{"id":3701,"date":"2009-10-23T15:01:31","date_gmt":"2009-10-23T13:01:31","guid":{"rendered":"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=3701"},"modified":"2018-05-29T13:43:35","modified_gmt":"2018-05-29T11:43:35","slug":"jane-feather-die-perfekte-braut","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=3701","title":{"rendered":"Jane Feather: Die perfekte Braut"},"content":{"rendered":"<p><strong>Originaltitel: The Bride Hunt<\/strong><br \/>\nDuncan Sisters, Book 2<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3442362164\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/3442362164.jpg\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/055358619X\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/055358619X.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Inhalt: <\/strong><br \/>\nDie drei adligen Schwestern Prudence, Constance und Chastity, Herausgeberinnen des Suffragettenmagazins \u00bbThe Mayfair Lady\u00ab, bezichtigen in ihrem Blatt Lord Barcley des sexuellen Missbrauchs seiner weiblichen Angestellten sowie betr\u00fcgerischer finanzieller Machenschaften. Als ihnen daraufhin eine Verleumdungsklage ins Haus flattert, ist die Sorge gro\u00df, denn hieb- und stichfeste Beweise f\u00fcr ihre Anschuldigungen haben sie nicht. In ihrer Verzweiflung wenden sie sich an den Anwalt Sir Gideon Malvern, der f\u00fcr seine au\u00dferordentlichen F\u00e4higkeiten im Gerichtssaal ger\u00fchmt wird und im Ruf steht, auch schwierige F\u00e4lle gewinnen zu k\u00f6nnen. Obwohl er den Fall der Schwestern f\u00fcr ziemlich aussichtslos h\u00e4lt, l\u00e4sst er sich von Prudence \u00fcberzeugen, ihn trotzdem anzunehmen, denn die rothaarige Sch\u00f6nheit hat auch sein privates Interesse geweckt \u2026     <\/p>\n<p><strong>Kommentar: <\/strong><br \/>\n\u00bbDie perfekte Braut\u00ab ist zwar der zweite Teil einer Trilogie um drei Schwestern, kann aber problemlos ohne Kenntnis des ersten Bandes gelesen werden, in dem die \u00e4lteste Schwester Constance unter die Haube kommt. Diesmal wird die vern\u00fcnftige Prudence an den Mann gebracht: an den reichen Anwalt Sir Gideon, der die Verleumdungsklage abschmettern soll. Doch die Vorzeichen stehen alles andere als gut, denn Gideon h\u00e4lt die Lord Barcleys Klage f\u00fcr gerechtfertigt und emp\u00f6rt sich in typisch m\u00e4nnlicher Manier \u00fcber die vermeintlich haltlosen Anschuldigungen. Nur weil Prudence sein privates Interesse weckt und es au\u00dferdem schafft, ihn bei seiner Ehre zu packen, \u00fcbernimmt er schlie\u00dflich den Fall mit dem Ziel, nicht nur die Verleumdungsklage abzuwenden, sondern dar\u00fcber hinaus eine Schadensersatzklage gegen Lord Barclay anzustrengen. Als Honorar daf\u00fcr verlangt er die Anwaltskosten und sowie 80 Prozent der Schadensersatzsumme. Die praktisch veranlagte Prudence, die auf jeden Cent angewiesen ist, um den Lebensunterhalt der verarmten Familie zu bestreiten, ist von der 80:20-Regelung alles andere als begeistert und setzt nach einigen Diskussionen ihren Gegenvorschlag durch: Die Schwestern, die ganz nebenbei eine Kontaktservice betreiben, d\u00fcrfen versuchen, eine Frau f\u00fcr den geschiedenen Anwalt zu finden. Gelingt ihnen dies, erhalten sie die komplette Schadensersatzsumme; haben sie keinen Erfolg, erh\u00e4lt der Anwalt seine 80 Prozent. Obwohl der Anwalt gar keine Frau sucht, l\u00e4sst er sich auf diesen absurden Vorschlag ein.<\/p>\n<p>Kaum sind damit die Rahmenbedingungen f\u00fcr den Roman geschaffen, macht sich Langeweile breit. Der Fall wird in allen m\u00f6glichen Gespr\u00e4chskonstellationen immer wieder durchgekaut (Prudence mit Gideon, Prudence mit der j\u00fcngeren Schwester Chastity, Prudence mit der \u00e4lteren Schwester Constanze, Prudence mit beiden Schwestern, Prudence mit beiden Schwestern und dem Schwager usw.), dar\u00fcber hinaus verbringt Prudence nat\u00fcrlich jede Menge Zeit damit, in jedem passenden und unpassenden Moment Gideon mit trampeligen Fragen bzgl. Ex- sowie seiner Wunschgattin zur Wei\u00dfglut zu bringen; nicht mal nach einer gemeinsam verbrachten hei\u00dfen Nacht kann sie es lassen. Warum sollte sie auch, sie beharrt ja darauf, kein Interesse an Gideon zu haben \u2013 au\u00dfer vielleicht sexuell. Komischerweise gef\u00e4llt es ihr dennoch nicht besonders, als die Ex-Frau ihres Liebhabers unvermittelt ins Haus schneit. \u00dcberhaupt wird es an dieser Stelle ziemlich abstrus, denn zun\u00e4chst \u00fcberredet Prudence den unwilligen Gideon, seiner armen Ex-Frau Quartier zu gew\u00e4hren; kaum hat sie ihn davon \u00fcberzeugt, beendet sie die Aff\u00e4re aber mit der Begr\u00fcndung, dass man ja nun nicht einfach so weitermachen k\u00f6nne wie bisher, wo seine Ex-Frau im Haus lebt. Dieser Kniff soll wohl die Spannung und Dramatik kurz vor Ende noch mal anheben! <\/p>\n<p>Jane Feather erz\u00e4hlt extrem weitschweifig und detailverliebt. Man wird den Eindruck nicht los, dass sie sich wahnsinnig viel Wissen \u00fcber die sp\u00e4tviktorianische Zeit angelesen hat, dieses aber auch unbedingt loswerden muss. Da werden gerne auch mal gleich drei f\u00fcr ein Rendezvous zur Auswahl stehende Kleider hinsichtlich Farbe, Material, Schnitt, Spitze, Kn\u00f6pfe bis ins letzte Detail beschrieben, ebenso wie Speisen und deren Geschmack, Men\u00fcs und Zubereitungen. Banalit\u00e4ten wie z.B. dem Tranchiervorgang oder dem sorgf\u00e4ltigen Entkorken einer Weinflasche wird dabei ausreichend \u2013\u00a0um nicht zu sagen: mehr als genug! \u2013 Platz einger\u00e4umt. Hinzu kommt sinnloses ausuferndes Namedropping ber\u00fchmter zeitgen\u00f6ssischer Autoren (inklusive zahlreicher Zitate, die unsere schlaue Heldin selbstverst\u00e4ndlich aus dem FF kennt) sowie einer Vielzahl von Weinensorten, von denen ich noch nie geh\u00f6rt habe.<br \/>\nGanz ehrlich: Ich finde es toll und wichtig und richtig, dass sich auch Autorinnen \u00bbseichter\u00ab historischer Liebesromane mit der Zeit, \u00fcber die sie schreiben, ernsthaft auseinandersetzen, aber dieses Hintergrundwissen sollte eher dazu dienen, den Zeitgeist zu verstehen und einzufangen \u2013 und nicht auf Teufel komm raus weitervermittelt werden. Feathers Vorgehen wirkt einfach wahnsinnnig bem\u00fcht. Im Zusammenhang mit dem korrekten historischen Kontext frage ich mich au\u00dferdem, wie wahrscheinlich es ist, dass Prudence ohne \u00bbNot\u00ab und nicht mal aus Liebe, sondern aus reiner sexueller Neugierde ihre Jungfr\u00e4ulichkeit geopfert hat. Frauenrechtlerin hin oder her, sie ist eine Adlige im ausgehenden 19. Jahrhundert; ein potentieller Ehemann h\u00e4tte das in dieser Zeit kaum mit Begeisterung aufgenommen. <\/p>\n<p>Die \u00dcbersetzung von Anke Koerten wirkt teils holprig, etwas antiquiert und hat mich mehrfach stutzen und so manch einen Satz zweimal lesen lassen. F\u00fcr die blumig-metaphorische Vergleiche bei den Liebesszenen muss man aber wohl die Autorin selbst verantwortlich machen \u2013 einmal mehr begegnet uns z.B. die immer wieder bem\u00fchte Woge der Lust, die im Innern unserer liberalen Heldin zu einem Brecher (!) anschwillt, sich \u00fcberschl\u00e4gt und schlie\u00dflich ausl\u00e4uft. F\u00e4llt denen nicht mal was Neues ein?<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>\n5\/15 \u2013 Ein sehr durchschnittliches Buch, das so austauschbar und unbedeutend ist, dass ich bereits nach zwei Tagen nicht mehr wusste, was eigentlich passiert ist und f\u00fcrs Schreiben des Kommentars noch mal reinlesen musste.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Originaltitel: The Bride Hunt Duncan Sisters, Book 2<\/p>\n<\/p>\n<p>Inhalt: Die drei adligen Schwestern Prudence, Constance und Chastity, Herausgeberinnen des Suffragettenmagazins \u00bbThe Mayfair Lady\u00ab, bezichtigen in ihrem Blatt Lord Barcley des sexuellen Missbrauchs seiner weiblichen Angestellten sowie betr\u00fcgerischer finanzieller Machenschaften. 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