{"id":4620,"date":"2009-12-26T15:13:40","date_gmt":"2009-12-26T14:13:40","guid":{"rendered":"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=4620"},"modified":"2010-02-02T15:38:19","modified_gmt":"2010-02-02T14:38:19","slug":"kathryn-smith-unsterbliches-verlangen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=4620","title":{"rendered":"[Rezension] Kathryn Smith: Unsterbliches Verlangen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Originaltitel: Be Mine Tonight<\/strong><br \/>\n1. Teil der Schattenritter-Serie<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3426502313\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/3426502313.jpg\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/0060848367\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/0060848367.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Inhalt:<\/strong><br \/>\nSeit sechs Templer w\u00e4hrend der Kreuzz\u00fcge in Vampire verwandelt wurden, dienen sie dem Vatikan als Schattenritter und suchen nach dem Heiligen Gral, der ihnen Erl\u00f6sung verspricht. Einer von ihnen, der ruppige Einzelg\u00e4nger Chapel, folgt einer Spur an die wilde K\u00fcste Cornwalls \u2013 und findet dort die willensstarke Prue, die sein Herz nach 600 Jahren wieder zum Gl\u00fchen bringt &#8230; <\/p>\n<p><strong>Kommentar:<\/strong><br \/>\nDie krebskranke Prudence Ryland ist zusammen mit dem Forscher Marcus Grey auf der Suche nach dem Heiligen Gral \u2013\u00a0in der Hoffnung, dass ein Schluck aus dem mystischen Gegenstand sie von ihrem Leiden heilen wird. Als die Kirche von ihrem Vorhaben erf\u00e4hrt, werden zur Wahrung der vatikanischen Interessen zwei Vertreter geschickt, die die Suche beaufsichtigen sollen: Pater Molyneux und der angebliche Historiker Chapel, der in Wahrheit einer der vampirischen Schattenritter ist und sich durch den Gral die Erl\u00f6sung von seinem Vampirdasein erhofft. Zwischen Chapel und Pru knistert es von der ersten Begegnung an gewaltig, obwohl ihre Einstellung zu ihrem Dasein und die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Gralssuche nicht unterschiedlicher sein k\u00f6nnte: W\u00e4hrend Pru ihr Leben verl\u00e4ngern m\u00f6chte, hofft Chapel, seine Existenz mithilfe des Grals beenden zu k\u00f6nnen. Vor allem in der zweiten H\u00e4lfte der Handlung tritt diese sehr gegens\u00e4tzliche Lebenseinstellung deutlich hervor, denn Pru erf\u00e4hrt, wer bzw. was Chapel wirklich ist \u2013 und dass er sie retten kann. Chapel allerdings hadert mit seiner Moral und schaut tatenlos zu, wie seine Geliebte mit riesigen Schritten auf den sicheren Tod zusteuert \u2026<\/p>\n<p>Kathryn Smith hat eigentlich gute Voraussetzungen f\u00fcr einen guten paranormalen Liebesroman geschaffen, und das Buch startet auch vielversprechend, kann aber die geweckten Erwartungen nicht erf\u00fcllen. Die Gralsidee ist wirklich gut, doch die Handlung pl\u00e4schert letztendlich ohne echte H\u00f6hepunkte vor sich hin und ist relativ spannungsarm. Nur bedingt nachvollziehbar war f\u00fcr mich die auf den ersten Blick und nat\u00fcrlich f\u00fcr die Ewigkeit entflammte Liebe zwischen den Protagonisten. <\/p>\n<p>Apropos Protagonisten, die sind das Hauptproblem an der Geschichte \u2013 um genau zu sein: Chapel ist das Problem. Er ist eigentlich ein ziemlich klassischer Vampir: Er braucht Blut zum \u00dcberleben, vertr\u00e4gt kein Tageslicht, ist extrem schnell und stark und hat einen au\u00dfergew\u00f6hnlich guten Geruchs-, H\u00f6r- und Sehsinn; zwar hat er im Gegensatz zum altbekannten Vampir ein Spiegelbild, daf\u00fcr kann er in Menschengestalt \u2013\u00a0pardon, Vampirgestalt \u2013 fliegen. Letzteres ist recht praktisch, zumal er sogar Passagiere mitnehmen kann: Prudence zum Beispiel, um mit ihr im Hof von Buckingham Palace eine schnelle Nummer zu schieben. Eigentlich ist Chapel also ein recht beeindruckender Kerl \u2013\u00a0wenn da nicht seine permanente Weinerlichkeit, sein grenzenloses Selbstmitleid und sein enervierender Selbsthass w\u00e4re. Er hat sich n\u00e4mlich von der Kirche jahrhundertelang einreden lassen, er sei ein \u00bbMonstrum\u00ab \u2013 als durchschlagenden Beweis daf\u00fcr sieht er unter anderem den Tod seiner fr\u00fcheren Verlobten vor 600 Jahren an, den er immer noch nicht verkraftet hat. Da er Pru nicht ebenfalls zu einer \u00bbAbscheulichkeit\u00ab machen will, lehnt er ihren Wunsch, er m\u00f6ge sie verwandeln, rigoros ab und steht ihr stattdessen lieber bei ihrem schmerzlichen Dahinsiechen bei. Alles aus Liebe, wie sich beide einreden, nicht aus Mangel an Liebe. Immerhin kann Pru ihn nach einigem Hin und Her dazu \u00fcberreden, mit ihr zu schlafen, sodass sie wenigstens nicht als Jungfrau sterben muss \u2013 was aber auch einiges an \u00dcberzeugungskraft erfordert, denn Chapel unterbricht mit seinen Bedenken und Einw\u00e4nden noch den eigentlichen Akt (\u00bbIch bin kein Mensch, Pru. Was die Kirche und die Welt betrifft, bin ich eine Abscheulichkeit. Willst du die als deinen Liebhaber?\u00ab, S. 297). Aus unerfindlichen Gr\u00fcnden r\u00e4umt er trotz aller Selbstverachtung Pru gegen\u00fcber ein, dass er selbst mit dem heutigen Wissen wieder aus dem Kelch trinken und ein Vampir werden w\u00fcrde; angesichts seiner Selbstverachtung ist das schwer nachvollziehbar, ebenso wie sein pl\u00f6tzliches Umdenken gegen Ende des Buches, als ihn die Einsicht ereilt, dass er vielleicht doch kein d\u00e4monisches Monster ist. <\/p>\n<p>Pru ist ein vollkommen gegens\u00e4tzlicher Charakter: Sie ist trotz ihrer Krankheit optimistisch, willensstark, entschlossen und betrachtet das Leben mit einer geh\u00f6rigen Portion Humor. Sie, die bald viel zu jung sterben muss und doch so lebenshungrig ist, hat nat\u00fcrlich keinerlei Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Gejammer eines Unsterblichen und macht der vampirischen Heulsuse wegen seiner Einstellung zum Leben und seiner Selbstverachtung ordentlich Feuer unterm Hintern. Allerdings ist ihre Beurteilung von Chapels Situation \u2013\u00a0wenngleich im Ansatz sicher richtig \u2013\u00a0f\u00fcr meine Begriffe zu schwarz-wei\u00df und zu moralisch-vern\u00fcnftig, um uneingeschr\u00e4nkte Sympathien f\u00fcr sie zu wecken. Schlimmer noch ist ihr gnadenloses Urteil \u00fcber Chapels fr\u00fchere Verlobte, das vollkommen anma\u00dfend ausf\u00e4llt und dem jeder Bezug zur Realit\u00e4t fehlt. Hier ist die Autorin beim Versuch, Prus bedingungslose Loyalit\u00e4t herauszuarbeiten, zum Teil ein wenig \u00fcbers Ziel hinausgeschossen; dennoch ist die weibliche Protagonistei im Gro\u00dfen und Ganzen gut gelungen. <\/p>\n<p>Das Buch spielt im Gegensatz zu den meisten anderen paranormalen Romanzen gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Obwohl die Autorin sich mit historischen Liebesromanen einen Namen gemacht hat und auch heute noch bzw. wieder solche schreibt, ist das Zeitkolorit nicht besonders gut eingefangen. Abgesehen davon, dass es keinerlei Heilungschancen f\u00fcr Pru gibt (was ja leider auch heutzutage ab einem Gewissen Stadium der Krebserkrankung der Fall ist), hatte ich nie wirklich das Gef\u00fchl, mich in der viktorianischen Zeit zu befinden. Das ist zwar nicht wirklich schlimm, aber ein wenig schade, weil sich das Buch dadurch von anderen Romanen h\u00e4tte abheben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise ist die Sprache ein Indiz f\u00fcr die Zeit, in der das Buch spielt \u2013 ich bin mir allerdings nicht sicher, ob die teils etwas antiquiert wirkende Ausdrucksweise nicht auf die \u00dcbersetzung zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Diese ist n\u00e4mlich auch sonst stellenweise etwas sperrig und l\u00e4sst einen wegen diverser kleinerer Ungenauigkeiten immer mal wieder stolpern, etwa \u00fcber \u00bbk\u00fchlende Kohlen\u00ab (S. 148). <\/p>\n<p><strong>Fazit: <\/strong><br \/>\n8\/15 \u2013 Seichte, aber solide Unterhaltungsliteratur mit Potenzial, deren gr\u00f6\u00dftest Manko der weinerliche und v\u00f6llig unvampirische Vampir in der m\u00e4nnlichen Hauptrolle ist. Da die Schattenritter in den Hauptrollen der folgenden B\u00e4nde der Serie deutlich besser sein sollen, werde ich der Serie wohl noch eine zweite Chance geben. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Originaltitel: Be Mine Tonight 1. Teil der Schattenritter-Serie<\/p>\n<\/p>\n<p>Inhalt: Seit sechs Templer w\u00e4hrend der Kreuzz\u00fcge in Vampire verwandelt wurden, dienen sie dem Vatikan als Schattenritter und suchen nach dem Heiligen Gral, der ihnen Erl\u00f6sung verspricht. 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