{"id":2994,"date":"2009-09-16T12:16:49","date_gmt":"2009-09-16T10:16:49","guid":{"rendered":"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=2994"},"modified":"2012-01-14T09:29:27","modified_gmt":"2012-01-14T08:29:27","slug":"laura-lee-guhrke-with-seduction-in-mind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=2994","title":{"rendered":"Laura Lee Guhrke: With Seduction in Mind"},"content":{"rendered":"<p>4. Teil der Girls-Bachelors-Serie<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/0061456837\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/0061456837.jpg\"  \/><\/a><strong>Inhalt:<\/strong><br \/>\nDaisy Merrick hat zum wiederholten Male ihren Job verloren, weil sie ihr Herz auf der Zunge tr\u00e4gt. In ihrer Verzweiflung beschlie\u00dft sie versuchen, ihren Lebenstraum zu verwirklichen und Schriftstellerin zu werden. Doch der Verleger, dem sie ihr Manuskript anbietet, attestiert ihrem Roman zwar gute Ans\u00e4tze, h\u00e4lt ihn aber f\u00fcr noch nicht ver\u00f6ffentlichungsreif. Da Marlowe allerdings von Daisys analytischem Verstand, ihrer Willensst\u00e4rke und ihrer Ehrlichkeit \u00fcberzeugt ist, betraut er sie mit einer anderen Aufgabe: Sie soll dem Autor Sebastian Grant, Earl of Avermore, zur Seite stehen, der sich in einer Schaffenskrise befindet. Dumm nur, dass sie gerade eine verherende Kritik \u00fcber sein neuestes St\u00fcck geschrieben hat, und dass Sebastian ohnehin \u00fcberhaupt nicht mehr Schreiben will \u2026<\/p>\n<p><strong>Kommentar:<\/strong><br \/>\nDer vierte Teil der Girls-Bachelor-Serie startet richtig gut: Daisys Schilderung der Umst\u00e4nde ihrer Entlassungen, Sebastians emp\u00f6rte Reaktion auf den Verriss seines St\u00fccks, die stoische Reaktion von Sebastians Angestellten auf seine \u00fcble Laune, das erste Zusammentreffen zwischen Kritikerin und Autor und Marlowes Idee zur Kooperation der beiden \u2013 das alles ist typisch Guhrke, macht Spa\u00df und fesselt von der ersten Seite an. Nachdem der Verleger Marlowe allerdings seinen Willen durchgesetzt und Sebastian zur Zusammenarbeit mit Daisy erpresst hat, weil er glaubt, dass beide davon profitieren k\u00f6nnen, verzettelt sich die Autorin ziemlich. Offenbar ist ihr ihr Fachwissen ein bisschen zum Verh\u00e4ngnis geworden, denn sie ergeht sich in endlosen, sich stetig wiederholenden Ausf\u00fchrungen zu Figurenanlage, Handlungsaufbau und Schreibtechnik, die ganz sch\u00f6n erm\u00fcdend sind. Grunds\u00e4tzlich ist ein Einblick ins Leben bzw. die Arbeit eines Schriftstellers (und seinem Umgang mit Kritik) sicherlich interessant, leider bringt es in diesem Fall die Handlung so gut wie gar nicht voran und mutet in dieser Ausf\u00fchrlichkeit fast wie ein Schriftsteller-\/Schreibschnellkurs an. Die Szenen, die sich nicht um die Schriftstellerei drehen und in denen sich Daisy und Sebastian besser kennenlernen und n\u00e4her kommen, machen das zum Teil wieder wett, aber eben nicht komplett. <\/p>\n<p>Gut gelungen sind die Figuren. Daisy stellt bereits auf den ersten Seiten unter Beweis, dass sie kein Blatt vor den Mund nimmt. Das Angebot eines bedeutenden Londoner Gesch\u00e4ftsmannes, sie zu seiner M\u00e4tresse zu machen, lehnt sie spontan mit den offenen Worten: \u00bbAber Sie sind doch so <em>alt<\/em>!\u00ab ab, und der Verriss des Theaterst\u00fccks von Sebastian sowie ihr erstes Zusammentreffen mit ihm machen deutlich, dass sie willensstark, ehrlich, schlagfertig, optimistisch und nicht so leicht einzusch\u00fcchtern ist. Genau wegen dieser Eigenschaften ist sie pr\u00e4destiniert daf\u00fcr, Sebastian wieder zum Schreiben zu bewegen, obwohl sie selbst noch kein eigenes Werk ver\u00f6ffentlicht hat. Selbstzweifel beschleichen Daisy im Wesentlichen wegen ihres Aussehens, sie hat n\u00e4mlich rote Haare und jede Menge Sommersprossen \u2013 was Sebastian ausnehmend gut gef\u00e4llt, wie die Autorin nicht m\u00fcde wird zu versichern. <\/p>\n<p>Sebastian ist das genaue Gegenteil von Daisy \u2013 und ein ganz typischer au\u00dfergew\u00f6hnlicher Guhrke-Held mit Ecken und Kanten. Oberfl\u00e4chlich betrachtet ist er ein leicht arroganter Adliger, der trotz seines hin und wieder aufblitzenden Spotts \u00fcber eine Menge Charme verf\u00fcgt. Tats\u00e4chlich ist er aber ein ausgesprochener Zyniker und Pessimist, der sich in sein Schicksal ergeben und mit der Schriftstellerei abgeschlossen hat. Sein Problem ist, dass er mehrere Jahre lang unter dem Einfluss von Kokain geschrieben hat und davon \u00fcberzeugt ist, er habe mit dem Entzug auch seine Kreativit\u00e4t verloren. Er glaubt nicht mehr an sich und seine F\u00e4higkeiten, und h\u00e4tte Marlowe ihn nicht erpresst, h\u00e4tte er niemals wieder an einem Buch gearbeitet. So aber hat er keine Wahl, und er macht sich \u00e4u\u00dferst halbherzig an die \u00dcberarbeitung seines Manuskripts. Dann allerdings k\u00fcsst ihn im wahrsten Sinne des Wortes die Muse \u2013 in Gestalt von Daisy n\u00e4mlich, die zu seiner neuen Droge und Inspiration wird. Seine Antriebslosigkeit und seine Schreibblockade l\u00f6sen sich in Luft auf, aber die Angst vor einer neuen Abh\u00e4ngigkeit l\u00e4sst nicht zu, dass er sein Gl\u00fcck greift, als es vor ihm liegt. Da er am Ende \u2013 nat\u00fcrlich! \u2013 das Richtige tut, verzeiht man ihm das alles ebenso wie seine leichte Egozentrik und die Ans\u00e4tze von Selbstmitleid, denn es sind gerade seine Schw\u00e4chen, die ihn aus der Masse der uniformen Liebesromanhelden herausheben. Und ich finde es wirklich mutig von der Autorin, in diese Genre einen so tief gesunkenen Helden zu pr\u00e4sentieren \u2013 der erst mal fast an seinem eigenen Erbrochenen ersticken muss, um seine starke Kokainabh\u00e4ngigkeit zu bek\u00e4mpfen. <\/p>\n<p>Wie fast immer bei Guhrke kann man die Figuren an einer Hand abz\u00e4hlen; die Autorin konzentriert sich fast ausschlie\u00dflich auf die Protagonisten. Dennoch schade, dass die Hauptpersonen der vorherigen B\u00fccher der Serie zwar hin und wieder erw\u00e4hnt werden, aber nicht selbst in Erscheinung treten \u2013\u00a0abgesehen von Verleger Marlowe aus \u00bbAnd Then he Kissed Her\u00ab und einem Kurzauftritt von Maria aus \u00bbThe Secret Desires of a Gentleman\u00ab. <\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>\n8\/15 \u2013 Ich bin eigentlich ein Freund von ruhigen Geschichten und brauche keine gro\u00dfe Action, Kriminebenplots oder k\u00fcnstliche Missverst\u00e4ndnisse, doch hier wurde eine gute Grundidee aufgrund der \u00fcberbordenden Ausbreitung von unwichtigen Details zur Schriftstellerei teils ziemlich langatmig umgesetzt.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>4. Teil der Girls-Bachelors-Serie<\/p>\n<p>Inhalt: Daisy Merrick hat zum wiederholten Male ihren Job verloren, weil sie ihr Herz auf der Zunge tr\u00e4gt. 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