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[Rezension] Jenny Downham: Ich gegen dich

Originaltitel: You Against Me

 

Verlagstext:
Als Mickey erfährt, dass Tom, Sohn reicher Eltern, seine fünfzehnjährige Schwester Kathryn vergewaltigt haben soll, will er sich rächen. Da kommt ihm der Flirt mit Toms Schwester Ellie mehr als gelegen. Als Liebe daraus wird, muss er sich entscheiden, auf wessen Seite er steht: Hält er zu Kathryn, dem Opfer, zu seiner Mutter, einer Alkoholikerin und seiner kleinen Schwester Holly, oder gibt er der Liebe eine Chance? Und auch Elli stürzt die Beziehung zu Mickey in einen Gewissenskonflikt: Soll sie ihren Bruder weiter schützen oder auspacken? Und was wird dann aus ihrer Familie? Ein spannender Roman über die Liebe, die Lust am Leben und die Entdeckung des eigenen Muts, den man nicht mehr aus der Hand legt, bis zur allerletzten Zeile.

 

Kommentar mit Spoilern:
Ich bin verärgert, meine Zeit mit diesem Buch verschwendet zu haben. Nachdem ich erst nicht reinkam, wurde es im Mittelteil etwas besser, nur um dann wieder ganz furchtbar langweilig zu werden und in einem unsäglichen Ende zu versanden. Aber ich hätte es wissen müssen; der deutsche Verlag hat offenbar mit Absicht ein so bescheuertes Cover gewählt – als Abschreckungsmaßnahme!

 

Es geht um ein Mädchen aus gutem Hause, dessen Bruder Tom der Vergewaltigung bezichtigt wird. Er bestreitet alles und behauptet, Karyn hätte es gewollt; Protagonistin Ellie, die ebenfalls im Haus war, gibt an, nichts von der Sache mitbekommen zu haben. Es ist allerdings schnell klar, dass sie mehr weiß. Kurz nach dem Verbrechen lernt Ellie einen wundervollen Jungen kennen und lieben – der sich nicht viel später als Karyns Bruder entpuppt. Er wollte sie ursprünglich für die Handlungen ihres Bruders bezahlen lassen bzw. sie aushorchen, verwirft seine Pläne allerdings, weil er sich ebenfalls in Ellie verliebt. Logischerweise steht die Beziehung der beiden unter keinem guten Stern …

Eigentlich finde ich das Thema ja grundsätzlich interessant, denn es geht darum, dass Ellie die folgenschwere Wahl treffen muss, ob sie ihr Wissen über Toms Tat verschweigen und ihren Bruder schützen soll oder ob sie die Wahrheit sagen soll – und sich somit gegen ihre Familie wenden. Das Buch ist fast zu Ende, als Ellie sich entscheidet, doch obwohl ich das Mädchen bis dahin 300 Seiten lang begleitet habe, ist mir absolut unklar, wieso sie sich letztendlich so entschieden hat. Ihr eigener Konflikt wird auch nicht so richtig deutlich, denn sie setzt sich eigentlich gar nicht wirklich mit den Vorkommissen in jener Nacht auseinander, zumindest nicht für den Leser nachvollziehbar. Zudem werden die Geschehnisse nicht final geklärt; es bleiben diverse Fragen offen. Außerdem wird die Schuldfrage für meinen Geschmack nicht ausreichend problematisiert – was aber meines Erachtens unabdingbar ist, wenn man schon ein solches Thema aufgreift. Ich erwarte keine moralische Wertung, aber doch zumindest ein Aufzeigen der verschiedenen möglichen Betrachtungsweisen und auch Motive.

Ich hätte dem Buch vielleicht trotzdem noch 3 Sterne (7 Punkte) gegeben, wenn mich der Fortgang der Handlung nach Ellies neuer Aussage so geärgert hatte: Nachdem wir nämlich endlich so weit sind, dass Ellie die Wahrheit sagt, erfährt man zwar, dass die Gerichtsverhandlung ganz schön hart für alle Beteiligten werden wird, vornehmlich für Ellie und Karyn, tatsächlich endet das Buch aber vorher – was ich echt ärgerlich finde, zumal immerhin noch die Option in den Raum gestellt wird, dass Tom selbst die Wahrheit sagen und somit die beiden Mädchen vor der Schmach bewahren könnte.

Die Liebesgeschichte hat mich vollkommen kaltgelassen, und weder Ellie noch Mikey haben mich in irgendeiner Form berührt; mir war selten so egal, was aus der Beziehung der Protagonisten wird. Überdies mussten noch diverse Klischees ins Buch gepackt werden, so kommt Tom aus reichem Hause und Karyn aus einer sozial schwachen Familie mit einer Alkoholikermutter, die nur bedingt in der Lage ist, die Verantwortung und Fürsorge für ihre Kinder zu übernehmen (man hört förmlich das Gemunkel, dass es unter den Umständen kein Wunder ist, dass die 15-jährige Tochter sturzbetrunken in so eine Situation geraten ist). Aber zum Glück ist da ja der verantwortungsbewusste Mikey, der die Welt seiner Familie, ach was, eigentlich die ganze Welt, wieder ins Lot bringt.


5 Punkte

4 Kommentare zu [Rezension] Jenny Downham: Ich gegen dich

  • Autsch!
    Ich habe ja schon längere Zeit mal mit mir gerungen, ob ich nicht einmal ein Buch der Autorin lesen, ganz besonders dann, wenn man immer wieder so viel Positives darüber liest/hört. Aber deine Beschreibung von You Against Me (was mich bisher am meisten gerzeit hätte), lässt mich total kalt und ich werde wohl eindeutig die Finger von dem Buch lassen. Klingt nämlich leider nicht nach etwas, was mich komplett und 100%ig überzeugen könnte…

    Da fällt mir ein, mit dem letzten Kai Meyer-Band der Arkadien-Reihe liegst du gar nicht so verkehrt. Das Ende ist viel zu offen und… mythisch. Das passt irgendwie in das Gesamtkonzept mit der bisherigen Handlung nicht, wenn man mich fragt.

    Liebe Grüße,
    Mandy

    • Also, falls du dich doch entschließen solltest, es mal mit der Autorin zu probieren, könnte ich dir die englische Ausgabe des Buches schicken! Es hat ja im Allgemeinen ziemlich gute Kritiken erhalten … :)

      Zu Arkadien: Ja, gell?! Find ich auch!

  • Mal ne ganz dumme Frage: warum sortierst du das als „Keine Rezension“ ein, obwohl du doch das Buch zuende gelesen und dir eine Meinung gebildet hast?

    • Also, immer wenn ich mich kurz halte(n will) und relativ unsachlich an einen Kommentar rangehe, nenn ich das [Keine Rezension]. Ist oft ne Gefühlssache, in diesem Fall wars aber tatsächlich mal wieder so, dass ich nur ein paar wenige Sätze schreiben wollte, dann doch wieder ausgeufert bin und vergessen hab, den „Präfix“ zu ändern! Hab ich jetzt aber nachgeholt! ;)

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