{"id":19513,"date":"2014-11-05T20:52:14","date_gmt":"2014-11-05T19:52:14","guid":{"rendered":"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=19513"},"modified":"2014-11-05T20:52:14","modified_gmt":"2014-11-05T19:52:14","slug":"cecilia-grant-ein-unsittliches-angebot","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=19513","title":{"rendered":"Cecilia Grant: Ein unsittliches Angebot"},"content":{"rendered":"<p>OT: <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/0553593838\/ueberalles-21\">A Lady Awakened<\/a><br \/>\nBlackshear, #1<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3802588711\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/2014\/3802588711\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/0553593838\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/2014\/0553593838\" \/><\/a> <\/p>\n<p><strong>Klappentext:<\/strong><br \/>\nNach dem Tod ihres Mannes k\u00e4mpft die junge Witwe Martha Russell darum, ihr Anwesen Seton Park zu behalten. Um ihren Anspruch darauf zu festigen, greift sie zu einer List: Mit dem attraktiven Lebemann Christopher Mirkwood will sie ein Kind zeugen, das sie als Erbe ihres verstorbenen Mannes ausgeben kann. Sie h\u00e4tte jedoch nie vermutet, dass sie sich in Christopher (sic!) verlieben k\u00f6nnte \u2026<\/p>\n<p><strong>Kommentar: <\/strong><br \/>\nWie ich nach dem Flohmarktkauf dieses Buches festgestellt habe, besitze ich bereits seit geraumer Zeit die englische Ausgabe, die vergessen in meinem Regal vor sich hinverstaubt. Schade eigentlich, denn das Deb\u00fct von Cecilila Grant hat mich richtig gut unterhalten.<\/p>\n<p>Die Geschichte ist nicht neu, aber doch eher au\u00dfergew\u00f6hnlich im Reigen der 0815-Historicals. Die zur\u00fcckgezogen lebende Witwe, eigentlich als Ausbund an Anstand bekannt, beschlie\u00dft nach dem Tod ihres Mannes, alles daranzusetzen, Herrin \u00fcber das Anwesen zu bleiben und zu verhindern, dass der Bruder ihres Mannes hier einzieht. Nicht Habgier, sondern die Sorge um die weiblichen Angestellten, die sich in der Vergangenheit seinen sexuellen \u00dcbergriffen ausgesetzt sahen, ist dabei ihr Motiv \u2013 ein geschickter Zug der Autorin, l\u00e4sst es doch den Betrug deutlich weniger selbsts\u00fcchtig erscheinen. Sie macht sich also auf die Suche nach einem Liebhaber, der ihr innerhalb eines Monats ein Kind zeugt. Praktischerweise wurde gerade der f\u00fcr seine Ausschweifungen bekannte Adlige Theo Kirkwood (nicht Christopher, wie es im Klappentext hei\u00dft!) ins Exil aufs Nachbargut verbannt, der nicht gerade lange \u00fcberredet werden muss, als Marthas \u00bbHure\u00ab (oder wie sie es ausdr\u00fcckt: \u00bbZuchthengst\u00ab) einzuspringen.<\/p>\n<p>Was dann folgt, ist allerdings entgegen seiner Erwartungen kein Vergn\u00fcgen f\u00fcr ihn, denn Martha will keine Lust, sondern wirklich nur seinen Samen \u2013 und sie zieht das im Gegensatz zu anderen Heldinnen, die schnell in Leidenschaft entbrennen \u2013 ziemlich entschlossen durch. Das finde ich gut, denn alles andere w\u00e4re unglaubw\u00fcrdig gewesen und h\u00e4tte nicht zu Martha und ihrer Weltsicht gepasst. Entsprechend gef\u00fchllos und kurz ist das n\u00e4chtliche sexuelle Beisammensein der beiden, obwohl sich Mirkwood zun\u00e4chst redlich bem\u00fcht, ihr die Sache so angenehm wie m\u00f6glich zu machen. <\/p>\n<p>Doch etwas anderes entwickelt sich in diesen veranschlagten vier Wochen zwischen den beiden, n\u00e4mlich eine echte Freundschaft, die in unmittelbarem Zusammenhang mit Kirkwoods Entwicklung steht. Der Londoner Lebemann beginnt n\u00e4mlich, sich f\u00fcr die Aufgaben eines Gutsherren zu interessieren, f\u00fcr die Landwirtschaft und die Menschen, die f\u00fcr ihn arbeiten. Martha ist ihm in diesen Dingen weit voraus und unterst\u00fctzt ihn, wo sie kann. Dieser Aspekt der Geschichte hat mir richtig gut gefallen, weil er nicht nur die Entwicklung des Protagonisten zu einem verantwortungsvollen Menschen zeigt, sondern auch \u2013 wenn auch nur einen kleinen und vielleicht etwas verkl\u00e4rten \u2013 Ausschnitt aus dem Landleben der Zeit. Dass Martha ihn lieben lernt, weil er sich \u00e4ndert und im Grunde die gleiche Auffassung und das gleiche Verantwortungsbewusstsein an den Tag legt wie sie selbst, ist glaubw\u00fcrdig. Seine offene, fr\u00f6hliche, unbek\u00fcmmerte Art ver\u00e4ndert im Gegenzug die n\u00fcchterne, ernste, spr\u00f6de Martha, die in jeder Hinsicht lockerer wird \u2013 allerdings im Kleinen und manchmal auch nur im Stillen, was ebenfalls glaubw\u00fcrdig ist.<\/p>\n<p>Dass ein eigentlich \u00fcberfl\u00fcssiger Streit die beiden erst mal entzweien muss, bevor es nach einigen dramatischen Verwicklungen schlie\u00dflich zum Happy End kommt, h\u00e4tte nicht sein m\u00fcssen; das Buch h\u00e4tte auch so genug Stoff hergegeben. Sehr elegant und gelungen fand ich hingegen die L\u00f6sung um das Erbe von Seton Park, die allen zugute kommt, die es verdienen. <\/p>\n<p>Neben den glaubw\u00fcrdigen Protagonisten, der insgesamt guten Geschichte und dem ansprechenden Rahmen war au\u00dferdem der Humor genau mein Ding. Mirkwoods Auseinandersetzungen mit dem heimt\u00fcckischen Schwein seiner P\u00e4chter zum Beispiel haben mich immer wieder aufs Neue zum Lachen gebracht, und auch Marthas zynische Weltsicht, vor allem im Zusammenhang mit dem m\u00e4nnlichen K\u00f6rper, war genau mein Ding. Ihre Gedanken, als Mirkwood sich das erste Mal vor ihr auszieht, sind g\u00f6ttlich und schon wert, das Buch zu lesen.<\/p>\n<p>Die Sprache der \u00dcbersetzung ist stellenweise mal wieder relativ modern, es h\u00e4lt sich aber noch in Grenzen. Fl\u00fcssig zu lesen ist der Roman in jedem Fall, und der n\u00e4chste Band der Serie befindet sich schon auf meinem Wunschzettel (auch wenn mich der Plot erst mal nicht so anmacht).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ueber-alles.net\/Bilder\/Sterne\/gelb\/4.png\" alt=\"\" \/><br \/>\n12\/15<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 0.8em; \">[Gelesen im Mai 2014.]<br \/>\n<\/span><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Anmerkung:<\/strong> Inzwischen habe ich auch den zweiten Band der Serie gelesen, <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/380258872X\/ueberalles-21\">\u00bbDas Versprechen der Kurtisane\u00ab<\/a> (OT: <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/0553593846\/ueberalles-21\">A Gentleman Undone<\/a>), und es hat mir gar nicht gefallen. Nat\u00fcrlich liege ich damit mal wieder v\u00f6llig kontr\u00e4r zur Allgemeinheit, aber das wundert sicher keinen mehr?! ;) Im Englischen gibt es noch einen dritten Band der Blackshear-Serie, Lyx hat den aber bislang nicht \u00fcbersetzt und so wie es aussieht, kommt er auch nicht mehr. Zumal der Historical-Versuch des deutschen Vorzeigeverlags wohl insgesamt eher als gescheitert zu bezeichnen ist; das Programm wurde wieder stark runtergeschraubt, wie&#8217;s aussieht. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OT: A Lady Awakened Blackshear, #1<\/p>\n<\/p>\n<p>Klappentext: Nach dem Tod ihres Mannes k\u00e4mpft die junge Witwe Martha Russell darum, ihr Anwesen Seton Park zu behalten. 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