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[Rezension] Jamie McGuire: Beautiful Disaster

 

Kurzbeschreibung (Amazon)
The new Abby Abernathy is a good girl. She doesn’t drink or swear, and she has the appropriate percentage of cardigans in her wardrobe. Abby believes she has enough distance between her and the darkness of her past, but when she arrives at college with her best friend America, her path to a new beginning is quickly challenged by Eastern University’s Walking One-Night Stand.

Travis Maddox, lean, cut, and covered in tattoos, is exactly what Abby needs – and wants – to avoid. He spends his nights winning money in a floating fight ring, and his days as the charming college co-ed. Intrigued by Abby’s resistance to his charms, Travis tricks her into his daily life with a simple bet. If he loses, he must remain abstinent for a month. If Abby loses, she must live in Travis‘ apartment for the same amount of time. Either way, Travis has no idea that he has met his match.

 

Kommentar (enthält leichte Spoiler):
Ich weiß gar nicht mehr, wie ich auf dieses Buch aufmerksam geworden bin – wahrscheinlich auf Goodreads wegen des Covers. Trotz durchwachsener Kritiken ist der Roman auf meine Wunschliste gewandert, und als ich bei Elena ein Buch nach Wahl gewonnen habe, fiel mir die Entscheidung nicht schwer.

Abby Abernathy wechselt gemeinsam mit ihrer besten Freundin America an die Eastern University, um von ihrer Vergangenheit loszukommen. Dort lernt sie Travis Maddox kennen, der dafür bekannt ist, Mädchen abzuschleppen und nach einer Nacht fallenzulassen. Sie gerät in sein Visier, hat jedoch keine Lust darauf, eine seiner Nummern zu werden – weshalb sie erst richtig interessant für ihn wird. Zur Überraschung der gesamten Schule freunden sich die beiden im Laufe der Zeit an und werden schließlich ein richtiges Paar, doch die Beziehung zwischen ihnen ist explosiv …

Die Grundkonstellation von »Beautiful Disaster« ist altbekannt: Notorischer Weiberheld verliebt sich in die Neue, die aber nichts mit ihm anfangen will, weil er ein notorischer Weiberheld ist; also geht man den Umweg über eine Freundschaft und kommt am Ende doch zusammen. Abgesehen davon, dass die Annäherung zwischen Abby und Travis interessanter ist als in vielen ähnlichen Geschichten, endet dieses Buch aber nicht mit dem Zusammenkommen der Protagonisten. Die Hälfte der Geschichte dreht sich um die Beziehung der beiden, und die bietet jede Menge Zündstoff. Abbys Mitbewohnerin bezeichnet sie als „Disaster“ und Travis’ Cousin Shep als Tornado, der die Welt um sich herum mitreißt.

Das Problem liegt vor allem in Travis’ Charakter begründet. Er ist vollkommen abhängig von Abby und glaubt, nicht mehr ohne sie leben zu können. Er richtet sein komplettes Leben auf sie aus, tut kaum noch was ohne sie und vereinnahmt sie mit Haut und Haar. Dazu passt, dass er krankhaft eifersüchtig und besitzergreifend ist, und weil er außerdem zu Gewalt neigt, bezieht jeder, der seiner »Pigeon« (aka Abby) in irgendeiner Form zu nahe tritt, eine ordentliche Tracht Prügel. Er hat seine Aggressionen und Gewaltausbrüche kein bisschen im Griff, und nur Abby kann ihn (manchmal) bremsen, wenn er in eine dieser gefährlichen »Stimmungen« gerät; alle anderen sehen lieber zu, dass sie Land gewinnen. (Warum er nie dafür bestraft oder angezeigt wird, dass er regelmäßig seine Mitschüler blutig prügelt, steht in den Sternen, ist aber nicht das Hauptmanko der Geschichte.)

Abby, die es aus ihrer Kindheit gewohnt ist, dass sich andere an ihr aufrichten, stellt Travis’ irrationales Verhalten zu keiner Zeit wirklich in Frage. Natürlich ist es ihr unangenehm, wenn er einen Mitschüler wegen ihr verprügelt, aber ernsthaft Stress macht sie ihm nicht deshalb. Sie setzt stattdessen eher darauf, ihn mit Haut und Haar zu lieben, ihn zu nehmen wie er ist und mit seinen Launen umzugehen. Ärger macht sie nur, wenn ihr Leben direkt von Travis’ Entscheidungen und Handlungen betroffen ist, was dann auch zu einer zwischenzeitlichen Trennung der beiden führt.

Ohne jeden Zweifel ist die Beziehung zwischen Abby und Travis – wie vielfach von den Rezensenten kritisiert – höchst ungesund. Das fände ich an sich gar nicht so schlimm, weil es solche Beziehungen nunmal gibt – wenn es denn wenigstens eine positive Entwicklung und die Aussicht auf Besserung gäbe. Das ist aber nicht der Fall: Die beiden finden sich immer wieder in ähnlichen Situationen, die stets ähnlich verlaufen, ohne dass irgendjemand etwas daraus zu lernen scheint. Am Ende hat man einfach nicht den Eindruck, dass Travis sich wesentlich besser im Griff hat als zu Anfang oder dass die Beziehung weniger obsessiv ist – und das ist für mich das eigentliche und wirklich große Problem bei der Sache.

Davon abgesehen gibt es in diesem Buch jede Menge Unwahrscheinlichkeiten, Unglaubwürdigkeiten und Übertreibungen, sowohl was sämtliche Figuren als auch die Handlung angeht. Das alles hier im Detail aufzuzählen, würde definitiv zu weit führen; es sei jedoch erwähnt, dass die ungute Beziehung zwischen Abby und Trav nicht das Einzige ist, woran man sich stören kann. Dennoch: Die Protagonisten waren für mich glaubwürdig, trotz oder gerade wegen ihrer Fehler. Ich persönlich finde es gut, dass in diesem Buch mal exzessiv gesoffen und geraucht und gevögelt wird – das mag nicht gerade vorbildlich sein, aber es passt und zeigt endlich mal eine weniger saubere College-Realität.

 

Fazit:
10/15 – Ich kann schon verstehen, dass es Leute gibt, die das Buch furchtbar finden und würde es auch nicht uneingeschränkt empfehlen. Mir persönlich hat es aber bei aller Kritik insgesamt gut gefallen, weil es einfach mal was anderes und nicht so clean ist wie viele andere Jugendbücher. Die immer gleich verlaufenden Krisen wurden allerdings mit der Zeit ein wenig langweilig, und das Ausbleiben einer Entwicklung war etwas enttäuschend.

8 Kommentare zu [Rezension] Jamie McGuire: Beautiful Disaster

  • Meine Güte, Deine Rezi macht es einem nicht leicht. ^^ Zum einen denke ich: „Ui, das musst Du lesen!“ und zum anderen tendiere ich aber dennoch zu „Nee… lieber doch nicht.“. Ich finde die etwas härtere Realität in dem Buch wirklich interessant, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich großen Spaß daran hätte immer wieder vor den gleichen Konfliktsituationen zu stehen. :-/

    Hmm… mal sehen. Ich denke es wird wohl auf meine Stimmung ankommen. Neugierig bin ich zumindest schon mal geworden.

  • *sich vor Lach fast nicht halten kann*

    Herrlich. Ich mag deine Rezi. Und ja, bei der Beschreibung wundert es mich eigentlich schon eher, dass Travis nicht bereits eine Zimmerreservierung (dauerhaft) fürs Sing Sing-Hotel hat. Allerdings find ich den Aspekt von einer nicht ganz so sauberen College-Welt interessant. Mist!

  • Ich glaube, das Buch wäre was für mich. Mir macht es nichts aus, wenn die Handlung nicht ganz so realistisch oder nachvollziehbar oder abwechslungsreich ist, so lange es nur zwischen den Protagonisten ordentlich knistert, und danach hört es sich definitiv an. :) Daher steht „Beautiful Disaster“ auch ziemlich weit oben auf meiner Wunschliste, und Deine Rezi hat mich daran nur nochmal bestätigt, irgendwie. :)

  • Am Anfang der Rezension habe ich noch gedacht: Wow, das könnte ein Buch für mich sein, aber am Ende muss ich leider wirklich sagen, „Beautiful Disaster“ wäre echt nichts für mich. Auch wenn solche ungesunden Beziehungen realistisch sind, muss ich das in einem Liebesroman irgendwie nicht haben…ich weiß nicht, da habe ich es lieber kitischig unrealistisch.

    Das Cover finde ich aber sehr schön. XD

  • Steffie: Ja, so gings mir auch – meine Gefühle für dieses Buch sind auch schwankend! :D

     
    animasoul: Ehrlich gesagt glaube ich eher, dass dir das Buch nicht so besonders gefallen würde, aber ich will’s dir bestimmt nicht ausreden!

     
    Karo: Oh ja, es knistert definitiv! Und wenn dich nicht stört, dass die Handlung phasenweise nicht so realistisch ist, könnte das wirklich ein Buch für dich sei.

     
    Lucina: Ich find das völlig in Ordnung, wenn man keine Lust auf solche Bücher hat. Du hast recht, mit desaströsen Beziehungen muss man sich im echten Leben schon oft genug rumschlagen, man muss die nicht auch noch zwingend in nem Liebesroman haben! :)

    • *gg* Ich weiß, ich weiß. Ich vermute ja auch, dass mir das Buch eher nicht gefallen würde. Aber das wirklich hübsche Cover und deine Beschreibung machen es mir nicht einfach, darum einen Bogen zu machen. ;)

  • Ich hab mal mein Gedächtnis aufgefrischt und die Rezension noch einmal gelesen :)

    Den Aspekt mit den detaillierten Sexszenen habe ich jetzt bei meiner Rezension ganz vergessen, aber gut, ich habe es sowieso nicht als Jugendbuch eingeordnet. Bei den anderen Punkten sind wir uns ja sowieso einig, auch wenn du es schöner ausgeführt hast.

    Muss aber offen zugeben, ich würd mir mehr „solche“ Bücher wünschen, als die immergleichen sexfreien Romanzen, die unschuldiger sind als viele Zwölfjährige heutzutage …

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