{"id":5506,"date":"2010-02-24T16:29:33","date_gmt":"2010-02-24T15:29:33","guid":{"rendered":"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=5506"},"modified":"2011-11-02T18:32:26","modified_gmt":"2011-11-02T17:32:26","slug":"rezension-nina-blazon-schattenauge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=5506","title":{"rendered":"[Rezension] Nina Blazon: Schattenauge"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3473353140\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/2010\/3473353140.jpg\" \/><\/a><strong>Inhalt:<\/strong><br \/>\nAuf dem Nachhauseweg von einem Club wird Zo\u00eb auf der Stra\u00dfe angegriffen. Von wem, wei\u00df sie nicht &#8211; ein Blackout hat ihr Ged\u00e4chtnis gel\u00f6scht. Doch an ihren H\u00e4nden klebt fremdes Blut. Der gut aussehende Gil, den sie aus der Szene kennt, ahnt, dass etwas Unheimliches mit ihr vorgeht: In Zo\u00eb schlummert das Erbe der Panthera, eines uralten Volkes, das unerkannt unter den Menschen lebt. Aber sie ist nicht die Einzige ihrer Art, die von ihrer Raubtiernatur getrieben die Stra\u00dfen der n\u00e4chtlichen Metropole durchstreift &#8230;<\/p>\n<p><strong>Kommentar:<\/strong><br \/>\nAls Gil die junge Zo\u00eb beim Tanzen in einem Club beobachtet, ist ihm sofort klar, dass sie eine von ihnen ist: eine Angeh\u00f6rige des Volks der Katzenmenschen. Er ahnt, dass sie in Gefahr schwebt, und weil er sich sehr zu ihr hingezogen f\u00fchlt, geleitet er sie unbemerkt nach Hause. Tats\u00e4chlich verhindert er einen Angriff auf sie und bezieht eine b\u00f6se Tracht Pr\u00fcgel. Nicht viel sp\u00e4ter ist Zo\u00ebs Angreifer tot \u2013 und er soll nicht der einzige tote Katzenmensch bleiben: In der Stadt geht ein M\u00f6rder um, der es auf die Panthera abgesehen zu haben scheint. Gil versucht verzweifelt, Zo\u00eb zu besch\u00fctzen, doch dann ger\u00e4t das M\u00e4dchen selbst unter Verdacht.\u00a0<\/p>\n<p>Der Grundgedanke des Buches ist klasse, die Umsetzung aber nur zum Teil \u00fcberzeugend. Gut gelungen sind die Ideen zu den Panthera, die Jagd nach dem M\u00f6rder und die Aufl\u00f6sung der Krimihandlung, die einige unvorhersehbare \u00dcberraschungen bietet. Problematisch hingegen ist der Aufbau der Geschichte: Zun\u00e4chst ist vollkommen unklar, worum es eigentlich geht, denn man erh\u00e4lt nur sporadische Informationen \u00fcber das Volk der Panthera, die im Mittelpunkt des Buches stehen. Einen entscheidenden Teil der Handlung macht die sukzessive und teils bem\u00fcht r\u00e4tselhaft wirkende Aufdeckung der Lebensweise und Geschichte der Art aus, und bis das Bild der Katzenmenschen einigerma\u00dfen klare Konturen annimmt, kann man vielfach weder Vorg\u00e4nge, Dialoginhalte noch Verhaltensweisen einordnen. Der eine oder andere mag gerne im Dunklen tappen, eigene Theorien entwickeln und Spannung daraus beziehen; mich pers\u00f6nlich langweilt und nervt ein Buch schnell, wenn ich den Gesamtzusammenhang nicht wenigstens einigerma\u00dfen erfassen und Ereignisse verstehen kann. <\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass ich \u2013 wie schon bei der Totenbraut \u2013 mit Blazons Figuren nicht recht warm werde: Sie wirken sehr n\u00fcchtern und irgendwie leblos. Besonders Gil blieb mir fremd und war mir schlicht zu weinerlich. Was ihm an St\u00e4rke fehlt, hat Zo\u00eb im \u00dcberma\u00df. Sie wirkt geradezu unbesiegbar, akzeptiert ihre Zugeh\u00f6rigkeit zur Art der Panthera v\u00f6llig selbstverst\u00e4ndlich und hat nat\u00fcrlich auch noch au\u00dfergew\u00f6hnliche Begabungen. Die Liebesbeziehung zwischen den beiden Protagonisten, die im Backcovertext so prominent betont wird, verl\u00e4uft ziemlich unspektakul\u00e4r, es mangelt an Emotionalt\u00e4t. Spannung in die Beziehung zwischen Zo\u00eb und Gil bringt am ehesten noch der etwas undurchsichtige Irves, ebenfalls ein Panthera, denn auch er f\u00fchlt sich zu dem M\u00e4dchen hingezogen \u2013 und ist dar\u00fcber hinaus die interessanteste Figur des Buches. <\/p>\n<p>Atmosph\u00e4risch ist der Roman ausgesprochen gut gelungen, ebenso ist Blazons Schreibstil wirklich sehr ansprechend. Ungew\u00f6hnlich ist, dass Zo\u00eb und Gil die Geschichte abwechselnd aus der Ich-Perspektive erz\u00e4hlen \u2013 man findet sich aber dennoch problemlos zurecht, da jeweils eine andere Typografie f\u00fcr die unterschiedlichen Sichtweisen gew\u00e4hlt wurde. <\/p>\n<p><strong>Fazit: <\/strong><br \/>\n9\/15 \u2013 Trotz aller guten Ans\u00e4tze kann das Buch nicht restlos \u00fcberzeugen. Der Aufbau, der einen lange im Dunklen tappen l\u00e4sst, und die wenig mitrei\u00dfenden, etwas h\u00f6lzern wirkenden Hauptfiguren k\u00f6nnen die tollen Ideen zum Volk der Panthera nicht aufwiegen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhalt: Auf dem Nachhauseweg von einem Club wird Zo\u00eb auf der Stra\u00dfe angegriffen. Von wem, wei\u00df sie nicht &#8211; ein Blackout hat ihr Ged\u00e4chtnis gel\u00f6scht. Doch an ihren H\u00e4nden klebt fremdes Blut. 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