{"id":6165,"date":"2010-04-06T18:02:27","date_gmt":"2010-04-06T16:02:27","guid":{"rendered":"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=6165"},"modified":"2012-06-16T18:09:20","modified_gmt":"2012-06-16T16:09:20","slug":"rezension-elizabeth-hoyt-to-beguile-a-beast","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=6165","title":{"rendered":"[Rezension] Elizabeth Hoyt: To Beguile a Beast"},"content":{"rendered":"<p>The Legend of the Four Soldiers, Book 3<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/0446406937\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/2010\/0446406937.jpg\" \/><\/a><strong>Inhalt:<\/strong><br \/>\nDa Helen Fitzwilliam beschlossen hat, sich nicht l\u00e4nger vom Duke of Lister aushalten zu lassen, begibt sie sich mit ihren zwei Kindern Abigail und Jamie Richtung Schottland, um auf die Empfehlung einer gemeinsamen Bekannten Alistair Munroes Haush\u00e4lterin zu werden. Der Biologe ist von dieser Idee allerdings wenig begeistert: Er hat sich aufgrund seiner schweren Gesichtsverletzungen vollkommen von der Au\u00dfenwelt abgeschottet und will einfach nur seine Ruhe, um an seiner n\u00e4chsten naturwissenschaftlichen Ver\u00f6ffentlichung zu arbeiten. Helen ist jedoch verzweifelt genug, um alle seine Einw\u00e4nde einfach zu ignorieren und sich nicht abwimmeln zu lassen, und es dauert nicht lange, bis sich die beiden unwiderstehlich zueinander hingezogen f\u00fchlen. Eine Beziehung zwischen den beiden scheint dennoch ausgeschlossen \u2026<\/p>\n<p><strong>Kommentar:<\/strong><br \/>\nTrotz der eher entt\u00e4uschenden ersten beiden Teile der Serie, hab ich mir direkt im Anschluss an<a href=\"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=6120\"> \u00bbTo Seduce a Sinner\u00ab<\/a> den dritten Band gegriffen \u2013 ich hatte einfach richtig Lust auf einen \u00bbDie Sch\u00f6ne und das Biest\u00ab-Plot.<\/p>\n<p>Dankenswerterweise tritt die ziemlich planlose Jagd nach dem Verr\u00e4ter von Spinner Falls, der f\u00fcr die Kriegsgefangenschaft der \u00bbFour Soldiers\u00ab verantwortlich ist, in diesem Buch fast v\u00f6llig in den Hintergrund und wird nur am Rande erw\u00e4hnt. So bleibt Zeit, sich uneingeschr\u00e4nkt mit der Beziehung zwischen Alistair und Helen zu besch\u00e4ftigen. Schon die Grundsituation gibt einiges her: Eine verzweifelte Ex-M\u00e4tresse stellt sich selbst bei einem eigenbr\u00f6dlerischen Naturwissenschaftler, der gar keine Haush\u00e4lterin will, als eben solche ein und l\u00e4sst sich einfach nicht davon abbringen, ihm zu beweisen, dass er sie braucht. Das ist insofern ziemlich absurd, weil Helen als M\u00e4tresse zuvor ihre eigene Dienerschaft hatte und weder haushalten noch kochen kann. Deshalb heuert sie ziemlich schnell weitere Bedienstete an, die die Arbeit erledigen, w\u00e4hrend sie eher in die Rolle von Alistairs Gesellschafterin hineinw\u00e4chst und schlie\u00dflich seine Geliebte wird. Wie sehr sich die beiden brauchen und wie gut sie sich gegenseitig tun, ist \u00fcberdeutlich und spiegelt sich in ihrem teils sehr humorvollen Umgang miteinander. Dennoch ist ihre Beziehung eine Beziehung auf Zeit, was beiden bewusst ist und womit sie sich einigerma\u00dfen arrangieren \u2013 bis einige unvorhergesehene Dinge passieren, Helens Vergangenheit ans Licht kommt und sie eine Entscheidung treffen muss.<\/p>\n<p>Helens Entscheidung ist so konsequent und entschlossen wie ihr ganzes Auftreten. Sie k\u00e4mpft um Freiheit und ein besseres Leben f\u00fcr sich und vor allem ihre Kinder und tut alles, was n\u00f6tig ist, um das beste aus der verfahrenen Situation zu machen. Sie ist sich auch nicht zu schade, f\u00fcr ihr Wohl den Putzlappen zu schwingen und sich die H\u00e4nde schmutzig zu machen \u2013 und sie jammert nicht mal dar\u00fcber. Im Umgang mit Alistair erweist sie sich als ebenso unerschrocken wie verst\u00e4ndnisvoll, aber auch ein bisschen bl\u00e4uigig in Anbetracht der Tatsache, dass sie eine M\u00e4tresse auf der Flucht ist.<\/p>\n<p>Alistair ist ein klassischer \u00bbtortured hero\u00ab, der in Kriegsgefangenschaft gefoltert wurde und aus dieser Zeit schreckenserregende Narben im Gesicht zur\u00fcckbehalten hat; au\u00dferdem fehlt ihm ein Auge, weshalb er meist eine Augenklappe tr\u00e4gt. Er lebt zur\u00fcckgezogen in seinem verwahrlosten Schloss, allerdings weniger aus Scham wegen der Entstellung an sich, sondern im Wesentlichen wegen der schockierten Reaktion anderer Menschen auf ihn. Wie einsam er ist, f\u00e4llt ihm erst auf, als Helen mit ihren Kindern Leben in sein Haus bringt; das \u00e4ndert jedoch nichts daran, dass er sich zun\u00e4chst verst\u00e4ndlicherweise gegen das Eindringen einer fremden Familie in sein R\u00fcckzugsgebiet wehrt. Obwohl Alistair \u00e4u\u00dfert knurrig, m\u00fcrrisch und zynisch ist, erweist er sich in den entscheidenden Momenten als unkonventionell, warmherzig, verst\u00e4ndnisvoll und sensibel \u2013 das zeigt sich nicht nur im Umgang mit seinem steinalten Hund, sondern auch mit Helens Kindern, die er (fast) immer zu tr\u00f6sten und ermutigen wei\u00df. Einzig Alistairs Entsetzen \u00fcber Helens Vergangenheit erschien nicht ganz schl\u00fcssig, ebenso der Grund f\u00fcr seine Annahme, eine \u00fcber eine Aff\u00e4re hinausgehende Beziehung zwischen ihm und Helen sei nicht m\u00f6glich. Aber sei&#8217;s drum, es tut dem Buch keinen echten Abbruch; das Happy-End musste wohl um der Dramatik willen ein wenig hinausgez\u00f6gert werden, denn allzu glatt darfs ja nicht mal in einem Liebesroman ausgehen!<\/p>\n<p>Ebenso gut gelungen wie die Protagonisten sind die Nebenfiguren \u2013 selbst die Kinder. In Liebesromanen auftretende Kinder haben normalerweise die Tendenz, f\u00fcrchterlich zu nerven, weil sie sich vollkommen unnat\u00fcrlich benehmen: entweder agieren sie viel zu erwachsen und altklug oder sie sind alternativ viel zu kindlich, wobei ihnen in letzterem Fall gerne auch eine durchgehend schwachsinnige Sprache in den Mund gelegt wird. Nicht so hier: Helens Kinder Jamie und Abigail sind wirklich eine r\u00fchmliche Ausnahme. Sie verhalten sich alles in allem wie Kinder, und sie sind manchmal etwas schwierig und daher anstrengend, aber wirklich nett! Zugegeben, Abigails als partielle Erz\u00e4hlerin der Handlung wirkt nicht immer wie eine Neunj\u00e4hrige, aber ihre Denk- und Betrachtungsweise sind jederzeit akzeptabel. Eine echte Bereicherung und Garant f\u00fcr einige kurzweilige Szenen ist das Auftauchen von Alistairs Schwester Sophia und ihrer Gesellschafterin, die sich leider viel zu schnell wieder verabschieden. Die Wortgefechte zwischen Alistair und Sophia sind erfrischend, zumal sie es auf eine einmalig liebevoll-deutliche Weise versteht, ihren Bruder auf den Boden der Tatsachen zu holen.<\/p>\n<p>Dem Buch werden von einigen Kritikern massive sachliche und historische M\u00e4ngel sowie mangelndes Gef\u00fchl f\u00fcr die damalige Zeit (1765) vorgeworfen. Zugegeben: Man kann einige Fehler und Ungenauigkeiten nicht wegreden. Andererseits kann man aber auch nach solchen Dingen suchen und sich an ihnen aufh\u00e4ngen, wenn man das unbedingt will. Um ehrlich zu sein kann ich pers\u00f6nlich \u00fcber solche Dinge \u2013\u00a0sofern sie keine signifikante Bedeutung f\u00fcr die Handlung haben \u2013 hinwegsehen, wenn die Geschichte \u2013 wie in diesem Fall \u2013\u00a0so viel mehr bietet. Wer aber auf exakte historische und sachliche Korrektheit Wert legt, sollte vielleicht lieber zu einem anderen Buch greifen.<\/p>\n<p>Vom implizierten parabloischen M\u00e4rchen \u2013 diesmal \u00fcber den \u00bbTruth Teller\u00ab \u2013 war ich erneut nicht so begeistert, weil mir die Handlung zu vorhersehbar und die Geschichte viel zu ausgebreitet war f\u00fcr deren Gehalt. Wenn schon eine solche Geschichte so sehr ins Zentrum gestellt wird, sollte sie m. E. etwas ganz Besonderes sein \u2013 und das ist sie nicht. Aber das nur am Rande; es hat keinen Einfluss auf die Bewertung.<\/p>\n<p><strong>Fazit: <\/strong><br \/>\n13\/15 \u2013 Trotz einiger kleiner Abstriche ein wundervolles, herzerw\u00e4rmendes Buch \u2013 Elizabeth Hoyt in alter Form!<\/p>\n<p>__________<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 0.9em; \"><strong><br \/>\nSerieninfo:<\/strong><br \/>\n01 To Taste Temptation<br \/>\n02 To Seduce a Sinner<br \/>\n03 To Beguile a Beast<br \/>\n04 To Desire a Devil<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The Legend of the Four Soldiers, Book 3<\/p>\n<p>Inhalt: Da Helen Fitzwilliam beschlossen hat, sich nicht l\u00e4nger vom Duke of Lister aushalten zu lassen, begibt sie sich mit ihren zwei Kindern Abigail und Jamie Richtung Schottland, um auf die Empfehlung einer gemeinsamen Bekannten Alistair Munroes Haush\u00e4lterin zu werden. 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