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[Rezension] Volker Kutscher: Der stumme Tod

Serie: Gereon Rath, #2


Klappentext

März 1930. Die gefeierte Schauspielerin Betty Winter wird bei Dreharbeiten zu einem Tonfilm von einem Scheinwerfer erschlagen, und zunächst sieht alles nach einem Unfall aus. Bis Gereon Rath, der Kölner Kommissar in der Berliner Mordinspektion, Indizien entdeckt, die auf Mord hindeuten. Während die Kollegen den flüchtigen Beleuchter verdächtigen, ermittelt Rath auf eigene Faust in eine andere Richtung – und steht schnell alleine da. Eine zweite Schauspielerin wird tot aufgefunden und gibt der Polizei Rätsel auf. Die Todesursache ist unklar, aber es handelt sich um ein Gewaltverbrechen: Der Leiche fehlen die Stimmbänder.

Die Ermittlungen führen Rath zwischen die Fronten rivalisierender Filmproduzenten, ins Berliner Chinesenviertel, in die Unterwelt – und hart an die Grenzen der Legalität. Während es bei der Beerdigung von Horst Wessel zu einer Straßenschlacht zwischen Nazis und Kommunisten kommt, muss Rath seinem Vorgesetzten Böhm aus dem Weg gehen, der ihn von dem Fall abziehen will. Als sein Vater ihn bittet, dem Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer in einem Erpressungsfall zu helfen, und seine Exfreundin Charly eine erneute Annäherung wagt, droht Rath alles über den Kopf zu wachsen.

 

Kommentar

Ein Gespräch mit Freunden über Krimis hat mich daran erinnert, dass ich Band 2 der hochgelobten Gereon-Rath-Serie ausprobieren wollte, obwohl mich Band 1 nicht sonderlich überzeugt hat: Ich fand die Handlung ziemlich verworren. Immerhin das kann man Band 2 nicht vorwerfen: Der Kriminalfall ist trotz zahlreicher (mehr oder weniger überzeugender) Handlungsfäden gut nachvollziehbar, wenn auch ganz schön schräg, was die Auflösung angeht.

Warm geworden bin ich mit dem Buch trotzdem nicht, wobei ich nicht so recht festmachen kann, warum nicht. Möglicherweise liegt es an Kutschers eher sachlichem Schreibstil, der es mir unmöglich macht, Sympathie für den Kommissar oder sonst eine handelnde Person zu entwickeln. Vielleicht auch daran, dass die Handlung nicht besonders spannend oder gar fesselnd wäre – was wiederum mit den zahlreichen Handlungsfäden zusammenhängen könnte, die teilweise ein wenig gewollt wirken und eher dazu zu dienen scheinen, mehr Vergangenheitsflair zu schaffen, die aber vor allem die Handlung verschleppen. Dafür greif ich aber nicht zu nem Krimi – möglicherweise ist das Genre »historischer Krimi« einfach nicht mein Ding.

Jedenfalls hab ich zwölf Tage mit diesem Buch verbracht, weil ich nie Lust darauf hatte und mich dazu zwingen musste, weiterzulesen. (Und dann nicht mehr als maximal ein Kapitel geschafft habe.) Das ging so, bis ich in einer dieser seltsamen Nächte, in denen man nachts aufwacht, todmüde ist, aber nicht mehr schlafen kann, in die Hörbuch-Version reingehört habe, die dankenswerterweise bei Spotify online ist. Sie wird sehr gut gelesen von Reiner Schöne und hat mich sehr viel besser unterhalten als die Print-Version des Stoffes. Ich schätze, das hängt damit zusammen, dass Lesung gekürzt und die Handlung somit verdichtet wurde. Ich hab damit zweifellos so gut wie alles an Nebenhandlungen und Dreißigerjahre-Flair verpasst, aber das kam mir entgegen – wahrscheinlich würde ich sonst bis November an diesem Krimi rumlesen. Kann gut sein, dass ich die weiteren Bände (wenn überhaupt) auch eher höre als sie zu lesen – trotz der Kürzungen. Oder gerade wegen ihnen.

Wer es noch nicht mitgekriegt hat, die Serie ist unter dem Titel »Babylon Berlin« unter viel Getöse verfilmt worden – für 40 Mio. Euro! Sie wird gerade auf Sky erstausgestrahlt. Wer sich dafür interessiert, bei Wikipedia gibts nähere Infos.

 


8/15

2 Kommentare zu [Rezension] Volker Kutscher: Der stumme Tod

  • Ich bin ja immer erleichtert, wenn ich nicht die Einzige bin, die mit einer hochgelobten Romanserie nicht warm wird. Dabei mag ich das historische Flair und greife auch schon mal genau deshalb zu einem Krimi. Ich brauche dann aber trotzdem Figuren, die mich zumindest ein bisschen bewegen, und eine Schreibweise, die mir Lust aufs Weiterlesen macht.

  • Ich mag historisches Flair auch – nicht umsonst hab ich ja unzähliche historische Liebesromane gelesen –, aber das Geschehen darf nicht vor lauter Flair verlorengehen. Und das ist hier m.E. der Fall.

    Laut einigen Amazon-Rezensionen geht diese Serie übrigens angeblich Richtung „Hardboiled“, vielleicht wäre sie also was für dich! Ich kann sie dir natürlich trotzdem nicht empfehlen, aber deine Meinung würde mich andererseits schon interessieren! :)

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