{"id":21225,"date":"2019-02-22T16:46:21","date_gmt":"2019-02-22T15:46:21","guid":{"rendered":"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=21225"},"modified":"2019-03-05T22:00:40","modified_gmt":"2019-03-05T21:00:40","slug":"buecher-aus-der-hoelle-a-m-hargrove-from-smoke-to-flames-west-brothers-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=21225","title":{"rendered":"[B\u00fccher aus der H\u00f6lle] A.M. Hargrove: From Smoke to Flames (West Brothers #3)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/B07MY9VR8T\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"border:solid 1px #dddddd;padding:3px;\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/2019\/B07MY9VR8T\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Klappentext<\/strong><\/p>\n<p>To put it bluntly, my life sucked. When I finally got up the courage to divorce my jerk of a husband, never in a million years did I imagine his prick of an attorney would gain him full custody of my daughter. My scant two weekend visits per month killed me. And my ex made it as difficult as possible on me every single time. So imagine my shock when said attorney\u2019s name appeared at the top of the list at the in-patient substance abuse clinic where I worked as a counselor.<br \/>\nMy list.<br \/>\nThe first thing that occurred was I completely lost my Zen.<br \/>\nThen my blood boiled.<br \/>\nThen his chart flew across the room and slammed into the wall.<br \/>\nHow could this possibly be happening?<br \/>\nKarma couldn\u2019t be this cruel.<br \/>\nHow in the world could I be an empathetic abuse counselor to the cocky Pearson West, who destroyed my life?<br \/>\nI would rather become an addict myself, or better yet, strangle him first. <\/p>\n<p><strong><br \/>\nKommentar<\/strong><\/p>\n<p>R\u00fcckblickend betrachtet h\u00e4tte mich vermutlich schon der Klappentext abschrecken sollen, aber B\u00fccher, in denen (regenerierende) Suchtkranke mitspielen, wecken einfach grunds\u00e4tzlich mein Interesse. Fehler! Zumindest in diesem Fall.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das Buch setzt zwei Jahre nach dem im Klappentext erw\u00e4hnten Sorgerechtsstreit an, in dem u.a. festgelegt wurde, dass Rose ihre Tochter nur alle zwei Wochen am Wochenende zu sich holen darf. Obwohl das nun schon eine ganze Weile her ist, ist Rose unvern\u00fcnftig genug, dem Anwalt immer noch die Schuld an dem verlorenen Sorgerecht und allen anderen Konsequenzen aus dem Prozess zu geben. Da sich das Ergebnis immer noch unmittelbar auf ihr Leben auswirkt, mag das bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar sein. Nicht entschuldbar ist allerdings, dass sie den suchtkranken Pearson (der sie \u00fcbrigens nicht erkennt) trotzdem als ihren Patienten in der Suchtklinik annimmt, und noch viel weniger, dass sie ihn \u2013 zumindest bei der ersten Sitzung \u2013 vollkommen unprofessionell und voller Verachtung behandelt. <\/p>\n<p>Sie raufen sich in den folgenden Wochen halbwegs zusammen, offenbar auch dank des Konzepts der Klinik, dessen Name <em>Flower Power Serenity Pavilion<\/em> Programm ist. Vor allem Blumen spielen beim \u00bbLove, Peace and Happiness\u00ab-Konzept eine gro\u00dfe Rolle \u2013 die therapeutischen Ma\u00dfnahmen reichen vom G\u00e4rtnern \u00fcber den exzessiven Einsatz von \u00e4therischen \u00d6len bis hin zu Blumenkr\u00e4nzen, die der Patient tragen soll. (Beim bekr\u00e4nzten Herrn Anwalt l\u00f6st die enthaltene Zitronenverbene ungl\u00fccklicherweise einen allergischen Schock aus \u2013 das soll vermutlich witzig sein, wirkte auf mich aber einfach nur l\u00e4cherlich.) Au\u00dferdem ist das Zen von enormer Wichtigkeit bei der Behandlung der Suchtkranken: \u00bbWe at Flower Power must always be in our Zen\u00ab. <\/p>\n<p>Die Therapeut-Klient-Beziehung ist dennoch alles andere als ideal. Das erf\u00e4hrt man zwar nur r\u00fcckblickend, als Rose sich schlie\u00dflich endlich dazu durchringt, die Karten auf den Tisch zu legen, ihre pers\u00f6nliche Verwicklung zu gestehen und ihren Patienten an einen anderen Therapeuten abzugeben, aber das ist wahrscheinlich besser so. Nach allen anderen gesteht die Therapeutin schlie\u00dflich auch Pearson, warum sie ihn so unprofessionell behandelt hat, und er verteidigt sein Handeln w\u00e4hrend des Sorgerechtsprozesses als seine anwaltliche Pflicht. Was ja auch zutrifft. Zur\u00fcck im stillen K\u00e4mmerlein, vermutlich angeregt von irgendwelchen floralen Schwingungen, schwurbelt sich sein Hirn dann aber in eine moralische Existenzkrise. <\/p>\n<p>Gelenkt von seiner stets gespr\u00e4chsbereiten Cousine, die praktischerweise auch in der Klinik arbeitet, wird ihm klar, dass seine Sucht in Wahrheit durch sein berufliches Handeln entstanden ist. Der arme Mann musste n\u00e4mlich, gezwungen von seiner Kanzlei, st\u00e4ndig irgenwelche Leute vertreten, die er gar nicht vertreten wollte, weil es moralisch nicht richtig war. Die Drogen hat er genommen, um dieses Wissen bzw. sein schlechtes Gewissen zu bet\u00e4uben. Mit diesem Ansatz sind die Weichen f\u00fcr eine erfolgreiche Therapie gestellt, und nat\u00fcrlich auch f\u00fcr den Wunsch, seine Schuld zu s\u00fchnen. <\/p>\n<p>Wie ginge das besser, als der armen Rose zu helfen, das Sorgerecht f\u00fcr ihre Tochter Montana zur\u00fcckzukriegen? Gar nicht. Weil die Autorin aber offenbar noch eine klitzekleine Spur von Realit\u00e4tssinn hat, schaltet er wegen Befangenheit seinen Juristenfreund Miles ein, der allerdings vom \u00bbBesten der Besten\u00ab, also Pearson, tatkr\u00e4ftig unterst\u00fctzt und beraten wird. Tragischer-, aber auch praktischerweise wird genau jetzt, zwei Jahre nach dem eigentlichen Prozess, klar, dass Roses Ex-Mann die Tochter misshandelt, indem er sie einsperrt und isoliert. Warum Rose, die damals selbst von ihrem Ex misshandelt wurde, nicht mal eher auf die Idee kam, steht in den Sternen und ist nur ein weiterer Punkt auf der Augenrollliste der Unsinnigkeiten. <\/p>\n<p>Zwischen zahlreichen Mutter-Kind-Szenen und Mutter-Anwalt-Szenen geht eine weitere Phase von Pearsons Therapie zuende, mit der er augenscheinlich aber ohnehin weniger besch\u00e4ftigt ist als mit dem Sorgerechtsfall. Es wird gemeinschaftlich beschlossen, dass er sich w\u00e4hrend der n\u00e4chsten Therapiephase als Untermieter bei Rose einquartiert, obwohl das zwar v\u00f6llig schr\u00e4g, gleichzeitig aber vorgeblich eine Win-Win-Situation f\u00fcr alle Beteiligten ist. <\/p>\n<p>Und das ist erst recht so, als die beiden nach einem unsch\u00f6nen Zusammensto\u00df zwischen Rose und ihrem Ex unvermittelt von einer Tr\u00f6st- in eine Kussszene schlittern. Unverfroren fantasiert man anschlie\u00dfend \u00fcber gemeinsame N\u00e4chte in der WG, und das geballte Wissen der beiden kl\u00e4rt den Leser \u00fcber \u00bbblaue Eier\u00ab auf. Nachdem au\u00dferdem die Frage diskutiert wurde, ob Frauen analog \u00bbblaue Vaginen\u00ab kriegen k\u00f6nnen, bleibt leider keine Zeit, \u00fcber weitere weltbewegende Dinge zu philosophieren, denn Pearson muss zur Meditation.<\/p>\n<p>Ich hingegen hing an einem Satz von Rose fest, die sich im Rahmen der Szene angesichts ihres pl\u00f6tzlichen Begehrens fragt: <\/p>\n<blockquote><p>\u00bbI&#8217;d hated that man for so long, how in the world did this happen?\u00ab<\/p><\/blockquote>\n<p>Sehr gute Frage, wirklich. Bei allem anderen Unsinn ist mir absolut schleierhaft, wie es kommen konnte, dass die beiden miteinander rumknutschen und sich ineinander verliebt haben. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob es hier \u2013 noch \u2013 ausschlie\u00dflich um Sex oder tats\u00e4chlich um Verliebtheit geht, das wird n\u00e4mlich nicht recht klar. So oder so, beides ist nicht nachvollziehbar, weil die Personen vollkommen oberfl\u00e4chlich gezeichnet und die Handlung total sprung- und somit l\u00fcckenhaft ist. <\/p>\n<p>Mein Zen ist durch dieses Buch erheblich gest\u00f6rt worden, und zwar so sehr, sodass ich in Gefahr war, einen Schnaps zum Ausgleich zu brauchen. Deshalb hab ich den Unsinn bei 40% lieber weggelegt. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ueber-alles.net\/Bilder\/Sterne\/gelb\/1.png\" alt=\"\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p> Klappentext<\/p>\n<p>To put it bluntly, my life sucked. When I finally got up the courage to divorce my jerk of a husband, never in a million years did I imagine his prick of an attorney would gain him full custody of my daughter. My scant two weekend visits per month killed me. 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