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[Keine Rezension] Kai Meyer: Asche und Phönix

Verlagstext:
Parker und Ash haben nichts gemeinsam. Er ist Hollywoods größter Jungstar, das Gesicht des Magiers Phoenix aus den »Glamour«-Filmen. Sie ist eine »Unsichtbare«, nirgends zu Hause, getrieben von der Angst, wie alle anderen zu sein. Doch dann erwischt Parker Ash in seiner Londoner Hotelsuite, wo sie gerade sein Bargeld klaut. Parker kann sein Leben im Fokus der Medien nicht mehr ertragen. Und nutzt die Chance, mit Ash vor den Fans und Paparazzi zu fliehen. Dabei scheint er geradezu körperlich abhängig von Ruhm und Aufmerksamkeit. Ihre gemeinsame Flucht führt sie durch Frankreich an die Côte d’Azur – auf den Spuren eines teuflischen Paktes, verfolgt von einer dämonischen Macht, die sie gnadenlos jagt.

Kommentar:

Als Kai Meyer sein neues Buch vorgestellt hat, war ich sofort Feuer und Flamme: Nicht nur das Cover fand ich extrem ansprechend, sondern auch den Klappentext. Letzteren hab ich allerdings mal wieder nicht aufmerksam genug gelesen bzw. bei »teuflischer Pakt«, »dämonische Macht« und »gnadenlose Jagd« einfach nicht geschaltet. Während ich also blauäugigerweise dachte, ich kriege eine reale Geschichte über einen Jungen und seiner Verbündeten auf der Flucht vor dem Ruhm (was auch insofern doof war, weil Meyer Bücher ja immer zumindest starke fantastische Elemente haben), bekam ich es tatsächlich mit einer fantastischen Geschichte zu tun, in deren Zentrum eine Art Teufelspakt steht. (Dass dieses Thema von unzähligen Rezensenten als ach so innovativ und neu gepriesen wird, kann ich übrigens nur auf mangelnde Literatur-, Sagen- und Filmkenntnisse zurückführen!)

Ich hätte damit leben können, dass ich was anderes kriege als erwartet, zumal ich Teufelspaktgeschichten eigentlich immer ganz faszinierend finde. Leider ist die Umsetzung hier nicht wirklich spannend: Alles, was mit dem Teufelspakt zu tun hat, ist wenig überraschend, und darüber hinaus gibt es im wesentlichen Verfolgungsjagden und Gemetzel. Parker und Ash sind während der kompletten Handlung auf der Flucht: erst vor den Paparazzi und Fans, dann vor ihrem überirdischen und eigentlich übermächtigen Widersacher namens Libatique und dessen skurrilen Zombies. Zahllose Leichen pflastern ihren Weg, und es geht teilweise wirklich ganz schön ekelhaft und brutal zu – für schwache Nerven ist das Buch definitiv nichts.

Hinzu kommt, dass Parker und Ash trotz der vielversprechenden Einführung letztendlich sehr blass bleiben. Man erfährt extren wenig über ihren Hintergrund und ihre Vergangenheit und ebenso wenig über ihr Wesen. Ich assoziiere mit beiden keinerlei Charakterzüge und Besonderheiten, die sie bemerkenswert machen würden. Für Ash gilt das noch viel mehr als für Parker, da hilft auch ihr eigenwilliges Hobby nichts, alles Mögliche und Unmögliche zu fotografieren und die Fotos irgendwo hinzupinnen. Beide sind einfach nur irgendwelche Teilnehmer an einem Actionspektakel, in das sie ohne eigenes Verschulden geraten sind. Und auch in Sachen Nebenfiguren hat »Asche und Phönix« wenig zu bieten, zumal diese – kaum eingeführt – auch schon wieder massakriert werden.

Richtig schlecht ist das Buch bei aller Kritik nicht, aber der große Wurf ist dem Autor für meinen Geschmack auch nicht gelungen – wobei fairerweise noch mal darauf hingewiesen sei, dass ich solche actionreichen Stoffe einfach auch nicht besonders mag. Davon abgesehen drängt sich mir aber der Gedanke auf, dass Meyer möglicherweise doch lieber beim Schreiben von Trilogien bleiben sollte, bei denen er Zeit hat, eine Geschichte und vor allem die Charaktere ausgiebig zu entwickeln.

 


6 Punkte

22 Kommentare zu [Keine Rezension] Kai Meyer: Asche und Phönix

  • Hmm, ich glaube ich lese „Asche und Phönix“ doch nicht. Mich hätte jetzt auch nur die Contemporary Komponente interessiert, wie dich scheinbar auch. Ich habe zwar nichts gegen fantastische Geschichten, aber ich habe schwache Nerven und mag jetzt insbesondere Zombies nicht. Klingt jetzt auch alles nicht besonders romantisch, also runter von der Wunschliste. ^^

  • Als ich das Buch zugeklappt hatte, war mein erster Gedanke dein letzter Satz. Als Reihe angelegt hätte hieraus wirklich was werden können. Aber so erging es mir wie dir. Der Teufelspakt war eine interessante Idee (wenn natürlich auch nicht soo originell), aber fast 500 Seiten nur Verfolgung, etc. mag ich nicht. Das war anfangs noch spannend, aber irgendwann ist da auch die Luft raus.

    • Ich freu mich zu hören, dass es anderen Leuten mit dem Buch ebenso ging wie mir. Die Mehrheit der Leser ist ja hellauf begeistert. (Die Mehrheit der Leser glaubt aber ja auch, eine Teufelspakt-Geschichte sei total innovativ! *g*)

      • Jep, geht mir auch so. (Obwohl ich das Buch ja auch gerne geliebt hätte :/) Tse, die sollten dann mal alle Faust lesen ;D

        • Was mir gerade so auffällt: Hast du eigentlich außer im Klappentext mitgekriegt, dass Ash »getrieben von der Angst [ist], wie alle anderen zu sein«?! Davon hab ich weder was gelesen noch in ihrem Verhalten bemerkt.

          • Hmm. Das finde ich etwas zu stark ausgedrückt. Ich finde, es gab ein, zwei Szenen, die man in die Richtung interpretieren könnte, aber „getrieben von Angst“?! Nö, das habe ich auch nicht bemerkt.

  • Hm, ich war ja schon vorher nicht so begeistert von der Beschreibung, aber nun verspüre ich kaum noch Lust … klingt wie Arkadien in stark gekürzter Form :/

    • Ein bisschen ist »Asche und Phönix« auch wie Arkadien in stark gekürzter Form – nur halt deutlich weniger gut. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr glaube ich, dass Meyer so sehr gewöhnt ist, seine Stoffe über drei Bände auszubreiten, dass er mit Einzelbänden Probleme kriegt …

  • Ich bin mir nach wie vor nicht sicher, ob ich das Buch lesen mag, aber so wirklich reizt es mich nicht – obwohl ich ‚Arkadien‘ zuletzt noch sehr mochte und gerne wieder etwas in dieser Richtung lesen würde. Aber so wie du das beschreist…
    Vielleicht gibt es ja bald eine Leihversion bei Skoobe, dann lese ich mal rein. Kaufen muss ich das Buch aber nicht.

    • Arkadien fand ich ja – vom Ende abgesehen – auch toll, aber »Asche und Phönix« würde ich trotzdem nicht unbedingt empfehlen. (Wobei mir völlig klar ist, dass die Geschmäcker verschieden sind und manch einer solche Bücher eben mag.)

      Ich hab leider selbst die Kindle-Version gelesen, sonst würd ichs dir schicken, Nina.

  • Ich war wegen des Klappentextes schon etwas skeptisch, diese Fluchtgeschichte hat mich nicht so richtig angesprochen. Aber nur Verfolgungsjagden und Gemetzel, das hört sich ja wirklich uninteressant und ungemütlich an. Wenn, dann werde ich mich wohl erstmal an Kai Meyers andere Bücher halten, da habe ich ja noch genug zum aufholen… :-)

  • Warum eigentlich immer „Keine Rezension“, wenns doch eine ist?

    • Erstens wollte ich in diesem Fall viel weniger schreiben als ich letztendlich getan habe. :D Zweitens weil mein Urteil zu »Asche und Phönix« doch auch sehr darauf basiert, dass ich solche Verfolgungsjagdgeschichten nicht leiden kann und somit total unfundiert und extrem subjektiv ist! :)

      • Achso. Das Argument mit der Länge leuchtet mir ein, aber ist eine Rezension nicht immer (auch) subjektiv?

        • Doch, ohne jeden Zweifel, weil es ja keine objektive Meinung gibt. (Dazu hab ich mal ein ganzes (!) Seminar in Soziologie absolviert! *eek*) Aber ich unterscheide schon, ob ich rein nach persönlichem Geschmack urteile oder versuche, wenigstens ein klein bisschen objektiv an die Sache ranzugehen. Letzteres wollte ich hier gar nicht – wobei mir das vielleicht nur halb gelungen ist?! Wenn ich deine Aussage richtig deute, kling ich ja ziemlich fundiert! *gg*

          Ich geb aber zu, dass ich eher gefühlsmäßig festlege, ob ich eine »Rezension« oder »Keine Rezension« schreibe – so ganz logisch mag das nicht immer sein. :)

          • Achso, verstehe. Ich glaube, die „KeinRezensionen“ sind bei mir die, die ich gar nicht erst schreibe, eben aus den von dir genannten Gründen. Ich bin nu rimmer etwas irritiert bei deinen „Keine Rezension“, wenn darunter dann genau das kommt, was ICH unter einer solchen verstehe, daher die Nachfrage.

  • Ich lese das Buch gerade und mir geht es leider ähnlich wie dir. Fast alles, was für mich das Besondere an den vorherigen Meyer-Romanen war, was ich daran so geliebt habe (die originellen, ausführlich ausgearbeiteten Charaktere vor allem; eine mitreißende Atmosphäre; Momente, die zum Nachdenken anregen; ein überraschender Plot) fehlt mir hier. „Asche und Phönix“ ist nich schlecht, aber für mich leider kein Vergleich zum Beispiel zur „Fließenden Königin“ oder „Arkadien“ :(

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