{"id":9287,"date":"2010-10-13T13:49:13","date_gmt":"2010-10-13T11:49:13","guid":{"rendered":"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=9287"},"modified":"2010-10-15T11:05:27","modified_gmt":"2010-10-15T09:05:27","slug":"rezension-james-mcgee-das-hollenschiff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=9287","title":{"rendered":"[Rezension] James McGee: Das H\u00f6llenschiff"},"content":{"rendered":"<p><strong>OT: Rapscallion<\/strong><br \/>\nMatthew-Hawkwood-Serie, Teil 3<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3453434617\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/2010\/3453434617.jpg\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/0007212747\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/2010\/0007212747.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Inhalt:<\/strong><br \/>\n London, auf dem H\u00f6hepunkt der napoleonischen Kriege. Die franz\u00f6sischen Gefangenen erwartet ein Schicksal, das noch schlimmer ist als der Galgen: abgewrackte Kriegsschiffe, die in der Themse vor Anker liegen. Dort m\u00fcssen sie unter h\u00f6llischen Bedingungen Strafarbeit verrichten, die nur die wenigsten \u00fcberleben. Als sich herausstellt, dass dort eine Verbrecherbande ihr Unwesen treibt, schickt die Navy den mit allen Wassern gewaschenen Sonderermittler Hawkwood, um ihr das Handwerk zu legen.<\/p>\n<p><strong>Kommentar:<\/strong><br \/>\n\u00bbDas H\u00f6llenschiff\u00ab ist mal wieder eins jener B\u00fccher, von denen ich aufgrund der verlagsinternen Einordnung (historischer Kriminalroman), des Klappentextes und des Titels etwas vollkommen anderes erwartet habe: Obgleich das Buch zugegebenerma\u00dfen irgendwie schon ein Krimi ist, erinnert es doch viel mehr an einen Abenteuerroman \u2013 der \u00fcbrigens nur zu einem Drittel auf dem im Deutschen titelgebenden H\u00f6llenschiff spielt. Mit anderen Worten: H\u00e4tte ich geahnt, mit was f\u00fcr einer Art von Buch ich es zu tun habe, h\u00e4tte ich es nie im Leben gekauft, denn mir w\u00e4re v\u00f6llig klar gewesen, dass es nichts f\u00fcr mich ist.<\/p>\n<p>Der Bowstreet Runner Matthew Hawkwood soll das Verschwinden zweier Navybeamter aufkl\u00e4ren, das im Zusammenhang mit einer Schmugglerbande stehen soll. Um Hawkwood in diese Verbrecherbande einzuschleusen, wird er undercover \u2013 als gefangener amerikanischer S\u00f6ldner in franz\u00f6sischen Diensten \u2013 auf das Gefangenenschiff <em>Rapacious<\/em> geschickt. Der Plan geht auf: \u00dcber einen Kontaktmann auf dem Schiff, der mit den Schmugglern zusammenarbeitet, wird Hawkwood zusammen mit dem franz\u00f6sischen Offizier Lasseur an Land geschleust. Nach einer abenteuerlichen Flucht vor der Nacy erreichen die beiden schlie\u00dflich ihr Ziel: das Hauptquartier von Ezekiel Morgan, der den Handel an der gesamten englischen K\u00fcste kontrolliert und die \u00dcberfahrt nach Frankreich erm\u00f6glichen soll. Doch ehe es soweit ist, fliegt Hawkwoods Tarnung auf, sodass eine erneute Flucht notwendig wird.<\/p>\n<p>Der treffendere Titel des Buches w\u00e4re \u00bbAuf der Flucht\u00ab gewesen, denn genau darum geht es knapp 600 Seiten lang. Zun\u00e4chst versuchen Hawkwood und Lasseur von der <em>Rapacious<\/em> zu entkommen, dann fl\u00fcchten sie vor den H\u00e4schern der Navy und schlie\u00dflich vor den Schmugglern. Auf ihrer Flucht erleben sie jede Menge Abenteuer unterschiedlichster Art, die mehr oder minder spannend sind, wenn man solche Geschichten denn mag. Ich muss wohl nicht extra erw\u00e4hnen, dass ich derlei Abenteuer-\/Fluchtstoffe <em>\u00fcberhaupt nicht<\/em> mag und mich ge\u00e4rgert, t\u00f6dlich gelangweilt und schlie\u00dflich zunehmend quergelesen habe.  <\/p>\n<p>Das Problem ist aber nicht nur, dass ich solche Stoffe nicht mag, sondern dass das prinzipiell interessante Thema f\u00fcr meinen Geschmack nicht spannend und intensiv genug aufbereitet wurde. Das h\u00e4ngt auch damit zusammen, dass die Hauptpersonen grunds\u00e4tzlich in Ordnung sind, aber dennoch irgendwie blass und emotionslos anmuten. Beispielsweise wird die Situation auf dem Gefangenenschiff zwar ausf\u00fchrlich als schrecklich beschrieben, die Figuren haben aber eine merkw\u00fcrdige Distanz dazu. So erf\u00e4hrt man zum Beispiel, dass es atemberaubend stinkt und dreckig ist, man hat aber zu keiner Zeit den Eindruck, als w\u00fcrde Hawkwood allzu sehr darunter leiden: Er k\u00e4mpft nicht mit seiner Fassung und gegen die \u00dcbelkeit, er hadert nicht mit seinem Schicksal und verflucht seinen Auftrag nicht \u2013 das ist selbst unter der Grundvoraussetzung, dass er kein echter Gefangener ist, nicht wirklich glaubw\u00fcrdig und sorgt schon gar nicht f\u00fcr eine mitrei\u00dfende Atmosph\u00e4re. <\/p>\n<p>Das knapp f\u00fcnfseitige Nachwort, das die historischen Fakten zum Schmuggel in dieser Zeit knapp darlegt und im Roman genannte Orte und Figuren ins rechte Licht r\u00fcckt, war f\u00fcr mich mindestens ebenso informativ und spannend wie der Roman selbst. <\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>\n5\/15 \u2013 Ein Trip durch das England des fr\u00fchen 19.  Jahrhunderts, der Fans von Abenteuerromanen gefallen mag, als historischer Kriminalroman jedoch entt\u00e4uscht, weil Hawkwood nicht im klassischen Sinne ermittelt. Ich werde dennoch einem weiteren Band der Serie eine Chance geben, denn das Setting finde ich grunds\u00e4tzlich interessant. <\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 0.9em; \"><strong>Serieninfo:<\/strong><br \/>\n01 Ratcatcher | Der Rattenf\u00e4nger<br \/>\n02 Resurrectionist | Die Totensammler<br \/>\n03 Rapscallion |\u00a0Das H\u00f6llenschiff <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OT: Rapscallion Matthew-Hawkwood-Serie, Teil 3<\/p>\n<\/p>\n<p>Inhalt: London, auf dem H\u00f6hepunkt der napoleonischen Kriege. Die franz\u00f6sischen Gefangenen erwartet ein Schicksal, das noch schlimmer ist als der Galgen: abgewrackte Kriegsschiffe, die in der Themse vor Anker liegen. Dort m\u00fcssen sie unter h\u00f6llischen Bedingungen Strafarbeit verrichten, die nur die wenigsten \u00fcberleben. 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