{"id":4885,"date":"2010-01-19T16:44:05","date_gmt":"2010-01-19T15:44:05","guid":{"rendered":"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=4885"},"modified":"2011-11-02T18:33:18","modified_gmt":"2011-11-02T17:33:18","slug":"oliver-buslau-der-vampir-von-melaten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=4885","title":{"rendered":"[Rezension] Oliver Buslau: Der Vampir von Melaten"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3897056690\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/2010\/3897056690.jpg\"  \/><\/a> <strong>Inhalt:<\/strong><br \/>\nAls der legend\u00e4re Pianist Luc d&#8217;Auber in K\u00f6ln ein Konzert gibt, sieht die Journalistin Gardis Sch\u00f6nborn ihre Chance: Niemand hat je ein Interview mit ihm gemacht, und niemand wei\u00df genau, wer er ist. Nur eins ist sicher: Seine Musik verzaubert eine eingeschworene Fangemeinde. Nach dem Konzert sucht d&#8217;Auber \u00fcberraschend Gardis Hilfe und eine dramatische Verfolgungsjagd beginnt. Gardis ger\u00e4t ins Fadenkreuz eines geheimen Vampirj\u00e4gerordens und steht vor einer schweren Entscheidung. Ist d&#8217;Auber der gesuchte Vampir von Melaten?<\/p>\n<p><strong>Kommentar:<\/strong><br \/>\n\u00bbDer Vampir von Melaten\u00ab ist mein erster Regionalkrimi \u2013 und die vordringlichste Frage, die sich mir stellt, lautet: Geh\u00f6rt das eigentlich so, dass man in diesem Krimi-Sub-Genre mit Stra\u00dfennamen, Namen von Pl\u00e4tzen, Bezeichnungen von Vierteln sowie Beschreibungen von Geb\u00e4uden und Sehensw\u00fcrdigkeiten zugeballert wird? Noch nie sind mir in einem Buch so viele detaillierte Wegbeschreibungen begegnet \u2013 die in dieser Ausf\u00fchrlichkeit \u00fcberhaupt nichts bringen und damit mehr als \u00fcberfl\u00fcssig sind. Das liest sich dann wie folgt: <\/p>\n<blockquote><p>Am Glaskasten der Zentralbibliothek vorbei gelangte Gardis \u00fcber den \u00f6stlichen Rand des Neumarkts zur Schildergasse. Sie bog nach wenigen Schritten in die Krebsgasse ab, wandte sich dem Opernhaus zu und \u00fcberquerten den Platz davor [der \u00fcbrigens meines Wissens Opernplatz hei\u00dft, auf dem sich wiederum der Opernbrunnen befindet \u2013 die man beide aus unerfindlichen Gr\u00fcnden unbenannt bzw. unerw\u00e4hnt gelassen hat; A.d.R.]. Die Tunisstra\u00dfe, wo sie auf das Gr\u00fcn der Fu\u00dfg\u00e4ngerampel warten musste, zerhackte die Innenstadt wie eine kleine Autobahn. (\u2026) Die Ampel sprang auf Gr\u00fcn und als Gardis losging, sah sie hinter den D\u00e4chern die beleuchteten Domspitzen aufragen. Nachdem sie den winzigen Park bei der Minoritenkirche durchquert hatte, erkannte sie auf dem Wallrafplatz ein paar dunkle Gestalten, die wie sie Richtung Domplatte eilten. Unterhalb des R\u00f6misch-Germanischen Museums, auf dem alten r\u00f6mischen Hafenpflaster, sah sie sich von immer mehr Menschen umringt \u2026 (S. 78)  <\/p><\/blockquote>\n<p>Das liest sich f\u00fcr meine Begriffe wie ein Reisef\u00fchrer! Sollen solche ausufernden Schilderungen tats\u00e4chlich f\u00fcr regionales Flair sorgen und macht sowas einen Regionalkrimi aus? Ist es wirklich das, was die wachsende Leserschaft der Regionalkrimis an diesem Genre begeistert? Gibt es keinen weniger plumpen Weg, das Kolorit einer Stadt zu vermitteln? Mein Ding ist das \u00fcberhaupt nicht, aber da ich w\u00e4hrend des Lesens permanent Gardis&#8216; Lauf- und Fahrwege gedanklich nachvollzogen habe, kann ich immerhin feststellen, dass sich keine gr\u00f6\u00dferen Fehler eingeschlichen haben und dass ich nun ein paar Stra\u00dfennamen mehr wei\u00df \u2013 das ist ja auch schon was. <\/p>\n<p>Die Handlung an sich startet interessant. Die arbeitslose Journalistin Gardis ist auf der Suche nach einer gro\u00dfen Story, als sie einen alten Bekannten trifft, der ihr prompt ein Thema liefert: Er erz\u00e4hlt ihr von einem geheimnisumwitterten Pianisten, der jeden Kontakt zur \u00d6ffentlichkeit ablehnt und ein Konzert in der Philharmonie gibt. Gardis macht sich auf, um Informationen \u00fcber Luc d&#8217;Aubert zu sammeln und st\u00f6\u00dft bald auf einen Kollegen im Ruhestand, der ihr eine h\u00f6chst mysteri\u00f6se Geschichte \u00fcber den Pianisten erz\u00e4hlt, aber wichtige Informationen zur Beschaffung einer Karte f\u00fcr das ausverkaufte Konzert vermittelt. Beeindruckt von der Musik d&#8217;Auberts intensiviert Gardis ihre Bem\u00fchungen, mehr \u00fcber ihn herauszufinden, doch schlie\u00dflich ist der Pianist es, der sie kontaktiert und sie um Hilfe bittet: Sie soll eine unbekannte Partitur finden, die ihm Erl\u00f6sung bringen soll. <\/p>\n<p>Gardis recheriert also vor sich hin, treibt sich auf dem geschichtstr\u00e4chtigen Melatenfriedhof herum, beschreibt weiterhin ausufernd ihre Laufwege, Aufenthaltsorte und die K\u00f6lner Architekturhighlights, schildert in aller Ausf\u00fchlichkeit R\u00e4ume und Szenen und stellt irgendwann mit erstaunlicher Gelassenheit fest, dass der wundervolle Luc ein Vampir sein muss. Aus unerfindlichen Gr\u00fcnden ist sie nicht viel sp\u00e4ter ganz pl\u00f6tzlich in flammender Liebe zu dem vollkommen profillosen und geradezu blutleeren Blutsauger entbrannt und befindet sich zudem in den F\u00e4ngen eines Vampirj\u00e4gerordens, der Luc vernichten will, dem sie aber trotzdem fr\u00f6hlich alle m\u00f6glichen Details \u00fcber den Vampir offenbart \u2013 was schlie\u00dflich in einem ziemlich fantastischen, surreal anmutenden Kampf gipfelt. Das Ende setzt der Geschichte dann endg\u00fcltig die Krone auf und bietet dar\u00fcber hinaus Potenzial f\u00fcr eine Fortsetzung, die aber definitiv ohne mich stattfinden wird. <\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>\n5\/15 \u2013 Eine Geschichte, die trotz der viel zu ausf\u00fchrlichen Beschreibungen K\u00f6lscher Begebenheiten eigentlich gut startet, dann aber immer abstruser wird und mich von Seite zu Seite mehr ver\u00e4rgert hat. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p> Inhalt: Als der legend\u00e4re Pianist Luc d&#8217;Auber in K\u00f6ln ein Konzert gibt, sieht die Journalistin Gardis Sch\u00f6nborn ihre Chance: Niemand hat je ein Interview mit ihm gemacht, und niemand wei\u00df genau, wer er ist. Nur eins ist sicher: Seine Musik verzaubert eine eingeschworene Fangemeinde. 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