Lesen, und das kann ich gut einhändig. Freihändig lesen finde ich im Grunde gar nicht erstrebenswert, ich wüsste gar nichts mit den freien Händen zu tun. Schon deswegen fixwen mich diese ganzen Schmuselottenb-Seats wahrscheinlich einfach nicht so an.

  • Wenn ich allein esse, les ich ganz gerne mal nebenbei ein paar Seiten; ist mein Mann zu Hause, verschanz ich mich beim gemeinsamen Essen natürlich nicht hinter einem Buch! :D

  • Ella

    Das Halten des Buches in der Hand gehört zu Lesen. Beim lesen will ich auch das Buch spüren, es sei denn ich koche. In dem Fall wäre book seat vielleicht brauchbar. Trotzdem finde ich dieses Ding eher unbrauchbar.

  • Ella: Ich bin da ja nicht so haptisch veranlagt – ich gehör auch nicht zu den Leuten, die beim Lesen ständig über irgendwelche Prägungen oder Beflockungen oder so streichen müssen. Und ich leg mein Buch eigentlich immer ab oder lehn es irgendwo an, aber da hat offenbar jeder seine eigenen Lesegewohnheiten! :)

  • Regina Schwarz

    Hab ihn auch und er ist definitiv die beste Lösung. Regine

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