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2017 Reading Challenge

Irina has read 1 book toward her goal of 40 books.
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[Rezension] Hanya Yanagihara: Ein wenig Leben

Originatitel: A Little Life

Klappentext:

»Ein wenig Leben« handelt von der lebenslangen Freundschaft zwischen vier Männern in New York, die sich am College kennengelernt haben. Jude St. Francis, brillant und enigmatisch, ist die charismatische Figur im Zentrum der Gruppe – ein aufopfernd liebender und zugleich innerlich zerbrochener Mensch. Wie in ein schwarzes Loch werden die Freunde in Judes dunkle, schmerzhafte Welt hineingesogen, deren Ungeheuer nach und nach hervortreten.

»Ein wenig Leben« ist ein rauschhaftes, mit kaum fasslicher Dringlichkeit erzähltes Epos über Trauma, menschliche Güte und Freundschaft als wahre Liebe. Es begibt sich an die dunkelsten Orte, an die Literatur sich wagen kann, und bricht dabei immer wieder zum hellen Licht durch.

 

Kommentar:

Was als vermeintliches Buch über eine langjährige Freundschaft zwischen vier jungen Männern beginnt, entpuppt sich schnell als Geschichte von Jude, einem brillanten Anwalt mit einem schweren Kindheitstrauma. Dieses Trauma nach und nach zu aufzudecken und mit Judes späterem Alltag zu verknüpfen, ist Motor des Buchs. Seine zwei Freunde Malcolm (Architekt) und JB (Künstler) werden zunehmend zu Nebenfiguren, während Schauspieler Willem in verschiedenen Rollen über knapp vierzig Jahre lang an Judes Seite bleibt – unerschütterlich, egal, wie schlimm es auch kommt und wie schwer die Situation für ihn selbst auch auszuhalten ist.

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[Rezension] Lisa Kleypas: Devil in Spring

The Ravenels, #3

Klappentext:

An eccentric wallflower…

Most debutantes dream of finding a husband. Lady Pandora Ravenel has different plans. The ambitious young beauty would much rather stay at home and plot out her new board game business than take part in the London Season. But one night at a glittering society ball, she’s ensnared in a scandal with a wickedly handsome stranger.

A cynical rake…

After years of evading marital traps with ease, Gabriel, Lord St. Vincent, has finally been caught-by a rebellious girl who couldn’t be less suitable. In fact, she wants nothing to do with him. But Gabriel finds the high-spirited Pandora irresistible. He’ll do whatever it takes to possess her, even if their marriage of convenience turns out to be the devil’s own bargain.

A perilous plot…

After succumbing to Gabriel’s skilled and sensuous persuasion, Pandora agrees to become his bride. But soon she discovers that her entrepreneurial endeavors have accidentally involved her in a dangerous conspiracy-and only her husband can keep her safe. As Gabriel protects her from their unknown adversaries, they realize their devil’s bargain may just turn out to be a match made in heaven…

 

Kommentar:

Meine Begeisterung für Historicals hat in letzter Zeit rapide nachgelassen – nicht nur, weil ich Eishockeyspieler für mich entdeckt habe, sondern auch, weil ich überwiegend durchschnittliche und schlecht(er)e Bücher aus diesem Genre erwischt habe. Zum Glück liegt man mit Kleypas selten falsch – und das ist auch bei diesem Buch wieder so.

Wer beim Titel »Devil in Spring« (so wie ich) nicht geschaltet hat, wird direkt beim Prolog des Romans feststellen, dass es sich beim Protagonisten Gabriel um den Sohn von Evie und Sebastian handelt, den Hauptfiguren aus »Devil in Winter«, Band 3 der Wallflower-Serie (gerade als Cora-Version auf Deutsch wiederveröffentlicht, auch als Kindle-Ausgabe). Die beiden sind immer noch schrecklich verliebt, haben jede Menge Kinder und sind gelassene, liebevolle und verständnisvolle Eltern – was sich bei jedem einzelnen ihrer Auftritte in diesem Buch, ganz besonders im Umgang mit Gabriel, zeigt.

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[Flashback] Februar 2017

Ich bin immer noch im Lesefieber und inzwischen zu einer Art Puck-Bunny mutiert, zumindest was das Lesen angeht. Deshalb finden sich in meiner Leseliste auch jede Menge Eishockey-Liebesromane. Der Versuch, passend dazu ein Eishockey-Spiel im Fernsehen anzuschauen, lief übrigens nicht so gut: Zwar ist es mir nach einer Weile immerhin gelungen, den Puck so halbwegs zu verfolgen, aber die Regeln sind nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln für mich. Außerdem sollte man tunlichst vermeiden, den Durchschnitt der Eishockeyspieler näher in Augenschein zu nehmen, denn dann gehen alle schönen Fantasien den Bach runter. :D

 

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[Rezension] Sarina Bowen/Elle Kennedy: Us

Deutscher Titel: Us – Du und ich für immer
Serie: Him

 

Klappentext:

Ryans und Jamies gemeinsames Glück droht wie eine Seifenblase zu zerplatzen, als Ryans Teamkollege in das Apartment über ihnen einzieht. Jetzt könnte auffliegen, dass sie ein Paar und bis über beide Ohren ineinander verliebt sind. Denn eins ist sicher: Sollten die Medien erfahren, dass Ryan Wesley – aufstrebender Star der National Hockey League und Liebling der Fans – schwul ist, wird das seine Karriere zerstören. Und plötzlich steht Wes vor der schwersten Entscheidung seines Lebens …

 

Kommentar:

»Us« ist die unmittelbare Fortsetzung von »Him«, und ich konnte gar nicht erwarten zu lesen, wie es mit Ryan und Jamie weitergeht. Ich würde aber sagen, dass man diesen zweiten Teil nicht unbedingt lesen muss und Band 1 auch für sich stehen kann.

»Us« zeigt das Zusammenleben von Ryan und Jamie, die inzwischen gemeinsam in Ryans Appartment in Toronto wohnen. Die Probleme des Alltag als schwules Paar holen die beiden schnell ein, was vor allem damit zusammenhängt, dass beide unabhängig voneinander viel auf Reisen sind und Ryan aus Sorge um seine NHL-Karriere ihre Beziehung geheim halten will. Sie verbringen deshalb den meisten Teil ihrer Freizeit allein in ihrer Wohnung, und die Angst, dass seine sexuelle Orientierung öffentlich wird, hängt wie ein Damoklesschwert über Ryan. Als Ryans Teamkollege Blake ins gleiche Haus zieht und ständig bei den beiden auftaucht, droht aufzufliegen, dass Jamie mehr ist als einfach nur ein Freund und Mitbewohner – und die beiden haben selbst in ihrer Wohnung kaum mehr eine gemeinsame ruhige Minute. Vor allem Jamie leidet sehr unter der Situation und wird immer unglücklicher, zumal sein eigener Job als Coach nicht gerade wie gehofft läuft. Sie wissen beide nicht, ob sie es schaffen, bis zu dem geplanten Outing nach Ende der ersten Saison Ryans durchzuhalten, doch dann wird Jamie krank, und Ryans instinktives Handeln führt dazu, dass ihre Beziehung publik wird – was sie vor ganz neue Probleme stellt.

Ehrlich gesagt bezweifle ich, dass Ryan in der Realität so glimpflich davonkommen und so wenig Gegenwind von Mitspielern, Gegnern, Fans und der Presse bekommen würde, wie es im Buch letztendlich der Fall ist, aber dafür ist das hier ja ein fiktionaler Liebesroman und keine Autobiografie eines Betroffenen. Dass das Thema überhaupt aufgegriffen und die möglichen Probleme und Ängste eines schwulen Profisportlers aufzeigt, ist an sich schon als sehr positiv zu bewerten.

»Us« ist ein schönes, wunderbar geschriebenes Buch mit sehr ansprechendem Humor, hat mir aber etwas weniger gut gefallen als »Him« – was angesichts des Themas nicht besonders verwunderlich ist: Es ist naturgemäß einfach schöner, von einer aufkeimenden Liebe zu lesen als von den Alltagsproblemen in einer Beziehung. Tatsächlich fand ich die Geschichte ein bisschen deprimierend, weil Jamie und Ryan – obwohl sie sich zweifellos lieben – über weite Strecken ziemlich unglücklich mit ihrem gemeinsamen Leben, den vielen Trennungen und dem ewigen Versteckspiel sind. Dass ausgerechnet die beiden es nicht mehr schaffen, miteinander zu reden, obwohl sie jahrelang nichts anderes getan haben, dass der sonst so ausgeglichene, kaum aus der Bahn zu werfende Jamie so traurig und depressiv ist, dass er Ryan nicht mehr an sich heranlässt, tut einem im Herzen weh.

Für Lichtblicke in der düsteren Stimmung sorgt immer wieder Ryans Teamkollege Blake. Den fand ich zunächst total hohl, trampelig und nervig (Jamie und Ryan würden mir da sicher zustimmen!), spätestens ab dem Moment von Jamies Erkrankung ist Blake aber mit jedem Auftritt in meiner Achtung gestiegen. Er ist zwar immer noch trampelig und ein anstrengend, aber er ist lustig (vor allem, wenn seine Schafphobie ins Spiel kommt, die so ausgeprägt ist, dass er nicht mal wie geplant einen Stripclub betreten kann, weil der »The Black Sheep« heißt) und vor allem ein loyaler Freund, wenn es darauf ankommt. Bei Goodreads hab ich irgendwo aufgeschnappt, dass es wohl noch Bücher aus Jamies und Ryans Umfeld geben wird, und wenn das stimmt, dann ist Blake sicher der Topkandidat als Hauptfigur.

 


12/15

 

 

EDIT 1.3.2017: Jetzt blick ich erst, dass der Beginn der neuen Serie von Elle Kennedy und Sarina Bowen die ersehnte Geschichte von Blake Riley ist. Vielleicht sollte man auch mal die Inhaltsbeschreibungen der Bücher durchlesen, die man blind auf die Wunschliste packt … GEKAUFT!

Sarina Bowen/Elle Kennedy: Good Boy (WAGs #1)

Hosting her brother’s wedding for an MVP guest list is the challenge of Jess Canning’s life. Already the family screw-up, she can’t afford to fail. And nobody (nobody!) can learn of the colossal mistake she made with the best man during a weak moment last spring. It was wrong, and there will not be a repeat. Absolutely not. Even if he is the sexiest thing on two legs.

Blake Riley sees the wedding as fate’s gift to him. Jess is the maid of honor and he’s the best man? Let the games begin. So what if he’s facing a little (fine, a lot) of resistance? He just needs to convince the stubborn blonde that he’s really a good boy with a bad rap. Luckily, every professional hockey player knows that you’ve got to make an effort if you want to score.

But Jess has more pressing issues to deal with than sexy-times with a giant man-child. Such as: Will the ceremony start on time, even though someone got grandma drunk? Does glitter ever belong at a wedding? And is it wrong to murder the best man?

[Rezension] Sarina Bowen/Elle Kennedy: Him

Deutscher Titel: Him – Mit ihm allein
Serie: Him, #1

Klappentext:

Jamie und Ryan waren beste Freunde. Die Sommer, die sie gemeinsam im Eishockey-Trainingscamp verbracht haben, waren die besten ihres Lebens. Nun stehen sie sich nach vier Jahren Funkstille plötzlich wieder gegenüber. Schon damals war Ryan klar, dass er schwul ist. Er war Hals über Kopf verliebt in Jamie. Die alten Gefühle sind sofort wieder da, viel stärker, intensiver … schmerzhafter. Denn Jamie steht nach wie vor auf Frauen. Und was noch viel schlimmer ist: Er hat Ryan nie verziehen, dass er nach ihrer gemeinsamen Nacht den Kontakt zu ihm abgebrochen hat …

 

Kommentar:

Ich glaube, ich sollte mir immer ein Buch von Elle Kennedy und/oder Sarina Bowen bereitlegen, nur für den Fall, dass ich wegen zu vieler durchschnittlicher und schlechter Bücher keine Lust auf Lesen habe. Die beiden kurieren mich garantiert von jeder Lesekrise, was dieser Liebesroman über zwei homosexuelle Jungs ziemlich angetan war, einmal mehr belegt (nachdem ich ja schon von der Off-Campus-Serie begeistert war).

»Him« ist von Beginn an fesselnd. Es startet damit, dass die beiden Eishockeyspieler und ehemaligen besten Freunde Ryan und Jamie erfahren, dass sie sich nach drei Jahren Funkstille bei einem Endspiel wiedersehen werden. Warum ihre Freundschaft in die Brüche gegangen ist, bleibt zunächst im Dunklen; man erfährt nur, dass Ryan nach irgendeinem Vorfall den Kontakt zu Jamie komplett abgebrochen hat, obwohl sich die beiden sehr nahestanden. Was damals genau passiert ist, wird nach und nach aufgedeckt; parallel dazu zeigt das Wiedersehen der beiden, dass sich nicht so viel zwischen ihnen geändert hat. Bis auf eines: Jamie ist ganz offensichtlich nicht ganz so straight, wie beide Jungs immer dachten.

Es prickelt von der ersten Seite an zwischen den beiden und nach und nach lassen sie sich darauf ein. Wie sie sich annähern und wie sich ihre Beziehung entwickelt, ist wahnsinnig gefühlvoll beschrieben. Sowohl Jamie als auch Ryan durchleiden die eine oder andere Krise wegen der veränderten Situation, sind unsicher und wissen nicht so richtig, was das alles zu bedeuten hat und wo es hinführen soll. Ist es eine Sache für einen Sommer? Oder mehr? Kann es sich ein NHL-Profi erlauben, (offen) schwul zu sein – und wenn nicht, muss Ryan seine große Liebe Jamie deshalb wirklich aufgeben?

Das Autorenduo schafft bei diesem Buch den Spaghat, nicht nur einen wundervollen Liebesromane mit zwei wunderbaren, hervorragend ausgearbeiteten Protagonisten zu schreiben, sondern gleichzeitig die Probleme von Schwulen (bzw. schwulen Sportlern) auf den Punkt zu bringen, ohne die ganze Zeit den moralischen Zeigefinger zu erheben. So gibt es einen diskriminierenden Vorfall mit dem Vater eines Eishockey-Kids, aber andererseits auch jede Menge Toleranz für Homosexualität aus Jamies und Ryans Umfeld. Vollkommen konträr verhalten sich die Eltern der beiden Protagonisten: Während Ryans lieblose High-Society-Eltern die Homosexualität ihres Sohnes schlicht ignorieren und als »Phase« abtun, ist für Jamies mega liberale Hippie-Eltern (und den Rest der Familie) nur wichtig, dass Jamie glücklich ist, egal mit wem. Dementsprechend hat Jamie augenscheinlich deutlich weniger Probleme mit seinem Schwulsein als Ryan, der seine sexuelle Orientierung, darauf angesprochen, zwar wohl nicht leugnen würde, sie aber nie thematisieren oder offen zugeben würde. Zumindest nicht im Moment, denn als NHL-Rookie könnte er damit seine Karriere aufs Spiel setzen. Die Vereinsbosse wissen Bescheid, nicht aber die Mitspieler, und hier zeigt sich ein Problem, das bis heute viel zu real (und in Deutschland auch aus dem Fußball bekannt) ist: Schwule Profis in einem Männersport haben einen schweren Stand und outen sich deshalb lieber nicht oder bestenfalls nach ihrer Karriere. Wie Bowen/Kennedy die Situation darstellen, ohne wortreich und explizit zu werten, erscheint mir ingesamt wirklich gelungen. (Auch wenn ich glaube, dass die Realität deutlich extremer ist, d.h. die Akzeptanz für Schwule in großen Teilen der USA deutlich geringer ist. Es ist sicher kein Zufall, dass Ryan zu einem kanadischen Verein ins liberale Toronto wechselt und nicht gerade nach Texas oder einen der anderen Südstaaten wechselt.)

Kurz gesagt: Das Buch war für mich ein echter Pageturner und ist durch und durch gelungen. Figuren, Aufbau der Handlung, Story, Tiefe, Spannung, Erzählstil, Humor, Sexszenen (teilweise richtig heiß, vielleicht ein paar zu viele davon!) – hier passt für mich einfach alles. Ich muss Band 2 lesen. JETZT.

 


15/15

Elle Kennedy: Off-Campus-Serie

Anfang des Jahres bin ich über das hervorragend bewertete Buch »The Deal« gestolpert und hab eher skeptisch angefangen, es zu lesen. Es ist nämlich ein New-Adult-Buch, und dass Höchstbewertungen überhaupt nichts bedeuten, schon gar nicht, was NA-Bücher angeht, ist ja hinlänglich bekannt. Aber was soll ich sagen – ich mochte den Roman, sehr sogar. So sehr, dass ich innerhalb kürzester Zeit auch die drei weiteren Bände der College-Serie gelesen habe.

Um es vorwegzunehmen: Der Abschlussband ist in meinen Augen nicht besonders gut gelungen und wäre als Einzelband bei mir wohl eher durchgefallen. Trotzdem ist die Serie ingesamt empfehlenswert und Elle Elle Kennedy eine Autorin, von der ich unbedingt mehr lesen will, gern eines ihrer »Erwachsenenbücher« (also nicht New Adult), weil mir ihr amüsanter Schreibstil und ihre Figuren wirklich gut gefallen.

 

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[Rezension] Catherine Gayle: Training in Sachen Liebe

Originaltitel: Breakaway
Portland Storm #1

 

Inhalt:

Der Mannschaftskapitän von Portland Storm, Eric »Zee« Zellinger, weiß für gewöhnlich, was zu tun ist. Aber sein einstiges Elite-Team zum Sieg zu führen, wird schnell ein aussichtslos erscheinender Kampf. Er darf seine Konzentration jetzt nicht verlieren – nicht wenn seine Karriere auf dem Spiel steht. Doch als die kleine Schwester seines besten Freundes eine Bitte an ihn heranträgt, die er ihr nicht abschlagen kann, besteht die Gefahr, dass Eric den Antrieb verliert, den sein Team von ihm als Captain braucht.

Seit einem einschneidenden Erlebnis in ihrer College-Zeit befindet sich Dana Campbells Leben in einer Abwärtsspirale. Sie versucht verzweifelt, dem Horror dieser schicksalsträchtigen Nacht zu entkommen, und ist bereit, alles dafür zu tun. Selbst wenn das bedeutet, den einzigen Mann, dem sie vertraut, um Hilfe zu bitten.

Egal, wie unwiderstehlich sie ist oder wie sehr ihn ihre Bitte in Versuchung führt, kann Eric diese Grenze möglicherweise nicht überschreiten – vor allem nicht, solange sein Team darum kämpft, die Play-offs zu erreichen. Nun muss Eric eine letzte Entscheidung treffen. Doch wird er Dana die Chance geben, aus ihrer Abwärtsspirale auszubrechen und ein glückliches Leben zu führen, oder wird er sich bemühen, seine Karriere weiter voranzutreiben?

 

Kommentar *mit (leichten) Spoilern*:

Seit der Off-Campus-Serie bin ich auf dem Eishockey-Trip, und auf der Suche nach mehr Büchern in diesem Umfeld bin ich rein zufällig über die Portland-Storm-Serie gestolpert. Was soll ich sagen, dieses Buch war ein echter Überraschungshit für mich, und ich frage mich, wieso es nicht viel bekannter ist. Die deutsche Ausgabe hat bei Amazon nicht eine einzige Bewertung, und auch die englischen Bücher haben erschreckend wenig Publicity erhalten.

Der Ausgangspunkt der Geschichte ist unerfreulich: Dana Campbell wurde als Jugendliche von mehreren Typen vergewaltigt und kämpft nach sieben Jahren und unzählichen Therapien immer noch gegen ihre Panikattacken. Sie kann körperliche Nähe seitdem nicht mehr zulassen, auch nicht von Verwandten und Freunden, und eine Liebesbeziehung steht vollkommen außer Frage. Ihre Therapeutin rät ihr, sich einen Surrogat-Partner zu suchen, mit dem sie den Körperkontakt üben soll. Sie wählt dazu den Eishockeyspieler Eric aus, der seit vielen Jahren der beste Freund ihres Bruders und auch ihr (brüderlicher) Freund ist und sich auf die Aufgabe einlässt, weil er schon lange in Dana verliebt ist und alles tun würde, um ihr zu helfen.

Ich bin weder ein Profisportexperte noch ein Psychotherapeut, aber nach meiner Laienmeinung gibt es eine Reihe von Unwahrscheinlichkeiten in diesem Roman. Es kommt mir zum Beispiel nicht besonders glaubwürdig vor, dass sämtliche Teamkollegen von Eric so rücksichtsvoll sind oder dass Dana mit dem Team reisen darf, und letztendlich überwindet sie ihre Ängste meines Erachtens doch relativ schnell. Ein bisschen nervig war auch die Blindheit, die verhindert, die Liebe des anderen nicht zu sehen bzw. falsch einzuordnen.

Das stört aber den Gesamteindruck letztendlich nicht, weil das Buch trotzden herzerwärmend schön ist. Bis Dana und Eric sich körperlich und mental näherkommen, ist es ein steiniger Weg, aber er ist so gefühlvoll beschrieben, dass einem das Herz aufgeht. Dana ist eine tolle Heldin, die alles versucht, um ihrem unverschuldeten Leid endlich zu entfliehen, aber gegen Eric verblasst sie trotzdem. Eric ist ein Held zum Verlieben. Er versucht einen schwierigen Spagat zwischen seinen sportlichen Verflichtungen und dem Wunsch, Dana zu helfen. Dass Dana eigentlich zu viel von ihm verlangt, wissen (und äußern) beide; Eric leidet sehr unter der Situation: unter ihren Panikattacken ebenso wie unter der Nähe zu ihr, weil er mehr will und nicht glaubt, dass er je mehr kriegen kann und wird. Auch sportlich strauchelt Eric: Sosehr er sich bemüht, gut zu spielen und ein starker Teamkapitän zu sein, der seine Jungs in die Playoffs führt, so durchwachsen sind seine Leistungen, weil er wegen Dana den Kopf nicht frei hat. Sein ständiger Konflikt ist sehr gut dargestellt, und ich wüsste nicht, wer es mehr verdient hätte als Eric, dass am Ende alles (einigermaßen) gut wird.

Die Übersetzung ist meiner Meinung nach gut gelungen und liest sich flüssig, mir sind keine größeren Holprigkeiten oder Unsinnigkeiten aufgefallen. Wer also lieber auf Deutsch liest, kann meiner Meinung nach bedenkenlos zugreifen. Die deutsche Kindle-Ausgabe ist sogar (minimal) günstiger als die englische. Umsonst kriegt man Band 1 auf Englisch (ebenso wie ein paar andere Bücher) aber auch, indem man Catherine Gayles Newsletter abonniert. Für die Historical-Freunde: Die Autorin schreibt außer Eishockey-Contemporarys auch Regency-Liebesromane, ich kenn aber keinen.

 

Fazit:

Tolles, gefühlvolles Buch mit einem grandiosen Helden. Ich werde die Serie definitiv weiterverfolgen und, wenn sie so gut weitergeht, am Ende wahrscheinlich zum NHL-Fan werden und Eishockeyspiele anschauen! ;)


13/15

 

[Bücher aus der Hölle] Nalini Singh: Rock Kiss – Eine Nacht ist nicht genug

Originatitel: Rock Addiction
Rock Kiss #1

Klappentext:

In ihrer Kindheit stand Molly Webster wegen eines hässlichen Skandals ständig im Fokus der Medien. Seither hat sie sich geschworen, ein unauffälliges Leben zu führen. Doch dann begegnet ihr der Rockstar Zachary Fox, dessen verführerische Stimme und sinnliche Berührung ihr tief unter die Haut gehen. Ein One-Night-Stand – mehr sollte es nicht sein. Aber Molly merkt schnell, dass eine einzige Nacht mit Fox niemals genug für sie ist.

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[Flashback] Leseliste Januar 2017, Teil 2

Hier also Teil 2 der Leseliste. Mit Licht und Schatten und der Entdeckung einer tollen neuen New-Adult(!)-Serie, zu der später noch ein extra Eintrag folgt.

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[Flashback] Leseliste Januar 2017, Teil 1

Hier kommt Teil 1 der Leseliste für Januar. Teil 1, weil ich fand, dass die Liste mit sage und schreibe achtzehn Büchern, die ich alle kommentiert habe, einfach zu lang wird, sodass die einzelnen Bücher für meinen Geschmack zu sehr untergehen. Wenn ich wegen anhaltender Schlaflosigkeit weiter in diesem Tempo lese, find ich diese Form von Leselisten nicht besonders sinnvoll. Daher überlege ich, einfach monatsunabhängig die letzten drei (oder fünf oder wie auch immer es sich anbietet) nicht ausführlich rezensierten Bücher in einem Beitrag zusammenzufassen. Was meint ihr dazu? Ist das besser als eine ellenlange Monatsliste? (Wobei ich sicher nicht in diesem Tempo weiterlesen und wieder Monate kommen werden, in denen ich nicht mehr als eine Handvoll Bücher schaffen werde.)

Wie auch immer: Im vergangenen Monat gabs wieder Bücher aller Qualitäten und jede Menge Autorenneuentdeckungen, von denen einige auf meine Vergiss-sie-wieder-Liste und andere auf die Unbedingt-mehr-lesen-Liste gewandert sind (und in einem Fall auch von der Mehr-Lesen auf die Vergiss-sie-Liste, s. Teil 2 des Monatsrückblicks).

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