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The Ravenels, #3

Klappentext:
An eccentric wallflower…
Most debutantes dream of finding a husband. Lady Pandora Ravenel has different plans. The ambitious young beauty would much rather stay at home and plot out her new board game business than take part in the London Season. But one night at a glittering society ball, she’s ensnared in a scandal with a wickedly handsome stranger.
A cynical rake…
After years of evading marital traps with ease, Gabriel, Lord St. Vincent, has finally been caught-by a rebellious girl who couldn’t be less suitable. In fact, she wants nothing to do with him. But Gabriel finds the high-spirited Pandora irresistible. He’ll do whatever it takes to possess her, even if their marriage of convenience turns out to be the devil’s own bargain.
A perilous plot…
After succumbing to Gabriel’s skilled and sensuous persuasion, Pandora agrees to become his bride. But soon she discovers that her entrepreneurial endeavors have accidentally involved her in a dangerous conspiracy-and only her husband can keep her safe. As Gabriel protects her from their unknown adversaries, they realize their devil’s bargain may just turn out to be a match made in heaven…
Kommentar:
Meine Begeisterung für Historicals hat in letzter Zeit rapide nachgelassen – nicht nur, weil ich Eishockeyspieler für mich entdeckt habe, sondern auch, weil ich überwiegend durchschnittliche und schlecht(er)e Bücher aus diesem Genre erwischt habe. Zum Glück liegt man mit Kleypas selten falsch – und das ist auch bei diesem Buch wieder so.
Wer beim Titel »Devil in Spring« (so wie ich) nicht geschaltet hat, wird direkt beim Prolog des Romans feststellen, dass es sich beim Protagonisten Gabriel um den Sohn von Evie und Sebastian handelt, den Hauptfiguren aus »Devil in Winter«, Band 3 der Wallflower-Serie (gerade als Cora-Version auf Deutsch wiederveröffentlicht, auch als Kindle-Ausgabe). Die beiden sind immer noch schrecklich verliebt, haben jede Menge Kinder und sind gelassene, liebevolle und verständnisvolle Eltern – was sich bei jedem einzelnen ihrer Auftritte in diesem Buch, ganz besonders im Umgang mit Gabriel, zeigt.
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Deutscher Titel: Us – Du und ich für immer
Serie: Him

Klappentext:
Ryans und Jamies gemeinsames Glück droht wie eine Seifenblase zu zerplatzen, als Ryans Teamkollege in das Apartment über ihnen einzieht. Jetzt könnte auffliegen, dass sie ein Paar und bis über beide Ohren ineinander verliebt sind. Denn eins ist sicher: Sollten die Medien erfahren, dass Ryan Wesley – aufstrebender Star der National Hockey League und Liebling der Fans – schwul ist, wird das seine Karriere zerstören. Und plötzlich steht Wes vor der schwersten Entscheidung seines Lebens …
Kommentar:
»Us« ist die unmittelbare Fortsetzung von »Him«, und ich konnte gar nicht erwarten zu lesen, wie es mit Ryan und Jamie weitergeht. Ich würde aber sagen, dass man diesen zweiten Teil nicht unbedingt lesen muss und Band 1 auch für sich stehen kann.
»Us« zeigt das Zusammenleben von Ryan und Jamie, die inzwischen gemeinsam in Ryans Appartment in Toronto wohnen. Die Probleme des Alltag als schwules Paar holen die beiden schnell ein, was vor allem damit zusammenhängt, dass beide unabhängig voneinander viel auf Reisen sind und Ryan aus Sorge um seine NHL-Karriere ihre Beziehung geheim halten will. Sie verbringen deshalb den meisten Teil ihrer Freizeit allein in ihrer Wohnung, und die Angst, dass seine sexuelle Orientierung öffentlich wird, hängt wie ein Damoklesschwert über Ryan. Als Ryans Teamkollege Blake ins gleiche Haus zieht und ständig bei den beiden auftaucht, droht aufzufliegen, dass Jamie mehr ist als einfach nur ein Freund und Mitbewohner – und die beiden haben selbst in ihrer Wohnung kaum mehr eine gemeinsame ruhige Minute. Vor allem Jamie leidet sehr unter der Situation und wird immer unglücklicher, zumal sein eigener Job als Coach nicht gerade wie gehofft läuft. Sie wissen beide nicht, ob sie es schaffen, bis zu dem geplanten Outing nach Ende der ersten Saison Ryans durchzuhalten, doch dann wird Jamie krank, und Ryans instinktives Handeln führt dazu, dass ihre Beziehung publik wird – was sie vor ganz neue Probleme stellt.
Ehrlich gesagt bezweifle ich, dass Ryan in der Realität so glimpflich davonkommen und so wenig Gegenwind von Mitspielern, Gegnern, Fans und der Presse bekommen würde, wie es im Buch letztendlich der Fall ist, aber dafür ist das hier ja ein fiktionaler Liebesroman und keine Autobiografie eines Betroffenen. Dass das Thema überhaupt aufgegriffen und die möglichen Probleme und Ängste eines schwulen Profisportlers aufzeigt, ist an sich schon als sehr positiv zu bewerten.
»Us« ist ein schönes, wunderbar geschriebenes Buch mit sehr ansprechendem Humor, hat mir aber etwas weniger gut gefallen als »Him« – was angesichts des Themas nicht besonders verwunderlich ist: Es ist naturgemäß einfach schöner, von einer aufkeimenden Liebe zu lesen als von den Alltagsproblemen in einer Beziehung. Tatsächlich fand ich die Geschichte ein bisschen deprimierend, weil Jamie und Ryan – obwohl sie sich zweifellos lieben – über weite Strecken ziemlich unglücklich mit ihrem gemeinsamen Leben, den vielen Trennungen und dem ewigen Versteckspiel sind. Dass ausgerechnet die beiden es nicht mehr schaffen, miteinander zu reden, obwohl sie jahrelang nichts anderes getan haben, dass der sonst so ausgeglichene, kaum aus der Bahn zu werfende Jamie so traurig und depressiv ist, dass er Ryan nicht mehr an sich heranlässt, tut einem im Herzen weh.
Für Lichtblicke in der düsteren Stimmung sorgt immer wieder Ryans Teamkollege Blake. Den fand ich zunächst total hohl, trampelig und nervig (Jamie und Ryan würden mir da sicher zustimmen!), spätestens ab dem Moment von Jamies Erkrankung ist Blake aber mit jedem Auftritt in meiner Achtung gestiegen. Er ist zwar immer noch trampelig und ein anstrengend, aber er ist lustig (vor allem, wenn seine Schafphobie ins Spiel kommt, die so ausgeprägt ist, dass er nicht mal wie geplant einen Stripclub betreten kann, weil der »The Black Sheep« heißt) und vor allem ein loyaler Freund, wenn es darauf ankommt. Bei Goodreads hab ich irgendwo aufgeschnappt, dass es wohl noch Bücher aus Jamies und Ryans Umfeld geben wird, und wenn das stimmt, dann ist Blake sicher der Topkandidat als Hauptfigur.

12/15
EDIT 1.3.2017: Jetzt blick ich erst, dass der Beginn der neuen Serie von Elle Kennedy und Sarina Bowen die ersehnte Geschichte von Blake Riley ist. Vielleicht sollte man auch mal die Inhaltsbeschreibungen der Bücher durchlesen, die man blind auf die Wunschliste packt … GEKAUFT!
Sarina Bowen/Elle Kennedy: Good Boy (WAGs #1)
Hosting her brother’s wedding for an MVP guest list is the challenge of Jess Canning’s life. Already the family screw-up, she can’t afford to fail. And nobody (nobody!) can learn of the colossal mistake she made with the best man during a weak moment last spring. It was wrong, and there will not be a repeat. Absolutely not. Even if he is the sexiest thing on two legs.
Blake Riley sees the wedding as fate’s gift to him. Jess is the maid of honor and he’s the best man? Let the games begin. So what if he’s facing a little (fine, a lot) of resistance? He just needs to convince the stubborn blonde that he’s really a good boy with a bad rap. Luckily, every professional hockey player knows that you’ve got to make an effort if you want to score.
But Jess has more pressing issues to deal with than sexy-times with a giant man-child. Such as: Will the ceremony start on time, even though someone got grandma drunk? Does glitter ever belong at a wedding? And is it wrong to murder the best man?
Deutscher Titel: Him – Mit ihm allein
Serie: Him, #1

Klappentext:
Jamie und Ryan waren beste Freunde. Die Sommer, die sie gemeinsam im Eishockey-Trainingscamp verbracht haben, waren die besten ihres Lebens. Nun stehen sie sich nach vier Jahren Funkstille plötzlich wieder gegenüber. Schon damals war Ryan klar, dass er schwul ist. Er war Hals über Kopf verliebt in Jamie. Die alten Gefühle sind sofort wieder da, viel stärker, intensiver … schmerzhafter. Denn Jamie steht nach wie vor auf Frauen. Und was noch viel schlimmer ist: Er hat Ryan nie verziehen, dass er nach ihrer gemeinsamen Nacht den Kontakt zu ihm abgebrochen hat …
Kommentar:
Ich glaube, ich sollte mir immer ein Buch von Elle Kennedy und/oder Sarina Bowen bereitlegen, nur für den Fall, dass ich wegen zu vieler durchschnittlicher und schlechter Bücher keine Lust auf Lesen habe. Die beiden kurieren mich garantiert von jeder Lesekrise, was dieser Liebesroman über zwei homosexuelle Jungs ziemlich angetan war, einmal mehr belegt (nachdem ich ja schon von der Off-Campus-Serie begeistert war).
»Him« ist von Beginn an fesselnd. Es startet damit, dass die beiden Eishockeyspieler und ehemaligen besten Freunde Ryan und Jamie erfahren, dass sie sich nach drei Jahren Funkstille bei einem Endspiel wiedersehen werden. Warum ihre Freundschaft in die Brüche gegangen ist, bleibt zunächst im Dunklen; man erfährt nur, dass Ryan nach irgendeinem Vorfall den Kontakt zu Jamie komplett abgebrochen hat, obwohl sich die beiden sehr nahestanden. Was damals genau passiert ist, wird nach und nach aufgedeckt; parallel dazu zeigt das Wiedersehen der beiden, dass sich nicht so viel zwischen ihnen geändert hat. Bis auf eines: Jamie ist ganz offensichtlich nicht ganz so straight, wie beide Jungs immer dachten.
Es prickelt von der ersten Seite an zwischen den beiden und nach und nach lassen sie sich darauf ein. Wie sie sich annähern und wie sich ihre Beziehung entwickelt, ist wahnsinnig gefühlvoll beschrieben. Sowohl Jamie als auch Ryan durchleiden die eine oder andere Krise wegen der veränderten Situation, sind unsicher und wissen nicht so richtig, was das alles zu bedeuten hat und wo es hinführen soll. Ist es eine Sache für einen Sommer? Oder mehr? Kann es sich ein NHL-Profi erlauben, (offen) schwul zu sein – und wenn nicht, muss Ryan seine große Liebe Jamie deshalb wirklich aufgeben?
Das Autorenduo schafft bei diesem Buch den Spaghat, nicht nur einen wundervollen Liebesromane mit zwei wunderbaren, hervorragend ausgearbeiteten Protagonisten zu schreiben, sondern gleichzeitig die Probleme von Schwulen (bzw. schwulen Sportlern) auf den Punkt zu bringen, ohne die ganze Zeit den moralischen Zeigefinger zu erheben. So gibt es einen diskriminierenden Vorfall mit dem Vater eines Eishockey-Kids, aber andererseits auch jede Menge Toleranz für Homosexualität aus Jamies und Ryans Umfeld. Vollkommen konträr verhalten sich die Eltern der beiden Protagonisten: Während Ryans lieblose High-Society-Eltern die Homosexualität ihres Sohnes schlicht ignorieren und als »Phase« abtun, ist für Jamies mega liberale Hippie-Eltern (und den Rest der Familie) nur wichtig, dass Jamie glücklich ist, egal mit wem. Dementsprechend hat Jamie augenscheinlich deutlich weniger Probleme mit seinem Schwulsein als Ryan, der seine sexuelle Orientierung, darauf angesprochen, zwar wohl nicht leugnen würde, sie aber nie thematisieren oder offen zugeben würde. Zumindest nicht im Moment, denn als NHL-Rookie könnte er damit seine Karriere aufs Spiel setzen. Die Vereinsbosse wissen Bescheid, nicht aber die Mitspieler, und hier zeigt sich ein Problem, das bis heute viel zu real (und in Deutschland auch aus dem Fußball bekannt) ist: Schwule Profis in einem Männersport haben einen schweren Stand und outen sich deshalb lieber nicht oder bestenfalls nach ihrer Karriere. Wie Bowen/Kennedy die Situation darstellen, ohne wortreich und explizit zu werten, erscheint mir ingesamt wirklich gelungen. (Auch wenn ich glaube, dass die Realität deutlich extremer ist, d.h. die Akzeptanz für Schwule in großen Teilen der USA deutlich geringer ist. Es ist sicher kein Zufall, dass Ryan zu einem kanadischen Verein ins liberale Toronto wechselt und nicht gerade nach Texas oder einen der anderen Südstaaten wechselt.)
Kurz gesagt: Das Buch war für mich ein echter Pageturner und ist durch und durch gelungen. Figuren, Aufbau der Handlung, Story, Tiefe, Spannung, Erzählstil, Humor, Sexszenen (teilweise richtig heiß, vielleicht ein paar zu viele davon!) – hier passt für mich einfach alles. Ich muss Band 2 lesen. JETZT.

15/15
Anfang des Jahres bin ich über das hervorragend bewertete Buch »The Deal« gestolpert und hab eher skeptisch angefangen, es zu lesen. Es ist nämlich ein New-Adult-Buch, und dass Höchstbewertungen überhaupt nichts bedeuten, schon gar nicht, was NA-Bücher angeht, ist ja hinlänglich bekannt. Aber was soll ich sagen – ich mochte den Roman, sehr sogar. So sehr, dass ich innerhalb kürzester Zeit auch die drei weiteren Bände der College-Serie gelesen habe.
Um es vorwegzunehmen: Der Abschlussband ist in meinen Augen nicht besonders gut gelungen und wäre als Einzelband bei mir wohl eher durchgefallen. Trotzdem ist die Serie ingesamt empfehlenswert und Elle Elle Kennedy eine Autorin, von der ich unbedingt mehr lesen will, gern eines ihrer »Erwachsenenbücher« (also nicht New Adult), weil mir ihr amüsanter Schreibstil und ihre Figuren wirklich gut gefallen.
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Originaltitel: Breakaway
Portland Storm #1

Inhalt:
Der Mannschaftskapitän von Portland Storm, Eric »Zee« Zellinger, weiß für gewöhnlich, was zu tun ist. Aber sein einstiges Elite-Team zum Sieg zu führen, wird schnell ein aussichtslos erscheinender Kampf. Er darf seine Konzentration jetzt nicht verlieren – nicht wenn seine Karriere auf dem Spiel steht. Doch als die kleine Schwester seines besten Freundes eine Bitte an ihn heranträgt, die er ihr nicht abschlagen kann, besteht die Gefahr, dass Eric den Antrieb verliert, den sein Team von ihm als Captain braucht.
Seit einem einschneidenden Erlebnis in ihrer College-Zeit befindet sich Dana Campbells Leben in einer Abwärtsspirale. Sie versucht verzweifelt, dem Horror dieser schicksalsträchtigen Nacht zu entkommen, und ist bereit, alles dafür zu tun. Selbst wenn das bedeutet, den einzigen Mann, dem sie vertraut, um Hilfe zu bitten.
Egal, wie unwiderstehlich sie ist oder wie sehr ihn ihre Bitte in Versuchung führt, kann Eric diese Grenze möglicherweise nicht überschreiten – vor allem nicht, solange sein Team darum kämpft, die Play-offs zu erreichen. Nun muss Eric eine letzte Entscheidung treffen. Doch wird er Dana die Chance geben, aus ihrer Abwärtsspirale auszubrechen und ein glückliches Leben zu führen, oder wird er sich bemühen, seine Karriere weiter voranzutreiben?
Kommentar *mit (leichten) Spoilern*:
Seit der Off-Campus-Serie bin ich auf dem Eishockey-Trip, und auf der Suche nach mehr Büchern in diesem Umfeld bin ich rein zufällig über die Portland-Storm-Serie gestolpert. Was soll ich sagen, dieses Buch war ein echter Überraschungshit für mich, und ich frage mich, wieso es nicht viel bekannter ist. Die deutsche Ausgabe hat bei Amazon nicht eine einzige Bewertung, und auch die englischen Bücher haben erschreckend wenig Publicity erhalten.
Der Ausgangspunkt der Geschichte ist unerfreulich: Dana Campbell wurde als Jugendliche von mehreren Typen vergewaltigt und kämpft nach sieben Jahren und unzählichen Therapien immer noch gegen ihre Panikattacken. Sie kann körperliche Nähe seitdem nicht mehr zulassen, auch nicht von Verwandten und Freunden, und eine Liebesbeziehung steht vollkommen außer Frage. Ihre Therapeutin rät ihr, sich einen Surrogat-Partner zu suchen, mit dem sie den Körperkontakt üben soll. Sie wählt dazu den Eishockeyspieler Eric aus, der seit vielen Jahren der beste Freund ihres Bruders und auch ihr (brüderlicher) Freund ist und sich auf die Aufgabe einlässt, weil er schon lange in Dana verliebt ist und alles tun würde, um ihr zu helfen.
Ich bin weder ein Profisportexperte noch ein Psychotherapeut, aber nach meiner Laienmeinung gibt es eine Reihe von Unwahrscheinlichkeiten in diesem Roman. Es kommt mir zum Beispiel nicht besonders glaubwürdig vor, dass sämtliche Teamkollegen von Eric so rücksichtsvoll sind oder dass Dana mit dem Team reisen darf, und letztendlich überwindet sie ihre Ängste meines Erachtens doch relativ schnell. Ein bisschen nervig war auch die Blindheit, die verhindert, die Liebe des anderen nicht zu sehen bzw. falsch einzuordnen.
Das stört aber den Gesamteindruck letztendlich nicht, weil das Buch trotzden herzerwärmend schön ist. Bis Dana und Eric sich körperlich und mental näherkommen, ist es ein steiniger Weg, aber er ist so gefühlvoll beschrieben, dass einem das Herz aufgeht. Dana ist eine tolle Heldin, die alles versucht, um ihrem unverschuldeten Leid endlich zu entfliehen, aber gegen Eric verblasst sie trotzdem. Eric ist ein Held zum Verlieben. Er versucht einen schwierigen Spagat zwischen seinen sportlichen Verflichtungen und dem Wunsch, Dana zu helfen. Dass Dana eigentlich zu viel von ihm verlangt, wissen (und äußern) beide; Eric leidet sehr unter der Situation: unter ihren Panikattacken ebenso wie unter der Nähe zu ihr, weil er mehr will und nicht glaubt, dass er je mehr kriegen kann und wird. Auch sportlich strauchelt Eric: Sosehr er sich bemüht, gut zu spielen und ein starker Teamkapitän zu sein, der seine Jungs in die Playoffs führt, so durchwachsen sind seine Leistungen, weil er wegen Dana den Kopf nicht frei hat. Sein ständiger Konflikt ist sehr gut dargestellt, und ich wüsste nicht, wer es mehr verdient hätte als Eric, dass am Ende alles (einigermaßen) gut wird.
Die Übersetzung ist meiner Meinung nach gut gelungen und liest sich flüssig, mir sind keine größeren Holprigkeiten oder Unsinnigkeiten aufgefallen. Wer also lieber auf Deutsch liest, kann meiner Meinung nach bedenkenlos zugreifen. Die deutsche Kindle-Ausgabe ist sogar (minimal) günstiger als die englische. Umsonst kriegt man Band 1 auf Englisch (ebenso wie ein paar andere Bücher) aber auch, indem man Catherine Gayles Newsletter abonniert. Für die Historical-Freunde: Die Autorin schreibt außer Eishockey-Contemporarys auch Regency-Liebesromane, ich kenn aber keinen.
Fazit:
Tolles, gefühlvolles Buch mit einem grandiosen Helden. Ich werde die Serie definitiv weiterverfolgen und, wenn sie so gut weitergeht, am Ende wahrscheinlich zum NHL-Fan werden und Eishockeyspiele anschauen! ;)

13/15
Originatitel: Rock Addiction
Rock Kiss #1

Klappentext:
In ihrer Kindheit stand Molly Webster wegen eines hässlichen Skandals ständig im Fokus der Medien. Seither hat sie sich geschworen, ein unauffälliges Leben zu führen. Doch dann begegnet ihr der Rockstar Zachary Fox, dessen verführerische Stimme und sinnliche Berührung ihr tief unter die Haut gehen. Ein One-Night-Stand – mehr sollte es nicht sein. Aber Molly merkt schnell, dass eine einzige Nacht mit Fox niemals genug für sie ist.
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Klappentext:
So you may ask, who is Adam Connor? He is the recently divorced, Academy Award-winning actor who just moved in next door with his kid. He also happens to be an exquisite male specimen and the most infuriating sly bastard I’ve ever come across.
Let’s be honest here, wouldn’t you wanna take a peek over the wall to catch a glimpse of him, hopefully when he is naked? Wouldn’t you melt away after watching him work out as his five-year-old kid cheered him on? Do I even have to mention those abs, the big bulge in his pants, or that arm porn? Oh, wait, you would never spy on him? Sure…
While I was being thoughtful by not breaking and entering and was actually considering going over to offer him a shoulder—or maybe a boob or two—to cry on (y’know, because of his divorce), instead he had me thrown in jail after a small incident. Jail, people! He was supposed to grant me countless orgasms as a thank you, not a jail cell.
After that day, I was mentally plotting ways to strangle him instead of jumping his bones to make sweet love. So what if my body did more than just shiver when he whispered dirty little things in my ear? I can’t be held responsible for that. And when was the last time he’d kissed anyone anyway? Who’d enjoy a kiss with a side of heart attack?
Even if he and his son were the best things since sliced bread—and I’m not saying he was—I couldn’t fall for him. No matter what promises he whispered on my skin, my curse wouldn’t let us be. I wasn’t a damsel in distress—I could save myself, thank you very much—but deep inside, I still hoped Adam Connor would be the hero of my story.
Kommentar:
Dieses Buch zu bewerten, fällt mir wahnsinnig schwer. Es war so einiges „over the top“: Lucys feste Überzeugung, sie wäre verflucht und dürfte sich nicht verlieben, die Verwicklungen im Zusammenhang mit Lucys Exfreund Jameson (eine Komplikation, die ich wirklich als sehr unelegant empfand, v.a. angesichts der Auflösung), der Hintergrund von Adams Sohn Aiden und die ganzen Paparazzi-Angelegenheiten inkl. Sextapes und Stalker … das muss man nicht mögen.
Hinzu kommt die Figur Lucy mit ihrem ständigen Sarkasmus selbst in den unpassendsten Momenten – was nicht nur für entsprechende Dialoge, sondern auch für einen sehr, sehr schnoddrigen Grundton der Story sorgt, wenn aus ihrer Perspektive erzählt wird. Das muss man nicht mögen, definitiv nicht. Aber obwohl Lucy oft haarscharf an der Grenze zur Nervensäge wandelt (und diese auch gerne mal überschreitet), ist sie in vielen anderen Momenten eine wunderbar lustige und liebenswerte Protagonistin – vorausgesetzt, man ist auf einer Wellenlänge mit ihrem Humor.
Zu Adam Connor fällt mir hingegen eigentlich nur eins ein: Haaaaaach! Für weitere Charakterisierungen bin ich zu verliebt in diesen bodenständigen, ruhigen, entschlossenen sexy Mann, der ein ausgesprochen nettes Kind großgezogen hat (und das von mir, die ich Kinder in Liebesromanen meist nicht leiden kann!) und wundervoll mit ihm umgeht, ebenso wie übrigens auch Lucy.
Lucy und Adam zusammen sind erst recht hinreißend. Wenn sie aufeinandergetroffen sind, ganz besonders zu Anfang ihrer Bekanntschaft, hab ich die Luft angehalten, weil die Spannung zwischen ihnen so extrem war – so was hab ich selten erlebt!
Für wiederkehrende Highlights sorgten außerdem sämtliche Auftritte von Olive und Jason aus »To Love Jason Thorn«, die von mir garantiert in die Liste der besten Paare 2017 aufgenommen werden. Die kleinen Gesten zwischen ihnen, etwa wenn Jason Olive ein bisschen enger an sich zieht, als sie auf Adam treffen, sind atemberaubend.
Ingesamt haben die Figuren die nicht so ganz überzeugende Geschichte und die manchmal aufgesetzte, übertriebene Schnoddrigkeit von Lucy für mich wettgemacht, daher eine gute 4-Sterne-Wertung.

12/15
Klappentext:
Gravity is not your normal, sweet romance of childhood friends to lovers. Spanning over twenty years—it’s raw, it’s real, asking the question if soul mates really exist.
Lily
At eight years old, the boy next door changed my life. He was the force pulling me toward him despite our differences. It was like magic. We understood each other, supported each other and in the process became everything to each other. But in chasing Trevin’s dream, I lost myself along the way.
Trevin
Through tremendous heartache, she was there. Through fame and fortune, she was there. Loving Lily was the one thing I got right. Eclipsing her in my shadow, I took from her until she was empty. Now I must do anything to prove I can be the man she wants, no, the man she deserves.
Kommentar:
Bei Goodreads bin ich (via Chrissi) über „Gravity“ von der mir bis dato unbekannten Selfpublishing-Autorin Lauren Runow gestolpert und der Klappentext hat mich sofort angefixt. Das Stichwort „Rockstar“ lässt mich bekanntermaßen grundsätzlich aufhorchen; dass die Geschichte einen Zeitraum von über zwanzig Jahren umfasst, hat mich endgültig neugierig gemacht.
„Gravity“ erzählt von Trevin und Lily, die sich kennenlernen, als Lily mit acht Jahren in Trevs Nachbarschaft zieht. Die beiden werden enge Freunde und bleiben das auch, bis Trevin mit achtzehn die Stadt verlässt, um Rockstar zu werden. Danach wird die Beziehung zwischen ihnen schwieriger und der Kontakt seltener, doch die beiden sind sich immer tief verbunden und bewegen sich hart an der Grenze von Freundschaft zur Liebe. Das mit der Liebe ist aber eine schwierige Angelegenheit, denn die beiden führen sehr unterschiedliche Leben, die nur dann miteinander kompatibel zu sein scheinen, wenn einer einen Teil von sich selbst bzw. seine Träume für den anderen aufgibt. Es scheint nie den richtigen Zeitpunkt für sie zu geben.
Aufgrund der langen Zeitspanne der Handlung werden nur bedeutsame Episoden aus Lilys und Trevs Leben erzählt: Solche, die die Protagonisten für sich, ihr Miteinander und ihr Leben prägen. Es wird so gut wie nie nach rechts und links geschaut, Erlebnisse mit Freunden, Bandkollegen oder auf der Bühne werden weitgehend ausgespart, sofern sie nichts mit der Beziehung von Lily und Trev zu tun haben. Das ist sicher nicht jedermanns Sache, weil eine Art umfassendes Gesamtbild fehlt; mir reichte es aber, ausschließlich von den beiden zu erfahren. Die Geschichte hat trotzdem so viel Tiefe, dass man eintauchen und mit den Hauptfiguren hoffen, bangen, leiden und lieben kann.
Das liegt natürlich auch daran, dass Trevin und Lily tolle Protagonisten sind. Trev ist – wenn man von seinen Sex-and-Drugs-and-Rock’n’Roll-Eskapaden absieht – trotz seiner schwierigen Kindheit und seines Erfolges die meiste Zeit relativ geerdet. Dazu trägt nicht zuletzt Lily bei, die in jeder Lebenslage sein Fels in der Brandung – oder, um den Buchtitel aufzugreifen: seine »Schwerkraft« – ist. Sie ist für ihn da, oft ohne viele Worte, aber mit liebevollen Gesten und Berührungen.
Dabei macht sie phasenweise ganz schön was mit und sie verzeiht ihm wirklich vieles, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass da eben doch immer ein bisschen mehr als Freundschaft zwischen ihnen ist. Bis auf eine kurze Phase bleibt sie dabei immer sie selbst, ein ganz normales Mädchen, und rettet damit letztendlich das, das Besondere, das zwischen ihnen ist.
Hinzu kommen Sexszenen, die ich als ziemlich außergewöhnlich empfand. Nicht etwa, weil sie so heiß waren, sondern weil währenddessen so viele Gefühle und so viel Liebe zwischen den beiden prickeln, dass es fast atemberaubend ist. Gleiches gilt auch für ein paar kleine Gesten des Trostes und der Freundschaft, die die Verbundenheit und Nähe der beiden zeigen und für hingerissene Haaaaaaach-Momente sorgen.
Um ganz ehrlich zu sein, gibt es am Ende ein paar Komplikationen zu viel, die nicht hätten sein müssen und mir vorkamen, als wollte die Autorin die Geschichte einfach noch ein wenig strecken. Für mich wäre es mindestens ebenso okay gewesen, wenn das Buch fünfzig Seiten kürzer gewesen wäre. Hinzu kommt das eine oder andere weniger glaubwürdige Detail, etwa die Tatsache, dass Trev niemals eine andere Frau als Lily küsst. Das ist zwar irgendwie nett, wenn er schon durch die Betten von unzähligen Groupies tourt, aber schwer vorstellbar, zumal er das trotz diverser Rauschzustände viele Jahre lang konsequent durchzieht. Und wenn man schon bei Realismus ist: Natürlich kann man sich die Frage stellen, wie wahrscheinlich es ist, dass so eine Freundschaft im echten Leben hält und gar zu einer funktionierenden Liebe wird, noch dazu unter solchen Umständen …
… aber wisst ihr was? Manchmal ist einem das einfach egal. Es ist nur ein Buch, eine fiktive Geschichte, und zwar eine, die stellenweise sehr intensiv war und mich wirklich berührt hat, sodass mangelnder Realismus und andere kleinere Merkwürdigkeiten meinen Gesamteindruck nicht trüben konnten. „Gravity“ lässt mich einfach mit einem guten Gefühl zurück – und dem Wunsch, mehr Bücher dieser Autorin zu lesen. (Weshalb ich direkt die Unwritten-Series über einen männlichen Escort gekauft habe.)

14/15
Fight For #1
Klappentext:
I had to drop out of college to raise my son after his dad, bad boy MMA fighter Ryder King, and I broke up. Ryder is so haunted by demons he won’t let me into his heart. Fame, fortune, and fighting didn’t bring him any peace, and I knew, for the sake of our child, I had to leave him.
That’s when I started seeing Ryder’s best friend, Xavier Malone, a former fighter who built a billion dollar empire. Xavier is powerful and handsome, but also caring and wonderful with my son. We were friends at first and now I’m falling for him—but I’m scared to commit.
Then I receive an invitation to the island of Eden, a luxurious resort where I can live my every sensual fantasy. I’m certain Xavier sent it. But after I leave my son with my mom and fly to Eden, I discover I’m in the middle of a grudge match between Xavier and Ryder. They are going to fight for me: inside the ring in a charity match, and outside it—where they both plan to seduce the pants off me. But I have a surprise for them too.
Kommentar:
Obwohl ich ein großer Fan von Dreiecksgeschichten bin, empfand ich diese Konstellation als ganz schön strange. Es geht um die beiden Freunde Ryder und Xavier, die die gleiche Frau wollen, Tessa. Einer der beiden, Ryder, ist MMA-Champion, Tessas Jugendliebe, Vater ihres Kindes und ihr Exmann, von dem sie sich getrennt hat, weil er ihr seine Vergangenheit nicht offenbaren wollte. Der andere ist ein Ex-MMA-Fighter, inzwischen Milliardär und Ryders bester Freund.
Angesichts dieser umwerfenden Männerauswahl fällt es Tessa natürlich schwer, sich zu entscheiden, weshalb es sehr praktisch ist, dass sie auf eine Sex-Insel eingeladen wird, wo sie die beiden Männer mit deren Einverständnis abwechselnd (bzw. am Ende auch gemeinsam) auf Herz und Nieren prüft (sexuell prüft, versteht sich; das muss ich sicher nicht extra erwähnen), damit sie herausfinden kann, welcher ihr genehm ist. Dabei kommen so ungefähr alle Stellungen und Techniken zum Einsatz, die man sich vorstellen kann, inkl. natürlich ein bisschen (wenig glaubwürdigem) BDSM – Tessa ist für alle(s) … offen. Zum Unglück für den Verlierer dieses kleinen Wettbewerbs spielt Sex am Ende aber allenfalls eine untergeordnete Rolle, insofern hilft alle Anstrengung nichts.
Trotz aller Abstrusitäten hat mir das Buch ganz gut gefallen, es war nichts besonderes, aber unterhaltsam. Es ist halt ein Sexroman mit ein bisschen Handlung, wobei die Sexszenen für meine Geschmack weniger gut waren als die Geschichte, die im Hintergrund stand und die (durchaus schlüssigen) Handlungsweisen aller Personen motivierte. Überhaupt mochte ich alle drei Hauptfiguren und fand den Ausgang, d.h. Tessas Entscheidung, folgerichtig. Ich denke, ich werde wohl auch das nächste Buch der Serie lesen, in dem dann – mutmaßlich – der „Verlierer“ sein Happy-End kriegt.
Allerdings bin ich irritiert, was diese Fortsetzung angeht, denn auf dem Cover steht groß und breit »Fight for You – Part One« und das Buch hat nur 99 Seiten. Naturgemäß fragt man sich, ob da nicht noch ein »Part Two« dazugehört, ich hab aber keinen gefunden, obwohl »Part One« bereits im März 2015 erschienen ist. Bislang konnte ich nicht herausfinden, ob es sich nur um ein halbes Buch handelt, und die Autorin hat meine diesbezügliche Frage nicht beantwortet. Bevor ich nicht sicher weiß, dass es sich um eine abgeschlossene Geschichte handelt, wird der „Verlierer“ wohl ohne mich in sein Glück starten müssen.

8/15
Sinners on Tour, #5
Klappentext:
On the rebound from the tumult of his bisexual lifestyle, notoriously sexy rock guitarist Trey Mills falls for sizzling new female guitar sensation Reagan Elliot and is swept into the hot, heady romance he never dreamed possible.
Ecstatic to be on tour learning the ropes with Trey’s band, The Sinners, Reagan finds she craves Trey as much as she craves being in the spotlight.
When Reagan’s ex, Ethan Connor, enters the scene, Trey’s secret desires come back to haunt him, and pleasure and passion are taken to a whole new level of dangerous desire.
Kommentar (mit leichten Spoilern):
Ich erinnere mich noch lebhaft an meine Begeisterung, als ich vor über fünf Jahren Band 1 der Sinners-Serie gelesen habe. Band 2 konnte mich schon nicht mehr so sehr begeistern, und das Chaos, das dann um Treys Geschichte folgte, hat mich wirklich abgeschreckt. Der Verlag war nämlich der Meinung, dass die von der Autorin eigentlich als Band 5 angedachte Geschichte um Trey vorgezogen werden müsste – sehr zum Ärger der Autorin, die nicht müde wurde, darüber zu lamentieren, und mich damit bei allem Verständnis ziemlich genervt hat. Jedenfalls wurde die VÖ von Band 5 vorgezogen, ich wollte die Bücher aber in der „richtigen“ Reihenfolge lesen, also hab ich ihn gekauft und ins Regal gestellt, um Band 3 und 4 abzuwarten und vorher zu lesen. Band 3 war dann allerdings nicht besonders gut und ich hatte keinerlei Lust auf Band 4 (der thematisch ohnehin nicht mein Ding ist), also blieb „Double Time“ unberührt im Regal und ist von meinem geistigen Radar verschwunden, zumal die Kritiken ohnehin nicht besonders waren. Jetzt bin ich gerade über die Fortsetzung von Treys Geschichte gestolpert und hab endlich zum im wahrsten Sinne des Wortes angestaubten Buch gegriffen.
Trey, der seit dreizehn Jahren heimlich in seinen Freund und Bandkollegen Brian verliebt ist, hat realisiert, dass er Brian vergessen muss. Brian hat nämlich (in Band 1) sein Glück mit Myrna gefunden und ist gerade Vater eines Sohnes namens Malcolm geworden. Es ist also beim besten Willen nicht mehr anzunehmen, dass zwischen ihnen was laufen wird, also schwört der frustrierte bisexuelle Trey sowohl Brian als auch allen anderen Männern dieser Welt ab. Praktischerweise trifft er direkt nach seinem deprimierenden Besuch an Malcolms Kindbett Reagan, die frisch in der Band von Treys Bruder anheuert und genauso Gitarre spielt wie Brian. Wer wäre besser als Trostpflaster geeignet? Da Reagan nicht zimperlich ist, hat sie keine Einwände, direkt mit ihrem Idol rumzuknutschen, und nachdem sie ihn noch einen halben Tag pro forma hingehalten hat, nimmt sie ihn mit nach Hause und es kommt zu heißem Sex, der für Trey ganz besonders heiß ist, weil er Reagans vermeintlich schwulen sexy Exfreund, Freund und Mitbewohner Ethan trifft. Vom Funkenflug zwischen Trey und Ethan kriegt Reagan aber nichts mit, und am Ende des Tages bzw. der Nacht sind sie und Trey ein festes Paar. Trey glaubt zu diesem Zeitpunkt offenbar halbwegs ernsthaft, er könnte seine bisexuelle Seite für immer unterdrücken; darüber reden kann er mit Reagan jedenfalls nicht, denn er glaubt, sie könnte nicht damit umgehen. Natürlich kann Trey seinen Hang zu Männern aber nicht dauerhaft verleugnen – schon gar nicht, nachdem Ethan ihn mächtig anmacht. Nach einem kleinen Drama arrangiert man sich also zu dritt und wird glücklich.
Je länger ich über dieses Buch nachdenke, desto schwachsinniger kommt es mir vor. Die ganze Geschichte ist nicht stimmig und hat mich emotional kein bisschen gepackt. Schon wie und in welcher Situation Trey und Reagan zusammenkommen, ist schräg. Dass sie noch am gleichen Abend – ohne sich im Mindesten zu kennen – eine feste Beziehung beschließen und nicht viel später von Liebe die Rede ist, ist noch viel schräger. All das wirkt überhastet, wenig glaubwürdig und noch weniger ernstzunehmend. Schon gar nicht, weil Reagan die ganze Zeit wie ein albernes Fangirl erscheint (ihr Verhalten – auch gegenüber anderen Bandmitgliedern – ist phasenweise ziemlich fremdschämwürdig) und scheinbar alles mitmachen und für alles Verständnis aufbringen würde, was Trey will und tut, während man Trey einfach nicht abkauft, dass er sich so schnell verliebt und es aufrichtig meint.
Tut er scheinbar aber (auch wenn die Autorin einem das nicht nahebringt); Trey versucht sogar ernsthaft, der muskelbepackten Verführung in Gestalt von Reagans Mitbewohner Ethan zu widerstehen, obwohl der ihn total heißmacht. Ich war wirklich gespannt, wie die Autorin die drei zusammenbringen würde – so wie die Geschichte angelegt war, konnte ich mir keine elegante Lösung vorstellen, aus der alle Figuren unbeschädigt hervorgehen würden. So war es dann auch; Cunning hat Treys weiße Weste weitgehend unbefleckt gelassen und dafür Ethan zum Sündenbock gemacht – die Skrupellosigkeit, mit der Ethan den festen Freund seiner Freundin angräbt und zu verführen versucht, ist beispiellos. Es fiel mir insofern schwer, auch nur die geringste Begeisterung für ihn aufzubringen, sodass er neben Reagan die zweite Person in dieser Konstellation war, mit der ich wenig anfangen konnte.
Die Sexszenen, ob zu zweit (mf/mm) oder zu dritt (mmf), waren okay, aber nicht außergewöhnlich heiß. Als völlig überflüssig und konstruiert habe ich empfunden, auch noch einen höchst halbherzigen SM-Ausflug einzubauen, denn es gab hier wirklich schon genug andere Spielarten und Themen, mit denen man sich beschäftigen konnte. Dass der erste Sex zwischen Ethan und Trey ein wenig aus den Fugen gerät, ist ebenfalls irritierend, zumal die Sache nicht so wirklich aufgelöst wird und unausgegoren wirkt.
Apropos unausgegoren: Die eine oder andere unausgegorene Nebengeschichte gibts auch noch, z.B. um einen Stalker, um einen eifersüchtigen Nebenbuhler, um Reagans wenig verständnisvollen Vater und um die vom Bandmanager gewünschte Verwandlung Reagans in ein Sexpüppchen. Wobei der Begriff Nebengeschichte zum Teil zu hoch gegriffen ist: Es wird eher eine Baustelle aufgemacht und dann unverrichteter Dinge wieder zugeschüttet bzw. brach liegen gelassen, ohne dass klar wäre, was das alles eigentlich sollte.
Am allerschlimmsten an diesem ganzen Buch ist aber, wie Brian auf Treys Enthüllung, ihn zu lieben, reagiert. Das passt so was von nicht zu Brian und allem, was man jemals über das Verhältnis zwischen den beiden Männern erfahren hat, dass man nur sprachlos sein kann. Die Erklärung für Brians Verhalten wird später nachgeliefert, sie ist aber alles andere als glaubwürdig und macht die Sache kein bisschen besser.
Fazit:
Ich weiß nicht, ob das Buch besser geworden wäre, wenn der ganze Hickhack zwischen Verlag und Autorin nicht stattgefunden hätte; Tatsache ist: »Double Time« in der vorliegenden Form ist eine ziemliche Enttäuschung (die vermutlich ohne den zeitlichen Abstand noch größer gewesen wäre). Die ganze Geschichte wirkt unausgegoren, uninspiriert, unglaubwürdig und unemotional, und ich hab jetzt eigentlich nicht mehr wirklich Lust, die Fortsetzung dieser Ménage-à-trois zu lesen, die mich eigentlich überhaupt wieder auf „Double Time“ gebracht hatte. Vor allem in Anbetracht des Potenzials, das die Figur Trey und seine unerfüllte Liebe zu Brian gehabt hätten, ist das Endprodukt ein wahrer Jammer.

7/15
[Wohlwollende 7 Punkte! Die meisten davon dafür, dass Trey Trey ist, der mein Herz schon in Band 1 erweicht hat! ;)]
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