{"id":1103,"date":"2009-04-09T13:30:01","date_gmt":"2009-04-09T11:30:01","guid":{"rendered":"http:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=1103"},"modified":"2017-03-13T14:50:31","modified_gmt":"2017-03-13T13:50:31","slug":"jeaniene-frost-blutrote-kusse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buecher.ueber-alles.net\/?p=1103","title":{"rendered":"Jeaniene Frost: Blutrote K\u00fcsse"},"content":{"rendered":"<p><strong>OT: Halfway to the Grave<\/strong><br \/>\n1. Teil der Night-Huntress-Serie<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/344226605X\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/344226605X.jpg\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/0061245089\/ueberalles-21\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.ueber-alles.net\/Cover\/0061245089.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Inhalt:<\/strong><br \/>\nDa war er, der Pakt mit dem Teufel! Der Vampir schaute sie verf\u00fchrerisch und bedrohlich zugleich an. Wenn sie sein Angebot ablehnte, w\u00e4re f\u00fcr ihn Happy Hour und sie der Drink. Wenn sie zustimmte, w\u00fcrde sie jedoch ein B\u00fcndnis mit dem absolut B\u00f6sen eingehen &#8230; <\/p>\n<p><strong>Kommentar:<\/strong><br \/>\nWow, was f\u00fcr ein geheimnisvoller Klappentext \u2013 und so passend zu den drei \u00fcber allem prangenden Schlagw\u00f6rtern \u00bbd\u00fcster \u2013 gef\u00e4hrlich \u2013 erotisch!\u00ab Zwar tendiert die Aussagekraft gegen Null, aber Zweck eines solchen Textes ist es ja auch nicht, den Leser auf den Inhalt vorzubereiten, sondern sein Interesse zu wecken und ihn zum Kauf zu animieren! Eine Inhaltsbeschreibung w\u00e4re wohl ohnehin ziemlich langweilig ausgefallen, denn es passiert nicht wirklich viel. F\u00fcr alle, die trotzdem wissen wollen, worum es bei diesem Buch eigentlich geht, sei eine Zusammenfassung geliefert: Vampirjagende Halbvampirin trifft auf einen vampirjagenden Vollvampir, und gemeinsam ziehen sie durchs Land und metzeln einen b\u00f6sen Vampir nach dem anderen nieder. <\/p>\n<p>Zugegeben, manch ein Autor vermag es, einem Buch trotz einer m\u00e4\u00dfigen Storyline Leben einzuhauchen, Jeaniene Frost geh\u00f6rt aber offenbar leider nicht zu ihnen. Denn nicht nur die Handlung pl\u00e4tschert ohne echte H\u00f6hepunkte vor sich hin, sodass keinerlei Spannung aufkommen mag, sondern \u00fcberdies sind ihre Figuren unausgereift und enervierend. <\/p>\n<p>Cat soll wohl sowas wie eine Kickass-Heldin sein: tough, effektiv, unerbittlich, m\u00f6rderisch. Leider m\u00fcssen wir schnell erfahren, dass sie \u2013 laut ihres neuen Lehrmeisters Bones \u2013 keine Ahnung von der Vampirjagd hat und auch sonst nichts von Belang wei\u00df. Das passt zwar nicht so wirklich dazu, dass sie bereits knapp 20 der Blutsauger um die Ecke gebracht hat, \u00fcberrascht andererseits aber nicht in Anbetracht der Tatsache, dass die irgendwie wohl schon selbstbewusste und schnoddrig-unfl\u00e4tig daherredende Cat unglaublich un\u00fcberlegt, verbohrt und naiv ist. Erschwerend hinzu kommt eine extreme Verunsicherung bzgl. ihrer Identit\u00e4t\/Pers\u00f6nlichkeit und Selbstverleugnung (eingeredet von ihrer Mutter) sowie eine sexuelle Verklemmung und Blau\u00e4ugigkeit, die eher ins 19. Jahrhundert passen w\u00fcrde. Dass die in Sachen Sexualit\u00e4t bis zum Ende schamhaft dargestellte und bei jeder Gelegenheit err\u00f6tende Cat trotzdem Dinge denkt wie \u00bbDu hast dir eben einen Blowjob verdient!\u00ab (S. 279), verwundert auch schon nicht mehr in Anbetracht der Tatsache, dass in Sachen Protagonistin ohnehin kaum was zusammenpasst. <\/p>\n<p>Bones, ihr m\u00e4nnlicher Gegenpart, soll einen uralten und dementsprechend m\u00e4chtigen Vampir darstellen, der sich als Kopfgeldj\u00e4ger verdingt. Die angemessene Arroganz legt er immerhin an den Tag, nennt er unsere beeindruckende Kickass-Heldin doch ununterbrochen \u00bbSch\u00e4tzchen\u00ab, \u00bbS\u00fc\u00dfe\u00ab sowie gef\u00fchlte f\u00fcnfzehn Millionen mal \u00bbK\u00e4tzchen\u00ab (ja, mir ist wohl bewusst, dass da ein gewisser Zusammenhang mit dem Vornamen \u00bbCat\u00ab besteht!). Daneben beeindruckt er mit so fiesen Fl\u00fcchen wie \u00bbKreuzdonnerwetter\u00ab \u2013 was evtl. darauf hinweisen soll, aus welcher Zeit er stammt, aber eigentlich nur deutlich macht, dass der Vampirkiller ein ebenso wenig ernstzunehmender Kickass-Held ist wie seine Partnerin Cat. Immerhin im Bett scheint er begabt zu sein, wenngleich unklar ist, wieso er sich eine Aff\u00e4re mit der verklemmten Nervens\u00e4ge antut und sich auch noch auf den ersten Blick in sie verliebt hat. Sein Liebesgest\u00e4ndnis trifft nicht nur die Halbvampirin, sondern auch uns Leser wie aus heiterem Himmel, passt aber zur gesamten Unausgegorenheit des Buchs. <\/p>\n<p>Die viel gepriesene Erotik konnte ich bl\u00f6derweise nicht entdecken; die ist offenbar in all den Dummheiten und Naivit\u00e4ten untergegangen. Okay, es gibt Sexszenen und jede Menge sexuelle Anspielungen, nur sind die mitnichten erotisch. Wie auch, wenn eine Person im Fokus steht, die angesichts der sexuellen Ungeh\u00f6rigkeiten st\u00e4ndig Gef\u00e4hr l\u00e4uft, den Verstand zu verlieren und ohnm\u00e4chtig zu werden, die nach einer schlechten Erfahrung mit einem Dummkopf, der sie direkt nach dem Sex sitzengelassen hat, meint, mit ihr stimme was nicht, und die verk\u00fcndet \u00bbOralsex macht man nicht\u00ab, w\u00e4hrend ER gerade dabei ist. Zu allem \u00dcbel w\u00fcrgt sie auch noch das Nachspiel mit den Worten \u00bbWillst du dich nicht auf die Seite rollen und einschlafen?\u00ab ab. Sp\u00e4testens an dieser Stelle h\u00e4tte ich das Buch am liebsten in die Ecke gefeuert, zumal Bones unverdrossen und mit einer enervierenden Gelassenheit reagiert, statt ihr ihren eigenen Pflock ins Herz oder sonstwohin zu rammen. <\/p>\n<p>Neben bl\u00f6den Hauptpersonen, unerotischen Sexszenen und einer wenig spannenden Handlung, gibt es noch eine Menge befremdlich anmutender Szenen und Figuren. So erfahren wir von einer sliplosen sexy spanischen Vampirin, die einst aus einem Nonnenkonvent (!) geraubt wurde und vielleicht deshalb jetzt so wild die Moralkeule schwingen darf, dass die Vampirgesellschaft \u00fcberhaupt nicht so schlimm ist und dass der vermeintliche Vampirb\u00f6sewicht lange nicht so b\u00f6se wie die Menschen, die Frauen verschleppen, verst\u00fcmmeln und unterwerfen.<br \/>\nDaneben begegnet uns noch Cats bucklige Verwandtschaft in Gestalt ihrer moralischen Gro\u00dfeltern und vor allem ihrer bekloppten Mutter, die Cat verantwortlich f\u00fcr ihr eigenes verkorkstes Leben macht und sie permanent unter Druck setzt \u2013 wodurch dann auch klar ist, wieso Cat so ist, wie sie leider ist.<br \/>\nWelche Funktion Cats Nachbar Timmy hat, ist mir vollkommen unklar. Seine Auftritte sind allesamt seltsam bis bescheuert, und obwohl er eigentlich als Cats Freund eingef\u00fchrt wird, klingt es am Ende des Buches nicht danach, als w\u00fcrde man ihm nochmal begegnen. Das w\u00e4re allerdings auch kein \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Verlust, weil er eh ein tollpatschiger Trottel ist. <\/p>\n<p>Den Meinungen der Kritiker\/Leser nach zu urteilen ist das Buch komischerweise gar nicht so schlecht, vielleicht versteh ich also mal wieder alles nicht. Das kann tats\u00e4chlich gut sein, denn ich f\u00fcrchte fast, dass die Autorin dieses Buch mit einem Augenzwinkern geschrieben hat. Es gibt aber einfach eine Art von Humor, die bei mir keinerlei Am\u00fcsement hervorruft, sondern den gegenteiligen Effekt hat: Handlungsweisen, Gedanken und Dialoge wirken auf mich einfach so derma\u00dfen dumm, unfassbar naiv, abstrus und haneb\u00fcchen, dass meine wesentliche Reaktion entnervtes und wildes Augenrollen ist. Sherrilyn Kenyon, Jennifer Ashley und Kathryn Caskie beherrschen diese Art der Schreibe \u00fcbrigens ebenfalls meisterlich, und es h\u00e4tte bei diesen Autorinnen ebenfalls passieren k\u00f6nnen, dass die Heldin sich permanent zum Affen macht, zum Beispiel, indem sie nach der Hand ihres Helden greift, aber leider seinen Schwanz erwischt, ohne es zu bemerken. Vor versammelter Mannschaft, versteht sich. Hahaha. *augenroll* <\/p>\n<p>Aber nicht nur der Humor erschlie\u00dft sich mir nicht, sondern auch die st\u00e4ndigen typografischen Hervorhebungen von einzelnen W\u00f6rtern ohne jeden ersichtlichen Sinn sind mir ein R\u00e4tsel. Vereinzelte Kursivierungen zur Betonung von W\u00f6rtern in der Schriftsprache sind mir nat\u00fcrlich gel\u00e4ufig, aber welchen Zweck haben sie in solchen F\u00e4llen: \u00bbVerdammter <em>Mist<\/em>!\u00ab,  \u00bbMein Gott, und ich habe ihne auch noch <em>gew\u00e4hlt<\/em>!\u00ab oder \u00bbVerfluchter <em>Schei\u00dfkerl<\/em>\u00ab? Keine Ahnung! Ist eigentlich auch egal, denn es gibt vordringlichere Probleme hinsichtlich dieses Buchs, um die sich die Autorin zun\u00e4chst k\u00fcmmern sollte \u2026 <\/p>\n<p><strong>Wertung: <\/strong><br \/>\n2\/15 \u2013 Ein abstruser Mix aus Gewalt, Sex und einem eigenwilligen Humor mit einem einigerma\u00dfen offenen Ende, das mich aber auch nicht dazu bringen wird, weitere B\u00e4nde zu lesen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>OT: Halfway to the Grave 1. Teil der Night-Huntress-Serie<\/p>\n<\/p>\n<p>Inhalt: Da war er, der Pakt mit dem Teufel! Der Vampir schaute sie verf\u00fchrerisch und bedrohlich zugleich an. Wenn sie sein Angebot ablehnte, w\u00e4re f\u00fcr ihn Happy Hour und sie der Drink. 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