{"id":19838,"date":"2016-12-29T14:34:24","date_gmt":"2016-12-29T13:34:24","guid":{"rendered":"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=19838"},"modified":"2017-03-13T14:49:16","modified_gmt":"2017-03-13T13:49:16","slug":"buecher-aus-der-hoelle-aurora-rose-reynolds-until-love-01-asher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=19838","title":{"rendered":"[B\u00fccher aus der H\u00f6lle] Aurora Rose Reynolds: Until Love 01 \u2013\u00a0Asher"},"content":{"rendered":"<p>Originaltitel: Until November<br \/>\nSerie: Until, #1<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3903130125\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/2016\/3903130125\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/B00FAYSNAK\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/2016\/B00FAYSNAK\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong><br \/>\nKlappentext:<\/strong><\/p>\n<p>November freut sich auf die Zeit mit ihrem Vater, den sie endlich besser kennenlernen will. Sie l\u00e4sst New York und damit all die schrecklichen Erinnerungen hinter sich und zieht nach Tennessee, um f\u00fcr ihren Dad als Buchhalterin in dessen Strip Club zu arbeiten. Dort trifft sie auf Asher Mayson, den stadtbekannten Playboy und unversch\u00e4mt attraktiven Frauenheld. Am liebsten h\u00e4tte November mit dem dreisten Kerl nichts zu tun. Doch da hat sie die Rechnung ohne Asher gemacht, der November f\u00fcr sich gewinnen will \u2013 und wenn er daf\u00fcr s\u00e4mtliche Regeln des guten Anstandes au\u00dfer Kraft setzen muss \u2026<\/p>\n<p><strong><br \/>\nKommentar [mit Spoilern]:<\/strong> <\/p>\n<p>Ich bin mal wieder ernsthaft schockiert. Dar\u00fcber, dass sich hinter einem so schicken deutschen Cover ein derma\u00dfen schlechtes Buch verbirgt. <span style=\"font-size: 0.85em; \">(H\u00e4tte ich das englische Original angeschaut, w\u00e4re in mir vielleicht ein gewisser Verdacht gekeimt \u2026)<\/span> Aber noch viel mehr \u00fcber die Tatsache, dass der Roman bei 35.432 Goodreads-Bewertungen einen Schnitt von 4.17 (von 5 m\u00f6glichen) Punkten hat. <\/p>\n<p>Es f\u00e4ngt schon damit an, dass der Klappentext einen so vollkommen falschen Eindruck von der Geschichte erweckt,  dass man bei Amazon glatt auf &#8222;Fehlerhafte Produktinformation melden&#8220; klicken k\u00f6nnte. Die Protagonistin November lernt weder ihren Vater besser kennen (zumindest erfahren wir nichts dar\u00fcber), noch h\u00e4lt sie sich \u00f6fter als ein oder zwei Mal an ihrem neuen verruchten Arbeitsplatz im Strip Club auf (zumindest erfahren wir nichts dar\u00fcber), noch will sie nichts mit Asher zu tun haben (zumindest erfahren wir nichts dar\u00fcber), noch setzt Asher irgendwelche Regeln des guten Anstands au\u00dfer Kraft (zumindest erfahren wir nichts dar\u00fcber). Immerhin trifft es zu, dass Asher sie f\u00fcr sich gewinnen will.<\/p>\n<p>Das ist allerdings alles andere als schwierig, denn es ist nicht nur um Asher schon beim skurrilen ersten Zusammentreffen im Strip Club geschehen, sondern auch um November. In Anwesenheit ihres Vaters, der von Asher zun\u00e4chst f\u00fcr Novembers betagten Lover gehalten wird, sind die beiden trotz aller Begeisterung noch recht zur\u00fcckhaltend, Gott sei Dank f\u00fchrt der gl\u00fcckliche Zufall sie aber nicht viel sp\u00e4ter im Altenheim wieder zusammen. Dort vertreibt die herzensgute November mit ihrer Deutschen Dogge den einsamen Alten die Zeit, unter anderem auch Ashers Gro\u00dfmutter, die November von ganzem Herzen liebt. Asher n\u00f6tigt ihr bei der Gelegenheit ein abendliches Date auf. Dieses Date verl\u00e4uft so, dass Asher unentwegt von irgendwelchen Fickbekanntschaften angegraben wird, dazwischen aber genug Zeit findet, auf jeden Mann inklusive seiner eigenen Br\u00fcder eifers\u00fcchtig zu sein, der sich November auch nur auf f\u00fcnf Meter n\u00e4hert. Von dieser Situation ist nach einer Weile sogar die liebreizende November so genervt, dass sie die Bar verl\u00e4sst \u2013 was Asher nat\u00fcrlich nicht erlauben kann. Er folgt ihr und weil sie ihm Widerworte gibt, wirft er sie sich kurzerhand \u00fcber die Schulter und verschleppt sie in sein Auto, um sie nach Hause zu bringen.<span style=\"font-size: 0.85em; \"> (An dieser Stelle war mir bereits klar, dass ich das Buch vermutlich hassen w\u00fcrde, wenn es sich nicht um 180 Grad drehen w\u00fcrde.)<\/span> Das ist ein weiterer \u00fcberaus gl\u00fccklicher Zufall, denn dort war inzwischen ein Stalker zu Werke, sodass Asher die arme nervlich angeschlagene November mit zu sich nach Hause nimmt. Der Rest ist Geschichte; November ist damit erobert. <\/p>\n<p>Ungl\u00fccklicherweise liegen zu diesem Zeitpunkt aber noch drei Viertel der Handlung vor uns. Es bleibt der Autorin also ausreichend Zeit, um das junge Gl\u00fcck in seinem Alltag und auf dem Weg ins unendliche Familiengl\u00fcck zu zeigen, uninspirierte Sexszenen inklusive. Dabei werden die wichtigen Dinge nur angerissen \u2013 wir erfahren zum Beispiel, dass November und Liz, ein M\u00e4dchen aus dem Ort, gute Freundinnen werden, erleben es aber nicht mit \u2013, unwichtiger Quatsch wird hingegen in aller Ausf\u00fchrlichkeit geschildert. Wenn November beispielsweise ins Bett geht, erfahren wir nicht nur, dass sie ins Bett geht, sondern werden \u00fcber jeden Handgriff informiert, den sie vorher tut: Bett aufsch\u00fctteln, Pullover und Jeans ausziehen, Z\u00e4hne putzen, eincremen, Haare \u00f6ffnen, Haare ausb\u00fcrsten, Pyjama anziehen. Interessanterweise erleichtert sie sich nicht vorher auf dem Klo, aber \u00fcber so was zu schreiben, ist vielleicht zu gewagt. Ein ganz besonderes Faible hat die Autorin \u00fcberdies f\u00fcr modische Details; sobald die Worte Leggins oder Jeans auftauchten, konnte man sich sicher sein, dass haarklein (schreckliche) Klamotten (etwa pfirsichfarbene zwei Nummern zu gro\u00dfe Sweater) geschildert wurden, und getrost eine Seite vorskippen. Als w\u00e4re das alles nicht schon f\u00fcrchterlich genug, musste die Autorin auch noch \u2013 halbherzig, wie bei ihr \u00fcblich \u2013 die haneb\u00fcchenste Stalkergeschichte aller Zeiten einflechten.<\/p>\n<p>Wirklich aufregend wurde die Geschichte vor allem dann, wenn Asher auftauchte \u2013 aber leider im negativen Sinn, denn Asher best\u00e4tigte durchgehend den ersten Eindruck, den ich von ihm hatte. Man k\u00f6nnte der Autorin zugute halten, dass sie immerhin keine widerspr\u00fcchlichen Figuren aufbaut, aber die Tatsache kann mich nicht dar\u00fcber hinwegtr\u00f6sten, dass Asher ein krankhaft eifers\u00fcchtiger Kontrollfreak ist, der selbst <a href=\"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=18082\">Christian Grey<\/a> wie einen Chorknaben wirken l\u00e4sst. Asher \u00fcbernimmt die totale Kontrolle \u00fcber Novembers Leben \u2013 alles im Namen ihres Wohlbefindens, versteht sich. Sie darf weder irgendwas zahlen, was ihr Zusammenleben tangiert, noch irgendwas bestimmen. Wenn sie Gl\u00fcck hat und es ihm in den Kram passt, erf\u00fcllt ER ihr irgendwelche W\u00fcnsche, so zum Beispiel den Bau eines kindersicheren (Jaaaa! Ihr ahnt es \u2026!) Swimmingpools. <\/p>\n<p>Wenn November Ashers grandioses Aussehen in seinen sexy Klamotten sowie seine sagenhaften F\u00e4higkeiten im Bett ausnahmsweise ausblenden kann, muckt sie hin und wieder mal kurz auf. Der Erfolg ist \u00fcberschaubar, denn Asher w\u00e4re nicht Asher, wenn er nicht genau w\u00fcsste, wie er sie von irgendwelchen leidlichen Diskussionen abbringt: mit hei\u00dfen K\u00fcssen und Sex. November muss dann entweder dar\u00fcber lachen, dass er \u201eso ein H\u00f6hlenmensch\u201c ist, oder sie ist diejenige, die sich entschuldigt, weil er ja doch irgendwie recht hat mit seinen schr\u00e4gen Anwandlungen. Okay, ich sollte mich nicht dar\u00fcber wundern, es passt zu ihrer Naivit\u00e4t, ihrem Gekicher und ihrem st\u00e4ndigen Kleinm\u00e4dchen-Auf-und-Ab-Geh\u00fcpfe. Das kommt aber scheinbar bei ihrer Umgebung bestens an, denn obwohl mehrfach betont wird, dass November sich f\u00fcr \u201es\u00fc\u00df, aber nicht sexy\u201c h\u00e4lt, stehen scheinbar fast alle M\u00e4nner im Ort auf sie. \u00dcberhaupt m\u00f6gen s\u00e4mtliche Menschen in Novembers Umfeld sie totaaaal gern \u2013 au\u00dfer vielleicht Ashers Verflossene (was ganz sch\u00f6n viele sind, immerhin war er vor November ein Playboy).<\/p>\n<p>Zu all dem \u00dcbel l\u00e4sst mich der Originaltext (inhaltlich) stark daran zweifeln, dass jemals ein (professioneller) Lektor dar\u00fcbergelesen hat. Wenn ja, hat er sich jedenfalls nie mit Harry Potter besch\u00e4ftigt \u2013 ebenso wenig wie die Autorin, denn Harry eine Beule (!) auf die Stirn zu schreiben, ist allerhand (\u201eIch habe eine leuchtend rote und violette Beule mitten auf der Stirn. Ich sehe wie Harry Potter aus.\u201c)! Letztendlich sind das aber nur Details; es tun sich viel gravierende handwerkliche Unzul\u00e4nglichkeiten auf. So kommt etwa in Ausnahmef\u00e4llen hin und wieder Asher zu Wort, der bereits zuvor aus Novembers Sicht erz\u00e4hlte Szenen aus seiner Perspektive schildert, jedoch v\u00f6llig andere Dinge und in anderer Reihenfolge, sodass man v\u00f6llig den \u00dcberblick verliert, was gerade los ist. Besonders \u00fcbel ist der Epilog, der zu drei verschiedenen Zeitpunkten spielt, sich insgesamt \u00fcber 17 oder 18 Jahre erstreckt und einfach total schlecht gemacht ist. Wie ich zwei, drei englischen Rezensionen entnehme, scheint das Original dar\u00fcber hinaus auch sprachlich \u2013 in Sachen Tippfehler und Satzbau \u2013 ziemlich fehlerhaft zu sein.  <\/p>\n<p>In der deutschen Ausgabe wurde da m\u00f6glicherweise einiges ausgeb\u00fcgelt, sie ist aber fehlerhaft genug. Es finden sich eine Menge Fehler: von \u201eharmosen\u201c Tippfehlern (fehlende und \u00fcberfl\u00fcssige Buchstaben) und zahlreichen Getrennt- und Zusammenschreibungsfehlern \u00fcber einigerma\u00dfen abstruse (Tipp-?!)Fehler (\u201eSeine linke Braue ist gepirct und er hat Pluges in den Ohren\u201c) und Grammatikfehler (\u201eEscher entledigt sich seinem Shirt\u201c) bis hin zu schr\u00e4gen Formulierungen (\u201eDann packe ich Biest [die Dogge] zusammen\u201c; \u201eDas werden wir uns noch ausreden\u201c), die eventuell teilweise schon aus dem Original stammen (\u201eEin Schauder fl\u00fcstert \u00fcber meine Wirbels\u00e4ule\u201c). Garniert wird das Ganze mit \u00f6sterreichischen Ankl\u00e4ngen (\u201eIch bin am [statt: auf dem] Weg\u201c) und einer Milliarde Kommafehlern. Die manchmal nicht ganz einfach ins Deutsche zu \u00fcbertragende Problematik mit dem Duzen und Siezen ist auch nicht gegl\u00fcckt, so wird Ashers Vater von November mit \u201eDu\u201c angesprochen, aber \u201eMr. Mason\u201c genannt. Da das Buch im Pr\u00e4sens geschrieben ist <span style=\"font-size: 0.85em; \">(Ich hasse es!)<\/span>, gibt es  grammatikalisches Chaos beim Einsatz von Vergangenheitsformen, wenn auf fr\u00fchere Ereignisse zur\u00fcckgeblickt wird: Es wird mal Perfekt, mal Imperfekt, mal Plusquamperfekt verwendet \u2013 m\u00f6glicherweise schon im Original, aber das w\u00e4re ja bei der \u00dcbersetzung relativ einfach zu korrigieren gewesen.<\/p>\n<p>\u201eAsher\u201c ist ein in jeder Hinsicht unzweifelhaft schlechtes Buch ohne jede Spannung, das jeder modernen, selbstst\u00e4ndigen Frau die Tr\u00e4nen in die Augen treiben sollte. Ich bin kurz davor, mal wieder einen Appell an die Frauen da drau\u00dfen loszulassen, denn obwohl ich wirklich weit davon entfernt bin, eine Feministin zu sein, ist es mir vollkommen unbegreiflich, dass man es toll oder gar romantisch finden kann, wenn ein Typ komplett \u00fcber seine Frau und deren Leben bestimmt. Es gibt einen Unterschied zwischen liebevoller F\u00fcrsorge und Entm\u00fcndigung, M\u00e4dels! <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ueber-alles.net\/Bilder\/Sterne\/gelb\/1.png\" alt=\"\" \/><br \/>\n1 Punkt (f\u00fcrs Cover)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Originaltitel: Until November Serie: Until, #1<\/p>\n<\/p>\n<p> Klappentext:<\/p>\n<p>November freut sich auf die Zeit mit ihrem Vater, den sie endlich besser kennenlernen will. Sie l\u00e4sst New York und damit all die schrecklichen Erinnerungen hinter sich und zieht nach Tennessee, um f\u00fcr ihren Dad als Buchhalterin in dessen Strip Club zu arbeiten. 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