{"id":4274,"date":"2009-11-27T11:28:49","date_gmt":"2009-11-27T10:28:49","guid":{"rendered":"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=4274"},"modified":"2010-02-02T15:40:01","modified_gmt":"2010-02-02T14:40:01","slug":"amber-kizer-meridian-dunkle-umarmung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=4274","title":{"rendered":"[Rezension] Amber Kizer: Meridian. Dunkle Umarmung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Originaltitel: Meridian<\/strong><br \/>\n1. Band der Fenestra-Serie<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3426283018\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/3426283018.jpg\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/0385736681\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/0385736681.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Inhalt: <\/strong><br \/>\nWenn kleine Tiere sp\u00fcren, dass der Tod nah ist, suchen sie Meridians N\u00e4he, um an sie gekuschelt zu sterben. Das war schon immer so, seit Meridian geboren wurde, und sie macht sich l\u00e4ngst keine Gedanken mehr dar\u00fcber. Doch an ihrem 16. Geburtstag ist pl\u00f6tzlich etwas anders: Als vor Meridians Haus ein schwerer Unfall passiert, empfindet das M\u00e4dchen den Schmerz der Sterbenden am eigenen Leib &#8211; und entgeht selbst nur knapp dem Tod. Jetzt erst erf\u00e4hrt sie die Wahrheit: Sie geh\u00f6rt zu den Fenestras, die den Seelen der Verstorbenen das Fenster zum Himmel \u00f6ffnen k\u00f6nnen. Ihre Gabe ist nun voll erwacht und bringt Meridian in gr\u00f6\u00dfte Gefahr, denn die Fenestras haben dunkle Gegenspieler &#8230;<\/p>\n<p><strong>Kommentar:<\/strong><br \/>\n\u00bbMeridian\u00ab ist ein weiteres All-Age-Fantasy-Romance-Buch einer noch jungen Autorin, das \u00fcberall so hoch gelobt wird, dass ich mich zum Lesen entschlossen habe, obwohl mich der Klappentext eigentlich nicht wirklich angesprochen hat. Um es vorweg zu nehmen: Ich h\u00e4tte auf mein Bauchgef\u00fchl h\u00f6ren sollen, denn einmal mehr kann ich die allgemeine Begeisterung nicht teilen. <\/p>\n<p>Schon der Beginn des Buches sorgt f\u00fcr Irritation. Nach einem kurzen Abriss \u00fcber Meridians Kindheit und Jugend, in dem man erf\u00e4hrt, dass die Au\u00dfenseiterin seit ihrer Geburt den Tod anzieht und in ihrer Gegenwart st\u00e4ndig Tiere sterben, beginnt die eigentliche Story mit Meridians sechzehnten Geburtstag. Just an diesem Tag wird das M\u00e4dchen in einen Autounfall verwickelt und von ihren merkw\u00fcrdigen und v\u00f6llig \u00fcberforderten Eltern aus dem Haus geschafft: Ausgestattet mit einem Brief ihrer Mutter, der mindestens ebenso viele Fragen aufwirft wie er beantwortet, wird sie in einen Bus nach Colorado verfrachtet, der sie zu ihrer Tante Merry bringen soll, die sie noch nie zuvor getroffen hat. Nach einigen Schwierigkeiten dort angekommen, erf\u00e4hrt sie nach langem Hin und Her, dass sie eine Fenestra ist, ein Wesen, das Sterbende in den Himmel zum Sch\u00f6pfer begleitet. Wo es die Guten gibt, gibt es nat\u00fcrlich auch die B\u00f6sen \u2013 in diesem Fall in Gestalt der Aternocti, die nicht nur versuchen, die sterbenden Seelen in die H\u00f6lle zum Zerst\u00f6rer zu bringen, sondern die dar\u00fcber hinaus die Fenestrae t\u00f6ten oder auf die Seite des B\u00f6sen ziehen wollen. Die verst\u00e4ndlicherweise v\u00f6llig \u00fcberforderte Meridian muss also nicht nur lernen, Menschen auf die andere Seite zu begleiten, ohne selbst Schaden dabei zu nehmen, sie muss sich auch noch f\u00fcr den Kampf gegen die Aternocti wappnen. <\/p>\n<p>Das M\u00e4dchen kann einem wirklich leid tun \u2013 und zwar nicht nur wegen dem, was da auf sie einst\u00fcrzt, sondern auch wegen des unsinnigen Verhaltens ihrer Verwandtschaft. Da lassen ihre gro\u00dfartigen Eltern sie \u2013 trotz besseren Wissens \u2013 sechzehn Jahre lang in dem Glauben, sie sei verantwortlich f\u00fcr den Tod all der in ihrer N\u00e4he verstorbenen Tiere, statt ihr vielleicht mal zu erkl\u00e4ren, dass sie diese nicht t\u00f6tet, sondern ihnen hilft. Es lehrt sie auch keiner, besser mit ihrer Begleiteraufgabe umzugehen, sodass ihr das Sterben der Tiere keine Schmerzen und schlaflosen N\u00e4chte bereitet. Und es bereitet sie auch keiner darauf vor, dass sie an ihrem sechzehnten Geburtstag die Familie verlassen muss und ab diesem Tag auch menschlichen Seelen beim \u00dcbertritt zu helfen hat.  Warum um alles in der Welt hat niemand sie vorher mit ihrer Tante Merry, ebenfalls eine Fenestra, bekannt gemacht, damit sie aufgekl\u00e4rt und vern\u00fcnftig auf ihre neue schwierige Aufgabe vorbereitet werden kann? Und das, obwohl von vornherein klar ist, dass \u00bbdie Tante\u00ab \u2013\u00a0wie sie die meiste Zeit \u00fcber v\u00f6llig unpers\u00f6nlich genannt wird\u00a0\u2013 zum Zeitpunkt von Meridians Geburtstag nur noch wenige Tage zu leben hat und mitnichten ausreichend Zeit hat, ihrer Nichte alles Notwendige beizubringen? Selbst bei Tante Merry angekommen, wird Meridian aus unerfindlichen Gr\u00fcnden \u00fcber vieles im Dunklen gelassen und mit dem lapidaren Hinweis abgespeist, sie m\u00fcsse lernen, Vertrauen zu sch\u00f6pfen und tun, was ihr gesagt wird. Das alles macht in meinen Augen \u00fcberhaupt keinen Sinn und ist ein gravierender logischer Mangel.<\/p>\n<p>Unausgegoren ist auch der Aternocti-Plot. Es scheint ja offenbar von vornherein festzustehen, dass das M\u00e4dchen, sobald sie 16 Jahre alt ist, von den Schergen des Zerst\u00f6rers gejagt werden wird. Warum die Aternocti den Geburtstag \u00fcberhaupt abwarten, ist unklar; w\u00e4ren sie schlau, w\u00fcrden sie Meridian schon vorher ausschalten, dann m\u00fcssten sie sich nicht mit einer \u00bbvollwertigen\u00ab Fenestra herumschlagen. Immerhin waren die Aternocti, die sich u.a. verantwortlich zeichnen f\u00fcr den Untergang der Azteken, von Atlantis und den Osterinseln (von denen ich noch gar nicht wusste, dass sie \u00fcberhaupt untergegangen sind!), so weise, sich in der Stadt anzusiedeln, in der Tante Merry und nun eben auch Meridian leben. Sie treten ausgerechnet in Gestalt eines abgrundtief b\u00f6sen Sektenf\u00fchrers in Erscheinung, der seiner Kirchengemeinde mittelalterliche Vorstellungen einimpft und sie mit seiner B\u00f6sartigkeit vergiftet. Die 106 Jahre alte und eigentlich sehr erfahrene Tante steht den Aternocti dummerweise vollkommen hilflos gegen\u00fcber. Sie ist einem solchen Wesen nie wissentlich begegnet und hat keine Ahnung, wie man sich ihnen zur Wehr setzen kann. Immerhin gibt sie Meridian einen \u00fcberaus weisen Vorschlag an die Hand: Sie soll ein paar andere Fenestrae fragen, vielleicht k\u00f6nnen die helfen. Es bleibt ihr Geheimnis, warum sie sich nicht mal vorher um das Problem gek\u00fcmmert hat, nachdem doch klar war, dass Meridian gejagt werden w\u00fcrde \u2013 wahrscheinlich war auch ihre Zeit vor lauter Steppdeckenn\u00e4hen knapp, so wie auch der Mutter die Zeit ausgegangen ist, ohne dass sie ihrer Tochter etwas erkl\u00e4ren konnte. <\/p>\n<p>In Anbetracht des unverantwortlichen Verhaltens ihrer Umwelt braucht es einen ja schon nicht mehr zu wundern, dass auch Meridian seltsam ist. Sie nimmt die Trennung von ihrer Familie \u00fcber weite Strecken ebenso klaglos hin wie den drohenden Tod ihrer Tante, der sie zu allem \u00dcbel auch noch beim \u00dcbertritt ins Jenseits helfen muss, wie sie erf\u00e4hrt.    Meridians Handlungsmotive sind mir oft unklar, und sie ist mir nicht sehr sympathisch; teilweise wirkt sie seltsam starr und emotionslos, teilweise extrem kindlich. Letzteres liegt nicht nur an ihrer Begeisterung f\u00fcr den mehrfach erw\u00e4hnten Sponge-Bob-Flanellschlafanzug, sondern auch an ihren Umgang mit dem Jungen Tens und an ihrer unauthentischen Ausdrucksweise. Welche Sechzehnj\u00e4hrige w\u00fcrde denn bitte \u00bbWas wird hier gespielt?\u00ab (S. 143) fragen, wenn die Tante in heller Panik zur Schrotflinte greift, oder vor \u00dcberraschung \u00bbAch du heiliger Strohsack?\u00ab (S. 306) rufen?! Das ist einfach nicht glaubw\u00fcrdig und passt ebenso wenig wie die keusche Liebesbeziehung zum geheimnisvollen Tens, der vielleicht ihr W\u00e4chter oder ein Kriegerengel ist, vielleicht aber auch nicht, und dessen Schicksal irgendwie mit Meridians verkn\u00fcpft ist.   <\/p>\n<p>Kann man \u00fcber die Logikm\u00e4ngel und die Dialoge und Handlungen, die nur bedingt Sinn machen, hinwegsehen, l\u00e4sst sich das Buch ganz nett weglesen; nett sind vor allem einige Szenen mit Tante Merry, die ein hohes Ma\u00df an Geborgenheit vermitteln. Alles in allem pl\u00e4tschert die Geschichte ohne gro\u00dfe H\u00f6hen und Tiefen und ziemlich spannungsarm vor sich hin, wozu auch der wundersame \u00bbEndkampf\u00ab passt, der denkbar unspektakul\u00e4r und ohne echtes Zutun der reichlich blass geratenen Hauptpersonen vonstatten geht, die m\u00e4rchenhafterweise unverhoffte Hilfe erhalten.   <\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>\n5\/15 \u2013 Eine nicht wirklich glaubw\u00fcrdige Protagonistin irrt durch ein halbgares Buch. Ein Jammer um die tolle und au\u00dfergew\u00f6hnliche Grundidee! Die Fortsetzung, an der die Autorin derzeit arbeitet, werde ich ganz sicher nicht lesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Originaltitel: Meridian 1. Band der Fenestra-Serie<\/p>\n<\/p>\n<p>Inhalt: Wenn kleine Tiere sp\u00fcren, dass der Tod nah ist, suchen sie Meridians N\u00e4he, um an sie gekuschelt zu sterben. Das war schon immer so, seit Meridian geboren wurde, und sie macht sich l\u00e4ngst keine Gedanken mehr dar\u00fcber. Doch an ihrem 16. Geburtstag ist pl\u00f6tzlich etwas anders: [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[63,82],"tags":[107,215,71,238,224],"class_list":["post-4274","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-fantasycontemp","category-note4","tag-5-punkte","tag-all-age-fantasy","tag-contemporary-fantasy","tag-jugendbuch","tag-young-adult","odd"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4274"}],"collection":[{"href":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4274"}],"version-history":[{"count":15,"href":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4274\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":5311,"href":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4274\/revisions\/5311"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4274"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4274"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4274"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}