{"id":2198,"date":"2009-07-12T09:31:44","date_gmt":"2009-07-12T08:31:44","guid":{"rendered":"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=2198"},"modified":"2010-06-08T16:35:25","modified_gmt":"2010-06-08T14:35:25","slug":"muriel-barbery-die-eleganz-des-igels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=2198","title":{"rendered":"Muriel Barbery: Die Eleganz des Igels"},"content":{"rendered":"<p><strong>Originaltitel: L&#8217;\u00c9l\u00e9gance du h\u00e9risson<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3423246588\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/2010\/3423246588.jpg\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/2070391655\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/2010\/2070391655.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Inhalt:<\/strong><br \/>\n\u00bbIch hei\u00dfe Ren\u00e9e. Ich bin vierundf\u00fcnfzig Jahre alt. Seit siebenundzwanzig Jahren bin ich Concierge in der Rue de Grenelle 7, einem sch\u00f6nen herrschaftlichen Stadthaus mit Innenhof. Ich bin Witwe, klein, h\u00e4sslich, mollig, ich habe H\u00fchneraugen und in gewissen Morgenstunden einen Mundgeruch wie ein Mammut. Doch vor allem entspreche ich so genau dem Bild, das man sich von den Conciergen macht, dass niemand auf die Idee k\u00e4me, ich k\u00f6nnte gebildeter sein als all diese selbstgef\u00e4lligen Reichen.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbIch hei\u00dfe Paloma, bin zw\u00f6lf Jahre alt, ich wohne in der Rue de Grenelle 7 in einer Wohnung f\u00fcr Reiche. Meine Eltern sind reich, meine Familie ist reich, und meine Schwester und ich sind folglich potenziell reich. Doch ich wei\u00df schon lange, dass die Endstation das Goldfischglas ist, die Leere und der Unsinn des Erwachsenenlebens. Warum ich das wei\u00df? Der Zufall will, dass ich sehr intelligent bin. Daher habe ich meinen Entschluss gefasst. Am Ende dieses Schuljahres, an meinem dreizehnten Geburtstag, werde ich Selbstmord begehen.\u00ab<\/p>\n<p><strong>Kommentar:<\/strong><br \/>\nMeinen <a href=\"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=2165\">ersten nicht sehr positiven Eindruck<\/a> muss ich nach Beendigung des Buchs zumindest zum Teil revidieren. Der Einstieg ist wahrhaft schwierig, doch mit Einzug des Japaners Ozu in die Rue de Grenelle 7 kommt zumindest etwas Leben in die Handlung \u2013 und in die Hauptfiguren, die sich zuvor im Wesentlich innerhalb ihrer Geisteskonstrukte abseits der Realit\u00e4t bzw. auf der Flucht vor der Realit\u00e4t zu bewegen schienen. <\/p>\n<p>Doch trotzdem: Das Buch ist merkw\u00fcrdig, so merkw\u00fcrdig und widerspr\u00fcchlich wie seine Figuren \u2013 irgendwo zwischen unertr\u00e4glich und faszinierend, langweilig und mitrei\u00dfend. Die Handlung ist eigentlich \u00fcber weite Strecken nebens\u00e4chlich, es geht in diesem Buch um das Leben und allt\u00e4gliche Situationen, die ausreichend Anlass f\u00fcr die Betrachtungen durch zwei hochintelligente Au\u00dfenseiter liefern. Deren Gedanken und Ausf\u00fchrungen sind teils ausschweifend, f\u00fcrchterlich erm\u00fcdend und oft schwer fassbar, besonders dann, wenn sie sich mit philosophisch-metaphysischen Themen und den sch\u00f6nen K\u00fcnsten befassen. Die Schilderung allt\u00e4glicher Situationen und Gespr\u00e4che sowie die trockenen, mitunter zynischen Kommentare dazu sind hingegen vielfach gro\u00dfartig und wiegen die abgehobeneren Passagen wieder auf. Trotzdem hatte ich oft den Eindruck, Barbery liefert einen Tick zu viel des Guten, die paar Ausf\u00fchrungen mehr, die nicht n\u00f6tig w\u00e4ren und das Buch nicht besser machen \u2013 im Gegenteil. <\/p>\n<p>Und dann das Ende \u2026 F\u00fcr meine Begriffe ist diese Aufl\u00f6sung \u00fcberfl\u00fcssig, \u00e4rgerlich und unpassend, weil es dem Handlungsverlauf und Ren\u00e9es Entwicklung zuwider l\u00e4uft und die Hoffnung nimmt, die das Buch zuvor gemacht hat. Denn was ist denn die Moral von der Geschicht: Anhaltendes Gl\u00fcck gibt es nicht? Man k\u00f6nnte fast meinen, selbst der Autorin sei die Beziehung zwischen Ren\u00e9e und Ozu mit all ihren Ver\u00e4nderungen zu einfach und zu glatt \u00fcber die B\u00fchne gegangen, weshalb sie ein solches Ende brauchte, um das Buch vor dem Makel des Kitschs zu bewahren. <\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>\n8\/15 \u2013 Ein Werk mit absoluten H\u00f6hen und Tiefen, die sich gegenseitig aufwiegen und am Ende zu einer durchschnittlichen Wertung f\u00fchren. Ich empfehle die Lekt\u00fcre trotzdem, denn trotz aller Abstriche sind viele der Passagen und Gedanken einfach wundersch\u00f6n, erhellend, erheiternd und lesenswert. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Originaltitel: L&#8217;\u00c9l\u00e9gance du h\u00e9risson<\/p>\n<\/p>\n<p>Inhalt: \u00bbIch hei\u00dfe Ren\u00e9e. Ich bin vierundf\u00fcnfzig Jahre alt. Seit siebenundzwanzig Jahren bin ich Concierge in der Rue de Grenelle 7, einem sch\u00f6nen herrschaftlichen Stadthaus mit Innenhof. 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