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[Bücher aus der Hölle] Sarah MacLean: The Day of the Duchess

Serie: Scandal & Scoundrel, #3

 

Inhalt:

The one woman he will never forget…
Malcolm Bevingstoke, Duke of Haven, has lived the last three years in self-imposed solitude, paying the price for a mistake he can never reverse and a love he lost forever. The dukedom does not wait, however, and Haven requires an heir, which means he must find himself a wife by summer’s end. There is only one problem—he already has one.

The one man she will never forgive…
After years in exile, Seraphina, Duchess of Haven, returns to London with a single goal—to reclaim the life she left and find happiness, unencumbered by the man who broke her heart. Haven offers her a deal; Sera can have her freedom, just as soon as she finds her replacement…which requires her to spend the summer in close quarters with the husband she does not want, but somehow cannot resist.

A love that neither can deny…
The duke has a single summer to woo his wife and convince her that, despite their broken past, he can give her forever, making every day The Day of the Duchess.

 

Kommentar:

Eigentlich war dieses Buch ein Versuch, meine erloschene Historical-Begeisterung neu zu entfachen, aber das war leider ein Schuss in den Ofen. Einmal mehr bestätigt sich, dass es bei Sarah MacLeans Büchern viel Licht und Schatten gibt – allerdings überwiegt in letzter Zeit eher der Schatten, wenn ich mir meine letzten Bewertungen so anschaue.

Wir haben es hier mit einer weiteren Dangerous Daughter zu tun, Seraphina, die Malcolm, den Duke of Haven, in eine Falle lockt. Das ist eigentlich hochnotüberflüssig, denn er will sie ohnehin heiraten, passt aber zum Rest der fragwürdigen Handlung.

Schon das erste Zusammentreffen zwischen den beiden ist völlig unglaubwürdig, weil der Duke in einer Hundertachtziggradwende von seinen Prinzipien abrückt und in der schönen und widerborstigen Fremden unmittelbar seine zukünftige Frau erkennt. Ehrlich, ich bin total für Liebe-auf-den-ersten-Blick-Geschichten zu haben, aber es muss zu den Charakteren und in die Zeit passen, und hier passt es nicht. Ebenso ärgerlich ist, dass Malcolm sich aus nicht nachvollziehbaren und schon gar nicht logischen Gründen wie der letzte Idiot verhält, der von den Benimmregeln seiner Zeit nicht die geringste Ahnung hat, obwohl er Sera ja wie gesagt liebt und von Anfang an heiraten will. Insofern könnte man ihr vielleicht verzeihen, dass sie ihn – getrieben von ihrer ehrgeizigen Mutter – in eine Falle lockt. Muss man aber nicht.

Der Duke tut es jedenfalls nicht, wofür ich – ihr ahnt es – durchaus Verständnis aufbringen kann. Schade ist es trotzdem, denn Serafinas Motiv für die Falle ist nicht etwa der Herzogtitel, sondern Liebe. Das erschließt sich euch, liebe Leser, vielleicht nicht so unmittelbar – und dem armen Duke geht es nicht besser. Folgerichtig heiratet er sie also zwar, wirft sie dann aber quasi raus, um seine Wunden zu lecken. Was soll ich sagen, irgendwann (eine Intrige und ein unheilvolles Ereignis später) erkennt er seinen Fehler und zieht aus, um seine Duchess wiederzufinden – ohne Erfolg. Dafür findet sie ihn, und zwar drei Jahre nach ihrer Trennung, um in einem dramatischen Auftritt vor versammeltem Parlament die Scheidung zu fordern.

Wenn ihr glaubt, es könnte nicht unsinniger werden, lasst euch gesagt sein: Ihr irrt euch. Der Duke verfällt auf die aberwitzige Idee, Sera für sechs Wochen auf seinen Landsitz zu locken, wo sie – vorgeblich – eine neue Braut als ihre Nachfolgerin aussuchen soll. Gelingt das, willigt er in die Scheidung ein. Wie gesagt, vorgeblich, denn er will sich ja überhaupt nicht scheiden lassen; sein eigentliches Ziel ist, ihre Liebe in dieser Zeit neu zu entfachen. Sein Vorhaben wird leider durch die zukünftigen Duchesses und ihre Mütter erschwert, ebenso wie durch die Anwesenheit von Serafinas Schwestern, die sie zu ihrer Verstärkung mitbringt. Dass Serafinas Freund und Geschäftspartner nach einer Schlägerei ebenfalls auf dem Landsitz auftaucht, macht die Sache auch nicht besser, hindert den Duke und die Noch-Duchess aber nicht daran, großartigen Sex miteinander zu haben. Der natürlich keineswegs dazu führt, dass Serafina von ihren Scheidungsplänen Abstand nehmen will; sie will nach wie vor ihre Karriere als Tavernenbesitzerin und Nachtclubsängerin verfolgen.

Ich will hier nicht weiter ins Detail gehen. Erstens hab ich – einigermaßen verärgert – ab (spätestens) diesem Punkt nur noch überflogen, zweitens hab ich den Rest der Handlung inzwischen verdrängt. Tatsache ist: Die Geschichte ist hanebüchen und die Figuren sind alles andere als sympathisch. Überdies hab ich selten einen Roman aus der Feder der Autorin gelesen, dem es dermaßen an Emotionen gemangelt hat. Und dann springt die Geschichte auch noch zwischen den Ereignissen damals und heute – ein Kniff, den manche Autoren erfolgreich zu gesteigerter Spannung und Intensität nutzen (siehe die älteren Bücher von Sherry Thomas, insb. ihr grandioses Buch »Not Quite a Husband« mit fast demselben Thema). Zumindest was mich angeht, ist MacLean eher das Gegenteil gelungen, weil einem ständig Häppchen hingeworfen werden, die – zumindest zum Teil – mehr Fragen aufwerfen als sie beantworten und einfach nur ärgerlicherweise die Handlung unterbrechen.

Hinzu kommt, dass ich MacLeans Schreibstil wirklich schwer erträglich finde. Ich glaube, ich hab das bereits einige Male bemängelt, leider stellt sie es einfach nicht ab. Ihre Angewohnheit, immer das gleiche Wort aufzugreifen, mit neuen Adjektiven oder sonstigen Ergänzungen zu versehen und im schlimmsten Fall am Ende alles wieder zu relativeren, ist unsäglich. Es liest sich ungefähr so: »Sie denkt an das Kind. Dieses zarte Kind. Das Kind, das die blonden Löckchen seines Vaters hat. Das Kind, das sie in ihren Armen gehalten hat. Das Kind, das ihrem eigen Fleisch und Blut entsprungen ist. – Aber es gibt gar kein Kind.« Okay, dieses Beispiel ist frei erfunden, aber es liest sich genau so. Meh!

Ich weiß nicht, ob ich Historicals einfach so satt habe, dass ich sie nicht mehr ertrage, oder ob ich in letzter Zeit bloß schlechte Bücher erwischt habe; vielleicht sollte ich es mal mit einem alten Balogh oder Kleypas versuchen. Tatsache ist jedenfalls, dass MacLean mit diesem Buch endgültig nicht mehr auf meiner Auto-Buy-Liste steht. Es war schlecht. Ich kann nur empfehlen, die Finger von diesem Buch zu lassen und lieber zu Sherry Thomas zu greifen, wenn man eine solche Geschichte lesen möchte.

 


5/15

4 Kommentare zu [Bücher aus der Hölle] Sarah MacLean: The Day of the Duchess

  • Oho, das klingt wirklich nach einer sehr, sehr schlechten Story. Ich muss allerdings zugeben, nachdem ich damals vom ersten Buch noch sehr begeistert war, wurde ich bei den nächsten Büchern immer vorsichtiger …

    Ich habe auch zur Zeit eine Historical-Durststrecke. Abgesehen von Lisa Kleypas und das einzige richtig tolle neue Buch von ihr hast du ja bereits gelesen. Die anderen beiden aus der Reihe sind okay.

  • Wie gesagt, ich finde, es gibt einfach zu viel Licht und Schatten bei MacLean – man weiß nie, was man kriegt. Andererseits gibt es ja kaum Autoren, die ausschließlich Top-Bücher abliefern; gleichbleibend hohe Qualität kriegt fast niemand hin. Vielleicht ist mein Problem mit ihr, dass ich (spätestens) nach der ersten Serie den Eindruck hatte, es würde abwärts gehen …

     

    Ich beneide dich fast ein bisschen darum, dass du noch so viele gute (ältere) Kleypas-Bücher entdecken kannst!

  • Das einzige Sarah MacLean-Buch, was ich – übrigens erst vor kurzem – gelesen habe, hat mich ehrlich gesagt nicht so angesprochen. Ich fand Held und Heldin ziemlich dumm und nervend. Das war The Rogue not Taken. Was mich aber so richtig wieder ans Historical-Lesen bekommen hat, war Duke of Sin von Elizabeth Hoyt. Hast du da schon mal reingelesen? Der Held ist ein unbeschreiblich skrupelloser, böser und eitler Mensch (natürlich mit der obligatorischen schlimmen Kindheit), der gern goldene Bademäntel mit Tigermuster trägt, überall in seinem Haus große Ölgemälde von sich selbst aufhängt und eine riesige Bibliothek aus grünem Marmor besitzt…ich hatte einen Heidenspaß damit.

  • »Duke of Sin« hab ich noch nicht gelesen (bzw. nur von Adele Ashworth! :D), ich bin bei Hoyts Maiden-Lane-Serie nur bis Band 8 gekommen. Könnte ich aber eigentlich irgendwann mal weiterlesen … Goldene Bademäntel mit Tigermuster klingt jedenfalls sehr verlockend! :D

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