{"id":17941,"date":"2012-10-10T16:18:08","date_gmt":"2012-10-10T14:18:08","guid":{"rendered":"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=17941"},"modified":"2017-03-13T14:57:18","modified_gmt":"2017-03-13T13:57:18","slug":"rezension-sabrina-jeffries-lord-stonevilles-geheimnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=17941","title":{"rendered":"[Rezension] Sabrina Jeffries: Lord Stonevilles Geheimnis"},"content":{"rendered":"<p><strong>Originaltitel: The Truth About Lord Stoneville<\/strong><br \/>\nHellions of Halstead Hall, #1<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3802586735\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/2012\/3802586735\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/1439167516\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/2012\/1439167516.jpg\" \/><\/a> <\/p>\n<p><strong>Inhalt:<\/strong> <\/p>\n<p>Der Marquess von Stoneville, Oliver Sharpe, wird von einem tragischen Ereignis aus seiner Vergangenheit verfolgt: Er gibt sich die Schuld am Tod seiner Eltern. Sein haltloser Lebensstil sorgt in der vornehmen Gesellschaft f\u00fcr Skandale. Bis seine Gro\u00dfmutter ihn eines Tages vor die Wahl stellt: Entweder Oliver sucht sich eine Frau und heiratet sie, oder er verliert sein Erbe. Kurz darauf begegnet Oliver der Amerikanerin Maria und heckt mit ihr einen Plan aus. Maria soll sich als seine Verlobte ausgeben. Doch Oliver h\u00e4tte niemals vermutet, dass er sich in die h\u00fcbsche Maria tats\u00e4chlich verlieben k\u00f6nnte &#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kommentar:<\/strong><\/p>\n<p>\u00bbLord Stonevilles Geheimnis\u00ab ist das erste Buch, das ich aus der neuen \u00bbRomantic History\u00ab-Reihe von Lyx gelesen habe. Ich wollte unbedingt mal einen dieser Romane ausprobieren, und da Sabrina Jeffries aka Deborah Martin ohnehin auf meiner Autoren-Checklist stand, dr\u00e4ngte sich dieser f\u00f6rmlich auf.<\/p>\n<p>Hester Plumtree hat genug vom Lotterleben ihrer Enkel. Sie will, dass die von der Gesellschaft &#8222;H\u00f6llenbrut von Halstead Hall&#8220; genannten Geschwister endlich Ehepartner suchen und ihr Ur-Enkel schenken, deshalb stellt sie ihnen ein Ultimatum: Binnen eines Jahres sollen alle f\u00fcnf verheiratet sein, sonst dreht sie ihnen den Geldhahn zu. Oliver Sharpe, Marquess von Stoneville, der \u00e4lteste Bruder und Erbe des Familiensitzes, ist ziemlich emp\u00f6rt \u00fcber das Vorgehen seiner Gro\u00dfmutter. Er will sie davon abbringen, indem er eine Hure kauft, die seine angebliche Braut spielen und die Gro\u00dfmutter nachhaltig abschrecken soll. Bei der Suche nach einer geeigneten \u00bbBraut\u00ab trifft er zuf\u00e4llig auf die Amerikanerin Maria \u00bbMopsy\u00ab Butterfield, die zusammen mit ihrem Vetter Freddy \u00fcber den gro\u00dfen Teich gekommen ist, um ihren verschollenen Verlobten zu finden. Sie verk\u00f6rpert alles, was Gro\u00dfmutter Plumtree verabscheut, also macht sich Oliver die Notlage der jungen Frau zunutze und bringt sie dazu, sich als seine Verlobte auszugeben. Nat\u00fcrlich kommt alles anders als geplant und die beiden f\u00fchlen sich schnell zueinander hingezogen, doch da gibt es ja noch den echten Verlobten und Olivers d\u00fcsteres Geheimnis aus der Vergangenheit \u2026<\/p>\n<p>Um mit dem Guten anzufangen: Das Cover des Buches ist wirklich ein Hingucker und hebt sich positiv von den Nackenbei\u00dfer-Covern anderer Verlage ab. Ebenso ist lobend die \u00dcbersetzung zu erw\u00e4hnen, die nicht zu modern, aber zum Gl\u00fcck auch lange nicht so schw\u00fclstig ist, wie das sonst oft bei den \u00dcbersetzungen historischer Liebesromane der Fall ist. Das Buch liest sich wirklich gut und fl\u00fcssig. <\/p>\n<p>Dummerweise gibts aber noch den Inhalt. Die Grundidee \u2013 Hettys Ultimatum \u2013 und den Beginn der Story fand ich eigentlich ganz nett, doch nach einer Weile nimmt das Unheil seinen Lauf. Die Heldin entpuppt sich schnell als f\u00fcrchterlich naives M\u00e4dchen, das gleichzeitig so lieb und gutherzig ist, dass einem spei\u00fcbel davon werden kann. Wie sie die \u00dcberfahrt nach und das \u00dcberleben in England geschafft hat, bleibt r\u00e4tselhaft \u2013 ihr Begleiter, der nervens\u00e4gige, trottelige Vetter Freddy, dessen Geisteszustand an Schwachsinnigkeit grenzt, kann ihr definitiv nur mehr Hindernis als Hilfe gewesen sein.<\/p>\n<p>Dass Maria so ist, wie sie ist, ist nat\u00fcrlich n\u00f6tig, denn der schicksalsgebeutelte Held, eine Heulsuse par excellence, kann sich nur einer Person \u00f6ffnen, die stets an das Gute im Menschen glaubt und reinen Herzens ist und manche Dinge aus reiner Naivit\u00e4t nicht weiter hinterfragt. Es ist extrem schnell klar, dass Oliver Maria will (und sie ihn selbstverst\u00e4ndlich auch), aber da das Buch damit schon zu Ende w\u00e4re, bevor es \u00fcberhaupt richtig angefangen hat, startet fr\u00fch ein schier endloses Hin und Her, das bei mir \u2013 nach kurzem Am\u00fcsement ganz zu Anfang \u2013 sp\u00e4ter dann die meiste Zeit \u00fcber f\u00fcr Langeweile und Augenrollen gesorgt hat. Man kennt das ja aus anderen Historicals, es l\u00e4uft ungef\u00e4hr wie folgt ab:  <\/p>\n<blockquote><p><em>Er, melodramatisch:<\/em> \u00bbWir k\u00f6nnen nicht zusammen sein, du bist zu gut f\u00fcr mich, Maria! Ich muss dich vor mir und meiner Liebe sch\u00fctzen.\u00ab<br \/>\n<em>Sie, behaarlich:<\/em> \u00bbDu bist aber ein guter Mensch!\u00ab<br \/>\n<em>Er, vollkommen \u00fcberzeugt:<\/em> \u00bbNein, bin ich nicht. Ich bin schlecht und b\u00f6se.\u00ab<br \/>\n<em>Sie, nach wie vor behaarlich:<\/em> \u00bbAber die Leidenschaft zwischen uns \u2026\u00ab<br \/>\n<em>Er, mit einem seiner seltenen Geistesblitze:<\/em> \u00bbMensch, Maria, ich hab ne tolle Idee, wo du gerade von Leidenschaft sprichst: Wir k\u00f6nnen vielleicht nicht zusammen sein, du kannst aber stattdessen meine M\u00e4tresse werden!\u00ab<br \/>\n<em>Sie, n\u00f6lig:<\/em> \u00bbDeine M\u00e4tresse zu werden ist mir aber nicht genug.\u00ab<br \/>\n<em>Er, am Ende seiner Geduld:<\/em> \u00bbIch will aber, dass du meine M\u00e4tresse wirst! Ich will dich endlich v\u00f6geln und Liebe kann ich dir nicht bieten. Ich bin wie mein Vater, der miese Hurensohn.\u00ab<br \/>\n<em>Sie, schmollend:<\/em> \u00bbIch bin aber doch schon verlobt.\u00ab<br \/>\n<em>Er, triumphierend:<\/em> \u00bbDein Verlobter ist eh ein verlogener Windhund, der will dich nur wegen deiner Mitgift und empfindet nichts f\u00fcr dich.\u00ab<br \/>\n<em>Sie, ganz sch\u00f6n schlau:<\/em> \u00bbAber du ja auch nicht, sagst du.\u00ab<br \/>\n<em>Er, emp\u00f6rt:<\/em> \u00bbIch schenk dir immerhin reinen Wein ein und sag dir offen, dass ich dich nur als M\u00e4tresse will.\u00ab<br \/>\n<em>Sie, trotzig:<\/em> \u00bbIch will aber nicht, das schickt sich nicht.\u00ab<br \/>\n<em>Er, entnervt:<\/em> \u00bbNa gut. Wenn du gar nicht anders rumzukriegen bist, heirate ich dich notfalls auch.\u00ab<br \/>\n<em>Sie, wankelm\u00fctig:<\/em> \u00bbAlso, ich wei\u00df nicht \u2026\u00ab<br \/>\n<em>Er, voller Tatendrang:<\/em> \u00bbJetzt komm schon, du wei\u00dft gar nicht, was dir entgeht! Sex ist super!\u00ab<br \/>\n<em>Sie, unsicher:<\/em> \u00bbEhrlich? Also gut, machen wirs so. Auch wenn meine Tante gesagt hat, dass M\u00e4nner sich beim Sex so Sachen rausnehmen wie Br\u00fcste anfassen. Igitt.\u00ab<br \/>\n<em>Er, voller Inbrunst:<\/em> \u00bbAch, ich zeig dir einfach mal, wies ist, dann wirst du froh sein, mich heiraten zu d\u00fcrfen.\u00ab<br \/>\n<em>Sie, dahinschmelzend:<\/em> \u00bbNa gut, wenn du meinst \u2026 \u00ab<br \/>\n<em>Sie, nach dem Sex:<\/em> \u00bbOkay, der Sex mit dir, der war schon ne ziemlich coole Sache.\u00ab<br \/>\n<em>Er, prahlerisch:<\/em> \u00bbJa, hab ich dir doch gesagt.\u00ab<br \/>\n<em>Sie, verliebt:<\/em> \u00bbGut, dass es dir auch gefallen hat, dann brauchst du ja ab sofort nur noch mich und musst nicht mehr zu anderen Frauen gehen.\u00ab<br \/>\n<em>Er, h\u00f6chst irritiert (aber immerhin ehrlich):<\/em>  \u00bb\u00c4h, also, es tut mir wirklich Leid, aber ich kann dir nicht versprechen, dass ich dir in unserer Ehe treu sein werde. Ich bin wie mein Vater, der st\u00e4ndig rumgehurt hat, das liegt mir im Blut. Ich kann gar nicht anders.\u00ab<br \/>\n<em>Sie, hysterisch:<\/em> \u00bbWie bitte? Unter den Umst\u00e4nden heirate ich dich doch nicht.\u00ab<br \/>\n<em>Er, in einem Anfall von Verantwortungsbewusstsein:<\/em> \u00bbWie bitte? Ich hab dich entjungert. Du musst mich heiraten.\u00ab<br \/>\n<em>Sie, zickig:<\/em> \u00bbIch muss gar nix! So eine Ehe werde ich nicht f\u00fchren, lieber sterb ich. Ich bin viel zu gut f\u00fcr dich!\u00ab <\/p><\/blockquote>\n<p>Dieses endlose im-Kreis-Gedrehe und Bladibladiblah war f\u00fcr mich extrem erm\u00fcdend; einzig die Szenen mit den Geschwistern von Halstaead Hall waren Lichtblicke im Sumpf der Eint\u00f6nigkeit. Ich vermute allerdings, dass die Naivit\u00e4t der Heldin und die sich daraus ergebenden Wortwechsel bei einigen Lesern f\u00fcr gro\u00dfes Am\u00fcsement sorgen k\u00f6nnten \u2013 mich nervt sowas einfach nur, da fehlt mir der richtige Humor f\u00fcr. Und weinerliche Helden, die sich selbst das Leben schwer machen, indem sie sich die Verantwortung f\u00fcr Dinge aufb\u00fcrden, f\u00fcr die sie absolut nichts k\u00f6nnen, kann ich auch absolut nicht leiden, w\u00e4hrend andere Leserinnen vor Mitleid f\u00fcr den vermeintlichen <i>tortured hero<\/i>zerflie\u00dfen. Wirklich schlecht war das Buch zugegebenerma\u00dfen nicht, es war nur einfach nicht mein Ding. Wer diese Art von Historicals mag (und das scheinen doch einige zu sein, wenn man sich die Amazon-Bewertungen so anschaut), kriegt mit \u00bbLord Stonevilles Geheimnis\u00ab sicher ein paar Stunden nette Unterhaltung. <\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten B\u00fccher der Serie drehen sich u.a. um die anderen Sharpe-Geschwister: Jarret mit seinem Hang zum Gl\u00fccksspiel, Gabriel, der kein noch so waghalsiges Rennen ausl\u00e4sst, Minerva, ihres Zeichens Autorin von Schauerromanen, sowie Celia, die bei Schie\u00dfwettbewerben auf sich aufmerksam macht. Sie alle m\u00fcssen ja auch noch binnen eines Jahres unter die Haube gebracht werden. Ob ich dabei sein werde, wei\u00df ich noch nicht so genau. <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ueber-alles.net\/Bilder\/Sterne\/gelb\/3.png\" alt=\"\" \/><br \/>\n7\/15<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-size: 0.9em; \"><strong>Serieninfo:<\/strong><br \/>\n01 The Truth About Lord Stoneville | Lord Stonevilles Geheimnis<br \/>\n02 A Hellion in Her Bed |\u00a0Spiel der Herzen (12\/12)<br \/>\n03 How to Woo a Reluctant Lady<br \/>\n04 To Wed a Wild Lord<br \/>\n05 A Lady Never Surrenders<br \/>\n06 &#8218;Twas the Night After Christmas<\/p>\n<p><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Autoren-Check: Durchgefallen. Oder?!<\/strong><br \/>\nEigentlich k\u00f6nnte ich den Autorencheck auch aufgeben, denn wie sich jetzt mehrfach herausgestellt hat, bin ich selbst nach einem weniger guten Eindruck nicht bereit, die (bereits angesammelten) B\u00fccher eines Autors einfach so rauszuwerfen. Um die 15 sind es \u00fcbrigens. Eine zweite Chance werde ich also auch Sabrina Jeffries geben. Irgendwann \u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Originaltitel: The Truth About Lord Stoneville Hellions of Halstead Hall, #1<\/p>\n<\/p>\n<p>Inhalt: <\/p>\n<p>Der Marquess von Stoneville, Oliver Sharpe, wird von einem tragischen Ereignis aus seiner Vergangenheit verfolgt: Er gibt sich die Schuld am Tod seiner Eltern. Sein haltloser Lebensstil sorgt in der vornehmen Gesellschaft f\u00fcr Skandale. 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