{"id":4542,"date":"2009-12-22T13:21:16","date_gmt":"2009-12-22T12:21:16","guid":{"rendered":"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=4542"},"modified":"2010-02-02T15:38:42","modified_gmt":"2010-02-02T14:38:42","slug":"richelle-mead-succubus-blues","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=4542","title":{"rendered":"[Rezension] Richelle Mead: Succubus Blues"},"content":{"rendered":"<p><strong>Originaltitel: Succubus Blues<\/strong><br \/>\n1. Teil der Georgina-Kincaid-Serie<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3866080956\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/3866080956.jpg\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/0553818929\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/0553818929.jpg\" \/><\/a> <\/p>\n<p><strong>Inhalt: <\/strong><br \/>\nWenn man schon f\u00fcr die H\u00f6lle arbeiten muss, erscheint der Job als Sukkubus verdammt gro\u00dfartig. Eine Frau kann alles sein, was sie m\u00f6chte, ihre Klamotten sind einfach umwerfend und sterbliche M\u00e4nner liegen ihr zu F\u00fc\u00dfen. Zugegeben, sie bezahlen oft mit ihrer Seele daf\u00fcr &#8211; aber warum sich mit dem Kleingedruckten aufhalten? Allerdings ist das Leben der Georgina Kincaid, Sukkubus in Seattle, weitaus weniger exotisch. Ihr Boss ist ein D\u00e4mon aus dem mittleren Management mit einer Schw\u00e4che f\u00fcr John-Cusack-Filme. Ihre besten Freunde, alles Unsterbliche, ziehen sie nach wie vor damit auf, dass sie sich in eine D\u00e4moneng\u00f6ttin verwandelt hat, so mit allem Drum und Dran: aufreizendes Outfit, Peitsche und Fl\u00fcgel. Und sie kann sich einfach nicht mit jemandem treffen, ohne ihm einen Teil seiner Lebensenergie auszusaugen. Bleibt wenigstens noch ihr Alltagsjob in der \u00f6rtlichen Buchhandlung &#8211; also kostenlos B\u00fccher, so viel sie lesen m\u00f6chte, kostenlos White Chocolate Mocha, so viel sie trinken m\u00f6chte, und leichten Zugang zum Bestsellerautor Seth Mortensen alias \u00bbEr-Den-Sie-Um-Jeden-Preis-Haben-M\u00f6chte\u00ab &#8230;<\/p>\n<p><strong>Kommentar:<\/strong><br \/>\nObwohl der Klappentext ein bisschen nach paranormalem Liebesroman klingt, hat man es eher mit klassischer Urban Fantasy mit Krimi- und Liebesroman-Elementen und einer geh\u00f6rigen Portion Humor zu tun. Das Setting ist ziemlich interessant: Das Buch spielt im modernen Seattle, wo alle m\u00f6glichen \u00fcbernat\u00fcrlichen Gestalten unerkannt neben Menschen leben. Man begegnet neben der Hauptperson Georgina, die ein Sukkubus ist, Kobolden, Vampiren, Engeln und D\u00e4monen, die eine illustre, aber faszinierende Gesellschaft bilden. Sie alle sehen sich mit unheimlichen \u00dcbergriffen und Morden an Unsterblichen verschiedener Rassen konfroniert, mit deren Aufkl\u00e4rung sie sich befassen. <\/p>\n<p>Leider klingt das spannender als es anf\u00e4nglich ist, denn die M\u00f6rderhatz pl\u00e4tschert zun\u00e4chst eher im Hintergrund vor sich hin, w\u00e4hrend Georginas verkorkstes Liebesleben im Vordergrund steht. Sie lernt n\u00e4mlich zwei sehr interessante M\u00e4nner kennen, den Dozenten Roman und den Schriftsteller Seth, die unterschiedlicher nicht sein k\u00f6nnten, sie aber beide gleicherma\u00dfen fesseln. Da sie eigentlich ein netter Sukkubus ist, will sie mit keinem von beiden etwas anfangen, denn damit w\u00fcrde sie \u2013 gem\u00e4\u00df ihres Wesens \u2013 die M\u00e4nner in Lebensgefahr bringen. Dieser innere Konflikt nimmt zun\u00e4chst weite Teile der Handlung ein und ist ein wenig erm\u00fcdend; in der zweiten H\u00e4lfte nimmt die Handlung dann aber deutlich an Fahrt auf und an Spannung zu: Die Suche nach dem M\u00f6rder wird vorangetrieben und auch hinsichtlich der beiden M\u00e4nner tut sich einiges \u2013 zum Teil durchaus \u00dcberraschendes. Die Aufl\u00f6sung l\u00e4sst interessante M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Fortsetzungen offen, das Motiv f\u00fcr die Morde ist allerdings nicht wirklich \u00fcberzeugend. <\/p>\n<p>Die Figuren zeigen gute Ans\u00e4tze, sind aber aber alles in allem etwas flach geraten. Vor allem Georginas unsterblichen Freunden h\u00e4tte ein wenig mehr Profil gut getan; einzig der Engel Carter und ansatzweise auch der Kobold Hugh stechen positiv heraus und bleiben im Ged\u00e4chtnis. Die beiden M\u00e4nner Roman und Seth sind besser ausgearbeitet, aber auch nicht richtig durchschlagend; als Objekt der Begierde wirken sie auf mich wenig attraktiv \u2013\u00a0vor allem der zerstreute Seth ist mir zu sehr der Typ \u00bblieber Langweiler\u00ab. Georgina selbst ist eine gute Figur mit vielen Facetten, leider kommt ihr sukkubisches Wesen nur ansatzweise heraus und h\u00e4tte deutlicher ausgearbeitet werden m\u00fcssen. Sie wirkt zudem ein wenig zu warmherzig, nett und r\u00fccksichtsvoll f\u00fcr ein derartiges Wesen, auch wenn die Gr\u00fcnde daf\u00fcr einigerma\u00dfen plausibel erkl\u00e4rt sind; f\u00fcr mich ist das dennoch nicht ganz stimmig. <\/p>\n<p>Aber nicht nur bez\u00fcglich der Figuren gibt es Schw\u00e4chen; man merkt dem Buch auch dar\u00fcber hinaus an, dass es ein Erstlingswerk ist \u2013 es erscheint an vielen Stellen einfach nicht ganz ausgereift. Es gibt viele halbgare Dialoge, Gedankenspr\u00fcnge und eine Vielzahl vollkommen \u00fcberfl\u00fcssiger Szenen, die aneinander gereiht wirken und die Handlung einfach nur in die L\u00e4nge ziehen. Das alles w\u00e4re aber zu verkraften, w\u00e4re da nicht \u2026 <\/p>\n<p>\u2026 die grauenvolle deutsche Edition des Buches! Irritierend f\u00fcr Auge und Verstand ist schon die Entscheidung des Verlages, franz\u00f6sische Anf\u00fchrungszeichen nicht \u2013 wie in Deutschland \u00fcblich \u2013 in deutscher Anwendung (\u00bbBeispiel\u00ab), sondern in franz\u00f6sischer Anwendung (\u00abBeispiel\u00bb) zu benutzen, was beim Lesen zu einiger Verwirrung f\u00fchrt. Das ist allerdings nur eine Kleinigkeit angesichts der weiteren Verbrechen, die hier von \u00dcbersetzer und Lektorat bzw. Korrektorat (falls \u00fcberhaupt vorhanden) begangen wurden, denn dieses Buch z\u00e4hlt zu den fehlerhaftesten Ausgaben, die mir je in die H\u00e4nde gefallen sind. Der Text liest sich nicht nur \u00e4u\u00dferst holprig, sondern ist dar\u00fcber hinaus auch von unz\u00e4hligen Tipp-, Rechtschreib-, Grammatik- und Satzfehlern durchzogen. Doch damit nicht genug: vielfach fehlen W\u00f6rter und ganze Satzteile, immer wieder werden Begriffe unpassend \u00fcbersetzt und Wendungen einfach blind ins Deutsche \u00fcbertragen. Dadurch wird immer wieder der Lesefluss gehemmt und der Spa\u00df an der Geschichte sinkt rapide. Ich rate jedem, der des Englischen einigerma\u00dfen m\u00e4chtig ist und sich f\u00fcr das Buch interessiert, zum Original zu greifen und die Finger von der deutschen Ausgabe zu lassen \u2013 denn die ist wirklich eine Zumutung, zumal f\u00fcr den Preis von 12,95 Euro. <\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>\n7\/15 \u2013 Eine interessante Geschichte mit guten Ans\u00e4tzen und einer faszinierenden Hintergrundidee, die aber \u2013 zumindest zum Teil \u2013\u00a0noch ganz sch\u00f6n unausgereift wirkt und vor allem anfangs schwer in die G\u00e4nge kommt. Sehr wahrscheinlich h\u00e4tte ich die Originalausgabe etwas besser bewertet; da ich aber nur beurteilen kann, was ich gelesen habe und keinen Grund sehe, die Sprache als Werkzeug des Autors vom Text zu trennen, flie\u00dft nat\u00fcrlich die schlechte \u00dcbersetzung in die Gesamtwertung ein.  So oder so: Den begeisterten Volle-Punktzahl-Bewertungen h\u00e4tte ich mich keinesfalls angeschlossen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Originaltitel: Succubus Blues 1. Teil der Georgina-Kincaid-Serie<\/p>\n<\/p>\n<p>Inhalt: Wenn man schon f\u00fcr die H\u00f6lle arbeiten muss, erscheint der Job als Sukkubus verdammt gro\u00dfartig. Eine Frau kann alles sein, was sie m\u00f6chte, ihre Klamotten sind einfach umwerfend und sterbliche M\u00e4nner liegen ihr zu F\u00fc\u00dfen. 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