{"id":3813,"date":"2009-10-21T19:27:23","date_gmt":"2009-10-21T17:27:23","guid":{"rendered":"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=3813"},"modified":"2017-03-13T14:50:17","modified_gmt":"2017-03-13T13:50:17","slug":"catherine-coulter-lord-deverills-erbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=3813","title":{"rendered":"Catherine Coulter: Lord Deverills Erbe"},"content":{"rendered":"<p><strong>Originaltitel: Lord Deverill&#8217;s Heir<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3453040805\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/3453040805.jpg\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/0451163621\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/0451163621.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Inhalt: <\/strong><br \/>\n1810. Der Tod ihres Vaters, des Earl of Stafford, wird f\u00fcr Arabella zum Beginn einer ungl\u00fccklichen Ehe. Um ihren Landsitz zu behalten, muss sie den arroganten Justin heiraten, der ihr gleich in der Hochzeitsnacht zu erkennen gibt, dass ihr unbeschwertes Leben ein Ende hat. Sie muss sich dem r\u00fccksichtslosen Mann unterwerfen und ihm bedingungslos gehorchen. Dann ger\u00e4t Justin in t\u00f6dliche Gefahr, und sie muss sich entscheiden: zwischen Gehorsam und der Liebe zu einem anderen Mann \u2026 <\/p>\n<p><strong>Kommentar:<\/strong><br \/>\nDass sich hinter \u00bbLord Deverills Erbe\u00ab ein typischer 1980er-Jahre-Liebesroman verbirgt, macht schon der Klappentext ziemlich deutlich \u2013\u00a0auch wenn er vorne und hinten nicht stimmt. Vor allem gibt es keinen zweiten Mann in Arabellas Leben, auch wenn ihr ein solcher von ihrem Gatten angedichtet wird. Aber von vorn. <\/p>\n<p>Arabellas Vater verf\u00fcgt in seinem Testament, dass seine Tochter und der neue Lord, ihr Cousin zweiten Grades, heiraten sollen. Nach kurzem Z\u00f6gern willigen die beiden ein, denn sonst w\u00fcrden sie auf Besitz und Geld verzichten m\u00fcssen; zudem f\u00fchlen sich die beiden durchaus zueinander hingezogen, das Opfer ist also nicht allzu gro\u00df. Doch kurz vor der Hochzeit taucht ein charmanter franz\u00f6sischer Cousin auf, Comt\u00e9 Gervaise, der die Damen des Hauses \u2013 Arabella, ihre Mutter und ihre Halbschwester Elsbeth \u2013 m\u00fchelos zu bezirzen vermag. Justin rast vor Eifersucht, und als er nicht viel sp\u00e4ter beobachtet, wie der suspekte Franzose an seiner Hose nestelnd den Heuschober verl\u00e4sst und Arabella Minuten sp\u00e4ter folgt, ist f\u00fcr ihn klar: seine zuk\u00fcnftige Frau betr\u00fcgt ihn. <\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich bl\u00e4st er aber nicht etwa die Hochzeit ab, sondern heiratet die 18-J\u00e4hrige trotzdem und vergewaltigt sie in der Hochzeitsnacht \u2013 was \u00fcbrigens fast schon ein Kunstst\u00fcck ist, denn sie ist eigentlich durchaus willens und kommt voller Vorfreude in sein Gemach, um eine wundervolle Entjungferungsnacht mit ihm zu verbringen. Sie verliert allerdings verst\u00e4ndlicherweise die Lust, als er ihr die Kleider vom Leib rei\u00dft und sich brutal in sie rammt \u2013\u00a0obwohl es ihm keinen Spa\u00df macht, wie er sp\u00e4ter betont! Ausgerechnet er beklagt sich hinterher auch noch bei ihr: \u00bbVielen Dank, liebe Arabella, f\u00fcr diese Farce einer Hochzeitsnacht\u00ab (S. 104). Dass seine frisch Angetraute \u2013 wie er mit einiger Verwunderung feststellen muss \u2013  wider Erwarten Jungfrau ist, erkl\u00e4rt er mit ihrer Durchtriebenheit und unterstellt ihr, mit Cousin Gervaise \u00bbSodomie\u00ab betrieben zu haben. W\u00e4hrend sich der Leser noch fragt, was die Anklage der Sodomie jetzt hier verloren hat und ob Gervaise vielleicht ein wilder Hengst ist, wird die durch und durch unschuldige Arabella auch schon von ihrem weltgewandten Ehemann aufgekl\u00e4rt: \u00bbUnter Sodomie versteht man gewisse Formen unnat\u00fcrlichen Geschlechtsverkehrs. (\u2026) Falls du nicht verstehen solltest, was man unter einem Akt unnat\u00fcrlichen Geschlechtsverkehrs versteht, meine Liebe, brauchst du nur an dein sch\u00f6n gerundetes Hinterteil zu denken\u00ab (S. 113). Aha. <\/p>\n<p>Arabella ist verst\u00e4ndlicherweise vollkommen fassungslos \u00fcber Justins schwachsinnige Vorw\u00fcrfe, weshalb sie \u2013 vor lauter Entgeisterung \u2013 dazu schweigt. Klar, dass Justin ihr Schweigen als Schuldeingest\u00e4ndnis deutet. Ebenso klar, dass der Karren damit endg\u00fcltig im Dreck feststeckt, sodass auch Arabellas sp\u00e4tere halbherzige Versuche, ihren Mann aufzukl\u00e4ren, nat\u00fcrlich fehlschlagen. Also hassen die beiden einander, obwohl sie sich ja eigentlich lieben. Immerhin kommt es zu keinen weiteren \u00dcbergriffen irgendeiner Art. <\/p>\n<p>Arabellas Halbschwester hat auch nicht mehr Gl\u00fcck in der Liebe, denn sie f\u00e4llt derweil auf den b\u00f6sen Comt\u00e9 rein, der sie r\u00fccksichtslos zur Verwirklichung seiner durchtriebenen Pl\u00e4ne benutzt. Immerhin Arabellas Mutter findet den Mann ihres Lebens, w\u00e4hrend der b\u00f6se Gervaise seine finsteren Intrigen spinnt. Und selbstverst\u00e4ndlich kriegt am Ende auch Arabella noch eine Chance auf ein Happy-End, denn Justin wird infolge diverser dramatischer Entwicklungen klar, dass er die Situation damals irgendwie ein bisschen falsch eingesch\u00e4tzt hat.<\/p>\n<p>Na ja, was soll man dazu noch sagen?! Ein Buch, das um ein strunzdoofes Missverst\u00e4ndnis herum konstruiert wird, in dem die Frau von ihrem Mann vergewaltigt wird und das sich trotzdem Liebesroman nennt \u2013\u00a0das ist wirklich so typisch f\u00fcr den 1980er-Jahre-Geschmack, dass sich jeder Kommentar er\u00fcbrigt. Man kann diesen Schwachsinn heute einfach \u00fcberhaupt nicht mehr ertragen, sodass man eigentlich relativ bedenkenlos s\u00e4mtliche Romane aus dieser \u00c4ra entsorgen k\u00f6nnte. <\/p>\n<p>Andererseits muss man aber auch einr\u00e4umen, dass man aus diesen B\u00fcchern f\u00fcrs Leben lernen kann. Nicht nur konnte ich endlich meinen offenbar falschen Sodomie-Begriff korrigieren, sondern ich wei\u00df jetzt dar\u00fcber hinaus, dass Pferde offenbar auch auf dreieinhalb Beinen ganz gut durch die Welt kommen (\u00bbLucifer hat seinen <em>Huf<\/em> verloren\u00ab). Au\u00dferdem konnte ich meinen Wortschatz um viele neue Schimpfw\u00f6rter bereichern, die ich bald mal zur Anwendung bringen werde. Besonders beeindruckend neben so langweiligen und mehrfach wiederholten Beschimpfungen wie \u00bbdu dreckiger Hurensohn\u00ab und \u00bbliderliche Hure\u00ab sind meine Favoriten \u00bbskurriler Spitzbube\u00ab (S. 22) und \u00bbunmanierlicher Zankteufel\u00ab (S. 190). <\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>\n2\/15 \u2013 Warum nicht null? Weil es tats\u00e4chlich noch schlimmere Liebesromane gibt, weil Justin sein Verhalten am Ende immerhin bereut (das ist wahrlich nicht selbstverst\u00e4ndlich bei Romanen aus dieser \u00c4ra!) und nat\u00fcrlich, weil ich so tolle Sachen gelernt habe!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Originaltitel: Lord Deverill&#8217;s Heir<\/p>\n<\/p>\n<p>Inhalt: 1810. Der Tod ihres Vaters, des Earl of Stafford, wird f\u00fcr Arabella zum Beginn einer ungl\u00fccklichen Ehe. Um ihren Landsitz zu behalten, muss sie den arroganten Justin heiraten, der ihr gleich in der Hochzeitsnacht zu erkennen gibt, dass ihr unbeschwertes Leben ein Ende hat. 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