{"id":5319,"date":"2010-02-23T20:33:48","date_gmt":"2010-02-23T19:33:48","guid":{"rendered":"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=5319"},"modified":"2010-02-23T23:40:20","modified_gmt":"2010-02-23T22:40:20","slug":"rezension-michelle-raven-die-spur-der-katze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=5319","title":{"rendered":"[Rezension] Michelle Raven: Die Spur der Katze"},"content":{"rendered":"<p>1. Teil der Ghostwalker-Serie<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3802582225\/ueberalles-21\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/2010\/3802582225.jpg\" alt=\"\" width=\"165\" height=\"238\" \/><\/a><strong>Inhalt:<\/strong><br \/>\nDie Journalistin Marisa P\u00e9r\u00e8z lebt nach einem Skandal zur\u00fcckgezogen in den Bergen Kaliforniens. Eines Nachts findet sie einen verletzten nackten Mann auf ihrer Veranda. Sie nimmt sich seiner an und versorgt seine Wunden. Am n\u00e4chsten Morgen steht die Polizei vor der T\u00fcr &#8211; in der Nachbarschaft wurde ein Mord ver\u00fcbt. Marisa ahnt nicht, dass der faszinierende Fremde ein Geheimnis h\u00fctet, das ihre Welt ersch\u00fcttern wird &#8230;<\/p>\n<p><strong>Kommentar:<\/strong><br \/>\nDie zuf\u00e4llige Rettung eines attraktiven Fremden ver\u00e4ndert Marisas Leben, denn dadurch ger\u00e4t sie in t\u00f6dliche Gefahr und muss gemeinsam mit ihm fl\u00fcchten. Als sie nach einigen Schwierigkeiten schlie\u00dflich das Lager von Coyles Leuten erreichen, ger\u00e4t ihre Weltvorstellung ins Wanken: Sie erf\u00e4hrt, dass Coyle und seine Leute Gestaltwandler sind \u2013\u00a0halb Mensch, halb Bergl\u00f6we (Puma) \u2013, die von einem Unbekannten gejagt werden. Ein Junge namens Bowen wurde bereits entf\u00fchrt, und die Gestaltwandler setzen alles daran, ihn zu befreien. Dabei geraten Coyle und Marisa aber auch selbst ins Visier der skrupellosen Verbrecher.  <\/p>\n<p>Mit einigem Interesse habe ich dem ersten Teil der Ghostwalker-Serie entgegengeblickt, denn mit Michelle Raven wendet sich eine relativ bekannte deutsche Romantic-Suspense-Autorin dem Genre der paranormalen Liebesromane zu. Im Zentrum stehen Gestaltwandler, bei denen es sich allerdings ausnahmsweise mal nicht um Werw\u00f6lfe handelt, sondern \u2013 vorwiegend \u2013 um Raubkatzen. Davon abgesehen bleibt sie aber ihrer Linie treu: Das Buch tr\u00e4gt sehr deutliche Romantic-Suspense-Z\u00fcge \u2013 und best\u00e4tigt meinen fr\u00fcheren Eindruck, dass ich mit diesem Liebesroman-Sub-Genre herzlich wenig anfangen kann. <\/p>\n<p>Ich erwarte von einem Liebesroman keine realisische Handlung, aber was hier geboten wird, ist mir einfach zu arg. Da schleppt die verschreckte Marisa, die ja keinem Menschen auf der ganzen Welt mehr trauen kann, einen verletzten Fremden in ihre H\u00fctte, versorgt ihn und l\u00e4sst ihn im Haus \u00fcbernachten, statt Polizei und\/oder Ambulanz zu rufen. Nicht viel sp\u00e4ter begibt sie sich mit ihm auf die Flucht, nur weil er ihr verk\u00fcndet, sie befinde sich in Lebensgefahr. Dann m\u00fcssen sie sich w\u00e4hrend der Flucht trennen, doch dank eines obskuren Adlers, der Marisa durch sein Verhalten zum Autodiebstahl anstiftet, kann sie Coyle nicht viel sp\u00e4ter doch wieder aufsammeln. Ein leerer Benzintank ist ein weiterer Stolperstein auf dem Weg zum Lager von Coyles Leuten, ebenso wie die jeden \u00dcberlebensinstinkt \u00fcberlagernde st\u00e4ndige und \u00fcberw\u00e4ltigende Lust aufeinander. Zwar lauern \u00fcberall Feinde, doch das hindert die beiden, die schon die ganze Zeit nervt\u00f6tend hei\u00df aufeinander sind, nicht daran, mitten in der Pampa \u00fcbereinander herzufallen. Zwar schlafen die beiden nicht miteinander, aber immerhin Marisa kommt voll und ganz auf ihre Kosten.<\/p>\n<p>Noch unglaublicher wird es, als die beiden schlie\u00dflich das Lager erreicht haben, und sie schlie\u00dflich erf\u00e4hrt, dass Coyle ein Gestaltwandler ist. Er h\u00e4lt sich nicht mit gro\u00dfartigen Erkl\u00e4rungen auf, sondern f\u00fchrt es ihr mit dem Hinweis, sie brauche keine Angst zu haben, einfach vor, indem er sich mal eben in einen Bergl\u00f6wen verwandelt. Marisa ist f\u00fcr ein paar Sekunden schon ein wenig erschrocken, dann allerdings geht sie dazu \u00fcber, seine vollkommene Sch\u00f6nheit zu bewundern, ihn zu kraulen und sich an sich zu schmiegen. Was soll ich sagen, daran, dass die beiden ununterbrochen hei\u00df aufeinander sind, \u00e4ndert auch die derzeitige Gestalt von Bergl\u00f6we Coyle nichts. Er baut sich also \u00fcber ihr auf und leckt mit seiner raffinierten Raubtierzunge ihre Br\u00fcste, bis sie im Strudel ihres H\u00f6hepunkts versinkt. Marisas trockener Kommentar dazu: \u00bbDas war \u2026 ungew\u00f6hnlich. Wir sollten reden.\u00ab (S. 161). Ungew\u00f6hnlich ist wirklich ein gutes Stichwort! Als es nicht viel sp\u00e4ter endlich erstmals zum \u00bbechten\u00ab Vollzug kommt, hat Coyle zwar prinzipiell gerade seine menschliche Gestalt, Zunge und Z\u00e4hne sind aber doch tierisch, au\u00dferdem hat er teilweise ein Fell. Ich staune ehrlich gesagt immer noch \u00fcber diese m.E. sodomistisch angehauchten Szenen und finde es wirklich mutig, so etwas in diesem Buchsegment zu ver\u00f6ffentlichen \u2013\u00a0und noch mehr staune ich dar\u00fcber, dass in kaum einem anderem Kommentar zum Buch darauf eingegangen wird. Dass Menschenfrauen, die sich mit Bergl\u00f6wengestaltwandlern vereinigen, Bergl\u00f6wenbabys zur Welt bringen, macht da auch schon nicht mehr viel aus. <\/p>\n<p>Zur Kritik an der Handlung kommt, dass mich die Protagonisten gar nicht \u00fcberzeugen konnten. Coyle bleibt relativ blass und ger\u00e4t st\u00e4ndig in Lebensgefahr, aus der ihn Marisa retten muss, w\u00e4hrend Coyle nie zur Stelle ist, wenn sie ihn braucht (au\u00dfer vielleicht sexuell). Marisa hadert mit ihrer Vergangenheit und handelt \u00fcberhaupt nicht konsequent. Obwohl sie in einigen Situationen durchaus Mut und St\u00e4rke an den Tag legt, wirkt sie andererseits oft wie ein naives, oberfl\u00e4chliches kleines M\u00e4dchen. Ihre selbstzweiflerischen Anwandlungen \u2013 sie sorgt sich beispielsweise selbst nach dem hei\u00dfesten Sex noch um ihre Augenringe, die m\u00f6glicherweise ihre Attraktivit\u00e4t schm\u00e4lern \u2013\u00a0sind aufgrund ihrer Unangemessenheit ziemlich anstrengend, und wie bereits mehrfach erw\u00e4hnt ist die Sexfixierung der beiden Protagonisten selbst in schlimmsten Gefahren einfach nur unglaubw\u00fcrdig und nervig. <\/p>\n<p>Einen ansprechenden Nebenstrang bilden die Geschehnisse im Haus des besessenen Wissenschaftlers Stammheimer, der Jungbergl\u00f6wengestaltwandler Bowen gefangen h\u00e4lt, um an ihm zu forschen. Interessant wird es, als Stammheimers eigentlich bei der Mutter lebende Tochter Isabel bei ihm aufschl\u00e4gt, Bowen zuf\u00e4llig entdeckt und versucht, ihm zur Flucht zu verhelfen. Isabel und Bowen sind immerhin wesentlich sympathischer als Coyle und vor allem Marisa, wenngleich sie einige frappierende Gemeinsamkeiten mit den beiden aufweisen. Isabel reagiert zum Beispiel ebenso unfassbar gelassen auf die Verwandlung von Bowen in einen Bergl\u00f6wen wie zuvor Marisa \u2013 sie schaut sich die Wandlung mit staunender Faszination an, krault die Raubkatze ein bisschen unterm Kinn und alles ist gut. Und als w\u00e4re es nicht schlimm genug, dass Marisa und Coyle nichts anderes im Kopf haben als immer nur Sex, kriegt auch Bowen, der an eine Liege gefesselt ist und tagelang gefoltert wurde, beim Anblick von Isabel unmittelbar eine Erektion \u2013 als h\u00e4tte er sonst keine Probleme! <\/p>\n<p>Stilistisch ist das Buch ebenfalls eigen. Michelle Ravens Erz\u00e4hlweise ist mir einfach viel zu ausufernd; sie breitet alles endlos aus und beschreibt jede Detail in einer Ausf\u00fchrlichkeit, die mich einfach nur gelangweilt hat. Man h\u00e4tte \u00bbDie Spur der Katze\u00ab locker um 150\u2013200 Seiten k\u00fcrzen k\u00f6nnen, ohne dass man auf irgendwelche relevanten Inhalte h\u00e4tte verzichten m\u00fcssen \u2013\u00a0und es h\u00e4tte dem Buch eher gut getan denn geschadet. Zugegebenerma\u00dfen ist das aber schlicht eine stilistische Eigenheit der Autorin, die der eine mag und der andere nicht. <\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>\n5\/15 \u2013 Sexbesessene Helden stolpern durch eine mit Gestaltwandlern angereicherte Geschichte, die jeder Logik entbehrt und auch noch so detailliert erz\u00e4hlt ist, dass sie trotz aller Action und Abenteuer langweilt. Freunde des Romantic-Suspense-Genres werden an dem Buch aber m\u00f6glicherweise trotzdem ihre Freude haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Teil der Ghostwalker-Serie<\/p>\n<p>Inhalt: Die Journalistin Marisa P\u00e9r\u00e8z lebt nach einem Skandal zur\u00fcckgezogen in den Bergen Kaliforniens. 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