Heute hab ich vom Berlin Verlag eine Werbung zum Roman Mein Jahr mit Mr. Mac erhalten. Die Mail beginnt wie folgt:
Sehr geehrte Frau XYZ,
Esther Freud, Tochter des Malers Lucian Freud und Urenkelin Sigmund Freuds, legt mit »Mein Jahr mit Mr Mac« einen neuen Roman vor und erweist sich als meisterliche Erzählerin: […]
Es folgt die Inhaltsbeschreibung des angeblich meisterhaft erzählten Buches. Ich frage mich allerdings: Wenn an allererster Stelle der Information über das tolle neue Buch erst mal die Verwandtschaftsverhältnisse der Autorin aufgedröselt werden müssen, was sagt das über die Autorin? Dass sie bestimmt irgendwann in die Fußstapfen der berühmten Herren treten wird?
Für mich schmälert das augenblicklich den Glauben in die Autorin. Der dahinterstehende Gedanke ist (auch wenn er sicher nicht wirklich gerechtfertigt ist): Wenn sie was könnte, müsste dann die renommierte Verwandtschaft zur Bewerbung ihres neuen Buches dienen, und auch noch an so exponierter Stelle? Für mich hat so was immer ein gewisses »G’schmäckle«. Ob die Autorin selbst wohl dieses Vorgehen gutheißt oder es lieber »allein« schaffen würde?
Wie auch immer. Es war mir ein Bedürfnis, es loszuwerden.
Auf einen früher veröffentlichten Roman zu verweisen statt auf die Herkunft, wäre sicher glücklicher gewesen. ;)
Vielleicht war der früher veröffentlichte Roman ein Flop?! :D
Oh, das ist jetzt gemein. Ich hab ja gar nichts gegen die Autorin oder ihre Bücher, ich finde nur diese Form der Werbung so doof.
Aber nicht doch! Wie kannst du nur so misstrauisch sein?! Bestimmt wollte man nur von Anfang an klarstellen, dass dieser ungewöhnliche *hüstel* Name wirklich auf einen Verwandtschaftsgrad hinweist. Dann kannst du aufhören zu grübeln und dich auf das Buch konzentrieren. :D
Du hast ganz sicher schon wieder recht! Ich steh aber manchmal auch auf dem Schlauch!
Wirst du das Buch denn lesen bzw. hast schon mal reingelesen? Auf mich wirkt es ja eher abschreckend, wenn die Autorin aus einer Familie völlig durchgeistigter Menschen kommt und selber wahrscheinlich auch ein bißchen weltfremd ist. Aber ich bin als eingefleischte Trivialliteratur-Leserin wohl auch nicht die Zielgruppe!
Ehrlich gesagt spricht mich das Buch überhaupt nicht an – weder vom Klappentext und noch viel weniger vom Cover her. Und wie du bin ich mit meinem trivialen Lesegeschmack ebenfalls nicht gerade Teil der Zielgruppe.
Gibt ja genug elitäre Bildungsbürger, die das Buch bestimmt nur deswegen in die Hand nehmen. Wird sich wohl unterm Strich ausgleichen :D
Ich kann und will nicht glauben, dass es Leute gibt, die ein Buch deshalb kaufen, weil die Autorin aus einer »berühmten« Familie kommt? Aber gut, was weiß ich schon. Ich les ja fast nur Krimis und Liebesromane. :D
Ich finde sowas auch doof. Ich vermute die Autorin hatte hier nicht viel mitzureden. Der Verlag will das Buch natürlich verkaufen und das klappt ja am besten mit Namen und Begriffen, die jeder schon kennt. Ich weiß es aber immer zu schätzen, wenn Autoren ein Pseudonym o.ä. benutzen, wenn sie bekannte Vorfahren haben… der Sohn von Stephen King macht das ja z.B.
Bei Stephen Kings Sohn scheint das so halbwegs zu klappen. Ich wusste bis gerade nichts von dessen Existenz! :D
@Irina: Das liegt nur daran, dass du sein Genre nicht liest. Sonst kam man an ihm eigentlich in den letzten Jahren kaum vorbei.
Seinen Namen sehe ich oft, aber seinen Vater in dem Zusammenhang hab ich nicht so oft erwähnt gesehen. Das hab ich erst ziemlich spät erfahren und war total überrascht.
Ähm, seine erste „große“ Veröffentlichung wurde schon immer wieder mit „der Sohn von Stephen King“ begleitet. Wobei ich mir gut vorstellen kann, dass er genau das vermeiden wollte, und nicht weiß, wie weit seine Verwandtschaft bekannt war, als er seine ersten Kurzgeschichten eingereicht hat.