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2017 Reading Challenge

Irina has read 1 book toward her goal of 40 books.
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[Rezension] Simone Elkeles: Paradise

 

Simone Elkeles: Leaving Paradise (Paradise #1)


Klappentext:

Das Letzte, was Caleb Becker vorhat, als er in seinen Heimatort Paradise zurückkehrt, ist, sich in Maggie Armstrong zu verlieben. Denn wegen Maggie, die er in jener fatalen Nacht mit dem Auto angefahren haben soll, war er verurteilt worden. Maggie wiederum will alles, nur nicht Caleb wiederbegegnen – dem Jungen, den sie für ihr Unglück verantwortlich macht. Und doch verbindet diese eine Nacht sie für immer, und so fühlen sich Caleb und Maggie, als sie sich wiederbegegnen, gegen ihren Willen zueinander hingezogen. Aber gerade, als die beiden sich näherkommen, kommen Dinge ans Tageslicht, die alles zu zerstören drohen …

 

Kommentar:
Vor einer gefühlten Ewigkeit haben mir Elkeles‘ Perfect-Chemistry-Bücher extrem gut gefallen, weshalb ich mir damals auch die beiden Paradise-Bücher zugelegt habe. Seitdem stauben sie in meinem Regal vor sich hin, und als ich beim Ausmisten drübergestolpert bin, fand ich es an der Zeit, sie mal rauszuziehen.

Großer Fehler! Bereits nach wenigen Seiten hatte ich den dringenden Verdacht, dass ich entschieden zu alt für dieses Buch bin. Die Grundidee der Geschichte – Unfallopfer und Täter verlieben sich ineinander – fand ich wirklich interessant, den tatsächlichen Verlauf der Geschichte leider nicht. Zudem ist das Verhalten der Protagonisten total teenie, sodass ich keinerlei Zugang zu ihnen hatte, geschweige denn nachvollziehen konnte, was sie eigentlich aneinander finden. Blöderweise wollte ich aber trotzdem wissen, wie die Geschichte weitergeht, also werde ich auch Band 2 lesen oder wenigstens überfliegen.

 


5/15

 

 

Simone Elkeles: Back to Paradise (Paradise #2)


Klappentext:

Zweimal schon hat Caleb Becker seinen Heimatort Paradise wegen Maggie Armstrong verlassen. Zweimal schon wollte er nichts mehr, als Maggie vergessen – Maggie, die er liebt und der er doch so viel Leid zugefügt hat. Und auch Maggie will vor allem eins: endgültig über ihre große Liebe Caleb hinwegkommen. Dann aber treffen sich Maggie und Caleb zufällig in den Sommerferien wieder, und auch wenn beide versuchen, sich aus dem Weg zu gehen, machen all die unterdrückten Gefühle ihnen alsbald einen Strich durch die Rechnung. Doch gerade, als die beiden ihrer Liebe eine Chance geben wollen, kommen die Schatten der Vergangenheit wieder hoch …

 

Kommentar:
Dieses Buch ist definitiv unter den Labels »Mehr Zeitverschwendung« und »Selbst schuld, Irina, du wusstest es!« abzulegen. Wenig überraschend hat mir auch Band 2 des Zweiteilers nicht gefallen – um genau zu sein, fand ich ihn sogar noch einen Tick schrecklicher. Protagonist Caleb wird immer unerträglicher, Maggies Hin und Her nervt und vieles ist nur ein Aufguss von Band 1. Es gibt lange Zeit wenig spürbare Weiterentwicklung der Figuren, die Geschichte plätschert tödlich langweilig vor sich hin und selbst das Ende ist nicht besonders gelungen, sondern irgendwie unbefriedigend.

Ich frag mich ehrlich gesagt, für welche Altersgruppe die Bücher gedacht sind: Mir kommt es vor, als wäre die Zielgruppe nicht älter als maximal 15. Wenn ein Junge ein Mädchen auffordert, ihn zu küssen, um zu beweisen, dass es nicht mehr auf ihn steht, dann wirds mir entschieden zu kindisch. Keine Ahnung, ob ich die Perfect-Chemistry-Serie heute noch mögen würde – ich kann’s mir gerade schwer vorstellen, aber vielleicht war sie ja ein bisschen erwachsener bzw. zeitloser. Jedenfalls hatte ich noch Elkeles’ Football-Serie auf dem Wunschzettel, die ist jetzt direkt runtergeflogen.

 


4/15

[Rezension] Beth Ehemann: Cranberry Inn

 

Beth Ehemann: Zimmer frei ins Glück (Cranberry Inn #1)


Klappentext:

Vor vier Jahren zerbrach mein Leben. Mein Ehemann ließ mich und unsere kleinen Zwillingstöchter im Stich. Im Cranberry Inn, der Frühstückspension meiner Mutter, habe ich versucht, wieder Boden unter die Füße zu bekommen.

Dann hat ein Gewittersturm Brody Murphy in unser Leben geweht, einen Eishockey-Profi, der nur seine Karriere im Kopf hat. Und das passt mir gut, denn ich habe kein Interesse an Männern, sondern will vor allem eins: meinen Mädchen eine gute Mutter sein und ihre Zukunft sichern. Doch je mehr Zeit ich mit Brody verbringe, desto weniger kann ich die Augen vor der Wahrheit verschließen: Brody geht mir unter die Haut. Er hat mir den Kopf verdreht und bringt mich stärker durcheinander, als ich es je war.

 
Was, wenn die eine Sache, von der ich dachte, ich brauche sie, das Einzige ist, das mich zurückhält?

 

Kommentar:
Der Klappentext sagt alles. Als Brody im Inn von Kacies Mutter strandet, verlieben sich die beiden Beziehungsskeptiker auf der Stelle ineinander. Für den Eishockey-Profi Brody, der bislang nur seinen Sport im Kopf hatte, gibt es ab diesem Moment nichts, was auch nur annähernd so wichtig wäre wie die 25-jährige Alleinerziehende und deren 5-jährige Zwillingsmädchen; der blendend aussehende überzeugte Single ist von einer Sekunde auf die andere geläutert und mutiert zu einem zum Erbrechen perfekten, aufmerksamen und aufopferungsvollen Mann. Kacie hat dennoch hunderttausend Bedenken, warum sie nicht mit ihm zusammen sein kann, obwohl sie nichts lieber will, und so entspinnt sich eine ziemlich langweilige Geschichte, in der Brody die wankelmütige, nervige Kacie ständig aufs Neue davon überzeugen muss, dass er es ernst mit ihm meint. Als wäre das nicht schlimm genug, ist das Buch auch sprachlich alles andere als toll und angereichert mit Adjektiven und Adverben: Es ist ein absolutes Versehen; er hat gar keine Freundin; ihr Haar ist ganz glatt.

Als Eishockey-Liebesroman ist dieses Buch übrigens auch nicht ernst zu nehmen. Abgesehen davon, dass Brody der Goalie der Minnesota Wilds ist und Kacie damit per se Probleme hat, spielt der Sport keine große Rolle. Das ist auch gut so, denn angesichts der Sauf- und Fressgelage von Brody und Viper wäre die Mannschaft vermutlich zum Misserfolg verdammt. Da ist es auch keine Ausrede, dass gerade keine Saison ist; KEIN Profisportler kann es sich erlauben, die Zügel Off-Season so schleifen zu lassen!

 


5/15

 

 

Beth Ehemann: Room for More (Cranberry Inn #2)


Klappentext:

Four years ago, my dreams were shattered in an instant.

Three months ago, I found something I haven’t had in years. Hope.
That hope came in the form of a sexy, carefree hockey player named Brody Murphy. He swooped in and won me over with his big heart and the way he cared for me…and my girls. When they look at him, they see the father they’ve never had.

Now, my past and present are colliding and the outcome might just be too much for me to bear. Can I make the right decision when I’ve spent my whole life making the wrong ones?

 

Kommentar:
Warum ich dieses Buch gelesen habe, obwohl mir #1 nicht gefallen hat? Weil ich unbelehrbar bin und mich der Cliffhanger furchtbar neugierig gemacht hat. Zweifellos hätte ich mit meiner Zeit auch was Besseres anfangen können, denn es ändert sich wenig. Die Story ist redundant und nach wie vor langweilig, phasenweise ärgerlich. Kacie ist immer noch eine Nervensäge, die ein furchtbares Hin und Her veranstaltet und aus nicht nachvollziehbaren Gründen von Selbstzweifeln geplagt wird. Zu ihren unerträglichen Eigenschaften kommt jetzt auch noch Lügen (bzw. Totschweigen) – und das ist so dumm und überflüssig, dass ich es kaum erwarten konnte, dass ihr der Mist um die Ohren fliegt. Als das geschieht, verliert sogar der stets perfekte Brody die Geduld mit ihr, sein Verhalten entwickelt sich allerdings in eine ähnlich nervige Richtung wie das seiner Liebsten; er benimmt sich kindisch und – bezogen auf seinen Beruf – unprofessionell.

Ursprünglich wollte ich ja Ehemanns Bücher über Brodys Teamkollegen Viper lesen, aber das werde ich mir schenken. Die Storys der Autorin liegen mir ebenso wenig wie ihre Figuren und ihr Stil.

Die deutsche Übersetzung von Teil 2 – meiner Meinung nach ist das keine Serie, sondern ein Zweiteiler – ist übrigens nicht in Sicht. Da Teil 1 bereits im September 2015 erschienen ist, gehe ich auch nicht davon aus, dass sie noch kommen wird. Offenbar waren die Verkaufszahlen nicht gut genug (trotz unverständlich guter Bewertungen!).

 


5/15

 

Was ist das mit den Frauen?

Wie ich mitgekriegt habe, erfreuen sich neuerdings offenbar Motorradgang-Liebesromane einiger Beliebtheit. Ihr wisst schon, solche Typen wie die Hells Angels und die Bandidos, die Prostitution, Drogen- und Waffengeschäfte kontrollieren und sich gegenseitig bekriegen. Wenn man sich die Jungs anschaut, die im Zuge der Berichterstattung so abgebildet sind, sind das schon rein optisch nicht gerade Kerle, wie herkömmliche Frauen sie sich wünschen, aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

Jedenfalls bin ich über die Amazon-Empfehlungen über die „Hell’s Horsemen“-Serie von Madeline Sheehan gestolpert, die in Deutschland vom Sieben Verlag veröffentlicht wird, und hab mir Band 1 zugelegt.

Was soll ich sagen. Nach kurzfristiger anfänglicher Begeisterung musste ich feststellen, dass sich die Geschichte zunehmend zu einer ziemlich kranken Missbrauchs- und Gewaltorgie entwickelt, in der ausnahmslos komplett durchgeknallte Menschen interagieren. Eine gewisse Spannung kann ich dem Buch dennoch definitiv nicht absprechen, ich war durchaus gefesselt und habe mit verstörender Faszination Seite um Seite weitergeblättert. Um mal das Standardbeispiel für solche Dinge zu bemühen: Es war ein bisschen so, wie einen Unfall mitzuerleben und nicht wegschauen zu können. Am Ende bleibt aber doch ein sehr schales Gefühl zurück, zumal irgendwann der Verstand wieder normal zu arbeiten beginnt und man sich zwangsläufig die Frage stellen muss:

Was zum Teufel ist das mit den Frauen?

Sie kämpfen für Emanzipation, Gleichberechtigung und Freiheit und verurteilen Kulturen, in denen Frauen bis heute unterdrückt und zum Objekt degradiert werden. Sie wollen einen verlässlichen Mann an ihrer Seite, der sie liebt, wertschätzt und achtet und der sie weder betrügt noch schlägt noch vergewaltigt. Das alles wird in diesem Buch komplett auf den Kopf gestellt. Sämtliche Frauen werden (zumindest phasenweise) psychisch und physisch benutzt und misshandelt, teils mit ihrer Einwilligung. Gerechtfertigt wird das offenbar durch eine Form von unsterblicher angeblicher Liebe, die – nüchtern und mit Verstand betrachtet – von nichts als pathologischer Obsession, Frauen- bzw. Selbstverachtung und dem Drang nach Selbstzerstörung zeugt. Trotz alledem findet ein Großteil der Leserinnen diese Geschichte richtig gut (Goodreads-Rating: 4,09; Amazon.com-Rating: 4,4).

Warum ist das so? Warum werden mit solcher Begeisterung sogenannten „Liebesromane“ gelesen, die alles in den Dreck treten, was eine moderne normale Frau vom Leben und der Liebe erwartet? Ich kann nur hoffen, dass es nichts mit heimlichen Wunschträumen zu tun hat, denn dann hätte die ganze Emanzipations- und Feminismusbewegung in ihren jahrelangen Kämpfen verdammt wenig erreicht und man müsste konstatieren, dass die Urinstinkte schwer bis gar nicht auszulöschen sind.

 

 

Nebenbemerkung: Ja, ich weiß schon, Bücher sind Fiktion und haben nicht zwingend was mit dem echten Leben zu tun. Die ganzen Frauen, die SM-Erotikromane lesen, wollen die Sexpraktiken auch nicht unbedingt zu Hause nachspielen. Aber der Unterschied ist, dass die Frauen in den SM-Romanen üblicherweise Lust und Liebe erleben; das ist im vorliegenden Buch eher weniger nicht der Fall. Möglicherweise ist das bei anderen MC-Liebesromanen anders.

 

 

________________________

Das dazugehörige Buch:

Madeline Sheehan: Undeniable – Eva und Deuce (Hell’s Horsemen, #1)

Eine Liebe gegen jede Chance.

Eva Fox ist die Tochter des Silver Demons Motorcycle Club Präsidenten und wächst wie eine Prinzessin in der rauen Umgebung des Clubs auf. Als sie den sexy Hell’s Horsemen Biker Deuce West trifft, ist sie noch ein kleines Mädchen. Doch vom ersten Augenblick an weiß sie: Er ist der Sinn ihres Daseins. Deuce ist ebenfalls im Club seines Vaters aufgewachsen. Während Eva langsam zur Frau heranwächst, entwickeln sich ihre zufälligen Begegnungen immer intensiver. Das Schicksal führt sie stets erneut zusammen und so beginnt eine Reise auf gewundenen Schicksalspfaden, gepflastert mit Schmerz, Betrug und Blutvergießen. Eva sieht in Deuce von Anfang an, was er in sich selbst nicht sieht – einen Mann, der es wert ist, geliebt zu werden, doch wird sie stark genug sein, ihm das zu beweisen?

Dies ist die Geschichte von Eva und Deuce.
Es ist nicht einfach.
Aber nichts, was sich wirklich lohnt, ist das.

Und die Liebe ist alles wert.

[Rezension] Judith Ivory: Beast

Klappentext:
American heiress Louise Vandermeer has agreed to marry a European aristocrat. Her intended is rumored to be a hideously ugly man, a prospect that propels her into a reckless shipboard affair with a compelling stranger she never sees in the light of day. Unbeknownst to Louise, her mystery man is actually her betrothed, Charles d’Harcourt, whose romantic prank backfires when he becomes smitten with his own fiancee.

Kommentar:
Ich bin ja normalerweise ein großer Fan von »Die Schöne und das Biest«-Variationen, aber das nutzte in dem Fall auch nichts. Zumal das Biest eigentlich gar kein Biest war, sondern ein französischer Adliger, der trotz eines blinden Auges und einer Narbe ziemlich attraktiv ist und keinerlei Probleme hat, Frauen für sich zu begeistern. Aber von vorn:

Aus geschäftlichen Gründen lässt Charles sich auf eine arrangierte Ehe mit der wunder-wunder-wunderschönen Amerikanerin Louise ein, die halb so alt ist wie er und die er das erste Mal auf ihrer Überfahrt von Amerika nach Frankreich sieht. Wobei »sieht« zu viel gesagt ist, denn erstens ist er eigentlich gar nicht da, so rein offiziell (er weilt nämlich heimlich auf dem Schiff, um seiner Affäre mit einer verheirateten Frau zu frönen), und zweitens darf Louise ihn nie anschauen, d.h. nur im Dunklen oder mit verbundenen Augen treffen. Er sagt ihr nämlich nicht, wer er ist, sondern lässt sie in dem Glauben, er wäre ein arabischer Pascha. Louise – naiv und unerfahren, wie sie nun mal ist – ist natürlich vollkommen fasziniert von diesem »fremdländischen« Adonis und lässt sich auf eine Affäre mit ihm ein, der nicht nur ihre Jungfräulichkeit, sondern auch ihr Herz zum Opfer fällt. Charles verliebt sich ebenfalls in seine zukünftige Frau, verpasst aber unzählige hervorragende Gelegenheiten, ihr reinen Wein über seine wahre Identität einzuschenken, und trennt sich bei Ankunft des Schiffs in Frankreich quasi von ihr. Sie ist zwar aus Vernunftgründen weiterhin bereit, sich auf die Ehe mit dem französischen Adligen einzulassen, leidet aber unter heftigem Liebeskummer wegen ihres arabischen Paschas.

Weil wir uns in einem Märchen Liebesroman befinden, erkennt Louise in ihrem französischen Prinzen den Pascha natürlich nicht wieder, denn er wendet den höchst raffinierten Trick an, nun nicht mehr – wie auf dem Schiff – englisch, sondern französisch mit ihr zu sprechen. Der Sprachwechsel scheint seine Stimme und Intonation so sehr zu verändern, dass Louise keinerlei Verdacht schöpft, auch nicht im Zusammenhang mit seinem sonstigen Auftreten, seinem Handeln oder Denken oder gar seinem Körperbau oder Geruch oder so. Seine Tarnung ist so gut, dass nicht mal Louises Hund ihn wiedererkennt. (Seht ihr mein Augenrollen?!)

Weil Louise ein tapferes Mädchen ist, das aussichtslose Situationen als solche erkennt, heiratet sie Charles wie verabredet trotz aller Liebe zu ihrem Araber; sie weigert sich allerdings zunächst, die Ehe zu vollziehen. Das macht Charles total wütend und spätestens angesichts seines diesbezüglichen gewalttätigen Ausrasters (er zerstört die komplette Einrichtung) hatte er das letzte Fitzelchen meiner Sympathie verloren. Natürlich sagt er Louise immer noch nicht, dass ER der vermeintliche Pascha ist, ebenso wenig wie bei zahlreichen weiteren grandiosen Gelegenheiten im Verlauf der Geschichte. Stattdessen setzt die Autorin offenbar darauf, dass sich Louise neu in ihren Ehemann verlieben soll, was erstens gar nicht so einfach ist angesichts all des Herzschmerzes wegen des unvergleichlichen Paschas und zweitens auch gar nicht so richtig Sinn macht; für mich zumindest nicht. Die Handlung zieht sich wie Kaugummi, ohne dass wirklich was passiert, und irgendwann nervt es nur noch kolossal, dass Charles nicht endlich mal eine der vielen Chancen ergreift, Louise die Wahrheit zu sagen.

Ich glaube, es ist kein allzu großer Spoiler, wenn ich an dieser Stelle verrate, dass die Sache am Ende natürlich rauskommt und zu einer Krise führt, bevor es zum Happy End kommen kann. Meine Güte, was für ein blöder Tanz … Ich wünschte, Mary Balogh hätte diese Geschichte ab der Ankunft in Frankreich zuende erzählt; das wäre genau ihr Plot gewesen und sie hätte was deutlich Besseres daraus gemacht!


5/15

[Keine Rezension] Sarah MacLean: No Good Duke Goes Unpunished

Rules of Scoundrels, #3

Klappentext:

A rogue ruined . . .

He is the Killer Duke, accused of murdering Mara Lowe on the eve of her wedding. With no memory of that fateful night, Temple has reigned over the darkest of London’s corners for twelve years, wealthy and powerful, but beyond redemption. Until one night, Mara resurfaces, offering the one thing he’s dreamed of . . . absolution.

A lady returned . . .

Mara planned never to return to the world from which she’d run, but when her brother falls deep into debt at Temple’s exclusive casino, she has no choice but to offer Temple a trade that ends in her returning to society and proving to the world what only she knows…that he is no killer.

A scandal revealed . . .

It’s a fine trade, until Temple realizes that the lady—and her past—are more than they seem. It will take every bit of his strength to resist the pull of this mysterious, maddening woman who seems willing to risk everything for honor . . . and to keep from putting himself on the line for love.

 

Kommentar:

Irgendwie fällt mir zu Sarah MacLean in letzter Zeit immer das Gleiche ein: vielversprechend, aber nichts daraus gemacht. Oder zumindest nicht genug. Diesmal sogar extrem wenig – dabei fing es so gut an!

Dem Klappentext ist kaum noch was hinzuzufügen: Temple wurde vor zwölf Jahren des Mordes an Mara Lowe verdächtigt, weil er – ohne Erinnerung an die Nacht – in ihrem blutbesudelten Bett aufgewacht ist und sie verschwunden war. Der sog. Killer Duke hat sich also in Londons Unterwelt zurückgezogen und verdingt sich seitdem in der bereits bekannten Spielhölle »The Fallen Angel« als knallharter Boxer. Auf einmal taucht Mara bei ihm auf, offenbart ihm, dass er sie gar nicht umgebracht hat – was er wegen seines Gedächtnisverlusts gar nicht wusste – und bietet ihm an, genau das zu öffentlich zu machen, wenn er nur ihrem Bruder dessen Schulden erlässt. Das Geld, das er verspielt hat, ist nämlich unglücklicherweise ihres, und sie braucht es, um das Waisenhaus am Laufen zu halten, das sie gegründet hat. Sie lässt sich aus lauter Not und schlechtem Gewissen sogar darauf ein, dass Temple die Bedingungen ihres Handels bestimmt und presst gleichzeitig jeden erdenklichen Pfennig aus ihm heraus.

Natürlich fühlen sich die beiden von der ersten Sekunde an uuuuuuunwiderstehlich zueinander hingezogen (eigentlich ja schon damals, vor zwölf Jahren) und können von Anfang an kaum die Finger bei sich behalten. Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was eigentlich die ganze Zeit passiert ist, gefühlt gar nichts. Die Handlung plätschert vor sich hin, man knutscht, fummelt, diskutiert, verhandelt, beleidigt sich, versöhnt sich wieder … Gähn! Ich konnte weder die Chemie zwischen den Protagonisten fühlen noch irgendwas mit den beiden anfangen. Das lächerlich dramatische Ende mit dem mir verhasstesten Happy-End-Hindernis aller Zeiten (»Du magst mich lieben, aber ich verlass dich trotzdem, denn du hast was Besseres verdient«) passte da gut dazu.

Das Buch hat übrigens insgesamt doch relativ viele schlechte Kritiken gekriegt, wie ich festgestellt habe (wenn ich während des Lesens nach Rezensionen schaue, wie denn andere Leute das Buch finden, ist das schon immer kein gutes Zeichen!). Spannenderweise liegt das aber im Wesentlichen an der Figur Mara, an der sich jede Menge Hass entzündet, weil sie zugelassen hat, dass der Duke des Mordes an ihr verdächtigt wird. Wie konnte sie das nur tun, die dumme Schlampe – solche wie die sind eine Schande für alle Frauen dieser Welt! –– Äääh … ja. Meine Güte, Leute, das Buch spielt Anfang des 19. Jahrhunderts, das Mädchen ist 16 Jahre alt und verzweifelt, weil sie einen uralten und mutmaßlich gewalttätigen Adligen heiraten muss; ihr Verhalten kann man doch nicht mit heutigen Moralvorstellungen bewerten! Und außerdem: Schon mal was von mildernden Umständen gehört?

Dass ich mich nicht an Mara und ihrem Handeln störe, ändert aber nichts daran, dass ich Band 3 der Serie noch enttäuschender fand als die beiden Vorgänger (denen ich ja immerhin jeweils 10 Punkte gegeben habe. Ich hab sie trotzdem deutlich schlechter in Erinnerung und vermute, dass da jede Menge Autoren-Bonus enthalten war). MacLean hat es keineswegs geschafft, nach ihrer hervorragenden Debütserie ihr Niveau zu halten. Sie hat zwar immer noch nette Grundideen, macht aber einfach keine guten Geschichten mehr daraus. Und ihr vielgerühmter Humor ist ihr in diesem Buch dann auch gänzlich abhandengekommen. Ich hoffe, sie findet noch mal zu alter Form zurück und geb ihr noch eine Chance mit dem Abschlussband der Serie, der im November 2014 erscheinen wird.

 

5/15

 

Serieninfo:
01 A Rogue By Any Other Name – 10/15 (Rezension)
02 One Good Earl Deserves a Lover – 10/15
03 No Good Duke Goes Unpunished – 5/15
04 Never Judge a Lady By Her Cover

 

Eine Frage noch an alle, die das Buch und die weiteren Bände der Serie schon gelesen haben:

Spoiler

War schon immer bekannt, das Chase eine Frau war und ich habs vergessen, oder war diese Enthüllung der große Clou? (Bitte in der Antwort die Kommentarleser nicht spoilern!)

[collapse]

[Rezension] Melanie Hinz: Eine zweite Chance für den ersten Eindruck

Verlagstext:

Die Erzieherin Nina verbringt eine Nacht mit dem Footballspieler Eric. Sie hält es für eine einmalige Sache, denn sie möchte eigentlich keine von denen sein. Doch Eric lässt nicht locker und zeigt ernsthaftes Interesse. Als Nina endlich bereit ist, ihn an sich ranzulassen, entdeckt sie ein großes Detail seines Lebens, welches ihre ganze Sichtweise über ihn auf den Kopf stellt. Kann er ihr Vertrauen wiedergewinnen? Ist sie trotz ihrer Vergangenheit bereit, sich auf ein solches Leben einzulassen?

Kommentar:

Ich weiß gar nicht mehr, wie ich über die Mönchengladbacher Autorin Melanie Hinz aufmerksam geworden bin, die in letzter Zeit Furore mit ihren selbstpublizierten E-Books zu machen scheint. Auf jeden Fall bin ich über sie gestolpert und wollte wissen, ob sie zurecht so gehypt wird, also hab ich mir ihr erstes Buch auf den Kindle geladen.

Meine Skepsis dem Buch gegenüber ist sofort sprunghaft gestiegen, als ich folgenden Satz im Impressum entdeckt habe: »Dieser Roman wurde bewusst so belassen, wie ihn die Autorin geschaffen hat, und spiegelt deren originale Ausdruckskraft und Fantasie wider.« Weia, dachte ich, das kann ja nix werden – wobei meine Sorge in allererster Linie der Orthografie und Sprache galt, denn man hat ja schon so einiges erlebt. Tatsächlich finde ich den Text sprachlich insgesamt aber durchaus gelungen, da hab ich schon weit Schlechteres gelesen; auch Rechtschreib- und Kommafehler halten sich in völlig in Grenzen.

Die Handlung hingegen hat mich weniger überzeugt. Wie schon dem Klappentext zu entnehmen ist, geht Nina mit einem amerikanischen Football-Spieler, der in der Mannschaft ihres Bruders angeheuert hat, ins Bett. Was eigentlich als One-Night-Stand geplant war, wird doch ernster – dann allerdings entdeckt Nina, dass Eric ein gewichtiges Geheimnis hat:

Spoiler

ein Kind.

[collapse]

Sie lässt ihm trotz seiner hartnäckigen Versuche eine halbe Ewigkeit lang keine Chance, sich zu erklären. Schließlich überzeugt ihr Umfeld sie davon, ihn wenigstens anzuhören – und seine Geschichte sowie seine Gründe für sein bisheriges Schweigen bzgl. seines kleinen Geheimnisses überzeugen sie eigentlich sogar. Dennoch entscheidet sie, ihm nicht mehr vertrauen zu können, schon aus Prinzip nicht, schließlich hat er sie ja angelogen. Immerhin erlaubt sie ihm nach einigem Getue, dass sie zunächst mal Freunde sein können – und es beginnt die albernste und unausgewogenste Freundschaft (die vielleicht irgendwann eine Beziehung werden soll), die mir je untergekommen ist. Sie sieht nämlich so aus, dass Zicke Nina den Ton angibt, während sich Weichei Eric bedingungslos allen ihren Forderungen unterwirft und immer erst mal erbetteln fragen muss, ob er dieses oder jenes darf: »Darf ich dich morgen bitte anrufen?« »Darf ich dir später bitte eine SMS schicken?« »Darf ich dich morgen bitte freundlicherweise in einem Café treffen?« usw. Kurzum: Sie lässt ihn eine halbe Ewigkeit am ausgestreckten Arm verhungern, weil er aber so ein schlechtes Gewissen wegen seines Geheimnisses hat und sie so sehr liebt, fügt er sich. Nun ja … so was muss man wohl mögen – als Frau und als LeserIn.

Ebenso muss man eine hohe Toleranz dafür haben, dass Eric die Hälfte seiner wörtlichen Rede auf Englisch absolviert. Und man darf sich nicht daran stören, dass der Handlung jegliche Tiefe abgeht, was aber angesichts der Kürze (195 Seiten) nicht wirklich verwunderlich ist – und ich weiß auch nicht, ob mehr Seiten die Sache wirklich besser gemacht hätten. Ach, und was soll ich sagen, einen Quotenschwulen gibts auch mal wieder – so langsam geht mir das wirklich auf den Wecker.

Ansonsten bleibt zu sagen, dass man das Buch keinesfalls kaufen sollte, weil es – vermeintlich – ein Football-Buch ist: Football spielt nämlich fast gar keine Rolle darin. Und das Buch ist auch eher kein Erotikroman, dafür sind die Sexzenen meiner Meinung nach zu rar und auch nicht ausführlich genug; eher hat man es mit einem Liebesroman zu tun, in dem ein paar wenige explizitere Sexszenen vorkommen. (Ich erwähne das nur, weil die weiteren Bücher der Autorin auf dem Cover als Erotikroman deklariert sind. – Dieser nicht!)

Auch wenn mich das Buch vor allem aufgrund der unausgewogenen Beziehung nicht so wirklich überzeugen konnte, würde ich nicht ausschließen, einem weiteren Buch der Autorin eine Chance zu geben. Warum, weiß ich selbst nicht so genau; irgendwas hat mir offenbar doch gefallen.

 


6/15

[Rezension] Susan Elizabeth Phillips: Der und kein anderer

Originaltitel: Heaven, Texas
Chicago Stars, #2

 

Klappentext:
Gracie Snow hat eine undankbare Aufgabe vor sich: Sie soll den widerspenstigen und äußerst attraktiven Footballspieler Bobby Tom Denton dazu bringen, seinen Filmvertrag zu erfüllen. Bobby Tom allerdings hat ziemlich gute Gründe, sich nicht an seine vertraglichen Pflichten zu halten. Kurzerhand beschließt er mal eben, diese süße Lady mit Hilfe seines beträchtlichen Charmes von ihrem Vorhaben abzulenken. Selten hat sich ein Mann so gewaltig in Gracie Snow geirrt …

 

Warum den und keinen anderen?
Es war mal wieder Zeit für einen Autoren-Check, und da ich Lust auf eine Sports-Romance hatte, ist meine Wahl auf Susan Elizabeth Phillips gefallen. Teil 1 dieser Serie habe ich bereits vor einigen Jahren gelesen, und weil er mir ganz gut gefallen hat, dachte ich, nicht viel falsch machen zu können. So kann man sich irren!

 

Schillernder Superstar …
Wir haben es zu tun mit einem ehemaligen Footballstar, der seine Karriere verletzungsbedingt beenden musste und nun Schauspieler werden will. Als allererstes fällt er durch seinen bekloppten Vornamen auf, er heißt nämlich Bobby Tom. Ich frag mich ja wirklich, wie man als Autor auf die Idee kommen kann, seinem Protagonisten einen dermaßen sperrigen und auch noch lächerlichen Namen zu verpassen, aber um das zu verstehen, fehlt mir möglicherweise der Einblick in die amerikanische Seele. (Dafür muss ich sofort an Harry und Sally denken und Harrys Bemerkung darüber, dass »Sheldon« schon aufgrund seines Namens kein Kracher im Bett sein kann: ›Gib’s mir, Sheldon‹ klingt einfach nicht.« Man stelle sich nun »Gib’s mir, Bobby Tom!« vor!)

Bobby Tom jedenfalls ist ein ganz toller Hecht, er ist schlau und ehrgeizig und beinhart und cool und wird als schillerndste Figur der gesamten NFL bezeichnet, wahrscheinlich sogar seit Anbeginn der Zeit. Schillernd ist hierbei allerdings für eine Westeuropäerin meines Schlages gleichbedeutend mit gruselig bunt. Seinen ersten Auftritt absolviert er in weißen Leinenhosen, einem lavendelfarbenen Seidenhemd, lila eingefärbten Schlangenledercowboystiefeln und einem hellgrauen Stetson – und ist damit laut Erzähler für Bobby-Tom-Verhältnisse geradezu konservativ gekleidet. Das lässt Schlimmes erahnen, ehrlich gesagt finde ich aber nicht, dass seine Kleidung später, als er z. B. schwarze Hosen, ein korallenfarbenes Hemd, eine mit Rhomben gemusterte graue Seidenweste und einen dunkelgrauen Stetson mit Schlangenlederband zur Schau stellt (vgl. Kapitel 5), deutlich weniger konservativ ist, aber das mag auch daran liegen, dass Geschmacklosigkeit für mich ab einem gewissen Punkt nicht mehr wirklich zu überbieten ist.

Seine modische Exzentrik hält die Frauen natürlich nicht davon ab, sich ihm an den Hals zu werfen, im Gegenteil. Und Bobby Tom wäre kein ehemaliger Superstar, wenn er sich nicht an einer Vielzahl unbedeutender Affären erfreuen würde. Im Grunde seines Herzens ist er aber ein superloyaler Mensch, der allen hilft, so gut er kann – selbst zu seinem eigenen Nachteil.

 

… meets graue Maus …
Damit auch von Beginn an alle Klischees bedient werden, ist Bobby Toms weibliches Gegenüber eine graue Maus, wie sie im Buche steht. Ihr höchst durchschnittliches Äußeres wird ausführlichst beschrieben, darüber hinaus ist sie schlecht bzw. extrem altmodisch gekleidet, hat eine miese Dauerwelle, ist natürlich noch Jungfrau und war in ihrem 30 Lenze zählenden Leben noch nicht mal auf einer richtigen Fete. Warum diese hausbackene Frau für eine Stripperin gehalten wird, als sie bei Bobby Tom klingelt und mitten in eine Party platzt, bleibt vollkommen schleierhaft. Noch viel schleierhafter ist, wieso sie das Missverständnis nicht sofort aufklärt, sondern sich stattdessen von Bobby Tom und seiner fröhlichen Bande immer tiefer in die Scheiße treiben lässt. Das Ende vom Lied ist, dass Bobby Tom sie auszieht, quasi ohne dass sie es merkt. Bereits zu diesem Zeitpunkt – wir befinden uns übrigens in Kapitel 1 – hätte viel passieren müssen, um mich noch davon zu überzeugen, dass das Buch nicht total schwachsinnig ist.

Aber zurück zu Gracie. Die ist nicht nur ne graue Maus, sondern außerdem total hartnäckig, weshalb sie ihr Bestes gibt, um die ihr angetragene Aufgabe zu erledigen und Bobby Tom trotz seiner Weigerung zum Filmset zu bringen, wo er seit geraumer Zeit erwartet wird. Natürlich ist sie außerdem herzensgut, loyal, verständnis- und zutiefst rücksichtsvoll und tut alles, damit Bobby Tom sich wohlfühlt. Muss ich erwähnen, dass sie sich in Sekundenschnelle in den ach so adrett gekleideten Star verliebt – und glücklicherweise zudem über ein hohes Maß an Leidensfähigkeit verfügt?

 

… und alles läuft genau so, wie erwartet!
Es entspinnt sich – trotz einer Vielzahl an unsinnigen Handlungselementen – eine wenig überraschende Geschichte. Die beiden Herzchen machen sich per Auto auf einen längeren Roadtrip zum Filmset, und es kommt zu einer eher versehentlichen (!) Annäherung. Am Filmset angekommen, wird Gracie erst mal gekündigt, weil sie Bobby Tom nicht rechtzeitig herbeigeschafft hat. Bobby Tom hat deshalb ein ziemlich schlechtes Gewissen, weshalb er darauf besteht, dass sie für die Zeit der Filmaufnahmen seine persönliche Assistentin ist – auf seine Kosten, was sie aber nicht wissen soll (und was natürlich später aufliegt, weil man unbedingt noch ein bisschen Drama braucht).

Nicht viel später verfällt der Verrückte auf die Idee, Gracie als seine Verlobte auszugeben, damit er Ruhe vor all den anderen Frauen hat, die ihm nachstellen; damit sie dazu taugt, muss sie aber erst mal ordentlich aufgehübscht werden. Wie nicht anders zu erwarten, bewirken diverse Leute wahre Wunder an Gracie, sodass sie sich innerhalb eines Tages vom hässlichen Entlein in einen schillernden Schwan verwandelt. Das passt dem Herrn Superstar aber auch wieder nicht in den Kram, und er entblödet sich nicht, die eine oder andere Eifersuchtsszene hinzulegen. Es folgt ein albernes Hin und Her, in dessen Verlauf Bobby Tom nach einer gefühlten Ewigkeit irgendwann endlich erkennt, dass Gracie ja eigentlich total toll und seine wahre Liebe ist.

Ich würde sagen, dem Buch hätten 200 Seiten weniger gut getan, aber andererseits wäre es selbst dann nicht zu retten gewesen. Das Maß an Klischees, doofen Dialogen und schwachsinnigen Handlungsweisen hätte nicht signifikant reduziert werden können.

 


4/15

 

Wars das mit mir und SEP?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich so bald wieder Lust auf ein Buch der Autorin habe, werde die bereits vorhandenen Bücher von Susan Elizabeth Phillips aber trotzdem noch nicht aus meinem Regal verbannen. Rechtfertigen kann ich mich dafür nur, indem ich darauf verweise, dass mir der erste Band der Serie seinerzeit wirklich gut gefallen. Und irgendwas muss an der Autorin ja auch dran sein, sonst wäre sie doch nicht so erfolgreich und beliebt … oder?!

 

 

Serieninfo: Chicago Stars
01 It Had to be You | Ausgerechnet den? – 12/15
02 Heaven, Texas | Der und kein anderer
03 Nobody’s Baby But Mine | Bleib nicht zum Frühstück
04 Dream a Little Dream | Träum weiter, Liebling
05 This Heart of Mine | Verliebt, verrückt, verheiratet
06 Match me if You Can | Küss mich, wenn du kannst
07 Natural Born Charmer | Dieser Mann macht mich verrückt

 

 
[Gelesen im September 2012]

[Keine Rezension] Abbi Glines: Verführt

Originaltitel: Fallen too far
Rush of Love, #1

Verlagsbeschreibung:
Nach dem Tod der Mutter verlässt Blaire ihr Zuhause, um bei ihrem Vater und dessen neuer Familie in einem luxuriösen Strandhaus zu leben. Vor allem ihr attraktiver Stiefbruder Rush lässt sie jedoch immer wieder spüren, dass sie nicht willkommen ist. Er ist so abweisend wie anziehend, so verletzend wie faszinierend, er ist verwirrend und unwiderstehlich – und er kennt ein Geheimnis, das Blaires Herz mit einem Schlag für immer brechen könnte.

Kommentar:
Ich lern es einfach nicht, die Finger von Büchern aus dem Bereich Young Adult (oder ist das vielleicht schon New Adult?!) zu lassen. Ich sollte wirklich inzwischen gelernt haben (wie oft hab ich das nun schon gesagt?!), dass ich zu alt für so was bin und dass mir das Verständnis fehlt für die Probleme von U-20-jährigen Jungfrauen und ihrer unsterblichen und unvergleichlichen Liebe zu irgendwelchen stinkreichen, rücksichtslosen Weiberhelden, die allerdings durch den reinen Charakter unserer wundervollen, (unwissentlich) gut aussehenden, hingebungsvollen Heldin zuverlässig zum monogamen Vorzeigefreund mit ausgeprägtem Beschützerinstinkt mutieren.

Natürlich war mir ziemlich schnell klar, dass das Buch mal wieder NICHT hält, was die Rezensionen versprechen (Emotionen, Tiefgründigkeit, Spannung), ich hab mich aber trotzdem durchgekämpft, weil ich das »düstere Geheimnis« ergründen und zur Belohnung für meine Hartnäckigkeit mit einem schönen Happy-End belohnt werden wollte. Aber Pustekuchen. Nicht nur hab ich nicht wirklich begriffen, was eigentlich Blaires Problem war und was all die ins große Drama verwickelten Personen antreibt, sondern das Buch endet auch noch offen – aber ich werd den Teufel tun und mir auch noch Band 2 zu Gemüte führen!


6/15

Serieninfo:
01 Fallen too farVerführt
02 Never too farErlöst
03 Forever too far | Vereint

[Keine Rezension] Anna Gavalda: Ein geschenkter Tag

Originaltitel: L’Échappée belle

 

Klappentext:
Eine Hochzeit, das Wiedersehen von vier Geschwistern und das Aufeinanderprallen verschiedener Welten: hier Simon, der Gutmütige, der von seiner freudlosen Frau Carine begleitet wird. Da Garance, die Extravagante und Schlagfertige, und ihre Schwester Lola, die keine Auseinandersetzung mit ihrer ach so korrekten Schwägerin scheuen. Doch einer fehlt: der Bruder Vincent. Während in der Kirche die Hochzeit in vollem Gange ist, stehlen sich die Geschwister davon und besuchen Vincent. Sie sperren die Welt aus und verbringen einen geschenkten Tag voller Wiedersehensfreude.

 

Kommentar:
Kurz nachdem ich Winterkatzes Leihgabe »Denn das Glück ist eine Reise« gelesen und für unspektakulär, aber dennoch sehr nett befunden habe, ist mir beim Regalsortieren Anna Gavaldas »Ein geschenkter Tag« in die Finger gefallen. Ich dachte, nachdem es ähnlich aussieht wie das Buch von Vermalle und ebenfalls von einer französischen Autorin ist, wäre es vielleicht auch ähnlich nett, und wollte einfach mal schnell reinlesen.

Tatsächlich hat mich »Ein geschenkter Tag« mit einer amüsanten Eingangsepisode um die nervensägige Schwägerin der Erzählerin Garance direkt in seinen Bann gezogen. Die Begeisterung war aber schnell dahin, denn schon kurz nach dem starken Beginn fällt die Geschichte mehr und mehr ab und langweilt zunehmend mit familiären Belanglosigkeiten, wenig unterhaltsamen Kindheitserinnerungen und philospophischen Gedanken, die teils ziemlich klischeebehaftet sind. Nichts, was mich besonders bei Laune gehalten hätte. Wäre da nicht der ansprechende Schreibstil, hätte ich das Buch wohl trotz seiner Kürze nicht beendet.

 


5/15

 

 

[Gelesen im September 2012]

[Rezension] Lisa Kleypas: Crystal Cove

Friday Harbour, #4

Klappentext:
Justine Hoffman has made a comfortable life for herself on the island of Friday Harbor. She is the proprietor of a successful boutique hotel, and she has the safe, predictable life she has always wanted. Growing up with her flighty, nomadic mother, Marigold, has instilled in her a deep longing for stability. But in spite of everything Justine has achieved, there is still something missing. Love. And after years of waiting and dreaming, she is willing to do whatever it takes to change her destiny.

What Justine soon discovers is that someone cast a spell on her when she was born, with the result that she will never find her soul mate. Determined to change her fate, Justine finds a way to break the enchantment, never dreaming of the dangerous complications that will follow.

And when Justine meets the mysterious Jason Black, she accidentally unleashes a storm of desire and danger that threaten everything she holds dear . . . because Jason has secrets of his own, and he wants more from her than fate will ever allow.

 

Kommentar:
»Crystal Cove« ist bereits der vierte Teil der Friday-Harbor-Serie, zeitgenössischen Liebesromanen mit einem Hauch Magie. Dieser Hauch Magie kam mir in den Bänden 1-3 irritierend bis überflüssig, aber nicht allzu störend vor, beim vorliegenden Buch schießt die Autorin aber für meinen Geschmack weit übers Ziel hinaus.

Protagonistin Justine ist nämlich eine heidnische Hexe. Da mich das Thema noch nie interessiert hat, ich mich folglich nicht damit auskenne und die Autorin es meiner Meinung nach auch nicht vernünftig erklärt, hab ich nicht wirklich begriffen, was für eine genau; für das Buch ist es allerdings auch nicht notwendig zu wissen, wodurch sich die diversen verschiedenen Hexen genau unterscheiden. Justine jedenfalls verfügt über beeindruckende Kräfte, die sie allerdings nur bedingt kontrollieren kann, weil sie die Hexerei nie lernen wollte und sich weigerte, dem Zirkel beizutreten, dem ihre ungeliebte Mutter angehört. Überdies ist sie im Besitz eines mächtigen Zauberbuches, das ihr dennoch ein bisschen Zauberei ermöglicht.

So verfällt sie eines Tages auf die Idee, mittels dieses mächtigen Zauberbuches einen Zauber zu wirken, der ihr die große Liebe bringen soll. Bei der Gelegenheit stellt sie fest, dass ein Fluch auf ihr lastet, der bis dato verhindert hat, dass sie sich ernsthaft verliebt. Sie hebt ihn auf und macht sich auf, um herauszufinden, wer sie damit belegt hat. Zwei befreundete Hexen aus dem Zirkel ihrer Mutter rücken nach zähem Ringen damit heraus, was es mit der Sache auf sich hat, und spätestens jetzt wird klar, dass die Liebesgeschichte in diesem Buch ziemlich anstrengend werden könnte: Es wird nämlich enthüllt, dass alle Männer, in die sich die Hexen verlieben, zwangsläufig recht schnell abnippeln, und dass man einen Fluch wie den, mit dem Justine belegt ist, mitnichten einfach so aufheben kann, ohne dass das wenig erbauliche Konsequenzen nach sich zieht.

Ziemlich zeitgleich taucht als Objekt der Begierde der Geschäftsmann Jason auf, ein Buddhist ohne Seele mit dem dazu passenden Nachnamen Black. Die Geschichte mit der nicht vorhandenen Seele ist übrigens wörtlich zu verstehen – er hat keine Seele. Sowas kommt schon mal vor, dann ist die Zeit auf der Erde allerdings meist relativ knapp bemessen und nur auf ein Leben beschränkt; Reinkarnation ist nicht. Jason hat seine ganze eigenen Gründe, nach Friday Harbor zu kommen und etwas mit Justine anzufangen, das wird aber später völlig beiläufig abgetan, weil sich der eigentlich eiskalte Geschäftsmann mit Haut und Haar in die Hotelbesitzerin verliebt hat und bereit ist, sein seelenloses Dasein für sie zu opfern.

Ihr seht schon, es ist diesmal einiges los auf der Insel – leider hat es aber nicht viel Spaß gemacht, bei diesem albernen Hin und Her dabei zu sein. Mir waren diese ganzen Flüche und Gegenflüche und Fluchübertragungen deutlich zu viel des Guten. Ich weiß nicht, was Kleypas sich dabei gedacht hat, so viel Gewicht auf paranormale Elemente zu legen, und denke auch nicht, dass die Leser von zeitgenössischen Liebesromanen so was lesen wollen. Hinzu kommt, dass dabei die Liebesgeschichte und die Emotionen total auf der Strecke bleiben. Stattdessen springt die Autorin zu allem Übel auf den BDSM-Zug auf – als hätte sie das nötig! – und liefert eine ganz fürchterliche Bondage-Szene ab, die weder gut geschrieben noch erotisch ist.

Ich hoffe wirklich, dass Kleypas im nächsten Buch der Serie den Magie-Anteil wieder stark runterschraubt und sich stattdessen auf das besinnt, was sie wirklich gut kann: gefühlvolle Liebesromane mit einer Prise Humor. Sonst ist die Friday-Harbor-Serie für mich Geschichte.

 


5 Punkte

 

Serieninfo:
01 Christmas Eve at Friday Harbor | Das Winterwunder von Friday Harbor – 8/15
02 Rainshadow Road | Zaubersommer in Friday Harbor – 11/15
03 Dream Lake | Der gute Stern von Friday Harbor (Dezember 2013) – 13/15
04 Crystal Cove | N.N.
05 Lighning Bay (September 2013)