{"id":9233,"date":"2010-10-08T14:04:53","date_gmt":"2010-10-08T12:04:53","guid":{"rendered":"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=9233"},"modified":"2011-08-28T17:58:26","modified_gmt":"2011-08-28T15:58:26","slug":"rezension-laura-lee-guhrke-his-every-kiss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=9233","title":{"rendered":"[Rezension] Laura Lee Guhrke: His Every Kiss"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.com\/exec\/obidos\/ASIN\/006054175X\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/2010\/006054175X.jpg\"\/><\/a><strong>Inhalt:<\/strong><br \/>\nDer begnadete Komponist Dylan Moore leidet seit einem Reitunfall unter einem starken Tinnitus und kann seitdem nicht mehr komponieren. Verzweifelt \u00fcber den Verlust seiner musikalischen F\u00e4higkeiten will er seinem Leben ein Ende setzen, doch eine sch\u00f6ne Unbekannte, die erstmals seit seinem Unfall wieder Musik in seinem Kopf entsehen l\u00e4sst, h\u00e4lt ihn davon ab \u2013 nur um dann auf Nimmerwiedersehen zu verschwinden.<br \/>\nF\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter begegnet er seiner verlorenen Muse zuf\u00e4llig wieder und engagiert sie als Gouvernante f\u00fcr seine Tochter. Obwohl auch Grace wei\u00df, dass der wahre Grund f\u00fcr ihre Anstellung ein anderer ist, zwingt ihre finanzielle Situation sie dazu, das Angebot anzunehmen. Sie ist fest entschlossen, sich nicht auf Dylan Moore einzulassen, der allerdings seinerseits alles daf\u00fcr tut, dass die Muse ihn k\u00fcsst \u2026<\/p>\n<p><strong>Kommentar:<\/strong><br \/>\nDas Buch h\u00e4ngt lose zusammen mit \u00bbGuilty Pleasures\u00ab, wo Dylan Moore bereits einen Auftritt hatte; hier begegnet man dem Duke of Tremore wieder, dem Protagonisten aus dem Vorg\u00e4ngerband.<\/p>\n<p>Die Geschichte, die hier erz\u00e4hlt wird, ist alles andere als innovativ: Held stellt Heldin als Gouvernante ein, die beiden verlieben sich, trennen sich (unn\u00f6tigerweise) und kommen am Ende doch wieder zusammen. Aufgrund der Vorhersehbarkeit der Handlung droht das Buch an zwei, drei Stellen, ein wenig ins Langweilige abzugleiten, doch Guhrke schafft es trotzdem, eine \u00fcberzeugende Geschichte zu erz\u00e4hlen, die teils humorvoll, teils dramatisch, teils r\u00fchrend ist und \u00fcberzeugende Protagonisten hat.<\/p>\n<p>Grace hat in ihrer Jugend einen Skandal verursacht, weil sie mit einem zehn Jahre \u00e4lteren Maler durchgebrannt ist und zwei Jahre mit ihm in wilder Ehe gelebt hat. Ihre Familie hat sie mehr oder weniger versto\u00dfen, weshalb es f\u00fcr sie nach dem Tod ihres Mannes und einem wenig erf\u00fcllten Leben kein Zur\u00fcck gibt. Sie arbeitet Orangenverk\u00e4uferin und lebt trotz des Zubrots, das sie als Geigerin auf B\u00e4llen verdient, am Existenzminium. Insofern ist plausibel, dass sie Dylans Angebot, als Gouvernante f\u00fcr seine Tochter zu arbeiten, annimmt, obwohl sie nach den Erfahrungen in ihrer Ehe mehr als genug von exzentrischen K\u00fcnstlern hat \u2013 und obwohl sie sich gegen ihren Willen von Beginn an zu dem Komponisten hingezogen f\u00fchlt. Ihr Umgang mit Dylan und seiner Tochter Isabel zeigt Grace als aufrichtige, warmherzige, aber willensstarke Frau mit Prinzipien \u2013 die allerdings angesichts Dylans Charme immer wieder ins Wanken geraten, bis sie schlie\u00dflich ihrem Verlangen nachgibt und seine Geliebte wird.<\/p>\n<p>Wesentlich komplexer als Grace ist Dylan selbst angelegt. Der lebensm\u00fcde Komponist, der aufgrund seines enervierenden Tinnitus&#8216; seine F\u00e4higkeiten verloren hat, tut alles, um sich abzulenken, seinen Geist zu bet\u00e4uben und die Stille zu vertreiben, die seine Ohrger\u00e4usche erst richtig laut werden l\u00e4sst. Er trinkt, hurt, spielt, raucht Haschisch und nimmt Laudanum, pr\u00fcgelt sich und setzt in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden sein Leben aufs Spiel. Angesichts seiner Laster ist er fast ein wenig zu ausgeglichen und nicht d\u00fcster genug angelegt, dennoch ist seine sukzessive Ver\u00e4nderung \u2013\u00a0ausgel\u00f6st durch das unverhoffte Auftauchen seiner Tochter und das Wiedersehen mit Grace \u2013 glaubhaft; zumal er sich von Beginn an als sensibler Mann erweist, der ein Gesp\u00fcr f\u00fcr die Stimmungen anderer Menschen hat. <\/p>\n<p>Ebenfalls \u00fcberzeugend dargestellt sind die langsame Entwicklung des Verh\u00e4ltnisses zwischen Dylan und seiner Tochter sowie Dylans Wandung vom exzentrischen, egozentrischen Musiker ohne Verpflichtungen hin zu einem Menschen, der lernt, Verantwortung zu tragen und R\u00fccksicht auf andere zu nehmen. Dass seine Tochter mit den Worten \u00bbI have come to fetch my father home\u00ab mitten in einen seiner Bordellbesuche platzt, ist vielleicht ein wenig dick aufgetragen, als Ausl\u00f6ser f\u00fcr eine finale Verhaltens\u00e4nderung taugt ihr Auftritt aber allemal. <\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>\n12\/15 \u2013 Trotz der wenig innovativen Geschichte ein sehr unterhaltsames Buch, das vor allem aufgrund seiner \u00fcberzeugenden Helden punktet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhalt: Der begnadete Komponist Dylan Moore leidet seit einem Reitunfall unter einem starken Tinnitus und kann seitdem nicht mehr komponieren. 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