{"id":5242,"date":"2010-02-07T17:57:12","date_gmt":"2010-02-07T16:57:12","guid":{"rendered":"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=5242"},"modified":"2010-02-07T17:59:38","modified_gmt":"2010-02-07T16:59:38","slug":"rezension-mary-balogh-a-matter-of-class","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=5242","title":{"rendered":"[Rezension] Mary Balogh: A Matter of Class"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/1593155549\/ueberalles-21\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/2010\/1593155549.jpg\" alt=\"\" width=\"137\" height=\"208\" \/><\/a><strong>Inhalt:<\/strong><br \/>\nLady Annabelle Ashton, die Tochter des Earl of Havercroft, ist ruiniert, denn sie ist beim Versuch erwischt worden, mit dem Kutscher ihres Vaters durchzubrennen. Ihr wohlhabender Verlobter l\u00f6st daraufhin die Verbindung und die Familie muss nicht nur mit dem Skandal leben, sondern steht au\u00dferdem vor dem finanziellen Ruin. Diese Gelegenheit l\u00e4sst sich Bernie Mason, der Erzfeind des Earls, nicht entgehen: Der reiche Empork\u00f6mmling, der jahrzehntelang unter den Schm\u00e4hungen seines Nachbarn Havercroft zu leiden hatte, schl\u00e4gt seinen auf die schiefe Bahn geratenen Sohn Reginald als Br\u00e4utigam f\u00fcr das entehrte M\u00e4dchen vor und bietet so einen Ausweg aus dem Skandal sowie aus der finanziellen Misere. Reginald und Annabelle m\u00fcssen sich gezwungenerma\u00dfen der Abmachung f\u00fcgen \u2013 ein denkbar schlechter Start f\u00fcr eine Ehe \u2026\u00a0<\/p>\n<p><strong>Kommentar:<\/strong><br \/>\nVorweg sei gesagt, dass \u00bbA Matter of Class\u00ab kein \u00bbvollwertiger\u00ab Roman, sondern eine Novelle ist: Das ca. 12 Euro teure Hardcover hat nur knapp 200 Seiten, die auch noch in gro\u00dfer Schrift und mit gro\u00dfz\u00fcgigem Zeilenabstand gesetzt sind. Wer viel Geschichte f\u00fcr sein Geld erwartet, ist mit diesem Buch schlecht beraten; allen anderen sei das Buch trotz des fraglos \u00fcberteuerten Preises ans Herz gelegt, denn es bietet allerbeste Regency-Romance-Unterhaltung.  <\/p>\n<p>Reggie Mason hat in letzter Zeit einen Hang zum Gl\u00fccksspiel und ein Faible f\u00fcr teure Mode entwickelt und jede Menge Schulden angeh\u00e4uft. Sein Vater macht sich ernsthafte Sorgen deshalb, zumal er seinem Sohn eine gesellschaftliche Stellung erm\u00f6glichen m\u00f6chte, die ihm selbst nie verg\u00f6nnt war: Der Nordengl\u00e4nder aus der Arbeiterschicht hat sein sagenhaftes Verm\u00f6gen als Kohlenh\u00e4ndler gemacht, wurde aber in adligen Kreisen trotz aller Bem\u00fchungen nie akzeptiert. Er hat viel Geld in Reggies Ausbildung gesteckt, um diesen zu einem echten Gentleman zu machen, doch das Verhalten seines einzigen Sohnes in letzter Zeit ist nicht gerade die feine englische Art. Als Bernard Mason von der Misere seines Erzfeindes h\u00f6rt, dessen Tochter Annabelle in einen Skandal verwickelt ist und der kurz vor dem finanziellen Ruin steht, ist ihm sofort klar, dass er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann: Er kann Lord Haverscroft heimzahlen, dass dieser ihn jahrzehntelang geschm\u00e4ht hat, gleichzeitig kann sein Sohn in den Adelsstand einheiraten und in die gesellschaftlichen Schichten aufsteigen, denen Bernie schon immer gerne angeh\u00f6ren wollte. <\/p>\n<p>Vor allem aufgrund seiner finanaziellen Lage kann Lord Haverscroft gar nicht anders, als Masons Vorschlag z\u00e4hneknirschend zuzustimmen. Er muss seine Tochter mit einem reichen Mann verheiraten, und da nach Annabelles Eskapaden der reiche herz\u00f6gliche Verlobte abgesprungen ist und wegen des Skandals auch kein anderer sie mehr will, ist die Verheiratung mit Reggie der einzige Ausweg. Er l\u00e4sst die Masons allerdings zu jedem Zeitpunkt sp\u00fcren, dass sie nicht standesgem\u00e4\u00df sind und behandelt sie mit uns\u00e4glicher Arroganz. Seine Tochter ist zwar weniger konventionell, die erzwungene Ehe mit Reggie l\u00f6st allerdings ebenso wenig Begeisterung bei ihr wie bei ihm aus, und so zanken sich die beiden bei jedem Aufeinandertreffen, und es fliegen ordentlich die Funken. Insbesondere weil Reggie aber immer wieder versichert, das beste aus der arrangierten Ehe machen zu wollen, besteht Hoffnung auf ein gutes Ende.<\/p>\n<p>Der eigentliche Handlungszeitraum erstreckt sich \u00fcber wenige Wochen, n\u00e4mlich von der Idee der Eheschlie\u00dfung bis zum Tag der Hochzeit, allerdings ist die gegenw\u00e4rtige Handlung unterbrochen von R\u00fcckblenden in die Kindheit bzw. Jugend von Reggie und Annabelle. Wie sich herausstellt, kennen sich die beiden von fr\u00fcher, und die Episoden aus der Vergangenheit machen schnell deutlich, dass zu irgendeinem Zeitpunkt etwas Gravierendes vorgefallen sein muss, was ihre jetzige Aversion gegeneinander bzw. gegen die Ehe miteinander rechtfertigt. Gerade weil die R\u00fcckblenden zeigen, dass die beiden schon als Kinder gegen alle Standesunterschiede befreundet waren und sich sehr gesch\u00e4tzt haben, bezieht die Handlung aus der Frage, was vorgefallen sein mag, gro\u00dfe Spannung. Obwohl ein aufmerksamer Leser des R\u00e4tsels L\u00f6sung gegen Mitte des Buches anhand eines einzigen Schl\u00fcsselsatzes erahnen kann, ist die Handlung doch ausgesprochen clever aufgebaut und bietet mal etwas vollkommen anderes. <\/p>\n<p>Die Protagonisten sind \u00fcberzeugend, obwohl es ihnen \u2013 wie allen anderen Figuren \u2013 etwas an Tiefe mangelt. Ein wenig einseitig, wenngleich sicher nicht ganz unrealistisch, ist auch die Darstellung der beiden Klassen: Die Empork\u00f6mmlinge aus einfachen Verh\u00e4ltnissen sind nette Leute, die ihr Leben genie\u00dfen, offen, fr\u00f6hlich und ausgesprochen liebenswert sind; Annabelles Vater als Paradebeispiel eines Aristokraten wird hingegen dargestellt als verkn\u00f6cherter, herzloser, voreingenommener Snob. Aufgrund der K\u00fcrze der Erz\u00e4hlung ist hier aber schlicht keine differenziertere Auseinandersetzung m\u00f6glich. Immerhin zeigt Balogh einmal mehr, dass sie um historische Authentizit\u00e4t bem\u00fcht ist, denn trotz seiner Leichtigkeit stellt das Buch zwei gesellschaftliche Begebenheiten der damaligen Zeit in den Vordergrund, die einen realistischen Rahmen bieten, n\u00e4mlich den Klassenunterschied und die Tatsache, dass die adligen T\u00f6chter oftmals schlicht eine Ware waren und von ihren V\u00e4tern an den Meistbietenden verscherbelt wurden. <\/p>\n<p><strong>Fazit: <\/strong><br \/>\n13\/15 \u2013 Ein sehr unterhaltsames Buch mit einer au\u00dfergew\u00f6hnlichen Handlung, das nur leider viel zu kurz und f\u00fcr seinen Umfang viel zu teuer ist. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhalt: Lady Annabelle Ashton, die Tochter des Earl of Havercroft, ist ruiniert, denn sie ist beim Versuch erwischt worden, mit dem Kutscher ihres Vaters durchzubrennen. 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