{"id":14813,"date":"2011-10-20T13:28:21","date_gmt":"2011-10-20T11:28:21","guid":{"rendered":"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=14813"},"modified":"2017-03-13T14:57:51","modified_gmt":"2017-03-13T13:57:51","slug":"rezension-daisy-goodwin-eine-englische-liebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=14813","title":{"rendered":"[Rezension] Daisy Goodwin: Eine englische Liebe"},"content":{"rendered":"<p><strong>Originaltitel: My Last Duchess aka The American Heiress<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3499256746\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/2011\/3499256746r.jpg\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/0755348060\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/2011\/0755348060.jpg\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/0312658656\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/2011\/0312658656r.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Klappentext:<\/strong><br \/>\nWie jedes Jahr verbringt Cora den Sommer mit ihrer Familie auf Rhode Island. Aber das Jahr 1893 ist f\u00fcr sie ein besonderes: Mit einem rauschenden Ball soll die zuk\u00fcnftige Erbin eines unermesslichen Verm\u00f6gens in die Gesellschaft eingef\u00fchrt werden. Cora scheint alles zu haben, wovon ein M\u00e4dchen tr\u00e4umen kann, doch sie f\u00fchlt sich wie in einem goldenen K\u00e4fig. Jeder ihrer Schritte wird \u00fcberwacht, und ihre Mutter schmiedet immer ehrgeizigere Pl\u00e4ne. In Europa will sie f\u00fcr Cora einen Mann finden, der mit in die Ehe bringt, was ihrer Tochter noch fehlt: einen Adelstitel. Aber in London m\u00fcssen die beiden Frauen erfahren, dass Geld nicht alles ist. Und als sich Cora tats\u00e4chlich Hals \u00fcber Kopf in einen Herzog verliebt, ahnt sie nicht, worauf sie sich einl\u00e4sst.<\/p>\n<p><strong>Kommentar:<\/strong><br \/>\nIch bin auf Daisy Goodwins Deb\u00fctroman anl\u00e4sslich des Erscheinens der US-Taschenbuchausgabe vor einigen Wochen aufmerksam geworden und fand, dass er sehr interessant klingt. Als dann auch noch <a href=\"http:\/\/roseately.wordpress.com\/2011\/08\/19\/daisy-goodwin-my-last-duchess\/\">Marie<\/a> das Buch so positiv besprochen hat und mir die deutsche Ausgabe in der Buchhandlung am Flughafen begegnet ist, konnte ich nicht widerstehen. <\/p>\n<p>Cora Cash ist ein h\u00fcbsches, reiches amerikanisches High-Society-M\u00e4dchen, f\u00fcr das die Mutter hochtrabende Pl\u00e4ne hat: Sie soll einen Adligen heiraten und so in Besitz eines Titels kommen. Obwohl Cora eigentlich den jungen amerikanischen K\u00fcnstler Teddy liebt, reist sie schlie\u00dflich auf Dr\u00e4ngen ihrer Mutter nach England, um sich auf dem Heiratsmarkt umzusehen. Wider Erwarten verliebt sie sich tats\u00e4chlich in einen Herzog, der ihr nicht viel sp\u00e4ter sogar einen Antrag macht. Sie scheint am Ziel ihrer W\u00fcnsche, doch das Leben als Herzogin in England entpuppt sich f\u00fcr die Amerikanerin als ganz anders als erwartet \u2026<\/p>\n<p>Um Missverst\u00e4ndnissen vorzubeugen: Das Buch ist kein trivialer historischer Liebesroman, sondern die gut recherchierte und fundierte Emanzipationsgeschichte einer jungen Amerikanerin, die nach England geht, um einen Adelstitel zu ergattern. Das war seit Mitte\/Ende des 19. Jahrhunderts keine Seltenheit, denn w\u00e4hrend viele Amerikaner im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs im sogenannten <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gilded_Age\">Gilded Age<\/a> zu gro\u00dfem Reichtum kamen, verarmte der englische Adel zunehmend. Was l\u00e4ge n\u00e4her, als ein Zweckb\u00fcndnis einzugehen, das allen Beteiligten verschafft, was sie brauchen: den Adligen Geld und den reichen Amerikanerinnen einen Titel. <\/p>\n<p>Das Problem dabei war allerdings, dass bei diesen Verbindungen Welten aufeinanderprallten \u2013 und genau darunter hat auch Cora zu leiden. Sie hat bis dato ein Leben im \u00dcberfluss gef\u00fchrt, ist Fortschritt, Luxus, Opulenz und Dekadenz gewohnt und war eine bewunderte, \u00fcberall geachtete junge Frau, relativ freiheitlich erzogen und gebildet. In England wird sie f\u00fcr all das verachtet, und man h\u00e4lt Amerikanerinnen per se f\u00fcr ungehobelt, schlecht erzogen und der adligen Gesellschaft eigentlich f\u00fcr unw\u00fcrdig. Die Diskrepanz zwischen den neureichen Amerikanern und dem alten englischen Adel wird wirklich sehr gut dargestellt, ebenso die Gepflogenheiten der damaligen Zeit. Man erf\u00e4hrt viel \u00fcber die Kleidung, Einrichtung, Essen sowie \u00fcber die Etikette der Epoche, wobei auch weniger sch\u00f6ne Themen (aus heutiger und deutscher Sicht) nicht ausgespart werden: Besonders entgeistert hat mich das Servieren von <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Blutente\">Blutente<\/a> (hier ein <a href=\"http:\/\/fxcuisine.com\/default.asp?Display=13\">Link zur illustrierten Zubereitung<\/a>, aber Achtung, eher nur f\u00fcr Hartgesottene!); dagegen nehmen sich die Tatsache, dass Cora mehrere Stunden t\u00e4glich im Wirbels\u00e4ulenstraffer verbringen muss, und die \u00fcblichen Qualen, die zu erleiden hat, wer sch\u00f6n sein will (Korsette, schmerzende Haarnadeln, schwere Kettenverschl\u00fcsse usw.), doch harmlos aus. <\/p>\n<p>Die Geschichte an sich ist leider deutlich weniger interessant als das historische Flair. Sie zieht sich \u00fcber einen Zeitraum von etwa einem Jahr, erz\u00e4hlt hier mal eine kleine Episode und dort eine Begebenheit und pl\u00e4tschert ohne echte H\u00f6hepunkte scheinbar endlos vor sich hin. Spannung kommt h\u00f6chstens auf, wenn Cora mal wieder ahnungslos (f\u00fcr den Leser aber vollkommen offensichtlich) auf ein Desaster zusteuert, obwohl sie eigentlich in bester Absicht gehandelt hat. Die junge Amerikanerin ist n\u00e4mlich nicht nur ein wenig naiv, sondern sie beweist dar\u00fcber hinaus wenig Fingerspitzengef\u00fchl: Selbst nach einiger Zeit in England begreift sie nicht mal ansatzweise, welche Erwartungen an sie gestellt werden und wie sie als Herzogin aufzutreten hat. Ihr eigenbr\u00f6dlerischer, verschlossener, uncharmanter Ehemann macht es ihr allerdings ebenfalls nicht gerade einfach, denn er bem\u00fcht weder besonders um seine Frau noch hilft er ihr beim Einleben und der Integration in die adlige Gesellschaft. Gegen Ende verleiht sein d\u00fcsteres Geheimnis der Handlung noch ein wenig W\u00fcrze, das rettet die Geschichte aber auch nicht mehr \u2013 das Buch ist einfach kein bisschen mitrei\u00dfend und emotional geschrieben und vermag es mit seiner gleichf\u00f6rmigen Storyline und den eher blassen Figuren einfach nicht, einen zu fesseln. <\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>\n7\/15 \u2013 Historisch fundiert und sehr interessant, dabei bleibt die Geschichte aber ziemlich auf der Strecke. <\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/ueber-alles.net\/Bilder\/Sterne\/gelb\/3.png\" alt=\"\" \/><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Originaltitel: My Last Duchess aka The American Heiress<\/p>\n<\/p>\n<p>Klappentext: Wie jedes Jahr verbringt Cora den Sommer mit ihrer Familie auf Rhode Island. Aber das Jahr 1893 ist f\u00fcr sie ein besonderes: Mit einem rauschenden Ball soll die zuk\u00fcnftige Erbin eines unermesslichen Verm\u00f6gens in die Gesellschaft eingef\u00fchrt werden. Cora scheint alles zu haben, wovon [&#8230;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[81,168],"tags":[40,453,73],"class_list":["post-14813","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-note3","category-unterhaltung-aller-art","tag-7-punkte","tag-historischer-roman","tag-victorian-romance","odd"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14813"}],"collection":[{"href":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=14813"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14813\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20128,"href":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/14813\/revisions\/20128"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=14813"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=14813"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=14813"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}